
von Mica
Diese Nacht dachte Tonks noch lange darüber nach, was Kingsley gesagt hatte. Sie hatte ihre Meinung nicht geändert, trotzdem sah sie es nun mit anderen Augen, wenn Remus Berührungen mit ihr vermied. Es musste doch möglich sein, ihn dazu zu bewegen, auf eine Beziehung einzugehen! Und sie hatte auch schon etwas geplant. Jetzt musste sich nur noch eine gute Gelegenheit ergeben...
“Guten Morgen!”,sagte sie, als sie zum Frühstücken hinunter ging.
“Morgen”,grummelte Sirius. Remus nickte ihr zu.
Sie nahm sich ein Spiegelei aus der Pfanne und ließ sich neben Remus nieder.
“Dumbledore hat einen Brief geschrieben”,sagte Sirius.
“Was wollte er?”,fragte Tonks sofort.
“Nur eine Ankündigung. Der Orden trifft sich morgen hier.”
Tonks ließ ihre Gabel sinken. “Aber - ist etwas passiert?”
“Nichts schlimmeres als sonst”,erklärte Remus hinter dem Tagespropheten. “Er will nur ein paar Sachen besprechen. Meint, er wäre etwas länger nicht hier...”
“Wo wird er hingehen?”,fragte Tonks, während sie sich ihr Spiegelei in den Mund schaufelte.
“Das hat er nicht geschrieben. Aber du kannst ihn ja morgen fragen”,meinte Sirius und gähnte.
“Mhm ”,machte Tonks. “Steht etwas interessantes im Tagespropheten?”,fragte sie an Remus gewandt.
“Nee. Außer du interessierst dich für kaputte Badewannen.”
“Nicht wirklich. Habt ihr irgendetwas vor?”,versuchte Tonks das Gespräch weiterzuführen.
“Ja, ich bin ein vielbeschäftigter Mann”,sagte Sirius sarkastisch. Sie blickte zu Remus. Er schüttelte nur den Kopf. Das stimmte Tonks ein wenig traurig. Er war immer noch nicht sehr gesprächig ihr gegenüber.
Heute hatte Tonks ihren Plan vervollständigt, heute würde sie ihn durchführen. Sirius hatte sich in seiner Langeweile in die Bibliothek verzogen. Das zeigte Tonks, wie allein sich Sirius wirklich fühlte, doch sie hatte heute nicht den Nerv dazu, sich damit auseinanderzusetzen. Heute zählte nur eins. Sie blickte aus dem Fenster. Viel zu langsam wurde es dunkel. Viel zu spät zog sich Remus in sein Zimmer zurück. Doch als es endlich soweit war, wartete Tonks noch etwa eine Stunde, vergewisserte sich, dass Sirius nicht dazukommen würde, und das würde er nicht, denn er war in einer merkwürdigen Lage auf einem Stuhl in der Bibliothek eingeschlafen. Dann war es soweit. Sie nahm sich ihren Zauberstab von dem Tisch neben ihr, zog ihr Top hoch und fuhr langsam mit dem Zauberstab über ihre Taille. Nach einigen Sekunden tat sich ein großer Riss in der Haut auf. Es blutete stark, doch es tat nicht weh, dafür hatte Tonks gesorgt. Andere würden sie für verrückt erklären, wenn sie sehen würden, was sie hier tat, doch Tonks war überzeugt, dass ihr Plan funktionieren würde. Nachdem ihr Top viel des Blutes aufgenommen hatte, ging sie die Treppe hoch und blieb vor Remus’ Tür stehen. Einmal atmete sie tief durch. Dann klopfte sie. Nun gab es kein zurück mehr.
“Ja?”,drang Remus’ Stimme aus dem Inneren. Tonks drückte die Klinke herunter und öffnete die Tür. Remus saß an seinem Schreibtisch und war anscheinend gerade dabei gewesen, etwas aufzuschreiben. Nun schaute er Tonks erwartungsvoll an, doch als sein Blick auf die blutgetränkte Stelle des Tops wanderte, machte er große Augen.
“Was hast du gemacht?”,fragte er erschrocken.
“Ich bin irgendwie...”,begann Tonks, “über den Trollbeinständer gestolpert, dann ist der Zauberstab aus meiner Tasche gefallen und ist von selbst losgegangen und dann ist der Lichtstrahl meine Taille entlang gestreift und... Naja, ich weiß nicht wie man Wunden behandelt und heilt und...”
