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Fanfiction

Eine zweite Chance - In London

von Kate Flemming

Liebe Suschi, danke für Deinen Review. Ich freue mich aufrichtig über jedes Feedback!

Nun geht es endlich los, Minerva und Kate machen sich auf den Weg! Ich bin gespannt, wie Euch dieses Kapitel gefällt. Bitte reviewt!!!

****************************

Am nächsten Tag kamen alle erst spät aus den Betten. Der Tag ging sehr schleppend vorbei und stand im Zeichen des Packens und Verabschiedens. Die Lehrer, die mit dem Orden nichts zu tun hatten, würden ihre Verwandten besuchen oder reisen. Viele zog es von England weg, und damit ein Stück weit von der Gefahr fort, die Voldemort und seine Anhänger darstellten.
Auch Kate packte ein paar Dinge zusammen, die sie unbedingt mitnehmen wollte. Sie hatte einen Brief an Jessica geschrieben, den sie in London einwerfen wollte. Sie konnte ihr zwar nicht erklären, was genau passiert war, noch, wo sie war. Aber sie konnte ihr schreiben, dass sie noch lebte und sich im Moment nicht bei ihr melden konnte. Das war alles, was sie tun konnte.

Am Abend saß sie in ihrem Zimmer und überlegte gerade, was die nächsten Tage bringen mochten, als es an ihrer Wohnzimmertür klopfte. Sie erschrak und sprang auf. Das konnte ja nur…Aber wieso sollte er etwas von ihr wollen? Sie stand auf und verließ ihr Schlafzimmer. Dann öffnete sie die Wohnzimmertür.
Snape stand im Wohnzimmer und warf ihr einen ungeduldigen Blick zu: „Miss Flemming, könnten Sie ein paar Minuten ihrer Zeit opfern? Ich wollte Ihnen noch ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben.“
Sie nickte, trat in den Raum und schloss die Tür. Er wies auf die beiden Sessel am Kamin. Hier unten bei den Kerkern war es immer kühl und so brannte ein Feuer, der den Raum in ein warmes Licht tauchte. Am Kamin war es angenehm warm. Kate setzte sich auf die Kante des Sessels, als wenn sie schnell wieder aufstehen wollte. Sie fühlte sich wie eine Schülerin, die beim Rektor vorgeladen worden war.
Snape setzte sich in den anderen Sessel und schaute sie ernst an.
„Es geht, wie Sie sich denken können, um Ihre Reise nach London und in die Schweiz. Wir haben zwar alles schon viele Male durchgesprochen, aber ich bin der Meinung, dass Sie persönlich Ihr Verhalten genau überlegen sollten.“ Er machte eine Pause und legte seine Arme auf die Lehne. „Wir sind uns alle einige, dass es sehr gefährlich werden kann. Sollten Sie und Professor McGonagall den Todessern in die Arme laufen, dann besteht höchste Gefahr für Sie beide. Sie werden nicht alleine sein, einige Mitglieder des Ordens sind ja vor Ort. Aber eines sollte Ihnen klar sein: wenn Sie angegriffen werden, dann werden alle beteiligten Hexen und Zauberer alle Hände voll zu tun haben.“
Er machte eine Pause und sah sie dann finster an: „Sie werden dann dafür sorgen, dass Sie nicht im Weg herumstehen, ist das klar? Bringen Sie sich aus der Schusslinie und behindern Sie die anderen nicht. Schließlich riskieren alle ihr Leben für Sie, vergessen Sie das nicht.“
Kate konnte nicht glauben, was sie da hörte. Was dachte er sich denn. Dass sie den Helden spielen wollte? Oder dass sie nicht wusste, was alle für sie auf sich nahmen.
Sie war kurz wie betäubt, dann stand sie auf und schaute ihn verletzt an: „Es war nicht nötig, mir das zu sagen. Ich bin mir durchaus bewusst darüber, was für eine Last ich für Sie alle bin. Glauben Sie mir, ich wäre die Erste, die das gerne ändern würde, wenn ich nur könnte.“
Zu ihrem Entsetzen traten ihr Tränen in die Augen. „Es ist auch nicht nötig, mir etwas vorzuwerfen, für das ich nichts kann, Professor Snape. Ich kann nichts dafür, dass ich nur ein verdammter Muggel bin. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass ich deswegen nur ein Mensch zweiter Klasse bin.“ Sie ging mit festen Schritten auf die Tür zu und sagte im Hinausgehen: „Wenn Sie Glück haben, dann komme ich nicht mehr zurück und Sie haben mich endlich los!“ Sie warf die Tür hinter sich zu und war verschwunden.
Snape saß wie betäubt in seinem Sessel. Sie hatte ihn falsch verstanden. Er hatte sie warnen wollen, sie zur Vorsicht mahnen wollen. Sie musste selbst ein Auge auf sich haben. Er hatte tatsächlich Angst um sie, es machte ihn fast verrückt, dass er nicht selbst bei ihr sein konnte. Er wusste, wozu die Todesser im Stande waren und wenn er sich nur vorstellte, dass sie Kate erwischen würden, dann geriet er fast in Panik. Sie hatte ihn falsch verstanden! Und jetzt war sie verletzt. Natürlich dachte er nicht, dass sie ein Mensch zweiter Klasse war, nicht mehr, wenn er ehrlich war. Das war gründlich schief gegangen!

