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Fanfiction

Eine zweite Chance - Schulstart mit Hindernissen

von Kate Flemming

Wieder einmal danke ich meine beiden fleißigsten Review-Schreiberinnen Karla und Suschi. Damit die armen Tastaturen auch in Zukunft ihre Ruhe haben, hier das zwanzigste Kapitel.

*********************************

Snape und Minerva sahen sich alarmiert an und er sagte nur: „Dumbledore!“ Minerva sah höchst besorgt aus: „Wir müssen ihn schützen!“
Severus küsste Kate kurz auf die Wange und ließ sie dann los. Noch im Umdrehen sagte er: „Ich sehe nach ihm und Sie sichern Hogwarts! Ich schicke Euch meinen Patronus. Es ist jetzt ein Jaguar!“
Mit diesen Worten war er schon zur Tür hinaus. Kate sah im ängstlich nach. Minerva eilte ebenfalls zur Tür.
„Wir treffen uns in der Großen Halle, sagen Sie allen Bescheid, die Sie treffen. Aber ich werden meinen Patronus noch durch alle Räume senden.“
Damit war auch sie verschwunden. Kate erwachte aus ihrer Erstarrung. Das Ministerium war gefallen! Und alle Gäste auf dieser Hochzeit waren in höchster Gefahr! Sie dachte an das arme Brautpaar und hatte Mitleid mit ihnen. Was für ein entsetzliches Ende einer Hochzeitsfeier.
Und sie hatte furchtbare Angst um Severus. Die Todesser würden ihn mit aller Härte angehen, wenn sie ihn sahen. Sicher war Voldemort über seine Flucht sehr wütend gewesen und wenn nun einer der Todesser den Tod des Verräters verbuchen könnte, wäre der Dunkle Lord mehr als nur zufrieden.
Kate riss sich aus den düsteren Gedanken und stürmte aus dem Raum. Sie suchte auf der Etage nach weiteren Lehrern, fand aber nur Professor Trelawney, die schwankend den Gang entlang geschlichen kam. Kate nahm sie am Arm und erklärte ihr im Laufen, was geschehen war. Sie gab sich nicht der Hoffnung hin, dass die Lehrerin für Wahrsagen auch nur etwas von dem wirklich verstand, was sie ihr erzählte. Aber so hatte sie wenigstens das Gefühl, etwas helfen zu können. Als sie in der Großen Halle ankamen, war Minervas Patronus schon zweimal an ihnen vorbeigekommen. Ein Teil der Lehrer war schon angekommen, die anderen trafen bald darauf ein.
Minerva sorgte für Ruhe und sah ernst in die Runde: „Das Ministerium ist gefallen. Die Todesser überfallen in diesen Minuten den Fuchsbau. Wir müssen uns auf die Verteidigung des Schlosses einrichten. Severus versucht, Professor Dumbledore beizustehen. Vier von uns sollten an das Tor gehen, um es zu verteidigen oder Flüchtlinge einzulassen. Ich bleibe hier, um zentral Nachrichten entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Hagrid, Sie, Professor Flitwick, Professor Sprout und Sie Horace gehen an das Tor. Sinistra und Aurora, gehen Sie bitte auf den Astronomie-Turm und sagten Sie uns Bescheid, wenn Sie etwas sehen oder hören. Die Wasserspeier sind wahrscheinlich noch nicht alle oben. Der Rest patrolliert bitte vor dem Portal.“
Alle Angesprochenen eilten geschäftig davon und bald waren Minerva und Kate alleine in der Großen Halle. Sie hatten Sybill Trelawney in ihre Räume geschickte, sie sollte feststellen, was die Karten über den Ausgang des Kampfes sagten. Es war die einzige Möglichkeit, die völlig unfähige Frau loszuwerden.
Professor McGonagall stand ruhig am Fenster und wartete. Mehr konnten sie im Moment nicht tun. Kate war nervös. Sie fühlte sich so nutzlos.
Minerva lächelte ihr aufmunternd zu: „Machen Sie sich nicht so viel Sorgen. Albus ist der größte Zauberer unserer Zeit und Severus ist ebenfalls sehr erfahren. Sie werden vorsichtig sein!“
Kate nickte abwesend.
Die Minuten vergingen, dann war eine Stunde vergangen, seitdem sie die Nachricht erhalten hatten. Kate war ebenfalls an das Fenster getreten. Was für ein herrlicher Sommertag dort draußen war. Man konnte kaum glauben, dass gerade jetzt an einer anderen Stelle ein Kampf tobte, es Verletzte oder auch Tote gab. Und das dieser Kampf in nur einigen Augenblicken auch vor den Toren dieses friedlichen Schlosses ausbrechen konnte.
Und als Kate schon dachte, die Spannung nicht mehr aushalten zu können, erschien auf einmal Severus Patronus.
Der Jaguar sprang durch das Fenster, ohne es zu zerstören und landete geschmeidig vor Minerva: „Todesser in die Flucht geschlagen, Verletzte unter den Gästen. Treffe in wenigen Minuten mit Dumbledore ein, er ist verletzt. Apparieren direkt auf dem Astronomie-Turm.“
Kate war erleichtert, Severus war nichts passiert.
„Aber man kann doch in Hogwarts nicht apparieren!“ fiel ihr ein.
Minerva eilte bereits an die Tür und Kate folgte ihr. „Das gilt nicht für Albus!“
Sie fegten die Treppen hinauf und Minerva hatte Madam Pomfrey verständigt. Sie waren gerade oben angelangt, als Snape und Dumbledore erschienen. Der Schulleiter hielt sich kaum noch auf den Beinen und Snape stützte ihn, so gut er konnte. Die Augen des alten Mannes waren geschlossen und das Gesicht schmerzverzerrt.
Madam Pomfrey erreichte gerade die Plattform und eilte herbei. Sie sah Snape fragend an und er berichtete: „Ihn trafen zwei Flüche, als er sich vor das Brautpaar stellte. Sein Schildzauber war nicht schnell genug und so wurden die Flüche nur abgelenkt. Als er fiel, traf ihn ein Schockzauber. Danach konnten wir ihn unter einen Schildzauber nehmen. Aber er hat sich beim Sturz wohl den Kopf an einem Tisch angeschlagen.“
Daher wohl auch das Blut an seinem Kopf. Poppy untersuchte ihn schnell und dann brachten sie ihn mit einem Schwebezauber nach unten. Professor Sinistra ging mit Madam Pomfrey.
Severus berichtete weiter: „Die Todesser hatten den Angriff nicht koordiniert. Es war wohl eine spontane Entscheidung. Sie wussten nicht einmal, dass Professor Dumbledore dort war. Die meisten Gäste sind disappariert und in Sicherheit. Der Fuchsbau ist in Flammen aufgegangen. Es gab ein paar Verletzte, aber zum Glück nichts Ernstes. Aber Familie Weasley ist jetzt ohne Schutz und Heim. Sie werden für eine Weile in das Hauptquartier des Ordens übersiedeln.“
Er schwieg kurz und gab dann Minerva ein Zeichen. Sie traten beiseite und er sagte leise zu ihr: „Wir haben allerdings ein großes Problem: die meisten der Anwesend dachten, es hätte Professor Dumbledore erwischt. Potter, Ron Weasley und Granger sind abgehauen. Sie sind disappariert und keiner weiß, wohin sie sind. Sie irren dort draußen umher und wissen nicht, dass Dumbledore lebt.“
Minerva sah ihn ernst an. „Wir könnten alle in dem Glauben lassen, damit würde sein Plan nur etwas früher in Gang kommen, nicht wahr?“
Snape nickte bedächtig: „Wir sollten allerdings warten, bis er sich dazu äußern kann. Aber vorerst würde ich auch Stillschweigen über seinen Zustand verhängen.“
Minerva straffte die Schultern und sagte: „So machen wir es. Und Morgen können wir dann immer noch entscheiden, wie es weitergeht.“
Snape und McGonagall eilten in den Krankenflügel, um von dort alle weiteren Schritte zu koordinieren. Severus hatte Kate nur kurz zugenickt, und ihr war klar, wie viele andere Lehrer anwesend waren. Da es absolut nichts gab, was sie tun konnte, lief sie die Treppen des Turmes hinunter und ging in den Tanzsaal.
