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Fanfiction

Gestrandet - XII

von Aereth

Shake-it: Vielen Dank für dein Lob, wie ich sehe hast du dich von Fußballfieber ein wenig erholt :D

XII


Hermine hatte heute Morgen beschlossen auszuschlafen. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen. Endlich hatten sich ein paar mehr Dorfbewohner getraut sie aufzusuchen. Sie hatte sich natürlich über diese Tatsache gefreut, aber als sich die ersten Erfolge herum sprachen, stand sie fast den ganzen Tag in ihrem neuen Behandlungszimmer und hatte sich um kleinere Verletzungen und Erkrankungen gekümmert. Sie hatte jedes Mal ihren bösen Blick, den sie mittlerweile schon bis zur Perfektion beherrschte, aufgesetzt und ihren neugewonnenen Patient streng ermahnt, wenn sie mal wieder eine Tage alte Wunde sah, in der auch noch der alte Rost, der Klinge, von der sie stammte, zu finden war.

Und dann war auch Severus wieder gekommen. Zu ihrer aller Überraschung hatten die vier Männer einen riesigen Bären dabei. Severus hatte mehrere gebrochene Rippen und auch einige äußere Verletzungen. Einige Male hatte sie ihn gefragt, wie sie bei Merlins Namen dazu kamen, sich freiwillig mit einem Bären anzulegen und was genau passiert war, doch Severus erzählte nicht viel. Er tat es als Versehen ab. Das Einzige, was Hermine nach vielen Fragen aus ihm herausbrachte war, dass er wohl Duncan Lannox sein Leben verdankte.

„Lannox“, überlegte Hermine und drehte sich wieder auf die andere Seite. Sie war ihm schon mal begegnet. Es war ihr erster Tag in diesem Dorf. Er hatte einen unsympathischen Eindruck gemacht, aber vielleicht hatte sie sich ja auch getäuscht.

Die Tür ging auf und Severus kam rein. Er blieb vor ihr stehen und musterte sie eine Weile. „Willst du nicht aufstehen?“, fragte er sie schließlich. Hermine setzte sich auf und sah ihn hinter einem Vorhang zerzauster Haare mit kleinen verschlafenen Augen an. Sie hatte sich genüsslich gestreckt und ließ dann ihre Beine auf einer Seite herunter. Severus kam auf sie zu, um ihr eine Hand zu reichen, die sie mit einem Lächeln ergriff. Er zog sie hoch und gab ihr einen kurzen Kuss. „Du kannst doch nicht den ganzen Tag verschlafen“, sagte er mit einer Strenge, die seine Augen nicht rüberbrachten.

Er hob sie an und setzte sie mit einem Ruck auf die kleine Kommode hinter ihnen, so dass sie jetzt diejenige war, die auf ihn herunterblicken musste. Der Rollenwechsel gefiel ihr. Sie zog ihn dichter an sich heran, so dass er nun genau zwischen ihren Beinen stand und zu ihr aufblicken musste. Ein leises Räuspern ließ sie beide heftig auseinander fahren. Sie sahen sich um, aber es war keiner zu sehen. „Ich wollte nicht stören“, sagte eine vertraute Stimme direkt neben Hermine.

Das Wasser in der Waschschale neben ihr glitzerte und gab das Gesicht eines alten Mannes preis. „Albus“, sagte Severus überrascht und entfernte sich zu gleich einen Schritt von Hermine. „Ich hoffe, ich störe nicht“, sagte Dumbledore und sah Severus mit einem vielsagenden Grinsen an, auf das ein verlegenes Schweigen eintrat.