Dann war er da und auch schon vorbei, der letzte Schultag. Und damit der letzte Tag in Hogwarts. Nun würde es losgehen. Kate hatte nicht viel geschlafen und ihre Augen waren am nächsten Morgen noch rot vom Weinen. Sie hatte sich von ihm verraten gefühlt. Wie konnte sie in nur immer noch mögen, nach dem, was er ihr immer wieder antat?
In der Großen Halle fand das letzte Frühstück des Schuljahres statt, dann gab es ein riesiges Durcheinander in der Eingangshalle. Und als Kate gerade dachte, dass die Schüler niemals alle rechtzeitig den Hogwarts-Express erreichen würden, da waren plötzlich alle weg.
Es legte sich eine ungewohnte Stille über das Schloss und die Lehrer standen vor dem Portal und sahen den abziehenden Schülern nach, sofern sie sich nicht um die Aufsicht am Bahnhof kümmerten.
Nach und nach verabschiedeten sie sich voneinander und dann eilten die ersten fort. Auch Kate kehrte in ihre Wohnung zurück, packte die letzten Dinge ein und sah sich um. In den letzten Tagen hatte sie gründlich aufgeräumt, alle privaten Dinge waren eingeschlossen in einem großen Koffer unter ihrem Bett. Sie war sich nicht sicher, ob sie hierher zurückkehren würde. Die Mission würde gefährlich werden und man konnte nie wissen. Sie zog sich praktische Reisekleidung an und feste Schuhe. Dann nahm sie die Reisetasche, die sie mit allen nötigen Dingen gepackt hatte und ihre Handtasche. Eine leichte Jacke nahm sie über den Arm und dann war sie soweit. Langsam ging sie ein letztes Mal durch die Räume, in dem Jahr waren sie ihr eine Heimat geworden. Sie schloss die Tür hinter sich und holte tief Luft.
Dann ging sie mit schnellen Schritten die Treppen hinauf. In der Eingangshalle wollte sie sich mit Minerva treffen. Charity wartete schon auf sie und sie verabschiedeten sich herzlich voneinander. Professor Burbage würde die Ferien bei ihrer Verwandtschaft in Australien verbringen, hoffentlich fern genug von allen Todessern und Gefahren.

Kate sah ihr nach, wie sie mit beschwingten Schritten den Gang entlang lief. Sie würde erst morgen abreisen. Hinter sich hörte sie Schritte und Minerva kam näher. Auch sie hatte eine Reisetasche dabei, allerdings schwebte sie hinter ihr her. Sie trug schon die Muggel-Kleidung und sah sehr ungewohnt aus. Außerdem fühlte sie sich sichtlich unwohl.
Sie lächelte Kate unglücklich an: „Ich kann nicht verstehen, wie man sich so wohl fühlen kann. Es ist so unbequem und einengend. Die Schuhe bringen mich noch um.“
Kate lächelte. Professor McGonagall trug einen grauen Rock, der bis zu ihren Waden reichte und ein hellblaues Twin-Set. Mit den Perlen und dem grauen Mantel sah sie aus wie der Inbegriff einer wohlhabenden, älteren englischen Dame. Sie musterte Kate und dann kamen zwei rothaarige junge Männer auf sie zu, die sich offensichtlich stritten. Sie glichen sich wie ein Ei dem anderen.
„Nein, es war nicht in dem Korridor im zweiten Stock, es war im dritten Stock“, sagte der eine, worauf der andere vehement den Kopf schüttelte: „Nein, Alter. Ganz sicher nicht. Es war im zweiten Stock. Woher willst Du das wissen, ich war alleine mit ihr dort.“
Bevor der erste antworten konnte, waren sie bei Kate und Minerva angekommen. Professor McGonagall musterte die Beiden mit übertriebenem Ernst und sagte dann zu Kate: „Und dies, meine Liebe, sind die berühmten Weasley-Zwillinge, Fred und Georg. Meine Herren, das hier ist Professor Flemming!“
Fred ergriff Kates Hand, lächelte sie gewinnend an und sagte über seine Schulter zu seinem Bruder: „Ich denke, ich werde ab September wieder hier zur Schule gehen.“
Der schaute ihn an und sagte: „Pack deine hässliche Visage zur Seite und lass Dir zeigen, wie man mit einer hübschen jungen Lady umgeht!“ Er schubste seinen Zwilling aus dem Weg und verneigte sich leicht vor Kate: „Hier sehen Sie das Hirn von Weasleys Zauberhaften Zauberscherzen. Meinen Mitarbeiter haben Sie ja schon kennengelernt.“
Doch der war nicht begeistert: „Mitarbeiter, ja? Das wollen wir mal sehen.“ Er trat näher an Kate heran und legte frech einen Arm um ihre Schultern: „Er mag das Hirn sein, aber das Herz bin ich. Wie ich gehört habe, haben Sie Hogwarts in diesem Jahr auch ordentlich durchgerüttelt. Tanz an Halloween, Nächte unter Sternen, wieso sind Sie nicht schon früher hier gewesen?“ Er sah sie gespielt verliebt an.
Kate konterte: „Mir wurde erzählt, dass es hier zwei Herzensbrecher an der Schule gibt, der keine Frau widerstehen kann. Ich habe mich vorher schlichtweg nicht her getraut.“
Die Zwillinge strahlten sie an, dann sank der eine zu Boden und ergriff ihre Hand: „Heiraten Sie mich! Machen Sie meinem Leiden ein Ende!“
Sein Bruder meinte nur: „Du bist so hässlich, sie will Dich nicht. Aber ich sehen viel besser aus als du!“
Professor McGonagall lachte schallend und Kate musste auch losprusten. Die Zwillinge fielen in das Lachen ein und erst als sich alle ein wenig beruhigt hatten, sagte Minerva zu Kate: „Die beiden Herren werden uns heute begleiten. Natürlich sind noch einige Auroren da, aber sie warten vor den Toren von Hogwarts auf uns.“
Die rothaarigen Männer schnappten sich das Gepäck der beiden Frauen und boten ihnen galant den Arm. So schritten sie beschwingt zum Portal hinaus.

