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Fanfiction

Eine zweite Chance - Leere und Intrigen

von Kate Flemming

Hallo Suschi,
es war gemein, ich weiß. Aber vielleicht versöhnt Dich das nächste Kapitel, das es aus diesem Grund schon so bald gibt. Bitte lass die arme Tastatur in Ruhe, ich bin ja schuld. Im neuen Kapitel gibt der Meister der Zaubertränke persönlich ein Statement zu seinem Verhalten ab! Und Dumbledore und Minerva? ‚Üble‘ Ränkeschmiede, sage ich nur!

Bitte reviewt, wie gefällt Euch meine FF bisher?

********************************************

In den nächsten Wochen funktioniert Kate nur noch mechanisch. Sie aß, sie trank, sie schlief. Nach den ersten Tagen waren auch keine Tränen mehr gekommen. Sie verließ die Wohnung nur noch, um im Tanzraum zu trainieren. Und das tat sie jeden Tag, bis zur völligen Erschöpfung. Sie verbot sich jeden Gedanken. Keiner bekam so richtig mit, dass etwas nicht stimmte. Dumbledore und Minerva waren viel unterwegs und sahen sie immer nur kurz. Beide gingen davon aus, dass Snape, der im Moment Hogwarts besser nicht verließ, sich um sie kümmerte. Außerdem dachten beide, dass sie ihnen einen Gefallen taten, wenn sie sie nicht störten.

Erst zwei Wochen, bevor das neue Schuljahr begann, hatte Minerva Kate zum Tee zu sich eingeladen. Sie war für die nächsten vier Tage in Hogwarts. Vorher war sie mit Ron und Hermine auf der Suche nach einem weiteren Horkrux gewesen. Sie hatten ihn gefunden und unschädlich gemacht.
Es klopfte und Minerva rief: „Kommen Sie herein, meine Liebe.“
Die Tür öffnete sich leise und Professor McGonagall hatte den Teekessel in der Hand, als sie sich zu ihrer Besucherin umdrehte.
„Wie schön, dass wir mal wieder Zeit füreinander haben.“
Dann fiel ihr Blick richtig auf Kate und sie erschrak. Die junge Frau sah fürchterlich aus. Sie war blass und ihre Wangen waren etwas eingefallen. Ihre Augen waren unnatürlich groß und dunkel. Das lebenslustige Funkeln war aus ihnen verschwunden und sie sahen leblos aus. Das lange Haar war stumpf und in einen strengen Knoten frisiert. Kate hatte abgenommen, man konnte an ihren Armen die Sehnen und Adern sehen.
Ohne ein Lächeln war sie näher getreten. Sie bedankte sich für den Tee und setzte sich auf das Sofa. Sie verbrachten eine Stunde miteinander, aber McGonagall bestritt die Unterhaltung fast alleine. Kate war einsilbig und unaufmerksam. Nach eine Stunde verabschiedet sich Kate, mit der Bemerkung, sie müsse unbedingt noch etwas für das kommende Schuljahr vorbereiten.
Sie ließ eine ratlose Minerva zurück. Was war da schiefgegangen? Was war passiert und was sollte sie jetzt unternehmen? Sie musste mit Albus sprechen. Er würde heute Abend wieder in Hogwarts sein.
Er war mit Potter unterwegs, auch sie hatten einen weiteren Horkrux gefunden. Es fehlte außer der Schlange nur noch einer.
Es war spät am Abend, als Dumbledore in Hogwarts eintraf. Minerva erwartete ihn bereits. Sie hatte ein Tablett mit Essen und etwas Wein richten lassen. Erschöpft ließ er sich an den kleinen Tisch in seinem Arbeitszimmer sinken. Dann tauschten sie die neuesten Informationen aus. Die letzten Wochen waren erfolgreich gewesen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis Voldemort Hogwarts offen angreifen würde. Er und seine Anhänger wurden immer dreister, ihre Aktionen immer offener. Dumbledore und seine Vertrauten suchten fieberhaft den letzten Horkrux, damit Voldemort in einer offenen Konfrontation sterblich sein würde.
„Ah“, sagte Dumbledore und lehnte sich zufrieden zurück. Über den Rand seines Glases musterte er Professor McGonagall. „Sie wollen mir noch etwas anderes erzählen, oder?“ Er lächelte. „Geht es um unser junges Glück?“
Minervas Miene verdüsterte sich: „Ich denke schon. Aber Glück? Ich weiß nicht. Urteilen Sie selbst.“
Und dann erzählte sie ihm, was sich am Nachmittag ereignet hatte. Aufmerksam hörte er zu. Als sie geendet hatte, seufzte er.
„Die Liebe! Gibt es etwas Schöneres und gleichzeitig Grausameres?“ Er sah eine Weile hinüber zu seinem Phoenix Fawkes, der friedlich auf seiner Stange saß und Nüsse knackte.
Minerva frage leise: „Gibt es etwas, das wir tun können?“
Er schüttelte den Kopf: „Wir können und dürfen uns da nicht einmischen, Minerva. Das müssen die Beiden alleine hinbekommen, oder auch nicht.“
McGonagall nickte langsam „Ich weiß, aber es geht ihr wirklich schlecht. Ich mache mir Sorgen um das Kind. Sie ist so einsam hier.“
Dumbledore sah auf seine Hände „Bald beginnt der Schulbetrieb wieder, dann ist es mit der Ruhe aus. Vielleicht hilft ihr die Beschäftigung mit den Schülern.“
Professor McGonagall fragte: „Aber was ist mit Severus?“
Dumbledore schüttelte versonnen den Kopf „Wir können nur raten, was in seinem Kopf vorgeht. Aber er muss ganz allein darauf kommen, was gut ist für ihn. Und wir sind uns einig“, er lächelte Minerva an „dass Miss Flemming gut für ihn wäre. Sie würde ihn mitreißen, wie sie es in den vergangenen Monaten schon getan hat.“

