Gestrandet - VI
von Aereth
Quitschkugel: *dankend Keks entgegen nehm* Hmm lecker :) Also dann hier das nächste Kapitel. Ein bisschen was aufgelöst, aber keine Sorge ich stifte noch ein mehr unordnung bei unseren Gestrandeten =)
Shake-it: Vielen Dank für dein Lob. Du bist wohl Spanien-Fan was? ;) Na ja was soll man sagen Krake Paul irrt sich eben nicht =)
VI
Der Kleine schien noch sehr jung zu sein, er konnte höchstens 5 oder 6 Jahre alt sein. Ängstlich schaute er zu dem finsteren Mann vor ihm. Severus starrte ihn eindringlich an. „Wie heisst du?“, wollte er von ihm wissen, doch der Junge antwortete nicht. „Vielleicht versteht er uns nicht“, meldete sich Hermine zu Wort, die wieder hinter seinem Rücken hervorgekommen war.
„Ja, vielleicht“, gab Severus zu, „aber er ist auch kein Einheimischer. Er hat deutlich europäische Züge.”
„Er ist sicher müde“, bemerkte Hermine und ging an Severus vorbei. Sie lächelte den Jungen freundlich an und reichte ihm die Hand, die der Kleine schüchtern ergriff. „Lass uns rein gehen“, sagte sie, „Wer er ist und wo er herkommt, können wir auch noch morgen herausfinden.“ Sie gingen ins Haus und Severus folgte den beiden.
Das kühle Mondlicht erleuchtete die große Küche und Dracos Silhouette am Boden verriet, dass er immer noch schlief.
„Ich nehme ihn in mein Zimmer mit“, sagte Hermine und wandte sich zu Severus, der jetzt selbst vor seiner Tür stand. Mit leisem Bedauern in den Augen sah er die junge Frau vor sich noch einmal an. „Ja, das wird das Beste sein“, gab er schließlich zu, dann öffnete er die Tür hinter sich und trat hinein.
Hermine ging in ihr Zimmer und zeigt auf das Bett. „Du kannst bei mir im Bett schlafen“, sagte sie. Der Junge schien sie zu verstehen, denn nach einem kurzen Zögern ging er zum Bett und legte sich hin. Hermine ging zur anderen Seite und legte sich dazu. Sie wusste nicht, wie spät es schon war, aber es war schon eine ganze Weile lang dunkel gewesen. Der Tag war lang und anstrengend, ein paar Minuten lag sie da und dachte über das, was geschehen war nach, bis sie schon bald ein beruhigendes tiefes Atmen neben sich hörte, das sie mit seinem monotonen Singsang bald in einen eben so festen Schlaf fallen ließ.
Am nächsten Morgen wachte Hermine früh auf. Die Sonne war grade erst wieder aufgegangen und die Luft hatte noch diesen frischen Duft nach Tau. Ihr kleiner Gast hatte sich in der Nacht ganz schön ausgebreitet und lag nun quer im Bett, alle Gliedmaßen von sich gestreckt. Hermine stand auf und schaute auf ihre zerknitterte Kleidung herab. Sie war gestern noch voll bekleidet ins Bett gefallen. Kläglich versuchte sie sich die gröbsten Falten aus ihrer Kleidung zu streichen, dann ging sie in die Küche hinaus. Severus war schon wach und saß an dem großen Tisch.
„Morgen“, murmelte er mürrisch, als er Hermine aus dem Zimmer kommen sah, „Der Junge schläft noch?“, schob er dann noch hinterher.
Sie nickte, dann fiel ihr Blick auf den noch schlafenden Draco. „Wie geht es Draco?“, wollte sie wissen. Severus zuckte mit den Schultern. „Ich denke ganz gut“, sagte er und vergrub seine Nase wieder in seiner Tasse.
Sie ging zum Tisch rüber und setzte sich neben Severus. Er schob ihr eine zweite Tasse hin und eine Kanne. Erst schien sie etwas skeptisch, dann nahm sie die Kanne doch in die Hand und goss sich etwas ein. Vorsichtig roch sie an ihrer Tasse, bevor sie probierte, doch was sie da erwartete, schien nicht sehr vielversprechend. Als das heiße Getränk ihren Gaumen erreichte, verzog sich ihr Gesicht. Es war diese merkwürdige Mischung aus einigen Kräutern und gerösteten Nüssen, die ihnen als Kaffee diente.
Severus hatte sie beobachtet und als sie ihre Tasse angeekelt wieder absetzte, zog er spöttisch eine Augenbraue hoch und sah sie belustigt an. „Wir müssen erfahren, wer er ist und wo er herkommt“, sagte er einen Moment später wieder ernst. „Es muss hier noch mehr Menschen geben. Alleine hätte er in der Wildnis nie überlebt“, schlussfolgerte Severus.
„Ja, wir...“, hatte sie gerade begonnen, als ein durchdringendes Stöhnen ihnen ankündigte, dass Draco aufgewacht war. Severus stand auf und ging um den Tisch, dann kniete er sich zu ihm herunter. „Wie fühlst du dich?“, wollte er wissen.
Draco hatte Mühe sich zurecht zu finden. Er setze sich auf, indem er sich auf seinem gesunden Arm abstützte, dann sah er sich mit zusammengekniffenen Augen um. „Ganz gut“, sagte er, „bis auf die schrecklichen Kopfschmerzen und schlecht ist mir auch.”
„Das ist nur der Alkohol“, versicherte ihm Severus, dessen Miene jetzt etwas entspannter wirkte. Er ging wieder um den Tisch herum und füllte noch eine Tasse mit dem streng riechenden Gebräu. „Hier“, sagte er und drückte sie Draco in die Hand. Dieser trank einem Schluck und stellte sie angewidert wieder neben sich ab, dann richtete er sich auf und nahm seine Felle vom Boden. „Ich leg mich noch mal ins Bett“, sagte er und trottete etwas angeschlagen mit den Decken und Fellen, die er mit nur einer Hand kaum alle halten konnte, nach oben.
