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Fanfiction

Prophets quote Destiny - Wenn der Läufer den Turm schlägt und den König Schachmatt setzen will .... Teil 1

von serotina

Die Staubflusen, die sich auf allen noch frei liegenden Flächen gebildet hatten, wirbelten auf, als das erste Mal seit vielen Jahren, wieder jemand das Haus betrat. Mit einem leisen Plop apparierte Severus mit Hermione in seinen Armen in den düsteren kleinen Flur, nahe der Treppe die ins Obergeschoss führte. Jahrelang war er seinem Anwesen mit Missachtung begegnet, doch nun war es der einzige sichere Ort gewesen, der ihm in den Sinn kam.

Das Holz knarrte unter seinen Füßen, als er vorsichtig durch sein Haus wanderte, vorbei an den mit Laken und weißen Tüchern verhangenen Möbeln und verwelkten Blumen.

„Audrey.“

„Audrey!“ unruhig ließ Severus seine dunkle Stimme durch die Räume klingen. Sich seinen Weg durch die Dunkelheit suchend, schaffte er es trotz Hermione auf seinen Armen, nicht ein Möbelstück zu streifen, so gewohnt waren ihm die Wege des Hauses, seinem Haus.

„Audrey!“ Severus Ton wurde nur unmerklich beharrlicher. Hermione fest an seine Brust gedrückt, durchschritt er die schwere Eichentür, die zu seinem Schlafzimmer führte. Ihr Atem wurde immer flacher, auch wenn Severus nicht wusste, ob dies nicht nur auf seiner Einbildung beruhte, als der Realität entsprach. Die Angst um sie hatte ihn so sehr im Griff, dass die Grenze zwischen diesen beiden Dingen mehr als nur verschwamm. Dieses für ihn ungewohnte Gefühl, ließ Severus seufzen, als er an seinem Ziel von warmen Kerzenschein empfangen wurde und das Geräusch von raschelnden gerstärkten Laken vernahm, die von der kleinen Audrey schwungvoll vom großen Bett gerissen wurden und mit einem Fingerschnippsen ins Nirgendwo entschwanden.

Behutsam legte er Hermione auf die feinen seidenen Decken ab. Seine Hände zitterten unmerklich, als er seinen Zauberstab nahm und ihn waagerecht über Hermiones geschwächten Körper hielt. Der Diagnosezauber offenbarte keinerlei Geheimnisse. Das einzige was Hermione fehlte, war ihre körpereigene Magie, von der nur noch ein Fünkchen übrig war und Severus blieb nichts anderes zu tun als zu warten. All seine Fähigkeiten als Zaubertrankmeister halfen nichts in dieser Situation, kein Zauberspruch durfte über seine Lippen kommen, wenn ihr Plan gelingen sollte.

Unter anderen Umständen, in einer anderen Welt, würde er ihr einen Stärkungstrank nach dem anderen einflössen, er würde noch nicht einmal davor zurück schrecken, seine eigene Magie anzuzapfen. Doch nun war er dazu verdammt zuzusehen. Sie musste es aus eigener Kraft schaffen, sonst würde sie früher oder später, die Grenze soweit überschreiten, dass es kein Zurück mehr geben würde.

Und dann würde er sie verlieren, für immer. Händeringend flüchtete er sich zum Kamin, suchte dort in der Nähe des Feuers, verzweifelt nach einer Wärme, einer Hoffnung, die dazu in der Lage war, die klamme Kälte aus seinem Inneren zu vertreiben, welche zweifelsohne eine heillose Verbindung mit seiner Angst eingegangen war.

Audrey ließ sich Zeit, dass ganze Schauspiel einige Minuten stumm zu beobachten, bevor sie ihre nächsten Worte mit Bedacht wählte, „Wie ich sehe war eure Aktion erfolgreich gewesen.“ Als Antwort bekam sie nur ein verächtliches Schnauben, Severus hielt es noch nicht einmal für nötig sich zu ihr umzudrehen. Dem Feuer zugewandt, wollte er nichts lieber als ihre Person gänzlich zu ignorieren. Er wollte das sie ging und er wusste, dass ihr das mehr als nur bewusst war und das dies auch genau der Grund war, warum sie immer noch hinter ihm stand.

Eigentlich wollte sie ihn schonen, aber diese Gelegenheit durfte nicht ungenutzt bleiben. Nun da es nicht mehr nur um ihn ging, nun da auch Hermiones Leben in Gefahr war, wenn sie sich weiterhin seinem Plan unterwarfen, würde er vielleicht endlich anfangen, die richtigen Fragen zu stellen und vor allem die Wahrheit dahinter nicht weiter verleugnen.

„Wie lange werdet ihr bleiben?“

„Sobald sie aufgewacht ist, werde ich sie zurück nach Hogwarts bringen.“

„Und dann?“

„Nichts und dann.“ Severus redete immer noch mit einem roten Kaminziegel, anstatt sich zu Audrey umzudrehen.

Audrey schüttelte ihren großen Kopf, Severus sah sie nicht, doch konnte er an ihrem Ohrengeschlacker genau hören, was sie gerade tat. Mittlerweile hatte Severus es aufgegeben sich am Feuer zu wärmen und war nun auf der Suche nach einer anderen Wärmequelle. Mit zitternden Händen versuchte er ein Rotweinglas zu befüllen. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit und Audreys stechendem Blick im Rücken zu spüren, machte die Situation für Severus nicht gerade erträglicher.

„Sie wird Fragen stellen.“ kurz pausierend, setzte Audrey nach, „Irgendwann wird sie es herausfinden.“

Gerade als er die Flasche abgestellt hatte, feuerte Severus sein Glas an die gegenüberliegende Steinwand, wo es klirrend zu Bruch ging und der Rotwein, blutrot die Wand runterlief und auf den Boden tropfte.

„Sie wird es nie erfahren!“ schrie er der rotweinbenetzten Wand entgegen.

Als sich Severus endlich zu Audrey umdrehte, war sie verschwunden. Mit hängenden Schultern trat er ans Bett heran, die Angst hatte seine Gedanken in einem festen Würgegriff. Er hatte so große Angst sie zu verlieren. Diese Angst legte seine Kontrollmechanismen lahm, schaltete all seine imaginären Schutzvorrichtungen aus und ließ ihn mit seinen Emotionen alleine.
Sanft strich er Hermiones Haar zurück, berührte ihre Wange mit seinen Fingerspitzen und strich ihr immer wieder das Haar hinters Ohr. In einem fortwährend flüsternd, „Bitte komm wieder zu dir ... bitte komm wieder zu mir zurück ... ich liebe dich.“

* * *


Alles war in Dunkelheit gehüllt. Es war eine zähe Dunkelheit, eine die kein Licht scheute, weil es dieses schon vor einer halben Ewigkeit vertrieben hatte. Hermione fühlte sich genauso, wie sie sich die Gefühlswelt der Dunkelheit vorstellte, kalt und leer und je länger sie sich der Leere in ihrem Inneren hingab, desto deutlicher spürte sie eine undefinierbare Angst. Sie wusste nicht, woher die Angst kam, sie wusste ja nicht einmal, wovor sie scheinbar so große Angst hatte.