„Nun, ich habe Neuigkeiten“, sagte Dumbledore schließlich ernster und durchbrach damit die Stille. Severus trat wieder näher an Hermine heran und blickte neugierig in die Wasserschale. Sie saß noch immer etwas verkrampft auf der Kommode. Es war merkwürdig. Sie und Severus waren mittlerweile so vertraut miteinander, doch Dumbledores Anwesenheit machte sie nervös. Severus bemerkte das aufgeregte Zupfen ihrer Hände. Er trat einen weiteren Schritt an sie heran, so dass er fast wieder so nah bei ihr stand wie vorher, als sie noch alleine waren und legte seine Hand auf ihre Hände. Sie hatte sich augenblicklich beruhigt. Die Anspannung verschwand, ihre Haltung verlor diese, für sie so untypische, Steife und ihre Schultern senkten sich.

Er hatte seinen Blick nicht von der Schale gewandt und auch Hermine sah nun rüber, doch Dumbledore schien sich für das Geschehen nicht zu interessieren. „Höchste Priorität liegt immer noch darin nach Boston zu kommen“, sagte er. „Und wie sollen wir von dort wieder zurück kommen?“, wollte Severus wissen, „Das ist, glaube ich, das eigentliche Problem.“

Dumbledore setzte sein freundliches Lächeln wieder auf. „Hier kommt die Neuigkeit, von der ich sprach, ins Spiel“, sagte er, „In Boston gibt es jemanden der euch helfen kann. Alphonso Wintergrasp.“ Severus blickte den alten Mann verwirrt an. „Er hat den Zeitumkehrer erfunden“, fügte Dumbledore hinzu.

„Ich weiß, wer Alphonso Wintergrasp ist“, sagte Severus genervt“, aber 1741 war er höchstens 15 Jahre alt. Den Zeitumkehrer wird er frühestens in zehn Jahren erfinden.“ „Das ist wahr“, sagte Dumbledore, „aber viele historische Texte dokumentieren, dass er die ersten Theorien bezüglich der Zeitreise schon im Alter von 14 Jahren aufgestellt hatte.“

„Na prima, dann hängt unsere Rückkehr also von einem 15-Jährigen ab“, murmelte Severus.

„Das wird schon klappen“, sagte Dumbledore ruhig, „ich hab das im Gefühl.“

„Und ihr habt euch gut eingelebt, wie ich sehe“, wechselte er nun das Thema. Sein Blick wanderte zu Severus’ Hand, die noch immer auf Hermines Händen ruhte und dann zu Hermine selbst, die verlegen seinem Blick auswich. „Das freut mich“, fügte er hinzu, als die beiden keine Anstalten machen ihm zu antworten. Hermine sah ihn mit einem verstohlenen Blick kurz an, worauf er ihr ein warmes Lächeln schenkte.

„Also schön, dann melde ich mich wieder, sobald es Neuigkeiten gibt“, sagte Dumbledore. Er winkte ihnen zu bis sein Bild in der Schale verschwand. Severus hatte die letzten Zentimeter zwischen ihnen überwunden und stand nun wieder zwischen Hermines leicht geöffneten Beinen. Sie wirkte nachdenklich. Er hob seine Hand und strich ihr über eine Wange. „Tolle Neuigkeiten“, sagte er spitz zu sich selbst.

„Severus“, begann sie schließlich ernster. „Ich möchte nicht mehr so tun, als ob nichts zwischen uns wäre.“

Er sah sie reglos an. Einzig die steile Falte zwischen seinen Augenbrauen verriet, dass er von der neuen Erkenntnis nicht sonderlich begeistert war.

Von unten tönte eine laute Glocke, die Besuch im Behandlungszimmer ankündigte. Severus hob sie von der Kommode und Hermine ging runter. Sie ärgerte sich, dass ihr Gespräch gerade jetzt unterbrochen wurde. Es war Duncan Lannox, der vor der Haustür wartete. Er zog seinen Hut herab und deutete eine leichte Verbeugung an. Hermine trat zur Seite und ließ den Besucher eintreten, welcher im Vorbeigehen Severus zur Begrüßung zunickte, der in der anderen Tür stand und das Geschehen beobachtete.