Ihre Abreise blieb nicht unbeobachtet. Im Schatten einer der hohen Säulen an den Treppen stand Snape und hatte sie beobachtet. Ihm waren ihre roten Augen am Morgen nicht entgangen. Er war in der Nacht zweimal an ihrer Schlafzimmertür gewesen und hatte sie weinen hören. Seine Hand war schon an der Türklinke gewesen, dann hatte er sich wieder abgewendet und war in seine Räume zurückgekehrt.
Sie war fort, hatte sich noch nicht einmal umgedreht. Wie hätte sie auch wissen können, dass er dort stand. Und wenn, nach dem Missverständnis am vergangenen Abend hatte sie sich wohl schwerlich von ihm verabschieden wollen.
Gedankenverloren kehrte er in seine Wohnung zurück. Er würde erst am Abend gehen. Seine Sachen waren gepackt und er würde am Nachmittag noch seinen Klassenraum aufräumen. Er stand eine Weile unentschlossen am Fenster des Wohnzimmers und sah hinaus auf den See, ohne etwas wahrzunehmen. Er drehte sich zögernd herum. Dann lief er mit entschlossenen Schritten zur Tür und öffnete sie. Es war die Tür zu ihrem Bereich der Wohnung. Snape lauschte kurz, aber es war kein Laut zu hören. Wer sollte auch hier sein, höchstens ein Hauself. Er ging zu ihrer Schlafzimmertür und öffnete sie leise. Helles Sonnenlicht erfüllte den Raum. Es sah ganz anders aus als bei ihm. Das Zimmer war mit den hellen Wänden, den weißen Vorhängen und den hellen Teppichen das genaue Gegenteil von seinen. Es lagen keine persönlichen Dinge herum. Aber es war unverkennbar ihr Raum. Es roch nach ihr. Er konnte den Duft nicht genau bestimmen, der ihm schon vertraute Orangen- und Zitronenduft war definitiv dabei. Er trat näher an das Bett und seine Fingerspitzen fuhren vorsichtig über das Kissen, das ihr Kopf noch heute Morgen berührt hatte. Dann drehte er sich herum und verließ das Zimmer, die Tür leise schließend.

Eine Weile davor waren die Vier am Tor angekommen. Auf der anderen Seite des Tores warteten einige Personen, die Kate bei den Vorbesprechungen kennengelernt hatte: Alistair „Mad Eye“ Moody, Tonks und Lupin. Außerdem waren noch zwei weitere Zauberer da, die Kate noch nie gesehen hatte. Sie begrüßten sich, sobald Minerva, Kate und die Zwillinge aus dem Tor getreten waren. Sie würden gleich alle disapparieren und sich in London im Hauptquartier des Ordens treffen. Es war das alte Haus der Blacks, das Harry Potter nach dem Tod seines Paten Sirius Black geerbt hatte. Es war einer genauen Prüfung unterzogen worden, ob es nach dem Tod von Sirius immer noch sicher war. Erst als das sicher war, hatten es die Mitglieder des Ordens wieder benutzt. Damit Kate nicht zu lange unterwegs sein würde, sollte Minerva mit ihr direkt auf die Türschwelle apparieren. Die anderen würden die Umgebung unauffällig überwachen. Jetzt hielten sie sich nicht mehr unnötig auf, da sie außerhalb der geschützten Bereiche von Hogwarts waren. Die Herren Weasley übernahmen das Gepäck und schon ging es los.
„Dann wollen wir mal los, mein Kind.“ Minerva lächelte sie aufmunternd an und hakte sie dann unter.
Kates letzter Blick galt dem Weg, der auf der anderen Seite des Tores zum Schloss führte. Sie hatte gehofft… Dann wirbelte die Welt um sie herum und wieder fühlte sie sich wie zusammengedrückt.
Als die Welt wieder zum Stehen kam, waren Minerva und sie auf einem Treppenabsatz eines vierstöckigen Hauses gelandet, dass zwischen weiteren Häusern diese Art nur durch seine heruntergekommene Fassade auffiel. Wie Kate erfahren hatte, konnten die Muggel es nicht sehen. Sie konnte es nur erkennen, weil sie mit einer Hexe unterwegs war. Minerva klopfte und die Tür öffnete sich sofort. Sie wurden bereits erwartet.
Eine kräftige rothaarige Frau stand in der Tür und winkte sie eilig hinein: „Gott sei Dank seid Ihr sicher angekommen. Guten Tag, meine Liebe, ich bin Molly Weasley.“
Kate schüttelte ihre Hand und dann gingen sie durch den düsteren Flur in die Küche. Sie war ebenso düster, aber in dem riesigen Kamin brannte ein Feuer, das den Raum etwas freundlicher machte. Über dem Feuer war ein Gestell, an dem ein Topf hing. Ein großer Kochlöffel drehte sich langsam darin. Mitten in dem schmalen Raum stand ein riesiger, langer Tisch, an beiden Seiten gab es längs Bänke.
Bevor Kate und Minerva sich hingesetzt hatten, ging die Tür ein weiteres Mal auf und die Weasley Zwillinge kamen herein. Sie wurden von ihrer Mutter begrüßt, die sichtlich froh war, die beiden wieder da zu haben. Nach und nach kamen die Mitglieder des Ordens herein und alle setzten sich um den Tisch. Alle kannten sich und tauschten Neuigkeiten aus. Kate saß etwas befangen dabei, sie alle hatten schon so viel erlebt und nahmen so viel auf sich, was konnte sie schon dazu beitragen. Sicher, sie würde versuchen, diesen Becher zu bekommen. Dumbledore hatte ihr gesagt, dass die Mitglieder des Ordens nichts von den Horkruxen wussten. Trotzdem hatte sie kein gutes Gefühl dabei, dass diese Menschen ihr Leben für sie riskieren würden.
Nach kurzer Zeit kam sie nicht mehr zum Grübeln, weil die Zwillinge sich neben sie setzten und mir ihr flirteten und scherzten. Am späteren Nachmittag kam dann noch Charlie Weasley. Er musste ungefähr so alt sein wie Kate und er war sichtlich interessiert an ihr. Sie unterhielten sich lange und Kate fand den jungen Mann sehr nett. Fred und Georg waren nicht begeistert und unterbrachen immer wieder. Tonks kam zu ihnen herüber. Bald lachten die fünf jungen Leute über die Witze und Einfälle der Zwillinge.

