
von spiria
Kapitel 17: Hilfe
Charlie nickte ein wenig erleichtert, immerhin stand er jetzt nicht mehr allein mit seinem Problem da, und wollte etwas sagen, als plötzlich ein Schrei von einem der oberen Stockwerke zu hören war.
So schnell konnte man gar nicht schauen, da war Charlie schon auf dem Weg nach oben. Molly und Arthur folgten ihm. Der Junge riss die Tür zu Jennas Zimmer auf. Das Mädchen saß kerzengerade im Bett, hielt sich die Hände vor die Augen und schrie wie am Spieß: „Charlie! Charlie!“ Charlie eilte auf sie zu und nahm sie vorsichtig in den Arm. „Jenna, shhh, ist ja alles gut, alles ist gut. Beruhige dich. Ich bin da, ganz ruhig! Shhh!“ Sanft streichelte er ihr über den Rücken. Jenna hörte auf zu schreien und krächzte nur noch ein bisschen, Tränen liefen ihr über die Wangen und tropften auf Charlies Pullover. Der Junge hielt sie weiterhin im Arm, redete ihr beruhigend zu und strich ihr immer wieder zärtlich über den Rücken. Jenna beruhigte sich immer mehr, bis sie schließlich nur mehr leise schniefte. Erst jetzt wagte Charlie sie ein wenig loszulassen. Trotzdem hielt er sie weiter fest, als er ihr in die Augen sah und fragte: „Jen, was war los? Hattest du wieder einen Albtraum?“ Jenna nickte und vergrub ihr Gesicht wieder in der Schulter ihres Freundes. Charlie zog sie sanft wieder an sich. „Willst du mir davon erzählen?“, fragte der Junge vorsichtig. Eine Weile herrschte Stille, dann nickte Jenna leicht und richtete sich auf. „Da war ein Wald“, begann sie leise. „Ich rannte durch ihn und wusste nicht, wo ich war. Alles war so dunkel, ich konnte fast nichts sehen. Ständig stolperte ich über Wurzeln, ein paar Mal fiel ich hin. Ich wusste nicht warum, aber ich rannte immer weiter und weiter. Ich kam an eine tiefe Schlucht. Ich bemerkte sie rechtzeitig und blieb stehen. Und dann…“ Jenna schluchzte auf, sprach aber dennoch weiter. „Dann hab ich da runter geschaut. Ich befand mich auf einer großen Klippe, unter mir war das Meer. Und im Meer, da … da schwamm jemand. Eine Gestalt, sie war … sie war komplett leblos. Und als ich genauer hinsah, da sah ich, dass es sich um … um dich handelte Charlie. Und dann bin ich aufgewacht.“ Bei den letzten Worten war Jennas Stimme immer leiser geworden, die letzten Worte schließlich kamen nur mehr gehaucht über ihre Lippen. Charlie schluckte, dann hob er seine Hand und strich Jenna ein weiteres Mal sanft über den Rücken. Nun trat auch Molly, die bisher im Türrahmen gestanden hatte, an Jennas Bett heran und lies sich vorsichtig darauf nieder. Das Mädchen sah sie ein wenig erstaunt an, sie hatte gar nicht bemerkt, dass ihre Adoptivmutter sich ebenfalls im Zimmer aufhielt. Molly sah Jenna ernst an und sagte dann: „Jenna, Charlie hat mir alles über diese Träume erzählt. Ich weiß leider nicht, warum sie immer kommen, aber ich kenne jemanden, der es vielleicht wissen könnte. Soll ich diejenige einmal kommen lassen? Wäre dir das recht?“ Jenna hob den Kopf. „Kann sie sagen, warum diese Träume kommen und ob sie jemals wieder verschwinden?“ Molly strich ihr über zärtlich über den Kopf. „Ich wünschte, das könnte ich dir versprechen, aber ich weiß es nicht. Aber es gäbe die Möglichkeit dazu.“ Jenna überlegte kurz, dann nickte sie. „Wenn es möglich ist, dann mach ich es.“ Molly nickte ebenfalls, dann stand sie auf. „Gut, dann schreibe ich ihr jetzt einen Brief. Charlie, kümmere dich gut um Jenna!“ Charlie zog als Bestätigung Jenna noch ein Stück näher zu sich heran und Molly ging hinaus.
