Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Die Runentöchter - Erstes Schuljahr - Prolog (Annabeth)

von Runentöchter

»Hey, Rotzlöffel, Aufstehen! Wir gehen jetzt in die Winkelgasse!«, brüllte ich durch das ganze Haus und hämmerte mit den Fäußten gegen die Zimmertür meines zwei Jahren älteren Bruders Alex. Ich hörte Schritte, die Tür wurde aufgerissen und ich stolperte einige Schritte zurück, sodass ich gegen die Wand hinter mir knallte. Ich bemerkte wie die beiden Bilder, die dort eigentlich hingen, schallend zu Boden gingen.
»Bevor wir gehen, Kleines, solltest du dir etwas anziehen!«, sagte Alex und musterte mich. Ich streckte ihm die Zunge raus und stolzierte hoch erhobenen Hauptes den Flur entlang, zurück in mein Zimmer. Drinnen angekommen, drehte ich den Schlüssel im Schlüsselloch, damit Alex nicht reinkommen konnte, was er immer gerne tat, besonders wenn ich mich umzog. Schnell durchquerte ich mein Zimmer, welches man als nicht gerade ordentlich bezeichnen konnte. Ich hatte den Schrank schon fast erreicht, als ich der Länge nach hinflog, da mein Föhn auf dem Boden äußerst schlecht aufgehoben war. Ich rappelte mich auf und ein kunterbunter Schwall Klamotten strahlte mir in voller Pracht entgegen, als ich die Schranktüren geöffnet hatte. Ich zog eine neongelbe Hose raus, dazu ein pinkes T-Shirt, auf dem ein Abbild des Schnatzers prankte. Meine Lieblingsschlabber-Mütze durfte auch nicht fehlen.
Nachdem ich mir die Chuks zugebunden hatte und ein paar Schritte gelaufen war, hüpfte ich fröhlich aus meinem Zimmer und lief geradewegs in meinen kleinen Bruder Justin rein, der wohl gerade auf dem Weg zur Küche gewesen war.
»Pass doch auf!«, schrie er mich an.
»Was denn mit dir los?«, fragte ich ruhig, was mich selber mehr als überraschte, und schenkte Justin einen verwirrten Blick. Dieser verdrehte nur die Augen und setzte seinen Weg nach unten fort. Ich zuckte nur mit den Schultern und folgte seinem Beispiel, in dem ich die Treppe runter fiel. Ich landete direkt zu den Füßen meiner Mutter, die leicht lächelnd zu mir runter schaute.
»Du kannst echt nicht aufpassen. Wie wird das bloß in Hogwarts sein?«, fragte sie kopfschüttelnd und zog mich hoch.
»Keine Ahnung«, murmelte ich und ignorierte Alex' Lachen, der soeben hinter mir die Treppe runter gekommen war.
»Also, ich werde dir ganz sicher nicht helfen zu gehen«, sagte er. Ich überging diese Aussage einfach und wandte mich stattdessen wieder an Mum.
»Wann gehen wir?«, fragte ich und schaute sie erwartungsvoll an.
»Wenn euer Vater fertig ist«, seufzte sie und holte tief Luft, die sie augenblicke später wieder geräuschvoll ausstieß.
So toll, lieb und freundlich meine Mum auch war, Geduld hatte sie eindeutig zu wenig. Und wenn sie schon so reagierte, hieß das, dass es bald zu einem ihrer „Anfälle“ kommen könnte. Dies sah wahrscheinlich auch Alex, denn er verdrückte sich in der Küche. Völlig grundlos, wie sich wenig später herrausstellte, da mein Dad den Flur betrat.
»Morgen«, brummte er und drückte Mum einen Kuss auf die Wange.
»Alex, du kannst kommen«, rief Mum und gestikulierte uns wild, dass wir zum Auto gehen sollten. Mein Vater gähnte herzhaft, öffnete die Tür und schritt mir vorran zum Parkplatz. Ich hörte wie er murmelte:
»Wieso müssen wir mit dem Auto fahren? Wir hätten auch flohen können, aber nein, nehmen wir doch den langen Weg.« Ich rollte nur die Augen und stieg in unseren Familien-Van ein. Auch Dad ließ sich auf den Beifahrersitz fallen und knallte die Tür zu. Kaum hatte er es sich gemütlich gemacht, vernahm ich auch schon sein nicht gerade leises Schnarchen. Es nervte mich so sehr, dass meine Augen verrückt spielten.