Severus hatte einen deutlichen Abstand zwischen sich und Hermine gebracht, als Draco aufgewacht war, doch jetzt trat er wieder näher an sie heran und strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ich denke nicht, dass davon jemand was erfahren sollte“, sagte er ernst und zeigte dabei erst auf sie und dann auf sich selbst um zu verdeutlichen was er meinte.
„Das hatte ich kaum anders erwartet“, antwortete sie ihm düster. „Es ist nicht der richtige Zeitpunkt und auch nicht der richtige Ort“, versucht er zu erklären und legte Hermine seine Hände um die Taille. Sie stand noch immer so steif da wie zuvor, dann zog er sie näher an sich heran und sie legte ihren Kopf auf seine Schulter. Die braunen Locken standen wild in der Gegend herum, von denen eine ihn im Gesicht kitzelte. Er vergrub seine Nase tiefer in ihrem Haare und atmete ihren Duft ein. Ein leises Seufzen entfuhr ihr.
„Heißt es dann, dass ich es irgendwann meinen Freunden erzählen kann?“, murmelte sie gegen seinen Hals.
„Ja, irgendwann“, antwortete er ihr ruhig. Hermine hob den Kopf wieder an und schaute ihrem Gegenüber nun in die Augen.
„Versprochen?“, forderte sie leise.
„Versprochen!“, antwortete ihr Severus genau so leise und bemerkte kurz darauf diesen plötzlichen Wandel ihrer Augen, die sich bei seiner Antwortet aus einem tiefen Braun plötzlich wieder in goldenen Bernstein verwandelt hatten.
Ein leises Knarren verriet ihnen, dass sie nicht mehr allein waren. Severus ließ sofort von Hermine ab und trat einen großen Schritt zur Seite. Es war der Junge von gestern Nacht, der nun verschlafen in Hermines Tür stand. „Guten Morgen“, begrüßte ihn Severus freundlich und forderte ihn mit einer einladenden Handbewegung auf, sich zu ihnen zu setzten.
Schüchtern ging der Junge auf den großen Tisch zu und setzte sich ihnen gegenüber, während Hermine das Frühstück auf den Tisch stellte und ihm einen Becher Saft eingoss — den „Kaffee” wollte sie ihm lieber ersparen.
Schon weitaus weniger schüchtern, ergriff er ein Stück Brot und bestich es dick mit Marmelade, bevor er es gierig verschlang. Er aß noch zwei Scheiben und Hermine schenkte ihm noch ein paar mal Saft nach, bevor er sich in seinem Stuhl zurück lehnte und ein deutliches „Danke Ma’m“, sagte. Hermine und Severus sahen sich überrascht an.
„Ach, du kannst ja sprechen“, stellte Severus fest, wobei er spöttisch eine Augenbraue in die Höhe zog.
Verlegen nickte der Junge und starrte auf seine Finger um den finsteren Mann nicht ansehen zu müssen.
„Wie heißt du?“, fragte ihn Hermine. Der Junge hob sein Kopf. „Mein Name ist Brian“, antwortete er ihr und sie hörten einen deutlichen schottischen Akzent in der Antwort.
„Und wie alt bist du?“, fragte sie weiter.
„Ich bin fünf!“
„Und wo kommst du her?“, wollte nun Severus wissen.
„Na, von zu Hause“, antwortete ihm der Junge, als ob es selbstverständlich wäre. Hermine konnte sich das amüsierte Grinsen nicht verkneifen und auch Severus zog wieder spöttisch seine Augenbrauen in die Höhe, bevor er zur nächsten Frage ansetzte. „Und wo genau ist dein zu Hause?”
„Da, hinter dem große Berg“, antworte er ihm und zeigte zur Verdeutlichung mit dem Finger in die Richtung des Berges, wo sie gestern die Ziege gefunden hatten. Hermine hörte wie jemand die Treppe herunter kam und drehte sich um, worauf sie einer verblüfften Ginny entgegen sah.
„Nanu, wer ist denn das?“, wollte ihre Freundin wissen. Lavender, Neville, Harry und Ron waren direkt hinter ihr gewesen und auch Draco kam kurz darauf runter, der wohl beschlossen hatte, dass es doch besser wäre, etwas zu frühstücken. Sie alle schauten verwirrt den Jungen an und dann fragend zu Hermine und Severus.
„Wir haben ihn gestern Abend, kurz nach dem ihr nach oben gegangen seid, draußen vor dem Haus gefunden“, erklärte ihnen Severus. Ihre Gesichter sahen noch immer fragend aus, doch er machte keine Anstalten, ihnen weitere Auskünfte zu geben, also setzten sie sich an den Tisch dazu und begannen zu frühstücken, wobei jeder verstohlen den fremden Jungen musterte.
Die meisten von ihnen waren schon mit dem Essen fertig, doch sie saßen noch wie üblich am Tisch und unterhielten sich, als plötzlich von außen die Eingangstür geöffnet wurde und drei Männer in das große Zimmer traten.
„Papa!“, schrie Brian auf und rannte zu dem größten der drei Männer, der ihn strahlend in die Arme schloss. Er hatte sich von seinem Sohn gelöst und stand wieder aus der Hocke auf.
Severus war ebenfalls aufgestanden und betrachtete die drei Männer misstrauisch. Sie waren bewaffnet und sahen sich nun vorsichtig um. Der größte der Männer trat ein paar Schritte auf ihn zu.
„Ich muss ihnen wohl danken, dass sie meinem Sohn ein guter Gastgeber waren“, sagte er und seine Augen wanderten an den gut gedeckten Tisch, an dem bis vor kurzem auch Brian noch saß. „Ich bin Conner McCoy“, sagte er und streckte Severus die Hand entgegen.
Noch immer beäugte Severus den Mann misstrauisch, entschloss sich jedoch, die ihm angebotene Hand zu ergreifen. „Severus Snape“, sagte er und schüttelte die rissige Hand des Fremden, bevor er auch den Rest von ihnen vorstellte.
