
von Kate Flemming
Liebe Suschi, liebe Karla,
gut, dass ihr eure Tastaturen jetzt wieder in Ruhe lassen könnt. Wir werden sehen, ob ihr mit euren Vermutungen Recht habt ihm neuen Kapitel! Danke für eure treuen Reviews, manchmal glaube ich, ihr seid die einizigen Leser meiner FF. Aber euer Feedback ist mir sehr wichtig, denn dank euch überarbeite ich die ein oder andere Stelle noch einmal.
Aber jetzt das neue Kapitel: wie sieht Dumbledores Plan aus und können sie ihn umsetzen?
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Es wurde spät an diesem Abend. Sie hatten die neuen Sicherheitsstandards für Hogwarts durchgesprochen. Dumbledore würde die Lehrer nicht alle in den Plan einweihen und heute war auch nicht der richtige Abend dafür.
Den Rest des Abends verbrachten sie bei Unterhaltung und Spaß. Das Gelächter der Lehrerinnen steckte alle an und schon bald wurden überall Anekdoten und amüsante Ereignisse erzählt. Die Lehrer waren ausgelassen wie Schüler.
Kate amüsierte sich gut, allerdings wünschte sie sich, sie hätte näher bei Severus sein können. Auch er hatte an diesem Abend häufiger gelächelt, als er es sonst je getan hatte. Immer, wenn sie in seine Richtung schaute, sah sie, dass sein Blick auf ihr lag. Und jedes Mal wäre sie am liebsten zu ihm hinüber gegangen. Ihm ging es nicht besser. Er hatte schon vor einer halben Stunde angefangen, demonstrativ zu gähnen. Sie hatte es bemerkt.
Als er sich dann erhob und in die Runde sagte, dass er sich jetzt zurückziehen würde, stand sie ebenfalls auf und sagte: „Ich werde Sie begleiten, es ist schon spät.“
Das sie dabei rot wurde, konnte sie mit einem Senken des Kopfes verbergen. Allerdings nicht vor Minerva. Die lächelte und sah Albus an. Der nickte nur leicht.
Kate verabschiedete sich in die Runde und ging hinter Professor Snape her, der schon fast an der Tür war. Er war schon durch die Tür hindurch, bevor sie dort war. Sie stemmte die große Flügeltür einen Spalt weit auf, schlüpfte hindurch und schloss sie dann wieder.
Als sie sich umdrehte, schlossen sich zwei Arme um sie. „Endlich“, war alles, was sie hörte, bevor ein Kuss ihm das Reden unmöglich machte. Er küsste sie so leidenschaftlich, dass ihr gesamter Körper anfing, zu kribbeln. Sie öffnete leicht ihre Lippen. Sanft berührt seine Zunge ihre Lippen. Ohne dass sie es wollte, entfuhr ihr ein leises Stöhnen. In diesem Moment wurde ihm bewusst, wo sie sich befanden. Nur zögernd trennte er sich von ihr und musste sie festhalten, weil sie leicht taumelte.
„Komm“, sagte er leise und nahm ihre Hand. Sie gingen die Treppen nach oben. Kate wunderte sich zwar, folgte ihm aber. Sie stiegen höher und höher, bis Kate klar wurde, dass sie unterwegs zum Astronomie-Turm waren. Erst als sie oben angelangt waren, nahm er sie wieder in den Arm und küsste sie leicht. Sie traten an das Geländer und schauten über die Ländereien von Hogwarts. Es war schon lange dunkel und die Sterne waren zu sehen. Der Mond war noch nicht aufgegangen.
Während sie da standen, fing er an, ihr von Dumbledores Plänen zu erzählen. Ihr stockte einige Male der Atem und als er geendet hatte, stieß sie den Atem aus. „Das ist so verrückt, es könnte tatsächlich klappen.“
Er nickte: „Aber es könnte auch komplett schief gehen.“ Er schaute düster über den Verbotenen Wald. „Ich hätte mir etwas mehr Zeit für uns gewünscht!“ sagte er und sah sie bekümmert an. „Wenn alles läuft, wie Dumbledore es sich denkt, und normalerweise ist es so, dann werde ich sehr beschäftigt sein. Wir werden uns nur wenig sehen. Und es wird sehr gefährlich werden.“
Kate sah ihn liebevoll an: „Ich weiß, aber wir werden immer ein wenig Zeit für uns finden. Und zu wissen, dass ich jederzeit bei Dir sein darf und zu Dir gehöre, dass reicht mir. Es ist mehr, als ich je erwartet habe.“
Er nahm ihre beiden Hände in seine und sah sie ernst an: „Da gibt es etwas, was ich mit dir besprechen möchte. Als Dumbledore uns heute seinen Plan unterbreitet hat und mir alle Konsequenzen, die sich daraus ergeben, bewusst wurden, da wurde mir eines klar.“ Sein Blick glitt über ihr Gesicht. „Ich hätte nie gedacht, dass es jemals wieder eine Frau in meinem Leben geben würde. Und unsere Zeit ist vielleicht knapp bemessen. Nein, unterbreche mich bitte nicht, dass ist mir wirklich wichtig.“
Kate schloss den Mund wieder, den sie zum Protestieren geöffnet hatte. Er fuhr fort: „Du hast eben gesagt, dass Du zu mir gehörst. Ist das wirklich so, gehörst Du zu mir? War das Dein Ernst?“
Sie sah ihn fest an: „Ja, das ist mein Ernst. Zweifelst Du daran?“
Prüfend sah er sie an. „Nein. Ich wollte es nur noch einmal hören.“ Er lächelte etwas angespannt und sagte dann leise: „Wenn das Dein Ernst ist, dann heirate mich!“
Kate brauchte einen kurzen Moment, bis sie begriff, dass sie sich nicht verhört hatte. Er sah sie gespannt und nervös an, bis sie merkte, dass er ja auf eine Antwort von ihr wartete, und was ihr Schweigen für ihn bedeuten musste. „Warum die Eile?“
Er schaute ihr tief in die Augen: „Weil ich ohne Dich nicht leben kann und will, und ich möchte, dass wir beiden wirklich für immer zusammengehören. Auch offiziell. Verheiratet. Wie es sich gehört.“
„Als wenn wir so nicht zusammengehören würden!“ Sie schüttelte leicht den Kopf, dann neckte sie ihn: „Und wann soll das Ereignis stattfinden? An Halloween mit einem orangem Brautkleid?“
Er räusperte sich und schaute etwas befangen auf ihrer beiden Hände: „Nein, morgen Nachmittag in Dumbledores Büro.“
Jetzt war sie das erste Mal sprachlos. Morgen. Nicht irgendwann in der Zukunft. Morgen. Bevor Dumbledore abreiste. Bevor der Plan in die Tat umgesetzt wurde.
