
von QueenOfPain
Hugo ging es von Tag zu Tag besser, alleine schon, da Hermine ihm sagte, dass sie nun auch in Hogwarts bleiben würde. Aber er wollte immer noch nicht mit der Sprache rausrücken, warum er sich selbst versucht hat umzubringen. Hermine beschloss, ihn erst einmal wieder richtig gesund werden zu lassen und dann einmal ein ernstes Wort zwischen Mutter und Sohn mit ihm zu führen.
Rose jedoch war davon, dass Hermine nun eine Stelle als Bibliothekarin in Hogwarts hatte, nicht sehr angetan.
>>Alle werden mich auslachen!<<, jammerte sie, als Hermine ihr die Nachricht überbracht hatte. Sie überging den Kommentar jedoch, da sie ihre Tochter kannte. Sie war jetzt nun einmal in einem schwierigem Alter.
Was Hermine jedoch beunruhigte, war die Tatsache, dass die Kinder nicht einmal nach Ron fragten und der sich auch, seit dem Vorfall vor ein paar Tagen nicht mehr gemeldet hatte. Kein Lebenszeichen hatten sie mehr von ihm bekommen. Auch wenn sie wütend auf ihn war, machte sie sich doch Sorgen.
>>Er wird sich schon beruhigen<<, Minerva McGonnagall tätschelte ihr liebenswürdig beim Abendessen in der großen Halle den Arm, als Hermine gedankenverloren in ihrem Salat herumstocherte.
Snape, der neben Minerva saß, beobachtete das Geschehen und schmunzelte. Ihm passte es nicht, dass Hermine sich Sorgen um Ron machte, er war in seinen Augen ein taktloser, selbstsüchtiger Ehemann, der eine Frau wie Hermine nicht verdient hatte.
Hermine schnaufte nur, legte die Gabel beiseite und stand auf. >>Die Bücher warten<<, entschuldigte sie sich und verließ die große Halle, warf Rose, die am Gryffindortisch saß, jedoch noch einen mütterlichen Blick zu. Diese schüttelte nur den Kopf und unterhielt sich wieder mit ihren Freundinnen.
Auf dem Weg zur Bücherei hörte Hermine Schritte hinter sich. Sie drehte sich um und blickte in Snapes Gesicht. Er blieb augenblicklich stehen, scheinbar fühlte er sich ertappt. >>Professor?<<, Hermine schaute ihn fragend an.
>>Mrs?<<, antwortete Snape mit unschuldiger Miene.
>>Folgen Sie mir?<<, sie runzelte die Stirn und ging einen Fuß vor den anderen setzend auf ihn zu.
Snape schluckte laut, beobachtete jeden einzelnen Schritt Hermines. >>Nein, ich wollte in mein Büro.<<
>>Ihr Büro befindet sich im siebten Stock!<<
>>Ach ja... richtig. Ich bin wohl was durcheinander<<, Snape versuchte sich rauszureden, Hermine spürte das und er merkte, dass sie ihm kein einziges Wort glaubte.
>>Was wollen sie?<<, Hermine stand nun genau vor ihm, er konnte ihren Atem auf seinem Gesicht spüren.
Wie benebelt stand Snape vor ihr und brachte kein Wort mehr heraus. Hermine konnte sich nicht erklären, was ihm die Sprache verschlagen hatte, aber sie entschloss sich, ihren Weg einfach fortzusetzen und Snape konnte von ihr aus auf dem Gang Wurzeln schlagen.
Auch nach den vergangenen Jahren werde ich einfach nicht schlau aus diesem Mann, dachte sich Hermine auf dem Weg in die Bibliothek. Sie konnte sich sein Verhalten einfach nicht erklären, aber irgendwie fand sie, dass ihn dieses Verhalten sympathisch machte. Wie ein kleiner Schuljunge, der nicht recht wusste, was er sagen und tun sollte. Aber wieso verschlug es ihm scheinbar immer nur bei ihr die Sprache?
>>Mrs Weasley!<<, hörte sie ihn plötzlich hinter sich rufen, doch sie ging weiter, ohne zurück zu sehen.
>>Warten Sie doch mal!<<, rief Snape erneut.
Hermine blieb stehen und drehte sich entnervt um. >>Was?<<, sie stemmte die Hände in die Hüfte. >>Ich habe zu tun!<<
Snape kam vor ihr zum Stillstand und nahm einmal kräftig Luft. >>Ich weiß Mrs Gr... ehm ich meine Mrs Weasley. Wollen Sie nicht mit in mein Büro kommen? Ich habe noch einiges mit Ihnen zu besprechen.<<
Hermine sah Snape geschockt an. >>Ich hoffe, es ist nichts schlimmes, Professor!<<
Snape setzte eine etwas sanftere Miene auf. >>Nein, ich denke nicht...<<
>>Sie denken nicht?<<, Hermine runzelte die Stirn.
