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Fanfiction

Gestrandet - XXIII

von Aereth

XXIII


Ginny saß steif auf der harten Bank der Kutsche und wagte es nicht, sich vom Fleck zu rühren, während der Mann, den sie mittlerweile als Eliot Brown erkannten, Hermine noch immer fest im Griff hatte und ihr das lange Messer an die Kehle hielt. Es schien beinahe unmöglich zu sagen, wie lange sie in dieser Kutsche saßen. Sie hörte nur noch das Rauschen ihres Blutes und das unregelmäßige Hämmern ihres Herzens. Ob es nun Minuten oder Stunden waren, schließlich blieben sie stehen.

Der Diener, der bereits die erste Nachricht gebracht hatte, riss die Tür der Kutsche auf und zerrte Ginny hinaus. Brown schob Hermine hinterher und folgte ihnen in ein altes Haus aus schmutzigen Ziegeln, das am Ende einer dunklen Sackgasse stand. Auch im Inneren war es dunkel. Das Haus hatte nur kleine, schmutzverhangene Fenster. Man hatte sie eine enge, steinerne Treppe heruntergebracht und schließlich in eines der kahlen Zimmer im feuchten Kellergeschoss geschubst, bevor sie die Tür hinter ihnen verschlossen.

Ginny taumelte einige Schritte nach vorne, als die Tür hinter ihr laut ins Schloss fiel und sie hörte, wie der Schlüssel herum gedreht wurde. Hermine lag vor ihr auf dem Boden. Sie war gestolpert und auf dem kalten Stein gelandet. „Alles in Ordnung?“, fragte Ginny besorgt, als sie bemerkte, dass ihre Freundin sich mit verzerrtem Gesicht ihrem runden Bauch festhielt. „Ich denke schon“, antwortete sie ihr gepresst. Sie setzte sich auf und musste einige Male tief durchatmen, „Ist nur der Stress“, fügte sie schließlich hinzu und wirkte tatsächlich ein wenig entspannter.

„Wer sind diese Kerle und was zum Teufel wollen sie?“, fragte Ginny. „Der Kerl, der mir das Messer an die Kehle gehalten hatte ist Eliot Brown, den anderen kenne ich nicht“, erklärte Hermine, „Sie wollen Geld, anscheinend haben sie heraus gefunden was mit Lennox passiert ist und haben versucht Severus zu erpressen, aber er ist nicht darauf eingegangen, in der Hoffnung, wir wären dann bereits in unserer Zeit. Das hier muss wohl ihr Plan B sein.“ Hermine rutschte an die Wand und lehnte sich erschöpft dagegen.

Es gab kein Fenster in diesem Zimmer, nur das schwache Licht, das unter dem Türschlitz hervor schien. Es hatte gedauert bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, nun konnte sie Ginnys sorgenvolles Gesicht erkennen. Erneut spürte sie das Stechen. Instinktiv schlang sie ihre Arme um den Bauch und zog ihre Beine näher heran. Konnten das etwa Wehen sein? Nein, es war zu früh. Sie hatte noch mindestens zwei Wochen, oder hatten Dank der Aufregung verfrühte Wehen eingesetzt?

Der Schmerz war wieder verschwunden und sie entspannte sich. „Bist du ganz sicher?“, fragte Ginny erneut. Sie hatte sich zu Hermine heruntergebeugt und wischte ihr die feuchten Locken aus der Stirn. Sie hatte ihr nicht geantwortet, stattdessen atmete sie wieder tief. „Verdammt Mine, bitte sag mir nicht, dass das Kind jetzt kommt“, flehte Ginny sie an. „Ich weiß es nicht“, presste Hermine hervor, „aber es fühlt sich ganz danach an.“

