Prophets quote Destiny - Marvolos Ring
von serotina
Der Abend neigte sich langsam dem Ende zu, schüchtern suchte sich der Mond seinen Weg durch den wolkenverhangenen Sternenhimmel. Schon vor einigen Stunden hatte Severus es aufgegeben, in seinem Büro sitzend abzuwarten, was als nächstes passieren würde. Hermione war an diesem Abend nicht mehr aufgetaucht, in der Bibliothek hatte er sie auch nicht gefunden und Potter war wahrscheinlich gerade dabei, anstelle des Horkrux sein Ego zu Grabe zu tragen. Welche Auswirkungen das, auf den Jungen der Lebte haben würde, wusste wahrscheinlich nur Merlin höchstpersönlich.
Auch wenn Potter nicht die zweite Prophezeiung erfüllte, so spielte er dennoch eine sehr große Rolle in dem ganzen Wirrwarr, was seine zwei Meister poetisch als Krieg bezeichneten.
Unruhig schnitt er ein paar seltene Kräuter von ihren Wurzeln, die er gerade am Waldesrand erblickt hatte. Bald würde er sich wieder in seine Gemächer begeben und dort der Dinge harren, die noch kommen mögen.
* * *
Leise öffnete Severus seine Tür, mittlerweile war sie so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass noch nicht einmal ein starker Reparo vermochte, sie ohne jegliche Kratzer wieder zusammenzufügen.
Irritiert blickte er sich in seinem hell erleuchteten Wohnzimmer um, wenn ihn nicht alles täuschte, hatte er die Kerzen gelöscht, als er zu seiner kleinen Wanderung aufgebrochen war. Auch die lodernden Flammen, die in seinem Kamin knisterten, hatten eigentlich keine Daseinsberechtigung, da das Holz, da war er sich sicher, kalt gewesen war, als er die Schutzzauber über seine Gemächer gesprochen hatte.
Mit gezogenem Zauberstab bewegte er sich zu der wärmenden Feuerquelle, als er Hermione, zusammengesunken in seinem Sessel vorfand, zog sich sein Herz unmerklich zusammen. Leise, um sie nicht zu erschrecken, flüsterte er ihren Namen. Noch scheute er sich davor, sie zu berühren, er wollte, wenn es nicht unbedingt nötig war, seine Grenzen nicht innerhalb kürzester Zeit, wieder missachten. Als auch seine manierliche Lehrerbefehlsstimme sie nicht zu wecken vermochte, rang er mit sich und berührte sie letztendlich an ihrer Schulter.
Doch Hermione zuckte noch nicht einmal mit der Wimper, geschweige denn, dass sie ihm den Gefallen tat, aufzuwachen.
Seufzend setzte er sich ihr gegenüber auf seinen Couchtisch und nahm sich erst einmal die Zeit, sie in Ruhe zu betrachten. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie komisch gekleidet war. Eingekuschelt in einen viel zu großen Pullover und Hosen, die ihr mindestens drei Nummern zu groß waren, saß sie auf seinem Lieblingssessel. Ihre Atmung war schwach. Dies war kein normaler Schlaf, sie hatte gezaubert. Doch was um Merlins Willen hatte sie so verausgabt?
Die Hexe vor ihm war wirklich ein Widerspruch in sich. Zuerst fühlt sie sich von der Magie im Stich gelassen, dass sie sogar gänzlich auf sie verzichtet und im anderen Moment zapft sie ihre eigene Lebensenergie an, nur um zu Zaubern. So mitgenommen, war sie bisher noch nicht einmal gewesen, als sie aus dem Schloss heraus appariert war.
Was hatte sie nur angestellt?
Seine Augen tanzten über ihr erschöpft wirkendes Gesicht, den vereinzelt zerzausten Haarsträhnen, der knittrigen Kleidung, bis hin zu ihrer Hand, deren Finger selbst im Schlaf, etwas krampfhaft umklammert hielten.
Leicht beugte sich Severus nach vorne und nahm ihre kalte Hand in seine wärmenden Hände, als auch schon der Gegenstand auf den Boden kullerte. Mit zittrigen Finger hob Severus, dem ihm bekannten Gegenstand auf und betrachtete den kleinen goldenen Ring, dessen schwarzer Stein mit dem eingravierten Wappen der Peverells unförmig aufgebrochen war. Ein leichter Geruch von verbranntem Fleisch stieg Severus in die Nase, als er die Bruchstellen genauer betrachtete.
„Was hast du nur getan, Hermione?“ flüsterte Severus mit erstickter Stimme, während er eine weitere Decke herzauberte um die unterkühlte Hexe zu wärmen.
* * *
Drei Stunden zuvor
* * *
In Ruhe betrachtete er, den vor ihm liegenden Ring, von allen Seiten. Seitdem er ihn das letzte mal aus seinem Versteck geholt hatte, hatte er sich nicht verändert.