>>Nein, kommen sie einfach mit<<, forderte Snape sie auf, wendete jedoch sein Gesicht von ihr ab, da er nicht wollte, dass sie irgend etwas in seinem Gesichtsausdruck las.
Ohne nachzudenken folgte Hermine Snape in sein Büro im siebten Stock. Auf dem Weg dorthin gingen ihr jedoch so einige Fragen durch den Kopf. Wieso folgte er ihr? Wieso sprach er sie nie vor den anderen an? Wieso sollte gerade sie alleine mit ihm in sein Büro? Wieso folgte sie ihm gerade?
Den ganzen Weg über redete Snape kein Wort und auch Hermine sprach nicht zu ihm. Er schaute zwar ein paar mal hinter sich, ob sie ihm auch noch folgen würde, aber Hermine war immer noch hinter ihm. Um ehrlich zu sein, wollte sie auch grade nichts anderes, als Snapes Anwesenheit zu spüren. Irgendwie gab er ihr das Gefühl, gut aufgehoben zu sein.
Vor dem goldenen Wasserspeier angekommen, murmelte Snape das Passwort, obwohl dies wirklich unnötig war, da Hermine das Passwort eh bereits kannte.
Der goldene Wasserspeier gab die Treppe frei, Snape bedeutete ihr hinauf zu gehen. Hermine stieg die Stufen empor, ging durch die offene Bürotüre und setzte sich vor Snapes Pult auf dem Stuhl nieder, wo sie bereits bei ihrer Ankunft gesessen hatte. Snape trat hinter ihr ein, schloss die Türe und setzte sich hinter seinen Pult.
>>Also?<<, fragte Hermine mit trockenem Mund. Sie sah Snape an, dass er nach den richtigen Worten suchte, er sie aber nicht fand. Sein Gesichtsausdruck war einfach nur gequält, so als würde er am liebsten gleich wieder verschwinden und sie alleine lassen.
>>Professor?<<, fragte sie erneut.
Snape schluckte schwer, Hermine hörte es förmlich. >>Professor?<<, fragte sie erneut.
>>Ich...<<, er stockte und schluckte erneut. >>Ich kann es Ihnen nicht direkt sagen, nicht hier...<<
Hermine sah ihn verwundert an.
Snape schaute unschuldig zurück.
>>Warum haben Sie mich dann mit hierher genommen?<<, fragte Hermine dann.
Snape trommelte nervös mit seinen Fingern auf dem Pult herum, sah Hermine jedoch nicht weiter an. Sein Herz raste wie verrückt, sollte er ihr sein Anliegen beichten, oder es weiterhin für sich behalten?
Hermine fühlte sich etwas veräppelt. >>Also wenn Sie nicht mit der Sprache rausrücken, dann gehe ich jetzt!<<, sagte sie gereizt. >>Ich habe schließlich noch etwas zu tun in der Bibliothek!<<
Snapes Herz pochte noch heftiger. >>Nein, gehen Sie nicht!<<
Hermine schnaufte genervt.
Gib dir einen Ruck, Severus, dachte Snape und versuchte sich zu beruhigen. Snape legte seine Hände, mit der Handfläche nach oben auf seinen Pult. >>Legen Sie bitte ihre beiden Hände auf meine...<<, sagte er dann.
Hermine schaute ihn verwundert an. Sie wollte fragen, wieso dies tun sollte, aber sie tat es einfach, ohne nachzufragen, wieso wusste sie selbst nicht. Es war reiner Reflex. Sie war einfach nur froh, dass Snape ihr jetzt doch vielleicht sagen würde, wieso sie mit in sein Büro sollte. >>Und?<<, fragte sie ihn, fixierte ihn stark.
Snape nahm noch einmal tief Luft. Hermine wurde langsam ungeduldig. Er bemerkte dies und wusste, dass ihm nun keine Zeit mehr blieb.
>>Nun...<<, begann er. >>Ich...<<, er schaute sie endlich wieder an. Hermine erschrak. War dies Trauer in seinen Augen? Nicht mehr der kalte Blick, nein diesmal war er sanft, seine Augen strahlten Wärme aus, sein ganzer Blick. Ihr ganzer Körper begann zu vibrieren. Sie versuchte dies zu unterdrücken, sie wollte nicht, dass Snape spürte, dass sie dieser Gesichtsausdruck gerade verrückt machte. Gerade jetzt wollte sie wissen, wieso er sie mit sich auf sein Büro genommen hatte. Er hatte ihr irgendetwas Wichtiges zu sagen, das wusste sie...
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