„Ich habe Probleme mit einem Zahn“, erklärte Lannox kurz und zeigte auf seine bereits geschwollene Wange, als er sich wieder zu Hermine wandte. Sie deutete auf einen Holzstuhl mit zurückgelehnter Lehne, auf dem ihr neuer Patient Platz nahm und zog den Vorhang weit vom Fenster zurück um mehr Licht in den Raum zu lassen, dann ging sie zu einem Regal um ein langes Holzstäbchen zu holen.

„Den Mund bitte weit öffnen“, sagte sie und beugte sich tiefer zu ihm herunter. Das Öffnen bereitete ihm offensichtlich Schmerzen, doch er riss ihn ganz auf. Es war nicht leicht in dieser geschwollenen Masse etwas zu erkennen. Sie beugte sich etwas weiter vor. Der Mann hatte schrecklichen Mundgeruch, darauf hatte sie sich bereits eingestellt. Sie roch den Eiter. Es war ein ekelerregender süßlich fauliger Gestank, der ihr fast die Kehle zu schnürte. Sie kannte diesen Geruch. In ihren Gedanken stand sie wieder in der dunklen Gasse, nicht weit vom Haus der McCoys, mit dem Rücken an eine kalte Wand gepresst, mit groben Lippen, die ihren Mund verschlossen und ihre Schreie erstickten und eben diesem Geruch in der Nase.

Ihr war die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Eine raue Hand ergriff sie am Handgelenk. „Alles in Ordnung?“, fragte Lannox dem ihr Erstarren auffiel. Sie wusste nicht, ob ihr Kopf ihr nicht möglicherweise einen Streich spielte, doch bei dem rauen Griff, der sich um ihr Handgelenk gelegt hatte wusste sie, dass sie sich nicht irrte. Mit einem schrecklichen Aufschrei riss sie sich aus seinem Griff und rannte durch die schmale Tür in die Küche.

Sie war gegen Severus geprallt, der ihrem verstörten Blick mit Besorgnis entgegnete. „Beruhige Dich“, sagte er sanft. Sie atmete endlich wieder normal und drückte ihr Gesicht nun gegen seine Brust. „Das ist er“, sagte sie schließlich.

Severus blickte sie fragend an. „Der Mann aus der Gasse“, fügte sie mit zittriger Stimme hinzu.

„Bist du dir ganz sicher?“, fragte Severus ruhig. Sie sagte nichts, stattdessen nickte sie gegen seine Brust. Severus ließ sie los und schob sie ein Stück von sich. „Was hast du vor?“, wollte Hermine wissen, doch er war schon durch die Tür ins Behandlungszimmer verschwunden.

Lannox war von seinem Stuhl aufgestanden und sah neugierig einen grimmigen Severus durch die Tür stürmen. „Was ist denn los?“, wollte er wissen. Kaum hatte er den Satz ausgesprochen erwischte ihn schon die rechte Faust seines Gegenübers. Er hatte die sowieso schon geschwollene Backe erwischt. Der Schlag war hart. Lannox taumelte noch immer von der Wucht des Aufpralls, bis er schließlich das Gleichgewicht verlor und auf allen vieren landete.

Severus hatte ihn an den Haaren gepackt und zog seinen Kopf höher, so dass Lannox gezwungen war ihn anzusehen. „Hey Mann, was ist los, was hab‘ ich dir getan?“, stammelte er ängstlich. Worauf ein Knie des düsteren Mannes für diese Unverfrorenheit gegen sein Nasenbein prallte.

Er ließ seine Haare los und Lannox fiel, auf seine Hände gestützt, wieder zu Boden. Es sah aus als müsste er würgen, doch er spuckte nur eine nicht unbeachtliche Pfütze Blut auf den Fußboden, bevor er wieder zu Severus aufblickte, der ihm einen weiteren Tritt in den Magen verpasste. Er hatte ein unglaubliches Funkeln in seinen schwarzen Augen, das Hermine noch nie bei ihm gesehen hatte. Sie stand in der Tür und war wie festgewurzelt. Sie wusste es war falsch, aber dieses Schwein dafür bluten zu sehen, berauschte förmlich ihre Sinne.