Sie setzte sich an einen der Schülerpulte und notierte sich Ideen für das kommende Schuljahr. Sie machte Musik an, weil sie die gewohnten Melodien beruhigten. Nach einer Stunde hatte sie das bestehende Konzept ausgearbeitet und zog sich die Tanzschuhe an. Es war nicht viel Platz, weil Minerva die Pulte nicht zur Seite gezaubert hatte. Aber das machte nichts, es war für sie alleine immer noch genug. Sie machte Dehnübungen und wärmte sich dann gründlich auf. Dann arbeitete sie eine ganze Weile an einer schwierigen Passage. Als sie wieder auf die Uhr schaute, sah sie, dass es Zeit für das Abendessen war. Schnell räumte sie ihre Aufzeichnungen fort und machte sich auf den Weg in die Große Halle.
Es saßen nur wenige Lehrer am Tisch, als Kate näherkam. Sie würden sich abwechseln, damit das Schloss weiterhin bewacht wurde. Severus und Minerva fehlten noch. Sie begannen zu essen und es war sehr still am Tisch. Bald verabschiedeten sich die Ersten und lösten die Wachen ab. Kate verließ die Große Halle und ging in ihre Wohnung.
Dort setzte sie sich ins Wohnzimmer und versuchte ein Buch zu lesen. Allerdings konnte sie sich nicht so richtig konzentrieren. Immer wieder glitten ihre Gedanken zu den Geschehnissen des Tages. Es war ihnen nur ein ruhiger Tag vergönnt gewesen. Trotzdem war dieser eine Tag für sie sehr wertvoll gewesen. Noch heute Morgen hatte sie gedacht, dass sie sich alle gemeinsam auf ein neues Schuljahr vorbereiten würden, dass der Schulalltag bald wieder ihr Leben bestimmen würde.
Und jetzt?
Alles war offen.
Wie es Professor Dumbledore wohl ging? So wie sie es verstanden hatte, waren seine Verletzungen nicht wirklich so ernst. Wie es jetzt mit ihnen allen weitergehen würde? Wenn Voldemort sie in den nächsten Tagen angreifen würde, dann würde es keinen Schulbetrieb mehr geben. Keiner der Eltern würde seine Kinder nach Hogwarts schicken. Und wenn Dumbledore wirklich etwas passieren würde, dann würde ihre Welt zusammenbrechen. Was sollte sie tun, wenn es zum Kampf kam? Welche Chancen hatte sie?
Sie würde allen nur im Weg sein, und eine zusätzliche Belastung. Kate seufzte. Also sollte sie vielleicht Poppy helfen. In der Krankenstation konnte sie zwar auch nicht viel machen, so ohne Zauberkraft. Aber Sachen anreichen oder einfach nur Kleinigkeiten erledigen konnte sie schon. Vielleicht sah sie zu schwarz. Alles hing jetzt davon ab, wie es Dumbledore ging und was Voldemort plante. Sie stand wieder auf und machte Musik an. Dann holte sie sich eine Decke und legte sich mit einem Buch auf das Sofa. Sie verbot sich jeden weiteren Gedanken, sie konnte sowieso nichts an dem ändern, was da auf sie zukommen würde.

Als Minerva und Snape im Krankenflügel ankamen, war Poppy gerade bei den ersten Voruntersuchungen. Sie befragte Snape nach den genauen Geschehnissen und gemeinsam untersuchten sie den Schulleiter weiter.
Durch die Schockzauber war er geschwächt und inzwischen ohne Bewusstsein. An der Schläfe hatte er eine Platzwunde und in den nächsten Tagen würde er schlimme Kopfschmerzen haben. Die beiden Flüche, die er gerade noch ablenken konnte, hatten ihn wohl nur gestreift, aber es war nicht so klar, um welche Flüche es sich gehandelt hatte. Severus hatte es nicht sehen können, da die Todesser ihn sofort angegriffen hatten. So waren sie wenigstens von Dumbledore abgelenkt gewesen. Aber es war im Getümmel schwierig gewesen, sich zu verteidigen. Jeder Fluch hätte auch einen Unschuldigen treffen können.
Die meisten Gäste waren nach der Warnung von Shacklebolt sofort disappariert, aber die nähere Familie und die Mitglieder des Ordens hatten sich den Angreifern gestellt. Sie konnten nur froh sein, dass der Angriff wohl eher eine spontane, ungeplante Idee einiger Todesser gewesen war. Ihnen war offensichtlich nicht klar gewesen, dass ein Großteil des Ordens und Dumbledore persönlich anwesend war. Sie waren auf eine starke Widerwehr gestoßen. Durch die Warnung hatten die Verteidiger wertvolle Zeit schinden können. Es lief nicht so schlecht, bis Dumbledore fiel.
Das hatte der Verteidigung einen empfindlichen Schlag versetzt. Doch Snape, Mad Eye und Lupin hatten alle Verteidiger um sich und den am Boden liegenden Dumbledore geschart. Gemeinsam hatten sie in einem großen Kraftakt die Todesser unschädlich gemacht, oder in die Flucht getrieben.
Dumbledore hatte sich ungesehen wieder aufgerappelt, doch zu diesem Zeitpunkt waren Harry, Ron und Hermine schon verschwunden gewesen. Dumbledore hatte vor einer Weile mit Harry abgemacht, dass dieser sein Werk zu Ende führen müsse, wenn dem Schulleiter etwas passieren würde. Dieses Missverständnis heute Abend war tragisch. Die drei Jugendlichen waren nun auf sich gestellt, irgendwo dort draußen und sie konnten sie nicht erreichen, ohne deren Position auch den Todessern zu verraten.
Jedenfalls waren der Schulleiter und Snape nach Hogwarts appariert, nachdem klar war, dass der Orden die Situation in Griff hatte.
Jetzt holte Snape einige seiner speziellen Zaubertränke und nachdem er Dumbledore den ersten verabreicht hatte, und einige Beschwörungen gemurmelt hatte, schlug Dumbledore die Augen auf. Minerva war sichtlich erleichtert und trat näher an das Bett heran. Dumbledores Blick wanderte von Poppy zu Snape und dann zu Minerva.
Severus sah ihn ernst an und sagte: „Hier, Professor Dumbledore, von diesem Zaubertrank müssen Sie noch 17 Tropfen nehmen.“
Folgsam öffnete der Schulleiter den Mund und schüttelte sich dann. „Gibt es den auch in anderen Geschmacksrichtungen?“ Ein etwas erschöpftes Lächeln huschte über sein Gesicht.
Snape informierte ihn über die Geschehnisse, die der Schulleiter nicht mitbekommen hatte. Er war entsetzt über die Flucht der drei jungen Menschen und machte sich große Vorwürfe über sein vermeintliches Versagen. Doch nach einer Weile sah er ein, dass die Situation nun einmal so war, wie sie war, und sie nun schleunigst Pläne schmieden mussten.