Drei Tage später klopfte es an Dumbledores Tür. Er erwartete niemanden und sah erstaunt hoch. Es war früher Abend, die Sonne schien über die Ländereien von Hogwarts und warf helle Streifen in das Arbeitszimmer des Schulleiters.
„Herein“, rief er und lehnte sich erwartungsvoll in seinem Stuhl zurück. Die Tür öffnete sich zaghaft und Miss Flemming schaute in den Raum.
„Haben Sie kurz Zeit für mich?“ fragte sie leise und Dumbledore nickte. „Natürlich, meine Liebe.“
Kate kam herein und schloss die Tür leise. Dann trat sie zögernd näher. Er sah sie aufmerksam an.
„Nehmen Sie Platz.“ Er wies auf einen der bequemen Stühle vor seinem Schreibtisch.
Die junge Frau setzte sich vorsichtig auf die Kante des Sessels.
„Möchten Sie etwas trinken? Einen Wein vielleicht?“
Auf ihr zögerndes Nicken beschwor er zwei Gläser und eine Flasche Wein aus dem Nichts, die Flasche öffnete sich und beugte sich dann elegant über die beiden Gläser und schenkte sie jeweils zur Hälfte voll. Das eine Glas schwebte zu der jungen Frau hinüber.
Dann hob Dumbledore sein Glas und prostete ihr zu: „Auf Ihr Wohl.“
Sie nippte nur kurz etwas Wein und drehte dann das Glas unruhig in ihrer Hand. Anscheinend wusste sie nicht, wie sie anfangen sollte. Minerva hatte Recht, dachte Dumbledore, Miss Flemming sah fürchterlich aus. Nichts erinnerte an die lebenslustige Frau, die es vor einem Jahr mit Herz und Humor mit einer Schar Zauberschüler aufgenommen hatte und es ohne Probleme in ihrer aller Herzen geschafft hatte.
Nach einer Weile des Schweigens sah Dumbledore sie milde lächelnd an und fragte vorsichtig: „Wie kann ich Ihnen helfen?“
Sie sah auf und begann zögernd: „Es fällt mir schwer, Sie um einen Gefallen zu bitte, nach allem, was Sie hier in Hogwarts für mich getan haben.“ Sie versuchte, zu lächeln, sah dabei aber nur noch trauriger aus. Dann fuhr sie leise fort: „Aber ich habe gründlich darüber nachgedacht und habe mich entschlossen.“ Aufmerksam sah er sie an und sie fuhr fort. „Professor Dumbledore, ich möchte nach Hause.“ Jetzt sprudelten die Wörter schneller aus ihr heraus. „Ich gehöre nicht in diese Welt. Das hier ist nicht mein Leben. Ich will mich nicht immer verstecken müssen. Es gibt Menschen, die ich gerne wiedersehen möchte.“
Sie stoppte und sah zum Fenster hinaus in den frühen Abendhimmel. Ihre Stimme war gedämpft: „Ich weiß, dass Voldemort mich eines Tages finden wird. Mir ist auch klar, dass das wahrscheinlich nicht sehr lange dauern wird. Ich erwarte auch keineswegs, dass er mich ob unserer Verwandtschaftsverhältnisse verschonen wird. Trotzdem!“ Jetzt sah sie das erste Mal entschlossen aus.
Dumbledore sah sie ernst an: „Es ist Selbstmord, das wissen Sie!“
Sie zuckte die Schultern: „Es ist mein Leben.“
Es dauerte eine Weile, bis er antwortete: „Ja, das ist es. Doch Sie sollten es nicht leichtfertig wegwerfen. Es gibt immer einen Weg, immer ein Morgen.“
Kate sah ihn unendlich müde an. „Wenn Sie ihn nicht besiegen, dann wird er mich früher oder später sowieso erwischen. Ich kann mich nicht ein Leben lang in Hogwarts verstecken. Ich passe hier nicht her.“
Der Schulleiter schüttelte vehement den Kopf: „Das sehe ich ganz anders. Sie haben in Hogwarts einiges bewegt. Die Schüler und wir Lehrer haben Sie ins Herz geschlossen. Werfen Sie das nicht weg!“ Er sah sie eindringlich an.
Sie sah ihn ernst an und sagte: „Ich habe mich entschlossen und wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich dabei unterstützen würden. Es reicht mir, wenn Sie mir die Möglichkeit geben, nach London zu kommen. Dann komme ich alleine zurecht.“
Dumbledore sah sie eine Weile nachdenklich an und legte dann die Fingerspitzen aneinander. „Ich muss Ihre Entscheidung akzeptieren, auch wenn ich es unendlich bedauere. Aber“, seine Stimme nahm einen scharfen Klang an, „es liegt nicht alleine in meiner Macht.“
Sie sah ihn fragend an und er fuhr fort: „Wir leben hier in einer magischen Welt, und hier gelten die magischen Regeln und Gesetze. Die müssen eingehalten werden.“
„Was heißt das für mich?“ fragte Kate ihn zögernd.
Dumbledore sah auf seine Fingerspitzen. „Das heißt, Miss Flemming, dass ich Ihnen nicht weiterhelfen kann. In dem Moment, als Sie hierhergeholt wurden, erkannten Sie automatisch diese Regeln an, auch wenn Sie nichts davon wissen konnten. Ihnen wurde an diesem Tag ein neues Leben geschenkt und dieses Leben ist unmittelbar mit demjenigen verbunden, der es ihnen gerettet hat. Und das ist auch derjenige, den Sie jetzt um Mithilfe bitten müssen!“
Kate wurde noch blasser. Sie sah Dumbledore scharf an und sagte dann mit brüchiger Stimme: „Sie meinen jetzt aber nicht… Nein, Sie haben das damals angeordnet!“
Der Schulleiter sah sie bedauernd an: „Angeordnet ja, ausgeführt nicht. Es tut mir Leid meine Liebe, aber da müssen Sie sich an Professor Snape richten.“
Kate sprang auf und stieß: „Niemals!“ aus. Sie stellte das Glas fest auf den Schreibtisch und sah Dumbledore aufgebracht an. Dann schüttelte sie entschlossen den Kopf. „Es muss einen anderen Weg geben.“ Sie überlegte eine Weile, sah ihn fest an und sagte dann zu Dumbledore: „Es reicht mir, wenn Sie mir das Tor öffnen. Dann haben Sie mich nicht von Hogwarts entfernt. Ich werde mich dann selbst nach London durchschlagen.“
Er schüttelte den Kopf: „Das wird nicht gehen, meine Liebe. Sprechen Sie mit Professor Snape. Bestimmt hat er Verständnis für Ihren Wunsch. Mehr kann ich nicht für Sie tun, befürchte ich.“
Kates Schultern sackten besiegt nach unten, sie nickte gedankenvoll und verabschiedete sich. Leise schloss sie die Tür hinter sich. ‚Das werden wir ja sehen‘, dachte sie, als sie sich auf den Weg nach unten machte.

