
von Mica
Einige Wochen vergingen, ohne dass sie ein Lebenszeichen von Remus gehört hatten. An diesem Abend waren Andromeda und Ted Tonks zu Besuch um Grimmauldplatz, um Tonks zu erzählen, dass sie Umbauarbeiten nun fertig waren und Tonks zurück zu ihren Eltern ziehen konnte. Letztere war davon wenig begeistert.
âAch wisst ihr, eigentlich würde ich gerne hier wohnen bleibenâ,sagte Tonks ein wenig schüchtern, âoder hast du etwas dagegen?â,fragte sie an Sirius gewandt.
Dieser schüttelte mit einem Lächeln auf den Lippen den Kopf. Er war auch einer der Gründe, warum Tonks hier wohnen bleiben wollte. Es konnte sicher noch lange dauern, bis Remus zurückkommen würde, und in dieser Zeit würde Sirius sicherlich in Depressionen verfallen, wäre er alleine in diesem Haus.
âDu willst hier bleiben?â,fragte Ted Tonks traurig.
Tonks nickte.
âAber wieso willst du nicht zu uns zurück?â,fragte Andromeda.
âIhr habt doch selber gesagt, ich kann nicht ewig bei euch wohnen bleiben.â
Die Tonksâ apparierten nach einer Diskussion zurück zu ihrem Haus. Sie waren nicht begeistert gewesen, dass Tonks hier bleiben würde, doch sie mussten sich damit abfinden.
âIch bin nicht der einzige Grund, warum du hier bleiben willst, oder?â,fragte Sirius grinsend.
Tonks wurde ein wenig rot.
âNaja, schonâ,gab sie zu.
âEs wird schon nicht mehr so lange dauern, bis er zurückkommt.â
Dieser Verdacht bestätigte sich einige Tage später. In der Tür Grimmauldplatz stand ein völlig erschöpfer, mitgenommen aussehender Remus. Als Tonks realisiert hatte, wen sie vor sich hatte, fiel sie ihm glücklich und unglaublich erleichtert in die Arme.
âRemus!â
Zögerlich erwiderte er ihre stürmische Umarmung.
âMoony, wie gehts?â,fragte Sirius grinsend.
âMuss jaâ Remus lächelte. Sein Zaubererumhang war an den Enden eingerissen und ausgefranst, seine Haare waren seit längerem nicht gewaschen worden und hingen ihm in Strähnen im Gesicht. Seine Augen wirkten stumpf; zwei Narben zierten sein Gesicht.
âKann ich - reinkommen?â,fragte Remus.
âKlarâ,sagte Tonks.. Remus zog die Augenbrauen hoch, bis Tonks merkte, dass sie mitten in der Tür stand.
âOooh... Entschuldigungâ,stammelte Tonks und tritt aus dem Weg. Die Drei gingen ins Wohnzimmer.
âWas musstest du bei den Werwölfen tun?â,fragte Tonks aufgeregt. Remus sah sie erstaunt an.
âWoher weißt du das?â
âDumbledoreâ,sagte Tonks nur.
âAh.â
âErzähl, was war?â,fragte Sirius.
âIch musste verschiedene Werwolfrudel davon überzeugen, sich nicht Voldemort, sondern uns anzuschließen. Außerdem musste ich ihre Meinung überprüfen.â
âUnd?â Sirius war angespannt, dass merkte Tonks. Remus zuckte die Achseln.
âEin paar werden zumindest neutral bleiben, wenn man sie fragt, ob sie auf seine Seite wechseln. Die meisten tendieren aber eher zu Voldemort.â
âScheißeâ,sagte Sirius und runzelte die Stirn.
âIst das denn so schlimm?â,fragte Tonks.
âWenn Voldemort die Werwölfe auf seine Seite ziehen kannâ,erklärte Sirius sachlich, âdann kann es sehr gefährlich für uns werden. Werwölfe gehören zu den grausamsten und gefährlichsten Fabelwesen der Zaubererwelt - sorry Remus - und wenn sie uns alle angreifen würden...â Sirius schüttelte sich.
âDas ist wirklich schlimmâ,sagte Tonks ungläubig. Sie hatte bisher nur einen einzigen Werwolf kennen gelernt, und das war der freundliche, zuvorkommende Remus.
âWenn ihr nichts dagegen habt, würde ich jetzt gerne ein bisschen schlafenâ,sagte Remus müde.
âKlarâ,meinte Sirius.
Remus schleppte sich aus dem Zimmer. Tonks lächelte dümmlich vor sich hin.
âDu bist glücklichâ,stellte Sirius fest.
âJa, und?â
âDas ist niedlichâ Er grinste. Tonks Haare wechselten ihre Farbe zu einem glühenden rot.
âIch - bin - nicht - niedlich!â,fauchte sie.
âWenn du meinst.â
Erst als Tonks abends im Bett lag fand sie die Zeit, zu genießen, dass sie Remus nun wieder jeden Tag sehen würde. Sie seufzte zufrieden auf. Auf einmal klopfte es an der Tür. Erstaunt setzte Tonks sich auf. Was wollte jemand um diese Zeit, mitten in der Nacht, noch von ihr?
âHerein!â,rief sie.
Herein kam Remus. Das versetzte Tonks einen freudigen Stich im Magen.
âWas willst du?â,fragte sie freundlich.
Remus schloss die Tür und ging auf ihr Bett zu.
âDarf ich?â
âKlarâ
Er setzte sich auf ihr Bett.
âIch habe etwas gemerktâ,sagte er und schaute auf seine Hände, die er in seinem Schoß gefaltet hatte.
âDas ist doch schönâ,grinste Tonks.
âIch habe dich vermisstâ,gab er zu. Tonks machte große Augen Sprich weiter, dachte sie aufgeregt.
âIch hatte viel Zeit um über uns nachzudenken... Ich würde wirklich gerne mit dir zusammen sein.â
Tonks Magen krampfte sich zusammen.
âUnd ich habe beschlossen, dass wir - dass wir es irgendwie - versuchen sollten...â
Tonks riss begeistert den Mund auf.
âAberâ,sagte er sofort und schaute Tonks das erste Mal in die Augen. âIch will, dass du siehst, worauf du dich einlässt.â
âWas meinst du?â
âIch will, dass du den Ort siehst, in dem ich mich immer verwandelt habe, als ich den Wolfsbanntrank noch nicht hatte.â
âDu meinst die heulende Hütte?â
âHab ich irgendwas verpasst, oder warum weißt du so viel?â,fragte Remus.
âEgalâ,Tonks grinste glücklich ,âSprich weiter.â
âNein, ich meinte nach meiner Zeit in Hogwarts. Eine Lichtung in einem Wald.â
âWenn ich es also sehe und mich nicht umentschließe, willst du es mit mir versuchen?â
âJa.â
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