
von serotina
Mit einem Unbehagen, das noch nicht einmal für seine Verhältnisse normal war, drehte er sich um. Dort saß sie, sah aus wie die Bellatrix die er kannte und doch war sie es nicht. Auch wenn er immer noch nicht glauben konnte, was seine Gedanken ihm versuchten weiß zu machen, so war er sich in einem sicher. Wer auch immer dort saß, es war nie und nimmer Bellatrix Lestrange!
Leicht schwankend stützte er sich an der Kommode ab. In letzter Zeit hatte er sich immer öfters gefragt, ob er, wenn er die Chance dazu bekommen würde, der ganzen Zaubererwelt die Wahrheit über seinen Taten erzählen würde oder ob er sich nichts sagend dem Kuss des Dementors hingeben sollte. Wenn er den Krieg überhaupt überleben würde und seine Chancen waren leider minimaler, als die des dunklen Lords.
Doch er stellte sich immer wieder vor, wie, wo und vor allem wem er es sagen würde und diese Illusionen halfen ihm dabei seine Aufgaben zu erfüllen, ohne endgültig in den Abgrund zu fallen, an dessen Klippen er schon seit Jahren entlang wandelte.
Doch von allen Personen, war sie die letzte, der er es sagen würde. Denn sie war die einzige, die er enttäuscht hatte.
Vor ein paar Wochen, hatte er sie wieder gesucht um ihnen das Schwert von Gryffindor zu zeigen und dann war es passiert. Unfreiwilliger weise wurde er Zeuge eines Gesprächs, dass ausschließlich um ihn ging. Er wusste ja schon immer, dass Potter nicht viel von ihm hielt, aber das war nichts im Vergleich zu Hermine und jetzt musste er nicht nur eine der schlausten Hexen von seiner Unschuld überzeugen, sondern auch noch eine, die ihn abgrundtief hasste. Zu recht.
Lieber hätte er sich mit Moody rum geschlagen und einen unverzeihlichen nach dem anderen eingesteckt, als sie von etwas zu überzeugen, von dem er nicht einmal selbst überzeugt war.
Bevor ihr noch sein seltsames Verhalten auffallen würde, setzte er sich lieber an die gegenüberliegende Wand und wartete ab. Noch wusste er nicht, ob er sogar zu feige dazu wäre, ihr die Wahrheit zu sagen.
Genau in dem Moment hob sie ihren Blick und schaute direkt in seine Augen, alle feinen Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf und sie verfluchte mal wieder diese verdammten Nebenwirkungen des Vielsaftstrank.
Sie wollte dieses Gefühl nicht mehr haben, sie wollte nicht mehr mit ihm hier festsitzen, sie wollte sich mit ihm streiten, ihn provozieren, ihm all die Dinge sagen, die sie ihm seit seinem Mord an Dumbledore nur zur gerne gesagt hätte und jetzt bekam sie die Chance dazu und ihre Hormone nahmen das als Anlass verrückt zu spielen?
„ Hast du endlich eingesehen, dass dein blödes herum Gerenne nichts bringt?“ fragte sie ihn schnippisch.
„ Du siehst auch nicht gerade aus, als hättest du schon eine Lösung, wie wir hier rauskommen.“
„ Dann würde ich wahrscheinlich nicht mehr hier sitzen oder denkst du, dass ich deine Gesellschaft genieße? Lieber würde ich mit dem dunklen Lord hier sitzen als mit dir!“
„ Na, dass war doch sowieso schon klar, kannst du mir auch mal was neues erzählen?“
„ Ich will dir aber nichts erzählen, ich will hier raus. Aber du scheinst ja nicht in der Lage zu sein, uns hier rauszubringen. Eigentlich hätte ich ja mehr von dir erwartet oder kannst du nur kleine Kinder drangsalieren und Leute umbringen?“ höhnt sie.
In der Zwischenzeit waren beide aufgestanden und blickten sich zornfunkelnd in die Augen. Für Severus Snape stand eins jetzt mit hundertprozentiger Sicherheit fest, niemand anders als Hermine hätte den Schneid so mit ihm zu reden und gleichzeitig sich in so eine Gefahr zu begeben. Doch nach der Erkenntnis folgte die Wut, Wut über ihn selbst, dass er ganze zwei Tage auf die lausigen Schauspielkünste einer Gryffindor reingefallen war und eine unbändige Wut auf sie. Auch wenn diese irrational war, sie war da und er wollte ihr zeigen, wie dumm es von ihr war in Gringotts einzubrechen, ganz alleine. Er wollte ihr eine Lektion erteilen, die sie höchstwahrscheinlich nie wieder vergessen würde. Im Grunde genommen, wollte er wissen, wie weit sie gehen würde, um ihre Lüge aufrechtzuerhalten.
„ Du solltest mich nicht auf falsche Idee bringen, Bella!“ knurrte er sie an.
„ Du denkst doch nicht etwa, dass ich Angst vor dir habe?“
Zeit seinen Plan in die Tat umzusetzen.
„ Ich weiß, dass du keine Angst vor mir hast. Nicht nach dem was in der Vergangenheit passiert ist.“
Der seidige Ton in seiner Stimme und das süffisante angedeutete Grinsen in seinem Gesicht, ließ Hermine aufhorchen und das schlimmste ahnen.
Warum hatte sie eigentlich nicht gleich daran gedacht, dass diese zwei mal was miteinander hatten. Ganz abwegig war es ja wirklich nicht. Snape hatte als Mann bestimmt einiges zu bieten, jedenfalls in den Augen von Bellatrix und umgekehrt war es wahrscheinlich genauso.