„Das sind Ian und Liam Cameron“, erklärt ihm der Fremde und zeigte mit der Hand auf die anderen beiden Männer. Severus beruhigte sich ein wenig, da die Männer nicht den Anschein machten, als führten sie etwas im Schilde und beschloss daher, dass es nur von Vorteil sein konnte, ein gutes Verhältnis zu den neuen Nachbarn zu pflegen. Er machte einen Schritt zur Seite. „Setzt euch, ihr seid sicher hungrig“, bot ihnen Severus an und machte eine einladende Geste zum Tisch, was sich die Männer nicht zweimal sagen ließen.
Als sie das dargebotene Essen nach einer Weile nicht mehr ganz so gierig runtergeschlungen hatte, versuchte Severus etwas mehr über die Männer herauszufinden.
„Brian sagte mir, dass ihr hinter dem großen Berg lebt, aber wie kamt ihr hierher? Auf diese Insel meine ich“, wollte er von McCoy, der scheinbar der gesprächigere der drei war, wissen, wobei seine schwarzen Augen den Mann vor ihm eindringlich musterten. Dieser hatte dunkelbraunes langes Haar, das mit einem festen Band im Nacken zusammen gebunden war und braungebrannte Haut. McCoy nahm noch einen weiteren kräftigen Schluck des süßen Fruchtsaftes aus dem Becher vor ihm.
„Ich hatte lange nicht mehr so ein gutes Frühstück gehabt“, sagte er und lehnte sich zufrieden in seinen Stuhl zurück.
„Wie wir herkamen, möchten sie wissen, Mr. Snape?“, ging er nun endlich auf Severus Frage ein, „Aye, das ist schon eine ganze Weile her. Damals, ich war grade 15 gewesen. Meine Eltern hatten alles mitgenommen, was sie besaßen und wir sind gemeinsam auf dieses Schiff als Passagiere gegangen, allerdings gerieten wir eines Nachts in einen Sturm. Der Steuermann war vom Kurs abgekommen und wir liefen bei der schlechten Sicht der stürmischen See vor dieser Insel auf Grund.“
„Und wo wolltet ihr hin?“, wollte Severus wissen.
„Na, in die neue Welt natürlich“, antwortete McCoy und bemerkte nicht die verwirrten Gesichter, die ihn allesamt anstarrten. „Hermine, die neben Severus saß, flüsterte ihm unauffällig zu. „Was meint er?“, wollte sie wissen.
„Ich weiß nicht, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, die wollten Amerika besiedeln“, flüsterte er ihr zurück und zog bei dem Gedanken belustigt eine Augenbraue hoch.
„Und sie haben nach all dieser Zeit nie versucht hier wegzukommen? Wie lange sind sie schon hier? Wann ist ihr Schiff aufgebrochen?“, fuhr Severus wieder unbeirrt mit dem Fragen fort.
„Sie müssen verstehen, wir sind alle einfache Leute, Bauern und kleine Handwerker, keiner von uns ist in der Lage ein Schiff zu bauen, geschweige denn, eins zu steuern“, antwortete ihm McCoy, wobei er sich wieder etwas vorgebeugt hatte „Wir sind jetzt über 26 Jahre hier auf dieser Insel. Aufgebrochen sind wir damals...“, er hielt einen Moment inne, „Ich glaube das war damals im Jahr 1715. Und was hat sie hierher verschlagen, Mr. Snape?“
„Wir haben während eines Sturms Schiffbruch erlitten“, antwortete er ihm knapp, „Sie sehen also, wir teilen das gleiche Schicksal.“
McCoy nickte.
„Diese Hütte,“ Severus machte eine weite Bewegung mit seinem Arm um es zu verdeutlichen, „wo kommt sie her? Ist sie von ihnen?“
„Aye,“ sagte McCoy und nickte, „Einige der Männer die überlebt hatten, haben sie gebaut, aber sie war zu klein. Wir haben sie zum Kochen genutzt und ließen die Kinder dort schlafen. Die Lichtung war allerdings zu klein um mehr Hütten zu bauen, wir waren zu viele. Nach einer Weile haben wir allerdings ein geeignetes Plätzchen auf der anderen Seite des Berges gefunden, dort leben jetzt 52 Familien“, sagte er stolz, „Wir haben das Nötigste hier gelassen und benutzen die Hütte nur noch, wenn wir hierher zum Jagen und vor allem zum Fischen kommen.“
McCoy sah sich ein wenig um und blickte in einen Haufen interessierter und zugleich ungläubig verwirrter Gesichter, bis sein Blick schließlich an Dracos Schulter hängen blieb.
„Was mit ihm passiert?“, wollte er wissen und wandte sich dabei wieder an Snape, den er ganz offenbar als das Oberhaupt dieser merkwürdigen Runde ansah.
„Ein Bär hat uns angegriffen. Er hat sich die Schulter ausgekugelt“, antwortete Severus.
„Und wer hat sie ihm wieder gerichtet?“, wollte McCoy nun mit deutlich mehr Interesse wissen. Severus Blick fiel auf Hermine, die immer noch stumm lauschend neben ihm saß.
„Dann ist eine eurer Frauen also eine Heilerin?“, hakte er weiter nach.
„So in der Art“, entgegnete ihm Severus und ignorierte Harrys und Rons empörtes Schnauben, dass das gewiss nicht seine Frauen seien.
Anerkennend nickte McCoy Hermine zu. „Ihr könnt hier selbstverständlich bleiben“, wandte er sich wieder an Severus, „allerdings würden wir uns freuen, wenn ihr uns mit eben soviel Gastfreundschaft wie heute empfangen würdet, wenn wir wieder mal in der Gegend sind und vielleicht würde die reizenden Mistress sich auch mal die ein oder andere Verletzung ansehen. Sie müssen wissen Ma’am, die Jagd kann sehr gefährlich sein“, wandte er sich zu Hermine und sprach zum ersten Mal jemanden außer Snape direkt an.
