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Fanfiction

Gestrandet - II

von Aereth

Hustinette: Danke für dein Review. Ich freu mich, dass von den alten Lesern wieder jemand dabei ist :) Dieses Mal gibt es sogar regelmäßige Updates und einen Schluss!



II


Endlich hatte er ein wenig Zeit für sich.

Als er noch ein Junge war, hatte ihn sein Vater oft zur Jagd mit genommen. Severus schritt durch das Dickicht, auf der Suche nach einer geeigneten Beute. Wenn er wohl eins konnte, dann war es sich wie eine Schlange lautlos anzuschleichen und sein Opfer schnell zu töten. Es machte keinen großen Unterschied, ob er einen Menschen oder ein Tier töten sollte. Was den Bogen anging, war er sich der Zielsicherheit dieses Geräts noch nicht so sicher, aber er hatte schon weniger gehabt, um jemandem das Leben zu nehmen. Er zielte auf die dunkle Einkerbung in einem Baum einige Meter entfernt, spannte den Bogen und ließ, als er sich sicher war, los. Der Pfeil sauste an seinem Ohr vorbei und verfehlte das Ziel nur um einen Zentimeter. Das sollte ausreichen, dachte er und ging weiter.

Unter anderen Umständen hätte er diesen Ort wohl gar nicht so schrecklich gefunden. Vielleicht mit besserer Gesellschaft, überlegte Severus, oder am Liebsten ganz ohne Gesellschaft, und natürlich seinem Zauberstab. Er hatte früher oft davon geträumt, allein an einem abgeschiedenen Ort seine Ruhe zu haben, ohne den dunklen Lord, ohne Potter, ohne Dumbledore und ohne Hogwarts. Stattdessen saß er hier fest, mit einem Haufen hormongesteuerter Teenager, einem Haufen dummer nichtsnutziger Gryffindors, und Draco. Ja, Draco war wohl nicht viel besser, eine verwöhnte, verhätschelte Göre.

Es würde wohl alles an ihm hängen bleiben. Er konnte nur hoffen, dass das Haus noch stand, wenn er zurück kam.

Ein Rascheln riss Severus aus seinen Gedanken und er begann sich aufmerksam umzusehen. Nicht weit entfernt wühlte ein Wildschwein im herumliegenden Geäst. Ganz vorsichtig, darauf bedacht keinen Ton von sich zu geben, zog er einen Pfeil heraus und legte ihn vorsichtig an den Bogen, den er ganz langsam spannte. Er hielt den Pfeil auf Augenhöhe, zielte sorgfältig und schoss. Der Pfeil traf das Tier mit voller Wucht und tötete es augenblicklich.

Das laute Quieken, das das Schwein von sich gegeben hatte, schreckte einige Vögel auf und durchbrach die Stille. Severus zog den Pfeil wieder heraus und packte das Schwein an den Vorderpfoten um es mit einem Ruck auf den Rücken zu drehen, dann zog er den alten Dolch aus seinem Gürtel um es auszunehmen. Er stand wieder auf und sah sich in der Gegend um, bis er eine Liane fand, die kräftig genug war.

Es war kein schöner Anblick, aber es war bei Weitem auch nicht das erste Mal, dass er Blut sah, also band er das Schwein an den Hinterbeinen fest und zog es hinter sich her.

Für heute würde das genügen. Er machte sich auf den Weg zum See, denn schließlich musste sein Fang ja erst noch bratfertig gemacht werden. Es dauerte eine Weile bis er am See ankam, scheinbar war er doch weiter weg gewesen, als er anfangs dachte, doch nun konnte er bereits das Glitzern des Wassers erkennen.

Er sah sich das Wildschwein an. Hervorragend, es war ausgeblutet, jetzt musste er nur noch das Fell abziehen und das Tier säubern. Er trennte die Klauen ab und zog ihm das Fell ab, das er zum Trocknen aufhängte. Das Tier selbst hatte er gründlich gewaschen und band es an einem nahen Ast an. Jetzt musste er nur noch selbst wieder sauber werden.

