
von Mica
Dieses Kapitel ist komplett ais Remus' Sicht geschrieben! :)
Sirius schien in den vielen Jahren, in denen er ein Hund gewesen war, auch die Fähigkeiten eines Hundes übernommen zu haben.
Kaum waren sie vor der Tür der Weasleys angekommen, hatte Tonks Wehen bekommen.
Molly wusste natürlich genau, was zu tun war. Sie hatte schon so oft Kinder geboren, dass das für sie alles Routine war.
Nun war Tonks im Kreissaal. Sirius durfte nicht mit herein, er wartete als Hund draußen vor der Tür.
Remus wartete auf einer Bank vor dem Kreissaal, denn Männer durften bei den Geburten ihrer Kinder nicht dabei sein.
Während Remus mit den Händen hinterm Rücken den Gang auf und ab lief, versuchte Arthur Weasley, ihn zu beruhigen.
Seine Worte, wie “Es dauert nicht allzu lange”, “Es wird schon nichts schief gehen” oder “Setz dich und beruhige dich” halfen Remus kein bisschen. Es war nett von Arthur, dass er ihn beruhigen wollte, doch jetzt hätte er lieber allein sein wollen.
Remus’ Horrorvisionen, dass das Kind überzogen von Fell oder mit Wolfsohren geboren werden könnte, waren verschwunden. Denn jetzt fühlte er sich wie ein normaler Bald-Vater eines normalen Kindes.
Er konnte Dora schreien hören. Der Schrei zerriss ihn das Herz und er war kurz davor, einfach die Tür aufzubrechen und hereinzustürmen, doch er hielt sich davon ab.
Schließlich ließ er sich wieder neben Arthur auf die Bank fallen.
“Wie fühlst du dich?”,fragte der zur Glatze neigende Mann.
“Frag das mal lieber Dora”,antwortete Remus entsetzt, als er ein gequältes Wimmern wahrnahm.
“Hör mal, ich weiß, wie man sich dabei fühlt. Und glaube mir, egal wie oft du es erlebst, die Spannung lässt niemals nach.”
Remus sagte nichts.
“Machst du dir Sorgen?”,fragte Arthur mit einem leisen Lächeln.
Remus nickte.
“Weißt du, als Percy geboren wurde... Ich war sehr glücklich, aber er war in Lebensgefahr. Die Nabelschnur hatte sich bei seiner Geburt um seinen Hals gewickelt und ihn fast erwürgt....”
Arthur schauderte bei der Erinnerung.
Remus starrte ihn an. War das seine Art, ihm Mut zu machen? Oder wollte er ihn völlig konfus machen?
“Ich will dir nur sagen”,fuhr Arthur fort, “dass du dich glücklich schätzen kannst. Soweit die Heiler es vorhersehen konnten, wird es eine völlig normale Geburt werden.”
“GEH WEG!”,dröhnte Doras wütende Stimme aus dem Kreissaal.
Remus wollte aufspringen, doch Arthur lachte. “Alles in Ordnung”,sagte er nur mit einem amüsierten Lächeln.
Dann herrschte Stille. Doras Schreie hallten immer wieder hinter der Tür hervor.
“LASS MICH LOS DU ELENDER -“
“SIE BRAUCHEN MIR NICHT ZU SAGEN WIE MAN ATMET, GEHEN SIE ERSTMAL ZUM FRISEUR, BEVOR SIE MIR ETWAS BEFEHLEN!”.
Das war der Moment an dem Remus erkannte, dass wirklich alles nach Plan verlief und dass es Dora gut ging. Soweit es einem bei einer Geburt gut gehen konnte jedenfalls.
Zehn Minuten später, es kam Remus wie eine halbe Ewigkeit vor, durfte er zu Dora.
Er öffnete die Tür und sah sie. Die pinken Haare durch ihren Schweiß an die Stirn geklebt, völlig erschöpft aber glücklich lag sie in dem krankenhausweißen Bettzeug. In ihren Armen hielt sie ein Bündel. Dora lächelte ihm aufmundernd zu, er ging auf sie zu, nahm sich einen Stuhl, der neben dem Bett stand und setzte sich darauf.
“Es ist ein Junge”,sagte Dora.
Nun konnte Remus das Gesicht des Kindes sehen. Sofort breiteten sich in ihm Gefühle aus, die er nie zuvor gefühlt hatte - Vatergefühle. Er war Vater.
Das kleine Baby gab ein abgehacktes Lachen von sich. Es sah aus wie Dora. Nur die Augen, die hatte es von Remus.
“Wow”, versuchte Remus all seine Gedanken in ein Wort zu packen.
Dora beugte sich vor und küsste Remus.
“Willst du ihn halten?”
Sie legte das Kind in seines Vaters Arme.
Vorsichtig berührte Remus die Finger des kleinen, zog seine Hand aber sofort wieder zurück aus Angst, sie zu zerbrechen.
Der Junge hatte schon einen kleinen Haarschopf auf dem Kopf, er war braun. Doch gerade, als Remus hinsah, färbten sie sich blau.
“Er ist ein Metamorphmagus!”,sagte Remus begeistert.
Dora nickte. “Ja, und weißt du, was das heißt?”
Dora sah sie an.
“Das bedeutet, dass er kein richtiger Werwolf sein kann. Jetzt wissen wir, dass es unmöglich ist.”
Remus grinste. “Hast du dir schon einen Namen überlegt?”
“Ja, also... Du weißt ja, mein Vater - er wurde von den Todessern umgebracht und ich hatte mir gedacht, ob wir ihn vielleicht nach ihm - benennen wollen?”
“Ted Lupin?”,fragte Remus und grinste.
“Warum nicht?”
“Okay, dann also Ted.”
“Teddy Remus Lupin...”,murmelte Dora, kuschelte sich weiter in ihre Decke und schloss die Augen. Das war der Moment, in dem Ted anfing zu schreien.
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