Panisch schoss Ginny hoch und begann gegen die massive Holztür zu hämmern. „Sie können, oder sie wollen dich nicht hören“, sagte Hermine ruhig, „Komm her, du musst mir helfen.“ Es hatte sie selbst überrascht, dass sie so ruhig blieb und sie war froh darüber. So hatte sie sich die Geburt ihres Kindes ganz bestimmt nicht vorgestellt. In einem dunklen, schmutzigen Zimmer. Ohne Severus. Ein wenig überkam die Angst sie wieder. Sie wusste, dass sie das nicht zulassen durfte. Sie musste atmen, sie musste sich beruhigen, sonst würde sie alles nur noch schlimmer machen. Severus wird kommen, sagte sie sich immer wieder. Er wird kommen, solange musste sie durchhalten.

Hermine zog ihren Mantel aus und legte sich drauf. Sie hatte bereits bei einigen Geburten zugesehen, aber eigentlich hatte sie keine Ahnung, was sie tun sollte. Die neue Position schien jedenfalls schon mal ein guter Anfang zu sein, da sich ihr Körper ein wenig entspannte. „Ist es so besser?“, fragte Ginny. „Ich weiß es nicht“, gab Hermine zu, „Komm einfach her und halte meine Hand.“

***


Es klopfte an der Eingangstür und Ron eilte ohne Umschweife hin, froh Lavender wenigstens für einen Moment entfliehen zu können. Vor ihm stand ein kleiner Junge. Er konnte kaum älter sein als sieben. Seine Kleidung war alt und zerrissen und sein Gesicht war dreckig. „Mr. Snape?“, fragte er. Ron schüttelte den Kopf. „Nein, kann ich ihm was ausrichten?“, fragte Ron. Der Junge hielt ihm einen Brief entgegen. Verwundert nahm er den Brief. „Von wem ist der?“, fragte er.

Der Junge hob ahnungslos die Schultern an. „Ich weiß nicht“, sagte er, „ein Herr hat mit Geld gegeben, damit ich ihn hier abliefere.“ Kaum hatte er seine Aufgabe erfüllt, rannte er bereits davon. Ron sah den Umschlag in seinen Händen neugierig an. Es war ein Siegel auf der Rückseite und auf der Vorderseite stand lediglich Severus Snape. Er überlegte, was er damit tun sollte. Snape war oben, das wusste er, und vielleicht war dieser Brief ja wichtig, aber er hatte nur wenig Lust dem übellaunigen Mann zu begegnen, also legte er den Brief auf den Esstisch. Snape würde ihn sehen, sobald er runter käme.

Es hatte bereits angefangen zu dämmern als Harry ruhelos durch das Haus tigerte und schließlich den Salon betrat. „Sind sie noch nicht zurück?“, fragte er. Lavender und Ron sahen ihn ahnungslos an. „Ich meine Ginny und Hermine“, sagte er, „Sie wollten eigentlich nur kurz weg.“ „Ach du kennst doch Mine“, winkte Ron ab, „bestimmt konnte sie sich wieder mal nicht losreißen zu gehen. Harry schien diese Antwort nicht besonders zufrieden zu stellen. Er eilte hinauf und klopfte vorsichtig an die Tür zu Severus’ Labor. „Was ist?“, hörte er den Mann dahinter grimmig fragen und bereute bereits geklopft zu haben, doch jetzt war es zu spät. „Hat sich Hermine zufällig gemeldet?“, fragte er als er das Zimmer betreten hatte.

Augenblicklich sah Severus hoch. Sein Blick wanderte zum Fenster, dann wieder zu Harry. „Sind sie noch nicht zurück?“, fragte er besorgt. Harry schüttelte den Kopf. Severus stand auf und eilte an ihm vorbei. Es sah Hermine nicht ähnlich, einfach so nicht zu kommen. Wenn sie sich entschieden hätte länger zu bleiben, hätte sie ihm wenigstens eine Nachricht zukommen lassen. Er durchstreifte die unteren Zimmer, als bereits von weitem einen Umschlag auf dem Esstisch sah und sich sein Herzschlag etwas beruhigte.