Kurz darauf bekam Snape eine Nachricht vom Schulleiter, überbracht von einem Hauself. Auf dem Pergament stand: „Unberechtigtes Verlassen des Schulgeländes befürchtet. Bitte überwachen Sie das Tor heute Nacht.“ Snape schüttelte verwundert den Kopf. Wer sollte das Gelände verlassen wollen, es waren doch keine Schüler da? Die Hauselfen konnten apparieren. Alle anderen, die im Moment im Schloss waren, konnten es verlassen, wann immer sie wollten. Aber er war vielleicht nicht auf dem Laufenden. Manchmal kamen Schüler früher aus den Ferien.
Nachdem er aus dem Krankenflügel gekommen war, hatte er sich fast nur in seiner Wohnung und in seinem Arbeitszimmer aufgehalten. Er war körperlich einigermaßen wieder hergestellt, aber er wollte Begegnungen mit Miss Flemming unbedingt verhindern. Er seufzte. ‚Heute Nacht‘, stand in der Nachricht. Er machte sich besser auf den Weg, wahrscheinlich würde es heute Nacht keinen Schlaf für ihn geben.

Kate richtete einige wenige Dinge und packte sie in ihre Tasche. Viel würde sie nicht mitnehmen, nur ihren nachgemachen Pass, einige Kleidungsstücke und sonst gab es nichts, was sie wirklich benötigte. Wozu auch? Voldemort würde sie wahrscheinlich erwischen, bevor sie Hogsmead erreichte. Sie hatte noch von dem Geld, das sie für ihre Mission bekommen hatte. Es würde bis London reichen, wenn sie so lange überlebte. Ihr baldiges Ableben ängstigte nicht so sehr, eher das wie. Aber, wenn sie es schaffte, ihn zu nerven, dann würde ihr das mit Voldemort auch gelingen. Wenn sie Glück hatte, würde er sie im Zorn schnell sterben lassen.
Sie war fertig. Ein letzter Blick in ihr Zimmer, das ihr ein Jahr Heimat gewesen war. Dieses Zimmer hatte Zeiten der Freude, des Glücks und auch eine Menge Tränen gesehen. Hier hatte sie gestern auch die Entscheidung gefällt, ihr Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Vielleicht hatte sie Glück… Aber was würde sie dann tun? Nein, Schritt für Schritt, hatte sie sich geschworen. Jetzt musste sie erst einmal aus Hogwarts herauskommen. Sie hatte überlegt, Dobby zu fragen. Aber sie würde ihn damit in einen Gewissenskonflikt bringen und das wollte sie nicht.
Sie warf einen letzten Blick in die Runde und verließ dann die Wohnung. Es war inzwischen sehr spät. In den Fluren und Gängen war es ruhig. Da keine Schüler im Schloss waren, war das Portal unverschlossen. Kate zog es leise von außen zu. Dann lief sie los. Vom Schloss den Hügel herunter, um den See herum und über die üppigen Wiesen in die friedliche Abendstimmung. Einige Grillen zirpten. Sie hörte Flügelrauschen über sich und wusste, dass die nachtaktiven Raubvögel unterwegs auf der Jagd waren. Der Mond schien hinter den wenigen Wolken, die über den sternübersäten Nachthimmel zogen.
Doch die junge Frau hatte keinen Blick dafür übrig. Bald kam sie auf den Weg, der zum Tor führte. Sie lief an dessen Rand auf der Grasnarbe, weil es so weniger Geräusche machte. Nicht das sie dachte, verfolgt zu werden. Einfach nur, weil sie das Geräusch ihrer eigenen Schritte nicht hören wollte. Denn jeder Schritt brachte sie unwiederbringlich weiter fort vom Schloss und damit auch von ihm. Doch entschlossen verbot sie sich jeden weiteren Gedanken an ihn. Dann stand sie vor dem Tor. Noch vor ein paar Wochen hatte er auf der anderen Seite….Nein! Stopp! Auch diese Erinnerungen verbot sie sich.
Sie trat näher an das Tor und legte die Hand auf die Klinke. Natürlich war es abgeschlossen. Sie rüttelte ein wenig daran herum und trat dann ein paar Schritte zurück. Ein Blick nach oben zeigte ihr, dass das Tor gute fünf Meter hoch war. Sie würde darüber klettern müssen. Aber auf der anderen Seite würden die Flüche aktiv sein. Also war runterspringen angesagt. Kate legte ihre Tasche fester um sich und holte tief Luft. Entschlossen ging sie ein weiteres Mal auf das Tor zu. Sie hob gerade eine Hand weit nach oben, um das Tor dort zu umgreifen, damit sie sich anschließend hochziehen konnte, als hinter ihr eine Stimme gebieterisch sagte: „Das würde ich an Ihrer Stelle unterlassen!“