Plötzlich tauchte Severus wie aus dem Nichts auf, nun war sie nicht mehr allein. Er stand genau neben ihr, anscheinend hatte sie auch die ganze Zeit über gestanden. Irgendwie fand sie den Gedanken komisch. Sich von ihren komischen Gedanken ablenkend betrachtete sie Severus genauer. Seine Augen waren genauso kalt wie die Dunkelheit und von einem ebensolchen undurchdringlichem Schwarz. Er lächelte nicht, doch er lächelte nie.

Ungeahnte Liebesschwüre tauchten in ihren Gedanken auf. Worte die sie schon so oft sagen wollte, so oft auf ihren Lippen gespürt hatte, doch immer wieder stumm geblieben war, wohl wissend, dass Severus Snape von Natur aus, nicht der Typ Mann war, der mit schnulzigen Liebesbekundungen hätte umgehen können.

Doch genau in diesem Augenblick wollte Hermione nichts sehnlicheres mehr, als ihren Gefühlen nachzugeben und sie mit dem Menschen zu teilen, dem ihr Herz gehörte.

Sie wusste nicht, ob sie gerade lächelte, sie wusste auch nicht warum sie sich keine Gedanken darüber machte, dass sie ihren eigenen Körper nicht spürte. Nicht einen Muskel konnte sie bewegen und doch spürte sie ihr Herz in ihrem Inneren unaufhörlich schlagen. All ihren Mut zusammennehmend, gestand sie ihm ihr Geheimnis, welches schon längst kein Geheimnis mehr war.

„Severus, ich liebe dich.“

Die Worte hatten kaum ihre Lippen verlassen, als Hermione spürte, wie ihr eine tonnenschwere Last von den Schultern fiel, selbst das Atmen fiel ihr leichter. Bis sie merkte, dass Severus nicht auf ihre Worte reagierte, sie einzig mit einem vernichtenden Blick niederstarrte. Plötzlich war die Angst wieder da, doch dieses Mal war sie viel gewaltiger. Denn dieses Mal wusste Hermione, wovor sie so große Angst gehabt hatte. Angst, dass alles nur ein Spiel war. Angst davor, dass der Horkrux doch Recht hatte.

Mit klopfendem Herzen schlug Hermione ihre Augen auf und fand sich in einer fremden Umgebung wieder, weg war die undurchdringbare Dunkelheit, welche sie in den vergangenen Stunden zu schätzen gelernt hatte. Auch hier war es dunkel, doch das Licht des Vollmonds, welches durch die mit Seide verhangenen Fenster fiel, lies Hermione die groben Umrisse des Zimmers erkennen. Das Himmelbett in welchem sie lag, war aus hellem Holz gefertigt, die Stoffe rundherum in einem bordeauxfarbenen Ton gehalten, jedenfalls soweit Hermione das in dem Zwielicht erkennen konnte.
All dies passte irgendwie nicht zu dem Einrichtungsstil den sie von Severus in Hogwarts gewöhnt war. Und doch schien sie sich in seinem Haus zu befinden. Die Einbände von diversen Zaubertrankbüchern konnte sie sogar in diesem diffusen Licht als solche erkennen und ein schlafender Severus zu ihrer Linken, der krampfhaft ihre Hand festhielt, ließ kaum noch einen anderen Schluss zu.

Darauf bedacht ihn nicht zu wecken kroch Hermione aus dem Bett und trat ans Fenster heran und verschmolz wieder mit der Dunkelheit. Sie wusste nur zu gut um die Irrsinnigkeit ihres Traumes und sie würde alles daran setzen, dass der Horkrux, letzten Endes nicht doch noch gewann.

* * *


„Warum hast du mich nicht geweckt?“ fragte Severus als er von hinten an Hermione herantrat und seine Arme um ihren zerbrechlich wirkenden Oberkörper schlang. Die Sonne war gerade dabei aufzugehen, als er sie am Fenster stehend vorgefunden hatte.

Sich in seine Umarmung hineinlehnend, nuschelte Hermione etwas gegen seinen Hals, „Ich wollte wohl unsere Rückkehr in die Realität noch ein wenig hinauszögern.“

„Was war da gestern passiert?“

„Ich weiß es nicht. Es war anderes als bei dem Ring. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieser Horkrux stärker war, als wenn Voldemort seine Seele in ungleich große Stücke aufgeteilt hätte. Er ... es war Intuitiver.“

„Intuitiv?“

„Er wusste dass ich ihn angreifen würde, schon in dem Moment, wo ich den Blickkontakt hergestellt hatte.“

„Du meinst, dass er deine Aura erspürt hat?“

„Könnte dies sein?“ fragte Hermione leicht verwirrt.

„Wenn dem so wäre, können wir von Glück reden, dass du dem Dunklen Lord nie wirklich begegnet bist. Denn wenn sogar ein Teil seiner zerschundenen Seele deine Macht spürt, dann garantiere ich nicht für die Blindheit des Originals.“

„Aber damals im Ministerium ...“ wand Hermione ein.

„Vielleicht war er dort zu sehr auf Potter und Albus fixiert gewesen, um den Rest seiner Umgebung auch nur wahrzunehmen und du musst bedenken, dass deine Kraft damals nicht annähernd so präsent war, wie jetzt in diesem Augenblick.“

„Dann hat es wohl auch seine guten Seiten unbemerkt zu bleiben.“ seufzte Hermione und schloss ihre Augen. „Wir sollten aufbrechen, sonst denken deine Freunde noch, dass ich dich entführt hätte.“ schmunzelte Severus.

„In Ordnung, aber könnten wir noch für ein paar Minuten die Zeit dabei beobachten, wie sie uns ausnahmsweise keinerlei Beachtung schenkt?“ Zur Antwort küsste Severus sie zärtlich auf die Wange und verstärkte seine Umarmung. Mit leichtem Griff hielt sich Hermione an seinen Armen fest, zählte in Gedanken bis Sieben und apparierte mit Severus in seine Gemächer in Hogwarts.

Er wusste gar nicht wie ihm geschah, so plötzlich wechselte die Szenerie vor seinen Augen. Stand er eben noch in seinem Haus in der Nähe von London und genoss den Ausblick auf die ruhigen Felder und Weiden, so schlossen ihn nun wieder die kalten Steinwände seines Kerkers ein.