Noch bevor er ihn aufhob hatte er die krakelige Schrift, in der sein Name geschrieben war, erkannt. „Wer hat diesen Brief gebracht?“, fragte er. Ron sah kurz auf. „Ein kleiner Junge“, sagte er, „Ein Mann hat ihn dafür bezahlt.“

Severus brach das Siegel und überflog rasch den Brief, als seine Augen sich weiteten, seine Gesichtszüge ihm für einen kleinen Moment entglitten. Kurze Zeit später hatte er sich wieder gefasst und las ihn erneut. „Wie lange liegt der hier schon?“, fragte er kalt. Ron hob die Schultern an. „Ich weiß es nicht genau“, sagte er, „vielleicht seit Mittag.“

Er überquerte das Zimmer mit wenigen großen Schritten, bis er bei dem Rothaarigen stand und ihn mit der rechten Hand an der Kehle packte. „Wenn ihr irgendwas passiert ist...“, zischte Severus. Lavender sah ihn ängstlich an, Harry war ebenfalls bei ihnen und schrie ihn an, Ron loszulassen. Das Gesicht unter seiner Hand war bereits rot angelaufen. Severus lies ihn los und warf Harry den Brief zu. Ron taumelte auf das Sofa zu. Er hatte Harry beobachtet und stellte fest, dass die Gesichtszüge seines Freundes auf die gleiche Weise entglitten, bevor er auf ihn zukam und ihm den Brief in die Hand drückte.

„Ich wusste nicht, was da drin stand“, verteidigte sich Ron, nachdem er ihn überflogen hatte, doch weder Harry noch Severus schienen ihn zu beachten. „Wir haben viel Zeit verloren“, sagte Severus, „Als erstes müssen wir unsere Zauberstäbe bei Burton abholen.“ Harry und Ron schossen in die Höhe. „Sie nicht“, sagte Severus zu Ron, „Sie werden hier bei Miss Brown bleiben.“

***


Hermine lag noch immer auf dem Boden. Ihre Wehen kamen immer häufiger. Sie hatte anfangs versucht, sich zusammen zu reißen, doch sie hatte mittlerweile jegliche Kraft verloren und stieß einen ohrenbetäubenden Schrei bei jeder Wehe aus. Sie war durchgeschwitzt und sie hatte Angst. Ebenso viel Angst wie Ginny, die neben ihr am Boden saß, ihre Hand hielt und ihr die Stirn abtupfte.

Jemand drehte den Schlüssel in der Tür hinter ihnen um und öffnete sie. Ginny schoss augenblicklich herum. Brown kam vorsichtig herein, während der anderer Mann lauernd, mit einer Pistole in der Hand, im Türrahmen stehen blieb. Brown stellte einen Krug Wasser und zwei Scheiben Brot vor ihnen ab. Erneut ließ Hermine einen lauten, schmerzerfüllten Schrei los und hinderte ihn daran, sich sofort umzudrehen und zu gehen. Er sah beide Frauen unsicher an.

„Was hat sie?“, wollte er wissen. „Sie kriegt ihr Kind“, antwortet Ginny gereizt und tupfte ihr erneut die Stirn ab.

„Was brauchst du?“, fragte er nach einer Weile unsicher. Erschrocken sah ihn Ginny an, „Was ich brauche ist eine Hebamme. Ich habe nämlich keine Ahnung, wie man ein Kind zur Welt bringt“, brüllte sie an.

„Wasser und frische Tücher“, presste Hermine hervor, bevor sie eine weitere Wehe überrollt hatte.

„Für eine tote Frau und ein totes Kind werden sie keinen Penny sehen“, rief ihnen Ginny hinterher, als beide Männer das Zimmer verließen.

