
von serotina
Noch einmal hörten sie das hämmernde Geräusch, welches beinahe im Stande war, ihre klopfenden Herzen zu übertönen. Schnell verkleinerte Severus die Horkruxe und lies sie geschwind in seinen Umhang gleiten, als sie auch schon dazu verdammt waren, zu beobachten, wie die Türklinge langsam heruntergedrückt wurde.
Mit angehaltenem Atem versteckte sich Hermione leicht hinter Severus.
Nun kann es wirklich nicht mehr schlimmer kommen!
Es wäre auch viel zu einfach gewesen ...
Als die Tür sich immer weiter öffnete und einen unheimlichen, die letzte Stunde hat geschlagen, Lichtschein in die kleine Kammer warf, atmete Hermione scharf ein, als sie sah, wer da gerade in ihr heimliches Versteck hereingeplatzt war.
Ich revidiere, es kann immer schlimmer kommen ...
Ein schwarzhaariger Zauberer stolperte in die Kammer und sah sich verunsichert um, fast schien es, als würde er nicht genau wissen, wie er hier hergekommen war.
Hermione war die erste die ihre Stimme wieder fand, „Harry?“
„Was machen sie denn hier?“ schnauzte Severus ihn an um wenigstens ein bisschen sein erlittenen Anspannung ein Ventil zu geben.
Nun schien auch Harry langsam wieder ein Auge für seine Umgebung bekommen zu haben und stürzte sich schreiend auf Severus. Dieser hatte nämlich vorübergehend vergessen, dass nur Hermione über seine Loyalität bescheid wusste und diese Information noch nicht bis zum dem Tagespropheten durchgesickert war.
Überrascht von der Unbeherrschtheit seines Gegenübers, versuchte Severus ihn mit Händen und Füßen aufzuhalten und ihm irgendwie den Zauberstab aus der Hand zu schlagen. Dies war gewisser Maßen mehr als unnötig, da Harry blind vor Wut einfach mit seinen Fäusten auf Severus einschlug.
„Hört auf ihr beiden!“ schrie Hermione und schritt energisch dazwischen.
„Hermione?“, rief Harry entgeistert auf als er nach hinten gegen die Tür stolperte.
Soviel zu dem Thema das mich keiner erkennt.
Unsicher schaute Harry zwischen dem dunklen bösen Zauberer und seiner besten Freundin hin und her. Selbst ihm entging es nicht, dass hier anscheinend gerade größere Dinge passierten, die er sich nur schwer vorstellen konnte.
„Nun da sie sich wieder beruhigt zu haben scheinen, sind Sie jetzt vielleicht in der Lage, mir meine Frage zufriedenstellend zu beantworten. Was um Merlinswillen machen sie hier?“ zischte Severus, der sich gerade mit der linken Hand über seine blutende Unterlippe fuhr.
Fast wollte Harry ihm entgegnen, dass er nicht mehr sein Lehrer war und er gar nichts mehr von ihm zu erwarten hätte, außer vielleicht die Vernichtung des dunklen Lords. Da irgendetwas tief in ihm drin, mit einer leisen piepsigen Stimme, aber sagte, dass es wahrscheinlich sogar damit zu tun hätte, sperrte er nach etlichen Bedenksekunden, endlich seinen Mund auf.
„Ron und ich sind auf der Suche nach dem nächsten Horkrux.“
„Und Sie denken, dass der dunkle Lord, kleine schummrige Kammern mit Besendekor als Versteck für seine Seele bevorzugen würde?“ Wenngleich das hier wirklich der passende Ort für seine verdorbene Seele wäre.
„Nein.“, knirschte Harry unter zusammengebissenen Zähnen hervor, „Ich weiß selbst nicht warum ich hier her gekommen bin.“
Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete Severus abschätzig den Jungen, dem er wenigstens ein bisschen mehr Intelligenz zugetraut hätte, als einfach so ohne Sinn und Verstand durch Malfoy Manor zu streifen, als plötzlich ein eher unwillkommener Gedanke in seinem Gehirn um Einlass bat.
„Oh, nein.“ kam es Severus nur über die Lippen, als der Gedanke sich ausreichend erklärt hatte.