Das Wasser an der Stelle war blutig, weswegen Severus beschloss ein Stück weiter weg zu gehen. Seine Hände waren voll Blut und auch sein Hemd hatte was abgekriegt. Es sah ziemlich mitgenommen aus. Einige große Risse übersäten es und ein Ärmel hing bereits herunter. Er nahm den Ärmel und riss ihn ab, genau so, wie den anderen. Da fiel ihm auf, dass er seinen Umhang gar nicht anhatte. Nicht, dass ihn das hier, in der brühenden Hitze, besonders stören würde, aber er gehörte dennoch irgendwie zu ihm. Bei genauerem Überlegen stellte er jedoch fest, dass er heute morgen bereits ohne ihn aufgewacht war. „Was soll's“, sagte er sich und wusch sich die Hände. Es dauerte eine Weile bis sie wirklich sauber waren. Als er sie endlich zu seiner Zufriedenheit gesäubert hatte, blickte er auf und sah eine Frau im Wasser. Die Sonne stand schon tiefer und strahlte sie von hinten an, wodurch er bloß ihre Silhouette erkennen konnte. Er konnte seinen Blick nicht abwenden. „Vielleicht eine Sirene?“, überlegte er und schritt ihr, wie magisch angezogen, immer weiter entgegen.

In den dichten Bäume fand er Schutz und die Gewissheit, nicht gesehen zu werden. Die junge Frau im Wasser kam nun ein Stück näher ans Ufer heran geschwommen so, dass das Wasser ihr nur noch bis kurz unter die Brust reichte und ihre unbedeckte Haut entblößte. Die kühle Frische des Sees ließ ihre wohlgeformten Brüste fest werden und ihre Brustwarzen sich aufrichten. Sie hatte langes schokoladenfarbenes Haar, das sich in feinen Strähnen um ihren Busen ringelte. Immer weiter näherte sie sich dem Ufer und das Wasser entblößte immer mehr von ihrem makellosen Körper. Severus verspürte bereits dieses gewisse Gefühl in der Lendengegend und doch konnte er seinen Blick nicht von ihr wenden.

Er hoffte, nur ein Mal ihr Gesicht zu sehen. Offenbar hatte jemand seine Bitte gehört, denn die Frau drehte sich in seine Richtung.

„Granger?“ Oh Gott, hatte er das eben laut gesagt? Bei diesem Gedanken geriet er unvorsichtig ins Stolpern und trat auf einen trockenen Ast, der mit einem lauten Knacken zerbrach und die Vögel aufschreckte. Auch Hermine schreckte auf und blickte in die Richtung wo noch immer Severus im Schatten stand.

„Hallo? Ist da jemand?“, fragte sie unsicher und ging auf die Stelle zu, wo sie eben noch ein Geräusch gehört hatte. Sie stand fast vor ihm, noch immer war sie nackt und präsentierte ihre vollkommene Weiblichkeit. Severus war wie erstarrt, für einen Moment, unfähig zu denken. Sie trennten nur wenige Schritte, dann würde ihn auch das dichte Gestrüpp nicht mehr schützen können. Hermine machte den letzten Schritt in seine Richtung und im selben Moment verwandelte er sich in seine Animagusform und eine kleine Fledermaus flog auf einen der Äste oben in den Bäumen.

Sie musste sich das wohl eingebildet haben, aber es war so, als hätte jemand ihren Namen gerufen. Auf dem Boden lagen ihre Kleider, die nicht weniger mitgenommen aussahen, als Severus’ eigene. Das zerfetzte Shirt, das nur noch von wenigen Fäden zusammengehalten wurde und die mit Rissen gezeichnete Jeans. Sie hatte die Sachen aufgehoben und sie mit einem bedauernden Blick wieder auf den Boden geworfen. Nur ihr Höschen hatte sie sich wieder angezogen. Auf einem nahen Ast hing noch etwas anderes. Sie nahm ein Kleid herunter, das sie zuvor dort hingehängt hatte und zog es an. Es passte gut. Ihre eigenen Sachen hob sie wieder vom Boden auf und machte sich auf den Weg zurück zur Hütte.