Da der Termin erst in zwei Tagen sein würde, verabschiedeten sich die meisten Mitglieder des Ordens nach und nach, sie würden am übernächsten Tag wiederkommen. Die Weasleys würden dableiben. Ron und Ginny waren vor einer Weile mit dem Hogwarts-Express angekommen und hatten ihr Gepäck in die oben gelegenen Schlafräume gebracht. Jetzt waren sie von oben heruntergekommen und es wurde in langer Abend.
Sie gaben Kate ein Zimmer im dritten Stock. Es war ebenfalls sehr düster und sah sehr vernachlässigt aus. Das Bett war zwar frisch bezogen, aber Kate legte sich nur mit einiger Überwindung hinein. Es war ein ereignisreicher Tag gewesen, trotzdem konnte sie nicht gleich einschlafen. Sie dachte über die Mission nach und über die Menschen, die sie heute getroffen hatte. Die Weasleys waren eine nette Familie. Es war bestimmt nicht leicht, in solchen Zeiten die Verantwortung für so viele Kinder zu haben. Mrs Weasley war eine anpackende Frau, die sich sichtlich viele Sorgen machte. Ihre Söhne hatten Respekt vor ihr und liebten sie sehr.
Schließlich schlief Kate doch ein und erwachte am nächsten Morgen erst spät. Niemand hatte sie geweckt und so zog sie sich rasch an und lief die Treppen hinunter zur Küche. Mrs Weasley werkelte am Spülbecken, Ginny saß mit Tonks am Tisch.
„Guten Morgen“, sagte Kate beim Eintreten. „Ich habe verschlafen, es tut mir leid!“
„Aber nein, es muss Ihnen nicht leid tun. Wir haben heute keine Termine und die anderen sind auch noch nicht alle aufgestanden. Setzten Sie sich, Sie haben bestimmt Hunger.“
Kate nickte und fragte dann: „Kann ich Ihnen etwas helfen?“
Doch Mrs Weasley winkte nur ab: „Nein, meine Liebe, es ist alles vorbereitet und ich habe ja meinen kleinen Helfer.“ Sie hielt lächelnd ihren Zauberstab hoch.
Mit einem Schwenk landeten ein Teller mit Rühreiern, Toast und gegrillter Tomate und ein Kaffee auf dem Tisch. Kate setzte sich zu den beiden anderen an den Tisch. Ginny war gestern etwas verlegen gewesen, schließlich war Kate eine Lehrerin, doch bald war sie aufgetaut. Sie unterhielten sich angeregt, denn Ginny hatte erst gestern erfahren, dass Kate ein Muggel war. Sie konnte es kaum glauben, in der Schule hatte kein Schüler etwas davon mitbekommen. Sie befragte Kate nach ihrer Schulzeit, dem Studium und ihren Reisen. Sie war eine clevere junge Hexe und Kate mochte sie gerne. Ginny war in einigen Tanzgruppen gewesen, so hatte Kate sie schon vorher beobachtet. Auch im Unterricht war sie aufmerksam und interessiert gewesen, bei ihren Klassenkameraden war sie sehr beliebt. Doch am Ende war es Harry gewesen, mit dem sie zusammenkam.
Die Tür ging auf und Ron kam herein. Er schlurfte verschlafen zum Tisch und ließ sich auf die Bank fallen. Dann gähnte er ausgiebig, was ihm einen Tadel seiner Mutter einbrachte. An der Haustür erklang die Klingel, die Vorhänge des Portraits im Flur flogen zur Seite und die verstorbene Mrs Black fing an zu schreien. Tonks stand auf, um zu öffnen, nebenbei verstummte der Höllenlärm im Flur wieder, als Tonks die Vorhänge wieder magisch schloss. Sie kam mit Mr Weasley zurück, der bis jetzt im Ministerium zur Arbeit gewesen war. Er begrüßte seine Frau mit einem Kuss, dann seine Kinder. Mrs Weasley stellte sie vor und schon saß sie mit ihm am Tisch und er fragte sie hoch erfreut über das Leben als Muggel aus.
So wurde es Nachmittag und Minerva kehrte zurück. Sie und Charlie hatten die Gegend um die Anwaltskanzlei genauer in Augenschein genommen. Jetzt hatten die Zwillinge übernommen. Rund um die Uhr sollte sichergestellt werden, dass keine Veränderungen unbemerkt blieben.

