Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Eine zweite Chance - Pläne

von Kate Flemming

Ab jetzt wird es langsam spannender, der Alltag ist nicht alles, was es in Hogwarts gibt....
Was haltete Ihr bisher von meiner FF? Ich freue mich über jede Meinung, auch über Kritik, denn nur so lernt man, nicht wahr?

**********

Die nächsten Wochen waren so eintönig und grau wie das Wetter. Es wurde ein bisschen wärmer, aber die Wolken hingen dick und grau über dem Land. Es regnete oft und das Frühjahr wollte nicht kommen.

Kate verbrachte so wenig Zeit wie möglich in ihren Räumen. Sie trainierte bis spät Abends und ließ sich von Filch oder einem der Hauselfen nach Hause begleiten. Aber sogar das Tanzen löste nicht die gleiche Freude in ihr aus, wie es sonst der Fall war. Oft musste sie sich dazu zwingen, ihr Training anzufangen und durchzuhalten.
Der Unterricht lief gut. Die meisten Schüler waren interessiert und Charity sorgte dafür, immer zur Stelle zu sein, wenn Magie gefragt war. Kate hatte den Schülern schon vor geraumer Zeit erklärt, dass sie Magie nur selten nutzen würde, damit sie sich in ein Muggel-Leben ohne Zauberei besser hineinversetzen konnte. Und so hatte es noch niemand bemerkt, dass sie nicht zaubern konnte. Die Slytherin Schüler machten sowieso einen Bogen um sie. Sie hassten Muggelkunde.

Der März ging vorbei und auch der April war schon zur Hälfte um, als es langsam wärmer wurde. Und dann, mit einem Schlag, war plötzlich der Frühling da. Die Natur explodierte förmlich, fast über Nacht bekamen die Bäume und Büsche grüne Spitzen und die ersten Frühlingblumen reckten ihre Spitzen aus dem Boden.
Die Schüler strömten bei jeder Gelegenheit aus dem Schloss hinaus, in dem sie nun so lange festgesessen hatten. In Scharen bevölkerten sie die Wiesen um den See herum, gingen spazieren und sahen den Quidditch-Mannschaften vergnügt beim Training zu.

Eines Abends rief Dumbledore Snape zu sich. Es war bereits ruhig geworden im Schloss, die Schüler waren in ihren Schlafräumen. Professor Snape war ein wenig zu früh dran, er hatte in seinem Klassenraum noch einige Dinge für den morgigen Unterricht vorzubereiten gehabt, doch das war schneller gegangen, als er gedacht hatte.

Als er die Treppe in das nächste Stockwerk hochstieg, schallte ihm Musik entgegen. ‚Miss Flemming‘, dachte er. Wie immer um diese Zeit, war sie wohl noch im Klassenraum von Professor McGonagall und tanzte. Je höher er kam, desto lauter wurde die Musik. Unschlüssig stand er an der Treppe, die weiter nach oben führte. Dann drehte er um und ging den Gang entlang auf die Musik zu. Die Tür war geschlossen und mit einer gemurmelten Beschwörung löste er die magische Versiegelung, die Flitwick zu Kates Schutz an der Tür angebracht hatte. Sie bot Schutz vor ungewollten Besuchern und Kate musste die Tür von innen öffnen, damit die Schüler zu ihr hineinkamen. Natürlich wussten die Lehrer die Gegenbeschwörung. Snape konnte sich auch ohne Tarnumhang unsichtbar machen, er legte einen Desillusionierungszauber über sich und schlüpfte zur Tür hinein.

Im Raum war die Musik ohrenbetäubend. Das Licht war gedämpft, sie war allein. Die Bässe hämmerten so intensiv, dass Snape den Eindruck hatte, der Boden würde mitschwingen. Die Frau tanzte zu den schnellen Bässen und eine Melodie war kaum zu erkennen. So waren ihre Bewegungen weniger fließend, als viel mehr wie ein Sportprogramm. Es sah anstrengend aus und ihr Trikot war schweißnass. Ihre Haare hatte sie, wie immer, in einem dicken Zopf geflochten, der bei jeder Bewegung um sie herumflog. Ihre Sprünge waren kraftvoll und sie tanzte wie eine Besessene, als würde sie mit einem unsichtbaren Feind kämpfen. Dann endete die Musik und sie ging zur Musikanlage zurück, trank aus einer Flasche Wasser und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. Ihre Finger glitten über die Tasten der Anlage und dann ging sie in die Mitte des Raumes zurück. Ihre Schritte sahen müde und schleppend aus.
Die Musik setzte ein und diesmal war es melodischer. Ihm kamen die ersten Takte vage vertraut vor. Sie begann zu tanzen und da erkannte er das Lied. Genau darauf hatte sie getanzt, als er sie das erste Mal gesehen hatte. „Volare“ sang die Männerstimme. Er erinnerte sich noch genau, wie sie sich dazu bewegt hatte im Licht der Sonnenstrahlen. Sinnlich und voller Lebensfreude. Aber heute Abend „flog“ sie nicht. Ihre Schritte waren schleppend und keine Lust aufs Leben sprach aus ihnen. Bei der nächsten Drehung sah er die Tränen, die ihr über die Wangen liefen. Als das nächste Lied begann, sank sie zu Boden. Er sah ihre Schultern zucken und hörte ihr Schluchzen trotz der lauten Musik.