Sie waren wieder allein. „Möchtest du etwas Essen?“, fragte Ginny und griff nach einer der steinharten Brotscheiben. „Nein“, antwortete ihr Hermine kopfschüttelnd, „aber etwas Wasser.“

„Was soll ich tun Mine?“, fragte sie sie ängstlich, nachdem sie ihr das Wasser gereicht hatte. „Als erstes müssen die Unterröcke weg“, erklärte Hermine. Wie die meisten Frauen trug auch sie zu dieser kalten Jahreszeit mehrere Röcke übereinander und ließ sich nun von Ginny alle bis auf einen abstreifen.

„Oh nein, oh nein, oh nein“, wimmerte Hermine nach einer Weile. Besorgte sah Ginny sie an. „Was ist los Mine?“

„Ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt“, antwortete sie ihr. Ginny zog den verbliebenen Rock nach oben, sah den nassen, dunklen Fleck auf dem Steinboden zwischen ihren Beinen und nickte ihr zustimmen zu.

Jetzt musste sie sich endlich damit abfinden, ihr Kind hier alleine in diesem schmutzigen Zimmer zu bekommen. Severus würde nicht mehr rechtzeitig kommen.

Wieder wurde die Tür hinter ihnen aufgeschlossen und eine kleine, runde Nonne in das Zimmer geschubst. Sie hatte einen Eimer Wasser in der einen Hand und einige Laken in der anderen. Brown stellte zwei Kerzenständer auf den Boden und verschloss wieder die Tür.

„Mrs. Snape“, sagte die Nonne verwundert, als sie die Frau auf dem Boden erkannte, „Der Doktor hatte sich bereits Sorgen gemacht, dass sie nicht gekommen sind.“ Hermine erkannte die rundliche Frau, die sie als Schwester Elis kennen gelernt hatte. Sie kam oft ins Armenhaus um zu helfen. Meistens unterstützte sie die Hebammen, aber sie machte auch jede andere, ihr mögliche Arbeit.

„Ich bin froh sie zu sehen“, sagte Hermine erleichtert. Schwester Elis krempelte entschlossen ihre Ärmel hoch und setzte sich zwischen Hermine Beine, dann schob sie ihren Rock nach oben. „Die Fruchtblase ist bereits geplatzt“, sagte sie und sah sich um. „Geben sie mir bitte eines der Laken“, sagte sie zu Ginny, die ihr sofort gehorchte. Sie legte eine sauberes Laken unter Hermine, dann begann sie ihren Bauch abzutasten. Ein erneute Wehe brach herein und Hermine begann automatisch zu pressen.

„Hören sie mir gut zu. Sie dürfen jetzt unter keinen Umständen pressen“, sagte die Schwester besorgt, „Das Kind hat sich gedreht. Wir müssen es erst wieder in die richtige Lage bringen.“ Schwester Elis legte ihre Hände wieder auf Hermines Bauch. „Das wird jetzt weh tun“, warnte sie und begann Druck auszuüben. Hermine schrie mit aller Kraft auf, doch Schwester Elis hörte nicht auf. „Wir haben es fast“, beruhigte sie sie, „Es liegt seitlich, nur noch ein kleines Stück.“

„Ich kann nicht, bitte“, flehte Hermine, „Bitte, ich kann nicht mehr.“ Doch die rundliche Nonne hatte gelernt, sich trotz ihrer Größe zu behaupten. Sie schob ihre Hände, die sie schützend um ihren Bauch gelegt hatte zur Seite. „Hermine, sie müssen“, sagte sie nachdrücklich, „Reißen sie sich jetzt zusammen, für ihr Kind.“

Hermine schien sich etwas entspannt zu haben, so dass sie erneut ihre Hände auf ihren Bauch legte. „Auf drei. Eins, zwei, drei“, sagte sie und begann wieder Druck auf ihren Bauch auszuüben.