„Du bist unglaublich.“ staunte Severus als er sah, dass Hermione nach diesem kräftezerrendem Zauber, noch nicht einmal in ihrem Gang schwankte. Ganz davon zu schweigen, dass nicht ein Körperteil fehlte oder sich an einem anderen Ort befand. Dafür, dass es eigentlich unmöglich war in Hogwarts zu apparieren, war dies selbst für Hermione eine außergewöhnliche Leistung.

„Ich wollte es einfach mal wieder ausprobieren.“ tat Hermione Severus Erstaunen mit einem Schulterzucken ab. Doch bevor sie seine Kerker fluchtartig verlassen konnte, bekam Severus noch ihr Handgelenk zu fassen und wirbelte sie zu sich herum, sodass ihre Locken wild durch die Luft wirbelten.

Seine Fingerspitzen berührten ihre Wange, während er ihr tief in die Augen schaute.

„Du bist eine mächtige Hexe.“

„Ich weiß.“

* * *


Die Rückkehr in ihre Realität gestaltete sich ereignisloser als Hermione erwartet hatte. Unbemerkt schlich sie sich in den Raum der Wünsche, der zu dieser Stunde wohl als eine Art Versammlungsraum genutzt wurde.

Alle Mitglieder von Dumbledores Armee waren dort und lauschten den aufgeregten Worten von Harry. Lauschten der glorreichen Vernichtung des Horkrux, wobei nicht einmal Ron, der dabei gewesen war, auffiel, wie verzerrt Harry, die doch eigentlich unspektakulären Ereignisse zu einer Heldengeschichte sondergleichen verschönerte.

Dabei hatte keiner von ihnen den dunklen, schweren Nebel gesehen, keiner von ihnen hatte einen Teil von der Seele des Dunklen Lords in seinem Geist gespürt.

Triumphierend erzählte Harry, wie er Snape, dem Ekelpaket, die Stirn geboten hatte. Hermione tauchte indes in einem Nebensatz auf, sie wurde dafür gefeiert, dass es ihre Idee gewesen war, dass sie „ihr Leben“ und vor allem ihren Ruf und Ansehen, für die Sache riskiert hatte.

Stumm stand Hermione in einer dunklen Nische, halb verdeckt von einer hochaufragenden Säule und lauschte den Worten ihres besten Freundes. Sie verpasste es an den richtigen Stellen zu klatschen oder die passenden Ausrufe des Erstaunens beizutragen.

Es fiel ihr schwer Erstaunen zu erübrigen, da sie bei diesem Ereignis einen Platz in der ersten Reihe gehabt hatte. Das Harry den Raum der Wünsche, an diesem Tag sehr dem Gerichtssaal des Ministeriums nachempfunden hatte, lenkte Hermione zusätzlich ab. Seit sie den Raum betreten hatte, lief ihr immer wieder ein Schauer über den Rücken.

Ginny war die erste die Hermione entdeckte, mit Tränen in den Augen schloss sie Hermione in ihre Arme. „Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht, als Harry erzählte, dass du zusammengebrochen bist und Ron meinte, dass Snape mit dir irgendwohin appariert ist ...“ flüsterte Ginny ihr ins Ohr. „Mir geht es gut.“ flüsterte Hermione zurück.

Mittlerweile hatte auch der Rest der DA ihr Ankommen registriert und klatschte Beifall. Hermione sah noch wie Harry ihr applaudierte, er tat es in einer Art und Weise, wie es wahrscheinlich ein junger Dumbledore getan hätte. Ron war der einzige der ihr nicht applaudierte, dessen Lächeln sofort von seinem Gesicht verschwunden war, als er Hermione gesehen hatte. Doch das bekam Hermione nicht mehr mit, da Ginny ihre gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog.

Irgendwann löste sich die Versammlung auf und alle gingen ihre eigenen Wege, Hermione die immer noch sehr erschöpft war, verabschiedete sich früh von den anderen und ging auf ihr Zimmer.

Seltsam aufgewühlt saß sie auf ihrer Bettdecke und war gespannt was sich am folgenden Schultag ereignen würde.

* * *


Der erwartete Imageschaden blieb aus, wenn man es genau betrachtete, hatte Hermione eher an Ansehen dazu gewonnen, da sie einem der unbeliebtesten Lehrer und Menschen die dieses Schloss bewohnten, die Stirn geboten hatte. Selbst die Slytherins waren in ihrer Art und Weise davon beeindruckt, auch wenn sie es nie öffentlich zugeben würden. Doch die Tatsache, dass ihr strenger Hauslehrer, welcher von den meisten mehr als nur respektiert wurde, einer Gryffindor Gnade zu Teil werden ließ, war schon etwas besonderes.

Nebenbei wurden Harry, Ron und Hermione endlich offiziell in den Orden des Phönix eingeführt und durften an allen Versammlungen jeglicher Art teilnehmen, so spektakulär wie unspektakulär sie auch waren. Und die Treffen in der ersten Dezemberhälfte konnte man schon eher als unspektakulär bezeichnen.

Da von einem weiteren Horkrux noch weniger als eine Spur existierte, ja noch nicht einmal eine Ahnung vorhanden war, um welchen Gegenstand es sich handeln könnte, besprach man entweder die Sicherheitsvorkehrungen für den bevorstehenden Weihnachtsball oder sprach über den einen Plan den Lucius wahrscheinlich ausheckte, um seine Macht im inneren Zirkel Voldemorts wieder herzustellen, welcher im übrigen in Ansätzen so bekannt war, wie das Dasein des nächsten Horkrux.
Hermione nutzte indes die Zeit sich weiter vorzubereiten, münzte die Warnung des Horkrux in ihre eigene nie enden wollende Motivation um und trainiert ihre Kräfte, bis zum wortwörtlichen Umfallen.

Zwischendurch leitete sie weiterhin die DA, schrieb ihre und Rons Aufsätze, unterrichtete Harry weiter in Okklumentik und verbrachte ihre Freizeit fast ausschließlich bei Severus.

So wie auch in diesem Moment, es war der zweite Dezembersonntag, Hogsmeadwochenende, und Hermione hatte sich mit der Ausrede davongeschlichen mit Snape trainieren zu müssen. Harry hatte sie daraufhin nur mitleidig angeschaut und von Ron durfte sie sich anhören, „Man könnte meinen, dass du deine Zeit lieber mit der Fledermaus, als mit uns verbringst!“
Den bissigen Kommentar, der ihr schon auf den Lippen lag, verkniff sich Hermione lieber und marschierte mit hoch erhobenem Kopf aus dem Gryffindorturm.