Snape stand wie gelähmt da, dann musste er den Drang beherrschen, zu ihr zu gehen und sie in die Arme zu schließen. Seit er sie kannte, hatte er sie noch nicht so mutlos und elend gesehen. Sie war ihm immer so stark und unerschütterlich vorgekommen.
Wie gerne würde er den Kerl, der für ihren Zustand verantwortlich war, nur fünf Minuten in die Hände bekommen. Unbewusst ballte er die Fäuste. Was sollte er jetzt tun? Er war der Letzte, den sie jetzt sehen wollte. Snape litt darunter, sie so leiden zu sehen. Aber ihm war klar, dass er nie zu ihrem Leben gehören würde und so wendete er sich ab und verließ den Raum so unbemerkt, wie er hereingekommen war.

Gedankenverloren stieg er in den Turm, zu Dumbledores Raum. Er klopfte. Dumbledore rief: „Herein“ und Snape trat in den kreisrunden Raum. Der Schulleiter deutete auf den Sessel, der vor seinem Schreibtisch stand und Snape sank hinein.
„Sie wollten mich sprechen, Sir?“
„Ja. Es sind einige Dinge geschehen, die ein sofortiges Handeln erfordern. Ich habe Informationen bekommen, nach denen ich lange gesucht habe. Nun müssen wir reagieren.“ Er sah Snape eindringlich an, bemerkte, dass dieser nicht ganz bei der Sache war. Mit lauterer Stimme fuhr er fort: „Sie haben mich vor einiger Zeit gefragt, was ich mit Potter bespreche, wenn er hier bei mir ist. Es ist an der Zeit, Sie in alles einzuweihen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie dann Voldemort nicht länger ausspionieren können. Aber ich brauche Sie und Ihre Fähigkeiten nun für wichtigere Dinge.“