Severus stieg mit einem Fuß auf Lannox Brust und hinderte ihn daran aufzustehen. Er hatte ihn an seinem Hemdkragen gepackt und zog ihn näher zu sich heran, während er sich zu ihm runter beugte.

„Mir hast du nichts getan, aber wenn du dich an meiner Frau vergreifst, nehme ich das persönlich“, sagte er mit leiser eiskalter Stimme. Severus zog seinen Zauberstab und richtet ihn auf den blutverschmierten Mann unter seinem Fuß.

„AVADA…“

„HALT!“, rief Hermine und kam endlich aus der Tür in das Zimmer getreten. Sie rannte zu Severus, der sie, seinen Zauberstab noch immer auf Lannox gerichtet, fragend ansah. Sie griff nach seinem Arm um ihn zu senken. „Dein Zauberstab ist nicht versiegelt“, sagte sie ruhig, „du hast doch selbst gesagt, dass ein so mächtiger Zauber zu gefährlich sei.“

„Dann muss ich es wohl auf die altmodische Art machen“, sagte er verbissen und steckte seinen Zauberstab wieder ein.

„Nein“, unterbrach ihn Hermine wieder. Severus starrte sie verständnislos an. „Willst du denn keine Rache?“, fragte er. „Doch schon“, murmelte sie, „aber ich könnte nicht mit der Gewissheit leben, dass ich für den Tod eines Menschen verantwortlich bin. Egal was für ein Widerling er ist“, sagte sie mit gesenktem Kopf. Ein tiefer Schatten hing über ihren Augen. Severus ging zu ihr, seinem ersten Impuls folgend, und legte seinen Arm um sie.

Wahrscheinlich hätte er erleichtert sein müssen, aber das Gefühl in seinem Bauch schmeckte eher nach Enttäuschung. „Und was sollen wir dann mit ihm machen?“, wollte er wissen und ging zu dem reglos am Boden liegenden Mann, der das Gespräch scheinbar verfolgt hatte. „Heute ist wohl dein Glückstag“, murmelte Severus. Er holte aus und schlug Lannox bewusstlos. Hermine stieß einen spitzen Schrei aus. „Was hast du vor?“, fragte sie ängstlich. Er zog seinen Zauberstab hervor. „Wingardium Leviosa“, mit einem gekonnten Schwung ließ er den reglosen Körper schweben.

„Es wäre nicht gerade vorteilhaft, wenn sich herumspräche was hier vorgefallen ist“, antwortete er ruhig, „Ich bringe ihn nach oben ins Labor und heute Nacht, wenn es dunkel ist, verpasse ich ihm einen Oblivate und schaffe ihn raus.“

Er ging durch die Tür und verschwand in der Küche. Hermine fühlte sich wie betäubt. Sie ging zu ihrem Schreibtisch und setzte sich auf den kleinen Stuhl. Jemand hatte die Eingangstür geöffnet, doch Hermine reagierte nicht. Sie hörte Schritte auf sich zu kommen, denen ein erschrecktes Lufteinziehen folgte. „Was ist hier passiert?“, fragte eine vertraute Stimme, die sie eindeutig ihrer Freundin Ginny zuordnen konnte.

Ginny hatte erst den blutverschmierten Boden gesehen und sah nun in Hermines leeres Gesicht. Die Stimme ihrer Freundin holte Hermine zurück in das geräumige Behandlungszimmer. Sie zog ihren Zauberstab und machte den Boden mit einem Wisch wieder sauber. „Ein Patient“, sagte sie bloß.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Ginny.