»Drück auf's Gas, Mum!«, rief Alex, sodass ich fürchterlich zusammenzuckte, was meinen ach-so-einfühlsamen Bruder zu einem Lachflash brachte.
Er stoppte nicht einmal, als wir einen Parkplatz am Tropfenden Kessel fanden und ausstiegen.
»Alexander Richard Winston, jetzt reicht es aber!«, sagte Mum bedrohlich und stemmte die Hände in die Hüfte. Da Alex ganz genau wusste, wann nicht mehr zu Spaßen war, erstarb sein Lachen fast augenblicklich. Mum nickte nur grimmig und schritt uns vorran in den ziemlich herruntergekommenen Pub. So weit ich wusste, hatte der Laden erst neulich eine neue Wirtin bekommen. Wir waren sxgin ein paar mal hier gewesen, wegen Alex, und hatte schon eine alte, krüppelige Hexe erwartet, die die Tische abwischte und schämte mich umso mehr, als ich die Wirtin wirklich sah. Die Hexe war schlank, hübsch und ich schätzte sie auf ende zwanzig, anfang dreißig. Als sie uns erblickte, schenkte sie uns ein atemberaubendes Lächeln, zumindest schien Alex hin und weg, denn sein Mund stand weit offen.
»Mund zu, du sabberst!«, sagte ich leise in sein Ohr, auch wenn es nur wenig der Wahrheit entsprach. Zufrieden sah ich, wie er so rot wie eine Tomate anlief. Hach, da könnte ich mich glatt dran gewöhnen.
Ich wollte noch eine Grimasse in seine Richtung machen, als etwas anderes im Raum meine Aufmerksamkeit verlangte. Ein Junge von etwa 13 Jahren, hatte gerade den Pub betreten und er sah heiß aus. Er blickte zu mir rüber und in genau diesem Moment schien die Zeit einzufrieren. Ich nahm nichts mehr war, nur noch diesen Jungen und wie er mit der Hand durch sein zotteliges rot-blondes Haar strich.
»Hey, was starrst du meinen besten Freund so an?« Wumm! Willkommen zurück in der Wirklichkeit!
Ich löste meinen Blick von dem Jungen und schaute meinen Bruder fassungslos an. Was hatte er gesagt? Bester Freund?!
»Wie meinst du das?«, fragte ich sehr schlau und konnte es Alex nicht verübeln, dass er die Augen verdrehte.
»Na so, wie ich es gesagt habe«, erklärte er und nickte dem Jungen zu, der kurz lächelte und dann in einem Hinterzimmer verschwand.
»Ich glaube wir reden gegen eine Wand«, hörte ich meinen Dad wie durch einen langen Tunnel genervt sagen. Unbemerkt hatte ich weiter auf die Tür gestarrt, durch die der Junge soeben gegangen war. Merlin, was stellte der bloß mit mir an?
»Komm!«, meinte Alex und zog mich grob in den nächsten Raum, der den Eingang zur Winkelgasse darstellte. Mein Dad zückte seinen Zauberstab und tippte in der richtigen Reihenfolge auf die Steine, sodass sie zu einem Steinbogen verschmolzen und man problemlos in die Winkelgasse gelangen konnte. Wie erwartet war die Winkelgasse gefüllt von Hexen und Zauberern, die mit ihren Familien noch die letzten Einkäufe für Hogwarts erledigten. Dementsprechend laut war es auch, wewegen man Mühe hatte zu verstehen, was Angehörige zu einem sagten. Um meine Familie nicht zu verlieren, ließ ich sie nicht aus den Augen und somit sah ich auch wie Mum mit den Lippen Flourish & Blotts formte. Ich nickte und ging ihnen hinterher, bis wir schließlich in einem Geschäft ankamen, welches Meterhohe Regale, voll gestopft mit Büchern beherbergte. Mum deutete uns an, dass sie die Schulbücher besorgen würde und Dad meinte, er wollte Alex noch etwas zeigen. Zum Schluss stand ich mitten in der Menschenmasse, halb zerquetscht und um Luft ringend. Da ich mich doch noch etwas zu jung fühlte um zu sterben, bahnte ich mir einen Weg durch die Menge zum nächsten Regal. Ich schaute mich interessiert nach einem Buch um, weiter oben, glaubte ich eins gefunden zu haben. Und wegen meiner Zwerggröße, musste ich ein paar Schritte nach hinten machen, damit ich besser sehen konnte, knallte aber unglücklicherweise gegen etwas lebendes und ich spürte wie dieses etwas, oder besser gesagt dieser jemand, zu Boden glitt.
