
von Kate Flemming
Überarbeitete Version
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Als Kate zwei Tage später in die Große Halle kam, blieb sie überwältigt am Eingang stehen. Tausende von schwebenden Kerzen erhellten den riesigen Raum und eine feierliche, gespannte Atmosphäre hatte sich breit gemacht. Die Schüler kamen gerade in diesem Augenblick am Bahnhof an und würden in Kürze hier eintreffen. Wie verzaubert schritt Kate zwischen den langen Schülertischen entlang auf den erhöhten Lehrertisch zu. Es waren schon einige der Lehrer da und standen in Gruppen plaudernd herum. Severus Snape war noch nicht da. Dumbledore war in ein Gespräch mit McGonagall vertieft. Kate trat zu Professor Burbage.
Diese wandte sich munter zu ihr um: „Nun, meine Liebe, wie aufregend. Es ist jedes Jahr wieder spannend, wenn das neue Schuljahr beginnt, nicht wahr?“
Kate nickte: „Das ist wahr, aber so aufregend wie dieses Jahr war es noch nie.“ Kate fuhr schmunzelnd fort: „Wenn mich früher die Kinder nicht mochten, oder sauer auf mich waren, weil ich zu viele Hausaufgaben aufgab, dann konnten sie mich wenigstens nicht verzaubern.“
Professor Burbage und die umstehenden Lehrer lachten so laut, dass Professor McGonagall und der Schulleiter ihr Gespräch unterbrachen und zu ihnen traten.
„Wie ich sehe“, sagte Dumbledore „sind wir allen guten Mutes. Sehr schön. Etwas Optimismus kann uns allen nicht schaden.“
Sie plauderten noch ein wenig, dann setzten sie sich langsam alle an die Tische. Professor McGonagall ging hinaus, um die Erstklässler in Empfang zu nehmen.
Von außen waren schnell lauter werdende Stimmen und Gelächter zu hören: „Sie kommen!“
Und so war es, die Türen zu der Großen Halle öffneten sich und die Schüler strömten herein. Lachend und schwatzend begaben sie sich zu den Tischen ihrer Häuser. Alle Schüler trugen schwarze Umhänge mit den Emblemen der einzelnen Häuser. Es dauerte nicht lange, bis alle saßen. Dann wurde es schnell still.
Dumbledore war aufgestanden, um ein paar Worte zu den Schülern zu sagen. „Willkommen zurück auf Hogwarts. Bevor ich euch wieder mit einer Rede langweilen muss, wollen wir erst unsere neuen Erstklässler begrüßen.“
Professor McGonagall schritt durch die hohen Eingangstüren, gefolgt von den neuen Schülern. Diese schritten zügig hinter ihr her und sahen sich nervös um. Der ein oder andere wurde von anderen Schülern begrüßt, wahrscheinlich Geschwister oder Freunde der Familie. Als sie vorne angekommen waren, erklärte Professor McGonagall den Vorgang und der Sprechende Hut erzählte den versammelten Schülern, wie wichtig es wäre, zusammenzustehen und gemeinsam dem Feind entgegenzutreten. Danach wurden die Kinder auf die verschiedenen Häuser verteilt. Auf einen Wink Dumbledores füllten sich die Tische mit Geschirr, Besteck und Speisen aller Art. Ein solches Festmahl hatte Kate noch nie gesehen, auch nicht auf der Hochzeit einer Freundin, zu der sie vor zwei Jahren eingeladen gewesen war.
Während sie aßen, kam Snape durch die hohen Eingangstüren, er lief durch die Tischreihen und setzte sich an den Lehrertisch. Dann kam noch ein älterer Schüler herein, der sich schnell an den Tisch der Gryffindors setzte, seine Nase blutete. Professor Burbage nickte in seine Richtung und sagte: „Das ist Harry Potter, ich habe Ihnen von ihm erzählt!“ Kate nickte und schaute nun aufmerksamer zu dem Jungen. Er war vielleicht 16 Jahre alt und sah nicht aus, wie man sich einen „Auserwählten“ vorstellte, einen Helden, der die gesamte Welt vor Voldemort retten sollte.
‚Welche Last muss das für den Jungen sein‘, dache Kate voller Mitleid.