„Kate?“ Sie hatte lange geschwiegen. Er sah sie aufmerksam an. „Ich wollte Dich nicht drängen, aber ich wollte, dass alles seine Ordnung hat, bevor… dieser Wahnsinn losgeht.“
„Ja, ich glaube, ich verstehe es jetzt. Auf alles vorbereitet sein. Alles bedenken.“
„Nein, Du verstehst es nicht richtig. Sieh mal, mir ist es egal wann, ich will Dich auf jeden Fall heiraten. Warum dann nicht gleich? Für mich ändert es nichts daran, dass ich sowieso zu Dir gehöre. Aber es ist einfach richtig so, findest Du nicht?“
Es schien ihm wirklich sehr wichtig zu sein. Also lächelte sie ihn an: „Du hast Recht. Es ist einfach richtig.“
Er zog sie in seine Arme. Sie standen eine ganze Weile auf der Plattform und genossen die Zweisamkeit. Dann zog er seinen Zauberstab aus seinem Ärmel und murmelte eine Beschwörung. Leise Musik erklang. Kate sah sich suchend um, konnte aber nicht erkennen, woher die Musik kam. Amüsiert hatte er sie beobachtet.
„Du wirst schon entdecken, wie praktisch es ist, mit einem Zauberer verheiratet zu sein.“ Als sie gerade zu einer Antwort ansetzen wollte, sagte er leidenschaftlich: „Tanz mit mir.“
Es war das Lied, zu dem sie beim Abend unter Sternen getanzt hatten.
‘Just the two of us’
Aber diesmal war es etwas völlig anderes. Sie wussten beide, dass nach diesem Tanz nicht alles zu Ende war. So gaben sie sich der Musik hin und bewegten sich harmonisch zu den zarten Tönen. Als die Melodie verklang, küssten sie sich. Ein weiteres Lied erklang und sie tanzten weiter.
Der nächste Tag begann wie jeder andere auch. Nicht für Kate. Als sie aufwachte, war Severus schon verschwunden. Er hatte wieder die Nacht bei ihr verbracht. Aber er war früh aufgestanden, hatte ihr einen Kuss auf die Wange gegeben und war gegangen. Kate hatte sich zusammengerollt und weitergeschlafen. Als sie endlich aufwachte, war es schon kurz vor der Mittagszeit. Mist, so lange hatte sie nicht schlafen wollen. Dabei war doch heute ein ganz besonderer Tag. Sie würden heute heiraten. Ganz konnte sie noch nicht glauben, was da in den letzten zwei Tagen in ihrem Leben so plötzlich passiert war.
Sie sprang aus dem Bett, duschte, bis sie richtig wach war und stand dann vor ihrem Schrank. Was sollte sie anziehen? Nachmittag, hatte er gesagt. Ob sie nach dem Mittagessen noch Zeit haben würde, sich umzuziehen? Severus hatte ihr gesagt, dass nur Dumbledore, Minerva, sie und er anwesend sein würden. Sie wollten es auch nicht publik machen, damit sie keine Aufmerksamkeit auf sich lenken würden.
Seufzend zog Kate ein einfaches, weißes Sommerkleid aus dem Schrank. Das würde reichen müssen. Eigentlich war es auch egal, was sie anhatte. Langsam wurde sie nervös. Warum eigentlich? Sie liebte ihn, er liebte sie. Ihre Atemzüge normalisierten sich. Sie ließ ihre Haare offen und zog die Schuhe an.
Dann verließ sie die Wohnung und ging Richtung Große Halle. Sie kam gerade rechtzeitig zum Mittagessen. Fast alle Lehrer waren da, nur Professor Sprout hatte sich ein Picknick richten lassen. Sie malte wieder einmal am See.
Kate unterhielt sich mit Flitwick, als Minerva näher kam.
„Sie sehen heute bezaubernd aus, mein Kind. Wie der leibhaftige Sommer.“
Kate sah sie erfreut an. Es bedeutete ihr viel, dass Minerva nachher dabei sein würde. Severus hatte ihr erzählt, dass weder sie noch Dumbledore wussten, was heute geschehen würde. In aller Frühe hatte Severus den Geistlichen informiert, der sie später trauen würde. Er musste kurz nach zwei Uhr hier sein.
Leise plaudernd setzten sich Kate und Minerva an den Tisch. Bald waren alle Lehrer da und sie begannen zu essen. Kate bekam kaum etwas herunter. Immer wieder wanderte ihr Blick verstohlen an das andere Ende des Tisches, an dem sich Severus mit Dumbledore unterhielt und der anscheinend keine Probleme mit Appetitlosigkeit hatte.
Auch sein Blick wanderte immer mal wieder zu ihr. Sie war so schön und so liebreizend. Nur noch eine Stunde und sie waren verheiratet. Seine Frau. Er konnte nicht fassen, wie schnell sein Leben sich verändert hatte. Ohne diese lebhafte junge Frau wäre sein Leben weiterhin grau und einsam gewesen. Der Tag an dem Dumbledore ihn geschickt hatte, um sie zu holen, war im Nachhinein das Beste gewesen, was ihm je passiert war.