Wie sollten sie die Geschehnisse des Tages für ihre Absichten nutzen? Sie diskutierten die verschiedenen Möglichkeiten: sollten sie der magischen Welt vorlügen, dass Dumbledore gestorben war und so Voldemort zu einem Angriff reizen? Doch die Gefahr war, dass sie die Verteidigung des Schlosses nicht rechtzeitig in vollem Umfang organisieren konnten. Außerdem würden die jungen Flüchtlinge davon erfahren und weiterhin verschollen bleiben. Die andere Alternative war, allen zu erzählen, dass Dumbledore schwer verletzt und nicht ansprechbar war. Voldemort würde auf solche vagen Aussagen nicht sofort angreifen, sondern erst einmal möglichst viele Anhänger um sich versammeln. Natürlich würde er dadurch auch schwerer zu besiegen sein. Aber sie konnten auch ihre Verteidigung besser organisieren und möglichst viele Verteidiger zusammenrufen. In beiden Fällen wäre ein Schulbetrieb unverantwortlich. Mit dem Fall des Ministeriums waren alle Barrieren gefallen, die die Magische Welt bisher vor den Übergriffen der Todesser bewahrt hatten. Wie schon einmal vor seinem verunglückten Angriff auf die Potters und deren Sohn, würden Voldemort und seine Anhänger durch nichts mehr von ihren Untaten abgehalten werden. Damals waren alle muggelstämmigen Zauberer und Hexen gnadenlos verfolgt worden. Muggel starben reihenweise auf für die Muggel ungeklärten Ursachen. Niemand war mehr sicher gewesen, auch nicht die wenigen reinblütigen Zauberer und Hexen, die es noch gab. Wer sollte Voldemort jetzt noch aufhalten?
Welche andere Möglichkeit gab es noch? Sie konnten die Welt im Unklaren darüber lassen, wo Dumbledore war und wie es ihm ging. Sie konnten sogar einen anderen Aufenthaltsort vortäuschen und so Voldemort von Hogwarts fern halten. Und diese Möglichkeit war die einzig wirklich durchführbare. Allerdings würde das für Harry, Ron und Hermine bedeuten, dass sie weiterhin auf der Flucht bleiben würden. Jetzt überlegten die drei am Bett Dumbledores, wem sie die Wahrheit sagen konnten, und wie sie weiter vorgehen wollten. Wohin würde man einen schwer verletzten Mann bringen, der nicht gefunden werden sollte?
Professor McGonagall meinte an diesem Punkt: „Wir können ihn nur ins Ausland gebracht haben. Hier in England wäre er zu gefährdet.“
Snape und Dumbledore nickten.
„Und welche Orte kämen dann in Frage?“ fragte Minerva nach einer Weile.
Snape sagte langsam: „Wenn wir wirklich in dieser Lage wären, dann würden wir einen sicheren Ort suchen, zu dem wir oder einer im Orden schon einen Bezug hat. Ägypten, zum Beispiel, wo Bill Weasley eine Weile gearbeitet hat.“ McGonagall fuhr fort: „Oder Rumänien, an dem Ort, an dem Charlie Weasley war. Vielleicht sogar Beauxbaton.“
Dumbledore schüttelte den Kopf: „Hoffentlich kommt Voldemort nicht auf diese Idee. Ich möchte keinesfalls, dass er diese Schule angreift.“
Severus fragte: „Was ist mit Nurmengard, wäre das nicht wahrscheinlich? Es ist abgelegen und es ist gut abgesichert.“
„Das würde ich mit Sicherheit in die nähere Auswahl nehmen. Wobei es mir nicht so recht wäre, Voldemort und Grindelwald in Kontakt miteinander zu bringen.“ Eine Weile war es still im Krankenzimmer und die drei dachten intensiv nach.
„Der Ort ist erst einmal zweitrangig, nicht wahr? Wir sollten vielmehr überlegen, wer vom Orden in die Wahrheit eingeweiht werden soll. Je mehr Mitwisser, desto größer ist die Gefahr, dass die Wahrheit durchsickert, auch wenn keiner wissentlich etwas verraten würde.“ McGonagall sah die beiden Männer an.
Snape zuckte die Schultern: „Viele Lehrer von Hogwarts wissen bereits Bescheid. Wie groß ist die Chance, dass nichts davon bekannt wird?“
Dumbledore seufzte: „Ein gewisses Risiko bleib so oder so. Wir wollen ja auch nur Zeit schinden. Ich denke schon, dass dies die beste Lösung ist. Außerdem bin ich der Meinung, dass Hogwarts für die Schüler sicherer ist, als es im Moment dort draußen ist. Wir sollten die Magische Welt warnen, wer kann, soll sich ins Ausland retten. Und vom Orden würde ich nicht alle einweihen. Ich trauen ihnen allen, aber ihre Reaktionen könnten sie verraten. Wir sollten es bei Lupin belassen. Die Lehrer müssen eingeschworen werden, oder wir sagen ihnen, dass ich aufgrund der schwere meiner Verletzungen nicht hier bleiben konnte. Wer war auf dem Astronomie-Turm, als wir ankamen?“ Dabei sah er Minerva an.
Die überlegte kurz und sagte dann: „Sinistra, Poppy, Kate und Vector, die Wasserspeier sind nur sehr langsam unterwegs und waren noch nicht oben. Poppy“, rief sie dann und kurz darauf kam Madam Pomfrey herein. „Auf dem Weg in den Krankenflügel, sind Sie da jemandem begegnet?“
Die Heilerin überlegte kurz und sagte dann: „Nur Filius Flitwick. Er war auf der Treppe und wollte gerade hinauf.“
Dumbledore sah Severus und Minerva an: „Das könnte funktionieren. Die anderen Lehrer haben nicht mitbekommen, wie schwer ich verletzt war. Wir reden mit Aurora, Filius und Septima. Sie sind verschwiegen und werden den Ernst der Lage erkennen. Für die anderen bin ich umgehend wieder abtransportiert worden. So würden wir es ja auch halten, wenn es mir wirklich schlecht ginge.“ Er sah sie ernst an und meinte: „Das ist soweit in Ordnung, doch nun weiter. Wir starten das Schuljahr ganz regulär und verstärken trotzdem die Verteidigung. Auch das ist im Anbetracht der Lage durchaus normal. Dann müssen wir versuchen, Harry, Mr. Weasley und Miss Granger zu erreichen. Das dürfte schwierig werden. Der Tagesprophet steht unter Kontrolle Voldemorts. Sie melden nur noch, was abgesegnet wird. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, dass der Tagesprophet bringen würde, aber für die Drei eine ganz andere Bedeutung hat.“
Severus sah Dumbledore eindringlich an: „Es wird uns etwas einfallen. Aber nun müssen wir unverzüglich handeln. Sie müssen hier fort, ehe die restlichen Lehrer Sie sehen. Außerdem wäre es hilfreich, wenn Sie an einem anderen Ort gesehen werden. Vielleicht kurz in St. Mungo. Oder auf dem Weg ins Ausland. Wir werden Filius Flitwick fragen, er wird uns unterstützen. Mit Hilfe von Vielsafttrank verwandeln wir ihn kurz in Sie. Wenn er mit mir gemeinsam unterwegs ist, wird es am glaubwürdigsten sein. Wir würden versuchen, Sie aus dem Schussfeld zu bringen, wenn Sie wirklich angeschlagen wären. Vielleicht könnte Hagrid uns begleiten!“
McGonagall stimmte ihm zu: „Das wäre ein kluger Schachzug. Alle erwarten, dass wir Sie in Sicherheit bringen. Geben wir ihnen die Bestätigung. Ein verletzter, hilfloser Dumbledore. Das ist der Anstoß, den der Dunkle Lord braucht.“ Dumbledore war nicht überzeugt. „Das wäre für alle Beteiligte sehr gefährlich. Wenn die Todesser Sie entdecken, dann werden sie Sie gnadenlos verfolgen.“ Doch gemeinsam schafften es Minerva und Snape, ihn von dem Plan zu überzeugen.