Es wurde ein vergnügliches Mahl. Immer wieder füllten sich die Platten und Schüsseln mit den leckersten Speisen. Und war ein Gang zu Ende, erschien schon der nächste. Als alle langsam satt waren und das Klappern des Geschirrs und des Bestecks leiser wurde, da fingen die ersten Schüler an zu gähnen.
Wieder stand Professor Dumbledore auf und es wurde erneut still:
„Ich wünsche euch allen einen schönen Abend. Außerdem noch einmal ein herzliches Willkommen an unsere neuen und alten Schüler. Das Lehrerkollegium und ich freuen uns auf das neue Schuljahr und hoffen, dass es euch genauso geht. Mr. Filch lässt Folgendes ausrichten: alle Produkte der Firma Weasleys Zauberhafte Zauberscherze sind hier in Hogwarts verboten. Wie immer, ist der Verbotenen Wald ebendies: nämlich verboten.
Außerdem habe ich die große Freude, euch dieses Jahr gleich zwei neue Lehrer vorstellen zu dürfen, die in diesem Schuljahr unterrichten werden. Zum einen ist das unser alter und neuer Kollege Horace Slughorn, der das Fach Zaubertränke unterrichten wird.“
Der Applaus für Slughorn ging im lauten Gemurmel der Schüler fast unter. Slughorn war aufgestanden und hatte in der Runde gewinkt, dann sank er schnell wieder auf seinen Stuhl.
„Professor Snape“, sagte Dumbledore und musste die Stimme erheben, damit die Schüler ihn überhaupt hören konnten, „wird der neue Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste.“
Ein lautes „Nein!“ kam aus den Reihen der Gryffindors, anscheinend war da jemand nicht für diese Besetzung.
Professor Snape stand nicht auf, sondern reagierte auf den Applaus seiner Slytherins nur mit einem Nicken. Das Gemurmel an den anderen Tischen wurde indes noch lauter. Kate sah, dass es an den Tischen heftige Diskussionen zu geben schien.
Dumbledore räusperte sich laut und das Gemurmel erstarb wieder: „Des Weiteren hat Professor Burbage Unterstützung bekommen: Professor Flemming und sie werden ab sofort Muggelkunde gemeinsam unterrichten.“
Wieder applaudierten die Kinder verhalten, Kate stand auf und nickte lächelnd, wobei sie das Gefühl hatte, ihr Gesicht wäre rot angelaufen. Schnell setzte sie sich wieder und senkte den Kopf leicht.
Dann fuhr Dumbledore fort: „Wie ihr nun alle wisst, ist Lord Voldemort zurückgekehrt. Diese Tatsache beeinflusst leider auch unser Leben in Hogwarts. Wir mussten die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Schloss stark verschärfen. Diese Maßnahmen greifen natürlich nur, wenn ihr euch an unsere Weisungen haltet. Bitte befolgt sie zu eurer eigenen Sicherheit, denn sonst begebt ihr euch und eure Freunde in Gefahr. Sollten die Lehrkräfte euch Anweisungen geben, dann befolgt sie, auch wenn sie euch vielleicht unsinnig erscheinen.
Hogwarts war bisher immer eine Gemeinschaft von Schülern und Lehrern. Es wäre schön, wenn das so bleiben würde. Uneinigkeit, Streit und Misstrauen spielen uns dem Dunklen Lord in die Hände. Also achtet aufeinander, vertragt und vertraut euch in diesen schweren Zeiten.
Doch nun wird es Zeit, dass ihr in eure warmen, weichen Betten kommt. Ich wünsche euch eine Gute Nacht und morgen einen guten Start in den Schulalltag.“
Es war spät geworden und alle machten sich auf den Weg zu den Schlafräumen. Die Lehrer verabschiedeten sich nach und nach, Dumbledore winkte Snape zu sich, der gerade hatte gehen wollen.
