
von einstein90
Danke Hermine für deinen Kommentar. Leider warst du die einzige.
Daher widme ich dir dieses hier. Ich hoffe du empfindest es als Ehre ;)
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Die Hitze war brütend. Einschlafen unmöglich.
Obwohl Harry schon auf die Decke verzichtet hatte. Hermine lag neben ihm auf der Seite. Er sah nur die Umrisse von ihrem buschigen Hinterkopf. Schlief sie? Zumindest kam von ihr kein Mucks. Ob sie es mitbekam, dass Harry sich ständig im gefühlten Zehn-Sekunden Rhythmus hin und her wälzte. Wie lange er das tat, wusste er nicht. 15 Minuten? Eine Stunde? Oder war sogar schon der nächste Tag angebrochen. In der Dunkelheit hatte er jegliches Gefühl für Zeit verloren. Er wusste nur, dass es ihm nicht möglich war, bei diesen Temperaturen ein Auge zu bekommen.
Er richtete sich auf und lehnte mit dem Rücken am Kopfteil. Er rieb sich die Augen, und beobachtete dann Hermine einige Zeit, wie sie ruhig da lag. Aus Angst, es würde ihren Schlaf stören schaute er über ihren, von der Decke behüteten, Körper hinweg aus dem Fenster. Doch draußen herrschte immer noch die gleiche Schwärze. Er lehnte den Kopf an die Wand und schloss die Augen. In Gedanken durchlebte er noch einmal den Tag. Wobei sein Fokus eher auf den Blicken und den Gesten lag, die Hermine ihm entgegen gebracht hatte. Nie hätte er sich träumen lassen, dass sich zwischen ihr und ihm eine solch starke Freundschaft entwickeln konnte. Er gestand sich selbst ein, dass es sogar ein Moment gab, wo er zweifelte. Als Ron sie verlassen hatte, da war die Angst groß, dass auch sie verschwinden würde. Im Nachhinein war es töricht auch nur daran zu denken. Doch die letzten zwei Tage haben ihm klar gemacht, dass sie soviel bereit war zu geben. Nicht weil sie es als Pflicht empfand, sondern weil es sie glücklich machte. Die Zeit mit ihm. Inständig hoffte er, dass sich daran nichts ändern wird.
Die Hitze war unerbittlich. Immer wieder wurde Harry in seinen Gedanken unterbrochen. Das Shirt und die kurze Hose klebten an seiner Haut. Jede Bewegung fühlte sich komisch an. Im Glaube, Hermine würde schlafen, zog er beides aus, sodass er nur noch in Shorts da lag. Vorsichtig und langsam, nur um sie in ihrer dringend benötigten Ruhe nicht zu stören. Er hoffte, morgen vor ihr aufzuwachen, um sich dann schnell wieder anziehen zu können. Dann legte er den Kopf wieder auf das Kissen und beobachtete Hermines Kontur. Und wieder der Versuch ins Land der Träume zu entgleiten. Doch nach wenigen Minuten rollte er sich wieder auf die andere Seite. Das Einschlafen wollte ihm einfach nicht gelingen. Minuten verstrichen.
Es wurde still in ihrem Zimmer. Er konzentrierte sich auf den sanften und ruhigen Klang ihrer Atmung. Und dann merkte er, wie sie sich auf richtete. Sie schlich aus dem Zimmer ins Bad. Der Wasserhahn lief für einen kurzen Augenblick. Dann die fast schwebenden Schritte zurück in ihr Zimmer. Bevor sie jedoch zurück ins Bett glitt entfuhr ihr ein leiser Seufzer. Auch ihr setzte die Hitze erheblich zu. Leise zog sie die Decke vom Bett und platzierte sie am Fußende auf dem Boden. Und auch wenn Harry so tat, als wenn er schlafen würde, so waren seine Augen sperrangelweit offen. Wenn er die Geräusche richtig deutete, hatte sie sich ihres Nachthemdes entledigt, bevor sie sich wieder auf die Matratze legte. Harry machte keinen Laut. Nicht mal atmen. Ob sie das mitbekam? Er spürte ihre Blicke. Wie sie ihn musterten. Sein Herz schien stehen zu bleiben, als ein Finger seinen Rücken berührte. Nur kurz.
Vor lauter Verwunderung, dass er sich auch seiner Kleidung entledigt hatte, zog sie ihn schnell zurück.
Er rührte sich nicht.
Und wieder war da ein Finger. Doch diesmal hielt die sanfte Berührung an. Sie begann damit seinen Rücken zu erkunden. Malte dabei irgendwas auf seiner nackten Haut. Was es war, konnte er nicht sagen. Doch er genoss die Berührungen, die wie eine Feder über seine Rippen strich. Wie eine sanfte Brise, die seine Wirbelsäule hinab hauchte.
War das überhaupt noch freundschaftlich?
Hermines sinnliche Berührungen bereiteten Harry eine Gänsehaut. Sie hörte auf und drehte sich auf den Rücken. Deutlich hörte man nun ihre Atmung. Es war eindeutig, dass sie wach war. Und auch blieb. Harry selbst tat noch immer so, als wenn er schlafen würde. Dabei lauschte er aber dem Rauschen der Luft und den sanften Bewegungen der Matratze. Äußerst feinfühlig registrierte er alles, was neben ihm passierte. Seine Sinne waren so hellwach, als wenn er gerade mitten in einem Zauberduell wäre. Vergessen war die Hitze. Egal war der Drang sich wieder auf die andere Seite rollen zu wollen.
