
von spiria
Kapitel 13: Zaubertränke und viele Hausaufgaben
Doch die gute Laune würde ihnen am Nachmittag bald vergehen, dafür würde ein hakennasiger Professor mit fettigen Haaren schon sorgen!
Als das Mittagessen vorüber war, machte sich das Quartett auf in die Kerker, wo sie nun eine Doppelstunde Zaubertränke gemeinsam mit den Slytherins verbringen würden. Noch immer gut gelaunt von dem köstlichen Essen, das dem von Molly in nichts nachstand, wie Jenna und Charlie festgestellt hatten, stapften die vier in die dunklen Kerker hinab, wo schon einige andere Schüler, hauptsächlich Slytherins, warteten. Als die Gryffindors die Kerkerräume erreicht hatten, schossen zwischen ihnen und den Slytherins giftige Blicke hin und her, da diese Häuser schon seit Ewigkeiten miteinander verfeindet waren. Mehr geschah jedoch nicht, weil noch keiner der Erstklässler genau wusste, was diese Feindschaft bedeutete. Sie alle hatten nur gehört, dass sie bestand, wussten jedoch keine Details. Einige Minuten drückender Stille vergingen, als plötzlich mit einem lauten Krachen die Kerkertür aufschwang und an die Wand stieß. Im Türrahmen stand ein hagerer schwarz gekleideter Mann, mit stechenden Augen, die kurz über die Schüler huschten, die etwas verängstigt vor ihm standen. Der Mann öffnete den Mund und fing mit schnarrender Stimme an zu sprechen: „Worauf warten Sie noch, Sie denken wohl nicht, wir haben den ganzen Tag Zeit. Los, An die Tische, die Bücher auf Seite fünf aufschlagen und Federn und Pergament bereithalten!“ Nach diesen Worten drehte er sich wieder um und flatterte einer Fledermaus gleich in das Klassenzimmer zurück. Die Schüler folgten ihm verängstigt und beeilten sich, auf den im Raum verteilten Tischen Platz zu nehmen und die benötigten Sachen herauszuholen.
Jenna, Charlie, Sara und Daniel setzten sich an einen Tisch im hinteren Teil des Raumes, jedoch nicht ganz nach hinten und warteten dann ruhig darauf, dass der Mann, der wohl Professor Snape war, mit dem Unterricht begann. Dieser wartete, bis alle Schüler still auf ihren Plätzen saßen und ihn mit teils ängstlichen teils neugierigen Gesichtern ansahen. Dann begann er im Raum umherzugehen und leise zu sprechen: „In meinem Unterricht gibt es kein albernes Gefuchtel mit Zauberstäben oder kindische Worte, die man aussprechen muss. Hier in meinem Unterricht lernen Sie die hohe Kunst der Brauerei, mit der man so ziemlich alles bewerkstelligen kann. Ich werde Sie die Schönheit eines Trankes lehren, den Ruhm, den man in Flaschen verkorken kann, die Tödlichkeit eines Giftes. Wenn Sie das alles lernen können, wenn Sie kein Haufen Dummköpfe sind, dann werde ich zufrieden mit Ihnen sein. Aber wenn Sie glauben, Sie könnten in meinem Unterricht einschlafen oder sich auf irgendeine Weise anderswertig beschäftigen, dann muss ich wohl oder übel damit anfangen Ihr Können auf eine sehr praktische Weise auf die Probe zu stellen. Haben wir uns verstanden?“ Die Schüler nickten hastig. Es würde wohl keiner auf die Idee kommen, den Lehrer herauszufordern. Professor Snape nickte kaum merklich, drehte sich zur Tafel um und schwang seinen Zauberstab. Sogleich erschienen einige Fachbegriffe, die allesamt mit Zaubertrankbrauerei zu tu hatten auf der Tafel. „Schreiben Sie diese Begriffe ab und suchen Sie mir bis zum nächsten Mal präzise, ich wiederhole: präzise Deutungen und Erklärungen. Ich verlange lateinische Namen, Bedeutung der Begriffe und die Anwendungen in der Braukunst! Das alles liegt bis nächste Stunde auf mindestens eineinhalb Pergamentrollen auf meinem Schreibtisch!“ Vereinzelt sah man wieder Nicken in den Reihen der Schüler, doch die meisten hatten schon damit begonnen, die Fachtermini von der Tafel abzuschreiben. Es waren viele Begriffe. ‚Na toll!‘, dachte Jenna. ‚Heute ist erst der erste Tag und schon haben wir so viele Aufgaben.‘ Sie dachte daran, was Bill ihr und Charlie erzählt hatte. Er hatte gesagt: „Professor Snape verlangt viel von seinen Schülern. Es ist nicht leicht mit ihm, vor allem nicht, wenn man aus Gryffindor kommt. Er verachtet die Gryffindors und bevorzugt die Slytherins, da er ihr Hauslehrer ist. In seinem Unterricht ist es gut, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu ziehen. Setzt euch wenn möglich nach hinten, aber nicht in die letzte Reihe. Er hat meistens die erste und letzte Reihe im Blick. Verlasst euch allerdings nicht darauf, dass er euch nicht beachtet, das wäre ein schwerer Fehler.“
Jenna sah kurz hoch und beobachtete den Lehrer, der zwischen den Schülern hin und her ging. Als er den Blick auf sie richtete, senkte sie flink ihre Augen und vertiefte sich wieder in das Abschreiben der Begriffe. Sie würde ihm keinen Grund bieten, seine Aufmerksamkeit zu sehr auf sie zu richten!
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