Bald war es kurz vor zwei und Snape ging hinaus, um den Geistlichen zu empfangen. Dumbledore und McGonagall würden ihn oben erwarten. Als sie verschwunden waren und die anderen Lehrer sich nach und nach verzogen hatten, trat Kate vor das Portal und hielt Ausschau nach Severus. Da kam er auch schon in Begleitung eines Mannes den Weg vom Tor hinauf.
Der Geistliche begrüßte sie herzlich und dann stiegen sie die fast endlosen Treppen zu Dumbledores Büro hinauf.
Oben klopfte Snape an die Tür und Dumbledores Stimme war zu hören: „Kommen Sie herein, Severus“
Professor Snape öffnete die Tür und sagte: „Ich habe noch jemanden mitgebracht.“
Dann ging er hinein und der Geistliche ließ Kate den Vortritt. Minerva lächelte zufrieden, als sie Kate nach Snape zur Tür hineinkommen sah. Aber ihr Blick, als der Geistliche das Zimmer betrat, der war sehenswert. Auch Dumbledore zeigte kurzfristig Zeichen der Verwirrung. Er kannte den Geistlichen, er würde Bill und Fleur trauen. Dann begriff er und er strahlte Snape und Kate an. Auch Minerva fing an zu strahlen.
Severus trat zu Kate, sah sie an und sagte ernst: „Findest Du nicht, dass die Beiden für ihre Intrigen büßen sollten?“
Kate nickte ebenso ernst: „Ja, dass sollten sie!“
Der Geistliche war sichtlich verwirrt. Intrigen, Buße? War er nicht für eine Hochzeit hier?
Inzwischen hatte sich Snape an Dumbledore und Minerva gewandt und sagte sehr ernst: „Ihnen ist klar, dass Sie nach allem was Sie getan haben, nicht ungeschoren davon kommen!“ McGonagall wollte gerade etwas erwidern, als Snape sie unterbrach und mit erhobener Stimme sagte: „Wenn Sie beiden schon Schicksal spielen, dann werden Sie jetzt gefälligst auch Trauzeugen sein.“
Kate musste lachen, als sie in Minervas Gesicht sah. Das war Snapes Rache für den Vortrag gewesen, den sie ihm gehalten hatte.
Severus sah Kate lächelnd an: „Nicht, dass wir Ihnen nicht dankbar für Ihre Einmischung wären.“ Nun lächelte auch Minerva endlich, während Dumbledore schon eine Weile schmunzelte.
Der Geistliche brachte sich räuspernd wieder in Erinnerung und so konnte die Trauung beginnen. Es war nur eine einfach und schlichte Zeremonie, die ihm sonnendurchfluteten Büro des Schulleiters stattfand.
Kate und Severus standen vor dem Geistlichen, hielten sich an beiden Händen und sahen sich an, während der Geistliche die uralten Worte sprach. Kates ‚Ja‘ war fast nur ein Flüstern, während Severus es mit fester, ruhiger Stimme sprach. Als der Geistliche den Schwur aussprach, der sie ab nun für immer verbinden würde, da hörte Kate ihn kaum. Sie und Severus sahen sich tief in die Augen. Sie überhörten die Aufforderung, dass sie sich jetzt küssen dürften. Erst, nachdem sich der Geistliche laut räusperte, erwachten die Beiden aus ihrer Versunkenheit. Kate wurde sofort rot im Gesicht, Severus fing sich schneller. Er zog Kate sanft in seine Arme und küsste sie zart.
„Ich liebe Dich“ flüsterte er leise.
Sie antwortete ebenso leise: „Und ich liebe Dich!“
Aber Dumbledore und Minerva hatte es gehört. Sie sahen sich gerührt an und dann zwinkert Dumbledore Minerva zu.
„Das habe ich gesehen!“ kam es scharf von Snape.
Dann musste Kate laut und befreit lachen. Die anderen konnten nicht anders, sie fielen ein. Der Geistliche verabschiedete sich bald, denn die nächste Hochzeit würde weit aufwendiger sein, Snape hatte ihn von den letzten Vorbereitungen weggeholt.
Dumbledore hatte etwas Elfensekt und vier Gläser herbei gezaubert und sie stießen auf das junge Paar an. Da noch am gleichen Abend eine weitere Besprechung mit einigen Mitgliedern des Ordens angesetzt war, an dem Severus teilnehmen musste, verabschiedeten sich die beiden bald, um noch ein paar Stunden für sich alleine zu haben.
Sie liefen langsam die Stufen des Turmes hinunter, immer wieder blieben sie stehen, um sich zu küssen.
Als sie weiter hinunterkamen, meinte Kate: „Jetzt müssen wir vorsichtiger sein, Severus. Sonst sehen uns die anderen noch. Und wie willst Du erklären, warum Du mit der Tanzlehrerin herumpoussierst?“
„Ich werde einfach sagen, dass sie selbst dran schuld ist, warum sieht sie auch so bezaubernd aus?“
Schon hatte er sie wieder in seine Arme genommen. Nie hätte sie gedacht, dass er so übermütig und gelöst sein könnte.
Er hatte immer so konzentriert, so emotionslos gewirkt. Nichts hatte ihm eine persönliche Regung entlockt. Er wirkte um Jahre jünger, als ob ihm eine schwere Last von der Schulter genommen worden war.
Sie hob ohne Nachzudenken ihre Hand an seine Wange und strich versonnen mit dem Daumen um seine Lippen.