Dafür drehte und wendete sich Hermine. Ein ums andere Mal. Harry stöhnte auf und ließ sich auf den Rücken fallen. Hermine tat es ihm gleich.
„Kannst du auch nicht schlafen?“ fragte Hermine leise.
„Hm.“ stimmte Harry zu. Und wieder die Stille. Hermine stand auf. Ging zum Fenster hinüber. Unweigerlich folgte er ihr mit den Augen. Er machte keine Regung, als sich die Kontur ihres weiblichen Körpers abzeichnete. Er kehrte in sich. Dachte an die Vergangenheit.
Hermine war nicht mehr das kleine Mädchen, dass zu allem eine eigene Meinung hatte. Sie ist eine Frau geworden. Zu einer äußerst attraktiven. Harry fragte sich selbst, wie seine Traumfrau aussehen müsste. Was würde er antworten. Blond? Groß?
Hermine öffnete das Fenster weit. Dann legte sie sich wieder ins Bett. Ein leichter Wind tanzte durch den Raum. Brachte ein wenig der ersehnten Abkühlung. Aber nicht viel.
Und diese beklemmende Ruhe. Keiner wollte etwas falsches sagen, wobei das bei ihnen eigentlich fast gar nicht möglich war. Wann immer es die Zeit erlaubte, redeten sie über alles, was ihnen auf dem Herzen lag. Allerdings schienen nun beiden etwas auf dem Herzen zu liegen. Doch keiner wollte fragen. Keiner wollte den anderen unter Druck setzen. Beide wussten sie, dass der andere früher oder später von sich aus darüber reden will.
„Harry?“
„Ja, Mine?“
„Bist du noch wach?“
Harry lachte leise auf und drehte sich auf die Seite, sodass sie vor ihm lag. „Warum fragst du?“
„Ach nichts.“ Auch sie legte sich auf die Seite um ihm in die Augen zu sehen. „Ich bin nur froh, dass du bei mir bist.“
„Ich bin auch froh, bei dir zu sein.“ Damit zauberte er ihr ein Lächeln auf die Lippen. Sie legte sich wieder auf die andere Seite und kuschelte sich an Harry an. Er wusste nicht so recht, was er tun sollte. Immerhin war er noch nie in so einer Situation. Ihr nackter Rücken schmiegte sich an seine Brust.
Doch seine Liegeposition war ein wenig ungemütlich. Vorsichtig schob er einen Arm unter ihr Kopfkissen. Mit der anderen, etwas ängstlich, umfasste er ihre Taille. Seine Hand berührte sanft ihren flachen Bauch. Sachte.
Aus Angst, eine Blume könnte unter seinen Berührungen zerbrechen. Etwas abwartend achtete er auf ihre Reaktion. Ihren glücklichen Gesichtsausdruck hatte er nicht bemerkt.
Etwas erleichtert gab er sich ihrer Nähe hin. Seine Nase verschwand in ihrem süßlich duftendem Haar. Tief sog er diesen in sich auf.
Seine Sinne fingen an zu spielen. Klangvoll begannen sie einen heißen Tanz im Rhythmus ihrer Atmung.
Ihre Hand, die sich auf die seine legte machte nun auch sein Glück für diesen Augenblick vollkommen.
Zufrieden drückte sie sich noch näher an ihn, wobei ihr Gesäß seinen Lenden gefährlich nahe kam. Auch wenn eine Berührung ihrer zarten Haut für ihn mehr als reizvoll wäre, so versuchte er Abstand zu halten. Sie durfte seine Erregung unter allen Umständen nicht mitbekommen. Es wäre mehr als peinlich. Die Scham würde sie glatt im Boden versinken lassen.
Immerhin waren sie nur beste Freunde.
Wobei diese eine Frage in seinem Kopf endgültige Formen annahm. Waren sie wirklich nur Freunde? War da vielleicht doch noch mehr? Könnte er Hermine lieben?
Könnte er sich in seine beste Freundin verliebt haben?
Seine Gedanken schwiegen. Er lauschte ihrem ruhigen Atem. Die sanften Bewegungen ihres Bauches unter jedem Zug. Die Wärme, die von ihrem zarten Körper ausging, stellte die schönsten Sommertage in den Schatten. Und dennoch: eine Wärme, die die Hitze des Tages gänzlich vergessen machte.
Ja.
Hermine. Wie konnte er sich nicht in sie verlieben? All die Jahre war er dessen gegenüber blind. Dabei hatte er doch genau dieses Gefühl gesucht. Cho konnte es ihm nicht geben. Ginny hätte es ihm nie geben können.
Doch Hermine gab es ihm schon immer.
Seine Umarmung wurde fester. Wie die eines kleinen Kindes, dass sein Lieblingsstofftier nicht mehr hergeben will.
Das etwas drüben auf dem Schreibtisch klickte, bekam er nicht mehr mit. Stattdessen folgte er seiner Freundin ins Reich des Schlafes.
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Kommis bitte nicht vergessen ;)
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