„Severus, bitte sorgen Sie dafür, dass Miss Flemming auf ihrem Weg nicht behelligt wird. Schlafen Sie gut, meine Liebe und alles Gute für den morgigen Tag.“
Kate lächelte und nickte dem Schulleiter zu: „Danke, Professor Dumbledore und Ihnen auch eine gute Nacht.“
Snape fragte ungeduldig: „Können wir dann endlich?“
Kate nickte und folgte ihm aus der Großen Halle. Er ging sehr zügig und sie hätte rennen müssen, um bei ihm zu bleiben. Ihr war klar, dass ihm das sehr wohl bewusst war. Also ging sie im normalen Tempo weiter, so dass er gezwungen war an der Treppe auf sie zu warten. Er starrte ihr kalt entgegen und hatte sichtlich Mühe, nichts zu sagen. Dann drehte er sich auf dem Absatz um und eilte die Treppen hinunter. Unten musste er wieder warten und so ging es weiter, bis sie an der Wohnung ankamen. Er öffnete die Tür und verabschiedete sich mit einem äußerst knappen Nicken. Kate musste schmunzeln. Sie wusste zwar nicht warum, aber offensichtlich mochte Professor Snape sie nicht besonders. Was eigentlich schade war, denn sie fand ihn sehr interessant. Hinter dieser düsteren Erscheinung und der ewig schlechten Laune musste einfach mehr stecken. Was sie nicht davon abhalten würde, die Klinge mit ihm zu kreuzen und ihm auf den Geist zu gehen, wenn es nötig war. Nachdenklich ging sie in ihren Bereich der Wohnung.
Die nächsten Tage vergingen für Kate wie im Flug. Manchmal wusste sie nicht, wo ihr der Kopf stand. Der Unterricht für Muggelkunde war aufregend und für Kate auch ungewohnt. Sie musste den Kindern Dinge erklären, die für sie ein Leben lang selbstverständlich und nebensächlich gewesen waren. Das war nicht so einfach. Bei manchen Fragen musste sie kapitulieren. Welcher normale Mensch weiß schon, wie ein Fernseher genau funktioniert. Sie würde noch eine Menge Fachliteratur brauchen, das war ihr nach dem ersten Tag klar.
Der Tanzunterricht ließ sich zögernd an. Einige Muggelgeborene hatten sich für Jazz-Dance und Stepp-Aerobic angemeldet, auch für die Musical-Stunden hatten sich einige Schüler eingetragen. Die Kinder aus den Zauberfamilien jedoch waren eher skeptisch. Doch das würde die Zeit vielleicht noch ändern. Für den Unterricht in Standarttänzen und Lateinamerikanischen Tänzen hatten sich mehr Jugendliche angemeldet. Bisher war dieser Unterricht sporadisch von Professor McGonagall angeboten worden. Allerdings nur, wenn einer der sehr seltenen Bälle bevorstand.
Nachdem Kate mit Minerva darüber gesprochen hatte, brachte sie an einer Lehrerkonferenz die Idee vor: „Die Schüler sind sehr in den Unterricht eingebunden und haben wenig Freizeit. Einige spielen in ihrer Freizeit Quidditch, andere sind in der Koboldstein-Mannschaft. Dann gibt es noch Zauberschach und diverse andere Angebote. Jetzt ist das Tanzangebot dazu gekommen. Ich fände es schön, wenn wir für die Schüler ab und zu eine Tanzveranstaltung organisieren würden. Das führt die vier Häuser wieder mehr zusammen und ist vielleicht gut für die Stimmung.“
Kate setzte sich wieder hin und wartete auf Reaktionen. Professor Flitwick war begeistert: „Das ist eine vorzügliche Idee. Dann könnte auch der Chor auftreten oder vielversprechende Schüler oder Schülerinnen könnten auch mal ein Solo singen.“ Minerva nickte und auch einige andere Lehrer stimmten zu.