Severus flatterte zu seinen eigenen Sachen und nahm seine normale Gestalt wieder an. Ganz schön knapp, dachte er sich. Nicht auszudenken, was wäre, wenn ihn Granger beim Spannen erwischt hätte. Wer hätte auch ahnen können, dass dieser wunderschöne Körper, dieser unausstehlichen Besserwisserin gehörte. Sie war doch eben noch ein Kind gewesen, wann war denn aus ihr eine Frau geworden? Bei dem Gedanken an das, was er zuvor noch gesehen hatte, überkam ihn wieder ein aufquellendes Hitzegefühl und in seiner Lendengegend regte sich wieder etwas. „Verdammt!“, Severus schlug seine Faust mit voller Wucht gegen einen Baum, bis seine Hand anfing zu bluten. Der aufsteigende Schmerz ließ jedes andere Gefühl vergehen und er atmete erleichtert aus. Es war wohl schon zu lange her, dass er einen Frauenkörper aus nächster Nähe betrachten konnte, geschweige denn berührt hatte, oder nun ja die anderen angenehmen Sachen, die er jetzt für unnötig hielt, sich selbst in Gedanken ausführen zu müssen. Er sollte wohl lieber wieder zurückkehren.

Hermine war allein in der Küche. Ron und Lavender sowie Harry und Ginny hatten sich in ihre Zimmer zurückgezogen und sie wollte gar nicht erst lange überlegen, was sie da wohl machten. Neville sah sich noch einmal ein paar Pflanzen an. Er hatte sich überlegt, ob er nicht vielleicht einen kleinen Garten anlegen wollte. Bei der Gelegenheit hatte ihn Hermine gleich gebeten, nach ein paar bestimmten Pflanzen Ausschau zu halten. Sie wusste zwar gut, wofür sie zu gebrauchen waren, doch es war ausgeschlossen, dass sie sie selbst zwischen all dem Grünzeug jemals fände. Hoffentlich hatte sich Neville möglichst Viele gemerkt, da sie ihm ja leider keine Liste schreiben konnte. Ihre einzige Hoffnung bestand darin, dass Pflanzen schließlich das Einzige waren, was sich Neville merken konnte.

Wohin Draco gegangen war, hatte er natürlich keinem gesagt, und es schien auch keinen besonders zu interessieren. Hermine hatte die Körbe ausgeräumt und alles hatte bereits seinen festen Platz. Die vielen Regale waren gefüllt mit frischen Sachen, die Neville und Ron zuvor mitgebracht hatten und Hermine machte sich nun dran jedes Schränkchen und jede Schublade nach nützlichen Gegenständen zu durchsuchen, als sie hörte wie die Tür geöffnet wurde. Voller Erwartung Neville sei mit den bestellten Pflanzen und Kräutern zurück, drehte sie sich um und musste enttäuscht feststellen, dass es bloß Snape war. Scheinbar hatte er tatsächlich etwas gefangen.

Severus kam herein und setzte sich an den Kopf des Tisches. Er sah müde aus, stellte Hermine fest. Sie waren allein und es herrschte eine unangenehme Stille, die sie nicht wagte, zu durchbrechen. Also ging sie zu einem der Schränkchen und holte einen Tonbecher raus, den sie vor ihn auf den Tisch stellte. In der anderen Hand hielte sie eine einfache Tonkaraffe aus der sie ihm Orangensaft, den sie selbst gepresst hatte, eingoss.

Severus wagte es nicht aufzublicken, noch immer spukten ihm die Bilder vom See im Kopf herum. Das Kleid, das er als Fledermaus hatte kaum sehen können, war in einem kräftigen Rot. Es war absolut nicht seine Lieblingsfarbe, aber es stand ihr außerordentlich gut, musste er sich selbst eingestehen. Die Ärmel waren kurz und es fiel ihr leicht über die Schultern. Der taillierte Schnitt betonte ihre gute Figur, von der er sich ja bereits selbst hatte überzeugen können und der weite Rock ging ihr bis zu den Kniekehlen. Der Ausschnitt war zwar nicht besonders groß, aber als sie sich zu ihm gebeugte hatte um ihm einzuschenken, konnte er den Ansatz ihrer Brüste erkennen, was in ihm wieder diese Hitze hervorrief.

Er trank den Becher in einem Zug leer und verließ eilig die Hütte.
Vielleicht würde es ja helfen, wenn er sich wieder auf etwas anderes konzentrierte, zum Beispiel das Abendessen. Severus ging in den Schuppen und kam mit einer stumpfen Axt heraus, mit der er im Dschungel verschwand. „Verdammt, was ist nur los mit dir?“, schrie er sich selbst an, während er mit voller Kraft auf einen Baum einhackte. „Das ist Granger! Als hätte ich zuvor noch nie eine nackte Frau gesehen. Ok, es ist lange her“, überlegte er.