Am Abend kamen Mad Eye, Tonks und Lupin zurück. Mit ihnen erschien Kingsley Shacklebolt, ein beeindruckender, großer Mann, dessen Augen Kate förmlich zu durchbohren schienen. Er unterhielt sich eine Weile mit ihr, dann setzten sich alle zusammen, um den morgigen Tag zu besprechen.
Shacklebolt begann, da er die Koordination übernommen hatte. „Wir werden den kleinen Park als Ausgangspunkt benutzen. Dorthin werden Minerva und Kate apparieren und dann den kurze Weg zu Fuß fortsetzen. Drei von uns werden dort bleiben, damit der Rückzug gedeckt ist. Die anderen verteilen sich um den Park herum. Tonks und Charlie folgen den beiden Frauen zur Kanzlei. Wir werden ein Auto dorthin stellen, in das sie sich setzten können, wenn es länger dauert, sonst fallen sie auf. Wenn das Gespräch mit diesem Anwalt Georg Williams beendet ist“, er sah Minerva und Kate an, „werdet Ihr beide auf kürzestem Weg wieder in den Park zurückkehren und hierher kommen.“ Er machte eine kurze Pause.
„Sollte etwa dazwischen kommen, dann disappariert Ihr sofort, egal, ob die Muggel Euch sehen oder nicht. Wir werden dann ihre Gedächtnisse verändern. Im schlimmsten Fall haben wir noch den Treffpunkt, um uns neu zu koordinieren.“ Er sah Mad Eye an, der nickte. „Der Termin ist um 17 Uhr, um spätestens 19 Uhr sollten wir wieder hier sein. Dann bereiten wir die Fahrt in die Schweiz vor, die Sie Übermorgen antreten werden. Sind noch Fragen?“
Allgemeines Kopfschütteln. Der Ablauf war schon viele Male durchgesprochen worden. Kate spürte leicht Magenschmerzen. Vom morgigen Tag hin so viel ab. Es war wichtig, dass Williams keinen Verdacht schöpfte, sie musste überzeugend sein. Sie hatte das häufig mit Minerva und Dumbledore durchgesprochen und geübt, alle möglichen Zwischenfragen von Williams hatten sie angeschnitten. Doch am Ende käme es dann doch nur auf ihr Reaktionsvermögen an. Er war ein älterer Mann, er kannte sie seit kurz nach ihrer Geburt. Als sie ihn vor nun zwei Jahren nach dem Tod ihrer Eltern getroffen hatte, da war er sehr besorgt um sie gewesen und hatte sich nett um sie gekümmert. Auch ihre Anfragen wegen ihrer leiblichen Eltern hatte er bearbeiten lassen, allerdings hatte er die Nachforschungen nicht selbst beaufsichtigt. Es tat Kate leid, ihn belügen zu müssen, aber es gab keinen anderen Weg.
Kate ging früh zu Bett, der morgige Tag würde anstrengend werden. Sie lag noch lange wach und ging das letzte Jahr noch einmal durch. Wie verrückt ihr Leben geworden war. Um diese Zeit vor einem Jahr, war sie voll Vorfreude auf die vor ihr liegende Urlaubsreise mit Jessica gewesen. Sie hatten Pläne gemacht, Sachen eingekauft und sich vorbereitet. Jeden Tag hatten sie ihre Pläne geändert. Dann die Reise durch Europa. Sie hatten sich so frei gefühlt. Noch auf der Heimreise hatten sie vereinbart, diese Fahrt in diesem Jahr vorzusetzen, andere Ecken Europas kennenzulernen.
Doch es war alles anders gekommen. Nicht, dass ihr Leben nicht aufregend gewesen war. Nie hätte sie sich träumen lassen, was sie dann wirklich erlebt hatte. Hexen, Zauberer, Magie und Hogwarts. Severus Snape.
Sie konnte nicht anders, sie wünschte, er wäre morgen da. Sie vertraute Minerva und den anderen, aber mit ihm wäre es anders. Sie vermisste ihn, obwohl seine Worte am Abend vor ihrer Abreise sie tief getroffen hatten.
Wie so oft in den letzten Tagen, musste sie an den letzten Tanz am Abend unter Sternen denken. Wie schön wäre es gewesen, wenn der Traum nach dem Tanz weiter gegangen wäre.
Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief Kate dann schließlich doch ein.