Hermione und Harry starrten verwirrt zu ihm nach oben.
Oh nein? Er sollte wirklich mal seinen Wortschatz für katastrophale Situationen überdenken, was würde er denn sagen, wenn Voldemort doch stärker ist, als wir uns in unserem schönen Plan zusammengereimt haben, vielleicht uppps?
Doch mitten in ihrem Gedanken, schien auch sie die Erkenntnis eher unvorbereitet zu treffen, sodass sie nach paar Sekunden anscheinend Severus Meinung teilte.
„Oh, nein!“ flüsterte sie vor sich hin.
Harry der mittlerweile der einzige in diesem Raum war, bei dem die Erleuchtung noch ausgeblieben war, machte sich langsam wirklich sorgen.
„Könnte vielleicht einer auch mich aufklären?“ fragte Harry in die Grabesstille hinein, die sich langsam über den Raum gelegt hatte.
Da Severus anscheinend nicht gewillt war, schlechte Nachrichten zu überbringen, raffte Hermione ihre Schulter und trat einen Schritt nach vorne.
„Severus hatte gerade einen Aufrufezauber über die Horkruxe gesprochen.“ Mitten in ihrer Erklärung hielt Hermione inne, als sie in die immer größer werdenden Augen von Harry blickte.
Nachdem er sich von seinem ersten Schock erholt hatte, dass Hermione ihren gefürchteten verabscheuten Lehrer mit seinem Vornamen betitelt hatte, sank langsam die wichtigere Information in seinen Geist. Und nun war er der dritte im Bunde, der sich der vorgebrachten Meinung ohne größere Vorbehalte anschloss.
„Oh, nein.“ Leichenblass starrte Harry auf einen umgedrehten Eimer.
„Nun da die Sachlage ausreichend emotional quittiert worden ist, sollten wir überlegen was als nächstes zu tun ist.“
Erst kneifen und dann mürrisches Wetter verbreiten.
„Sie haben doch einen Plan?“ ,quiekte Harry. Nach einem undeutbaren Blick von Severus fügte er noch ein leises „Sir.“ hinterher. Woraufhin Severus nur mit den Augen rollte.
„Nun ist wahrlich keine Zeit für Höflichkeiten Potter, wenn Sie nicht wollen, dass meine Vorhersage in ihrem zweiten Schuljahr wahr werden soll, nur das diesmal wohl Hermione es sein wird, die sie in einer Papiertüte irgendwohin befördert.“
Harry schluckte schwer, während er immer noch versuchte, diese eine Sache mit den Vornamen zu verdrängen.
„Also haben sie noch keinen Plan?“ fragte Harry mittlerweile zu einem Gnom zusammengeschrumpft. Jedenfalls Gefühlsmäßig.
Nachdem er den zweiten noch-eine-dumme-Frage-ihrerseits-und-ich-bastel-die-Papiertüte-höchstpersönlich von Severus kassiert hatte, wandte sich Harry an Hermione.
„Könntest du mir bitte erklären, was du hier machst?“
Sie wusste, dass die Frage irgendwann kommen würde, auch wenn sie immer noch gehofft hatte, dass Severus ihn länger auf Trab halten würde, um ihm von den offensichtlichen Dingen abzulenken. Aber mittlerweile war sie es ja gewöhnt falsch zu liegen.
„Kannst du dich noch an eure Idee mit mir und dem Verlies erinnern?“ flüsterte Hermione.
„Ja.“ flüsterte Harry zurück.
„Tja, es sind ein paar unvorhergesehene Dinge passiert, die etwas zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden, um sie ins rechte Licht zu rücken. Vertrau uns einfach, Harry!“
„Gibts keine Kurzfassung?“ drängelte er weiter.
Hermione seufzte.
„Severus ist gut und in Besitz von Morganas Zauberstab.“
„Gibts noch ne Kurzfassung 2.0 mit ein wenig mehr Wörtern?“ fragte Harry hoffnungsvoll, doch nachdem Hermione ihm einen Hermione-Severus 2.0 Blick zugeworfen hatte, hielt er lieber seinen Mund.