„Wenn Du so weiter machst, meine Liebe, dann werden die armen Kollegen sicher sehr entsetzt sein, wenn sie uns entdecken.“
Kate schreckte aus ihrer Versunkenheit und ihren Gedanken auf. Sie sah sich entsetzt um, aber sie waren immer noch alleine. Als er sie an der Hand weiterzog, fragte sie ihn: „Wo wollen wir eigentlich hin?“
Sie waren in der Eingangshalle angekommen und Snape sah sich kurz um. Auch hier war niemand. „Wir haben leider keine Zeit für eine Hochzeitsreise. Aber ich dachte, wir könnten wenigstens einen kurzen Ausflug machen.“
„Einen Ausflug? Aber wir können das Gelände doch nicht verlassen!“
Er drehte sich zu ihr um: „Als wenn die Ländereien von Hogwarts nicht groß genug wären! Aber ich warte noch auf…"
In diesem Moment erschien mit einem lauten Knall Winky neben ihm und hatte einen Korb und eine Decke dabei.
„Hier, Winky hat alles eingepackt, wie Professor Snape es wollte. Keiner hat sie gesehen. Professor Snape soll Winky nur rufen, wenn er noch etwas braucht!“ Die kleine Hauselfe sah Snape verängstigt von unten an und warf dann einen schnellen Seitenblick auf Kate. Ein kurzes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Miss Flemming war immer nett, aber bei Professor Snape konnte man nie sagen, welche Laune er hatte.
Als sich Severus bückte, um den Korb entgegenzunehmen, sagte er freundlich: „Vielen Dank Winky. Ich weiß, es war etwas kurzfristig.“
Dann liefen er und Miss Flemming zum Portal hinaus und Winky stand immer noch mit offenem Mund da, als die Flügeltür wieder zufiel.
Severus und Kate nahmen nicht den üblichen Weg zum See, sondern gingen in die andere Richtung, entlang des Steilufers, das oben vom Schloss gekrönt wurde. Dieser Weg war für die Schüler verboten, weil es bei schlechtem Wetter nicht ungefährlich war. Die Lehrer kamen allerdings manchmal hierher, denn es gab es einige stille Buchten, an denen man ungestört die Ruhe genießen konnte.
Sie liefen eine Weile und stiegen dann einen schmalen, steilen Pfad hinab. Der Weg war felsig und es dauerte eine Weile, bis sie unten ankamen. Es gab nur einen winzigen Strand, aber für ihre Decke reichte es gerade. Kate zog ihre Sandalen aus und ging mit den Füßen ins Wasser. Es war eisig. Sie lief am Rand des Wassers entlang und schaute auf den See hinaus. An dieser Seite des Sees war sie vorher nie gewesen. Wieder ging sie ins Wasser, diesmal etwas tiefer. Schaudernd kam sie wieder zurück. Severus hatte inzwischen einen Blick in den Korb geworfen, zwei Gläser, etwa Saft und Wein herausgeholt und in den Schatten eines großen Felsens gestellt, damit sie kühl blieben. Er hatte sich auf die Decke gelegt, auf seine Arme gestützt hatte er sie beobachtet.
Kate kniete sich auf den Rand der Decke und schaute kurz in den Korb. „Schon wieder hungrig, Mrs Snape?“
Sie sah ihn an und sagte langsam: „Nicht so richtig, Mr Snape.“
Er zog eine Augenbraue hoch und setzte sich auf: „Irre ich mich, oder hatten wir das nicht schon geklärt, dass es für Sie Professor Snape heißt?“
Kate sah ihn unschuldig an: „Oh, das hatte ich doch glatt vergessen. Da muss ich wohl mal zum Nachsitzen kommen, oder?“
Er nickte streng. Dann zog er sie zu sich hinüber: „Jetzt würde es gerade gut passen.“
Sie sah ihn aufmerksam an und fragte dann langsam: „Ich frage mich gerade, welche Strafe Ihnen wohl so einfallen würde, wenn ich Sie einfach…“, sie griff mit beiden Händen zärtlich in seine schwarzen Haare und ihr Gesicht war nur noch Zentimeter von seinem entfernt, als sie hauchte: „…Severus nennen würde?“
Er lächelte diabolisch und schon lag sie auf der Decke und sein Mund senkte sich auf den ihren. Ihre Augen schlossen sich und seine Lippen wurden bald fordernder. Sie öffnete ihre Lippen zögernd und seine Zunge strich leicht über ihre Lippen. Ohne dass sie es bewusst tat, berührte ihre Zunge die seine. Es durchfuhr sie wie eine Welle. Er ließ ihr Zeit, forderte nichts von ihr und so ließ sie sich von ihren Gefühlen treiben. Als er an einen Punkt kam, an dem er sich beinahe nicht mehr beherrschen konnte, zog er sich sanft zurück. Zärtlich strich er über ihre geröteten Wangen und sah sie an. Nur langsam öffneten sich ihre Augen. Auch dann war ihr Blick immer noch verschleiert von den eben erlebten Gefühlen.
Er war verwundert, wie zurückhaltend sie war. Sie war eine moderne, junge Frau. Sicher hatte sie schon einige Freunde vor ihm gehabt, wobei er nicht gerne darüber nachdachte. Vielleicht hatte sie schlechte Erfahrungen gemacht. Er schwor sich, ihr auch in Zukunft alle Zeit zu geben, die sie brauchte. Er hatte sie ja für den Rest seines Lebens. An diesem Punkt angekommen, ging ein glückliches Lächeln über sein Gesicht.
„Professor Snape, Ihnen sollten diese Strafen aber keinen Spaß machen!“
„Lassen Sie sich gesagt sein, diese Strafen setze ich nur bei unverbesserlichen Wiederholungstätern ein. Ich befürchte allerdings, dass Sie mein gesamte Repertoire an Strafen erleiden müssen, wenn Sie so weiter machen.“
Sie lachte und küsste ihn dann zart auf die Wange. „Lass uns mal schauen, was so in dem Korb ist.“
Sie aßen von den leckeren Sachen, die Winky ihnen eingepackt hatte. Es gab Kuchen und Obstsalat, Sandwiches und sogar eine Thermoskanne mit Kaffee, weil Winky wusste, wie gerne sie ihn trank. Kate war wirklich etwas hungrig, weil sie am Mittag nicht viel herunterbekommen hatte.