Hermine nickte. Sie hatte Ginny nicht angesehen und traute sich auch nicht etwas zu sagen, aus Angst ihre Stimme würde sie verraten. Sie ging hinaus in die Küche und eilte die Treppe hinauf. Severus kam gerade aus dem Labor. Er verschloss die Tür mit einem einfachen Zauber und legte einen Schallschutzzauber darüber, dann drehte er sich um und stand nun direkt vor Hermine. Sie wirkte immer noch etwas verstört, doch ihr Gesicht hatte wieder Farbe bekommen. Er nahm ihr Kinn in die Hand und hob ihr Gesicht an, so dass sie ihm geradewegs in die Augen schauen musste. Die Kälte, die sie bis vor kurzem noch darin gesehen hatte, war verschwunden und ein paar unglaublich schwarze Augen sahen sie an. Sein Blick war so intensiv, als könnte er einfach in sie hinein blicken.

„Alles in Ordnung?“, fragte er. Es war nun das zweite Mal, dass sie diese Frage hörte, doch dieses Mal musste sie sich nicht verstellen. „Ja“, sagte sie ruhig. Er zog sie näher zu sich heran und küsste vorsichtig ihre Lippen. Sie hatte sich wieder von ihm gelöst und lehnte ihr Gesicht nun gegen seine Brust. Es herrschte eine angenehme Stille die von einem lauten Magenknurren durchdrungen wurde. Severus musste grinsen und Hermines Wangen überkamen einen leichten Rotschimmer.

„Lass uns was essen“, sagte er und zog sie in Richtung Treppe. Die Küche war wieder gefüllt. Am Tisch saßen Ron, Harry und zu ihrer großen Überraschung auch Draco, die ein Kartenspiel spielten, während Ginny, Lavender und Neville das Abendessen vorbereiteten. Hermine wusch sich schnell die Hände und half ihren Freunden, während Severus sich auf einen Stuhl in der Ecke setzte und das Geschehen beobachtete. Es macht Spaß ihr zu zusehen. Sie wusste genau was zu tun war und wies die anderen an, die ansonsten nur planlos an die Sache ran gingen. Es war ein bisschen wie im Zaubertränkeunterricht, erinnerte sich Severus, mit einem kaum merklichen Schmunzeln auf den Lippen. Während die anderen Schüler wahllos ihre Zutaten in den Kessel warfen, folgte Hermine die ganze Zeit über einem roten Faden der von Anfang an ihren kompletten Ablauf koordinierte.

Sie hatten das Essen auf den Tisch gestellt und Neville lud mit einer einladenden Handbewegung zum Tisch ein. Severus beobachtete noch immer Hermine, die mit ein wenig Zauberei ein paar Orangen auspresste. Er hatte dieses merkwürdige Gefühl, er wusste nicht ob er es wagen sollte, aber während er im Kopf noch mit sich rang, war er bereits aufgestanden. Sie stand mit dem Rücken zu ihm gewandt. Er legte eine Hand auf ihre Schulter und drehte sie um. Erstaunt sah ihn Hermine an. Er hatte einen Arm um ihre Taille gelegt, während der andere von ihrer Schulter zu ihrem Kopf wanderte um den Kuss, in den er sie zog, zu stützen. Sie hatte augenblicklich ihre Arme um ihn geschlungen um den Kuss zu erwidern.

Atemlos hatten sie sich wieder gelöst und Hermine schaute lächelnd zu Severus. „Sie starren nicht wahr?“, fragte er trocken. Hermine wagte einen Blick über seine Schulter und sah in eine Reihe entgeisterter Gesichter. Einzig Ginny konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Ein bisschen“, flüsterte sie zurück. „Hört auf zu starren!“, fauchte er laut, was die anderen am Tisch heftig zusammen fahren ließ.

„Woher der Sinneswandel?“, wollte Hermine noch wissen, doch Severus hob lediglich die Schultern zur Antwort. Er griff an ihr vorbei und nahm hinter ihr die Kanne mit dem frisch gepressten Saft, die er auf den Tisch stellte und sich setzte. Bis auf Draco, der ihm ungläubige Blicke zuwarf und Harry, der ihn wütend anfunkelte, traute sich niemand die beiden anzusehen. Es herrschte eine unglaubliche Stille, die jeden Moment drohte zu explodieren. Hermine, die Harrys stechenden Blicke spürte, versuchte sich so unauffällig wie möglich zu verhalten, doch Severus genoss es sichtlich Harry noch weiter zu provozieren. Er nahm die Kanne mit dem Saft und goss Hermine nach wobei er eine Hand auf ihrer Schulter abgestützt hatte.

