
von Mica
Vielen vielen dank für die Kommentare und Abonnenten, ich habe mich echt gefreut!
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Tonks gähnte. Das Sonnenlicht stach in ihre Augen, sodass sie sie sofort wieder zukniff. Heute würde ihr erster richtiger Tag im Grimmauldplatz anfangen. Wenigstens war sie hier nicht gefangen wie Sirius, sie musste für das Ministerium und für den Orden oftmals auch woanders übernachten
Kurz schaute sie auf die Uhr. Na super, es war schon viertel vor eins. Schnell zog sie sich an und ging mit immer noch verwuschelten Haaren runter in die Küche. Dort saßen bereits ein müder Sirius, und ein besonders blass aussehender Remus.
“Morgen”,nuschelte sie ihnen zu.
“Mittag”,sagte Sirius zurück.
“Gibt es eine festgelegte Zeit für den Morgen?”
“Weiß nicht.”
“Nein”,sagte Remus.
“Siehste.”,sagte Tonks trotzig.
Sie butterte sich eine Brötchenhälfte und aß sie, ohne etwas darauf zu tun.
“Musst du nicht ins Ministerium?”,fragte Sirius.
“Willst du mich loswerden?”,fragte Tonks ironisch.
“Natürlich” Sirius grinste.
“Ihr seid bescheuert”,sagte Remus.
Tonks lächelte. “Nein, ich muss heute nicht hin. Hab frei. Habt ihr die Zeitung?”
Remus warf ihr den Tagespropheten zu, der ihr prompt ins Gesicht klatschte. Sie ignorierte Sirius’ und Remus’ Lacher.
Tonks überflog alle Überschriften.
Ministeriumsbeamter gefeuert- Cruciartus von vier fünfzehnjährigen- sechsjähriger malt zweite Mona Lisa- Gehirne sehr Eisweißhaltig- Das neue Bräunugsmittel: Dünnpfiff! Made in Jakob!
Als Tonks nun schon bei der Werbung angelangt war, warf sie schnaubend den Tagesphrophen zur Seite.
“Nichts interessantes?”,fragte Remus.
“Nö”,antwortete Tonks. Nach einer Weile seufzte sie. “Mir ist langweilig.”
“Mach den Abwasch!”,schlug Sirius vor.
“Gut.”
Tonks stand auf, zückte ihren Zauberstab, schwenkte ihn und sagte:”Lauto!”
Das dreckige Geschirr begann zu schweben, der Wasserhahn drehte sich von selbst auf, das Geschirr flog klirrend in die Spühle und drehte sich dabei in so schneller Geschwindigkeit, dass das Wasser überall in der Küche herumspritzte. Dann wanderten die Teller aus der Spüle raus und stürzten sich auf den Boden.
“Hör damit auf!”,brüllte Sirius, gegen das Geklirre ankämpfend.
“Ja, ähm.” Wie hieß der Spruch noch?
“Finite!”,kam es von Remus. Sofort hörten die Teller auf sich zu drehen und sich in den Tod zu stürzen, der Wasserhahn ging wieder zu.
“Tut mir Leid...”,sagte Tonks schuldbewusst und tropfnass. Warum war sie nur so tollpatschig?
“Reparo”,seufzte Sirius. Die Teller wurden wieder ganz.
“Vielleicht solltest du lieber auf Muggelart abwaschen”,riet Remus mit einem Grinsen auf den Lippen.
“Das ist nicht lustig”,schmollte Tonks.
“Doch.”
“Mist.”
Auf einmal kam etwas Silbernes durch das Fenster herein. Alle erschreckten sich, bis sie merkten, dass es ein Patronus war, in Form eines Wiesels. Es öffnete den Mund und begann, mit Arthur Weasleys Stimme zu sprechen:”Kingsley und Minerva mussten überraschend ins Ministerium, sie waren in Hosmeade stationiert. Ich weiß nicht, wer gerade bei dir ist, Sirius, aber wir brauchen zwei Leute, die die Gegend um die drei Besen bewachen. Sie müssen so schnell wie möglich kommen, in ein paar Minuten kann so viel passieren.”
Der Patronus löste sich in Luft auf. Tonks war sofort klar, was das bedeutete. Sie und Remus würden einen ganzen Tag zusammen verbringen. Sie wusste nicht, wie sie das fand. Sie war froh, aber auch aufgeregt.
“Dann wisst ihr ja wohl, wie ihr euren Freitag verbringt.”,sagte Sirius verbissen. “Ich könnte doch eigentlich als Hund...”
“Sirius”,sagte Remus warnend.
“Gut, gut.”,grunzte Sirius. “Dann viel Spaß.”
“Wie kommen wir hin?”,fragte Tonks Remus. Dabei blickte sie ihm in die goldenen Augen und sah sofort wieder weg, als er antwortete. Sie war doch sonst nicht so schüchtern!
“Mit Besen. Hast du einen?”
“Natürlich! Aber nur einen Sauberwisch 250.”
“Meiner ist auch kein Feuerblitz. Wir werden trotzdem heil ankommen. Komm.”
