
von spiria
Kapitel 12: Der erste Tag
Jede suchte sich ein Bett aus und Minuten später waren nur mehr sanfte Atemzüge zu hören.
Als Jenna am nächsten Morgen aufwachte, war sie zunächst verwundert, weil sie nicht genau wusste, wo sie war. Sie war definitiv nicht im Haus der Weasleys. Doch dann viel ihr alles wieder ein. Die Zugfahrt. Das Warten darauf, dass sie in die Große Halle durften, die Nervosität. Der Sprechende Hut. Die Freude, als sie nach Gryffindor durfte. Noch mehr Freude, als auch Charlie in dasselbe Haus kam. Das gute Essen. Und schließlich die Ankunft im Gemeinschaftsraum. Jenna streckte sich. Sie hatte wirklich gut geschlafen. Vorsichtig schob sie die Vorhänge ihres Himmelbettes zur Seite und lauschte. Von den anderen Mädchen war noch nichts zu hören, wahrscheinlich schliefen sie noch. Jenna schwang die Beine aus dem Bett und tapste auf bloßen Füßen zum Fenster. Staunend sah sie über die Ländereien. Es lag leichter Nebel über dem Gelände, doch man konnte auch schon einzelne Sonnenstrahlen ausmachen. Lange stand Jenna am Fenster. Gedankenfetzen gingen ihr durch den Kopf. Waren ihre Mutter und ihr Vater an ihrem ersten Tag hier auch am Fenster gestanden und hatten auf die Ländereien des Schlosses geschaut? Wären sie stolz auf ihre Tochter, wenn sie sie jetzt sähen? Bestimmt, oder? Ohne es zu merken, lief Jenna eine winzige Träne die Wange hinunter. Plötzlich hörte sie ein leises Rascheln und eine verschlafene Stimme sagte: „Jenna?“ Das Mädchen drehte sich um und sah Sara, die gerade aufgestanden war. „Was ist los?“, fragte Sara. „Warum weinst du?“ „Weinen?“, hakte Jenna verdutzt nach und fuhr sich mit dem Finger über die Wange. Tatsächlich, da war eine nasse Spur. Seufzend senkte Jenna den Kopf. „Ich … ich habe an meine Eltern gedacht. Ob sie wohl stolz auf mich wären.“ Sara kam auf Jenna zu und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Deine Eltern, sie sind…“ „Ja, sie sind tot.“, bestätigte Jenna. Sara sah sie mitfühlend an. „Ich bin mir sicher, dass sie stolz auf dich wären, Jenna.“ Jenna lächelte leicht. „Ja, wahrscheinlich.“ „Nicht wahrscheinlich!“, erwiderte Sara. „Ganz bestimmt sogar!“ Sie lächelte Jenna aufmunternd zu. „Na komm, wollen wir vielleicht in die Große Halle zum Frühstück gehen?“ Jenna nickte und gemeinsam machten sich die beiden auf den Weg.
Unten angekommen suchten sich die beiden Mädchen einen Platz und fanden auch schnell einen, da Charlie und Daniel (die sich anscheinend auch bereits angefreundet hatten) sich bereits in der Halle befanden und den Mädchen zuwinkten, sie sollten sich zu ihnen setzen. Nach einer kurzen Begrüßung schnappten sich Jenna und Sara jeweils eine Schüssel mit Cornflakes, die rasch verputzt waren. Auch die Jungen waren bald fertig und die vier wollten sich schon auf den Weg nach draußen machen, als sie von ihrer neuen Hauslehrerin Professor McGonagall aufgehalten wurden. „Einen Moment noch bitte, ihr vier. Ich muss euch noch eure Stundenpläne geben. Der Unterricht fängt bald an.“ Damit drückte sie jedem einen Zettel in die Hand und verschwand sogleich wieder, um auch den anderen Schülern ihre Stundenpläne zu geben. Die vier Erstklässler studierten bereits ihre Pläne. „Also, heute haben wir gleich mal Kräuterkunde und dann Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Danach Mittagspause und am Nachmittag Zaubertränke.“, stellte Sara fest. „Klingt ja gar nicht mal so übel.“, meinte Daniel, doch Charlie schüttelte den Kopf. „Der Vormittag vielleicht nicht, aber Zaubertränke … Der Lehrer, Professor Snape, soll anscheinend ziemlich streng sein. Außerdem bevorzugt er die Slytherins sehr, heißt es. Naja, er ist auch ihr Hauslehrer.“ „Nur, weil man Hauslehrer ist, muss das noch lang nicht heißen, dass man sein Haus bevorzugt“, warf Jenna ein. „Ich glaub zumindest nicht, dass die McGonagall Gryffindor bevorzugt.“ „Du hast Recht“, sagte Charlie. „Wir wissen es nicht so genau. Bill hat es halt mal erwähnt.“ „Naja, wir werden ja sehen.“, meinte Sara gut gelaunt. „Jetzt müssen wir erst mal raus ins Gewächshaus. Kennt jemand den Weg?“ „Nein, aber ich glaub nicht, dass das so schwer zu finden ist!“, erwiderte Daniel. Also machten sich die vier auf den Weg und tatsächlich fanden sie schon bald die Gewächshäuser, wo sie eine kleine Professorin namens Sprout erwartete.
Nach Kräuterkunde, das ihnen viel Spaß gemacht hatte, gingen die vier zu Verteidigung gegen die Dunklen Künste, das sie bei einem etwas älteren, aber sehr kompetenten Lehrer namens Gisbon hatten. Auch dieser Unterricht war sehr spannend und gut gelaunt machten sich Jenna, Sara, Charlie und Daniel auf den Weg zum Mittagessen. Doch die gute Laune würde ihnen am Nachmittag bald vergehen, dafür würde ein hakennasiger Professor mit fettigen Haaren schon sorgen!
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Sorry an alle Snape Fans ;)
Hat euch das Kapitel gefallen? Hinterlasst mir doch mal nen Kommi, ich würd mich echt freuen :)
Lg spiria
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