Ron musste endlich begreifen, dass sie nicht sein Eigentum war und es auch nie werden würde, egal wie weit ihre, diese Welt noch aus den Angeln gehoben wurde. Sie gehörte zu Severus, so wie er zu ihr gehörte, auch wenn sie keiner verstehen würde.

Severus hatte sich nach der Gerichtsverhandlung irgendwie verändert. Sein Beschützerinstinkt ihr gegenüber, war nun gänzlich an die Oberfläche getreten, wenn auch nur in ihrem privatem Zusammensein. Sie hatte irgendwann aufgehört ihn darauf hinzuweisen, wie unnötig dies doch war und er sich langsam wie Dumbledore in Bezug auf Harry benahm, auch wenn sie dies nie laut ausgesprochen hätte.

Auf der anderen Seite hatten die beiden ihr Trainingsprogramm noch mehr gesteigert. Mittlerweile konnte Hermione ihre Magie soweit kontrollieren, dass Severus sie wieder gefahrlos in seinem Unterricht schwierige Zauber vorführen ließ. Bis auf eine Knollennase von Seamus und einen „Unfall“ von Pansy, kam es zu keinen weiteren Vorfällen und Pansy machte immer noch einen großen Bogen um Hermione. Manchmal konnte sich ein fehlgeschlagener Zauber, als äußerst nützlich erweisen.
An dem heutigen Sonntag hatten sich beide auf eine vorübergehende Pause geeinigt. Severus korrigierte Schülerarbeiten und Hermione arbeitete sich durch die Koboldkriege, dabei lernend, dass nicht alle wichtigen Informationen in einschlägigen Schulbüchern niedergeschrieben wurden. Gerade was die Koboldkriege bedarf, verschönerten die Hexen und Zauber, gerne ihre wahre Beteiligung in dieser Angelegenheit.

Ihre Finger strichen über das gelbliche Pergament, und trotz des doch interessanten Buchinhalts, konnte Hermione nicht umhin, dass ihre Blicke mehr zu Severus rüberschweiften, als zu den Buchstaben des nächsten Wortes.

Immer noch versuchte sie die Kälte in ihrem Inneren zu verdrängen, die der Horkrux mit Zielsicherheit dort eingepflanzt hatte, dass selbst Severus ihre Sucht nach Nähe aufgefallen war. Auch wenn sie eigentlich darüber eingekommen waren, die Grenzen eines Lehrerschülerverhältnisses in ihrer letzten Instanz vor Hermiones Abschluss nicht zu überschreiten, war Hermione nah dran, dass Severus seine Prinzipien einfach über die nicht vorhandene Reeling warf und zusah, wie sie im tiefen Ozean seines Unterbewusstseins versanken.

Doch noch konnte Severus bestehen, was viel mehr daran lag, dass Hermione mehr von einem bestimmten Gefühl getrieben war, als wirklich das Vorhaben der Grenzüberschreitung zur forcieren.

Er versuchte ihre gelegentlichen Blicke zu ignorieren, doch noch nicht einmal das schlechte Essay von Potter konnte ihn in
einer Art ablenken, dass er ihre flüchtigen Blicke nicht bemerken würde.

Seufzend war er versucht mit seiner Feder das gesamte Geschreibsel zu durchkreuzen, das Pergament seiner inhaltlichen Unfähigkeit wegen zu durchstechen, oder gleich die gesamte Pergamentrolle samt Potters Zukunft als Auror in den Kamin zu werfen. Die verkokelten Pergamentseiten, würden es bestimmt schaffen seine Laune ein wenig zu erhellen.

Doch Severus war viel zu vernünftig für derlei Dinge, mit einem versteckten Schmunzeln, benotete er Potters Arbeit mit einem Trollartigen Vergleich und musste nun wirklich seufzen als er sah, welchen Aufsatz er als nächstes benoten musste.
Ohne weiter darüber nachzudenken, streichte er den gesamten Text mit einem schwungvollen Federschlag durch.

„Ich hoffe du benotest nicht gerade Rons Aufsatz ohne ihn gelesen zu haben, da ich ihn nämlich geschrieben habe, würde deine Benotung ziemlich unglaubwürdig daherkommen.“ grinste Hermione und tat so als wäre sie gerade bei einer besonders interessanten Textstelle angelangt, die all ihre Aufmerksamkeit beanspruchte.

„Wenn ich meinem Image als Bastard gerecht bleiben sollte, sehe ich momentan kein Problem.“ grummelte Severus, ließ seine Tintenspuren vom Pergament verschwinden und gab sich damit zufrieden, nur die Hälfte der Arbeit zum Teufel zu schicken.

„Darf ich dich fragen, warum du nicht auch Potters Aufsätze schreibst? Somit hätte er wenigstens die Chance auf ein Vorstellungsgespräch im Ministerium.“

Reflexmäßig hob Hermione eine ihrer Augenbrauen. „Harry würde nicht einmal im Traum daran denken mich zu fragen, schließlich ist er als offizieller Leiter von Dumbledores Armee die Person für alles was mit Verteidigung gegen die Dunklen Künste zu tun hat.“

„Tja, ich hatte ja schon immer eine besondere Freude daran, ihn auf den Teppich der Tatsachen zurückzuholen.“

„So schlecht?“ fragte Hermione verwundert, auch wenn Harry nie an ihre Qualität des geschriebenen Wortes herankommen würde, so waren seine Aufsätze in der Vergangenheit in Ordnung gewesen.

„Ich muss leider zugeben, dass er schon einmal besser war.“ Severus sah gerade aus, als hätte er auf eine äußerst bittere Zitrone gebissen. „Doch seit Anfang des Jahres hat diese Qualität des Durchschnitts ihn komplett verlassen.“

„Hmmm.“

„Was denkst du?“ würde sich das Thema nicht gerade um Sankt Potter handeln, hätte Severus mehr wirkliches Interesse gezeigt.

„Ich denke das ihn meine Prophezeiung immer mehr und mehr in den Kopf steigt.“

„Und alles vorhandene Wissen verdrängt?“

Ein böser Blick von Hermione ließ ihn sofort verstummen, sie machte sich wirkliche Sorgen um ihren besten Freund. „Du warst diejenige die ihn auf die Titelseite geschleift hat.“ gab er zu bedenken.

„Ich weiß und ich würde es auch immer wieder tun, doch es wäre einfacher, wenn alles auch von seiner Seite gespielt wäre. Ich verstehe nicht, warum Dumbledore ihn wie ein instabiles Kartenhaus versucht aufzubauen.“
Der Antwortvermeidung wegen verzog sich Severus in die Küche und kam ein paar Minuten später mit zwei verführerisch duftenden Bechern Kaffee wieder.