»Oh sorry!«, sagte ich hastig, drehte mich um und hielt dem Mädchen, wie ich gerade herrausgefunden hatte, meine Hand hin. Dankbar ergriff sie sie und klopfte sich den Schmutz von ihrem Rock.
»Kein Problem«, sagte sie freundlich und ließ sich von mir hochziehen. Ich betrachtete sie etwas genauer und bemerkte, dass sie lange dunkelbraune Haare hatte. Mit ihren schwarzen Klamotten wirkte sie wie mein genaues Gegenteil.
Ich setzte ein Grinsen auf und sagte:
»Wie du vielleicht schon festgestellt hast, bin ich etwas torllpatschig. Und übrigens, kommt ihr auch nach Hogwarts?«, wandelte ich meinen Aussagesatz in eine Frage um, als ich den Jungen hinter ihr gesehen hatte. Beide nickten.
»Jep, erstes Jahr. Du auch, oder?«, stellte sie mir die Gegenfrage. Diesmal war es an mir zu nicken.
»Ja. Oh, wie ich sehe, muss ich los. Bis zum ersten September. Bis dann!«, rief ich schon halb draußen. Ihre Wort hörte ich schon gar nicht mehr.

Kaum hatte ich die Hauptstraße betreten, wurde ich auch schon mitgezogen. Etwas verzweifelt rief ich nach meiner Familie, doch als diese mir nicht antwortete, versuchte ich mich in einem Laden zu retten, was mir auch einigermaßen gelang, bis auf die Tatsache, dass meine Familie das nicht sah und glatt an mir vorbei lief. Ich fluchte leise auf und stürmte aus dem Laden. Etwas weiter vorne sah ich Alex und schon rannte ich los. Ich stolperte ein paar mal, rempelte gegen Leute, denen ich dann noch mit einem Hauch von Freundlichkeit »Entschuldigung!« zurief und endlich hatte ich meinen Bruder erreicht. Mum, die neben ihm lief, schrie freudig auf und schloss mich in ihre Arme.
»Was machst du denn? Wir haben nach dir gesucht und gerufen!«, schluchtzte sie und ich tätschelte ihr unbeholfen den Rücken. Sie zog die Nase geräuschvoll hoch und lächelte, ehe sie wieder in ihrem üblichen Friede-Freude-Eierkuchen-Tonfall anfing zu sprechen.
»Ich schlage vor, dass ihr beide nach Madam Malkins geht und Alex und ich den Rest besorgen. Schatz, gibst du mir bitte die Listen?« Ich hörte ein Würgen und sah wie Alex so tat, als würde er brechen. Dad brummte nur, reichte meiner Mum zwei gleichgroße Zettel und zog mich in eine schmale Nebengasse.
»Du weißt schon, dass Madam Malkins auf der Hauptstraße ist, oder?«, fragte ich und grinste.
»Aber natürlich«, sagte Dad unsicher und man merkte, dass er es nicht gewusst hatte.
»Daddy, es ist alles okay. Du kannst mir ruhig sagen, wenn es dir nicht gut geht und du Sternchen siehst. Dann gehen wir zum Onkel Doktor, damit es dir rasch wieder besser geht.« Ich liebte es, meinen Dad in dieser Form zu ärgern, wenn er noch nicht in einem wachen vernüftigen Zustand war. Er würde sich, sobald er richtig wach und zu halbwegs normalen Gesprächen im Stande war, an nichts mehr errinern können.
Ich zog meinen Vater wieder auf die Hauptstraße und lief mit ihm in Richtung Madam Malkins.
»Ach ja. Ich wusste das...« Aber die Stimme meines Vaters ging in dem Lärm, den die Passanten veranstalteten unter. Ich drückte die Tür des Kleidungsladen auf und eine schöne Ladenglocke klingelte, als mein Vater mir folgte.