Am nächsten Morgen wachte sie früher auf. Sie duschte in dem uralten Badezimmer und kleidete sich dann an. Noch zog sie die guten Kleider nicht an, die sie am Nachmittag tragen wollte. Mit nassen Haaren stieg sie die Treppe hinunter und trat in die Küche. Mr und Mrs Weasley saßen am Tisch und lasen den Tagespropheten. Tonks saß daneben und hörte ihren Kommentaren zu. So nahm der Tag seinen Lauf und die Minuten vergingen viel zu langsam. Es wurde Mittag, dann Nachmittag und dann endlich war es Zeit, sich umzuziehen.
Kate ging in ihr Zimmer und zog ein elegantes, schwarzes Kleid an. Es war schmal geschnitten und endete kurz über ihren Knien. Dazu eine leichte Strickjacke, ebenfalls in schwarz, und hohe Pumps. Ihr Haar frisierte sie in einen Chignon, nur ein paar Strähnen ließ sie an den Schläfen nach unten fallen. Nachdem sie sich sorgfältig und dezent geschminkt hatte, zog sie ebenfalls dezenten Schmuck an und nahm ihre Handtasche mit den gefälschten Unterlagen. Sie schaute sich kurz im Spiegel an. Sie sah ungewohnt aus. In Hogwarts war sie meist mit einem Umhang herum gelaufen und hohe Schuhe hatte sie nur zu den Bällen getragen. Nach einem letzten prüfenden Blick verließ sie den Raum. Vorsichtig stieg sie mit den hohen Schuhen die Treppe hinunter, die Teppiche auf den Stufen waren gefährliche Stolperfallen.
Sie öffnete die Küchentür und trat leise ein. Die Zwillinge, Charlie und Shacklebolt waren schon da und unterhielten sich.
Nach und nach verstummten die Gespräche und Mrs Weasley drehte sich um, um zu sehen was die anderen so anstarrten. „Oh, meine Liebe, ich hätte Sie fast nicht wiedererkannt. Du meine Güte, wie elegant. Fast wie ein Filmstar!“
Kate wurde ganz verlegen und setzte sich schnell an das Ende des Tisches auf die Bank. Die Zwillinge waren immer noch sprachlos und Charlie lächelte ihr zu. Die Tür ging wieder auf und Professor McGonagall trat ein. Sie trug einen grauen Rock mit einem passenden Blazer, dazu eine weiße Bluse und einen fliederfarbenen Chiffonschal. Ihre Handtasche trug sie mit spitzen Fingern vor sich her.
„Wie kann man nur jeden Tag so etwas tragen. Ich wusste erst gar nicht, wohin mit meinem Zauberstab. Und diese Schuhe! Hoffentlich falle ich nicht hin, das wäre zu peinlich.“ Sie sah Kate unglücklich an. „Kind, Sie sehen toll aus. Na, da falle ich wenigstens nicht auf.“ Sie lächelte Kate aufmunternd zu: „Wollen wir?“ Kate nickte und war froh, dass es endlich losging. Shacklebolt und die anderen erhoben sich, dann gingen die Zwillinge vor. Sie sollten zuerst in den Park apparieren und schauen, ob die Luft rein war. Der Park war nicht so populär, außerdem gab es da eine einigermaßen verwildert Ecke, in der sie problemlos und unentdeckt auftauchen und verschwinden konnten. Charlie sollte direkt nach Kate und Minerva apparieren, um zur Not eingreifen zu können.
Sie traten zur Tür und die Zwillinge verschwanden. Shacklebolt war der Nächste, dann traten Kate und Minerva vor die Tür. Wieder hakte sich Kate bei McGonagall ein und schon waren sie unterwegs. Es dauerte nur sehr kurz und sie standen inmitten eines dichten Gestrüpps. Shacklebolt erwartete sie bereits und Charlie kam kurz nach ihnen an. In den letzten Tagen hatte jemand einen kleinen Weg durch die Dornen gebahnt. Nachdem die Zwillinge ein Zeichen gegeben hatten, traten Minerva und Kate unbemerkt vor das Gebüsch. Dann machten sie sich auf den Weg durch den kleinen, vernachlässigten Park. Er war wirklich ideal für ihre Zwecke. Es gab viele, stark wuchernde Büsche und Bäume, nur ein paar vereinzelte, schon verwitterte Bänke luden nicht zum Verweilen ein. Einen Spielplatz gab es wohl auch nicht. Sie hatten ihn schnell durchquert und traten durch ein verwittertes Tor auf die Straße. Jetzt mussten sie nur noch zwei Straßen weiter die Kanzlei erreichen, dann hätten sie die erste Hürde genommen. Mit zügigen Schritten liefen sie den Gehweg entlang, Minerva fluchte einmal mehr über ihre Schuhe.
Als sich Kate einmal unauffällig herumdrehte, sah sie Tonks und Charlie, die ihnen mit einigem Abstand folgten. McGonagall beobachtete die Umgebung scharf und auch Kate sah sich aufmerksam um. Aber es war nichts Auffälliges zu sehen und so erreichten sie kurz danach die Kanzlei.
Sie war in einer alten Villa untergebracht, die in einer ruhigen Nebenstraße von einem kleinen, gepflegten Garten umgeben war. Kate und Minerva stiegen die Eingangsstufen hinauf und klingelten. Ein Summen öffnete die Tür und sie traten ein. Eine ältere Dame saß am Empfang und sah ihnen aufmerksam entgegen.
Kate trat an den Schreibtisch und sagte: „Guten Tag, mein Name ist Kate Flemming und ich habe einen Termin bei Mr. Williams.“
Die Dame begrüßte sie und verschwand dann durch eine Glastür. Kurz darauf kam sie wieder und sagte: „Mr Williams lässt bitten, hier entlang.“ Sie ging einen Gang entlang und öffnete dann eine schwere Tür. „Miss Flemming für Sie, Sir.“
Sie ließ Kate und Professor McGonagall eintreten und schloss dann leise die Tür. Der ältere Mann war aufgestanden und kam um den schweren Schreibtisch herum: „Miss Flemming, ich bin sehr froh, Sie so wohlauf zu sehen.“ Er gab ihr die Hand und sah dann zu McGonagall.
Kate beeilte sich zu sagen: „Das ist Mrs Walters. Sie war eine Nachbarin meiner Eltern und hat schon früher manchmal auf mich aufgepasst. Ich wohne zurzeit bei ihr.“
Mr Williams begrüßte auch Minerva. „Wollen wir uns nicht setzten?“ Er wies auf zwei Stühle vor seinem Schreibtisch und nachdem sich die Damen gesetzt hatten, setzte auch er sich wieder hinter seinen Schreibtisch.
„Was kann ich für Sie tun?“ fragte er dann.
Kate sah ihn verlegen an: „Mr Williams, das ist eine lange Geschichte. Als ich letztes Jahr in Europa herumreiste, lernte ich einen netten jungen Mann kennen, der im Süden von Italien zu Hause ist. Ich hatte mich in ihn verliebt, aber ich dachte, ich wäre für ihn nur ein Urlaubsflirt. Also fuhr ich mit meiner Freundin weiter und wir kamen nach vier Wochen wieder nach Hause. Ich war kaum da, da stand er vor meiner Tür. Er empfand auch sehr viel für mich und so packte ich nur ein paar wenige Dinge und wir reisten ab. Ich weiß heute“, sagte Kate und senkte den Blick „das mein Verhalten unverantwortlich war. Aber schon auf der Reise hatte ich Zweifel an meiner Lebensweise. Sehen Sie, meine Eltern waren ehrliche, hart arbeitende Menschen, die alles für mich taten. Und doch mussten sie so jung sterben. Und ich hatte irgendwie Angst, dass das Leben an mir vorbei laufen würde.“ Sie sah traurig aus dem Fenster „Ich habe ihnen ihre Aufopferung schlecht gedankt.“ Dann sah sie Mr Williams wieder an. „Dass mit dem junge Mann ging natürlich nicht gut, und als ich vor ein paar Tagen nach Hause kam, habe ich erst mitbekommen, was in der Zwischenzeit alles geschehen war. Der Einbruch in meiner Wohnung, die meisten Sachen zerstört oder gestohlen. Dann hatte ich dem jungen Mann einige Briefe gegeben, die er zur Post bringen sollte, an meine Arbeitgeber, an Sie, Mr Williams, an meine Freunde und an Mrs Walters hier. Ich habe erst vorgestern davon erfahren, dass er diese Briefe wohl nie abgeschickt hat.“ Sie machte eine kurze Pause und sagte dann leise: „Das alle tut mir mehr leid, als ich es sagen kann.“ Minerva nahm ihre Hand und tätschelte sie mitfühlend.
„Aber, aber, meine Liebe. Wir waren alle mal jung und haben Dummheiten gemacht.“ Er sah Professor McGonagall Beifall heischend an und diese beeilte sich, zu nicken. „Wichtig ist jetzt nur, dass Sie wieder hier sind und Ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Wir werden Ihnen dabei helfen, wenn wir können.“
„Meine Wohnung ist noch versiegelt, aber ich war schon bei der Polizei. Vielleicht könnten Sie mir bei den weiteren Schritten helfen?“ fragte sie zaghaft.
Er nickte bedächtig: „Aber natürlich, dafür sind wir ja da.“
„Dann ist da noch etwas. Bevor ich damals in den Urlaub gefahren bin, habe ich eine Detektei mit weiteren Nachforschungen beauftragt. Sie haben wegen meiner leiblichen Verwandten weiter geforscht und haben einige Informationen zusammentragen können. So haben sie herausgefunden, dass es in der Schweiz in einer Bank ein Schließfach gibt, das mein Ururgroßvater angemietet hat. Auch seine Söhne, also mein Urgroßvater und mein Großvater haben es wohl benutzt. Es ist nur ein kleines Schließfach und die überlieferten Informationen gehen davon aus, dass es sich wohl um persönliche Manuskripte der Familiengeschichte handelt. Sie haben auch herausgefunden, dass dieser andere Verwandte, dieser Tom Riddle schon vor einiger Zeit gestorben ist. Ich habe hier Unterlagen, die das alles bestätigen.“ Kate öffnete ihre Handtasche und zog die gefälschten Papiere heraus.
In der nächsten halben Stunde prüfte der alte Anwalt die Unterlagen und hatte keinen Grund, sie nicht als richtig anzuerkennen. Er stellte Kate die Berechtigungsunterlagen für das Schließfach aus und dann besprachen sie noch, wie Kate mit der Polizei umgehen sollte und vereinbarten einen Termin in zwei Wochen. Bis dahin wollte Mr Williams alles Weitere klären.
Kate bedauerte, dass er diese Arbeit umsonst machen würde, denn sie würde auf keinen Fall wieder hierherkommen. Dann verabschiedeten sie sich von dem freundlichen Herren und gingen Richtung Ausgang. Kate hatte die Toilette besucht und dabei die wichtigen Unterlagen aus ihrer Handtasche in ihren BH geschoben. Das erschien ihr sicherer. Dann ging sie zu Minerva und sie verließen die Kanzlei. Draußen empfing sie der gedämpfte Sonnenschein des späten Nachmittags. Wie waren anderthalb Stunden in der Kanzlei gewesen.
Sie traten auf den Gehweg, gefolgt von Tonks und Charlie. Dann liefen sie mit schnellen Schritten in Richtung Park. Sie sahen die Zwillinge, als sie in die Straße traten, an deren Ende der Park war.
Sie waren fast am Ziel und beschleunigten ihr Tempo. Im Eingangsbereich des Parks strauchelte Minerva und fiel beinahe auf die Knie. Kate bückte sich, um sie vor dem Hinfallen zu schützen.