„Keiner kennt Albus so gut wie er selbst.“ meinte Severus irgendwann zögerlich.

„Und keiner hat ihn je in Frage gestellt, hmmm?“

Irritiert blickte Severus auf, dank seiner jahrelanger Spionagetätigkeit war ihm seine Überraschung nicht anzumerken, wie auch die Gedanken, die durch sein Hirn rasten. Hatte Audrey hier irgendwo ihre kleinen zierlichen Finger mit im Spiel? Doch wenn er ehrlich zu sich war, waren diese Gedanken nichts anderes als eine logische Konsequenz der letzten Ereignisse.
Da Severus nicht auf ihre Frage reagierte, senkte Hermione irgendwann stumm den Blick und ließ ihn ohne Antwort davonkommen. Sie konnte es nicht richtig beschreiben und dennoch ahnte sie, dass da noch irgendwas war. Irgendetwas was weit ab von ihrer eigenen Vorstellungskraft lag und dieses Etwas war auf irgendeine Art und Weise mit Severus und Dumbledore verschmolzen, wie man sich die Verbindung von Pech und Schwefel vorstellen mag.

Die Stunden flogen dahin, die Kerzen brannte nieder und bis zum letzten Glockenschlag blieb Hermione in den sicheren Hallen von Severus Gemächern, doch auch an diesem Tag kam irgendwann der Moment, wo sie in ihr anderes Leben aufbrechen musste.

Ein Leben als ganz gewöhnliche, zwar überaus schlaue Schulsprecherin von Hogwarts. Beste Freundin von dem einen Auserwählten, Mitglied des goldenen Trios und durch und durch Gryffindor.

Severus küsste sie sanft auf den Mund, bevor er die Tür hinter sich verschloss und Hermione sich seufzend herumdrehte und geschwind die Treppen der Kerker emporstieg.

Das Leben, welches sie hinter sich ließ, war ihr nicht gerade ans Herz gewachsen. Gut und gerne könnte sie auf ihr außergewöhnliches Schicksal verzichten, noch immer sah sie sich nicht in der Rolle der anderen Auserwählten, auch wenn sie sich dieser Tage ihrer eigenen Macht immer mehr und mehr bewusst war. Das eine was sie schmerzlich zurückließ und schmerzlich vor ihrem anderen Leben verleugnete war ihre Beziehung zu Severus, die aus der Ungewöhnlichkeit ihrer eigenen Natur, noch bis auf eine unbestimmte Zeit im Dunklen verborgen sein würde. Obwohl sie doch so gerne zu ihm stehen würde. Seite an Seite. Ihn vor den anderen immer nur zu verteidigen, reichte ihr bei Weitem nicht aus, dass hatte sie auch schon viel früher gemacht.

Ihren Gedanken nachhängend, schlich Hermione durch die menschenleeren und katzenfreien dunklen Korridore. Nur noch vereinzelte Fackeln brannten und tauchten Hogwarts in ein schummriges Licht. Doch Hermione nahm dies alles nicht wahr, so tief war sie in ihren Gedanken versunken, dass sie noch nicht einmal die Tarotkarten bemerkte, die mancherorts verstreut herumlagen. Wäre sie ihrer Spur gefolgt, so hätten die Karten sie bis hinauf in den Nordturm geführt, den Turm, den sie seit ihrem dritten Schuljahr in Hogwarts nie wieder betreten hatte. Trelawneys Zuhause.

Erschöpft und hundemüde ließ sich Hermione auf ihre Kissen fallen. Der heutige Tag so ruhig er auch gewesen sein mag, war nichts desto trotz anstrengend gewesen. Während des Lesens hatte sie immer wieder versucht in der Luft zu schweben, nebenbei hatte eine normale Schreibefeder alle wichtigen Notizen aus den Büchern, die ihre Gedanken diktiert hatten, notiert. Diesen äußerst nützlichen Zauber hatte sie vor einigen Tagen so ähnlich in einem eher verbotenen Teil der Schulbibliothek gefunden. Kombiniert mit einem Flotteschreiberzauber und verknüpft mit ihren eigenen Gedanken, konnte sie nun ihre Gedanken verschriftlichen ohne einen Finger zu rühren und dass in der angepassten Geschwindigkeit ihrer Gedanken.

Eigentlich war es zu schade, dass sie diesen Zauber nur anwenden konnte, wenn sie alleine oder in Severus Gegenwart war. Aber bevor sie es riskierte, dass irgendeiner von ihren Freunden ihre Zauber hinterfragte, behielt sie es lieber für sich. Ginny kam schon aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn es ihr gelang, gefundene Zauber auszuführen. Wie würden sie dann erst reagieren, wenn sie Zauber selbst erfand?

* * *


Der nächste Morgen bot aus Hermiones Sicht keinerlei Überraschungen. Das Frühstück war normal temperiert. Eier mit Speck. Keine ungewöhnlichen Vorkommnisse waren im Tagespropheten zu lesen, so wie immer in der letzten Zeit.
Die Slytherins verhielten sich ihrem Naturell entsprechend, nichts neues also. Harry und Ron unterhielten sich angeregt über Quidditch. Nichts Neues. Etwas in Eile verabschiedete sich Hermione auch sogleich um noch vor dem Unterricht kurz in der Bibliothek vorbeizuschauen. Da sie geplant hatte ihre Hausaufgaben in Verwandlung, während des Entziffern von unverständlichen Runen zu schreiben, benötigte sie noch einiges an Zusatzmaterial.

Mit einem leicht verwunderten Blick nahm Neville Hermiones Platz auf der Bank ein. Erstaunt, verfolgte er sie mit den Augen und beobachtete Hermione dabei, wie sie ein paar Erstklässlern, das Zaubern mit Lebensmitteln verbat.

„Was ist in der letzten Zeit eigentlich mit Hermione passiert?“ fasste Neville sein Erstaunen in Worte um und ließ somit die Allgemeinheit an seiner Verwunderung teilhaben. Ron schaute kurz auf und rollte nur wieder mit den Augen, als er Hermione erblickte. „Sie redet doch nur wieder über Regeln da und dort. Neville, dass hat sie schon gemacht, als sie das erste Mal ihre Schuluniform bei Madame Malkins anprobiert hat.“

„Das mein ich nicht.“ verdrehte nun auch Neville seine Augen. „Ich meine die Art wie sie sich plötzlich bewegt. So elegant und selbstbewusst. Auch ihre Ausstrahlung ist irgendwie glücklicher. Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, aber sie ist irgendwie anders, als noch vor ein paar Wochen. Gerade euch muss doch sowas auffallen.“ Harry überhörte erst einmal den Vorwurf, welcher hörbar mit Nevilles letztem Satz mitschwang und schaute selbst zu Hermione rüber. Er musste Neville wohl oder Übel Recht geben. Hermione hatte sich verändert, fast konnte er seinen Blick nicht von ihr abwenden, so anziehend wirkte ihre Ausstrahlung. Momentan fühlte er sich als hätte er sie seit einiger Zeit schon nicht mehr richtig angesehen. Aber anscheinend ging es nicht nur ihm so, mehrere männliche Mitschüler drehten ihre Köpfe, wenn Hermione an ihnen vorbei lief. Noch nicht einmal die Slytherins schienen davor gefeit zu sein.