Dann räusperte sich Professor Snape und sagte mit leiser Stimme: „Es sind ernste Zeiten, und ich bin der Meinung, dass unsere Schüler sich lieber auf den Unterrichtsstoff konzentrieren sollten. Ablenkungen aller Art sind unnötig.“ Es sah missbilligend auf Kate. „Wir kamen bisher ganz gut ohne solche Ablenkungen aus.“
Dumbledore erhob sich und trat ans Fenster: „Ich stimme Severus in einem Punkt zu: es sind ernste Zeiten. Kein Tag vergeht ohne schlechte Nachrichten. Die Zukunft unserer Schüler, ihrer Familien und Freund, und auch unsere Zukunft, liegen im Dunklen. Die Jugend sollte eine Zeit des Entdeckens, des Lernens und auch des Entwickelns sein. Allerdings bin ich der Meinung, dass Ablenkung von diesen Dingen, und sei es nur für einen Tag oder einen Abend, nicht nur unschädlich, sondern auch wichtig für unsere Schüler ist. Eine der Stärken Lord Voldemorts liegt darin, Unfrieden und Zwietracht zu stiften und den Menschen die Lebensfreude zu nehmen. Es kann nur gut sein dem entgegenzuwirken. Daher bin ich der Ansicht, wir sollten solche Abende veranstalten, das kann der Gemeinschaft auf dieser Schule nur zuträglich sein.“
Und dann wurden einige Abende bestimmt, der erste sollte Halloween sein, auch Weihnachten und Valentinstag wurden vorgesehen. Professor Flitwick und Kate übernahmen die Organisation und begannen damit direkt nach der Konferenz.
So vergingen die ersten Wochen wie im Flug. Bisher hatte keiner bemerkt, dass Kate nicht zaubern konnte. Der Umgang mit den magischen Schülern stellte Kate vor das ein oder andere Problem. Meistens konnten Minerva oder Charity, wie Kate Professor Burbage inzwischen nannte, ihr helfen. Kate und sie hatten bemerkt, dass sie den Schülern die Dinge leichter beibringen konnten, wenn sie auf die Unterschiede zwischen magischen und nichtmagischen Tagesabläufen eingingen. Dazu musste Kate aber erst einmal verstehen, wie magische Menschen und Familien lebten. Wie alle anderen Lehrer auch, bereitete sie ihren Unterricht aber meistens abends vor. Und da sollte sie nicht mehr durch die Gänge von Hogwarts streifen, nur um Charity Fragen zu stellen.
Eines Abends saß sie wieder einmal vor ihren Unterlagen und wusste nicht mehr weiter: wie genau funktionierte nur dieses Flohnetzwerk und wie wusste man, wo man aussteigen musste und was genau regelte das Ministerium dabei? Kate wollte den Vergleich von Bus- und U-Bahn-Verbindungen bringen, da sollte sie aber genau wissen, wie das Flohnetzwerk funktionierte.
Kate überlegte noch eine Weile und dann beschloss sie, ihren Mitbewohner zu fragen. Bisher war sie ihm aus dem Weg gegangen und im Alltag sah sie ihn nur zu den Mahlzeiten am Lehrertisch und manchmal in den Gängen.
Sie verließ ihr Arbeitszimmer und ging durch den Flur auf die Wohnzimmertür zu. Sie räusperte sich und griff nach der Klinke. Dann ließ sie die Hand wieder sinken und zögerte. Schließlich riss sie sich zusammen und musste grinsen: sie würde sich von dem Griesgram nicht einschüchtern lassen. Sie war ja keine Schülerin, die zum Nachsitzen musste. Es ging um ein Gespräch unter Kollegen. Entschlossen klopfte sie kurz und öffnete dann die Tür.
Warme Luft und gedämpftes Licht empfingen sie. Draußen war es bereits dunkel und die Vorhänge waren zur Hälfte zugezogen. Die Sitzgruppe am Fenster lag im Halbdunkel. Kates Blick wanderte zum Kamin, in dem ein Feuer brannte. Und dort, im Licht des Feuers saß Professor in einem der Sessel, ein Buch in der Hand und blickte auf.
„Miss Flemming“, sagte er mit leiser, etwas amüsierter Stimme.
Kate schluckte kurz und trat dann ein. Sie schloss die Tür leise und ging die paar Schritte bis zum Kamin. Irritiert ertappte sie sich dabei, wie sie ihre Unterlagen fest umklammerte und wie ein Schild vor ihre Brust hielt.