»Guten Morgen!«, rief eine rundlichere Verkäuferin und kam mir auf rosa Pumps laufend entgegen.
»Für die Junge Dame hier?«, fragte sie und ohne eine Antwort abzuwarten, packte sie mich mit kräftigen Händen an den Schultern und zerrte mich auf einen kleinen Hocker. Als ich endlich so stand, wie sie es wollte, musterte sie mich ganz genau und nickte zwischendurch.
»Hogwarts?« Ich nickte nur.
»Besondere Wünsche?«, fragte sie und drehte sich schwungvoll um, sodass sie ihre langen grauen Haare einer weiteren Verkäuferin, die an der Seite stand und offensichtlich mit Madam Malkin sprechen wollte, um die Ohren schlug.
»Ah, Mrs Finnigan! Gut das Sie hier sind. Bedienen Sie bitte diese Kundin, während ich mich um die anderen kümmer!« Mit diesen Worten verschwand Madam Malkins hinter einem Kleiderständer. Die neue Verkäuferin, die anscheinend den Nachnamen Brown trug, kam auf mich zu und lächelte mich an. Ich grinste zurück, obwohl mich nicht wirklich nach lachen war. Es kotzte mich an, solange auf diesem Scheißhocker stehen zu müssen und darauf zu warten, dass mich jemand maß und mir dann einen Umhang anbot.
»Hallo. Mein Name ist Lavender Finnigan und wie heißt du?«, fragte sie freundlich.
Kann dir doch egal sein, bediene mich einfach!, dachte ich, doch ich hielt mich ausnahmsweise einmal zurück.
»Annabeth«, lautete meine simple Antwort. Ich hatte wirklich keinen Bock, ihr meinen Nachnamen zu sagen, doch es schien sie nicht im Geringsten zu stören. Sie pfiff fröhlich die Melodie des neuesten Liedes der Schicksalsschwestern und schnipste mit dem Zauberstab. Ein Maßband flog in ihre Hand und sie verhexte es so, dass es mich meßte. Jedes einzelne Körperteil, wie es mir vorkam. Also bitte, wer braucht für einen Umhang, den Abstand meiner Augen?! Irgendwann wurde es mir echt zu bunt.
»Sind Sie bald fertig?«, fragte ich genervt. Mrs Finnigan nickte, schwang ein weiteres Mal den Zauberstab und die Maßbänder verschwanden. Erleichtert seufzte ich und wollte schon vom Hocker runterklettern, als Mrs Finnigan mich zurückhielt.
»Warte, du musst doch noch den Umhang anprobieren!«, sagte sie und ich stöhnte auf. Sie holte aus dem Hinterzimmer einen schwarzen Umhang und stülpte ihn mir über. Ich fragte mich, ob die Maßbänder wirklich meine Größe ausgemeßen hatten, denn der Umhang war mir viel zu groß.
»Auch herrje, du bist echt klein. Madam Malkin hatte vorhin ein Mädchen hier, welches mindestens drei Köpfe größer war. Sie macht doch tatsächlich auch ihr erstes Jahr in Hogwarts. Wie unterschiedlich man sein kann, nicht wahr?« Ich schaute die Verkäuferin verdutzt an, nickte dann aber langsam.
»So, du bist fertig«, meinte sie dann. Ich hatte nicht gemerkt, wie sie den Umhang gekürzt hatte und ganz ehrlich, es war mich auch sowas von egal. Ich stieg von dem Hocker und lief geradewegs in Madam Malkin rein, die hektisch herüberekommen war.
»Mein liebes Kindchen! Beeil dich, du bist schließlich nicht die einzige, die heute auf die Idee gekommen ist, einzukaufen. Oh, warte, gib mir fünf Galleonen!«, flötete sie und ich drückte ihr das Geld in die Hand, damit ich so schnell wie möglich von diesem hyperfröhlichen Ort verschwinden konnte. Ich suchte meinen Dad, fand ihn, wie er da auf einem Stuhl saß und einer jungen, attraktiven Blondine auf den Hintern starrte. Beinahe sabberte er, aber auch nur beinahe.
Bevor mir noch schlecht wurde, zog ich ihn hoch und wir verließen den Laden.