Es war nicht nötig gewesen den kleinen stämmigen Baum komplett zu fällen, scheinbar hatte schon jemand Feuerholz gesammelt, denn vor dem Haus lag ein Haufen mit trockenen Ästen und alter Rinde, aber seine aufkommende Wut über sich selbst, ließ ihn die Beherrschung verlieren und so hatte er sich wenigstens ein bisschen abreagieren können.


Er ließ den gefällten Baumstamm liegen und trennte nur ein paar Äste ab, mit denen er zur Feuerstelle ging. Zwei waren gegabelt, der andere grade, aber dafür lang und von einem stabilen Durchmesser. Er hatte sie entrindet und angespitzt, bevor er sie links und rechts neben der Feuerstelle platzierte und auf den geraden Ast das Schwein aufspießte.

Seit er die Küche verlassen hatte, spähte Hermine aus dem Fenster und beobachtete ihn. Er kam mit ein paar Ästen aus dem Wald zurück und hatte sich seines zerfetzten Hemdes entledigt. Seine Haut war blass, sie zeichnete sich deutlich von der schwarzen Hose und den schwarzen Haaren ab. Die Muskeln an seinen Schulten und Armen, traten jedes Mal deutlich hervor, wenn er viel Kraft aufwandte. Hermine sah das dunkle Mal auf seinem Unterarm, es war sehr verblasst, was ihr ein sicheres Gefühl gab. Das konnte nur bedeuten, dass sie für Voldemort außer Reichweite waren. Sie sah dem Mann fasziniert zu und verfiel immer mehr in ihre eigenen Gedanken.

Er hatte immer diesen strengen Blick, aber eigentlich war er doch ein attraktiver Mann. Wenn er nicht so ein riesiges Arschloch wäre, wäre er sicher der Schwarm aller Fünftklässlerinnen. Bei diesem Gedanken musste Hermine schmunzeln. Was für eine absurde Vorstellung, Snape umkreist von, verliebten und ihn anschmachtenden 15jährigen. Nun, vielleicht wenn sie ihn hier so sehen könnten. War das nicht der primitive Traum jeder Frau? Ein starker, gutaussehender Mann, der sie auf Händen trägt und sie bis zur Besinnungslosigkeit liebt. Auch bei diesem Gedanken musste sie lächeln, denn sie stellte sich gerade vor, wie Snape sie mit seinen starken Armen hochhob und sie in sein Bett trug. Weiter kam sie nicht, denn eine freche Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

„Was grinst du denn so, Mine?“, fragte Ginny frech, „Was gibt's denn da draußen so Interessantes?“ „Ach, ich hab nur, da...da ist nichts, ich hab nur...“, stotterte Hermine. Sicher, Ginny konnte nicht wissen, was sie sich gerade ausgemalt hatte, aber dennoch fühlte sie sich ertappt. Ginny kam zum Fenster rüber, um zu sehen, was Hermine gesehen hatte. Es war Snape, noch immer mit freiem Oberkörper, der gerade ein Feuer angezündet hatte und das aufgespießte Schwein in die beiden Holzgabeln über das Feuer hängte.

„Ja, nicht schlecht“, gab Ginny grinsend zu und durchbohrte Hermine nun mit ihrem wissenden Blick. „Es ist nicht wie du denkst“, protestierte Hermine. „Ja natürlich, ich verstehe“, wobei ihr Ginny zuzwinkerte während sie das sagte, „Wer hat dieser Fledermaus überhaupt erlaubt, so verdammt gut gebaut zu sein?“

„Aber Ginny?“, schaute Hermine ihre Freundin jetzt verblüfft an. „Schau mich nicht so an, Mine“, entgegnete sie ihr, „Ich gucke doch nur.“ „Komm her“, sie zog zwei Stühle zum Fenster und winkte Hermine, sich mit ihr zu setzen. „Lass uns das Schauspiel doch noch ein wenig genießen.“ Beide setzten sich vor das Fenster und beobachteten Snape bei der Arbeit. „Was macht ihr da?“ Nun war auch Harry runtergekommen und wurde ebenfalls neugierig. „Ach nichts“, die Antwort kam bei beiden wie aus der Pistole geschossen. Sie schoben ihre Stühle beiseite und machten sich daran, auch den Rest für das Abendessen vorzubereiten. Harry wirkte verwirrt und ging nun selbst zum Fenster, um zu sehen, was es da draußen so Spannendes gab, aber er konnte nichts erkennen. Da war nur Snape, der ein Wildschwein zu grillen schien.


