
von QueenOfPain
Snape faltete seine Hände und sah Hermine, Rons Meinung nach, etwas zu intensiv an.
>>Also<<, machte sich Ron bemerkbar. Snapes Blick löste sich von Hermine und er sah zu Ron. >>Worüber wollten Sie mit uns reden?<<
Snape zog die Augenbrauen etwas zusammen. >>Das sollten sie eigentlich wissen, Mr Weasley.<<
Ron verdrehte bloß die Augen. Hermine sah das und stieß ihm in die Seite. >>Bleib mal ernst, Ronald!<<, giftete sie ihn an. >>Es geht sich hier um unseren Sohn!<<
Snape sah augenblicklich wieder zu Hermine. >>Sie haben es erfasst, Mrs Weasley.<<
Hermine nickte. >>Also bitte, Professor. Was ist vorgefallen, wissen sie die Hintergründe?<<
>>Die genauen Hintergründe, weshalb Ihr Sohn dies getan hat, kenne ich noch nicht<<, beantwortete Snape ihre Frage. Der Klang seiner Stimme beruhigte Hermine irgendwie ungemein, aber dass er sie die ganze Zeit anschaute und Ron keines Blickes würdigte, wunderte sie jedoch ein wenig. >>Jedoch sollten Sie wissen, dass mir das selbstzerstörerische Verhalten Ihres Sohnes Sorgen bereitet.<<
Hermine schluckte. >>Hat er dies schon öfter getan?<<
Snape nickte vernehmlich. >>Nicht in diesem Ausmaße, aber ja. Man hat öfters Schnittwunden bei ihm entdeckt, wenn er denn mal vergessen hat, sie zu verdecken.<<
>>Warum sagen Sie uns dann jetzt erst Bescheid?<<, schrie Hermine ihn an. Ron, der sich sichtlich fehl am Platz fühlte, da die Konversation anscheinend nur zwischen Hermine und Snape stattfand, zuckte zusammen. >>Er hat versucht sich umzubringen!<< Hermine stand auf und bäumte sich vor Snape auf. >>Besitzen Sie auch nur einen kleinen Funken von Verantwortungsgefühl gegenüber Ihren Schülern? Wir geben unsere Kinder in Ihre Hände, im Glauben, sie seien hier sicher und gut aufgehoben!<<
Ron merkte, dass es an der Zeit war, Hermine zu beruhigen. Er legte ihr seine Hand auf die Schulter und zog sie zurück in ihren Stuhl. Eines musste man Hermine lassen, dachte er. Sie hatte mächtig Feuer unter dem Hintern, auch nach all den Jahren noch. Genau das Gleiche dachte sich auch Snape. Er ließ sich gar nicht von Hermines Wutausbruch aus der Reihe bringen, sondern saß immer noch mit gefalteten Händen und einem gleichgültigen Gesichtsausdruck vor den beiden.
>>Wie Sie sicher verstehen...<<, begann er wieder zu sprechen. >>Liegt mir viel daran, dass die Schüler erst einmal alleine aus ihren Kriesen wieder heraus kommen, ehe ich die Eltern kontaktiere.<<
>>Sie halten es erst für richtig, wenn einer ihrer Schüler grade im Sterben liegt!<<, fauchte Hermine und sah Snape tief in die Augen. Irgendwas, ja irgendwas, sie konnte es sich selber nicht erklären, zwang sie dazu, nicht sauer auf diesen Mann zu sein.
Snapes Augen blitzten auf und Hermine sah augenblicklich zu Ron hinüber, der die Arme vor der Brust verschränkt und einen wütenden Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte. Ron bemerkte, dass Hermine ihn ansah und ergriff nun das Wort.
>>Was wollen Sie jetzt tun?<<, fragte er angriffslustig.
Ohne den Blick von Hermine abzuwenden antwortete Snape bestimmend >>Mrs Weasley sollte hier bleiben, denn die Kollegen und ich sind uns in einer Sache sicher... Hugo ist sehr sensibel, auch wenn er nicht drüber spricht, braucht er seine Mutter.<<
>>Das geht nicht!<<, sagte Ron zwischen zusammen gebissenen Zähnen.