Jetzt hatte er Snapes volle Aufmerksamkeit. Er hatte sich im Sessel aufgerichtet und sich leicht vorgebeugt.
Dumbledore fuhr fort: „Voldemort, oder Tom Riddle wie er hieß, als ich ihn kennenlernte, hat schon als Junge gerne mit den Dunklen Künsten gespielt. Wie ich schon lange vermutet hatte, und wofür ich heute einen Beweis bekommen habe, hat er einen Weg gesucht, unsterblich zu werden. Er hat dafür Wege beschritten, die keine schwärzere Magie nötig machen könnten.“ Er hielt kurz inne und sah Snape herausfordernd an. „Können Sie sich vorstellen, wovon ich spreche?“
Snape sah ihn eine Weile konzentriert an. Dann nickte er langsam, in seinen Augen zeigte sich ein Anflug von Grauen: „Er hat einen Horkrux erzeugt, nicht wahr? Das würde vieles erklären. Wieso er nicht gestorben ist und die Art, wie er sich wieder einen Körper beschafft hat.“ Er stockte. Dann fuhr er leise fort: „Aber das bedeutet, dass er unsterblich ist, bis es uns gelingt, diesen Horkrux zu finden und zu vernichten.“
„Es ist noch viel schlimmer, Severus“, Dumbledore war aufgestanden und zu einem Fenster getreten. Er schaute gedankenverloren hinaus in die Dunkelheit. Seine Stimme klang müde, als er sagte: „Er hat nicht einen Horkrux erzeugt, sondern sieben!“
Snape sah ihn entsetzt an: „Sieben?“
Dumbledore drehte sich langsam zu ihm um und lehnte sich müde an die Wand. An diesem Abend sah man ihm jedes einzelne seiner Jahre an.
„Ja, sieben. Ich habe diese Information erst gestern Abend bekommen, Harry hat es geschafft, Slughorn eine Erinnerung abzunehmen. Riddle hatte sich vor Jahren bei ihm danach erkundigt. Er war ein einnehmender Schüler und einer der Lieblinge Slughorns.“
Er stieß sich von der Wand ab und ging wieder zu seinem Schreibtisch. Langsam setzte er sich. „Aber es gibt auch gute Nachrichten: zwei dieser Horkruxe sind schon vernichtet.“
Er öffnete eine Schublade am Schreibtisch und zog ein schwarzes Notizbuch heraus, das in der Mitte ein verbranntes Loch hatte. Daneben legte er einen Ring mit einem geborstenen schwarzen Stein.
„Dieses Notizbuch hat Harry in seinem zweiten Jahr in Hogwarts in der Kammer des Schreckens entdeckt und vernichtet, nicht wissend, was er da zerstört hat. Es brachte mich erst auf die Idee, dass wir es hier mit Horkruxen zu tun haben könnten. Doch erst, als Voldemort wieder zurückkehrte, kam mir der Gedanke, dass es mehr als einen davon geben könnte. Und ich habe mich auf die Suche gemacht. Am Anfang der Ferien habe ich diesen Ring unschädlich machen können. Harry und ich haben die Erinnerungen von vielen Menschen durchforstet und Informationen gesammelt. So war es uns möglich, eine ungefähre Ahnung davon zu bekommen, wonach wir eigentlich suchen.“
Sie schwiegen eine Weile. Dann sagte der Schulleiter: „Wir werden uns jetzt gemeinsam diese Erinnerungen ansehen, und dann werden Sie mir sagen, was Sie vermuten. Vielleicht decken sich unsere Einfälle, und dann machen wir uns an die Arbeit.“
Snape freute sich, dass er von Dumbledore ins Vertrauen gezogen wurde und dass sich dieser auf sein Urteil einlassen würde. Trotzdem hatte er einen Einwand: „Wäre es nicht sinnvoll, Professor McGonagall auch zu informieren? Sie verfügt über gewisse, nun ja, vielleicht weibliche Intuitionen. Sie könnte sehr nützlich sein.“
Der Schulleiter nickte: „Ich hätte sie heute Abend gerne dabei gehabt, aber es ging ihr nicht so gut. Sie wäre trotzdem gekommen, aber ich habe sie in ihr Bett geschickt. Poppy ist bei ihr.“
Er runzelte besorgt die Stirn: „Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes. Wir werden ja alle nicht jünger.“
Dann lächelte er und sah Snape an „Wobei Sie da natürlich ausgeschlossen sind. Wir alle vergessen viel zu häufig, dass Sie ja immer noch ein junger Mann sind.“ Dumbledore schaute ihn prüfend an. „Und Sie haben es auch vergessen, nicht wahr? Sie sollten nicht so viel Verantwortung tragen müssen, nicht so ernst sein. Ich wünschte manchmal, ich könnte Ihnen die schwere Last abnehmen, die ich Ihnen auferlegen musste. Sie sollten Ihre Zeit auf eine andere Art verbringen dürfen.“ Er lächelte: „Reisen, sich die Welt ansehen, Freunde in Ihrem Alter haben. Eine Frau fürs Leben finden und eine Familie gründen. Solche Dinge.“
Snape sah an Dumbledore vorbei zu einem Bild.
Dann sagte er leise: „Sie wissen, dass es mich nicht nach solchen Dingen verlangt. Ich habe eine Aufgabe angenommen und ich werde sie zu Ende bringen, auf die eine oder andere Art.“
„Die Ziele in unserem Leben ändern sich mitunter.“ Dumbledore blickte auf seine Hände. „Und einmal getroffene Entscheidungen müssen nicht für immer gelten. Man muss die Chancen, die das Leben uns oft unverhofft bietet, dann auch ergreifen. Nicht viele bekommen eine zweite Chance.“
Snape straffte sich und stand dann auf: „Nicht jeder hat eine zweite Chance verdient. Ich denke, dass sollte jeder für sich selbst entscheiden.“
Mit diesen Worten trat er zum Denkarium: „Wir sollten anfangen, es wird spät.“ Es war klar, dass er nicht weiter mit Dumbledore diskutieren würde. Seufzend stand Dumbledore auf und trat neben Snape.