Kate fuhr zu Tode erschrocken herum. Wie viel Pech konnte ein einzelner Mensch haben?
Snape sah sie im Schein des Mondes finster an. Sie senkte den Kopf, hatte keine Kraft, ihn anzusehen. Nach allem, was er ihr angetan hatte, machte ihr Herz bei seinem Anblick doch einen verräterischen Hüpfer.
Er sagte „Lumos“ und sein Zauberstab tauchte sie in ein helles Licht.
Auch er erschrak, als er sie genauer ansah. Was war mit ihr geschehen? Sie war abgemagert, ihre Wangen waren hohl und grau. Das Haar, in einem Pferdeschwanz zusammengefasst, sah strähnig aus. Die Flüche schienen immer noch Auswirkungen auf sie zu haben.
Sie riss sich offensichtlich zusammen und hob ihren Kopf ein wenig, ohne ihn anzusehen. Mit emotionsloser Stimme sagte sie: „Wo Sie gerade hier sind, Professor Snape, wären Sie so freundlich, mir das Tor zu öffnen? Das spart mir viel Ärger.“
„Warum sollte ich das tun? Wo wollen Sie denn hin?“ fragte er verwirrt.
„Ich verlasse Hogwarts und gehe nach Hause nach London. Professor Dumbledore sagte, dass Sie mir das Tor öffnen könnten.“
„Hat er das gesagt? Mir aber nicht.“ Jetzt klang seine Stimme eindeutig etwas angespannt. „Und das werde ich ganz bestimmt nicht tun. Wissen Sie nicht, was Sie da draußen erwartet?“
„Darüber mache ich mir keinerlei Illusionen. Ich will das hier auch nicht diskutieren. Öffnen Sie einfach das verdammte Tor, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie mich nie wieder ertragen müssen.“ Ihre Stimme war immer noch gefühllos und monoton, als kostete es sie unendliche Mühe, überhaupt zu reden.
„Weil Sie innerhalb kürzester Zeit tot wären!“ Er war aufgebracht, seit wann war sie so begriffsstutzig?
„Das ist mir durchaus bewusst! Aber wie ich schon Professor Dumbledore erklärt habe, ist es mein Leben. Ich kann damit tun, was immer ich will. Öffnen Sie bitte das Tor.“
Ihre gleichgültige Stimme machte ihn wütend. Er konnte sich nicht länger beherrschen. Ohne darüber nachzudenken, lief er auf sie zu, packte sie an den Schultern und schüttelte sie unsanft.
„Wachen Sie auf, das hier ist kein Spiel, das ist Ernst.“
Das erste Mal hob sie ihren Kopf so weit, dass er ihr in die Augen schauen konnte. Und er erschrak. Diese großen Augen, in denen sich sonst jedes Gefühl widerspiegelt, sie waren matt und tot. Ein seltsam leerer Blick traf ihn.
Leise sagte sie: „Bitte, öffnen Sie das Tor. Mehr verlange ich nicht von Ihnen. Wenn ich schon sonst nichts von Ihnen erwarten darf, dann erfüllen Sie mir doch wenigstens diesen einen Wunsch.“
„Was haben Sie je von mir erwartet?“ fragte er bitter und nahm die Hände von ihren Schultern, als ob er es nicht ertragen würde, sie für längere Zeit zu berühren.
Sie senkte besiegt den Kopf: „Ja, was habe ich erwartet?“
Sie schwieg und sah zu Boden. Gerade, als er dachte, dass sie nichts mehr sagen würde, fuhr sie mit ihrer toten Stimme leise fort: „Das es Ihnen nichts ausmachen würde, dass ich nur ein Muggel bin. Dass Sie auch nur ansatzweise das Gleiche für mich empfinden, was ich für Sie empfinde. Dass Ihnen unsere gemeinsame Zeit so viel bedeuten hätte, wie mir.“
Ihre Stimme brach fast, aber es war, als ob ein Damm gebrochen wäre. „Dass Sie, wie ich, nicht mehr schlafen können, weil jeder Tag ohne Sie ein leerer Tag ist.“ Er konnte die Tränen sehen, die ihr inzwischen über die Wangen liefen, ihre Stimme hatte endlich den gleichgültigen Ton verloren. Tiefer Schmerz sprach aus ihr. „Aber ich bin ja nur ein nutzloser Muggel, nicht wert, das man ihn beachtet. Ich gehöre hier nicht her, das habe ich endlich begriffen. Ich kann hier nicht weiter leben und Dich jeden Tag sehen. Das geht über meine Kräfte. Ich habe es versucht. Und da Du nie etwas für mich empfinden wirst, gehe ich.“ Sie drehte sich mit letzter Kraft zum Tor. „Jetzt bitte ich Dich ein letztes Mal: öffne dieses Tor und lass mir wenigstens einen kleinen Rest meiner Würde!“
Er war auf vieles vorbereitet gewesen, aber nicht auf das. Er stand wie erstarrt da und sah auf ihren Rücken. Es dauerte eine Weile, bis das eben Gehörte in seinen Verstand Sinn ergab. Und noch eine Weile, bis es sein Herz erreichte. Sie hatte gesagt, dass sie etwas für ihn empfand!
Unsicher trat er wieder näher zu ihr. Wenn er sie falsch verstanden hatte, dann würde er sich jetzt zum Narren machen. Wenn aber nicht…? Wenn es wirklich wahr wäre…?
Es gab nur einen Weg, das herauszufinden. Und er war kein Feigling.
„Ich kann Dich nicht gehen lassen.“
Kate hob den Kopf ein kleines Stück, sie wusste nicht, ob diese Worte wirklich von ihm kamen, oder nur Einbildung waren.
Seine nächsten Worte waren leise und zögernd: „Wenn Dir etwas passieren würde, dann würde auch ein Teil von mir sterben.“
Zaudernd drehte Kate sich um. Sein Zauberstab war längst auf den Boden gefallen und erloschen. Langsam hob er seine Hand und strich ihr mit den Fingerspitzen die Tränen von der Wange. Ihr Herz schlug so schnell und laut, dass er es bestimmt hören konnte. Sie sah ihm in die Augen und sah große Unsicherheit in ihnen. Er ließ seine Hand fallen.
„Ich habe Dich nie als nutzlosen Muggel gesehen, nur als eine für mich unerreichbare Frau.“ Er senkte den Blick und stand unentschlossen vor ihr. Er musste jetzt offen und ehrlich sein, wenn aus dieser Situation auch nur etwas Ähnliches wie eine Zukunft entstehen sollte.
„Vor vielen Jahren gab es eine Frau, die ich sehr geliebt habe. Durch meine Schuld wendete sie sich von mir ab und heiratete einen anderen.“ Er holte tief Luft und schloss die Augen. „Als wenn das nicht schlimm genug gewesen wäre, habe ich dem Dunklen Lord eine Prophezeiung überbracht, die ich belauscht hatte. Ich wusste nicht, dass es in dieser Prophezeiung um ihren Sohn ging. Er ermordete sie und ihren Mann. Nur der Junge überlebte.“
Kate schluckte. „Harry Potter“, hauchte sie.
„Ja, der Junge der überlebt hat! Damals schwor ich mir, dass es für mich keine Liebe mehr geben würde. Ich war der Meinung, dass ich es auch nicht verdiene.“ Ein schmerzliches Lächeln erschien in seinen Mundwinkeln. „Nicht, dass es viele Gelegenheiten gegeben hätte.“ Er hob den Kopf und sah sie wieder an. „Und dann bist Du in mein Leben gekommen, und hast alles durcheinander gewirbelt. Ich fühlte mich mit einem Schlag wieder am Leben. Aber Du bist eine so besondere Frau, so bezaubernd und einzigartig. Du hast etwas Besseres verdient, als so einen alten, zynischen Einzelgänger.“
Seine Stimme klang am Ende wieder schmerzerfüllt.
Sie hob zögernd die Hände, legte sie auf seine Brust und flüsterte liebevoll: „Vielleicht überlässt Du es mir, zu entscheiden, was gut für mich ist?“
Und dann zog er sie endlich in seine Arme. Sie barg den Kopf an seine Brust und hörte das Schlagen seines Herzens und flüsterte „Severus!“ Und noch einmal, einfach weil es so schön war, es endlich sagen zu dürfen.
Sie standen eine ganze Weile da und kosteten diesen einzigartigen Moment aus. Dann hob Kate den Kopf zu ihm und er küsste sie zögernd und zart. Sie spürte kaum seine Lippen auf den ihren. Als ob er ihr die Möglichkeit bieten wollte, es sich anders zu überlegen. Doch schon nach kurzer Zeit schaltete er das Denken aus und umfasste sie fester. Sein Kuss wurde leidenschaftlicher und ihr entfuhr ein Seufzen. Irgendwann endete auch dieser Kuss. Severus sah sie so intensiv an, dass ihr noch wärmer wurde.
Dann sagte er leise und zärtlich: „Ich liebe Dich.“
Sie konnte es nicht verhindern, aber ihr Kopf sank an seiner Schulter und sie weinte hemmungslos. Die Spannung der letzten Wochen und Monate entluden sich. Etwas hilflos hielt er sie im Arm. Nach einer Weile wurde das Schluchzen weniger und er reichte ihr sein Taschentuch.
Dabei brummte er: „Du weißt genau, wie man einem Mann das Selbstbewusstsein nimmt.“
Sie musste unter Tränen lachen und der befangene Moment war vorüber. Er ließ sie kurz los, griff ihre Tasche, hob seinen Zauberstab auf und trat wieder zu ihr: „Lass uns nach Hause gehen.“
Sie gingen los, seine Hand suchte die ihre und umfasste sie fest. Sie hatten es nicht eilig. Zwischen ihnen stand eine Spannung, die sie immer wieder anhalten ließ. Mehrmals küssten sie sich, oder standen in einer Umarmung am Ufer des Sees und kosteten vorsichtig von all dem Neuen und Aufregendem, das so plötzlich in ihr Leben getreten war.

