
von Mica
Tonks wischte sich die Augen. Sie hatte geweint, doch nicht vor Schmerzen. Sie machte sich Sorgen um ihr Kind. Kaum waren sie und Remus vom St. Mungo’s zurückgekommen, hatte sie angefangen hemmungslos zu schluchzen. Sie hatte bemerkt, dass auch Remus’ Augen feucht waren, doch er war stark genug gewesen, seine Tränen zurückzuhalten. Später hatte Tonks es bereut. Schließlich machte sie die Sache für Remus nur noch schlimmer.
Sie hatten Sirius erklärt, was los war. Tonks war dankbar, dass er keinen Witz gerissen hatte um die Situation aufzulockern, wie er es sonst in unpassenden Momenten tat. Doch auch Sirius schien die Sache ernst zu sein, nachdem er bemerkt hatte, wie viele Sorgen sich sein bester Freund machte.
“Er hat doch gesagt, es verwandelt sich nicht, oder? Der Arzt?”,fragte Sirius.
“Nein”,antwortete Tonks, “aber es wird Schmerzen haben...”
“Dafür gibt es Tränke. Es kann bestimmt die Nacht durchschlafen.”
“Trotzdem wird es nie ein normales Kind sein”,seufzte Remus.
“Bereust du es?”,fragte Tonks plötzlich. Dieser Gedanke war ihr gerade in den Sinn gekommen und sie war auf die Antwort gespannt. Als Remus sie verwirrt ansah, fügte sie hinzu:”Das alles. Das wir geheiratet haben und dass ich schwanger bin.”
Remus schaute sie einen Moment lang an, dann sagte er entschieden “Nein.”
Tonks fiel ein Stein vom Herzen. Das bedeutete, dass er nicht einfach abhauen würde.
“Das einzige was ist bereue, ist die Nacht, in der ich bei Vollmond in den Wald gegangen bin. Sonst nichts.” Und er küsste sie.
Tonks lächelte ihn an.
“Ääähm...”,kam es von Sirius. “Gut! Dann - gehe ich mal etwas essen!”
Es war offensichtlich, dass Sirius nicht wusste, wohin mit ihm. Tonks lachte, hörte jedoch jäh auf, als sie ein leises Klopfen vernahm. Sie schaute sich um.
Remus stand auf, ging zum Fenster und öffnete es und die Eule, die mit ihrem Schnabel an die Fensterscheibe gehackt hatte, fegte geradewegs über Tonks Kopf hinweg.
“Meine Frisur!”,schrie Tonks und fuhr sich mit den Händen in die Haare. Im Hintergrund konnte sie Sirius lachen hören, als der Waldkauz auf dem Tisch landete und sein Bein ausstreckte. Remus nahm sich das Pergament, las es kurz durch und sagte dann:”Von Dumbledore. In zwei Tagen ist ein Ordentreffen.”
“Ein Ordentreffen?”,fragte Tonks verwundert, während sie versuchte, ihre Haare wieder so wild abstehen zu lassen wie vorher. “Blöde Eule”,murmelte sie.
“Was kann denn passiert sein, dass er ein Treffen einberuft?”,fragte Sirius und runzelte die Stirn. Für einen Moment blieb er nachdenklich stehen, dann holte er sich Feder, Tinte und Pergament und setzte sich an den Tisch.
“Sirius, ich bin sicher, Harry geht es gut.”,sagte Remus als ob er Sirius’ Gedanken gelesen hätte.
“Das kann man nie wissen. Ich will nur sichergehen, dass er in Sicherheit ist...”
“Die Post wird überprüft, Sirius. Und wir wissen nicht, mit welchen Mitteln das Ministerium arbeitet.”
“Ich will nur wissen, ob Harry in Sicherheit ist!”,rief Sirius mit erhobener Stimme.
“Und Harry will, dass du in Sicherheit bist. Er will nicht, dass du wieder nach Askaban kommst, Sirius. Du bist alles, was ihm geblieben ist”,sagte Remus leise.