Zwei Tage später fühlte sich Minerva McGonagall wieder gesund genug, um sich mit Beiden die Erinnerungen anzuschauen und darüber auszutauschen, welche Schlüsse man daraus ziehen konnte.
Am Ende des Abends hatten sie eine Liste mit Gegenständen und deren wahrscheinlichen Aufenthaltsort erstellt. Ihre Aufgabe in der nächsten Zeit würde es sein, sie der Reihen nach zu überprüfen. Sie saßen um Dumbledores Schreibtisch herum und sprachen die Einzelheiten durch.
„Hufflepuffs Becher in diesem Schließfach in der Schweizer Bank wird ein Problem“ sagte Minerva langsam. „Wie kommen wir da ran?“
Dumbledore sah von der Liste hoch. „Ich glaube, gerade das sollte nicht so ein großes Problem sein. Es ist von Voldemorts Urgroßvater gemietet worden. Also hat er einen Anspruch darauf. Aber unsere Miss Flemming hat diesen Anspruch auch, wenn wir die Verwandtschaft beweisen können. Und das sollte dieses Anwaltsbüro können, an das sie sich gewandt hat. Was wir nur noch brauchen, ist eine Bestätigung, dass Tom Riddle nicht mehr lebt.“
„Eine solche Bestätigung sollte doch zu fälschen sein“, Snape lehnte sich zurück, „bei den Muggeln sind solche Fälscher leicht zu finden.“
„Aber Kate ist seit mehr als einem halben Jahr verschwunden, die Muggelpolizei wird sie gesucht haben. Wie sollen wir diesem Anwaltsbüro beweisen, dass sie noch lebt? Und wie soll sie erklären, wo sie die ganze Zeit war?“ fragte McGonagall besorgt.
Dumbledore nickte: „Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Sie muss dort persönlich vorsprechen, dass ist die einzige Möglichkeit. Diese Leute kennen sie persönlich. Dann müssen wir uns nur noch eine gute Geschichte überlegen. Vielleicht eine romantische Entführung, ein verliebte Verehrer aus dem Urlaub. Sie kam gerade von einer Reise zurück, als Severus sie geholt hat.“
„Aber, wenn sie persönlich zu diesem Anwalt muss, dann ist sie in Gefahr. Wir sollten nicht vergessen, dass der Dunkle Lord sie immer noch sucht.“ Snape war sichtlich nicht begeistert.
Dumbledore sah ihn prüfend an: „Ich weiß, Severus! Dann müssen wir sie beschützen, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Sie wird dort nicht alleine hingehen. Einer von uns muss sie begleiten und wieder sicher hierher bringen.“
„Es ist nicht nur dieser Anwalt in London, sie müsste danach in die Schweiz, um das Schließfach aufzusuchen! Das ist viel zu gefährlich!“ Snape wirkt nun aufgebracht.
Minerva stimmte ihm zu: „Er hat recht. Vielleicht fällt uns noch etwas anderes ein. Wir sollten uns erst einmal um die anderen Horkruxe kümmern.“
„Aber das werden wir sowieso parallel machen, Minerva. Wenn Miss Flemming nach London muss, dann müssen wir das gut vorbereiten. Diese Zeit haben wir nachher vielleicht nicht mehr. Sobald Voldemort mitbekommt, was wir vorhaben, dann wird die Zeit knapp. Ich finde“, sagte Dumbledore bedächtig „wir sollten Miss Flemming diese Entscheidung überlassen. Sie hat ein Recht darauf, über ihr Leben selbst zu bestimmen.“
„Sie hat keine Ahnung, worauf sie sich da einlassen würde. Sie kann die Gefahr, die vom Dunklen Lord und seinen Todessern ausgeht nicht einmal ansatzweise einschätzen. Woher sollte sie wissen, wozu die fähig sind?“ Snape drehte sich fast der Magen herum, wenn er daran dachte, in welche Gefahr sie sich begeben würde. Und das ohne magische Fähigkeiten, um sich im Notfall zu verteidigen. Auch McGonagall sah Dumbledore zweifelnd an.
„Wir werden uns morgen Abend wieder hier treffen, diesmal wird Miss Flemming an unserer Besprechung teilnehmen und dann soll sie selbst entscheiden“, sagte Dumbledore fest und es war klar, dass er sich auf keine weiteren Diskussionen einlassen würde.
Snape erhob sich abrupt und sagte mit verschlossener Miene: „Ich halte das für keine gute Idee!“ Dann verließ er das Arbeitszimmer des Schulleiters.
Aufgebracht stürmte er die Treppen hinunter. Was dachte sich Dumbledore, für Kate wäre das fast Selbstmord. Sie hätte keine Chance. Und wie sollten sie sie beschützen. Sie konnten nicht mehr als ein oder zwei Personen mitschicken, sonst wären sie zu auffällig. Aber dem Dunklen Lord war es egal, ob er mit seinen Todessern auffallen würde. Er würde keine Scheu haben, dort mit einer ganzen Meute aufzutauchen. Wenn Snape nur an Fenrir Greyback dachte, dann wurde ihm ganz übel. Der bekam normalerweise die weiblichen Opfer zum Schluss.