>>Sanpe zog die Augenbrauen hoch und sah zu Ron. >>Nicht? Ich denke, das sollte Ihre Frau entscheiden, Mr Weasley!<<
>>Ich mache es<<, sagte Hermine ohne zu zögern. Ron sah sie entgeistert an, Snape machte einen triumphierenden Gesichtsausdruck.
>>Aber...<<
>>Keine Widerrede, Ronald!<<, fauchte Hermine Ron an, der sie nun etwas wehleidig anschaute. >>Guck mich nicht so an!<<
Snape zog den Mund etwas zusammen, da er sich ein Lachen verkneifen musste. Rons Miene sah einfach nur zum Schießen gut aus, es gefiel ihm, dass Hermine sich gegen ihren Mann stellte.
>>Die Bibliothekarin Madam Pince ist in den Ruhestand getreten, was bedeutet, die Schulbibliothek genießt momentan keinerlei Aufsicht mehr, wenn...<<
>>Ich mache es!<<, unterbrach Hermine Snape sofort.
>>Wenn Sie möchten können Sie den Posten übernehmen<<, beendete Snape seinen Satz, obwohl Hermine schon längst zugesagt hatte.
>>Hermine!<<, Rons Stimme war ungewöhnlich hoch.
>>Ronald!<<, Hermine sprach nun sehr streng und sah Ron auch ebenso an. >>Du wolltest immer, dass ich einen Job habe, damit du nicht mehr so viel arbeiten musst. Jetzt bekomme ich die Chance und noch dazu, direkt bei Hugo und Rose. Also bitte, bitte mach jetzt kein Theater!<<
Ron wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Er schüttelte bloß mit dem Kopf.
>>Sie werden wohl nicht die Küche in Brand setzen, wenn Sie sich Ihr Essen selbst zubereiten müssen, Mr Weasley<<, mischte sich Snape ein und musste sich immer noch ein Lachen verkneifen.
Und damit hatte er wohl auch den Nagel auf den Kopf getroffen, denn Ron sah ihn finster an, stand auf, packte Hermine am Arm und versuchte sie vom Stuhl hochzuziehen. >>Wir gehen!<<, sagte er wütend zu Hermine.
Hermine wehrte sich gegen seinen Griff. >>Nein, du gehst, ich nicht!<<
>>Kommst du jetzt wohl mit!<<, schrie Ron sie in herrischem Ton an. Und dieser Tonfall alamierte Snape, der ebenfalls sofort aufstand, um den Schreibtisch herum kam und sich zwischen die beiden stellte. Grade als er Hermine aus Rons Griff befreien wollte, passierte es auch schon.
Ron pfefferte Snape seine freie Hand ins Gesicht. Ohne auch nur zu wissen was er tat, packte Snape Ron an den Schultern und feuerte ihn quer durch den Raum. >>Wagen Sie es sich noch einmal, mich anzufassen, Mr Weasley!<<, schrie Snape mit vor Wut hochrotem Kopf.
Ron, der kurz vor dem Denkarium zu Boden gefallen war, stand wieder auf, ballte die Hände zu Fäusten, nahm Anlauf und rannte auf Snape zu. >>Wagen Sie es sich noch einmal, sich zwischen meine Frau und mich zu stellen, Sie Idiot!<<
Doch bevor Ron Snape erreichte, fasste sich Hermine, die gar nicht richtig realisiert hatte, was grade überhaupt vorgefallen war und stellte sich schützend vor ihren ehemaligen Lehrer. >>Stop, Ronald!<<, schrie sie. >>Du gehst jetzt besser!<<
Ron stoppte und wusste gar nicht, wie ihm geschah. >>Ha! Jetzt nimmst du ihn also auch noch in Schutz!<<, brüllte er wutentbrannt, steckte die Fäuste in die Tasche und verschwand aus Snapes Büro.
>>Ronald!<<, rief Hermine ihm nach. >>Komm sofort zurück!<<
>>Ich gehe!<<, hörten Snape und Hermine Ron auf der Treppe brüllen.
Hermine wollte ihm nachrennen, doch Snape hielt sie fest. Hermine blickte ihn fragend an. >>Er wird sich schon wieder beruhigen<<, sagte Snape, lockerte seinen Griff aber nicht. Und irgendwie wollte Hermine grade auch gar nicht, dass er sie los ließ. Sie nickte nur und atmete schwer ein und wieder aus.
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