
von HillyTheNameless
Fenster und Filly-Pferdchen
Es war einer dieser Tage, an dem Harry Trübsal blasend aus dem Fenster starrte und keine Lust hatte, irgendwas zu unternehmen. Ron saß neben ihm und beobachtete seinen besten Freund aufmerksam.
„Harry?“
„Hm?“
„Wieso starrst du die Wand an?“, fragte Ron.
„Ron, wie oft soll ich dir das noch erklären, das …“, er deutete auf das Fenster. „… ist keine Wand, das ist ein Fenster!“ Ron schüttelte ungläubig den Kopf. „Hör auf solch einen Unsinn zu reden, das ist kein Fenster, das ist eine Wand!“ Harry stand auf und ging zur Tür, an der es soeben geklopft hatte. Hermine stand draußen und starrte in die beiden aufgebrachten Gesichter der eigentlich besten Freunde. „Was habt ihr denn für ein Problemchen?“, flötete sie gutgelaunt, amüsiert über die Situation, dass sich Harry und Ron immer wieder aufgrund von kleinen Dingen so in die Haare kriegten, nur um sich später wieder zu vertragen. „Erklär das bitte Ron! Der denkt nämlich, dass das eine Wand sei!“ Hermine schaute abwechselnd Harry, dann Ron an und lachte plötzlich schallend los. „Ja, war ja klar, dass du wieder zu Harry hältst! Ich bin ja bloß der blöde rothaarige Ron Weasley!“, giftete Ron sie an. „Ach, ich lach doch nicht über dich! Ich lach darüber, dass du DAS da für eine Wand hältst und Harry für ein Fenster! Das ist ein sich bewegendes Bild! Mit bewegenden Bildern müsstet ihr euch doch auskennen! Immerhin gehen wir doch schon mehrere Jahre hier auf die Schule! Des Weiteren sind wir hier im Kerker, wäre also relativ unlogisch hier Fenster hinzubauen, oder?“ Harry und Ron schauten Hermine an und gingen dann mit einander flüsternd nach oben in die große Halle. Hermine schüttelte den Kopf und begann sich ein wenig weiter in den
Kerker, in dem sie jetzt alleingelassen wurde, umzuschauen. Eigentlich war es purer Wahnsinn, sich außerhalb der Unterrichtszeiten in den Räumen von Snape aufzuhalten, fraglich also, was Ron und Harry hier getrieben hatten. Jedoch war die Neugierde, zu wissen, was wohl alles hier vor Schüleraugen versteckt wurde, zu groß. Hermine ging zu einer großen Tür, auf der dick und fett ‘Geheim‘ stand. Sie überwand ihre Hemmungen, öffnete die Tür, trat in einen großen Raum, blickte sich um und richtete ihre Aufmerksamkeit auf einen großen, schweren Schrank, welcher in der Mitte des Raumes stand und mit einem großen
Vorhängeschloss verriegelt war. Hermine hatte jedoch kein Problem das Schloss mit einem einfachen Zauberspruch zu öffnen. Was sich hinter der schwarzen Eichenholztür befand, ließ sie den Atem stocken. Der Schrank war von oben bis unten mit Filly-Pferdchen und kleinen, in Wolle gebundenen und vorwiegend knallpinken oder grünen Tagebüchern gefüllt. Einige der Bücher waren mit einem kleinen Herzschloss verschlossen. Andere wiederum wiesen auf deutlich vernehmbare Gewaltspuren hin, da Snape natürlich regelmäßig den Schlüssel verlor und irgendwie anders an seine intimen Gedanken kommen musste. Hermine schnappte sich einige Bücher und ging rückwärts aus dem Zimmer, zu Ron und Harry in die Große Halle.
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