Seine Schritte waren nach und nach langsamer geworden und dann stand er am Gang, der zu McGonagalls Klassenraum führte. Obwohl es schon spät war, erklang immer noch Musik von dort. Er zögerte. Es wäre höchst unklug, jetzt dorthin zu gehen. Das führte zu nichts. Andererseits… Bevor er den Gedanken zu Ende gedacht hatte, hatten sich seine Füße schon von alleine in Bewegung gesetzt. Wie schon beim letzten Mal machte er sich unsichtbar und öffnete vorsichtig die Tür. Er drückte sich durch den schmalen Spalt und schloss die Tür vorsichtig.
Diesmal war die Musik nicht so laut. Es war ein klassisches Stück. Er lauschte einen Moment und erkannte es dann. Die ersten Takte von Schwanensee, Tschaikowsky. Das hatte er auch schon häufiger gehört, denn klassische Musik entspannte ihn, wenn er wieder unruhige Zeiten hatte.
Miss Flemming ging gerade erst langsam auf die Tanzfläche. Sie lief merkwürdig, als er auf ihre Füße blickte, sah er, dass sie Spitzentanzschuhe trug. Sie trug eines ihrer üblichen Trikots, dazu einen zarten, durchsichtigen Rock. Sie begann zu tanzen und schon nach kurzer Zeit war er wie verzaubert. Sie bewegte sich anmutig und elegant, tanzte auf Spitzen und beherrsche die Schritte des klassischen Balletts perfekt. Es war ein großer Unterschied zu den Sachen, die sie sonst immer tanzte. Er war ein Laie, trotzdem erkannte er ihre vollendete Körperbeherrschung und ihre Professionalität. Sie musste eine gründliche Ausbildung genossen haben.
Am Ende des Tanzes sank sie tief zu Boden und blieb einen Moment reglos liegen. Er überlegte schon, ob sie wieder weinte, da stand sie langsam auf. Sie ging zur Musikanlage zurück und zog gemächlich die Schuhe aus. Sie verstaute sie in einem Schrank und zog eine Strickjacke über ihr Trikot. Dann zog sie ihre Alltagsschuhe wieder an, machte die Musikanlage aus und löschte die meisten Lichter aus. Sie hatte es nicht eilig.
Kurz darauf kam sie auf die Tür zu und ging dicht an ihm vorbei. Als sie die Türklinke ergreifen wollte, stutzte sie und blickte in seine Richtung. Er hielt den Atem an und bewegte sich nicht. Sie schaute eine Weile in seine Richtung und atmete tief ein. Ihre Stirn war gerunzelt, als ob sie sich sehr konzentrieren würde. Dann schüttelte sie sachte den Kopf und ein trauriges Lächeln erschien in ihren Mundwinkeln. Rasch öffnete sie die Tür und schlüpfte hinaus.