Später lagen sie auf der Decke, sie lag mit dem Kopf auf seiner Schulter und erzählte von den Urlauben mit ihren Eltern und ihrer Zeit als Studentin. Er hörte ihr gerne zu, sie konnte gut erzählen, und er freute sich, mehr über sie zu erfahren. Als sich die Sonne hinter die Steilküste verzog, wurde es frisch in der Bucht. Langsam packten sie den Korb und die Decke zusammen, weil Severus zum Treffen des Ordens musste. Ohne Hast stiegen sie wieder nach oben. Dort genossen sie einen Moment die Aussicht, dann machten sie sich auf den Weg zum Schloss.
Bevor sie vom Schloss aus zu sehen war, hielt er sie an und als sie sich zu ihm herumdrehte, nahm er sie in den Arm und sagte: „Wenn wir durch ein Wunder doch alles unbeschadet überstehen, dann verspreche ich Dir, dass wir eine richtige Hochzeitsreise machen werden. Dann wirst Du mir diese Orte zeigen, von denen Du mir erzählt hast.“ Er sah sie bedauernd an.
Sie küsste ihn sanft und sagte dann: „Severus, es war perfekt. Solange wir zusammen sein können ist es mir egal, wo wir sind. Schon alleine, dass Du Dir das hier hast einfallen lassen, bedeutet mir so viel.“ Er küsste sie und dann gingen sie zum Schloss zurück.
Während Severus bei der Besprechung war, ging Kate in den Tanzraum. Sie hatte sich in den letzten Tagen zu wenig bewegt und ihre überschäumende Lebensfreude brauchte ein Ventil. Außerdem ging ihr so viel durch den Kopf, das Training half ihr oft, wieder Ordnung in alles zu bringen.
Sie wärmte sich auf und legte dann Musik ein. Sie trainierte eine Stunde klassisches Ballett. Doch danach war ihr klar, dass sie sich nicht weiter auf die festen Strukturen einlassen wollte und wechselte die Musik. Nach einer halben Stunde war ihr Kopf frei von allem, und das Einzige, was sie ihn sich spürte, war die Liebe für Severus.
So tanzte sie mit einem Leuchten im Gesicht, als Severus an der Tür stand. Dumbledore hatte ihn nach zwei Stunden bei den anderen damit entschuldigt, dass er ihm einen Auftrag gegeben hätte. Snape schlüpfte aus dem Büro und eilte die Stufen hinab. Ihm war klar, wo er sie finden konnte, schon bevor er die Musik durch die leeren Korridore hallen hörte. Da brauchte jemand Bewegung. Und heute würde er nicht nur verstohlen schauen dürfen. Er öffnete die Tür und trat von ihr unbemerkt ein. Er hatte sie schon in vielen Situationen tanzen sehen, häufiger, als sie es mitbekommen hatte. Aber heute war sie ausgelassen und die Lebensfreude konnte man an jedem Schritt ablesen. Ihre Füße schienen kaum den Boden zu berühren und sie sang ausgelassen mit. Er kannte das Lied nicht, aber sie sang etwas von ‚Walking on sunshine‘. Er lächelte. Hätte er sich es je träumen lassen, dass er sie eines Tages anschauen durfte und sie seine Frau sein würde? Er schüttelte den Kopf. Nein, nie.
Sie hatte ihn bemerkt, als das Lied zu Ende war. Sie lächelte erfreut auf, als ihr Blick auf ihn fiel. Er kam zu ihr in die Mitte des Saales.
„Da bist Du ja schon. Das ging aber schnell.“
„Dumbledore hat mich entschuldigt, er sagte, ich müsse noch einen Auftrag für ihn ausführen.“
„Erinnere mich daran, dass ich mich bei Gelegenheit bei ihm dafür bedanke. Was machen wir jetzt?“
Er sah sich um und dann zog ein vorwitziges Lächeln über sein Gesicht. „Erinnerst Du Dich noch an den Tango, den Du mit Longbottom vorgetanzt hast?“ Er sah sie jetzt ernst an.
„Ja, beim Silvesterball. Natürlich erinnere ich mich. Wieso, was war damit?“ Kate sah ihn fragend an.
Er sah sie von oben herab an und meinte dann: „Ich weiß nicht so recht, ich fand ihn nicht so stimmig.“
Kates Augen blitzten übermütig auf, und sie sagte betont gleichmütig: „Also, ich weiß nicht, ich fand ihn perfekt. Neville und ich haben ihn lange eingeübt und die Schritte einstudiert.“
Sein Blick wurde eindringlich: „Ich hätte da ein paar Änderungsvorschläge.“
Sie sah ihn gespielt skeptisch an: „Wissen Sie, Professor Snape, die Schritte des Tango müssen exakt eingeübt sein, damit sie ihre Wirkung entfalten. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie da mitreden können!“
Er war so nah an sie herangetreten, dass er sie fast berührte und raunte leise: „Und ich dachte, Tango hätte nur etwas mit Leidenschaft zu tun.“
Bei dieser Bemerkung fiel Kate das Atmen schon schwer. Er schwenkte lässig seinen Zauberstab und die ersten Takte des Tangos erklangen. „Lassen Sie mich Ihnen zeigen, was ich meine!“
Was dann folgte, war der leidenschaftlichste Tanz, den Kate je getanzt hatte. Severus bewegte sich mit einer Geschmeidigkeit, die sein völlig unbeteiligtes Gesicht Lügen strafte. Er beherrschte den Tango perfekt. Sie konnte sich seiner Führung überlassen und schon bald tanzte sie nicht mehr, sondern fühlte nur noch. Er hatte Recht, Tango hatte alles mit Leidenschaft zu tun. Und Kate spürte die Leidenschaft, die von ihm ausging. Völlig überwältigt lag sie am Ende des Liedes in seinen Armen und er küsste sie mit ebenso viel Leidenschaft, wie er getanzt hatte.