Zwei Tage nachdem Molly ihren Brief abgeschickt hatte, war es soweit und eine Frau stand vor der Tür zum Fuchsbau. Als Molly sie erblickte, machte sie die Tür auf und bat sie herein. Sie führte die Frau in Jennas Schlafzimmer. Jenna lag auf ihrem Bett, während Charlie daneben saß und ihr gerade etwas erzählte. Er verstummte, als die Tür aufging und die beiden Frauen eintraten. Molly stellte ihre Begleiterin vor: „Jenna, Charlie, das ist eine alte Bekannte von mir. Ihr Name ist Xena Fox. Wir sind damals gemeinsam in Hogwarts zur Schule gegangen, nur war Xena in Ravenclaw. Nach ihrem Abschluss hat sie eine Ausbildung als Heilerin im St. Mungos gemacht und ist nun seit einigen Jahren freiberuflich tätig. Ihr Spezialgebiet sind psychische Probleme. Xena, das ist mein Sohn Charlie und meine Adoptivtochter Jenna, von der ich dir berichtet habe. Das arme Kind leidet unter geraumer Zeit unter Albträumen. Kannst du dir sie ansehen?“ Xena sagte nichts, sondern nickte nur, ging zu Jennas Bett und lies sich darauf nieder. Sie bedachte sie mit einem langen prüfenden Blick, dann wandte sie sich an Molly. „Würdet ihr uns eine Weile alleine lassen?“, fragte sie mit heiserer aber nicht unangenehmer Stimme. Molly nickte. „In Ordnung, komm Charlie.“ Man sah dem Jungen an, dass er das Zimmer seiner Schwester nur ungern verlies, doch er fügte sich. Als Xena mit Jenna allein war, nahm sie ihre Hand und schloss die Augen. Dann nach einer Weile fragte sie Jenna: „Kannst du mir von deinen Träumen erzählen, Jenna?“ Jenna sah sie ängstlich an, aber als Xena ihr nur aufmunternd zunickte, begann sie zu erzählen. Und aus irgendeinem Grund sprudelten die Worte nur so aus ihr heraus. Ohne zu stocken und ohne Tränen erzählte sie Xena von den vielen Albträumen, die sie im Laufe der letzten Zeit gehabt hatte. Xena hörte ihr aufmerksam zu und unterbrach sie kein einziges Mal. Als Jenna geendet hatte, strich Xena ihr mit der Hand über das Gesicht. „Du hast sehr viel durchgemacht in letzter Zeit, kleine Jenna.“, sagte sie. „Deine Träume haben wohl eine Bedeutung. Du hast Angst. Angst um die Menschen, die dir wichtig sind. Und es ist wohl der kleine Charlie um den du am meisten Angst hast. Du fürchtest, dass er aus deinem Leben verschwindet, so wie deine Eltern. Wenn du dich dieser Angst stellst, dann werden auch die Träume nach und nach verschwinden.“ Jenna blickte sie aus großen Augen an. Das war alles? Xena lächelte nun. „Du fragst dich jetzt bestimmt, ob das allein der Auslöser für deine Träume war. Weißt du, manchmal haben wir Gefühle, die uns nicht bewusst sind. Diese Gefühle breiten sich allerdings in uns aus und prägen unser Unterbewusstsein. Und manchmal kommen Situationen, die uns komplett neu sind und die wie ein langsam wirkender Auslöser auf uns wirken. Hast du in letzter Zeit viel über deine Eltern nachgedacht?“ Jenna nickte. Das hatte sie wirklich. In den vergangenen Monaten waren ihre Gedanken oft um ihre Eltern gekreist. Was sie wohl sagen würden, wenn Jenna ihnen von Hogwarts berichten würde. Wie sie sich selbst damals gefühlt hatten. Viele solche Gedanken hatte sie in letzte Zeit gehabt. Xena sah sie warm an. „Und diese Gedanken sind oft Auslöser für solche Träume. Aber ich bin sicher, dass du das hinbekommst. Du bist noch jung und wirst dich noch weiter entwickeln. Und dann hören die Träume auch auf.“ Jenna blickte Xena dankbar an. „Vielen, vielen Dank, Xena!“, sagte sie. „Ich werde deinen Rat beherzigen!“ „Dann ist es gut.“, antwortete diese, dann erhob sie sich und fügte noch hinzu: „Ich werde dem kleinen Charlie sagen, dass er wieder heraufkommen kann. Ich wünsche dir alles Gute!“ Nach diesen Worten verschwand Xena und Jenna wartete darauf, dass Charlie wieder kommen würde. Sie wusste, Xena hatte ihr geholfen und auch wenn es dauern würde, ihre Träume würden sicher besser werden.
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Vielen Dank an:
Hannah:
Hey
Ich hab versucht, auf deine Vorschläge so gut wie möglich einzugehen. Ich hoffe, es hat so weit geklappt :)
Bezüglich Rechtschreibung: Mache ich wirklich so viele Fehler? Ich bemühe mich immer diese zu vermeiden und prüfe auch mit dem Rechtschreibprogramm. Natürlich können sich immer wieder Fehler einschleichen…
Ich hoffe, dass dir die Story trotzdem weiterhin gefällt :)
Lg spiria
Anne Fiennes:
Hey :)
Vielen, vielen Dank für deinen tollen Kommi. Ich hab mich sehr gefreut!
Ich hoffe, dir gefällt die Story weiterhin :)
Lg spiria
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