Als sie diese Hürde genommen hatten, merkte Snape an: „Wir müssen einen Platz hier in Hogwarts finden, an dem Sie sicher sind. In Ihren Turm können Sie nicht. Dort sollte Minerva die Rolle der Schulleiterin übernehmen. So würden wir es ja auch handhaben, wenn Sie tatsächlich ausgeschaltet wären.“
Wieder überlegten sie. Das Schloss war riesig und es gab unzählige Räume. Nur die wenigsten waren sofort beziehbar und geeignet.
Plötzlich sah Minerva Snape an: „Ihre Wohnung! Miss Flemming, nein, Ihre Frau, vielmehr Mrs Snape, benötigt sie noch alle Räume? Könnte Albus nicht dort wohnen?“
Severus sah sie erstaunt an: „Natürlich, wieso bin ich nicht selbst darauf gekommen? Es ist kein Problem. Kate müsste noch ein paar persönliche Sachen umräumen, aber das sollte nicht lange dauern.“
Dumbledore sah etwas skeptisch aus: „Ich weiß nicht, Sie haben gerade erst geheiratet und sollten ein wenig Zeit für sich haben.“
Severus schüttelte vehement den Kopf: „Die haben wir trotzdem. Minerva hat Recht, es ist die optimale Lösung. Sie haben ein Arbeitszimmer und einen Schlafraum. Den Wohnraum müssen wir gemeinsam nutzen. Ich könnte Sie viel leichter auf dem Laufenden halten. Und es wäre bei jedem anderen Raum in Hogwarts viel auffälliger, wenn ich mich plötzlich häufiger dort aufhalte.“
Minerva nickte ebenfalls: „Es ist sinnvoll, Albus! Dort sind Sie sicher und nicht zu isoliert. Jetzt müssen wir Sie nur noch unauffällig dorthin bringen. Und Sie sollten nicht zu viele persönliche Dinge aus Ihrem Arbeitszimmer mitnehmen.“ Schließlich überzeugten sie Dumbledore und er stimmte zu, allerdings mit der Einschränkung, dass Severus zuerst Kate fragen musste. Minerva würde mit Sinistra, Flitwick und Vektor sprechen und später eine Besprechung mit allen Lehrern im Lehrerzimmer abhalten. Vorher würden Madam Pomfrey und Severus Dumbledore in die Wohnung bei den Kerkern bringen.
Snape eilte die Treppen in die Kerker hinunter. Er öffnete eilig die Tür zur Wohnung und durchquerte das Arbeitszimmer und den Flur. Dann öffnete er leise die Wohnzimmertür und sah sich um. Wo war sie? Er ging in das Schlafzimmer, aber auch dort war Kate nicht. Dann ging er mit langen Schritten in ihr Schlafzimmer. Niemand. Auch im Rest ihrer Räume war sie nicht. Er stand schließlich etwas ratlos wieder im Wohnzimmer. Vielleicht tanzte sie?
Doch als er sich gerade wieder in Bewegung setzen wollte, da nahm er den schwachen Orangen-Zitronenduft war, der so typisch für Kate war. Er trat näher, schaute über die Lehne und da war sie. Sie hatte sich auf dem Sofa unter ihrer Decke zusammengerollt und schlief tief und fest. Kein Wunder. In der letzten Nacht hatten sie beide nur wenig Schlaf bekommen. Severus sah auf sie hinunter. Seine Frau. Sie lächelte im Schlaf und er weckte sie nur ungern. Er ging um das Sofa herum und kniete vor dem Sofa nieder.
Vorsichtig legte er eine Hand auf ihre Wange und flüsterte: „Kate!“
Sie bewegte sich im Schlaf und schlief weiter.
„Kate!“ wiederholte er etwas lauter.
Sie runzelte die Stirn und ihre Augenlieder flatterten ein wenig.
„Na, dann muss ich wohl alleine schlafen gehen“, murmelte er gerade laut genug, dass sie ihn hören konnte. Sie öffnete die Augen einen Spalt und sah verschlafen zu ihm hoch.
„Nimm mich mit“, verlangte sie flüsternd. Langsam wurde sie wach und sah ihn träge an.
„Es tut mir leid, Dich wecken zu müssen, aber es ist so Einiges geschehen und ich muss es jetzt mit Dir besprechen.“
Sie setzte sich langsam auf und versuchte krampfhaft, wach zu werden. Dann gähnte sie verstohlen und er fing an, ihr zu erzählen, was passiert war. Er erzählte auch von dem Ablenkungsmanöver. Natürlich hatte sie Angst, es könnte ihm etwas passieren. Aber sie versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Im Allgemeinen wusste er, was er tat und sie wollte nicht, dass er etwas an der Art änderte, wie er seinen Teil zu allem beitrug. Als er ihr von der Idee erzählte, dass Dumbledore ihren Teil der Wohnung beziehen sollte, stimmte sie sofort zu.
Sie streckte sich und stand dann auf. „Ich hole meine Sachen, soweit ich das kann und bringe sie in Dein Schlafzimmer.“
Er zog sie kurz in seine Arme und sagte lächelnd: „In unser Schlafzimmer, Mrs Snape!“
Sie küsste ihn auf die Wange und raunte: „Lauf, sonst behalte ich Dich hier.“
Er grinste jungenhaft und war schon verschwunden.
Kate sah ihm noch einen Moment nach und machte sich dann schnell an die Arbeit. Im Schlafzimmer packte sie alle Sachen, die sie finden konnte, zusammen und trug sie eilig in Severus‘ Schlafzimmer hinüber. Dort stand sie unentschlossen herum und wusste nicht, wohin damit. Sie konnte doch nicht einfach seine Schränke öffnen. Zuletzt legte sie ihre Kleidung auf den Sessel. Dann lief sie schnell zurück und holte noch mehr. Es dauert nicht lang und der Schrank und die Kommode waren leer. Sie holte eine Tasche unter dem Bett hervor und packte den Rest ein. Dann sah sie sich noch einmal um. Viel hatte sie ja nicht. Dann verließ sie den Raum.
Als sie gerade das Wohnzimmer durchquerte, tauchte mit einem lauten Knall die Hauselfe Winky auf. Kate ließ vor Schreck die Tasche fallen und alle Dinge, die sie noch im Arm getragen hatte.
„Oh, das tut Winky leid, Winky wollte Miss Flemming nicht erschrecken. Aber Professor McGonagall schickt mich. Winky soll helfen! Winky soll persönlich für Professor Dumbledore sorgen, niemand darf es wissen. Es ist so eine Ehre für Winky!“
Kate schaute die kleine, scheue Hauselfe freundlich an: „Und ich denke, Du wirst das hervorragend machen. Komm, wir bereiten alles vor.“
Gemeinsam räumten sie Kates Schlafzimmer auf und Winky bezog das Bett neu. Dann war alles bereit und Kate holte mit Winky noch ihre Sachen aus dem Bad. Das Arbeitszimmer würde Zeit bis Morgen haben. Winky besorgte frische Handtücher. Jetzt war alles fertig und Winky verschwand kurz, um Sachen von Dumbledore zu holen. Kate ging ins Wohnzimmer und schloss die Tür.