Sie standen noch eine Weile eng umschlungen auf der Tanzfläche. Dann nahm er ihre Hand und sagte: „Lass uns nach Hause gehen.“
Die Spannung ließ nicht nach, bis sie im schmalen Durchgang vor ihrer Wohnungstür angekommen waren.
Bevor Kate ihre Hand auf die Tür legen konnte, hielt er sie zurück: „Moment, Du weißt doch, was jetzt kommt!“ Sie sah ihn verwirrt an und schüttelte den Kopf. „Man könnte gerade meinen, dass Du das erste Mal heiratest.“ Er schüttelte gespielt entrüstet den Kopf, „jetzt kommt der Part, in dem der Mann seine Braut über die Schwelle trägt, damit die Arme es sich nicht mehr anders überlegen kann.“
Sie kicherte und meinte: „Jetzt wäre es sowieso zu spät, oder? Wir sind doch längst verheiratet.“
Er war näher getreten und hatte sie schon auf den Armen, bevor er antwortete: „Wer redet denn von der Hochzeit, ich meine die Hochzeitsnacht!“
Es war erstaunlich, wie schnell sie rot wurde. „Oooh, das meinst Du!“
Sie barg ihr Gesicht verlegen an seiner Schulter, bis sie bemerkte, dass er leise lachte. Sie flüsterte heiser: „Das wirst Du mir büßen.“
Er nickte ergeben und sagte laut: „Das hatte ich nicht anders erwartet.“
Einige Stunden später lag Kate in seinen Armen und genoss es, einfach bei ihm sein zu können. Sie strich immer wieder über seinen Brustkorb und richtete sich dann halb auf, weil sie ihn küssen wollte. Unter ihren Fingern spürte sie die Narben, die er von der Gefangenschaft von den Todessern zurückbehalten hatte. Mit aller Macht kam ihr zu Bewusstsein, wie knapp er davongekommen war und wie viel Angst sie um ihn gehabt hatte.
Er spürte ihren Gefühlsumschwung und öffnete langsam die Augen. Ihre Augen waren auf die Narben gerichtet, die man im Licht des Mondes kaum erkennen konnte und er konnte sehen, das Tränen in ihnen glitzerten.
„Hey, alles in Ordnung?“
Sie fuhr aus ihren düsteren Gedanken auf und richtete ihre Augen auf sein Gesicht. Einen Moment brauchte sie noch, bis sie antworten konnte: „Ja.“
Er sah sie besorgt an: „Was ist los, habe ich dir wehgetan?“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich musste nur gerade an die Zeit nach Deiner Gefangenschaft bei den Todessern denken, als keiner wusste, ob Du überleben würdest.“ Sie stockte und er strich ihr zart über die Haare. Sie legte den Kopf auf seine Brust. Doch bald fuhr sie fort: „Es war nur so, ich habe mich so hilflos gefühlt. Es gab nichts, was ich hätte tun können.“
Er strich mit seiner Hand weiter über ihre Haar und legte sie dann an ihre Wange: „Und ich hatte das Gefühl, dass Du sehr viel getan hast. Wärest Du nicht gewesen, dann hätte ich mich in diesem Kerker nicht mehr aufgerafft. Ich hatte aufgegeben.“
„Dann hast Du diese Verbindung auch gespürt?“
Sein Gesicht verdüsterte sich. „Ich habe etwas gespürt. Aber ich dachte, Du wärest tot.“
Er schwieg und sie hob den Kopf wieder und sah ihn an. „Aber es war doch kein Todesfluch, dass hast Du doch noch gesehen, oder?“
Er schnaubte leise: „Der Cruciatus-Fluch ist für Muggel oft tödlich. Und Dich haben gleich zwei getroffen. Ich war überzeugt davon, dass Du das nicht überlebt hast. Und ich war schuld daran!“ Er schwieg verbittert.
Sie richtete sich auf und sah ihn fragend an: „Wie kommst Du denn darauf?“
Er drehte den Kopf beiseite, konnte sie nicht ansehen. „Du hast mir vertraut. Ich sollte Dein Leben beschützen. Das habe ich ja offensichtlich nicht geschafft!“
„Und Du hast uns doch gerettet. Wir leben doch noch, oder?“
Er zuckte leicht mit den Schultern. Kate legte ihre Hand auf seine Wange und zwang ihn, sie anzusehen. „Severus Snape, ich würde Dir auch weiterhin jederzeit mein Leben anvertrauen. Ich stand die ganze Zeit bei Dir und Du hast mutig und geschickt gekämpft. Also hör auf zu spinnen!“
Seine Augen weiteten sich und dann sah sie einen Funken in ihnen aufleuchten. „Wie reden Sie denn mit mir, Miss Flemming?“
Sie ließ ihren Blick über seinen Oberkörper hinunter bis zu der Stelle wandern, die unter der Decke verborgen war. Dann glitt ihr Blick langsam über seinen Körper wieder nach oben. „Wissen Sie, Professor Snape“, sie zog das ‚Professor‘ mit tiefer Stimme in die Länge „Ihr Aufzug verleitet nicht gerade dazu, Respekt zu haben. In Wahrheit fällt es mir eher schwer, Sie nicht zu belästigen.“
Um seinen Mund erschien ein sardonisches Lächeln. „So“, sagte er „Sie haben also keinen Respekt vor mir? Das ist eine sehr ungesunde Einstellung, Miss Flemming.“ Mit einem Schwung setzte er sich auf, packte sie und zog sie auf seinen Schoß â€žIn Anbetracht Ihrer jetzigen Lage wäre ich mit Aussagen zum Thema belästigen eher vorsichtig!“ Mit einer Hand hielt er sie fest, die andere strich über ihren Körper. Sie versuchte halbherzig, seine Hand aufzuhalten, aber sie war nicht so recht bei der Sache.