Als Kate am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte sie noch im Aufwachen gleich mehrere Dinge. Das Erste was ihr auffiel, war, dass sie das erste Mal seit Wochen Hunger hatte und sich sonderbar leicht fühlte. Das Zweite war, dass es anscheinend schon ziemlich spät war, denn die Sonne schien sehr hell durch die nicht zugezogenen Vorhänge. Kate wollte sich gerade genüsslich räkeln und strecken, da bemerkte sie noch etwas: Sie war nicht alleine in ihrem Bett!
Ihr Kopf ruhte auf einer harten Schulter und ihre Hand lag auf einer schwarz bekleideten Brust. Vorsichtig wanderte ihr Blick nach oben, bis ihr Blick auf zwei schwarze Augen fiel, die sie aufmerksam anschauten. Sie hatte nicht geträumt! Es war wirklich passiert! Die Freude und Liebe durchflutete ihren Körper und ihr Herz fing an, aufgeregt zu klopfen.
Als hätte er an ihren Augen abgelesen, was in ihr vorging, wurde sein Blick liebevoll und weich: „Gut geschlafen, Miss Flemming?“ Ein Lächeln umspielte seine Lippen bei diesen Worten.
„Könnte nicht besser sein, Professor Snape. Und geträumt habe ich…!“
Sie schloss kurz genießerisch die Augen. Er richtete sich auf und stützte sich auf seinen Arm, so dass sie zu ihm aufschauen musste.
„So, was denn? Erzählen Sie mal.“
„Kann ich nicht, nur zeigen.“
Mit diesen geflüsterten Worten fuhr sie mit ihrer Hand sanft in seinen Nacken und zog seinen Kopf zu sich herunter. Sanft legten sich seine Lippen auf die ihren.