Kurz darauf hörte Kate die Wohnungstür und dann Stimmen im Flur und in ihrem ehemaligen Schlafzimmer. Wenige Minuten später kam Minerva zur Tür hinein und Kate sprang vom Sessel auf.
„Professor Dumbledore möchte Sie sehen, Kate.“
Gemeinsam traten sie in Kates ehemaliges Schlafzimmer. Dumbledore lag auf dem Bett und sah müde aus. Doch seine blauen Augen waren munter und durchdringend aus wie immer. Winky stand besorgt an seiner Seite und Severus legte eine Tasche mit persönlichen Sachen des Schulleiters auf den Sessel am Kamin. Winky zog die Vorhänge zu und Dumbledore sah Kate an. Sie trat näher an das Bett.
„Meine Liebe, ich danke Ihnen, dass Sie mich hier aufnehmen und hoffe, dass ich Ihnen nicht allzu viele Umstände bereite.“
Kate lächelte ihn an und sagte: „Es macht keinerlei Umstände. Ich bin nur froh, dass wir Ihre Verletzungen nur vortäuschen müssen, und es heute für alle Gäste der Hochzeit so glimpflich abgelaufen ist. Was für ein schlechter Start wäre das für eine Ehe, wenn heute Menschen zu Schaden gekommen wären.“
Dumbledore nickte ernst. „Es tut mir Leid für Mr. Weasley und seine junge Frau, dass sie jetzt annehmen müssen, ich wäre schwer verletzt. Aber wenn unser Plan gelingt, dann retten wir unter Umständen damit einige Leben.“
Danach war es Zeit, dass sich Severus mit Flitwick auf den Weg machte und Minerva die Lehrer versammelte. Sie machte sich auf den Weg in das Lehrerzimmer und Kate würde ihr in Kürze folgen. Severus holte seinen Reiseumhang und einen Vorrat an Vielsafttrank. Vorher hatte er Dumbledore eines seiner langen silbernen Haare abgenommen.
Kate trat näher an ihn heran und sagte leise: „Du passt aber auf Dich auf, ja?“
Er nahm sie in den Arm und küsste sie. Es fiel ihm schwer, sie loszulassen, doch dann bemerkte er nur leise: „Jetzt gibt es ja etwas, für das es sich zu leben lohnt.“ Sie sah ihm dabei zu, wie er seinen Reiseumhang anzog und dann den Raum verließ. Kate seufzte tief auf und riss sich zusammen. Sie sollte sich besser schnell daran gewöhnen, dass Severus stets da war, wo es am gefährlichsten war.
Entschlossen machte sie sich auf den Weg in das Lehrerzimmer, wo McGonagall das schwere Amt übernahm, den Lehrern mitzuteilen, dass Dumbledores Verletzungen schwerer waren, als man angenommen hatte.

In den nächsten zwei Tagen versuchten die Bewohner von Hogwarts, das alltägliche Leben wieder aufzunehmen und das Schuljahr vorzubereiten, das in wenigen Tagen beginnen sollte. Die Lehrer waren niedergeschlagen und ihre sorgenvollen Mienen berührten Kate. Jeder von ihnen hatte eine persönliche Beziehung zu Dumbledore und sie machten sich Sorgen um ihn.
Minerva war sehr beschäftigt und Kate sah sie nur sehr selten. Auch zu den bedrückten, gemeinsamen Mahlzeiten kam sie meist nicht. Wenn Kate dann in die Wohnung kam, ließ Dumbledore sie oft von Winky holen. Offensichtlich bekam ihm die Tatenlosigkeit nicht so gut. Am Tag nach Severus Abreise kam Remus Lupin zu Dumbledore. Sie setzten sich in das Wohnzimmer und Kate ließ die Beiden alleine.
In der ersten Nacht hatte sie nur ein paar Stunden geschlafen, die zweite Nacht war dann noch schlimmer. Sie kam nicht zur Ruhe und stand schließlich auf.
Leise schlich sie sich ins Wohnzimmer und suchte ein Buch aus. Bevor sie sich auf das Sofa setzte, um darin zu lesen, trat sie an das Fenster und schaute hinaus auf den mondbeschienenen See. Es war beinah taghell draußen und das Mondlicht wurde von den leichten Wellen reflektiert. Sie stand eine Weile dort und überlegte, was in den letzten sechs Tagen mit ihrem Leben geschehen war. War es tatsächlich erst sechs Tage her, dass sie ihre Sachen gepackt hatte und zum Tor gelaufen war? Nach kurzem Überlegen war sie sicher, es waren wirklich nur sechs Tage. Es kam ihr vor, als wäre es in einem anderen Leben gewesen. Vor sechs Tagen hatte sie mit ihrem Leben abgeschlossen und war davon überzeugt gewesen, dass Severus sie niemals lieben würde und das sie damit nicht länger leben konnte und wollte. Und jetzt? Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass er sie nicht nur liebte, sondern dass sie inzwischen seine Frau war.
Als sie an diesem Punkt ihrer Überlegung ankam, öffnete sich die Tür und Dumbledore trat ein. Überrascht sah er sie am Fenster stehen.
„Ah, Kate, bin ich nicht der Einzige, der nicht schlafen kann. Und ich dachte, das wäre ein Nachteil, den nur wir älteren Menschen zu tragen hätten.“
Kate wandte sich vom Fenster ab und legte das Buch auf den Tisch. Sie sagte leise: „Schlaflosigkeit hat nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun, nicht wahr? Es gab schon viele schlaflose Nächte in meinem Leben. Vor Prüfungen, als meine Eltern starben, in den letzten Wochen.“ Sie schaute versonnen auf das Buch. „Und auch andere Nächte, Nächte in denen man mit Freunden zusammen war und man lachte und gemeinsam die Welt verbesserte.“
Dumbledore nickte langsam: „Ja, man vergisst mit der Zeit, wie es war, als man jung war. Sorglose Nächte voll Lachen und Freundschaft. In diesem Schloss gibt es sie immer wieder. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass die folgenden Generationen auch die Gelegenheit bekommen, dass zu erleben. Dafür kämpfen wir alle.“
Er setzte sich auf einen der Sessel und Kate ließ sich mit hochgezogenen Beinen auf dem Sofa nieder. Es dauerte nicht lange und er brachte sie durch Fragen dazu, von ihrer Kindheit und ihrem Leben zu erzählen. Er unterbrach sie immer wieder und ließ sich Sachen genauer erklären. Sein Wissen über die Muggelwelt war sehr groß, trotzdem hinterfragte er viele Dinge und war auch an Kleinigkeiten interessiert.
Kate brachte ihn mit ihrer Art zu erzählten einige Male zum Lachen. Es war schon kurz vor dem Morgengrauen, als Kate anfing zu gähnen.
„Jetzt schicke ich Sie aber zu Bett, sonst bekomme ich noch Ärger mit Severus, wenn ich Sie so lange wach halte.“
Kate kicherte und stand dann auf. „Ich danke Ihnen für die nette Ablenkung. Hoffen wir mal, dass Severus keine eifersüchtige Seite hat. Ich möchte ihm nur ungern erklären, dass ich die dritte Nacht unserer Ehe mit einem anderen Mann verbracht habe.“
Dumbledore lachte herzlich und sagte dann: „Und ich danke Ihnen für die kurzweilige Unterhaltung, das müssen wir bei Gelegenheit wiederholen.“
Als Kate sich in das Kissen kuschelte, schlief sie sofort ein. Sie träumte von Severus und als sie am späten Vormittag aufwachte, da hatte sie Mühe, wach zu werden. Doch schließlich raffte sie sich auf, weil sie sich noch vor dem Mittagessen mit Charity verabredet hatte. Sie wusch sich schnell und lief dann schnell die Treppen zu den Klassenräumen hinauf. Vielleicht würde Severus heute zurückkommen!