Snape traute sich wieder, Luft zu holen. Erst da ging ihm auf, dass sie ohne Schutz im Schloss herumlief! Dieses dumme Kind, wie konnte sie nur so leichtsinnig sein? Vorsichtig öffnete er die Tür und sah, dass sie schon ein Stück weg war. Sie lief nicht schnell, anscheinend war sie müde. Offensichtlich schien sie es nicht eilig zu haben, nach Hause zu kommen. Sobald sie um die Ecke war, machte er sich wieder sichtbar und folgte ihr.
Dann schritt er schneller aus und fegte um die Ecke. „Miss Flemming“, donnerte er wütend.
Sie fuhr zusammen und drehte sich voll Panik um. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. Inzwischen stand er direkt vor ihr und es war nicht zu übersehen, dass er furchtbar wütend war. Als sie ihn erkannte, ließ der Schreck nach, aber die Erstarrung nicht.
„Sind Sie von allen guten Geistern verlassen, hier nachts alleine durch die Gänge zu wandern? Ich dachte es gäbe da eine Vereinbarung? Muss erst etwas passieren, damit Sie es begreifen? Sie sind hier in Gefahr!“
So wütend hatte Kate ihn noch nie erlebt. Er stand vor ihr und seine Augen schienen Funken zu sprühen. Er hatte die Hände in die Hüften gestützt und sie hatte den Eindruck, dass er sie jeden Moment schütteln würde.
Langsam ließen die Erstarrung und die Panik nach und der Widerstand begann sich in ihr zu regen. Was ging das ihn an? Wenn er sie sonst so nervig fand und komplett ignorierte, warum hörte er gerade jetzt damit auf? Und was schlich er denn nachts im Schloss herum?
Er war noch lange nicht fertig und schien erst langsam auf das große Finale seines Wutausbruchs zuzusteuern. Das war ihr jetzt zu blöd, sie war schließlich keine seiner Schülerinnen.
Sie drehte sich einfach herum und ging weiter, durchaus nicht eilig. Hinter ihr wurde es gefährlich ruhig und ihr wurde klar, dass sie ganz sicher zu weit gegangen war. Trotzdem zwang sie sich, ohne Hast weiterzugehen.
Snape konnte nicht glauben, was da gerade passiert war. Er war so wütend auf sie und er wusste, dass sie sehr erschrocken war. Sie hatte ihn mit riesigen Augen angestarrt und hatte sich nicht gewagt, ein Wort zu erwidern. Und dann ging sie einfach fort!! Ohne einen Ton. Das hatte sich noch niemand gewagt. Snape holte tief Luft, damit er jetzt nichts Unbedachtes tun würde. Er holte sie schnell ein, griff sie am Arm und drehte sie zu sich um.
„Ich war noch nicht fertig!“ sagte er gefährlich leise.
Kate zuckte gleichgültig mit den Schultern: „Also, ich fand die Unterhaltung nicht so ergiebig. Außerdem sollte auch Ihnen langsam klar werden, dass ich keine Ihrer Schülerinnen bin.“ Kate schaffte es, sehr ruhig zu bleiben, obwohl ihr Körper in dem Moment, in dem er sie angefasst hatte in Flammen zu stehen schien.
„Sie impertinente, kleine …“ zischte er. „Was denken Sie sich eigentlich?“
„Ja, ich habe unsere kleinen Streitgespräche auch sehr vermisst, aber Sie müssen mich jetzt entschuldigen, es wird Zeit, dass ich schlafen gehe!“ sagte sie sarkastisch und wollte ihren Arm aus seinem Griff befreien. Was er natürlich nicht zuließ.
„Das tut mir langsam weh“, stellte sie fest.
Ihre Augen sahen ihn müde an, jeder Widerstand war aus ihnen verschwunden. Es schien sie alles unendlich viel Mühe zu kosten. Langsam lockerte er seinen Griff und ließ sie dann los. Sie nickte kurz und setzte ihren Weg fort. Er zögerte kurz und folgte ihr dann.
Schweigen gingen sie bis zu ihrer Wohnungstür, er öffnete sie mit einem Schlenker des Zauberstabs und sie traten ein. Sie steuerte auf ihre Tür zu, ging ohne ein weiteres Wort hinein und schloss die Tür leise.

Snape stand noch eine ganze Weile da und starrte auf die geschlossene Tür. Was war da los? Ging es wirklich um einen jungen Mann, den sie von früher kannte? Wieso war ihr Schwermut dann erst jetzt aufgetreten? Es ergab alle keinen Sinn. Er ging in seine Räume, um sich umzuziehen. Es war ihm klar, dass er jetzt sowieso nicht schlafen konnte. Also holte er sich ein Buch und setzte sich vor den Kamin im Wohnzimmer. Doch er konnte sich nicht auf die Buchstaben konzentrieren und ließ das Buch wieder sinken.
Immer wieder ging ihm die Szene vorhin im Gang durch den Sinn. Eines musste er anerkennen, sie hatte wirklich Mut. Wie sie ihm entgegengetreten war, dazu gehörte schon Einiges. Er konnte sich nicht erinnern, wann ihm das letzte Mal jemand so die Stirn geboten hatte. Ein Lächeln legte sich auf seine Züge. Aber ihre Augen! Sie waren nur kurz wieder lebendig und ausdrucksstark geworden, dann legte sich ein Schleier darauf und das kurze Aufblitzen war erloschen.
Versonnen sah er noch eine Weile in die Flammen, dann legte er endgültig das Buch fort und stand auf. Er würde jetzt zu Bett gehen, egal ob er schlafen konnte, oder nicht.