Es dauerte noch eine Weile, bis sie soweit waren, etwas zu frühstücken. Severus hatte einen Hauselfen damit beauftragt, das Frühstück in das Wohnzimmer zu bringen. Nur ungern trennte sich Kate von ihm, aber sie wollte vor dem Frühstück schnell duschen. Auch er hatte feuchte Haare, als sie sich auf dem Sofa vor dem Fenster niederließen, um etwas zu essen.
Auch den Rest des Tages verbrachten sie miteinander. Am frühen Abend hatte der Schulleiter alle Lehrer zu einer Konferenz mit anschließendem Essen in die Große Halle geordert. Alle Lehrer hatten diesmal schon früher in Hogwarts zu sein. Vorher wollte er Severus noch unter vier Augen sprechen, da Dumbledore am übernächsten Tag zur Hochzeit von Bill Weasley und Fleur Delacour eingeladen war und er Snape für das kommende Schuljahr einige Anweisungen geben wollte.
Nur ungern verließ er ihre Wohnung und die Zweisamkeit. Vorher versprach er ihr aber, dass er Dumbledore erzählen würde, dass er ihre Heimreise ausgeredet hätte.
„Aber ich bin mir sicher, dass er das schon weiß.“ Er sah Kate weich an. „Er weiß eigentlich immer, was vorgeht.“ Severus lächelte leicht: „Und er weiß auch immer, wenn ein kleiner Schubs gebraucht wird. Und genau das hat er gestern hervorragend inszeniert, nicht?“
Kate lächelte zurück und sagte: „Ich bin ihm dankbar dafür! Wer weiß, wie das ohne seine Einmischung ausgegangen wäre!“
Sein Gesicht verdüsterte sich: „Erinnere mich bei Gelegenheit daran, Dich für Deine Idee über das Knie zu legen!“ Sie wollte gerade entrüstet auffahren, als er anmerkte: „Professor McGonagall ist aber auch nicht ohne. Vorgestern hat sie mich in meinem Arbeitszimmer zu Rede gestellt. Von wegen ich wäre unaufmerksam, und dass man das Glück greifen müsste, wenn es sich einem zeigen würde. Ich wusste nicht so recht, was sie eigentlich von mir wollte. Sie war furchtbar wütend und ich kam mir vor, wie ein Schüler, der etwas angestellt hat.“
Kate versuchte sich vorzustellen, wie Minerva Severus mit ihrem Blick, der den meisten Schülern die Knie weich werden ließ, fixierte und dann ein Gewitter losließ. Sie konnte nicht anders, sie fing an zu Kichern.
„Das ist nicht lustig, ich hatte schon Angst, dass ich Nachsitzen muss!“
Jetzt prustete sie laut heraus und er fixierte sie mit seinem strengsten Blick. Bevor sie sich versehen konnte, hatte er sie schon fest im Griff und knurrte: „Na warte, das wirst Du büßen!“
Sie konnte gerade noch: „Ja, bitte!“ quietschen, da küsste er sie auch schon.