Was war bloß mit ihnen geschehen, nach Bestätigung suchend, schaute er hinüber zu Ron, der leicht genervt seinen Blick auf sein Spiegelei gerichtet hatte und dieses schwer beschäftigt mit seiner Gabel traktierte.
Neville hatte nun auch sein Frühstück für sich entdeckt und das Thema erst einmal fallen gelassen, auf ihn hörte eh keiner und wenn er die Stimmung innerhalb des goldenen Trios richtig interpretierte, war er nicht besonders scharf, da mitten hinein gezogen zu werden.

Langsam trabten die drei zu ihrer Wahrsagestunde, irgendwie hatten sie es verpasst, diesen Unterricht aus ihrer Wahlliste der verschiedensten Möglichkeiten zu streichen, nun mussten sie dieses Fach weiter belegen, weil ihnen sonst die Punkte für ihren Abschluss fehlen würden.

Irgendwann auf dem halben Weg zwischen Haupttreppe und der Stufe in der man lieber nicht seinen Fuß versenkte, zerrte Harry Ron auf eine sich gerade bewegende Treppe und rief Neville hinterher, dass sie gleich nachkommen würden. Ron quietschte nur und beschwerte sich über den nun entstandenen Umweg und der Aussicht, dass heute mal wieder sein Todestag voraussgesagt werden würde. Denn Trelawney hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, Zuspätkommern als eine Art Freiwillige, in ihrem Falle Zukunftsinteressierte zu interpretieren und Ron hatte das Gefühl, dass bei jedem Mal sein Todestag immer näher in die Gegenwart rückte. Auch wenn er nicht gerade an solch ein Firlefanz glaubte, so lief es ihm dennoch jedesmal eiskalt den Rücken herunter.

„Was soll das?“ fragte Ron sogleich, nicht einmal versuchend, seine miese Stimmung zu kaschieren. Nicht das er es gekonnt hätte, wenn er es gewollt hätte.

„Ich muss mal mit dir reden.“ antwortete Harry knapp.

„Und das kann nicht warten bis nach dem Unterricht, oder wenigstens bis wir im Turmzimmer sind?“

„Nein. Oder willst du umringt von neugierigen Slytherins sitzen, wenn ich dich frage, warum du dich so komisch gegenüber Hermione aufführst?“

Ron verdammte sich dafür, dass seine Ohren sofort anfingen zu glühen. Dennoch versuchte er es noch abzustreiten. „Ich mach doch gar nichts!“

„Was du heute beim Frühstück zu Neville gesagt hast, hätte so auch wortwörtlich aus dem Munde von unserem weißblonden Slytherinerbe kommen können.“ Das hatte gesessen. „Ron, Hermione ist unsere Freundin. Sie hat uns nichts getan!“
Ron schnaubte. „Dir vielleicht nicht.“ ,Und dir auch nicht!‘ dachte Harry nur, signalisierte Ron aber mit seinem Blick, dass er endlich mal reden sollte. Ron froh darüber ein Publikum für seine Sorgen gefunden zu haben, redete dann auch sogleich drauf los.

„Wir waren zusammen! Wir waren ein Paar und von heut auf morgen, waren wir plötzlich kein Paar mehr und Madame hält es noch nicht einmal für nötig mich darüber zu informieren!“ grummelte Ron.

„Ron, ihr wart nie zusammen!“

„Wir haben Händchen gehalten!“

„Habt ihr je darüber gesprochen, was das zwischen euch beiden ist?“

„Nein ... Aber ...“

„Nein, Ron, kein aber! Ich weiß wie du dich fühlst, was meinst du was damals mit mir und Cho war. Wir haben uns sogar geküsst und waren trotzdem nicht zusammen, klar war ich verletzt als es nicht geklappt hatte, aber trotzdem wünsche ich sie nicht zu Voldemort persönlich und Hermione ist deine beste Freundin. Ja, vielleicht war da etwas zwischen euch und ja, auch ich habe eure zaghaften Annäherungsversuche gesehen, doch jeder hier kann sich frei entscheiden und all dies ändert nichts an der Tatsache, dass sie deine beste Freundin ist!“

„Aber wenn ich sie doch liebe?“

„Behandelt man etwa so eine Person die man liebt?“ Seine nächsten Worten legte sich Harry wohl bedacht zurecht, denn er wollte Ron nicht auf irgendeiner Art und Weise Hoffnung machen. Anders als Ron wusste er, wenn Hermione sich einmal entschieden hat, so war sie alles andere als ein Fähnchen im Wind. „Lass sie wieder deine beste Freundin sein, bitte, lass uns wieder das goldene Trio sein.“

Irgendetwas in Rons Augen sagte ihm, dass er ihn erreicht hatte, wenn dort auch noch irgendetwas war, was seine Gedanken eisern umklammert hielt. Nickend drehte er sich um und marschierte mit Harry im Schlepptau Richtung Nordturm.
„Du hast ja recht, doch wie kann ich wieder ihr bester Freund sein, wenn sie doch nie da ist.“

Und plötzlich fiel es Harry wie Drachenschuppen von den Augen, deswegen hatte er ihre Veränderung nicht mitbekommen, gerade in den letzten Wochen hatte er Hermione fast ausschließlich nur im Unterricht und zeitweise bei den Mahlzeiten gesehen. Ihr Sessel im Gemeinschaftsraum war meistens leer und wenn sie doch dort war, schrieb sie ihre Aufsätze oder korrigierte die von Ron. Seufzend nahm er sich vor, heute auch noch mit Hermione zu reden, vielleicht hatte sie sich ja nur so zurückgezogen, weil sie die Antipathie von Ron genauso gespürt hatte, wie alle anderen im Umkreis von 500 Metern. Er würde es schaffen, wenn er die Macht hatte sich Voldemort entgegenzustellen, dann konnte er auch ihre Freundschaft wieder kitten!