Dann passierten viele Dinge auf einmal. Kate fühlte mehr, als das sie es sah, dass etwas nur Zentimeter über sie hinwegflog. Gleichzeitig zog Minerva ihren Zauberstab aus ihrem Ärmel. Charlie stieß Kate in das Gebüsch direkt neben dem Eingang.
„Geh in Deckung!“ befahl er ihr und schon hatte auch er seinen Zauberstab in der Hand und schickte Fluch über Fluch in die Richtung, aus der der erste Fluch Kate beinahe getroffen hätte.
Kate kauerte sich in die Büsche und zog ihre Schuhe aus und steckte sie in ihre Tasche. Sie würden sie nur behindern, wenn sie fliehen musste.
Durch das dichte Blätterwerk konnte sie nicht sehen, was geschah. Der Lärm des Kampfes verlagerte sich von ihr fort. Sicher hatten ihre Angreifer gesehen, wohin sie verschwunden war und sie musste von hier weg. Sie begann, sich leise einen Weg durch das Gestrüpp zu bahnen. Immer wieder blieb sie an Dornen hängen, ihre Hände waren schon aufgerissen.
Sie hatte schon ein ganzes Stück geschafft, als sie hinter sich Stimmen hörte, genau von dort, wo sie vorher gewesen war. „Sie muss hier sein. Wir dürfen sie nicht verletzten. Der Dunkle Lord will sie persönlich erledigen“, sagte eine Stimme.
„Die ist bestimmt schon appariert, mit einem von Denen!“ sagte eine andere Stimme.
„Wir sollten lieber sicher sein, also such‘ gefälligst weiter.“
Wenn Kate in diese Richtung weiterkriechen würde, dann würden sie sie bald haben. Also änderte sie die Richtung und kam bald an der hohen Mauer an, die den Park umgab. Hinter ihr wurde der Lärm des Kampfes wieder lauter und sie hoffte, dass ihre Verfolger abgelenkt wurden.
Sie raffte das Kleid hoch und kletterte auf einen hohen Baumstumpf, der nahe an der Mauer stand. So konnte sie die Mauerkrone erreichen. Mühsam zog sie sich hoch und lag kurz auf der Mauer, schaue auf die andere Seite und ließ sich dann fallen. Sie kam in einem Haufen Laub und Grasschnitt auf. Glück gehabt. Bis hierher hörte sie den Krach der Flüche und Gegenflüche. Es wurde noch lauter. Sie lief geduckt durch den Garten auf das Haus zu und um die Ecke. Dort konnte sie über einen niedrigen Zaun auf das Nachbargrundstück klettern. Sie überwand noch einige Mauern und Zäune und hatte sich so weit vom Park entfernt. Gut, das Shacklebolt so gut geplant hatte. So hatte sie in ihrer Handtasche Muggelgeld und es gab einen Treffpunkt für alle Fälle.