Im Laufe des Tages wurde sie immer nervöser. Am Mittagstisch hatte Sinistra den Tagespropheten herumgereicht. Dort wurde sehr reißerisch über eine mögliche Verletzung von Dumbledore berichtet. So hatten Zeugen ihn im St. Mungo-Hospital gesehen, während andere davon berichteten, man hätte ihn auf einer Trage auf ein Schiff gebracht. Wieder andere Quellen wollten von einem heimlichen Begräbnis auf dem Friedhof von Godric’s Hollow wissen.
Den Spekulationen der Anderen hörte Kate nicht zu. Sie wollte davon nichts hören und es tat ihr leid, dass ihre Kollegen so besorgt um Dumbledore waren. Also verzog sie sich nach dem Essen in den Tanzraum, den Minerva für sie hergerichtet hatte. Sie plante ein Musical und legte dann verschiedene Tanzstunden fest. Da sie sich dank ihrer inneren Unruhe nicht mehr konzentrieren konnte, machte sie die Musik an und tanzte. So konnte sie überschüssige Energie loswerden und sie wurde ruhiger. Wenn Severus, Flitwick und Hagrid etwas passiert wäre, dann wüssten sie es schon. Diese Nachricht würde der Tagesprophet sofort mit Genuss verbreiten.
Das Abendessen ging vorbei und dann half Kate Professor Trelawney dabei, ihren Klassenraum um zu dekorieren. Was ewig dauerte, weil diese überhaupt keine Vorstellung davon hatte, wie es aussehen sollte. Am Ende sah es fast so aus, wie es am Anfang gewesen war. Kate schüttelte noch immer den Kopf, als sie die Treppen hinunter ging. Es war spät geworden und sie beeilte sich, in die Wohnung zu kommen. Aus dem Wohnzimmer drangen Stimmen und Kate konnte Minerva und den Schulleiter hören. Sie zog sich um und ging zu Bett, denn die Beiden hatten bestimmt eine Menge zu regeln und sie wollte nicht stören. Außerdem würde die Nacht schneller vorübergehen, wenn sie schlief. Und Morgen würde Severus bestimmt kommen.

Als Kate aufwachte, war es wohl Mitten in der Nacht. Sie lauschte kurz in die Dunkelheit, weil sie sicher war, ein Geräusch gehört zu haben. Dann ging leise die Tür auf und sie fragte ohne nachzudenken: „Severus?“
Seine Stimme klang heiser, als er antwortete: „Was machst Du, wenn ich ‚Nein‘ sage?“
Sie war schon aus dem Bett gesprungen und direkt in seinen Armen gelandet. Ihr Mund fand den seinen und es dauerte eine Weile, bevor er sie sanft von sich schob.
„Ab ins Bett mit Dir, Eheweib.“
Kate musste kichern und schlüpfte schnell unter die Decke. Es war frisch geworden und sie hatte kalte Füße. Es dauerte nicht lange, da hatte er sich entkleidet und kam zu ihr. Er küsste sie ausgiebig und ihre Finger fuhren durch seine Haare. Dann liebten sie sich zärtlich.
Es dauerte eine ganze Weile, bis beide wieder klar denken konnten. Höchst zufrieden kuschelte sich Kate an ihn und war froh, dass er wieder da war. Er bemerkte an ihren tiefen Atemzügen, dass sie eingeschlafen war.
Er konnte nicht fassen, dass sie so wunderbar war. So temperamentvoll, wie sie tanzte, reagierte sie auch auf seine Berührungen und gab sich ihm ohne Zaudern hin. Und er genoss die ruhigen Momente, so wie jetzt, in denen er sie ganz für sich hatte. Er spürte ihren Körper an dem seinen und fühlte eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit in sich.

Bald waren die wenigen Tage bis zum Schulanfang vorbei und am Abend sollten die Schüler eintreffen. Das Ministerium stand nun unter dem Befehl Voldemorts. Pius Thickness war der neue Zaubereiminister und stand offensichtlich unter dem Imperius-Fluch. So hatte das Ministerium Professor McGonagall eine Eule geschickt. In dem offiziellen Schreiben wurde sie davon in Kenntnis gesetzt, dass die Geschwister Alecto und Amycus Carrow die Schule als Schulleiter und Stellvertreterin übernehmen sollten. Sie antwortete in ihrem und Dumbledores Namen, dass Dumbledore weiterhin Schulleiter sei und sie ihn wegen einer „Unpässlichkeit“ vertreten würde. Gleichzeitig erging ein Schreiben an die Eltern aller Schüler, dass die Schule weiterhin unter der Leitung Dumbledores stand.
Jetzt blieb nur noch abzuwarten, wie viele Schüler am Abend aus dem Hogwarts-Express steigen würden. Hagrid und Severus erwarteten die Schüler am Bahnhof. Zu diesem Zweck wurde auch der Weg vom Bahnhof zur Schule unter den Schutz von Schildzaubern genommen. Entlang des Weges standen Lehrer bereit, diese Schutzschilde jederzeit zu verstärken.
Im Schloss wurden die letzten Vorbereitungen getroffen. In der Großen Halle brannten bereits die schwebenden Kerzen und der verzauberte Himmel zeigte funkelnde Sterne. Kate war schon dort und wartete. Da sie nicht zaubern konnte, kam sie sich mal wieder sehr überflüssig vor. Schon am Nachmittag waren alle Zauberer und Hexen im Schloss sehr beschäftigt gewesen und sie hatte die Zeit mit Dumbledore verbracht.
Er erklärte ihr die Schwierigkeiten des Apparierens und der Eulenpost, sie erzählte ihm von elektrischen Hausgeräten. Am Ende diskutierten sie die verschiedenen Musikrichtungen und die Parallelen zwischen der Muggelwelt und der Magischen Welt. Es war sehr interessant, denn so verschieden waren die Musikrichtungen wohl nicht und ein Wechsel und eine Entwicklung in der einen Welt, bedingte auch oft den der anderen.
Dann war Kate nach oben gegangen und ihr tat der Schulleiter leid, der das erste Mal nicht am Empfang der Schüler teilnehmen konnte. Sie hatte ihm angeboten, bei ihm zu bleiben, doch er hatte abgelehnt.
„Das ist sehr nett von Ihnen, mein Kind, aber sehen Sie sich für mich um und berichten Sie mir nachher. Außerdem“, hier lächelte er verschmitzt „würde Severus Sie sehr vermissen.“
Jetzt stand sie in der Halle und es war ungewohnt still. Die wenigen anwesenden Lehrer waren sehr ruhig und warteten. Es war, als würde Hogwarts selbst die Luft anhalten. Wenn nur wenige Schüler zu diesem neuen Schuljahr kommen würden, dann musste Dumbledore die Schule schließen. Würden die Eltern ihm und der Schule trauen, oder ihre Kinder in diesen dunklen Zeiten lieber bei sich behalten?
Vor einer Weile hatte man von Ferne das Pfeifen des Hogwarts-Express gehört. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Kutschen mit Schülern am Schloss angelangen würden.