„Die Ziege draußen können sie auch behalten“, sagte er und stand von seinem Stuhl auf, was ihm auch die beiden anderen Männer gleichtaten. „Sehen sie es als eine Art Begrüßungsgeschenk“, sagte er grinsend, „Und schließlich ist sie ja auch an dem ganzen Schlamassel Schuld! Nicht wahr Brian?“, wand er sich nun an seinen Sohn und schaute ihn vorwurfsvoll an, der sofort den Blick auf den Boden senkte. „Für uns wird es Zeit“, sagte McCoy zu den anderen beiden Männern. Sie standen schon in der geöffneten Tür, als er sich noch einmal umdrehte, „Ihr seid in unserem kleinen Dorf natürlich herzlich willkommen. Also dann auf baldiges Wiedersehen. Meine Damen“, fügte er noch schmalzig an und machte eine tiefe Verbeugung, dann traten sie hinaus und schlossen die Tür hinter sich.
„Was waren denn das für Vögel?“, sprang Ron verwirrt von seinem Platz auf.
„Klappe, Weasley!“, wies ihn Snape direkt darauf zurecht, was Draco ein hämisches Grinsen ins Gesicht zauberte. Harry ballte bereits die Hände zu Fäusten und wollte schon etwas erwidern, als ihn Ginny gerade noch zurückhalten konnte.
Einzig Neville saß still auf seinem Platz und versuchte, ja nicht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Severus war nun ebenfalls aufgestanden und stützte sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab. Zwischen seinen Augenbrauen hatte sich eine tiefe Falte gebildet, dann trat er wieder vom Tisch zurück und ging ein paar Schritte im Zimmer auf und ab.
„Was denken sie, Sir?“, wollte Hermine schließlich wissen.
Er schwieg und schien auf ihre Frage nicht zu reagieren, bis er nach einer Weile schließlich doch antwortete. „1715“, sagte er, „Es wäre nicht ganz ausgeschlossen, dass uns der magische Sturm auch zusätzlich durch die Zeit befördert hat, oder ein ebensolcher Sturm, diese Menschen in unsere Zeit befördert hat. Allerdings wäre mir die zweite Möglichkeit weit aus lieber, dann stünden die Chancen für uns wesentlich besser, gefunden zu werden.”
Die neue Erkenntnis hatte die Stimmung ziemlich runtergezogen. Gemeinsam räumten sie den Tisch ab, als Severus Draco plötzlich an seinem gesunden Arm packte und ihn auf einen Stuhl am Fenster zog. „Dein Verband muss erneuert werden“, sagte er und winkte Hermine her. Als sie begriff, was er von ihr wollte, holte sie schnell noch etwas Salbe und riss ein paar Streifen von dem Laken, das schon gestern dafür herhalten musste, ab.
Severus stand immer noch vor Draco, als sie wieder zu ihnen kam, und er fixierte ihn mit seinen Augen, unter dessen Blick, er es nicht wagte sich zu rühren. Hermine ging näher an Draco heran und löste den alten Verband. Sein Blick war starr auf den Boden gerichtet und er sprach kein Wort. Seine Schulter war noch immer von einem riesigen Bluterguss überzogen, doch die Schwellung war größtenteils zurück gegangen.
Hermine öffnete das Döschen und cremte die Schulter vorsichtig mit einer sehr streng riechenden Salbe ein, bei der Draco sofort die Nase rümpfte.
„Das wird gegen die Schwellung und den Bluterguss helfen”, erklärte Hermine freundlich, doch Dracos Blick war noch immer auf den Boden gerichtet.
„So, fertig“, sagte sie schließlich, als sie ihm den neuen Verband wieder angelegt hatte. Draco stand stumm auf und ging, ohne ein Wort zu sagen, wieder nach oben. Sie schaute zu Severus, doch er hob auch nur die Schultern und sagte nichts weiter, stattdessen schob er den Stuhl auf dem Draco gesessen hatte, zurück zum Tisch und ging ebenfalls in sein Zimmer.
„Männer!“, murmelte Hermine und verdrehte die Augen.
„Hast du was gesagt, Mine?“, wollte Ginny wissen, die plötzlich neben ihr aufgetaucht war.
„Nein, schon gut“, antworte ihr diese und schüttelte ihre wilden braunen Locken.
„Kommst du mit zum Strand?“, wollte Ginny von ihr wissen und schaute sie erwartungsvoll an.
„Nein, mir ist nicht nach Schwimmen heute, tut mir leid“, entgegnete ihr Hermine, die insgeheim froh war, ein wenig Zeit mit Severus allein zu haben.
Ginny betrachtete ihre Freundin einen Moment lang skeptisch. „Geht es dir nicht gut, Mine? Du benimmst dich schon seit einigen Tagen so merkwürdig.“
„Nein, mir fehlt nichts, ich habe einfach nur keine Lust schwimmen zu gehen“, versicherte sie ihrer Freundin, während sie sich etwas nervös im Raum umsah und ihr Blick dabei eine Sekunde zu lange, an Severus‘ Tür hängen blieb.
Ein breites Grinsen breitete sich auf Ginnys Gesicht aus. „Versteh‘ schon“, sagte Ginny und zwinkerte ihr verschwörerisch zu.
„Nein, es ist nicht so“, begann Hermine sich zu rechtfertigen.
„Schon gut“, unterbrach Ginny sie, „Wir reden später“, sagte sie und drängte die anderen vier Freunde, dass sie nun endlich gehen wollten.
Als sie endlich alle raus waren, klopfte Hermine vorsichtig an Severus‘ Tür. Es dauerte eine Weile, dann hatte er sie geöffnet und stand vor ihr. Vorsichtig schaute er an ihr vorbei, doch die große Küche hinter ihr schien leer zu sein. „Sie sind schwimmen gegangen“, sagte sie.