Hinter einem kleinen Schuppen brachte Kate ihre zerzauste Frisur so gut wie möglich wieder in Ordnung und zog ihr Kleid zurecht. Dann zog sie die Schuhe an und trat durch die Gartentür auf einen Gehsteig. Nicht weit von hier war eine belebte Einkaufsstraße. Wenn sie die erreichen würde, dann wäre sie sicherer. Sie kam gut voran und nach kurzer Zeit war sie dort.
Sie steuerte ein Geschäft für Damenmode an und kaufte sich dort eine Jeans und einen leichten Pullover. Das Kleid ließ sie in eine Tasche packen. Als sie das Geschäft verlassen hatte, nahm sie die Tüte und warf sie mit etwas Bedauern in die nächste Mülltonne. Dann lief sie weiter. Sie musste in Bewegung bleiben, das war ihre einzige Chance. Hoffentlich war den anderen nichts passiert. Und hoffentlich würden sie nichts riskieren, um sie zu finden.
Der Treffpunkt war ein gutes Stück entfernt, sie würde quer durch die Innenstadt laufen müssen, dann in deren Peripherie würde sie den Ort finden. Kate versuchte, in den belebten Straßen zu bleiben. Sie kannte sich in London gut aus und so fiel es ihr nicht schwer, ruhige Ecken zu vermeiden.
Es wurde langsam Abend und die Londoner gingen aus. Überall waren Gruppen von Menschen unterwegs, um den lauen Sommerabend zu genießen. Pärchen schlenderten Händchenhaltend durch die Straßen. Kate beobachtete die Leute aufmerksam. Wahrscheinlich war sie inzwischen dazu imstande, magische Menschen zu entdecken.
Sie bog gerade um eine Ecke, da kam ihr eine ganze Gruppe von jungen Leuten entgegen. Aus dem Augenwinkel erkannte Kate einige junge Frauen, die sie früher häufiger getroffen hatte.
Sie versuchte sich unauffällig in eine Seitenstraße zu drücken, als sie ein Frau erkannte: „Kate, bist Du das? June, schau, das ist doch Kate, Kate Flemming!“ Gehetzt schaute sich Kate um. Sie durfte auf keinem Fall Aufmerksamkeit erregen. Schnell lief sie weiter, ohne auf die erregten Stimmen hinter ihr zu reagieren. Sie bahnte sich rasch einen Weg durch die Menschenmenge, die sich zum Glück hier an den vielen Restaurants und Cafés gebildet hatte. Sie senkte den Kopf und tauchte in der Menge unter.
Wenig später überquerte sie endlich die Themse. Inzwischen war es dunkel geworden. Sie hatte jedes Zeitgefühl verloren, aber in der Ferne hörte sie Big Ben neun Uhr schlagen. Sie war schon fast zwei Stunden alleine unterwegs. Jetzt beschleunigte sie ihre Schritte, die hohen Schuhe waren natürlich nicht so ideal. Aber wenn sie sie auszog, dann fiel sie auf. Also lief sie immer weiter. Sie musste einige Umwege in Kauf nehmen, damit sie nicht durch ruhigere Straßen laufen musste. Obwohl sie sich darüber im Klaren war, dass die Todesser sich nicht scheuen würden, sie auf offener Straße aufzugreifen, egal, wie viele Muggel dort waren.
Ein weitere Uhr schlug schon halb zehn. Es war ein bisschen kühler geworden und Kate war froh, eine Jeans und nicht mehr das Kleid zu tragen. Der Treffpunkt war natürlich dafür gewählt worden, dass die Muggel nicht zu offensichtlich darauf treffen sollten. Und so war die Gegend, durch die Kate lief einsamer geworden. Sie schaute vorsichtig um die Ecke, bevor sie eine neue Straße betrat. Aber auch das durfte sie nicht zu auffällig machen. Es schlug zehn Uhr. Hoffentlich war jemand am Treffpunkt, sonst hatte sie ein Problem. Sie wusste nicht genau, wo das Hauptquartier war und so wie sie es verstanden hatte, konnte sie als Muggel es auch nicht sehen.
Am Ende dieser Straße musste sie nach rechts abbiegen und dann, in der nächsten Straße war der Treffpunkt. Ein kleines Museum für Töpferwaren, in dessen Eingangsbereich man sich relativ unauffällig aufhalten konnte.
Sie wollte gerade um die Ecke biegen, als sie hinter sich schneller näherkommende Schritte hörte. Ein raues Lachen, dass sie vor einem Jahr an ihrer Wohnungstür schon einmal gehört hatte. Sie wagte nicht, sich umzudrehen. Schnell lief sie um die Ecke, zog die Schuhe aus und rannte so schnell sie konnte los. Eigentlich wollte sie geradeaus, aber sie lief über die Straße und bog in eine dunkle Seitengasse. Ohne anzuhalten, rannte sie weiter und bog am Ende nach Links, nur weg von dem rauen Lachen. Die Gasse wurde wieder breiter und sie hörte die Stimmen, allerdings nicht dicht hinter ihr. Sie konnte ihnen nicht durch fortlaufen entkommen. Ein gezielter Fluch würde sie außer Gefecht setzen.
Also suchte sie im Laufen nach einem Versteck und fand einen kleinen, privaten Durchgang, der zu einer alten Haustür führte. Sie hoffte, dass die Bewohner keinen Bewegungsmelder hatten und drückte sich vorsichtig an die Tür. Nach der Menge der Spinnweben zu urteilen, wurde sie nicht mehr benutzt. Kate versuchte, ihren Atem zu normalisieren, damit sie sich nicht verriet.
Die Stimmen wurden lauter: „Sie kann nicht weit sein.“
„Vielleicht war sie es gar nicht.“ Sagte eine andere Stimme.
„Dann wäre sie nicht weggelaufen, oder?“
„Naja, für Muggel sehen wir alle gefährlich aus, nicht? Und sind wir auch!“
Da! Das war das raue Lachen. Kate lief ein Schauer über den Rücken. Wenn sie hier hineinschauen würden, dann konnte sie sie sehen. Sie schlich vorsichtig weiter ins Dunkel und ihre Hand ertastete die Hausecke.
Erleichtert huschte sie um die Ecke und presste sich kurz gegen die Wand. Dann drehte sie sich zur Hausecke, sie musste unbedingt mitbekommen, wenn sie sie verfolgten. Die Stimmen wurden lauter, sie diskutierten, ob sie in den Durchgang schauen sollten. Kate hielt den Atem an und überlegte gerade, ob sie weiter nach hinten gehen sollte, als sich ein harter Arm blitzschnell um ihren Oberkörper lege, so dass sie ihre Arme nicht bewegen konnte. Gleichzeitig legte sich ihr eine Hand auf den Mund. Sie wurde mit dem Rücken an eine harte Brust gepresst und erstarrte kurz vor Schreck. Sie musste sich fallen lassen, sofort, schoss es ihr durch den Kopf.


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Luna ist auch eine Person, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie gibt der Handlung einen wichtigen, neuen Anstrich und sie lässt Harry Dinge anders betrachten. Ich war ihr wirklich von Anfang an verfallen.
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