***


Es war ein gutes Essen gewesen. Wer hätte gedacht, dass Longbottom tatsächlich soviel zu Essen gefunden hatte. Sie hatten Süßkartoffeln und Tomaten, sowie Auberginen und anderes Gemüse, das er gar nicht erst aussprechen konnte und dazu noch eine Reihe von Kräutern und Gewürzen. Auch das Schwein war bis auf die Knochen herunter genagt. Kein Wunder, dachte Severus, sie waren alle, wie er selbst, den ganzen Tag über komplett ausgehungert gewesen. Es war bereits dunkel und sie hatten nur wenige Möglichkeiten Licht zu machen. Er ging in sein Zimmer, das von der spärlichen Flamme einer Öllampe erleuchtet wurde, die mit dem letzten Rest Öl ihres Vorbesitzers brannte. Jemand musste sie für ihn angezündet haben.

Er ging zum Bett. Ein sehr einfaches, aber robustes weißes Hemd lag darauf. Nun ja, es war zwar nicht unbedingt seine Farbe, aber unter diesen Umständen. Severus blickte an sich herab auf sein altes zerrissenes Hemd, das er sich zum Essen wieder übergezogen hatte und zog es sich kurzerhand wieder aus. Das neue Hemd schien zu passen.

Die Flamme wurde immer schwächer, bis auch der letzte Rest Öl verbrannt war und das Zimmer in Dunkelheit hüllte. Er zog seine Sachen aus und legte sich ins Bett. Natürlich war eine Strohmatratze und ein paar mit Gras gefüllte Kissen, nicht mit den Annehmlichkeiten in Hogwarts zu vergleichen, aber er war froh, nicht auf dem Boden schlafen zu müssen. Erst jetzt merkte Severus, wie müde er eigentlich war. Ihm spukte zudem noch so vieles im Kopf herum, doch das musste wohl bis morgen warten. Nur wenige Minuten später war er bereits eingeschlafen.


***


Helle Sonnenstrahlen weckten ihn sanft. Er hatte außerordentlich gut geschlafen, so gut wie seit vielen Jahren bereits nicht mehr. Es war unklar wie spät es war, doch er wusste, dass es nicht die frühe Morgenstunde war, zu der er sonst immer aufstand, denn die Sonne stand schon hoch am Himmel. Severus zog sich an und ging hinaus zur Küche. Zu seiner Überraschung, war jeder freie Fleck zugestellt mit unterschiedlichen Behältern, die alle verschiedene Flüssigkeiten oder zerstoßenes Obst in sich hatten. Ansonsten war die Küche leer. Er ging hinaus und fand weitere große, flache Tonbecken mit Wasser gefüllt vor und eine Hermine die in einer großen steinernen Schüssel mit einem ebenso großen Mörser vergeblich versuchte etwas zu zermahlen.

Wie hatte sie es überhaupt geschafft dieses enorme Gerät aus dem Schuppen zu holen? Er schüttelte den Gedanken wieder ab. „Sie haben wohl doch noch für den ganzen Krempel Verwendung gefunden“, warf er ihr entgegen, doch sie schien ihn zu ignorieren. Er schritt näher zu ihr und konnte nun erkennen, dass sie irgendwelche Körner zerkleinerte, oder es viel eher, versuchte. „Was soll das werden?“, wollte er wissen. „Mehl“, antwortete sie ihm mit einer vor Anstrengung krächzenden Stimme.

Severus nahm ihr den großen Mörser ab, wobei ihre Hände sich für einen Moment berührten.