„Geschafft, wir haben es geschafft“, versuchte sie gegen ihr lautes Schreien anzukommen. „Und jetzt pressen, Kleines“, redete sie weiter auf sie ein. Hermine lag erschöpft auf dem Boden. „Kommen sie schon, sie müssen pressen“, flehte sie Frau sie an.

Ginny hatte sich wieder zu ihr gestellte und drückte ihre Hand. Hermine atmete schwer, dann begann sie zu pressen. Es war ein höllischer Schmerz, den sie nicht einmal ihrem schlimmsten Feind gewünscht hätte. Sie hatte die Augen zugekniffen und presste einfach nur. Es war als ob sie etwas von Innen heraus zerriss. Sie hatte jeden Sinn für ihre Umgebung verloren, bis zu dem Augenblick, als die zwei Frauen neben ihr scheinbar den Atem angehalten hatten und sie plötzlich das laute Schreien eines Kindes vernahm.

Schwester Elis hatte es gesäubert und in eines der Laken gewickelt, dann legte sie das kleine Bündel, der frisch gebackenen Mutter in den Arm. „Ich gratuliere, sie haben ein kleines Mädchen“, sagte sie.

Der Schmerz war in den Hintergrund gewichen, stattdessen hatte sie nur noch Augen für das kleine Geschöpf auf ihrem Arm. Sie hatte bereits einen weichen schwarzen Flaum auf ihrem Kopf und musterte sie aus neugierigen goldbraunen Augen.

Die plötzliche Ruhe hatte auf sie aufmerksam gemacht und die Tür wurde erneut aufgestoßen. Brown lehnte sich an die Tür und sah sie prüfend an, bis sein Blick an Schwester Elis hängen blieb.

Die Nonne rappelte sich auf und ging auf Brown zu, doch er versperrte ihr den Weg. Es war deutlich zu erkennen, dass er sich nicht sicher war, ob er die Frau gehen lassen konnte, wie viel sie von den anderen Frauen erfahren hatte und was wie eventuell verraten würde.

„Lassen sie mich bitte durch“, sagte die kleine runde Frau zu Brown, „Sie haben mich geben, das Kind ihrer Frau zu holen und das haben ich getan, jetzt muss ich aber zurück ins Armenhaus.“

Brown zögerte noch einen Moment, dann ging er zur Seite und ließ die Frau gehen.

Schwester Elis verließ das Haus und stand nun in der dunklen Sackgasse. Man hatte sie mit einer Kutsche hergebracht. Sie war irgendwo im Hafenviertel soviel wusste. ‚Dorington Street‘ las sie endlich ein Schild und versuchte sich den Namen um jeden Preis einzuprägen.

Der Weg zum Armenhaus war weit. Sie war die meiste Zeit gerannt. Persönlich war sie Mr. Snape noch nie begegnet, noch wusste sie wo er wohnte, also musste sie dringend zu Dr. Fander. Er würde schon wissen, was zu tun ist.

Sie hatte kaum noch Kraft, sie hatte bereits jegliche Empfindung wie Schmerz oder Müdigkeit ausgeblendet. Ihre Beine trugen sie automatisch, bis sie endlich am Armenhaus angekommen war. Sie riss die Tür auf und hätte beinahe jemanden umgerannt.

Ein grimmiger Mann mit kinnlangen, schwarzen Haaren und einer auffälligen, krummen Nase kam ihr entgegen, gefolgt von einem jüngeren Mann mit Brille. „Verzeihen sie, Sir“, brachte sie schwer atmend heraus und wartete gar nicht erst auf seine Reaktion, sondern eilte die Treppe hinauf.

Sie hatte Fander endlich gefunden. Besorgt über ihren Anblick ließ er seine Instrumente liegen und ging auf Schwester Elis zu. „Sie haben“, begann sie kam allerdings nicht weiter, da sie ununterbrochen schnaufte. „Her...“, begann sie erneut.