Seit seinem ersten Zerstörungsversuch, was nun schon über einem Jahrzehnt zurücklag, hatte er nicht einen Kratzer davongetragen. Die schwarze Oberfläche des Steins verhöhnte ihn, auf eine glänzende Art und Weise. Das Peverellwappen verbarg sich in den Tiefen des Steins, für jedes Auge erkennbar, wenn man den Ring nur eingehend betrachtete.
Als er, Albus Dumbledore, den Ring aufgespürt hatte, ging von diesem Schmuckstück eine unnatürliche Faszination aus. Er fühlte sich mächtig, wenn er den Ring trug. Endlich war er Tom ein kleines Stück voraus, endlich besaß er eines der Seelenteile, die Voldemort so verzweifelt zu zerstückeln versucht hatte. Nun hatte er ihm einen Teil seiner Unsterblichkeit geraubt, bis ihm auffiel, dass er nicht die Macht dazu hatte, den Ring zu zerstören. Inzwischen überkam ihm jedes Mal ein unwillkommenes Gefühl des Versagens, wenn er den Ring betrachtete. Seine pulsierende Macht spürte, die ihn auslachte.
Ein Klopfen riss den alten Magier aus seinen Gedanken, als dieser auch schon seine Robe raffte und sich auf seinen Besuch vorbereitete. Auch Harry würde es nicht gelingen, diesen Ring zu zerstören, aber wenigstens konnte er ihn danach wieder mit Mut und Zuversicht aufbauen, so langsam, dass er lange nicht mehr darüber nachdenken würde, sein Wort zu missachten oder Infrage zu stellen.
„Herein.“ rief Dumbledore zur Tür.
Ein unsicher wirkender Harry erschien im Türrahmen, straffte seine Schultern und begrüßte nuschelnd seinen Mentor. Dumbledore bemerkte rasch, wie Harrys Aufmerksamkeit auf den Ring überging und führte den Jungen, zu dem runden Tisch, weit ab von all seinen wertvollen Gerätschaften, die er ungern zerstört sehen wollte.
„Nun ist die Zeit gekommen, mein Junge, dich zu beweisen.“ sagte Dumbledore, gewichtig und bekam nur ein Nicken von Harry.
Sekunden verstrichen bis Harry auch nur seine Zauberstabhand zu seinem Zauberstab führte, beinahe dachte Dumbledore, dass er im letzten Moment, doch noch einen Rückzieher machen würde. Doch da hatte er sich sehr in Harry getäuscht, als Harry auch schon einem ihm sehr bekannten Zauber sprach.
Fast wollte er den Jungen belächeln, für seinen zaghaften Versuch, einem solchen schwarzmagischen Gegenstand mit einer simplen Zauberformel entgegenzutreten, als der Ring auf seine Augenhöhe schoss und langsam ausbrannte. Der Zauber wirkte immer noch, als winzige Risse den schwarzen Stein durchzogen, bis er in der Mitte aufbrach und mit einem unnatürlichen Klonk wieder auf den kleinen runden Tisch fiel.
Die Show war vorbei, der Horkrux zerstört und Dumbledores Augen mit Unglauben erfüllt. Er hatte mit allem gerechnet, bloß nicht damit.
Immer noch auf den Ring starrend, ließ er Harry einen kurzen Moment aus den Augen, den dieser nutze um sich unbemerkt, an eine der Säulen abzustützen.
„Ich gratuliere dir, Harry.“ flüsterte Dumbledore, als er sich wieder gefangen hatte und den Ring schnell in einer schwarzen Schatulle verschwinden ließ.
Danach entließ er den erschöpften Harry, mit den Worten sich erst einmal auszuruhen, bevor er die Möglichkeit hatte, noch einmal auf seinen Plan die Schule abzubrechen zurückzukommen.
Die Tür fiel krachend ins Schloss und ließ einen sichtlich ratlosen Dumbledore zurück.
* * *
In Severus Gemächern
* * *
Mitten in der Nacht regte sich Hermione das erste Mal, es dauerte noch zwei Stunden bis ihre Augenlider zu flattern begannen und sie letztendlich ihre Augen aufschlug. Benommen, nahm sie das verschwommene Gesicht eines äußerst besorgten Professors wahr.
„Severus?“ wisperte Hermione.
„Ja, ich bin hier. Alles ist gut. Du bist in meinen Gemächern eingeschlafen.“ flüsterte Severus. Obwohl ins Koma gefallen, besser zu dieser durchwachten Nacht gepasst hätte.
Seinen Ärger über ihre Leichtsinnigkeit erstmal unterdrückend, wartete er bis sie sich von alleine wieder aufrichten konnte.
Ohne größere Bewegungen hatte sie sich aufgesetzt und gleich darauf auch den Ring in Severus Hand entdeckt. Sich schon mal auf seinen Wutausbruch vorbereitend, sackte sie ein wenig in sich zusammen und lehnte sich mit halb geschlossenen Augen in den Sessel zurück. Ihre Hände versteckte sie sorgsam unter den vielen Stofffalten des riesigen Pullovers, sonst wäre ihm sofort aufgefallen, dass sie nicht verhindern konnte, dass diese schon bei der kleinsten Bewegung anfingen zu zittern.