Am Ende kam er eine Viertelstunde zu spät in Dumbledores Büro an. Mit einem milden Lächeln empfing ihn der Schulleiter und Snapes gemurmeltes: „Wurde aufgehalten!“ quittierte er mit einem trockenen: „Das kann passieren!“
Bevor sie zum eigentlichen Inhalt ihrer Besprechung kamen, fragte Dumbledore wie beiläufig: „Miss Flemming hat sie gestern angesprochen?“ Es klang weniger wie eine Frage, als vielmehr wie eine Feststellung.
Snape versuchte, eine gleichgültige Miene aufzusetzen: „Ja, wir haben das Thema ausdiskutiert und sie hat sich entschlossen, in Hogwarts zu bleiben.“
Dumbledore musterte ihn aufmerksam und sagte dann: „So? Das freut mich aufrichtig! Es wäre für uns alle ein großer Verlust gewesen, wenn Miss Flemming nicht mehr hier unterrichten würde. Sie hat Hogwarts einen jugendlichen Schwung gegeben, nicht wahr?“
Snape nickte kurz und fragte dann: „Sie wollten mich aber wegen etwas anderem sprechen, Schulleiter?“
Mit einem leichten Lächeln begann Dumbledore, die Anweisungen für die nächsten Tage mit Snape durchzusprechen. Er sollte die stellvertretenden Schulleiterin McGonagall unterstützen, sie war gesundheitlich noch immer nicht ganz auf der Höhe. Sie würde in wenigen Minuten auch zu der Besprechung kommen. Dumbledore hatte angedeutet, dass sie noch andere Ereignisse planen müssten.
Kurz darauf klopfte es und der Schulleiter rief: „Kommen Sie herein, Minverva.“ Professor McGonagall trat ein und warf einen Blick auf Snape. Sofort verfinsterte sich ihre Miene und sie sah Snape finster an. Der konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen: diese beiden Intriganten!
Dumbledore schaute amüsierte von ihr zu ihm. Steif setzte sich Professor McGonagall auf einen der beiden Sessel, die vor Dumbledores Schreibtisch standen und warf Snape einen weiteren kalten Blick zu. Snape setzte sich ungerührt auf den anderen Sessel und schaute den Schulleiter ruhig an.
Der Schulleiter räusperte sich und hob dann an: „Ich habe Sie heute zu mir gerufen, weil wir uns darüber im Klaren werden müssen, wie es mit uns und Hogwarts und der magischen Welt weitergehen wird.“ Jetzt hatte er ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
„Wir haben alle Horkruxe, bis auf einen. Dann ist da noch die Schlange. Wir können davon ausgehen, dass wir diesen einen Horkrux bald finden werden. Voldemort weiß nun, dass wir den Becher gefunden und zerstört haben. Vielleicht geht er davon aus, dass es ein Zufall war. Wenn es so ist, dann wird er nichts weiter unternehmen. Sollte er aber Verdacht geschöpft haben, dann wird er versuchen herauszufinden, was aus den anderen Horkruxen geworden ist. Und wenn er weiß, wie dicht wir ihm auf den Fersen sind, dann wird er angreifen.“ Er machte eine kleine Pause und stand auf. Er ging mit ein paar Schritten zu dem Fenster, das seinem Schreibtisch am nächsten war und schaute hinaus.
„Er wird das Ministerium unterwerfen, dann ist Hogwarts dran. Er wird uns offen angreifen.“ Er drehte sich zu ihnen um und sagte mit fester Stimme: „Nur wir und diese alten Mauern stehen dann zwischen ihm und der kompletten Vernichtung der Magischen Welt, wie wir sie kennen. Wir dürfen nicht fallen und versagen!“
Es war eine Weile still im Raum, jeder hing seinen Gedanken nach. Dann fuhr Dumbledore mit leiser, konzentrierter Stimme fort: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er kommt. Er fühlt sich auf eine Weise mit Hogwarts verbunden, die ihn dazu zwingt, es persönlich zu unterwerfen. Wir können nun abwarten, bis es soweit kommt. Oder“, seine Stimme wurde lauter: „wir können ein wenig nachhelfen und so zu unseren Regeln spielen.“
Beide sahen ihn aufmerksam an. „Ich wollte Ihre Meinung hören, bevor ich es dem Orden mitteile. Ich habe da einen Plan, den ich gerne in Gang setzten würde.“ Und dann erklärte er seinen waghalsigen, aber genialen Plan.

Kate zog sich in Ruhe um und summte dabei eines ihrer Lieblingslieder. Sie war so übermütig, dass sie beim Aufräumen immer wieder kleine Tanzschritte einlegte. Auf dem Weg in die Große Halle hätte sie am liebsten jede Statue umarmt. Bevor sie die Eingangshalle betrat, holte sie tief Luft. Sie musste sich jetzt dringend zusammenreißen, sonst würde sie sich noch verraten. Sie hatten zwar nicht darüber gesprochen, aber Kate ging davon aus, dass Severus die Neuigkeit nicht gleich an die große Glocke hängen wollte.
Also betrat sie die Große Halle und lief durch die schon aufgestellten Haustische zum erhöhten Teil, auf dem der Lehrertisch stand. Einige Kollegen waren schon da und so begrüßte sie Charity, Septima und Rolande, wie sie inzwischen die Professorin Vektor und Madam Hooch nennen durfte. Charity erzählte von ihrem Urlaub bei Verwandten in Australien, ihre Erlebnisse mit den Kängurus gestaltete sie so lebhaft, dass die vier Frauen bald lachend beieinander standen. Flitwick und Professor Sprout gesellten sich zu ihnen und bald erzählten alle lebhaft von ihren Ferien. Sie hatten sich gesetzt und tranken etwas Wein.