Fander legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Beruhigen sie sich erst mal“, sagte er und tätschelte sie. Schwester Elis atmete einige Male tief durch. „Sie haben Mrs. Snape. Sie halten sie in einem Keller in einem Haus in der Dorington Street fest“, sagte sie plötzlich und sah wie sich die Augen des Doktors weiteten.

„Mr. Snape war gerade hier. Sie müssen ihm beim Hereinkommen begegnet sein“, sagte er. Fander schritt aufgeregt hin und her. „Sie gehen ins Kommissariat und sagen dem Kommissar alles, was sie wissen. Ich versuche Snape einzuholen“, sagte er und machte sich augenblicklich auf den Weg.

***


Harry hatte Mühe mit Severus mitzuhalten, doch er sagte kein Wort. Er wollte genau so dringend Hermine und Ginny wieder finden. Sie klapperten jede Gaststätte, ob Muggel oder Zauberer ab, in der Hoffnung einen Hinweis zu finden, doch die Leute waren größtenteils nicht gerade hilfsbereit.

Das laute Plopp eines Apparierzaubers ließ sie herumdrehen. „Merlin sei dank habe ich sie gefunden“, sagte Fander. Er wirkte vom schnellen hin und her apparieren noch etwas benommen und stützte sich an einem der Tische ab. „Ich weiß wo sie sind. Dorington Street, das letzte Haus in der Straße“, sagte er.

Er hatte kaum den Satz beendet, da waren die Zwei bereits verschwunden.

Sie tauchten in der kaum beleuchteten Straße auf. Severus schritt zielsicher bis zum Ende und klopfte energisch an die Tür der letzten Hauses. Ein Mann, den er sofort erkannte, öffnete ihm. Es war der selbe Mann, der ihm Browns ersten Brief brachte. Auch er schien ihn erkannt zu haben, denn zog er seine Pistole heraus und richtete sie grinsend auf Severus.

Severus hatte seinen Zauberstab noch immer fest umklammert. Er schleuderte einen Sectumsempra auf seinen Gegenüber, was den Mann einige Meter nach hinten schleuderte und die Tür frei machte. Severus betrat das Haus und ging auf den blutenden Mann am Boden zu. Er stieß mit einem Fuß die Pistole zur Seite und ging dann die schmale Treppe in den Keller herunter.

Hermine und Ginny saßen gegen die Wand gedrückt und horchten auf die polternden Geräusche die von oben drangen. Ihr Blick war auf die Holztür gerichtet, als jemand den Schlüssel umdrehte und sie öffnete.

„Severus“, sagte sie erleichtert, als sie ihn eintreten sah. Harry war direkt hinter ihm und eilte zu Ginny, während Severus noch etwas ungläubig zu Hermine und dem kleinen Bündel in ihrem Arm sah. „Ist das...?“, begann er und ging auf sie zu.

Sie strahlte ihn an und hob das schlafende Mädchen an, damit er sie besser sehen konnte. Was auch immer ihm bis zu diesem Augenblick im Kopf herumging war verschwunden, stattdessen zauberte das kleine Wesen ein ehrliches Lächeln auf sein Gesicht.

„Keine Bewegung“, hörte er hinter sich, „Haben sie das Geld?“, fragte Brown. Severus drehte sich vorsichtig um. „Ich schwöre ihnen, ich blase ihr ein Loch in den Schädel“, sagte er und zielte auf Hermine.

Sie hörten plötzlich viele Schritte die Stufen herunter kommen. Fünf Männer in den roten Röcken der britischen Uniform gekleidet und mit Gewehren bewaffnet, kamen herein und richteten die Spitzen ihrer Bajonette auf Brown, der nun seine eigene Pistole senkte.

Severus kam auf ihn zu. Er hatte ein Glitzern im schwachen Schein der Kerzenleuchter gesehen. „Das gehört mir“, sagte er und riss Brown die Kette mit dem Ring seiner Mutter vom Hals.

Fortsetzung folgt...


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