Sein am Anfang noch besorgter Gesichtsausdruck verdunkelte sich nun immer mehr.
„Wie bist du an den Ring gekommen?“ fragte er immer noch sehr leise.
„Vielsafttrank.“ antwortete Hermione.
Das war auch seine erste Vermutung gewesen, als er ihre unübliche Kleidung in die Gleichung mit einbezog.
So nun war also das wie geklärt.
„Warum?“
„Es war die einzige Möglichkeit Harry zu beschützen. Wenn es ihm nicht gelungen wäre, so hätte er aufgegeben, auch wenn ihn Dumbledore wieder aufgebaut hätte, er hätte nur noch seinen Worten vertraut, anstatt mal seinen eigenen Kopf anzustrengen, auch wenn es jetzt fast genauso ist, wäre es dieses mal noch viel viel schlimmer geworden und wenn er es tatsächlich geschafft hätte, dann wer weiß was dann passiert wäre.“ seufzte Hermione, sie hätte nicht gedacht, dass reden sie einmal so sehr anstrengen würde. Sie wusste nicht einmal ob ihr Gebrabbel Sinn ergeben hatte.
Mit ihrer Erklärung anscheinend immer noch nicht zufrieden, hielt Severus ihren Blick, mit seinen schwarzen, alles durchdringenden Augen, immer noch gefangen.
Hermione seufzte, ob seiner Sturheit oder ihrer Verschwiegenheit, wussten beide nicht.
„Und ich wollte wissen, ob ich einen Horkrux zerstören kann.“
„Und diese Dummheit, hätte dich beinahe dein Leben gekostet.“ flüsterte Severus, der seine Stimme immer noch nicht unter Kontrolle hatte. Verdammt. Wie sollte er diese Hexe beschützen, wenn sie einfach so auf eigene Faust handelte?
„Ich hätte nicht gedacht ...“
„Gerade von dir hätte ich wenigstens erwartet, dass du denkst bevor du handelst. In Zukunft wirst du keine eigenmächtigen Entscheidungen, in solchen Größenordnungen treffen. Hast du mich verstanden?“ redete Severus dazwischen und hielt sich sehr zurück, sie an seinen gesamten Gedanken teil haben zu lassen. Wer weiß was wirklich passiert wäre, wenn Albus den Schwindel bemerkt hätte, egal wie sehr er es liebte Intrigen zu spinnen, er mochte es gar nicht, wenn man mit ihm höchstpersönlich spielte.
„Ja, Severus.“ unterbrach Hermione seine Gedanken.
Schwer Atmend versuchte sie sich noch an die Sessellehne zu klammern, doch ihre Hand verfehlte knapp das Ziel. Schnell sprang Severus auf und fing sie mit seinen starken Armen auf, bevor sie vom Sessel fallen konnte.
Mit der letzten Kraft die sie hatte flüsterte sie, „Er war überrascht, Severus, Dumbledore war überrascht, er hatte es nie für möglich gehalten, dass Harry den Horkrux zerstören könnte ...“
Nun sackte sie endgültig in seinen Armen zusammen und fiel wieder in einen tiefen Schlaf. Jetzt wo sie schlief, knickte Severus ein und gab seinen Gefühlen nach. Ganz fest drückte er Hermione an sich, verzweifelt vergrub er sein Gesicht in ihre endlosen Locken und atmete ihren süßen Geruch ein.
Beinahe hätte er sie für immer verloren.
Als wäre sie das zerbrechlichste, was die Zaubererwelt je zu Gesicht bekommen hatte, trug er sie in sein Bett und legte behutsam seine warme Decke um ihre zitternden Schulter. Mit einem Wink war auch in seinem Schlafzimmer das Kaminfeuer entzündet worden und eine angenehme Wärme erfüllte den Raum. Jetzt wo er nichts mehr tun konnte, setzte er sich neben sein Bett und wachte über Hermione. Seine Hand umklammerte noch immer ihre zarten Finger.
Wenn er nur könnte, so würde er sie nie wieder loslassen.
* * * * * *
Wie hat es euch gefallen?
Vielen Dank an meine Beta eule20 und an die fleißigen Kommentarschreiber *Pizza rüberschieb*
Draco*Ginny: ich hoffe einige deiner Fragen konnte dieses Kapitel beantworten, wenn auch andere wahrscheinlich neu dazu gekommen sind. Und ja Harry ist definitiv ein Dickschädel *lach*
NicoleSnape: Bin gespannt, ob du das richtige vermutet hattest^^hoffe dir hat das Kapitel gefallen^^.
Bin wahnsinnig auf eure Meinung gespannt und um das warten auf das nächste Kapitel ein wenig zu erleichtern, gibt es schon mal vorab den Kapiteltitel^^ Wenn du mit Feuer spielen muss, nicht verglühen du darfst ...
bis bald,
seri
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Samstag, 01.07.
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Meine Figur spiegelt sich auf den Gesichtern vieler Kinder, die man trifft. Sogar wenn man normal gekleidet ist, starren sie einen an wie ein Alien.
Tom Felton