Der nächste Abend kam und Snape war wieder einmal auf dem Weg zu Dumbledores Arbeitszimmer. Außer Dumbledore war noch niemand da. Er sprach noch mit dem Schulleiter über einige organisatorische Dinge, als ein leichtes Klopfen ertönte und Professor McGonagall und Miss Flemming eintraten.
Bald schon saßen sie um Dumbledores großen Schreibtisch herum und er und Minerva erklärten Kate abwechselnd, was es mit den Horkruxen und dem Schließfach auf sich hatte. Snape saß still auf seinem Stuhl und sagte nichts.
Kate nickte, als Dumbledore ihr von seinem Plan erzählte.
„Das könnte funktionieren. Ich kenne den einen Anwalt, Mr. Georg Williams, persönlich. Er ist ein netter, älterer Mann, der schon meine Adoptiv-Eltern vertreten hat. Er hat sich damals auch um meine Adoption gekümmert.“ Kate hatte sich eifrig vorgebeugt und ihre Augen leuchteten vor Interesse. „Die Geschichte müssen wir überzeugend vortragen. Aber“, hier legte sich wieder ein leichter Schatten auf ihr Gesicht, „mit dem Hintergrund, dass ich immer ein fleißige Schülerin und Studentin war, da könnte mich der Tod meiner Eltern auch so aus der Bahn geworfen haben, dass ich mir eine Auszeit gegönnt habe.“ Sie lächelte wieder. „Natürlich war es unverantwortlich, einfach abzuhauen, ohne jemanden Bescheid zu sagen. Aber dieser Italiener war einfach zu nett und ich war soo verliebt. Diese Italiener wissen halt, wie man eine Frau behandelt.“ Weder Dumbledore noch McGonagall entgingen der kurze Seitenblick auf Snape und der sarkastische Tonfall. Aber nur ein geübtes Auge hätte das kurze Zusammenzucken von Snape wahrnehmen können.
Minerva und Kate bauten die Geschichte aus, während Dumbledore ihnen amüsiert zuhörte und unter Kichern und Lachen wurde die Geschichte langsam so abstrus, dass sie schließlich von Snape unterbrochen wurden: „Das ist hier kein Spaß, es ist eine gefährliche Mission und ich finde, Sie sollten das Ganze etwas ernster sehen.“ Seine Stimme klang sichtlich genervt.
„Ach Professor Snape, ist das Leben nicht ernst genug? Man kann doch auch mal einen Spaß machen. Entspannen Sie sich doch mal!“ Kate zog eine Augenbraue hoch, so wie er es sonst machte.
Minerva sah sie erstaunt an, sie hatte noch nie gehört, dass jemand so mit Snape gesprochen hatte. Dann warf sie einen Blick auf Snape. Der sah so aus, als würde er die junge Lehrerin am liebsten erwürgen.
Dumbledore räusperte sich: „Kommen wir zu den Vorbereitungen, die es zu treffen gilt. Wir müssen alle Eventualitäten beachten, uns absichern, wo es geht. Ich schlage vor, dass wir einige Mitglieder des Ordens ebenfalls nach London beordern, falls etwas schiefgeht. Ansonsten werden Sie, meine Liebe“, er schaute Kate freundlich an „mit einer Begleitung reisen. Ich würde Minerva vorschlagen, sie könnte eine alte Freundin der Familie sein.“
Minerva nickte und Kate sah sie erfreut an. Sie mochte die Lehrerin für Verwandlung sehr gerne und fühlte sich in ihrer Gesellschaft sehr wohl. Außerdem war es schön, sie nahe zu wissen. Sicher würde es für sie nicht leicht sein, in London all ihren Freunden, ihrem alten Leben und vor allem Jessica nahe zu sein, ohne sie sehen zu dürfen.