Der Hausmeister Mr Filch stand an den geöffneten Flügeltüren der Großen Halle und sah zum Portal. Dort standen die Professoren Babbling und Sprout. Alle waren sehr nervös und trugen ihre Zauberstäbe offen in den Händen, als würden sie einen Angriff erwarten. Dann hörte man näherkommende Stimmen. Bald war Lachen und die Rufe von den Schülern zu hören.
„Sie kommen“, rief Pompona und fuhr dann fort: „und es scheinen viele zu sein.“ Auch in der Halle war das Stimmengewirr nun deutlich zu hören. Kate ging zum erhöhten Teil, auf dem der Lehrertisch stand. Dort saß schon seit geraumer Zeit Professor Trelawney und mischte ihre Karten. Auch Professor Binns, das einzige unterrichtende Gespenst hatte sich niedergelassen. Kate stellte sich hinter ihren Stuhl und wartete.
Und dann kamen sie: in großen Scharen schwärmten sie in die Halle und verteilten sich auf die Haustische. Immer wieder kam ein neuer Pulk und soweit Kate erkennen konnte, waren alle gekommen. Dann wurde der Ansturm geringer und mit den letzten Schülern kamen dann auch die Lehrer hinein. Der Blick vieler Schüler wanderte zum Lehrertisch, jeder wollte sehen, ob der Schulleiter dort war. Nachdem alle Lehrer angekommen waren und sich auf ihre Plätze gesetzt hatten, erhob sich Minerva und es wurde ruhig im Saal.
„Herzlich willkommen zu einem neuen Schuljahr auf Hogwarts. Bevor wir zu den offiziellen Ansprachen kommen, wollen wir unsere neuen Schüler in unserem Kreis willkommen heißen. Professor Hooch wird sie gleich hereingeleiten und dann wird der Sprechende Hut sie auf die verschiedenen Häuser verteilen.“ Sie gab ein Zeichen mit der Hand und die Erstklässler wurden von Professor Hooch hereingeführt. Sie wirkten verängstigt und schauten sich scheu um. Manche von ihnen waren schon vorbereitet, auf das was sie erwartete. Wieder andere wurden von Schülern begrüßt.
Dann stellten sie sich vor den Haustischen auf und der Sprechende Hut ermahnte alle Schüler, sich der drohenden Gefahr bewusst zu sein und Gemeinschaft zu halten.
Das Sortieren in die Häuser verlief dann zügig und bald konnte Professor Hooch den Hut beiseite tragen.
Wieder stand Minerva auf und sah die Schüler ernst an:
„Wie Ihr alle gesehen habt, empfängt Euch der Schulleiter Professor Dumbledore dieses Jahr nicht persönlich. Er hat ein gesundheitliches Problem und ich vertrete ihn bis auf weiteres. Die Lage unserer Magischen Welt ist ernst und wir hier in Hogwarts müssen sehr vorsichtig sein. Unsere kleine Welt hier ist bedroht und es ist sehr wichtig, dass Ihr Euch dessen stets bewusst seid. Es wird in diesem Schuljahr keine Ausflüge nach Hogsmead geben. Ferner wurden die Sicherheitsvorkehrungen um das Schloss noch einmal massiv verstärkt. Es wäre lebensgefährlich, das Schloss ohne Erlaubnis zu verlassen. Das Betreten des Verbotenen Waldes ist Euch natürlich nicht gestattet. Aber auch im Bereich des großen Tores habt Ihr nichts zu suchen. Sämtliche Geheimgänge sind versiegelt. Bitte nehmt diese Vorkehrungen ernst, sie beschützen unser aller Leben.“ Ihr Blick wanderte über die Schüler, die zu ihr aufsahen und ihr wurde schwer ums Herz.
„Hogwarts ist im Moment ein sicherer Ort. Wir alle wissen nicht, wie lange das so sein wird. Wenn wir Lehrer etwas anordnen, und mag es für Euch noch so merkwürdig klingen, dann befolgt unsere Anordnungen umgehend. Und nun“, sie lächelte das erste Mal „wollen wir gemeinsam den Beginn des neuen Schuljahres feiern!“
Mit einem Schlag erschien das Festmahl auf den Haustischen und die Schüler griffen tüchtig zu. Auch am Lehrertisch wurde gegessen. Kate saß zwischen Charity und Septima, wie meistens. Die Spannung der letzten Tage war deutlich abgeflaut, alle waren froh, dass so viele Schüler zum neuen Schuljahr in die Schule zurückgekehrt waren und auch so viele Erstklässler. Es sprach dafür, dass die Eltern großes Vertrauen in die Schule hatten. So scherzten die Lehrer und die Stimmung wurde deutlich lockerer. Kate sah immer wieder zu Severus, der in ein Gespräch mit Flitwick und Minerva vertieft war. Auch er hatte sich von der guten Laune anstecken lassen. Was für ein Unterschied zu dem finsteren, schweigsamen Mann, der er vor den Sommerferien gewesen war. Seine Augen waren wach und interessiert, er lächelte sogar über einen Scherz von Flitwick, der Minerva zum Lachen brachte. Kates Herz fing an, schneller zu schlagen, als sie ihn so ansah. Als ob er es gehört hätte, sah er auf und ihr direkt in die Augen. In seinem Blick lag so viel Wärme, dass Kate schnell den Blick senkte. Sie hatte Angst, dass man ihr ihre Gefühle am Gesicht ablesen konnte.
Aber Severus Verhalten war auch anderen aufgefallen. Aurora beugte sich zu Septima und fragte: „Was ist denn mit Snape los, so habe ich ihn noch nie gesehen?“
Diese nickte und sagte: „Er ist schon die letzten Tage so verändert. Fast, als ob er ein Mensch wäre.“
Sie kicherte und Aurora fiel ein. Charity tadelte die beiden: „Also wirklich meine Damen! Ich muss doch sehr bitten. Es war ja anzunehmen, dass da menschliche Züge sein müssen, irgendwo!“
Dann musste sie selbst lachen und die Drei kicherten noch eine ganze Weile. Kate konnte nicht lachen. Ihr Herz zog sich zusammen. Wie einsam musste er sich die Jahre über gefühlt haben, wenn sogar die Menschen, mit denen er den Großteil seiner Zeit verbrachte, ihn kaum kannten.
Sie schob ihren Teller beiseite. Kein Wunder, dass er ihre wachsende Zuneigung für ihn nicht wahrgenommen hatte. Wie hätte er? Erfahrungen dieser Art hatte es in seinem Leben bisher nicht gegeben. Sie musste sich sehr beherrschen, dass ihr keine Tränen in die Augen traten. Wenn dieser Abend nur schnell vorübergehen würde, damit sie in ihre Wohnung gehen konnten. Dann würde sie ihm zeigen, dass sie ihn von ganzem Herzen liebte, so, wie er es verdient hatte.
Als sie sich nach einer Weile traute, den Kopf zu heben, lag sein Blick auf ihr und sie sah die Besorgnis in seinen Augen. Anscheinend hatte er bemerkt, dass sie niedergeschlagen war. Also straffte sie ihre Schultern und beteiligte sich wieder am Gespräch ihrer Sitznachbarinnen.
Das Festmahl war beendet und die Vertrauensschüler sammelten ihre Häuser um sich, damit alle gemeinsam zu den Gemeinschaftsräumen gehen konnten. Auch die Lehrer begannen, sich zurückzuziehen. Oft waren am ersten Abend die Hauslehrer noch gefragt, also musste Severus zu den Slytherins, um dort für Ordnung zu sorgen. Kate wurde von Hagrid zu ihrer Wohnung geleitet. Dort bedankte sie sich und ging dann hinein.