Währenddessen hatte Dumbledore seinen Plan in allen Einzelheiten vor den beiden ausgebreitet. Bisher hatten nur Dumbledore und der Orden des Phoenix noch Wiederstand geleistet. Voldemort fürchtete Dumbledore, bisher war er ihm im direkten Kampf unterlegen gewesen. Deshalb zögerte der Dunkle Lord davor, Hogwarts anzugreifen. Doch je mehr Zeit sie verstreichen ließen, umso mehr Muggel, Zauberer und Hexen würden Voldemort zu Opfer fallen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Voldemort das Ministerium stürzen würde. Selbst dann würde er zögern, Hogwarts anzugreifen, solange Dumbledore einsatzfähig war. Dumbledores Plan sah vor, der magischen Welt seinen Tod vorzutäuschen. Er hatte schon länger darüber nachgedacht, aber er ging sonst direkten Konfrontationen nicht aus dem Weg. Doch nur zu diesen Bedingungen konnten sie Voldemort zu einem Zeitpunkt zum Angriff bringen, den sie bestimmen konnten. Damit konnten sie in Ruhe vorbereiten und zur rechten Zeit bereit sein. McGonagall und Snape waren erst skeptisch ob der Durchführbarkeit gewesen. Doch am Ende hatte er sie überzeugt. Es war die einzige Möglichkeit, denn das Voldemort angreifen würde, war klar. Das Wann war das Problem. Wenn Dumbledores Plan gelingen würde, dann konnten sie bestimmen, wann es ungefähr zu dem großen Kampf kommen würde. Und damit auch die nötige Zeit herausschinden, die sie brauchten, um den letzten Horkrux zu finden.
Sie besprachen noch einige Details und die Vorgehensweise in den nächsten Tagen. Dann standen sie auf, weil sie nach unten in die Große Halle gehen wollten. Professor Snape war noch kurz an das Fenster getreten und schaute hinaus auf die Berge, die Hogwarts umgaben. Er war so im Gedanken versunken, dass er Dumbledores zweimalige Aufforderung, gemeinsam hinunterzugehen, nicht hörte.
„Severus!“ sagte Minerva McGonagall mit ihrer energischsten Stimme.
Snape schreckte auf und sah sie dann an. Dumbledore musterte ihn aufmerksam. „Gibt es noch etwas, was wir besprechen müssen, haben wir etwas übersehen?“ Snape schüttelte den Kopf. Doch er zögerte, loszugehen. Minerva schaute zu Dumbledore. Der schaute unverwandt auf Snape.
Dann öffnete Snape den Mund und sagte langsam: „Hätten Sie beide morgen Nachmittag eine halbe Stunde Zeit für mich? In Anbetracht der Informationen und der gefährlichen Pläne für die Zukunft, hat sich eine Notwendigkeit ergeben.“ Dumbledore sah verwirrt zu Minerva und sie zuckte mit den Schultern.
„Aber natürlich Severus, worum geht es denn?“
„Das werde ich Ihnen Morgen mitteilen!“ sagte Severus Snape knapp und kam dann zur Tür. „Gehen wir.“ Verwundert folgten ihm Professor McGonagall und der Schulleiter.

Als sie die Große Halle betraten, war die Stimmung schon sehr ausgelassen. Alle Lehrer waren inzwischen anwesend und alle waren am Reden und Lachen. Und mittendrin war Miss Flemming. Minerva musste zweimal hinschauen. Kein Vergleich zu dem traurigen Haufen Elend, der vor vier Tagen bei ihr zum Tee gewesen war. Auch Dumbledore war die Veränderung aufgefallen. Er sah Minerva an und lächelte. Sie gingen zu dritt auf den erhöhten Teil der Großen Halle zu.
Severus Augen lagen auf Kate. Er konnte immer noch nicht fassen, dass sie nun zu ihm gehören sollte. Er dachte an die letzte Nacht, in der sie in seinen Arm geschmiegt eingeschlafen war. Sie hatten fast die ganze Nacht auf dem Sofa gesessen und geredet. Und zwischendurch hatten sie geschwiegen, waren einfach froh gewesen, dass es den anderen gab. Nachdem sie eingeschlafen war, hatte er sie in ihr Bett getragen. Als sie dann dort lag, war ihre Hand suchend über das Kissen geglitten und sie hatte „Severus“ gemurmelt. Er hatte es nicht übers Herz gebracht, sie zu verlassen. So hatte er sich zu ihr auf das Bett gelegt und sie hatte sich sofort wieder an ihn gekuschelt und ruhig weiter geschlafen. Er hatte kaum geschlafen. Er hatte Angst, dass sie nicht mehr da sein könnte, wenn er aufwachte.
Jetzt sah sie auf und bemerkte seinen Blick. Ein Leuchten ging über ihr Gesicht und bestärkte ihn in seinem Beschluss.


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Was ging Severus da durch den Kopf? Welche Notwendigkeit hat sich seiner Meinung nach ergeben?
Die Auflösung gibt es im nächsten Kapitel.


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