Morganas Zauberstab? Er wusste nicht warum ihm gerade die ganzen Merlinfilme einfielen, die er damals heimlich durchs Schlüsselloch geschaut hatte. Doch da war auch immer eine Rede von einer gewissen Hexe, namens Morgana gewesen.
„Morgana hat wirklich existiert?“ entschlüpfte Harry nun doch noch eine Frage.
„Ja.“ kam es wie aus einem Munde von Severus und Hermione. Ersteres am Rande der Genervtheit und zweites mit einem warnenden Unterton.
Die Sache wurde ihm langsam immer unheimlicher. Nicht nur, dass er verdauen musste, dass er anscheinend ein Seelenteil von Voldemort beherbergte, womit endlich seine Fähigkeit Parsel zu sprechen einen Sinn ergab, nein er befand sich auch noch in der Gesellschaft von Mister Übellaunig und seiner besten Freundin, die eben genannten Severus nannte. Die Luft war ihm nun eindeutig zu feindselig und somit entschloss er sich kurzerhand, sich abzuseilen.
„Ich sollte langsam zurück gehen, nicht das Ron noch irgendetwas dummes anstellt.“
„Wir mir scheint, sind sie doch dazu in der Lage, einmal mitzudenken, anstatt andere mit ihren Fragen vom selbigen abzuhalten. Zu schade, dass ich ihnen keine Punkte mehr geben kann, dafür dass sie das offensichtliche so treffend formuliert haben.“ sagte Severus.
Trotzig wollte Harry schon etwas erwidern, als er sah, wie Hermione Severus in die Rippen knuffte. Auch wenn dieser daraufhin noch nicht einmal mit der Wimper zuckte, war es Harry eine ausreichende Genugtuung. Die Tatsache, dass Snape Hermione, dass einfach so durchgehen lies, wurde genau wie all die anderen Sachen in die hinterste Ecke seines Geistes verbannt.
„Bevor sie gehen, sollte wir noch einen Treffpunkt ausmachen, da wir nun im Besitz der übrigen Horkruxe sind, können und sollten wir die Sache, wie geplant, heute hinter uns bringen.“
„Welche Sache?“ fragte Harry.
„Die Sache, die sich mit dem Ableben des dunklen Lords auseinandersetzt und somit das Potenzial hat die ganze magische wie nichtmagische Welt zu retten. Vor ein paar Minuten, sind sie ja der Einladung gefolgt, dem Spektakel aus der ersten Reihe beizuwohnen. Ich nehme an, sie wollen sich nicht um ihre Anwesenheitspflicht drücken, oder irre ich mich etwa?“ flüsterte Severus bedrohlich leise.
„Wenn ihnen bis dahin ein Plan bezüglich meines nicht Ablebens eingefallen ist, können sie höchstpersönlich mein Ticket entwerten.“ antwortete Harry kleinlauter als geplant.
„Ich werde alles in meiner Macht stehende tun und nun bewegen sie sich besser aus meinem Blickfeld, bevor ich meine Meinung vielleicht doch noch ändere. Wir treffen uns in einer halben Stunde am Ende des Flures, seien sie pünktlich und vergessen sie nicht ihren Freund mitzubringen.“
Ihm war gar nicht wohl bei dem Gedanken, dem Menschen sein Leben anzuvertrauen, der mit seinen Händen, schon unzählige Leben vorher genommen hatte. Nervös blickte Harry zu Hermione und wollte sie mit nach draußen ziehen, als Severus sich noch einmal zu Wort meldete.
„Sie bleibt hier, es ist glaub ich in ihrem Sinne, wenn zwei des denken fähige Menschen, versuchen ihr Leben zu retten.“
Widerwillig musste Harry ihm recht geben, als er sich auch schon umdrehte und zur Tür hinaus verschwand.
Wieder mit ihm allein schaute Hermione zu Severus.
„Wie sieht dein Plan aus?“ fragte sie ihn ohne größere Umschweife, „und was ist so gefährlich daran, dass Harry es nicht hören durfte?“
„Wenn ich mich nicht irre, seit ihr doch in dem Besitz der Heiligtümer des Todes, oder?“
„Ja ... . Meinst du dein Plan wird funktionieren?“
„Ich hoffe es.“ seufzte Severus.
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