
von Kate Flemming
In den nächsten Wochen zog ein gewisser Alltag in den Schule ein. Es war alles wie sonst auch immer, oder auch nicht. In der Schule liefen der Unterricht und die Tagesabläufe wie gewohnt, nur die Meldungen von außerhalb wurden immer alarmierender. Außer dem Tagesboten, der nur meldete, was die Todesser ihm vorgaben, hatte Minerva noch Muggelzeitungen abonniert. Tagtäglich gab es Meldungen von Morden, Überfällen und unerklärlichen Unfällen. Überall im Land war die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt worden. Über die Briefe der Eltern erfuhren die Schüler und damit auch die Lehrer von Folter, Erpressung und Verfolgung. Es traf zuerst einmal Muggel und muggelstämmige Zauberer und Hexen. Viele Elternteile waren auf der Flucht vor den Todessern. Im Ministerium wurden muggelstämmige Personen verhört und eingesperrt. Ihnen wurde vorgeworfen, die Zauberkraft von anderen „gestohlen“ zu haben, obwohl jeder wusste, dass das unmöglich war.
Viele Schüler waren verzweifelt, weil sie nicht wussten, ob es ihren Verwandten gut ging. Einige der Eltern versuchten, sich ins fernere Ausland abzusetzen. Wieder andere tauchten unter und es waren Fänger unterwegs, um solche Personen aufzugreifen. In England war niemand mehr sicher.
Dann, an einem Tag im Oktober, kam eine geheime Nachricht aus Hogsmead, dass sich dort einige Flüchtlinge angesammelt hatten, die nicht wussten, wohin sie gehen sollten. Nachdem Dumbledore, Minerva und Severus darüber abgestimmt hatten, machte sich Severus auf den Weg, um diese Leute ins Schloss zu holen. Es gab keine andere Möglichkeit, außerhalb des Schlosses waren sie nicht mehr sicher. Dumbledore hatte angeordnet, dass alle Flüchtlinge aufgenommen werden sollten, und auch Minverva und Severus waren der Meinung. Ihnen war klar, dass sich das herumsprechen würde und das sie bald mit einem Flüchtlingsstrom rechnen mussten.
Minerva setzte sich mit Filch, den Hauselfen und Flitwick zusammen und sie überlegten, welche Räume zu Schlaf- und Wohnräumen umfunktioniert werden konnten. Die Hauselfen machten sich dann an die Arbeit, um leerstehende oder mit ausgedientem Mobiliar vollgestellt Räume bewohnbar zu machen. Sogar einige Kerkerräume konnten so zu gemütlichen Schlafräumen umfunktioniert werden.
Kurz vor Halloween kam dann eine Nachricht von den Weasleys. Bill, Charlie und Mr. Weasley arbeiteten schon lange nicht mehr im Ministerium, da Ron mit dem am meisten gesuchten Verbrecher, Harry Potter, unterwegs war. Sie hatten sich die ganze Zeit im Haus am Grimmault Place versteckt, doch als Bill dorthin apparieren wollte, war er von einem Todesser verfolgt worden. Nun war das Haus nicht länger sicher und die Weasleys wohnten bei Tante Muriel. Aber für alle Personen war das Haus viel zu klein. Dumbledore war zusätzlich der Meinung, dass es nicht schaden konnte, die Mitglieder des Ordens in Hogwarts zu wissen, und bot allen durch Minerva an, ins Schloss zu kommen.
Also erschien die komplette Familie Weasley in Hogwarts und wurde auf zwei große Räume verteilt, die sie mit Mauern in kleinere Zimmer aufteilten.