Harry schmetterte sein Besteck auf den Tisch. Das laute Krachen ließ Ginny und Neville neben ihm augenblicklich zusammenzucken. „Du elender Mistkerl“, fauchte Harry ihn an. Severus hob eine Augenbraue und sah sein Gegenüber abwertend an. „Wie kannst du es wagen ihre Situation so schamlos auszunutzen?“, tobte Harry weiter. „Jetzt mach mal halblang“, schritt Hermine ein, „Das war auch meine Entscheidung und was soll das überhaupt heißen ‚meine Situation‘?“

Harry verdrehte sie Augen. „Du siehst es nicht mal“, sagte er, „Wir sind hier auf dieser Insel, dann gibt er dich auch noch als seine Frau aus. Du bist der Spinne ins Netz gefallen.“

„Vielen Dank für euer Verständnis, ein einfaches, wir freuen uns für dich, dass du glücklich bist, hätte auch gereicht“, fauchte sie bitter zurück. Harry stand wütend auf und eilte die Treppe hoch. Ron und Lavender folgten ihm, Hermine enttäuschte Blicke zuwerfend. Neville stocherte zusammengekauert auf seinem Teller herum und wagte es nicht aufzublicken. Ginny stand nun ebenfalls auf. Sie versuchte verzweifelt ein Lächeln herauszubringen. „Ich rede mit ihm“, sagte sie und ging ebenfalls die Treppe hinauf. Draco verschränke breit grinsend die Arme hinter seinem Kopf. „Ich weiß zwar nicht was du an diesem Schlammblut findest, aber DAS war es alle mal wert“, sagt er schadenfroh.

„VERSCHWINDE!“, fauchte Severus ihn an und zeigte mit dem Finger auf die Treppe. Die schneidende Stimme seines Paten ließ ihn zusammenfahren und wischte ihm sein selbstgefälliges Grinsen aus dem Gesicht. Er stand auf und folgte den anderen die Treppe hinauf. Neville ergriff die Gelegenheit und stand ebenfalls hastig auf um Draco hinterher zu rennen.

„Ist ja prima gelaufen“, sagte Severus sarkastisch. „Die müssen sich nur mit dem Gedanken anfreunden“, erwiderte ihm Hermine. Severus hob beide Augenbrauen und teilte ihr so seinen unvorhandenen Optimismus mit. Sie schien selbst nicht so überzeugt und ihr Gesicht wirkte schnell wieder betrübt. Er ging zu ihr und legte einen Arm auf ihre Schulter. Hermine atmete tief aus und lehnte ihren Kopf gegen seine Brust. Er packte sie von hinten um die Taille und zog sie näher an sich heran. Sein warmer Atem kitzelte sie am Hals.

„Das hat natürlich auch Vorteile“, raunte er in ihr Ohr, „die werden wir garantiert nicht so schnell wieder sehen.“ Seine Hand wanderte ihr Bein herunter und raffte ihren Rock hoch. Er wanderte ihr nacktes Bein wieder hinauf. Die Haut unter seinen Fingern fühlte sich seidig an. Dann fuhr er weiter unter ihr Hemd und strich zärtlich über ihre Brust.

Er drückte ihren Hintern fester gegen seine Erektion, und rieb über den Stoff ihres Höschens, bevor er ungeduldig ihr Hemd aufknöpfte und ihren Hals und Nacken küsste. Ein lauter Knall und ein schriller Schrei riss sie plötzlich aus ihrer Vertrautheit. Hermine raffte ihren Rock wieder runter und knöpfte ihr Hemd zu. Severus war bereits mit seinem Zauberstab in der Hand, die Treppe hinauf gerannt.

