
von spiria
Kapitel 6: Die Winkelgasse
Zärtlich schloss nun auch Molly ihre Arme um die Kleine. Sie wusste gar nicht, womit sie eine solche Pflegetochter verdient hatte.
Nachdem sie nun das Geld von der Bank geholt hatten, machten sich die vier auf, um auch noch die restlichen Einkaufe zu erledigen. Als erstes statteten sie Madam Malkin einen Besuch ab. Diese war zunächst sehr überrascht, die Weasleys hatten noch nie bei ihr eingekauft, doch nach erster Verwunderung kümmerte sie sich rasch um die Umhänge für die beiden Schulanfänger. Gut gelaunt verließen die vier schließlich den Laden und steuerten auf die nächsten Geschäfte zu, kauften alles Nötige, das die drei Hogwartsschüler im kommenden Jahr für die Schule benötigten. Als sie schließlich Flourish & Blotts verließen, meinte Molly: „Nun, ich glaube wir haben fast alles. Es fehlen nur mehr die Zauberstäbe. Ach, ja, Jenna, ich weiß nicht, ob du eines möchtest, aber sollen wir uns noch um ein Haustier für dich umschauen?“ Jennas Augen fingen an zu leuchten. „Oh, ja, das wäre total super, Tante Molly! Hey, Charlie, möchtest du auch ein Haustier?“, fragte sie dann noch. Charlie schüttelte lächelnd den Kopf. „Nee, lass mal, das muss nicht sein. Kröten mag ich sowieso nicht, eine Katze muss auch nicht unbedingt sein, und eine Eule haben wir schließlich schon in der Familie.“ Jenna überlegte. Etwas in Charlies Lächeln machte sie stutzig. Es wirkte irgendwie … fast wie aufgesetzt. Schließlich hatte sie eine Idee. „Na gut, weißt du was: Wir teilen uns ein Tier. Wir sind schließlich so gute Freunde, und praktisch Geschwister, warum dann nicht teilen?“ Charlie starrte sie an. Dann breitete sich wieder ein Lächeln – diesmal ein ehrliches, wie Jenna befriedigt feststellte – auf seinem Gesicht aus. „Einverstanden!“, sagte er. Also machte sich der kleine Teil der Familie auf in Eeylops Eulenkaufhaus. Dort mussten sich Charlie und Jenna nicht lange umsehen, bis sie eine passende Eule gefunden hatten. Es war eine weibliche Schleiereule, die einen weißen, mit schwarzen Sprenkeln übersäten Körper und schwarz-weiß-braunen Flügeln. „Eine Glückseule!“, sagte die Verkäuferin lächelnd, als sie bezahlten. Jenna und Charlie strahlten. Auch Molly lächelte. Sie freute sich, dass ihre Kinder eine solche Freude hatten.
Schließlich machten sich die vier zum letzten und spannendsten Geschäft auf: zu Ollivander. Jenna und Charlie waren schon furchtbar aufgeregt und diskutierten hin und her, was für Zauberstäbe sie wohl bekommen würden. Als sie in den Laden gingen, war dieser zunächst leer. Doch kaum war die Tür hinter ihnen zugeschlagen, stand plötzlich ein Mann hinter dem Tresen. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. „Sieh an, sieh an.“, murmelte er leise. „Miss Creaton und Mr. Weasley. Jaja, ich habe schon auf Sie beide gewartet. Nun denn, wer möchte beginnen?“ Charlie stieß Jenna an. „Los, geh du, Mädchen zuerst!“ „Okay.“, meinte Jenna und ging auf Mr. Ollivander zu. Der gab ihr die Hand und während Jenna von einem Maßband gemessen wurde, fing er schon an, verschiedene Schachteln aus allen Ecken und Enden des Ladens zu holen. Schließlich räusperte er sich und meinte: „Nun, dann wollen wir. Mal. Bitte versuchen Sie einmal diesen Stab. Er ist aus Buche, zehn Zoll und der Kern Drachenherzfaser. Probieren Sie ruhig.“ Jenna schwang den Stab durch die Luft, doch Ollivander nahm ihn ihr sogleich wieder weg. „Nun, vielleicht dieser hier: Esche, elf Zoll, Einhornhaar.“ Doch auch dieser Stab wurde Jenna gleich wieder weggenommen. Nach drei weiteren Stäben gab Ollivander ihr schließlich einen Zauberstab der aus Bambus gefertigt, sieben Zoll lang war und dessen Kern aus Phönixfeder bestand. Diesmal breitete sich ein warmes Gefühl in Jenna aus und als sie den Stab durch die Luft schwang, stoben goldene Funken aus dem Stab. Mr. Ollivander und die Weasleys applaudierten. Dann war Charlie an der Reihe. Bei ihm dauerte es etwas genau so lange, wie bei Jenna, dann fand auch er den passenden Zauberstab für sich. Er war aus Ahornholz gefertigt, ebenfalls sieben Zoll lang und hatte als Kern ein Einhornhaar. Sie zahlten insgesamt 14 Galleonen für beide Zauberstäbe, dann verließen sie den Laden und machten sich nach einem Eis, das sie sich noch bei Florean Fortescues Eissalon gönnten, auf in den Tropfenden Kessel, um per Flohnetzwerk nach Hause zu gehen.
Dieser Tag war einer der schönsten in Jennas bisherigem Leben und als sie am Abend ins Bett ging, glitt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht ins Land der Träume.
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Ich bin nicht ganz sicher, ob man Zauberstäbe auch aus Bambus anfertigen kann, aber mir gefällt die Symbolik dahinter: Bambus ist sehr schwer zu zerbrechen, und das soll Jennas Charakter symbolisieren. Denn obwohl sie ihre Eltern so früh verloren hat, ist sie trotzdem zäh und genießt ihr Leben, soweit es ihr möglich ist. Würd mich sehr über eure Meinungen zu diesem Kapitel freuen.
Vielen Dank an:
schnuffel1804: Vielen, vielen Dank für den tollen Kommi! Hab mich riesig gefreut, als ich ihn gelesen hab.
Ich hoffe, dir gefällt die Geschichte auch weiterhin. Und mit dem Liebespaar … tja, wer weiß â€¦ ;) da wirst du noch ein bisschen warten müssen … :)
LG spiria
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