»Mensch Dad!«, sagte ich lachend.
»Jetzt zur Apotheke?«, fragte er. Er wurde also langsam wach und schlug sogar den richtigen Weg ein. Wir traten erneut durch eine Ladentür, nur diesmal gab es zum Glück keine oberdämliche Ladenglocke, die läutete wenn man eintrat. Ich fragte mich, wie es die Mitarbeiter wohl bei so einem nervtötendem Geräusch aushielten zu arbeiten?
Na ja, um mal wieder zum Thema zurück zu kommen; Dad erledigte mal ausnahmsweise die Einkäufe. Er ging zur Theke und kramte nach der Einkaufsliste, die ganz zerknittert war. Gedankenverloren schaute ich durch das dreckige Fenster. Halb sah ich mich, wie ich dort in meiner gelben Hose und meinem pinken T-Shirt stand, halb sah ich die vielen Haxen und Zauberer mit Einkaufstüten durch die Gegend rennen. Meine Gedanken wanderten weg. Weit, weit weg. Sie landeten weich wie Federn auf einem Quidditch-Feld. Ich sah mich in einem königsblauen Quidditch-Umhang vom Boden abstoßen, einen Feuerblitz zwischen den Knien. Ich ließ einen Schnatz frei und jagte ihm hinter her. Moment. Schnatz? Ich spielte doch als Treiberin? Na ja, egal. Auf jeden Fall, rauschte die kühle Luft durch meine kurzen blonden Haare. Ich war so schnell wie ein Blitz, was ja auch kein Wunder war, bei einem Feuerblitz. Dann fiel mir ein, dass ich nur einen Komet 260 besaß. Alle Geschwindigkeit verließ mich und ich verlangsamte in Schrittgeschwindigkeit. Der Schnatz (?!), der gerade noch greifnah gewesen war, war nun meilenweit entfernt.
»Na super!« Ich sank wieder zurück auf den Boden. Ich sah gerade noch einen Jungen, der auf einem Feuerblitz saß, in die Luft stieg und gekonnt den Schnatz fing. Sagte ich nicht, dass Sucherin nicht der richtige Job für mich war?
Unsanft wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
»Annie! Annie! Hörst du mich? Wach auf! Annie!« Ich erkannte die Stimme meines Vaters und spürte wie mich jemand an den Schultern rüttelte.
»Ja? Dad?« Ich war auf einmal ziemlich müde, konnte die Augen kaum aufschlagen. Dennoch schaffte ich es mit großer Mühe. Ich lehnte mich an die kühle Glasscheibe.
»Mir ist schlecht«, murmelte ich und ich fühlte mich so, als ob ich mich jeden Moment übergeben müsste. Langsam, um ja keine falsche Bewegung zu machen, die verhängnisvoll enden könnte, ließ ich mich an der Scheibe runtergleiten. Die neugierigen Blicke der Passanten draußen, ignorierte ich.
»Ist es wirklich so schlimm?« Ich konnte nur nicken. Inzwischen stand auch der Verkäufer mit besorgtem Gesichtsausdruck neben mir (die Frage war ja nur, ob er sich um mich sorgte, oder darum, dass ich auf seinen Fußboden kotzen könnte). Mein Vater legte mir beruhigend die Hand auf meine Schulter und zückte den Zauberstab.
»Expecto Patronum!« Ein Kaninchen stieß aus seinem Zauberstab hervor. Kurze Zeit später tauchte meine Mutter außer Atem vor mir auf und ließ sich erschöpft neben mich auf die Knie sinken.
»Schatz, wie geht es dir?« Meine Mutter legte mir ihre Hand auf die Stirn, die sie nach einem Bruchteil einer Sekunde geschockt zurück zog.
»Scheiße!«, würgte ich hervor.
»Haben sie einen Kamin?«, fragte meine Mutter nun an den Verkäufer.
»Aber natürlich! Im Hinterzimmer.« Ich spürte wie mich zwei kräftige Hände packten und sanft hoch hoben. Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Als ich wieder zu mir kam, sah ich meine komplette Familie um mich versammelt. Sogar mein Bruder stand an meinem Bett, was mich sehr wunderte, da ich ihn einen Scheiß interessierte.