„Und du bist nicht mit?“ Es war eher eine Feststellung als eine Frage und er musterte sie mit weit in die Höhe gezogenen Augenbrauen.
„Willst du mich denn nicht reinbitten?“, fragte sie nun etwas schroff. Severus ging einen Schritt zur Seite und ließ sie in das kleine Zimmer eintreten. Sie ging hinein und setzte sich auf die Bettkante.
„Was hältst du von McCoy“, wollte Hermine schließlich wissen.
„Er scheint ein anständiger Mann zu sein“, erwiderte Snape und setzte sich hinter sie. „Und glaubst du, er und die anderen kommen wirklich aus dem 18. Jahrhundert?“, fragte sie weiter. „Seiner Erscheinung nach und der Art wie er sich benahm, bin ich mir fast sicher“, antwortete er ihr und strich ihr das Haar auf der rechten Seite zurück und entblößte so ihre Schulter.
„Ich weiß nur nicht, ob wir oder sie einen Zeitsprung gemacht haben“, erklärte er weiter und senkte nun seine Lippen in ihre Halsbeuge. Hermine schloss die Augen und ihr entfuhr ein leises Seufzen. Er küsste ihren Hals weiter aufwärts bis er dicht hinter ihrem Ohrläppchen wieder von ihr abließ.
„Sie sind schon lange hier, Sie kennen diese Insel sicherlich gut“, sagte er dann. Hermine sah ihn fragend an. „Vielleicht haben sie ja etwas Ungewöhnliches hier entdeckt, etwas, das auf Magie hindeutet“, erklärte er. Hermine nickte. „Heißt das, du willst McCoys Einladung folgen und zu ihnen gehen?“, wollte sie wissen.
„Ich ziehe es in Erwägung“, gab Severus zu.
Hermine drehte sich zu ihm und legte ihm ihren Arm auf die Schulter. „Severus“, begann sie. Es war das erste Mal, dass sie seinen Namen aussprach. In ihrem Kopf war er zwar bereits Severus für sie gewesen, aber sie hatte es bisher noch nie laut gesagt. Der Klang seines Namens aus ihrem Mund, verursachte bei ihm ein wohlig schauriges Gefühl.
„Nimmst du mich mit?“, fragte sie schließlich. Severus sah sie einen Moment lang regungslos an. Es fiel ihr schwer zu sagen was er dachte und was in ihm vorging, weil er jeden einzelnen Gesichtsmuskel stets unter Kontrolle hatte.
„Das könnte gefährlich werden“, hörte sie ihn schließlich sagen. Sie nickte zaghaft, doch im selben Moment flammte ein entschlossener Funke in ihren Augen auf. „Das könnte es hier ohne dich auch werden“, sagte sie trotzig.
Er setzte sich aufs Bett und zog sie auf seinen Schoß, dann strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht, sie sah ihn immer noch trotzig an. „Also gut“, gab er nach, „es könnte von Vorteil sein. Meine Kenntnisse über das Leben von Muggeln im 18. Jahrhundert sind immerhin sehr begrenzt“, sagte er spöttisch.
Mit einem Ruck hob er sie von seinem Schoß und warf sie auf das große Bett, was Hermine mit einem lauten Quieken kommentierte, dann beugte er sich über sie. Sein linker Arm stützte ihn direkt neben ihrem Kopf, er kniete über ihr und spreizte mit seinem rechten Knie ihre Beine auseinander, um seins dort zu platzieren. Einen Moment lang schaute er sie bloß an, dann senkte er seine Lippen auf die ihren, die sich sofort zu einem kleinem Spalt öffneten und seiner Zunge Einlass gewährten.
Seine Erregung war bereits deutlich durch die Hose zu spüren, was Hermine dazu veranlasste ihr Becken fest dagegen zu drücken und ihm damit ein leises Aufkeuchen zu entlocken. Schnell hatte sie ihm das Hemd aufgeknöpft und löste nun auch die Knöpfe an seiner Hose.
Er trug keine Unterwäsche, was seine pochende Männlichkeit direkt zum Vorschein brachte. Langsam schob er ihr den Rock hoch, doch dann hielt er plötzlich inne. Eine Augenbraue wanderte amüsiert in die Höhe.
„Wirklich schick, muss ich schon sagen“, sagte er sarkastisch und strich mit einem Finger über den Bund von Hermines improvisierter Unterhose. Sie hatte aus einem Stück Stoff, eine Unterhose herausgeschnitten, die sie an den Seiten zusammengebunden hatte. Hermine stemmte sich auf ihre Ellenbogen und sah an sich herab um zu sehen, was Severus so breit grinsen ließ.
„Irgendwas muss ich doch unter diesem Rock tragen“, sagte sie trotzig und ließ sich wieder nach hinten fallen. Severus streifte ihr das Stück Stoff von den Beinen und musterte sie weiter.
„Na, ich weiß nicht, ohne dieses hässliche Ding sieht es auch nicht übel aus“, sagte er und ergriff fest ihre Beine, um sie ein wenig anzuwinkeln. Er küsste die Innenseite ihrer Schenkel und stellte zufrieden fest, dass sie unter seinen Berührungen aufstöhnte, dann wanderten seine Lippen weiter in ihre Mitte. Seine Zungenspitze strich sanft über ihre Klitoris und entlockte Hermine einen weiteren deutlich kräftigeren Seufzer. Er ließ seine Zunge weiter zwischen ihre Falten gleiten und atmete dabei ihren weiblichen Duft in einem tiefen Zug ein, bis er sich wieder von ihr löste.
Sein Gesicht hatte sich wieder etwas verfinstert, was Hermine nicht sehen konnte, da sie noch mit geschlossenen Augen auf dem Rücken lag. Als er jedoch keine Anstalten machte weiter zu machen, stemmte sie sich wieder auf ihre Ellenbogen und sah Severus fragend an.