Snape sah sie unbeteiligt an. Ihm entging ihre Angespanntheit nicht und er dachte, wie jung sie im Licht des Feuers aussah. Er hatte sie in den letzten Wochen beobachtet und es war erstaunlich, wie schnell sie sich eingewöhnt hatte. Die Lehrer von Hogwarts hatten sie schnell akzeptiert und fanden den jugendlichen Schwung, den sie verbreitete sehr erfrischend. Sie war mit Abstand die jüngste Lehrerin in Hogwarts. Tatsächlich war derjenige, der ihr im Alter am nächsten stand, er selbst. Professor Burbage war noch acht Jahre älter als er und der Rest der Lehrer deutlich älter als sie. Die Schüler mochten sie anscheinend ganz gerne. Von den Slytherin-Schülern hatte Dumbledore sie verschont, Professor Burbage übernahm diesen Part.
Hier in der Wohnung hatte er sie die ganze Zeit über nicht einmal gesehen. Sie mied das Wohnzimmer und das war auch gut so. So hatte er sich langsam wieder entspannt und den Raum wie gewohnt benutzt
Doch jetzt stand sie hier vor ihm.
„Professor Snape, ich bereite gerade meinen Unterricht für die nächsten Tage vor und ich habe da ein paar Fragen. Ich wollte nicht bis morgen warten, bis ich Charity fragen kann, sonst fehlt mir morgen Stoff für die Stunden. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?“
Sie hatte sehr schnell gesprochen, ein weiteres Zeichen, dass sie nervös war. Er wies mit einer Handbewegung auf den anderen Sessel. Sie setzte sich auf den äußersten Rand des Sessels, als wenn sie sofort wieder aufspringen wollte.
„Worum geht es?“ fragte er gleichgültig.
Kate sah auf ihre Unterlagen und begann ihr Problem zu erklären. Snape nickte und in der nächsten halben Stunde versuchte er ihr das Flohnetzwerk in allen wichtigen Details zu erklären. Sie stellte immer wieder Zwischenfragen, auf die er mehr oder weniger einging. Er bemerkte schnell, dass sie die Zusammenhänge durchschaute und ihre Fragen zeigten ihm, dass ihr auch an den Hintergründen gelegen war. Sie musste lachen, als er erzählte was passieren konnte, wenn man im falschen Kamin landete. Die Vorstellung, plötzlich unangemeldet im Wohnzimmer fremder Hexen oder Zauberer zu landen, war für sie sehr erheiternd. Aber das warf weitere Fragen auf, denen Erklärungen folgten.
Als Snape einen kurzen Blick auf die Uhr über dem Kamin warf, war er erstaunt, dass schon zwei Stunden vergangen waren. Kate hatte seinen Blick bemerkt und ebenfalls auf die Uhr geschaut.
Sie sprang auf: „Meine Güte, ich habe überhaupt nicht bemerkt, wie spät es schon ist.“
Sie sammelte ihre Unterlagen ein, die jetzt mit vielen Notizen versehen waren und verabschiedete sich: „Vielen Dank für Ihre Hilfe, Professor Snape. Ohne Ihre Hilfe hätte ich das heute Abend nicht mehr geschafft.“
Sie lächelte ihn an und wünschte ihm eine gute Nacht. Er nickte kurz zum Abschied und fort war sie.
Snape schaute noch eine Weile auf die Tür, durch die sie gerade verschwunden war und dachte darüber nach, dass er schon lange keinen so kurzweiligen Abend mehr verlebt hatte. In Miss Flemming steckte mehr, als ihre quirliges Verhalten vermuten ließ. Sie besaß eine rasche Auffassungsgabe und war sehr interessiert an allen Dingen, die um sie herum geschahen. Ihr Lächeln kam oft unvermutet und es war dann, als ob ein Sonnenschein in den Raum fiel. Bei diesem Gedanken hielt er abrupt inne und schüttelte dann den Kopf. Was war nur mit ihm los, drehte er jetzt völlig durch? Sie war nur ein Muggel, nichts Besonderes und damit Schluss! Mit düsterer Miene schlug er sein Buch zu und verließ fast fluchtartig das Wohnzimmer.
Kate brachte ihre Unterlagen für den Unterricht in ihr Arbeitszimmer und begab sich dann ins Badezimmer. Kurze Zeit später war sie im Bett und hörte noch leise Musik, wie sie es immer vor dem Schlafengehen tat. Ihr letzter Gedanke war: ‚Er ist nicht immer so ein Griesgram‘. Dann schlief sie ein.
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