Fünf Minuten später standen die beiden in einem Kreis von Kristallkugeln, die dunstig schimmerten. Harry würde am 29 Juli, dem Tag ihrer Abschlussfeier, das Zeitlich segnen. Ron, so war sich Trelawney sicher, würde genau fünf Minuten vor ihm den Zauberstab abgeben. Harry verdrehte seine Augen:,Anscheinend werden wir beide nicht gerade gut auf unsere Zeugnisse reagieren ...‘

* * *


Ihr Runenbuch schließend machte sich Hermione gleich auf den Weg zur Verteidigung gegen die Dunklen Künste, ihr letztes Fach an diesem Tag. Die beiden Jungs waren wahrscheinlich immer noch damit beschäftigt ihren bald herannahenden Tot zu verdauen. Der eine mehr, der andere weniger. Harry war es irgendwie schon von klein auf an gewöhnt auf dem Abgrund zwischen Leben und Tod zu tänzeln, aber gerade bei Ron, hatte Hermione das Gefühl, dass er was dieses Thema anbetraf von Tag zu Tag sensibler wurde.

Noch rechtzeitig genug entdeckte Hermione von weitem eine in ihrer eigenen Welt gefangenen Trelawney, die mit Tarotkarten bewaffnet, durch die Schule marschierte.

„Irgendetwas schlimmes wird passieren.“ flüsterte sie immer wieder vor sich hin und ließ ab und zu eine von ihren Karten fallen. Als würde ihr der Verlust gar nicht auffallen, stieg sie die Treppenstufen zu ihrem Turm empor.

„Bald, schon bald wird etwas schreckliches passieren ...“

Erleichtert, dass Trelawney sie nicht gesehen hatte, kam Hermione aus ihrem Versteck heraus und verschwand in die entgegengesetzte Richtung. Seit sie von ihrer Prophezeiung erfahren hatte, mied sie Trelawney noch mehr als früher, was sich eigentlich nur dadurch bewerkstelligen ließ, dass die einsame Hexe selten von ihrem Turm hinabstieg.

Vor dem Klassenraum traf sie auf Harry und Ron. Komischerweise umarmte Harry sie geradezu stürmisch. Hatte sie sich vielleicht in ihrer Einschätzung der beiden geirrt und sollte sie demnächst Harry die Taschentücher mitgeben? Lächelnd erwiderte sie die Umarmung und auch Ron wirkte irgendwie anders, als noch heute Morgen beim Frühstück, wo er beinahe angefangen hätte mit seinem Frühstück zu reden, als in die Verlegenheit zu kommen, ihr Hallo sagen zu müssen.

Lachend setzten sie sich in die hinterste Reihe und verstummten erst, als Severus mit unüberhörbarer Lautstärke den Klassenraum betrat. Der Tür, die etwas schief in den Angeln hing, ging es mit Sicherheit auch schon einmal besser und wenn eine Tür in der Lage wäre, einen Menschen zu vermissen, so würde diese bestimmt den ruhigen Werwolf vermissen, der immer wohl bedacht mit dem polierten Holz in Kontakt getreten war.

„Es sei ihnen versichert, dass ich genauso gerne hier bin, wie sie es wahrscheinlich sind.“ begrüßte er auf seine eigene unbeschreiblich charmante Art die Klasse, die gleich durchschnittlich um einen Kopf kleiner in sich zusammensank.
Hermione tat sich schwer damit ein Schmunzeln zu verbergen, als er in seinem liebreizenden Ton fortfuhr und die Hausaufgaben verteilte.

„Longbottom, sie sollten überlegen ihre Fähigkeiten in Zaubertränke mit denen in meinem Fach zu kombinieren, somit würde es ihnen bestimmt gelingen, sich gegen schwarzmagische Wesen zu verteidigen, auch wenn dies mehr aus einem Unfall resultiert, aber ist das Ergebnis nicht wichtiger als der Weg dorthin? Leider gehören Hausarbeiten anscheinend zu ihrem steinigen Weg und nicht zum vielleicht noch aus Tollpatschigkeit überzeugenden Ergebnis.“

„Weasley, ihr Geschreibsel enthält zwar alle Fakten, doch wenn sie darüber schreiben, offenbaren sie, dass sie eigentlich überhaupt gar keine Ahnung haben was sie schreiben.“

„Potter ... tja was soll ich sagen, wenn ich ihre Aufsätze so sehe, würde ich sogar bezweifeln, dass sie den Dunklen Lord erkennen würden, wenn er vor ihnen steht. Denn anscheinend haben sie keinen blassen Schimmer von Dunkler Magie und erst Recht nicht von nützlicher Verteidigung gegen eben diese. Da sie die Hoffnung der gesamten Zaubererwelt verkörpern, kann ich mich nur beglückwünschen, dass ich mit dem Hoffen schon vor einigen Jahren gänzlich aufgehört habe.“

„Ah und natürlich Miss Granger. Ich kann ihnen versprechen, wenn ich irgendwann einmal die diversen Bücher finde, aus denen sie ihre Aufsätze Wort für Wort abschreiben, werde ich alle ihre Hausarbeiten rückwirkend benoten.“ Gerade den letzten Satz hatte Severus zur ganzen Klasse gewandt gesagt, sodass auch jeder seine kleine Spitze gegen die größte Nervensäge seit Anbeginn seiner Lehrerkarriere, mitbekam.

Hermione die ihre Kopf gesenkt hatte, spielte die gepeinigte Erstklässlerin, die kurz davor stand in Tränen auszubrechen. Neville befand ihr Schauspieltalent momentan für sehr ausgeprägt, hatte sie doch seit der zweiten Klasse aufgehört, so auf Snape zu reagieren. Noch nicht einmal er machte sich noch etwas aus Snapes Worten, solange dieser ein Sicherheitsabstand von einem Meter einhielt.

Was war hier eigentlich los? fragte sich Neville zum wiederholten Mal seit mehreren Wochen, er hatte sich sogar schon angewöhnt, mit seinen Händen durch die Haare zu fahren, wenn er keine zufriedenstellende Antwort auf seine Fragen bekam. So kam es auch, dass er die Tage sehr zerzaust durch die Schulkorridore lief.

Die Stunde nahm ihren gewohnten Lauf und Hermione ersehnte beinahe die Schulglocke, die das Ende ihres heutigen Unterrichtes einläutete. Jedenfalls für sie, alle anderen würden dann noch zu Pflege magischer Geschöpfe aufbrechen, welches sie wegen ihrer zusätzlichen Arbeit als Schulsprecherin aus ihrem Stundenplan gestrichen hatte. Hagrid war ihr gegenüber, deswegen immer noch ein wenig grummelig.