„Wir haben bisher gar keine Vorkehrungen getroffen“, sagte er ernst und sah ihr direkt in die Augen. Auch sie wirkte ernst. „Ja, ich weiß, darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Bisher bestand glaub ich noch keine allzu große Gefahr, ich hatte erst vor kurzem meine...“, sie zögerte einen Moment, „meine Menstruation“, fuhr sie etwas verlegen fort. „Aber ich habe da, glaube ich, schon eine Lösung“, sagte sie mit einem Strahlen und war auch schon aus dem Zimmer verschwunden.
Ein paar Minuten später kam Hermine mit einem kleinen Fässchen und einem golfballgroßen gelbbräunlichen Klumpen in der Hand zurück.
„Vor ein paar Tagen hat mir Harry ein paar von denen hier, vom Strand mitgebracht“, sagte sie und legte ihm den Klumpen in die Hand. „Ein Schwamm?“, fragte Severus spöttisch, doch Hermine ließ sich nicht von ihm beirren.
„Ja“, sagte sie ruhig, „Die alten Ägypter haben solche Schwämme in Essig getaucht und dann vor dem Verkehr eingeführt. Ich schätze, während der fruchtbaren Tage wäre auch das zu riskant, aber ansonsten ist es besser als gar nichts“, sah sie ihn nun lächelnd an.
Severus wirkte immer noch skeptisch und Hermine tat es sich wieder einmal schwer zu erkennen was in seinem Kopf vorging. „Was denkst du?“, beschloss sie ihn einfach zu fragen.
„Na ja, ich fürchte ich werde kaum meine Finger von dir lassen können, solange wir hier sind“, sagte er mit einem höchst anzüglichen Grinsen auf den Lippen, „also müssen wir wohl hoffen, dass die Ägypter recht hatten.“ Er nahm ihr das kleine Fässchen aus der Hand und stellte es zusammen mit dem Schwamm auf dem Nachttischchen ab, dann hob er Hermine kurzerhand hoch und leget sie wieder auf den selben Platz auf dem sie wenige Minuten zuvor schon lag.
Wieder hatte er erst mit ihren Lippen angefangen und küsste sie fordernd. Die Erregung kehrte mit einem Mal in ihre Körper zurück und Hermine drückte ihm ihr Becken abermals entgegen. Severus schob ihren Rock nach oben und zog seine Hose runter, so dass das Zeichen seiner Männlichkeit nun senkrecht von ihm abstand. Er ließ die Spitze durch ihre Falten fahren und stieß sachte gegen ihren Eingang, ohne in sie einzudringen, wobei er sich ein tiefes kehliges Stöhnen nicht verkneifen konnte, als sie plötzlich hörten, wie die Haustür geöffnet wurde und jemand die Küche betrat.
Beide schreckten auf und Severus zog sich augenblicklich und mit einem sehr bedauerndem Gesicht von Hermine zurück. Die Stimmen erkannten sie sofort als Ginny und Lavender, während Hermine den Boden nach ihrer Unterhose absuchte, die ihr Severus mit einem breiten Grinsen nun entgegenhielt. Sie nahm sie entgegen und funkelte ihn gespielt wütend an.
„Es wäre vielleicht nicht so gut, wenn du jetzt aus dieser Tür kommen würdest“, sagte Severus ernst, „und dann auch noch so zerzaust“, fügte etwas freundlicher hinzu und strich ihr durch die wilden Locken. „Ja, da hast du recht“, gab sich Hermine geschlagen und sah sich ein wenig hilflos um, bis sie eine Idee hatte.
„Ich geh durch das Fenster“, sagte sie und ging zum besagten Fenster. Sie öffnete den Fensterladen, den Severus vorher vorsorglich geschlossen hatte um sie vor neugierigen Blicken zu schützen. Vorsichtig half er ihr, hinaus zu klettern und schaute ihr nach, bis sie ums Haus gegangen war.
Hermine kam an der kleinen Quelle vorbei und betrachtet ihr Spiegelbild im Wasser. Sie zupfte sich die Haare ein wenig zurecht und strich sich die Kleidung glatt, bevor sie auf die Haustür zuschritt und sie öffnete um hinein zu gehen.
„Nanu, was macht ihr denn schon hier?“, tat Hermine überrascht, als sie ihre beiden Freundinnen sah.
„Ja, uns ist da etwas dazwischen gekommen“, sagte Lavender missmutig und erntete einen verwirrten Blick von Hermine.
„Streit mit Ron“, formte Ginny mit den Lippen und sah vielsagend Hermine an. „Du solltest lieber nach oben gehen und dich ausruhen, Lav. Ich weiß ja, wie dir der Streit mit Ron zugesetzt hat“, sagte Ginny so mitfühlend, dass Hermine es fast geglaubt hätte, wenn Ginny nicht genervt hinter Lavenders Rücken mit den Augen rollen würde.
„Ja, das wird wohl das Beste sein“, stimmte ihr Lavender zu und schlurfte theatralisch die Treppe hinauf.
Als sie schließlich außer Sicht war, packte Ginny Hermine am Arm und zog sie in ihr Zimmer. Sie schloss die Tür hinter ihnen und setzte sich auf Hermines Bett.
„Diese Frau raubt mir noch den letzten Nerv“, sagte sie giftig und ließ sich rücklings auf die weichen Felle fallen. „Und was hast du so gemacht?“, wollte Ginny wissen und fixierte nun neugierig und mit einem frechen Grinsen ihre Freundin.
„Nichts“, sagte Hermine so unschuldig wie sie nur konnte, doch wenige Sekunden später färbte sich ihr Gesicht purpurrot und strafte sie Lügen. „Wie läuft es denn mit der Fledermaus?“, hakte Ginny weiter nach. „Ich weiß nicht, was du meinst“, versuchte sich Hermine weiter herauszureden.