Am nächsten Morgen wachte Kate auf und diesmal kamen die Erinnerungen an die vergangene Nacht schnell. Sie lag an ihn geschmiegt und seine warme, nackte Haut fühle sich unter ihren Wangen schon seltsam vertraut an. Langsam fuhr ihre Hand über seine Brust. Sie genoss seine warme Haut unter ihren Fingern. Wie oft hatte sie sich danach gesehnt, ihn berühren zu dürfen, und wie sicher war sie sich gewesen, dass dies niemals der Fall sein würde. Sie richtete sich leicht auf, um ihm besser sehen zu können.
Er schlief noch. Seine tiefen Atemzüge bewegten seinen Brustkorb. Seine schwarzen Haare waren verwirrt und lagen teilweise über seinem Gesicht. Vorsichtig strich sie die Strähnen zur Seite. Dann strich sie mit den Fingern sachte über seine Stirn, auf der kein Stirnrunzeln zu sehe war. Wenn er schlief, sah er viel jünger aus. Sein oft finsterer Gesichtsausdruck ließ ihn allerdings auch älter aussehen, als er wirklich war. Wenn es stimmte, was sie gehört hatte, dann war er nur neun Jahre älter als sie. Sie küsste ihn zart auf die Schulter. Ihn einfach nur anschauen zu können, erfüllte ihr Herz mit Freude. Wie sehr sie ihn liebte!
„Wenn Du mich weiter so anschaust, bekommst Du kein Frühstück, denn dafür wirst Du dann keine Zeit haben.“
Sie zuckte zusammen vor Schreck, denn er hatte die Worte leise gesagt, ohne die Augen zu öffnen. Sie zog ihn leicht an einer Strähne seiner Haare.
„Du Scheusal, wie lange bist Du schon wacht?“ Kate tat entrüstet.
„Noch nicht so lange, schließlich hast Du mich ja die ganze Nacht nicht schlafen lassen.“ Er gähnte und streckte sich dann. Kate betrachtete interessiert das Spiel seiner Muskeln unter seiner Haut. „Ich weiß nicht“, fuhr er fort, „ob Du nicht zu anstrengend für mich bist.“
Sie fuhr auf: „Ach ja, und wer hat mich im Morgengrauen noch mal geweckt, nur um zu sehen, ob da wirklich ein Muttermal an meinem Bauch ist?“
Er grinste träge: „Ich wollte nur sicher sein. Man sollte doch alle unveränderlichen Kennzeichen seiner Frau genau kennen, oder?“
„Du hast aber nicht nur geschaut!“ stellte Kate entrüstet fest.
Er sah sie unschuldig an: „Wo Du dann schon mal wach warst…“
Sie lachte. „Du bist unmöglich“, sie küsst ihn leicht auf die Wange „und ich liebe Dich!“
Sein Blick wurde zärtlich. Er küsse sie zart und sagte: „Ich liebe Dich auch, und ich danke Dir für diese zauberhafte Nacht.“
Irgendwann standen sie dann doch auf, frühstückten im Wohnzimmer, nachdem Winky ihnen das bestellte Frühstück in die Küche gestellte hatte. Nur widerwillig machte Snape sich danach auf den Weg.
Am späten Vormittag reiste Dumbledore ab. Er wurde an diesem oder den nächsten Tag zurückerwartet. Severus war im Schloss unterwegs, um mit den anderen Lehrern die neuen Sicherheitsvorkehrungen zu errichten. Die Beschwörungen, die das Schloss schützten wurden verstärkt und noch erweitert. Alle bekannten Geheimgänge wurden entweder versiegelt, oder mit Flüchen und Zaubersprüchen gesichert. Alle Bewohner des Schlosses, wie die Hauselfen und die Geister, einige Guhle, dann die Bewohner des Verbotenen Waldes wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.
Die Schutzzauber, die das Gelände vor Eindringlingen abschirmten, wurden nochmals erneuert und noch verstärkt. Auch die Bedingungen, unter denen sich das Tor öffnete, wurden verstärkt. Auf die Türme wurden ständige Wachen beordert, hauptsächlich bestehend aus den steinernen Wasserspeiern. Die ebenfalls steinernen Statuen im Schloss verließen ihre Plätze und wurden in der Nähe aller Eingänge versetzt. Die Lehrer waren den ganzen Tag beschäftigt, die gemeinsam ausgearbeiteten Pläne umzusetzen.
Kate bereitete den Unterricht vor, teilweise mit Professor Burbage, teilweise ohne. Das erste und zweite Schuljahr würde sie nun komplett alleine unterrichten, die anderen unterrichteten sie gemeinsam.
Am Nachmittag traf sie Minerva McGonagall in ihrem Klassenraum, um mit ihr die Belegung des Raumes abzustimmen. Minerva stand an ihrem Schreibtisch und sortierte Papiere, als Kate eintrat. Sie schaute auf und freute sich, als sie die junge Frau sah. Ihr ganzes Auftreten war wieder voller Elan und ihre Augen strahlten. Sie war zwar immer noch etwas zu mager, aber Minerva war sich sicher, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sich auch das wieder normalisiert haben würde. McGonagall trat um den Schreibtisch herum und nahm die Hand von Kate in ihre Hände.