»Annie? Geht es dir besser?« Ich blickte in das besorgte Gesicht meines Vaters. Er sah etwas schlaftrunken aus. Langsam richtete ich mich auf und sofort wurde mir wieder etwas übel. Nun sah ich das ganze Geschehen. Neben meinem Bett stand ein Eimer, in den ich anscheinend schon gekotzt hatte. Außerdem war das Fenster, aus dem die Sonne nur so strahlte, weit aufgerissen.
»Was ist passiert?«, fragte ich und blinzelte ein paar Mal.
»Du bist umgekippt, Schwesterherz«, erklärte Alex mir breit grinsend. Noch bevor ich etwas giftiges erwidern konnte, sagte Mum rasch:
»Ja, Schatz, und dann haben wir dich nach Hause gebracht.« Sie streichte mir die Haare aus der Stirn. Erst jetzt fiel mir auf, dass einer im Bunde fehlte.
»Hey, wo ist Justin?«, fragte ich etwas geschwächt.
»Bei Granny Winston«, antwortete Mum. Ich nickte, als mir etwas einfiel.
»Wir müssen in die Winkelgasse«, sagte ich nun sicherer.
»Wie bitte?«, fragte Mum schockiert.
»Mum, jetzt tu doch nicht so! Ich weiß ganz genau, dass du sie verstanden hast!«, meinte Alex mit genervter Stimme.
»Ja, aber-«
»Mir geht's gut!«, versicherte ich ihr.
»Aber-«
»Danke, Mum!«, sagte ich und sprang auf. Ich küsste meine Mutter auf die Wange. Einen weiteren Widerspruch ließ ich nicht zu, denn ich schob meine Familie aus meinem Zimmer.
Keine halbe Stunde später standen Dad, Alex und ich erneut im tropfendem Kessel (Mum hatten wir Zuhause gelassen).
»Wir müssen zu Ollivander!«, rief Alex und zog mich in den Hinterraum. Als ob ich nicht wüsste, dass ich einen Zauberstab brauchte. Idiot. Dad hastete hinter uns her, den Zauberstab bereithaltend. Er tippte schnell die richtigen Steine an und als der Torbogen erschienen war, gingen wir hindurch. Okay, wir rannten, aber das war unwichtig.
»Schnell, er macht gleich zu!«, schrie Dad, sodass ich schon Angst hatte, man würde uns wegen Ruhestörung anzeigen.
»Huch«, sagte der Zauberstabmacher, als wir seinen fast geschlossenen Laden stürmten.
»Wir brauchen einen Zauberstab«, keuchte Dad.
»Okay«, sagte Mr Ollivander ruhig, was meinen Dad aufzuregen schien.
»Kann der nicht schneller machen?«, murmelte er, doch der alte Mann hörte ihn nicht, da er hinter ein paar Regalen verschwand.
»Rechts- oder Linkshänderin?«, rief er.
»Rechts!«, schrie ich zurück. Mr Ollivander tauchte mit vier Boxen unterm Arm wieder auf. Er öffnete eine, zog einen länglichen, braunen Stab heraus und überreichte ihn mir.
»Eiche, dreizehneinhalb Zoll, Einhornhaar, handlich. Schwingen Sie ihn!«, forderte er mich auf. Ich schwang den Zauberstab. Nichts passierte.
»Nicht der richtige. Vielleicht der hier? Aus feinem Mahagoni geschnitzt, Drachenherzfaser, elfdreiviertel Zoll.« Er tauschte den Stab in meiner Hand mit dem nächsten aus. Diesmal verspürte ich Wärme, die sich von meiner Hand durch meinen ganzen Körper ausbreitete.
»Der Richtige«, sagte Ollivander zufrieden und wir bezahlten den Stab. Per Seit-an-Seit-Apparieren, kamen wir wieder nach Hause. Kaum hatte ich das Wohnzimmer betreten, eilte Mum auf mich zu. Anscheinend hatte sie brav auf uns gewartet.
»Du gehst jetzt sofort zurück ins Bett, junge Dame!«, sagte Mum in einem strengen mütterlichen Ton. Ich seufzte. Protest würde wohl nichts bringen...


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Jo Rowling verlangte nicht von mir, den Roman buchstabengetreu umzusetzen, sondern eher dem Geist der Bücher gerecht zu werden.
Alfonso Cuarón