“Was ist mit Sirius?”,fragte Remus, unentwegt auf das Blut starrend.
“Ich habe ihn nicht gefunden”,log Tonks. “Kannst du mir helfen?”
Er stand auf, packte sie ein wenig grob am Handgelenk und zog sie auf sein Bett. Dann beobachtete Tonks, wie er in seinen Schubladen wühlte und ein paar Tränke neben ihr platzierte.
“Leg dich hin”,sagte er. Komischerweise sah er ein wenig gequält aus.
Tonks tat wie geheißen. Dann hob Remus Tonks Top nur soweit an, bis er die Wunde sehen konnte. Sie blutete immer noch.
“Tut’s weh?”,fragte er.
“Nur ein bisschen”,sagte Tonks wahrheitsgemäß. Denn ihr Zauber gegen die Schmerzen hatte ein wenig nachgelassen.
Remus starrte mit einem merkwürdigen Glänzen in den Augen auf die Wunde, dann schüttelte er den Kopf und entkorkte ein Fläschchen mit einer blauen Flüssigkeit.
“Das könnte jetzt ein bisschen brennen”,warnte Remus und tropfte die Flüssigkeit auf die Wunde. Tonks schrie auf. Natürlich konnte sie durch ihren Zauber nicht sehr viel von der Wirkung spüren, doch so, dachte sie, wäre es glaubwürdiger. Remus beachtete ihren Schrei nicht. Er schien sich viel mehr für Tonks Blut an seinen Händen zu interessieren. Danach kam noch eine weitere Flüssigkeit auf die Wunde, dann fuhr er mit seinem Zauberstab an ihr entlang und murmelte etwas, was Tonks nicht verstehen konnte. Es klang wie ein Lied. Die Wunde hatte sich geschlossen.
“So”,sagte Remus und schaute immer noch auf das Blut an seinen Händen.
“Danke”,sagte Tonks und blickte auf ihr blutiges Top. Jetzt kam der zweite Teil es Plans. “Ähm”,begann sie,”Ich nichts zu umziehen... Alles dreckig. Hast du vielleicht etwas, was ich mir anziehen könnte?”
Remus runzelte die Stirn, trotzdem stand er auf und zog ein kariertes Hemd aus seinem Schrank.
“Danke”,sagte Tonks wieder und begann, sich ohne Scham ihr Top auszuziehen. Remus protestierte nicht, sondern betrachtete sie interessiert. Mit Absicht stellte sie sich ungeschickt beim Ausziehen an und bekam ihr Oberteil nicht über den Kopf gezogen.
“Kannst du mir - bitte - mal -helfen?”,fragte sie, ihre Stimme war durch den Stoff gedämpft. Sie hörte, wie er auf sie zukam und spürte, wie sich von ihrem Top befreit wurde. Als sie ihre Augen öffnete sah sie, dass Remus ihr ganz nah stand und ihr genau in die Augen blickte. Da stand Tonks nun in BH. Sie spürte nicht, wie Remus seine Hände auf ihre Taille legte. Sie sah nur den merkwürdig wilden Ausdruck in seinen Augen. Und im nächsten Moment wurde sie gegen eine Wand gepresst und wie wild geküsst. Tonks ging fast unter. Sie genoss es so sehr ud erwiderte den Kuss mit geschlossenen Augen. Sie konnte nicht sagen, wie lange sie sich küssten. Zwei Stunden? Vier Tage? Irgendwann merkte sie, wie Remus seinen Unterleib gegen ihren presste und ein wohliges, wölfisches Knurren von sich gab. Seine warmen Hände wanderten zu ihrem BH, Tonks spürte die Beule in Remus Hose...
Erschöpft lagen beide in Remus Bett und schliefen. Nein, nur einer schlief, und das war Remus. Tonks war wach und dachte über die wundervolle Nacht nach, die die beiden miteinander verbracht hatten. Nur eine einzige Frage quälte Tonks: War es der Wolf mit dem sie geschlafen hatte oder war es Remus? Sie wusste, dass der Wolf in solchen Sachen wilder war als er Mensch und hatte dies ausgenutzt. Heute war Vollmond, deswegen war der Wolf ganz nah. Durch das Blut wollte sie ihn noch näher holen, damit sich Remus überhaupt darauf einließ. Doch wer am Ende mit ihr geschlafen hatte, konnte sie nicht sagen.
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