Dann sah sie ihr prüfend in die Augen und sagte: „Wie geht es Ihnen, mein Kind?“ Kate sah sie erstaunt an und antwortete: „Mir geht es hervorragend, danke!“
So ganz überzeugt war McGonagall wohl nicht: „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Aber da Sie keine näheren Verwandten mehr haben, habe ich das Gefühl, ein Auge auf Sie haben zu müssen. Und als ich bemerkte, dass Sie Professor Snape eine gewissen Zuneigung entgegenbrachten, da war ich etwas besorgt um Sie.“ Sie schaute auf ihre Hände herunter, und weil Kate nicht antwortete, fuhr Minerva fort: „Sehen Sie, ich kenne Severus seit vielen Jahren und er ist immer für sich geblieben. Ich hatte Angst, dass Sie enttäuscht würden. Ich hatte nie den Eindruck, als würde Professor Snape persönliche Gefühle gegenüber einer Person wollen, noch zulassen.“ Dann sah sie Kate wieder an: „Es freut mich sehr, dass ich mich geirrt habe. Er scheint Sie aufrichtig zu lieben und ich freue mich für ihn genauso sehr, wie für Sie. Er schien mir nie ein glücklicher Mensch zu sein.“
Kate lächelte: „Danke für die offenen Worte, Minerva. Wenn ich ehrlich sein darf, dann hatte ich einige Male auch meine Zweifel. Er war so unnahbar und abweisend. Aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass hinter dieser abweisenden Fassade ein liebevoller Mann steckt. Ich bin sehr glücklich.
Minerva lächelt: „Das sieht man Ihnen auch an, mein Kind! Albus hat mir erzählt, dass Sie die Neuigkeit erst einmal nicht verbreiten wollen?“
Kate schüttelte den Kopf: „Severus befürchtet, das die Tatsache, dass ein abtrünniger Todesser mich geheiratet hat, Voldemort noch viel entschlossener machen würde.“ Kate schaute etwas unglücklich: „Als ob er sich davon beeinflussen ließe. Ich stehe sowieso ganz oben auf seiner Abschussliste!“ Minerva beruhigte sie: „Hier in Hogwarts sind Sie sicher, machen Sie sich keine Sorgen. Und wenn Hogwarts fallen würde, dann wäre es für uns alle das Ende.“
Die beiden Frauen schwiegen eine Weile.
Dann holte Kate tief Luft. „Planen wir das kommende Schuljahr? Dann habe ich das Gefühl, als würde alles seinen gewohnten Gang gehen. So normal, wie ein Schuljahr an einer Schule für Zauberei und Hexerei sein kann.“
Ihr angeborener Optimismus setzte sich durch und sie musste lachen. Minerva fiel in ihr Lachen ein und konnte erst wieder sprechen, als sie sich beruhigt hatte. „Eines möchte ich Ihnen noch sagen: seit Sie auf dieser Schule sind, ist bei uns wieder ein frischer Wind eingekehrt und wir sind alle sehr froh, dass Sie hier sind. Mit der Zeit waren wir Lehrer wohl schon ein wenig eingestaubt. Ich freue mich, dass wir auch das nächste Schuljahr zusammen verbringen können. Vor uns allen liegen schwere Zeiten, und falls Albus‘ Plan aufgeht, dann werden es auch sehr gefährliche Zeiten. Ein bisschen Ablenkung tut uns allen gut und wir vergessenen auch nicht, dass wir junge, fröhliche Menschen unterrichten.“
Kate war bei diesen Worten sehr verlegen geworden. „Ach, Sie übertreiben meinen Einfluss auf den Schulalltag. Hogwarts ist eine großartige Schule mit ebenso großartigen Lehrern. Ich bin froh, hier im Exil sein zu dürfen.“ Ihre Wangen wurden rot, als sie noch anfügte: „Abgesehen davon, dass ich hier die Liebe meines Lebens gefunden habe.“
Severus war auf der Suche nach Kate und hatte gerade die Tür des Klassenzimmers geöffnet, als er ihre die letzten Worte hörte. Er trat leise näher und schlang seine Arme um sie. „Wer ist der Kerl? Ich werde ihn in eine Kröte verwandeln!“
Kate musste lachen: „Severus!“
„Ich habe Dich schon überall gesucht. Ich werde Dir wieder eine Spur auferlegen müssen, denn Hogwarts ist entschieden zu groß.“ Er küsste sie zart auf die Schläfe und schaute Minerva fast entschuldigend an.
Diese hatte sich von ihrem ersten Schreck erholt und strahlte übers ganze Gesicht. So kannte sie Severus Snape nicht, und sie fand, er war so zwar sehr ungewohnt, aber um einiges sympathischer. Wie liebevoll er mit Kate umging! Wer hätte das von ihm erwartet?
Kate drehte sich halb um und legte ihren Kopf an seine Brust.
Sie sah hoch in sein Gesicht und sagte: „Wir haben uns gerade über das neue Schuljahr unterhalten.“
Professor McGonagall sah Snape an und meinte: „Und ich habe gesagt, wie gut es uns allen getan hat, dass sie hier bei uns ist. Wie viel sie in dem Jahr bewirkt hat.“ Severus nickte: „Ich war am Anfang nicht begeistert. Ich fand, es lenkt die Schüler zu sehr vom Unterricht ab. Aber am Ende waren sie konzentrierter, weil sie überschüssige Energie durch das Tanzen und die Feste abreagiert haben.“ Minerva bestätigte: „Und ich bin der Meinung, dass die Häuser sich näher gekommen sind. Das ist in diesen Zeiten sehr wichtig.“
„Wenn Ihr damit fertig seid, mich verlegen zu machen, dann können wir vielleicht über etwas anderes reden!“ Kate hatte wieder rote Wangen bekommen.
„Dabei steht Dir Rot so gut!“
Minerva hatte viel Vergnügen an dem neuen Snape. Er wirkte um Jahre jünger. Kate wollte gerade etwas erwidern, als ein Patronus in den Raum fegte und die Stimme von Kingsley Shacklebolt ertönte: „Das Ministerium ist gefallen, Scrimgeour ist tot. Die Todesser sind auf dem Weg zum Fuchsbau. Schützt Hogwarts!“
Dann war der Patronus auch schon verschwunden.
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Zur Info: ab diesem Kapitel gibt es auch eine leicht veränderte Version ab 18 Jahren. Wer Intersse daran hat (der Verlauf der Geschichte ist gleich), kann sich per Email bei mir melden und dann sende ich Euch das Kapitel gerne zu!
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