„Na komm schon Mine, ich habe schließlich Augen im Kopf“, sagte Ginny, „Du siehst ih an, als würdest du ihn gleich mit deinen Blicken auffressen“, fügte sie amüsiert hinzu. Hermine fühlte sich abermals ertappt und senkt wieder den Blick. „Schon ok“, sagte Ginny wieder, jetzt mit einem weitaus breiterem Grinsen, „Wer hätte denn auch denken sollen, dass die Fledermaus so attraktiv ist, ohne seine weiten Roben und den steifen Gehrock.”
„Ja, das ist er“, gab Hermine zu und musste ebenfalls grinsen. „Also magst du ihn doch?“, wollte Ginny wissen, die ihre Freundin scheinbar etwas aus der Reserve gelockt hatte.
„Ja, das tue ich“, erwiderte ihr Hermine und wurde das wohlige Grinsen nicht mehr los, „ich glaube ich hab mich verliebt.”
Einen Moment lang herrschte Stille, keine der beiden sagte etwas, bis Hermine sie durchbrach. „Sag mal Ginny“, begann sie, „du und Harry habt ihr eigentlich miteinander geschlafen, seit wir hier sind?“, fragte sie beiläufig.
„Na ja, er wollte schon“, Ginny zögerte einen Moment, „aber es war mir zu unsicher ohne Verhütung“, fügte schließlich an, „Warum fragte du?”
Hermine stand nun von ihrem Bett auf und ging zu der großen Truhe aus der sie zwei Schwämmchen nahm, ähnlich dem, das sie Severus zuvor gezeigt hatte. Sie drückte Ginny eines davon in die Hand. „Was ist das?“, wollte sie wissen. Sie drehte es in den Fingern. „Sieht aus wie ein kleiner Schwamm. Was soll ich damit?“, fügte sie an.
„Man taucht ihn in Essig und führt ihn vor dem Geschlechtsverkehr ein“, entschied sich Hermine für die Kurzfassung, „Es ist nicht die sicherste Methode zu verhüten“, sagte sie nun, „aber bevor dich Harry noch zu so einem Blödsinn dem Coitus interruptus überredet, ist das immer noch zehn Mal besser.”
„Zu was soll mich Harry überreden?“, fragte Ginny nun verwirrt. „Ach, vergiss es“, tat Hermine es mit einem Kopfschütteln ab, „Wichtig ist nur, dass du es nicht während des Eisprungs benutzt. In dieser Zeit ist keine der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, auch nur ansatzweise sicher.”
„Schon klar, hab verstanden“, sagte Ginny, deren Augen nun mit großem Leuchten auf ihrem neuen Schatz lagen, „In Essig tauchen und nicht während des Eisprungs benutzen. Du bist ein Schatz, Mine“, sagte Ginny und fiel ihrer Freundin um den Hals. „Und kannst du den hier Lavender geben?“, fragte sie Ginny und drückte ihr ein zweites Schwämmchen in die Hand.
„Klar, wenn sie etwas mehr ausgelastet ist, ist sie vielleicht auch endlich erträglicher“, sagte Ginny mit einem frechen Zwinkern, worauf beide in schallendes Gelächter ausbrachen.
Später am Abend kamen auch Harry, Ron und Neville wieder zurück. Sie hatten zusammen zu Abend gegessen und Harry, Ginny, Ron und Lavender verschwanden an diesem Abend ungewöhnlich schnell auf ihren Zimmern.
Hermine hatte sich ebenfalls verabschiedet und sortierte nun, unter dem schwachen Licht der Öllampe, ihre Sachen. Sie hatte in dem alten Schuppen eine weitere Truhe gefunden, ähnlich denen, die auch in ihren Zimmern standen, nur wesentlich kleiner und dreckiger. Dort waren alte Werkzeuge drin gewesen, die sie zu den anderen, in eine große Kiste gelegt hatte. Sie hatte die Truhe gründlich gereinigt und stellte sie nun geöffnet vor sich, um sie mit den vielen Kräutern, die Neville für sie gesammelt hatte, zu füllen.
So leer und sauber gewischt, wirkte die Truhe nun größer, als Hermine es anfangs angenommen hatte. Sie nahm die Döschen mit den Salben und legte sie ebenfalls dazu. Es waren nicht viele, zwar hätte sie gerne noch mehr angefertigt, für alle Fälle, schließlich wusste man ja nie was so passieren konnte, aber sie hatte nur drei Döschen gefunden und für mehr fehlte ihr eindeutig die Aufbewahrungsmöglichkeit. Sie legte noch ein kleines Messer in die Truhe und besah nun ihren kleinen Schatz. Es war ein merkwürdiges Gefühl, das sie dabei durchströmte. Es war in gewisser Weise Stolz, aber irgendwie schien ihr das alles so unwirklich.
Behutsam schloss Hermine die kleine Truhe und verstaute sie mit ihren restlichen Sachen, in der Größeren. Sie stand auf und ging zur Tür, die sie nun öffnete und vorsichtig durch einen Spalt hinausspähte. Die Küche war leer und dunkel, nur die noch leicht rötliche Glut des Ofens spendete etwas Licht. Auf Zehenspitzen schlich sich Hermine hinaus und klopfte an Severus’ Tür, die sie ohne auf eine Antwort zu warten, öffnete und in sein Zimmer eintrat.
Severus lag auf dem Bett und starrte nachdenklich hoch zur Decke. Er rutschte auf die linke Seite, worauf Hermine sofort seiner stummen Aufforderung nachkam und sich neben ihn legte. Einen Moment lang lagen sie nur so da. Die Stille wirkte beruhigend, genauso wie das schummrige Licht der alten Lampe und das leise Pfeifen des Windes, bis Severus seinen Arm unter Hermine schob, sie links und rechts an der Hüfte packte und zu sich zog, wobei er sie auf die Seite gedreht hatte, so dass er ihren Hintern genau in seinem Schoß platzierte. Seine Nase vergrub er in ihrem Haar und nahm einen kräftigen Zug von ihrem wunderbaren Duft.