Bei diesen Worten ließ Sirius seine Hand sinken, in der er die Feder hielt.
“Gut”,sagte er. “Aber dann schreib wenigstens du ihm.”
“Auch keine gute Idee. Die würden Harry beobachten wenn sie wüssten, dass er Briefe mit einem Werwolf schreibt.”
Sirius grunzte. “Du denkst über alles zu genau nach.”
“Schon gut schon gut”,warf Tonks ein. “Ich mach schon. Geh mal weg da.”
Sie scheute Sirius von seinem Platz und nahm selber die Feder in die Hand.
Wotcher Harry,
wie geht es dir? Tatze, Moony und ich machen uns Sorgen um dich. Vor allem Tatze streift den ganzen Tag nur im Haus rum. Ihm ist ziemlich langweilig, verständlicherweise. Gibt uns einfach Gewissheit, dass du nicht in Schwierigkeiten steckst. Wir haben lange nichts von dir gehört.
Tonks
Sie legte die Feder hin, rollte das Pergament zusammen und band es an das Bein der Eule, die immer noch auf dem Tisch saß.
“Bring das du Harry Potter, ja? Und ähm - lande dieses Mal gleich auf dem Tisch und nicht erstmal auf Köpfen von Personen.”
Die Eule kreischte, breitete die Flügel aus und flog aus dem Fenster davon.
Remus seufzte. “Komm”,sagte er und hielt Tonks eine Hand hin.
“Wohin?”
“Ich weiß nicht. Hauptsache raus hier. Dieses Haus macht mich verrückt.”
Dem konnte Tonks nur zustimmen und sie ergriff seine Hand. Gerade als sie gehen wollte, streifte etwas ihr Bein.
“Sirius...”
Der Hund setzte seinen herzzerreißendsten Blick auf.
“Auch ein Hund muss mal aus dem Haus”,sagte Tonks. “Es weiß doch keiner, dass er ein Animagus ist, oder?”,fragte Tonks an Remus gewand.
“Soweit ich weiß nicht.... Aber Dora, sag es, wenn es dir zu anstregend wird.”
Sirius hüpfte vor Freude. Diese beiden Sätze hatte er anscheinend schon als Bestätigung angesehen.
“Dann sag du, wo du hinwillst. Es dürfen aber nicht zu viele Leute da sein!”,sagte Tonks streng zu Sirius.
Und so spazierte das Ehepaar hinter ihrem Hund her. Sirius stellte sich an wie ein Kind, dass zum ersten Mal die Welt entdecken durfte. Er sprang mal hier hin, mal da hin, klaute den Burger von einem Muggel, der gerade aus einem McDonald’s herausgekommen war, (Er zwang Remus, ihm einen neuen Burger zu kaufen. Da Remus und Tonks beide nur Zauberergeld besaßen, sind sie den Rest des Weges hinter Sirius hergerannt. Da der Muggel ziemlich fett war gab er nach 100 Metern Verfolgungsjagd auf) plantschte in Pfützen herum und scheuchte Vögel auf.
Es schien, dass Sirius kein richtiges Ziel hatte.
“Alohomora”,sagte Remus, als sie auf einen öffentlichen Kaffeeautomaten trafen. Er nahm sich zwei Becher und gab einen Tonks.
“Diese Muggelkaffees sind ungenießbar”,sagte Tonks angewidert und nahm noch einen Schluck.
Nach einiger Zeit fiel Tonks auf, dass sie genau den Weg gingen, der zu den Weasleys führte.
“Warum willst du zu den Weasleys?”,rief Tonks Sirius zu, der gerade versucht hatte, eine Luftrolle zu machen und gescheitert war. “Wenn Molly sieht, dass du als Hund durch London getrabt bist...”
Doch Sirius hörte nicht auf sie. Remus zuckte nur die Schultern, als sie ihn verwirrt ansah.
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