Ihr war ein wenig kalt, also ging sie in die Küche und kochte sich einen Tee. Sie betrat das Wohnzimmer und fragte Dumbledore, ob er auch einen Tasse wollte. „Nein, meine Liebe. Ich mag verletzt sein, aber Tee trinke ich nur, wenn ich krank bin. Aber danke.“
Kate setzte sich vorsichtig mit der Tasse in der Hand. Dumbledore musterte sie aufmerksam. Ganz offensichtlich war die junge Frau niedergeschlagen.
„Wie war die Feier?“
Kate sah ihn an und lächelte, doch das Lächeln erreichte diesmal ihre Augen nicht: „Merkwürdig ohne Sie. Die Schüler waren irritiert und besorgt. Zu dieser Zeit werden schon die haarsträubendsten Gerüchte die Runde machen. Colin Greevey aus Gryffindor hat mich gefragt, ob es stimmt, dass Sie mit einem Drachen zusammengestoßen sind, als Sie zum Urlaub in China waren.“ Sie lachten noch, als Severus zur Tür hereinkam.
Er war froh, dass sie so ausgelassen war. Er hatte sie beim Abendessen beobachtet und bemerkt, dass etwas vorgefallen sein musste. Ihr Gesicht hatte sich von einer Minute auf die andere verdüstert. Sie hatte ab dem Moment nichts mehr gegessen und sich am Gespräch der Lehrerinnen nicht mehr beteiligt. Was war da geschehen? Hatten die Frauen etwas gesagt, dass sei beunruhigt oder betroffen hatte?
Dumbledore und Kate entdeckten ihn erst, als er zur Sitzgruppe kam und sich zu Kate auf die Couch setzte.
„Was ist so lustig?“ fragte er und Dumbledore erzählte ihm, was Colin zu glauben wusste.
Severus nickte und erzählte: „Miss Lavender Brown hat mich auf dem Weg vom Portal in die Große Halle gefragt, ob es wirklich stimmen würde, dass Sie jetzt ein Werwolf wären. Und die Slytherins glauben zu wissen, dass Sie im Himalaya auf die Heilung durch einen tibetischen Mönch warten.“
Dumbledore lächelte und meinte: „Die Geschichte mit dem Drachen war wenigstens ein bisschen heldenhaft! Es dauert noch zwei Tage, dann bin ich bestimmt unter äußerst tragischen Umständen in Russland verstorben oder etwas Ähnliches.“
Dann erzählten Kate und Snape abwechselnd von der Feier und Severus ergänzte noch, wie die Anreise auf dem Bahnhof gelaufen war. Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile, bis Kate anfing, verstohlen zu gähnen.
„Es ist spät geworden, Sie müssen morgen ja früh aufstehen. Auch ich werde zu Bett gehen. Schlafen Sie gut!“ Mit diesen Worten erhob sich der Schulleiter und verließ das Wohnzimmer. Auch Severus stand auf und zog Kate vom Sofa hoch.
Hand in Hand begaben sie sich in das Schlafzimmer und lagen bald im Bett. Severus hatte Kate an sich gezogen und beide genossen die Zweisamkeit.
Nach einer Weile fragte er vorsichtig: „Wirst Du mir erzählen, was vorhin beim Essen passiert ist?“
Sie hob erstaunt den Kopf: „Was meinst Du?“ Er schwieg einen Moment und sie ließ den Kopf wieder auf seine Brust sinken. Leise sagte sie: „Es war nur eine Bemerkung von Aurora und Septima. Nichts weiter Schlimmes.“
Wieder schwieg er und dann, wie beiläufig: „Ich hatte einen anderen Eindruck. Du warst erschüttert und betroffen. Was haben die Beiden gesagt?“
Sie schüttelten sachte den Kopf. „Es war nicht so wichtig.“ Er ließ ihr Zeit. Ihre Hand strich sanft und abwesend über seine Brust. Es dauert lange, dann fragte sie beiläufig: „Die ganzen Jahre, die Du schon hier bist, warst Du immer so wie im vergangenen Schuljahr?“
Das Gespräch nahm eine interessante Wendung. Seine Stimme war ruhig, als er fragte: „Wie war ich denn?“
Ihre Stimme war sehr leise, als sie zögernd sprach: „Sehr distanziert, unbeteiligt. So, als interessierten Dich die Menschen um Dich herum nicht.“ Sie schien nach den richtigen Worten zu suchen: „Abweisend. Oft ohne erkennbare Gefühlsregungen. Einsam.“ Ihre Stimme erstarb. Sie schien nicht mehr sagen zu wollen. Was war an dem Tisch heute Abend vorgefallen, was hatten die Frauen gesagt? Anscheinend hatten sie eine Bemerkung über ihn gemacht und Kate damit getroffen. Sie schien sehr durcheinander zu sein.
Auch seine Stimme war leise, als er sagte: „An dem Tag, als die Potters starben, starb auch in mir etwas. In den letzten 15 Jahren habe ich nicht gelebt, nur überlebt. Mein einziges Ziel war, mich meiner Aufgabe zu widmen.“ Sie lag ganz still und schien darauf zu warten, dass er weitersprach. „Ich war noch nie ein geselliger Mensch. Meine Gesellschaft war mir oft genug, ich las, ich lernte. Mit Dumbledore sprach ich gelegentlich, aber selten ein persönliches Wort.“ Seine Hand strich sanft über ihren Oberarm. „Das hat sich erst geändert, als Du plötzlich in mein Leben geplatzt bist. Auf einmal war die Welt voller Emotionen, und das im schnellen Wechsel. Es gab vor Dir niemanden, der mich so schnell auf die Palme bringen konnte. Aber auch niemanden, der es schaffte, dass ich mich so lebendig fühlte. In einem Moment hätte ich Dich am liebsten geschüttelt und im nächsten an mein Herz gezogen.“ Er dreht sich zu ihr und legte die Hand auf ihre Wange: „Es war das mit Abstand interessanteste Schuljahr meines Lebens. Wenn ich sonst die Leute nur lange genug ignoriert habe, dann haben sie es aufgegeben, mir nahe kommen zu wollen. Wenn das nicht half, dann habe ich sie eingeschüchtert. Das lief wunderbar, bis Du kamst.“ Sie musste kichern. „Du hast Dich von Anfang an nicht an die Spielregeln gehalten. Du hattest keine Angst vor mir und Du hast nicht aufgegeben.“
Jetzt schüttelte sie den Kopf: „Doch, nach dem Gespräch im Krankenflügel! Da habe ich die Hoffnung aufgegeben.“
Er zog sie noch näher an sich: „Meine Worte von damals tun mir unendlich leid. Ich war so enttäuscht von mir und war fest der Meinung, dass Du nicht wirklich etwas von mir willst. Ich dachte, es wäre Dankbarkeit, weil wir gemeinsam so einiges durchgestanden hatten. Und ich wollte Dir die Möglichkeit bieten, jemanden zu finden, der Dich auch wirklich verdient.“
Kate küsste ihn zart und flüsterte: „Genau den habe ich doch jetzt gefunden und ich bin so unendlich froh darüber.“
Wieder küsste sie ihn und er erwiderte den Kuss ebenso zart. „Ich liebe Dich, Kate.“ In dieser Nacht liebten sie sich nicht. Sie genossen die tiefe Verbundenheit und schliefen friedlich in den Armen des anderen ein.


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