Zusammen gingen sie unter den bösen Blicken von Sirius hinaus.
“Ich hol kurz meinen Besen.” Tonks stakste die Treppe hinauf, holte sich aus ihrem Zimmer ihren Besen und stürzte unter lautem Getrampel wider in die Eingangshalle.
“Sei leise!”,sagte Remus scharf, aber trotzdem freundlich.
“Waru-“,doch schon wusste sie es. Ein Vorhang war von allein ausgegangen und gab ein Portrait frei. Darauf war eine alte, schreiende Sabberhexe abgebildet.
“-BRINGEN SCHANDE ÜBER MEIN HAUS! ABSCHAUM! BLUTVERRÄTER! HALBMENSCHEN!”
Das einzige, was Tonks tun konnte, war sich die Ohren zuzuhalten. Die Hexe schimpfte und schrie, beleidigte in ohrenbetäubender Lautstärke. Sirius kam aus der Küche gestürmt, und mit Remus’ Hilfe gelang es ihm, die Vorhänge wieder zuzuziehen, und die Hexe verstummte. Vorsichtig nahm Tonks die Hände von ihren Ohren.
“Sei das nächste Mal leiser.”,sagte Sirius nur und ging wieder.
Kaum war die Tür hinter ihm zugeschlagen, sagte Tonks leise zu Remus:”Das- das war seine Mutter, oder?”
Remus nickte.
Gemeinsam flogen sie vor die Tür der drei Besen. Dort wartete schon Arthur auf sie.
“Da seid ihr ja endlich!”,sagte er, kaum dass sie gelandet waren.“Ich muss zurück zu Zonkos, bleibt einfach hier und passt auf, dass nichts passiert. Bis später!”
Und er ging von dannen.
Tonks und Remus stellten ihre Besen ab.
“Irgendwie sind heute alle ziemlich mies drauf”,bemerkte Tonks.
“Sie sind gestresst. Wie alle anderen auch”,antwortete Remus ruhig.
Eine Zeit lang sagten sie beide nichts. Es passierte auch nichts; Schüler gingen in die drei Besen ein und aus und lachten. Irgendwann wurde ihr die Stille zu blöd und sie sagte:”Ich weiß eigentlich gar nicht so richtig wer du überhaupt bist. Erzähl mir etwas von dir.”
Remus stutzte.”Was soll ich dir denn erzählen?”
“Ich weiß nicht... Was dir gerade einfällt.”
“Ich bin mit Sirius zusammen auf Hogwarts gegangen.
Tonks verdrehte die Augen. “Das weiß ich. Fangen wir ganz von vorne an. Wie heißt du?”
“Das weißt du doch.”,sagte Remus und lachte. Es klang für Tonks wie Musik.
“Wie heißt du?”,wiederholte sie und versuchte, nicht ebenfalls zu lachen.
Er seufzte. “Remus John Lupin”
“Wie alt bist du?”
“So etwas fragt man doch nicht” Remus lächelte.
“Das gilt nur für Frauen!” Tonks streckte ihm die Zunge raus.
“FünfunddreiĂźig”,ergab er sich.
Huh, das ist alt, dachte Tonks,sagte es aber nicht.
“Welche Hobbys hast du?”
“Ich bin ziemlich mit dem Orden beschäftigt...”
“Willst du damit sagen, du hast keine Hobbys?”,fragte Tonks erstaunt.
“Nicht so richtig”,sagte Remus und zuckte die Schultern.”Hab keine Zeit dafür.”
“Was arbeitest du?”,fragte Tonks weiter. Remus blickte zu Boden und antwortete nicht. Tonks stutzte.
“Du bist doch nicht etwa Henker?”,fragte sie.
“Nein”,sagte Remus ehrlich.
“Gut”,sagte Tonks ehrlich erleichtert.
“Wo liegt dann das Problem?”
Nach einer kurzen Pause sagte Remus:”Ich war mal als Lehrer in Hogwarts tätig, habe dann aber gekündigt und habe bisher keine Arbeit gefunden.”
Tonks nickte. “Warum hast du gekündigt? Lehrer muss doch ein toller Job sein.”
Remus sah sie erstaunt an. “Liest du den Tagespropheten nicht?”
“Nein, ich habe erst vor einem Jahr damit angefangen, Zeitung zu lesen”,sagte Tonks etwas beschämt.
“Hm, ja. Es ist nicht so, dass ich kündigen wollte, es hat sich mehr so ergeben.”,sagte Remus. Tonks sah ihm an, dass er sich recht unbehaglich fühlte. Trotzdem fragte sie weiter:”Wie, es hat sich ergeben?” Tonks wusste, dass das unfreundlich war, aber sie war nunmal sehr neugierig.
“Es- war eben so. Tut mir Leid, Nymphadora, aber ich möchte nicht darüber reden.”
Meine Neugierde sei verflucht, dachte Tonks sich verbissen als sie merkte, dass Remus nun jeglichen Blickkontakt vermied. Sie hatte noch nicht einmal bemerkt, dass er ihren Vornamen benutzt hatte.
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