Wie als wäre Hermiones Wunsch erhört worden, schallte der Gong der großen Turmglocke durch Hogwarts und ein lautes Stühle scharren und Papierrascheln fiel über die Klasse herein. Harry und Ron verabschiedeten sich schnell von Hermione, welche absichtlich ihre Sachen ungewöhnlich langsam zusammenpackte.

Nach einigen Minuten waren alle verschwunden, bis auf Severus und Hermione, welcher schmunzelnd seine lerneifrige Schülerin beobachtete, die langsam auf ihn zuschritt. Ein unbestechliches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie ihren Liebsten erreicht hatte und er sie sogleich in seine Arme schloss. Ihr Rücken berührte leicht die Schreibtischkante, als er sie zärtlich küsste. Es fühlte sich an, als hätten sie sich länger als eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und Severus vergaß jegliche Vorsicht, bis eine schrille Stimme an sein Ohr drang.

„Severus!“ Mit einem dumpfen Laut landete die Tür wieder gegen die kahle Steinwand und Severus Herz setzte für einen Augenblick aus, als er Minervas Stimme erkannte.

„Severus! Komm schnell zu Albus, es ist etwas schlimmes passiert!“ Nach diesen Worten wandte sie sich wieder um und verschwand hinter der Wand, im Glauben, dass er ihr einfach folgen würde. Doch noch immer stand Severus wie angewurzelt am selben Fleck und starrte an die leere Tafel. Eigentlich müsste sich genau vor seinen Augen Hermione stehen. Doch der Platz zwischen ihm und seinem Schreibtisch war leer, auch Minerva hatte keinen Ton gesagt oder ihm den Kopf abgerissen, während sie darüber wüten würde, was für ein abscheulicher Bastard er doch wäre. Hatte er es sich nur eingebildet? Waren die letzten Minuten nur einem sehr realistischen Tagtraum entsprungen? Nein, er konnte Hermiones Anwesenheit immer noch spüren, ihren Duft nach süßlichen Kräuter riechen. Wenn er zum Frühstück nicht ausversehen starke Halluzinogene eingenommen hatte, so musste es eine andere Lösung für dieses Phänomen geben.

Leicht beugte er sich vor und küsste wieder ihre sanften Lippen, auch wenn er sie immer noch nicht sah. Schon durch den Kuss spürte er ihre Verwirrtheit, ihr stolpernes Herz, welches ihren Puls rasen ließ.

„Du bist wirklich unglaublich.“ flüsterte er ins Nichts und besann sich nun doch wieder auf die Ernsthaftigkeit ihrer Situation und verschwand mit wehendem Umhang aus dem Klassenzimmer, hinfort zu Albus Büro.

Hermione stockte noch immer der Atem. Was war da gerade passiert? Nicht nur dass sie es äußerst beunruhigend fand, wie aufgelöst ihre Hauslehrerin war und sich ihre Gedanken vor allem darum kreisten, was wohl schreckliches passiert sei. Aber nicht desto trotz, wollte sie verstehen, warum diese ganze Situation gerade nicht explodiert war? Die Tür wurde so schnell aufgerissen dass Severus und Hermione nicht einmal eine Chance hatten, einen angemessenen Abstand zwischen sich zu bringen, gerade mal ihre Lippen hatten sich nicht mehr berührt, dennoch musste die Szene eindeutig ausgesehen haben und McGonagall war nicht die Art von Hexe, die so etwas übersehen würde.

Irritiert ging Hermione zu Tür, am großen Spiegel vorbeikommend, den sie mit ihrem Blick leicht streifte, blieb sie plötzlich stehen und zum zweiten Mal innerhalb weniger Augenblicke, blieb ihr Herz stehen. Denn der Spiegel zeigte nichts anderes als ein menschenleeres Klassenzimmer. Langsam hob sie ihre Hand vor die Augen und berührte ihre Nasenspitze. Die gute Nachricht war, dass sie ihre Hand fühlte, die schlechte Nachricht aber war, dass sie sie immer noch nicht sah, genau wie den Rest von ihrem Körper.

* * *


Als Severus die steinernen Wasserspeier erreichte, war der Durchgang zu Albus Büro schon geöffnet und schnell eilte er die Treppen hinauf. Im Büro selbst befand sich schon die ganze Lehrerschaft und eine mittlerweile ziemlich aufgelöste Lavender, die zwischen ihren Atemzügen immer wieder mitleiderregend schluchzte.

„Was ist passiert?“ fragte Severus.

„Professor Trelawney wurde wahrscheinlich entführt.“ klärte Albus ihn mit ruhiger Stimme auf.

„Wahrscheinlich?“ fragte Severus und suchte den Raum, nach der einen fehlenden Person ab.

„Wir wissen nicht wo sie sich befindet. Im Schloss ist sie jedenfalls nicht und ihr Raum wurde ganz und gar verwüstet. Miss Brown ging, wie jeden Montag zu einer Teestunde hinauf in den Westturm und entdeckte die ungewöhnliche Szenerie. Gleich darauf informierte sie uns und wir konnten uns noch einmal selbst von den unumstößlichen Indizien überzeugen.“ erläuterte er weiter die Situation.

„Es war so schrecklich.“ schluchzte Lavender unaufhörlich. „So schrecklich ...“

Severus bedeutete Albus mit einem Blick alle Anwesenden Lehrer die nicht zum Orden gehörten rauszuschicken, samt dieses nervigen Exemplar von Schülerin. Als sie endlich unter sich waren, schritt Severus zum Fenster und starrte auf den dunklen See hinaus. Auf der Suche nach den richtigen Worten setzte sich Minvera in den Sessel Albus gegenüber.
„Können wir sicher sein, dass er sie hat? Oder gibt es vielleicht noch eine Möglichkeit, dass sie irgend jemanden gegen sich aufgebracht hat?“ fragte Minerva zerknirscht. Ganz abwegig fand sie die Idee nicht, dass es jemanden zu bunt geworden war seinen baldigen Tod immer und immer wieder bescheinigt zu bekommen.

Severus räusperte sich. Sie waren so blind gewesen und hatten ihn so sehr unterschätzt.
Albus durchlöcherte Severus Rücken mit fragenden Blicken, hoffend, dass dieser eine andere Wahrheit in der Katastrophe erkennen würde.

„Nun wissen wir endlich, wie Lucius wieder aufsteigen konnte.“ Severus war unendlich wütend auf sich selber, wie konnte er dies nur übersehen haben? „Nun hat er endlich einen Weg gefunden, doch noch an die Prophezeiung heranzukommen.“

Minerva stöhnte laut auf, während Albus schlimmste Befürchtungen wahr wurden.

„Du musst sie retten, du musst es irgendwie verhindern!“ Albus Worte ließen keinen Einspruch zu, so drehte Severus sich kurz um, nickte Minvera knapp zu und verschwand.


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