Er stemmten sich auf einen Arm und küsste ihren Hals, was Hermine einen wohligen Seufzer entlockte. „Wo waren wir noch mal stehen geblieben?“, hauchte er ihr ins Ohr. „Ich weiß nicht, vielleicht sollten wir lieber von vorne anfangen“ sagte Hermine gespielt unwissend und drehte sich auf den Rücken, um ihrem Gegenüber in die Augen zu sehen. Er nahm ihr Gesicht fest in beide Hände und beugte sich langsam zu ihr herunter bis sich ihre beiden Lippen berührten. Eine Gänsehaut lief ihren Körper herab, um sich zwischen ihren Beinen zu einem erregenden Gefühl zu sammeln, als sie seinen Kuss, der zugleich zart und doch so leidenschaftlich war, spürte.
Geschickt schob ihr Severus das Kleid hoch, setze sie auf und zog es ihr mit einem Zug über den Kopf, bis sie völlig nackt vor ihm saß.
„Wo ist denn dein Höschen“, wollte er wissen und machte sich keine Mühe das spöttische Grinsen in seinem Gesicht zu verbergen. „Ach, ich wollte dir unnötige Arbeit ersparen“, antwortete Hermine in einem ähnlichen Ton, während sich ihre Finger schon an die Arbeit machten, die vielen Knöpfe seines Hemdes zu öffnen. Als auch der letzte Knopf offen war, streifte sie ihm das Hemd ab und machte sich, nun schon zum zweiten Mal an diesem Tag, wie sie in Gedanken feststellte, an seiner Hose zu schaffen. Sie hatte sie aufgekriegt, doch gleich drückte sie Severus nach hinten in das Kissen und küsste sie wieder, diesmal fordernder, doch immer noch genau so leidenschaftlich wie zuvor. Er kniete über ihr und drückte ihr seine Erektion gegen das Becken. Langsam wanderten die Küsse immer weiter abwärts, während er fest ihre Brüste knetete, bis seine Lippen seine Hände ablösten. Hermine wandte sich, mit immer deutlicherem Stöhnen, unter seinen Berührungen.
Seine Hände und noch mehr seine Lippen, hinterließen auf ihrem Weg, ein überwältigendes Brennen, das tief in ihrem Kopf nachhallte. Severus nahm ein Kissen und schob es unter Hermines Hüfte, bevor er ihre Schenkel weit spreizte und seine Hände zu ihrer Mitte fuhren, wo er sie mit sanften kreisenden Bewegungen massierte. Ihr Körper wurde unruhig und wandte sich vor Erregung unter seinen Berührungen.
Er packte sie kräftig mit beiden Händen an den Hüften und zwang sie so, still zu halten, während seine Hände mit der Arbeit fortfuhren. Mit den Hüften wie in einem Schraubstock festsitzend, bäumte sie ihren Rücken auf, um der Erregung etwas Luft zu verschaffen. Severus verstärkte den Druck auf ihre empfindliche Stelle, wodurch Hermine den schmalen Grat zur Ekstase überschritt und sich bebend, unter dem immer noch festem Griff, ihrem Orgasmus ergab.
Er nahm das Schwämmchen, das Hermine zuvor auf seinem Nachttisch liegen gelassen hatte und tunkte es in den Essig, bevor er sich geschickt seiner Hose entledigte. Erneut öffnete er ihre Beine und führte es vorsichtig ein. Mit nur einer Bewegung drehte er sie auf den Bauch und hob ihr Becken an. Seine Erektion stieß gegen ihren Eingang und durch die enorme Feuchtigkeit, die ihr Orgasmus zuvor hinterlassen hatte, glitt er ohne weiteres hinein.
Sie stöhnte auf bei diesem Gefühl und begann ihr Becken langsam zu bewegen. Severus zog sie näher an sich heran und fing jetzt an, kräftiger zuzustoßen, wobei sein Blick immer noch auf ihrer Rückseite ruhte und gebannt beobachtete, wie sein Glied aus ihr heraus und wieder hinein glitt.
„Wenn du nur wüsstest, was du für einen wunderbaren Anblick bietest“, sagte er und verpasste ihr einen leichten Klaps, worauf Hermine unter dem stetigen Keuchen ein leises Kichern entfuhr.
Er beschleunigte seinen Rhythmus so, dass seine Schenkel auf ihren Hintern klatschten und Hermines Keuchen nur noch zu einem bloßen Wimmern wurde, das sich in ein lautes, von Kissen ersticktes Stöhnen, verwandelte. Ihr Körper bebte und zog sich innerlich um ihn zusammen, was seine Stöße immer unkontrollierter werden ließ, bis auch er sich mit einem kehligen Laut in ihr ergoss.
Langsam zog er sich aus ihr zurück und legte sich neben sie. Hermine drehte sich um und legte sich, wie vorher schon, mit dem Rücken zu ihm. Sofort legte Severus einen Arm um sie und zog sie näher an sich heran. Sie lagen eine Weile so da und ließen das berauschende Gefühl nachklingen, bis Severus schließlich die Stille durchbrach.
„Du solltest vielleicht lieber wieder rüber gehen“, sagte er, „Nur für alle Fälle, falls wir nicht die Ersten sind, die morgen wach sind“, fügte er noch hinzu, als Hermine ihm darauf nicht antwortete, doch sie sagte noch immer nichts. „Hermine?“, sprach er sie direkt an und beugte sich leicht über sie, wobei er ihre tiefen Atemzüge hörte, die ihm verrieten, dass sie bereits eingeschlafen war.
Er schüttelte den Kopf und machte die Öllampe aus, dann legte er sich wieder hin. Dann musste er eben morgen dafür sorgen, dass sie die Ersten waren, die wach wurden.
Fortsetzung folgt…
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Manchmal nützt es, mich vor all den Leuten lächerlich zu machen, die mich als Autoritätsperson erleben. Auch ich habe nicht auf alles eine Antwort parat, und die Mitarbeiter geben nur ihr Bestes, wenn sie mich nicht für vollkommen halten.
Mike Newell