Sie besprachen sich noch eine Weile und die Pläne nahmen langsam Gestalt an. Es würde noch eine ganze Weile dauern, bis sie zu ihrer Mission starten konnten. Geplant war diese dann für den Anfang der Sommerferien. Nur dann konnten die Lehrer Hogwarts für einige Zeit verlassen. Bis dahin sollten sie alle erforderlichen Dinge beisammen haben und organisiert haben. Zuerst würde Kate nun einen Brief an die Kanzlei schreiben, der erklären sollte, wo sie die ganze Zeit abgeblieben war. Minerva würde ihr dabei helfen.
Dann würden sie Professor McGonagall ein Muggel-Outfit verpassen müssen, eine Sache, auf die sich Minerva nicht freute. Muggelkleidung empfand sie als unbequem und eigenartig.
Wenn sie dann die nötigen Unterlagen von den Anwälten erhalten hätten, würden sie und Minerva in die Schweiz reisen müssen, um den Becher aus dem Schließfach zu holen. Das musste möglichst unauffällig passieren, damit sie die Todesser nicht auf sich aufmerksam machen würden. Sie überlegten eine Weile. Dann sagte Kate langsam: „Wenn wir nicht apparieren können und das Flohnetzwerk nicht nutzen können, es zum Fliegen zu weit ist, warum reisen wir nicht auf Muggel-Art? Die offenen Grenzen in Europa erlauben uns doch ein Reisen, ohne dass unsere Namen irgendwo erscheinen. Flugzeuge scheiden aus, da wir Tickets auf unsere Namen kaufen müssten und die Pässe kontrolliert werden. Auch bei Zügen ist es schwierig, sollte aber gehen. Außerdem könnten wir uns ja auch Pässe fälschen lassen. Am einfachsten wäre es mit dem Auto, oder? Man braucht nicht zwingend eine Vorbuchung für den Zug durch den Eurotunnel und wenn wir erst einmal unterwegs sind, dann ist es nicht so einfach, uns aufzuspüren.“ Sie sah die anderen der Reihe nach an.
Dumbledore merkte an: „Es dauert aber seine Zeit. Ich kenne mich mit Automobilen nicht so aus, wie lange würde es denn dauern, von London nach Genf zu fahren? Was denken Sie?“
Kate überlegte, wie viele Kilometer das sein mochten und sagte dann: „Ich müsste mir eine Karte anschauen, um es genauer zu sagen, aber ich denke, es müsste in zwei Tagen zu schaffen sein.“
Snape schüttelte den Kopf: „Das ist zu gefährlich, wir könnten die Beiden nicht beschützen, sonst würde ihre Tarnung auffliegen. Sie wären völlig schutzlos und auf sich alleine gestellt.“
„Wir könnten ein Ablenkungsmanöver starten. Sie auf eine falsche Fährte locken.“ McGonagall sah von Snape zu Dumbledore. „Wenn sie glauben würden, dass wir ganz woanders hin wollen?“
„Unterschätzen Sie nicht den Dunklen Lord. Er wird sich nicht hinters Licht führen lassen“, Snape schnaubte abschätzig.
„Wir könnten so tun, als wollten wir Miss Flemming an einen anderen sicheren Ort bringen?“ Dumbledore legte die Fingerspitzen aneinander. „Das müssen wir noch genauer durchdenken. Ich werde mit den anderen im Orden sprechen. Vielleicht fällt ihnen etwas ein. Die Idee, mit dem Auto zu reisen, finde ich nicht schlecht.“
Kate sah Minerva erfreut an. Sie war froh, auch etwas beitragen zu können und eine Reise mit Professor McGonagall war allemal besser, als immer nur in Hogwarts festzusitzen.
Nur Snape schien die Idee nicht zu gefallen. Er sah finster vor sich hin und sah so aus, als hätte er noch eine Menge Einwände.
Danach besprachen Dumbledore, McGonagall und Snape noch einige andere Dinge, die mit den restlichen Horkruxen zu tun hatten. Kate konnte zu diesem Gespräch nicht viel beisteuern, also lehnte sie sich zurück und hörte in Ruhe zu.

Später kehrten Professor Snape und sie schweigend in die Kerker zurück.
Im Flur sprach er sie an: „Sie sind sich hoffentlich klar darüber, wie gefährlich das wird. Für uns alle, aber vor allem für Sie.“ Er sah sie eindringlich an. „Wenn die Todesser uns entdecken, dann wird es einen Kampf geben. Der Dunkle Lord will Sie haben. Er wird nicht ruhen, bevor er Sie nicht hat und seine Todesser wissen das.“
Kate sah ihn an und nickte: „Ich weiß das. Und ich nehme es ganz sicher nicht auf die leichte Schulter. Mir ist klar, dass, wenn ich dieses Schloss verlasse, ich permanent in Lebensgefahr bin. Aber ich muss das tun, dass verstehen Sie doch? Ich kann nicht hier sitzen, während andere ihr Leben riskieren, um ihn zu besiegen.“
„Ich verstehe Sie. Ich möchte nur, dass Sie vorsichtig sind. Wir werden alle ein Auge auf Sie haben, trotzdem.“
„Ich lebe viel zu gerne, um unvorsichtig zu sein.“ Sie legte ihm leicht ihre Hand auf den Arm, sah zu ihm hoch und sagte lächelnd: „Sie müssen vorsichtig sein. Das klang eben fast so, als würden Sie sich Sorgen um mich machen. Und das passt gar nicht zu Ihrem finsteren Image.“ Damit drehte sie sich um und war schon hinter ihrer Tür verschwunden.
Er sah ihr nach und murmelte ernst: „Mehr als Sie glauben würden.“ Dann verschwand auch er in seinen Räumen.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Jo Rowling verlangte nicht von mir, den Roman buchstabengetreu umzusetzen, sondern eher dem Geist der Bücher gerecht zu werden.
Alfonso Cuarón