„Und was soll das?“, er nickte mit dem Kopf auf die mit Wasser gefüllten Tonbecken. „Das ist Meerwasser“, erklärte Hermine, „Ich lasse es verdunsten, bis nur noch Salz zurückbleibt. Auf diese Weise gewinnen Muggel in Meerregionen bereits seit Jahrhunderten ihr Salz.“

Clever, dachte Severus, doch natürlich hätte er das niemals zugegeben. Es hatte nicht besonders lange gedauert und das Korn war zu feinem Mehl gemahlen. „Danke“, sagte Hermine und füllte das Mehl in die bereits vorbereitete Schüssel um, die sie wieder ins Haus trug. Severus folgte ihr. Er konnte es sich selbst nicht erklären, aber irgendwas in ihm verlangte nach der Nähe dieses Mädchens.

Etwas hilflos stand er in der Küche, denn jeder freie Platz war bereits belegt, also beschloss er einfach, Hermine bei der Arbeit zuzusehen. Vielleicht konnte er ja mehr von diesen Muggelbräuchen lernen, schließlich schienen sie hier draußen ohne Zauberstab nützlich zu sein.

Hermine nahm etwas von dem Mehl und rührte es mit Wasser zu einem dicken Brei an, den sie mit einem einfachen Tuch abdeckte und nun in die Sonne stellte. Severus stand neben ihr und hatte sie aufmerksam beobachtet, doch was er gesehen hatte, rief ein fragendes Gesicht hervor.

„Ich mache Brot“, erklärte sie kurz. „Wird das nicht ein bisschen wenig Brot?“, wollte er wissen. Hermine schaute ihn verblüfft an. Er war vielleicht ein Meister der Zaubertränke und Dunklen Künste, aber vom Haushalt hatte der Mann scheinbar keine Ahnung. „Wenn man Mehl und Wasser mischt und den Teig einfach bäckt, wird ein harter Fladen daraus. Das ist zwar nahrhaft, aber eher ungenießbar. Um ein volles, lockeres Brot zu bekommen braucht man Hefe und da wir hier keine haben und uns auch keine herbeizaubern können, müssen wir den Teig stehen lassen und warten bis sich welche aus der Luft absetzt“, erklärte sie kurz und ging nun zu einer Schüssel mit einer öligen leicht gelblichen Flüssigkeit.

Severus war ihr gefolgt und wollte nun auch wissen, was das war. „Kokosfett“, erklärte sie ihm, „Ich habe fast den gesamten Morgen damit verbracht Unmengen an Kokosnussfruchtfleisch auszuquetschen. Neville hat mir glücklicherweise geholfen.“ Sie deutete auf einen großen Stapel leerer Kokosschalen, nahm die Schüssel mit dem Öl und goss einen Teil in einen Topf, den sie auf die heiße Metallplatte des Ofens stellte. Das Feuer im Inneren schien schon eine Weile zu brennen, denn es dauerte nicht lange bis das Öl anfing zu kochen. Noch bevor Severus fragen konnte, antwortete Hermine bereits.

„Ich mache Seife.“ „Seife?“, Severus war überrascht. „Ist das etwa die Art wie Muggel Seife machen? Aus Öl?“ „Wie Muggel früher Seife machten, als sie noch nichts anderes hatten“, korrigierte sie, „Aus Fett und Asche.“ Sie nahm nun eine andere Schüssel mit in Wasser gelöster Asche. „Hier halten sie das mal.“ Sie drückte ihm die Schüssel in die Hand und nahm ein grobes Leinentuch und hielt es über den Topf. „Schütten sie den Inhalt über das Tuch, damit können wir zumindest den groben Schmutz herausfiltern.“

Severus goss die gelöste Asche auf das Leinentuch, bis die Schüssel leer war. Auf dem Tuch blieben einige ungelöste schwarze Reste. Hermine legte es zur Seite und begann nun kräftig die immer dicker werdende Masse umzurühren. Sie hatte einen weißlich-gräulichen Ton angenommen und Severus vernahm tatsächlich einen strengen seifigen Geruch.

Nach einer Weile hörte sie auf zu Rühren und nahm den Topf von der heißen Herdplatte, damit die Masse abkühlen und nun vollends erstarren konnte.

Was sollte das eigentlich? Warum war er so nett? Sie sah ihn misstrauisch an, doch da war nichts. Er war wie immer, übellaunig und wortkarg, nur dass er sich plötzlich für Hausarbeit und Muggeltricks zu interessieren schien.

Fortsetzung folgt…


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