Doch diese Erkenntnis half ihr gerade nicht im Geringsten, denn Snape kam immer näher auf sie zu und etwas in seinen Augen ließ sie zwei Schritte zurückstolpern, bis sie an die Kommode stieß.
„ Wie wärs wenn wir einen Teil der Vergangenheit ein bisschen auffrischen würden?“ seine Stimme, wenn es überhaupt noch möglich war, wurde immer dunkler und alles Gereizte und aufgebrachte, war gänzlich daraus verschwunden.
Wenn ich jetzt sage, dass ich Kopfschmerzen habe. Mache ich mich nur lächerlich.
Doch wenn sie nichts sagen würde, wäre Snape bald bei ihr. Nur noch 2 Meter trennten sie voneinander und er machte gerade nicht den Eindruck, als würde er noch stoppen oder kurz vor ihr abbiegen. Sie würde nie wieder sich von Harry und Ron zu irgendetwas überreden lassen. Nie wieder!
„ Sollten wir nicht lieber nach einem Weg hier raus suchen?“ fragte sie stotternd.
„ Dafür haben wir nachher noch genug Zeit!“
Snape stand nun unmittelbar vor ihr und seine Hände hatte er auf die Kommode gelegt, so dass sie sich keinen Zentimeter bewegen konnte.
Wie weit ist zu weit oder wie nah ist zu nah?
Seine Nähe war eindeutig zu viel für sie, ihr Herz raste und ihr Atem ließ darauf schließen, dass sie gerade einen Marathon rannte und so fühlte sie sich auch irgendwie. Ihr Kopf war beinahe wie leergefegt, nur eine kleine hartnäckige Stimme wollte ihre Existenz nicht kampflos aufgeben.
Snape lehnte sich noch etwas vor, sodass seine Hemdknöpfe beinahe ihre Korsage berührten.
Wie konnte es sich dieser Mensch eigentlich erlauben, nicht wie sonst vollständig bekleidet hier einzubrechen. Gut, als vollständig bekleidet konnte sie diesen Nuttenfummel von Bellatrix auch nicht gerade bezeichnen, aber das er nur ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose trug, war beinahe unverzeihlich.
Durch das Adrenalin, dass ungebremst sich seinen Weg durch ihren Körper bahnte, waren ihre Sinne geschärft, wie noch nie. So dass sie auch sofort mitbekam, wie Snape seine linke Hand von der Kommode entfernte und auf die Außenseite ihres Oberschenkels legte und langsam nach oben fuhr.
Jetzt war es zuspät, ihre Hormone spielten nun vollends verrückt. Hermine bekam immer mehr das Gefühl, dass von seiner Hand elektrische Ströme ausgingen, die durch ihren Körper jagten, immer auf den gleichen Punkt zu.
Er ist böse, mine!BÖSE!!!!!!..................... das fühlt sich aber trotrzdem noch gut an. Jetzt ist
es soweit ich bin bereit für die Klapse.
Vor sich selber hätte sie es sich wahrscheinlich nie zugegeben, aber plötzlich fielen ihr nicht mehr viele Gründe ein, warum Severus Snape sie nicht küssen sollte. Schließlich musste sie ja in ihrer Rolle bleiben.
Alles passierte nur noch in Zeitlupe, Snape beugte immer weiter sein Gesicht zu ihr nach unten.
„ Kannst du dich noch an damals erinnern?“
Er erwartete keine Antwort von ihr, war aber dennoch überrascht, dass sie stumm blieb. Seine Lippen waren nur noch ein paar Millimeter von ihren entfernt, als er ihr noch einmal in die Augen blickte und seiner Frage noch ein Wort hinzufügte.
„ Hermine.“
Ihre Augen weiteten sich und ihr rasendes Herz setzte für einen Augenblick aus. Snape stieß sich von der Kommode ab und entfernte sich mit schnellen Schritten von ihr. Langsam fing ihr Herz wieder an zu schlagen, wenn auch noch etwas holprig und tausend Gedanken stürzten auf sie ein. Sie konnte sich nicht entscheiden welchem Gefühl sie zuerst nachgeben sollte und so schritt sie erstmal auf ihn zu um ihm eine schallende ohrfeige zu verpassen.
Er wehrte sich nicht. Danach stolperte sie genau wie eben zurück zur Kommode und blickte ihrem endgültigen Schicksal in die Augen. Darauf wartend, dass er seinen Zauberstab hob und sie die Worte eines dunklen Zaubers hörte. Doch nichts dergleichen geschah.
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nicktessfan: ja eine Aussprache wäre definitiv angebracht in diesem Fall, doch ich glaube, dass Severus sich mit seiner Aktion nicht gerade eine gefallen getan hat^^ .. .
Jane_Higgins: Ich glaube die Zwickmühle bauen sich die beiden auch schon ohne Bellas zutun, Severus hat ja gerade eben nen großen Grundstein gelegt sozusagen. Obwohl es schon eine Vorstellung wert wäre, wenn Bella ihr Verlies öffnet und die beiden vorfindet... Mal abwarten, vielleicht wird das Kammerspiel noch um eine weitere Person ergänzt, vielleicht auch nicht^^ .. .
Sorena: hoffe du bist auf das nächste Kapitel genauso gespannt^^ genausp wie Hermione wohl auf Severus Erklärung gespannt sein wird .. .
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wie hat euch das Kapitel gefallen?
eure seri,
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