Sie eilte ihm nach, hinauf in den Flur. Die Tür zum Labor stand offen. Lannox stand davor. Sein Gesicht war kaum zu erkennen, mit einem riesigen blauen Auge, einer zertrümmerten Nase, ausgeschlagenen Zähnen und verkrustetem Blut in seinem Gesicht. Er hatte das Messer, mit dem Severus seine Zutaten schnitt, in der Hand und hielt es Lavender, welche mit einem bloßen Hemd bekleidet war, an die Kehle, während er sie mit der anderen Hand an den Haaren fest hielt.

Ron stand wie erstarrt in seiner Zimmertür am anderen Ende des Flures. Der Krach hatte auch Ginny, Harry, Neville und Draco herauskommen lassen. „Lass sie gehen, Lannox“, sagte Severus ruhig, doch der Mann ihm gegenüber ließ sich davon nicht beeindrucken. Er setzte ein schiefes Grinsen auf. „Sonst was?“, fragte er provokant. „Glaub mir, das willst du nicht herausfinden“, antwortete ihm Severus und verstärkte den Griff um seinen Zauberstab.

Lannox schob Lavender vor sich her und ging ein paar Schritte auf Severus und die Treppe zu. Severus schob Hermine zur Seite. „Aus dem Weg“, fauchte ihn Lannox an. Die Nervosität war ihm deutlich anzusehen, denn er drückte Lavender das Messer so fest gegen den Hals, dass eine eindeutige Kuhle zu erkennen war und riss sie so kräftig an den Haaren, dass ihr Tränen über das Gesicht liefen. Rückwärts stieg er mit ihr die Treppe hinunter, Severus stets im Auge behaltend. „Lass sie los“, wiederholte Severus diesmal fordernder.

Lannox blieb stehen und setzte ein widerliches Grinsen auf bevor er das Messer etwas sinken ließ und Lavender einen kurzen Schnitt in die Schulter verpasste. Sie schrie laut auf, doch sein Griff verstärkte sich nur um ihr Haar und das Messer drückte erneut gegen ihre Kehle.

„Avada Kedavra“, erklang eine dunkle Stimme. Ein gleißender Lichtstrahl kam aus Severus Zauberstab, der das ganze Zimmer in grünes Licht tauchte und sich am anderen Ende des Stabes mit einem heftigen Knall entlud. Ein Ruck stieß Severus einige Meter hart auf den Boden. Lannox‘ Griff um Lavenders Haar wurde locker, das Messer fiel auf den Boden und schließlich rollte der leblose Körper des Mannes rückwärts die Treppe herunter.

Hermine eilte besorgt zu Severus, der noch immer reglos am Boden lag. „Alles in Ordnung?“, fragte sie mit zittriger Stimme. Er richtete sich auf und fasste sich mit verzerrter Miene an den Kopf. „Ja, alles Ok“, sagte er. Hermine atmete erleichtert aus.

„Verdammt noch mal!“, brach es aus ihr aus und sie hämmerte gegen seine Brust, „Das hätte schief gehen können. Was wenn es mehr als nur ein Rückstoß gewesen wäre?“ „War es aber nicht,“ sagte Severus trocken. Er richtet sich auf und ging wieder zur Treppe. Lavender stand immer noch wie erstarrt da und kam erst wieder zu sich, als Severus sie unsanft zur Seite schob, um an ihr vorbei zu sehen. Am Ende der Treppe lag der tote Körper. Severus ging hinunter und die anderen folgten ihm. Sie starrten alle gebannt auf den Mann am Boden. Für einen Moment herrschte Stille, die durch ein lautes Klopfen an der Hintertür durchbrochen wurde. Es klopfte erneut als niemand aufmachte oder antwortete. „Severus?“, hörten sie Conner rufen, „Ist bei ihnen alles in Ordnung? Ich war gerade in der Nähe und ihr Haus, es hat“, er hielt für einen Moment inne, „es hat grün geleuchtet“, sagte er ungläubig. „Was war da los?“

Fortsetzung folgt...


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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. Für sein Alter hat er einen guten Geschmack.
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