Severus war nicht so begeistert, dass die Weasleys da waren. Wie er es befürchtet hatte, wichen die Zwillinge und Charlie Kate kaum von der Seite. Sie bekamen zwar von Minverva Aufgaben zugeteilt, aber in ihrer freien Zeit trieben sie sich auffällig oft vor oder im Tanzraum herum. Die Zwillinge umgarnten Kate offen, allerdings mehr auf eine spaßhafte Art, sie meinten es nicht so ernst. Charlie hingegen hatte sich offensichtlich in Kate verliebt, und sie hatte alle Hände voll zu tun, ihn sanft, aber bestimmt in seine Schranken zu weisen. So himmelte er sie von Ferne an und war sofort zur Stelle, wenn es etwas zu helfen gab. Kate sah zu, dass sie nie alleine mit ihm war. Sie mochte den jungen Mann gerne, aber langsam nervte er sie. Severus und sie hatten kaum eine Chance, sich außerhalb der Wohnung zu sehen.
Halloween kam mit großen Schritten näher und es sollte wieder einen Ball geben. Die Lehrerkonferenz hatte einstimmig beschlossen, an dem Konzept festzuhalten. Es sollte, wie im letzten Jahr einige Vorführungen geben, und es hatten sich einige Schüler gemeldet, die singen wollten.
Kate studierte mit einigen älteren Schülern einen Formationstanz zu Mambos ein. Die Jazz-Tanzgruppe war am Proben, die Musical-Gruppe hatte sich die Westside-Story vorgenommen und es gab mehrere kleinere Gruppen aus allen Jahrgängen, die auch etwas zum Programm beitragen wollten. Also hatte Flitwick, der die Organisation übernommen hatte, die Essenszeit schon auf den späten Nachmittag verlegt, eine Mitternachtssuppe sollte den späten Hunger bekämpfen.
Bis zum Halloweenabend waren noch mehr Flüchtlinge eingetroffen. Außer den Weasleys waren es schon 65 Personen. Minerva war unermüdlich, sie teilte jedem eine passende Aufgabe zu. So gab es jetzt auf Hogwarts zwei Friseure, eine Schneiderin, diverse Gärtner, die von Professor Sprout angelernt wurden, denn magische Pflanzen waren etwas völlig anderes als normale Gewächse. Madam Pomfrey hatte Unterstützung von einem Krankenpfleger und einer Arzthelferin bekommen. Charity und Kate wurden von einem Professor für englische Literatur unterstützt, der die Schüler mit Werken von Becket und Shakespeare vertraut machte. So hatte Kate etwas mehr Zeit für ihre Tanzstunden. Ein KFZ-Mechaniker erklärte den Schülern die Funktion von Motoren aller Art. War ein Muggel mit einem Zauberer oder einer Hexe verheiratet, kamen diese dann auch mit nach Hogwarts, ebenso wie die Geschwister der Schüler. Zum Glück war auch eine Kindergärtnerin anwesend, die sich mit Mrs Weasley um die Kleinen kümmerte.
Kate kam aus dem Nebenraum der Großen Halle, die als Garderobe fungierte und blieb staunend stehen. Hagrid und Flitwick hatten die Halle wieder in eine atemberaubende Halloween-Kulisse verwandelt. Schwebende Kürbisse verbreiteten ein wunderschönes Licht im Saal. Dazwischen schwebten die üblichen Kerzen und überall im Raum gab es Kürbisse aller Größen und Farben. Eine selbstfahrende Kürbiskutsche begeisterte in der Vorhalle die jüngeren Schüler und deren kleine Geschwister.
Es war alles vorbereitet für das große Festmahl. Auf den Tischen schimmerten die Teller mit den Kerzenleuchtern um die Wette. Dazwischen waren Kürbisse verteilt und mit den orangen Tischdecken ergab sich ein sehr festliches Bild.
Rasch ging Kate zu ihrer Wohnung, um sich umzuziehen. Sie hatte sich für ein halblanges Kleid in Orangetönen entschieden. Es schimmerte mal gelb, mal orange oder auch rot, je nachdem, wie das Licht darauf fiel. Es war aus Satin und hatte ein enges Oberteil mit Chiffonärmeln und einen weitausladenden, halblangen Rock mit Petticoat. Sie hatte sich im Schlafzimmer umgezogen, Severus saß mit Dumbledore im Wohnzimmer. Dieser langweilte sich manchmal und Kate bedauerte den aktiven Mann, der sich hier eingesperrt sah. Es war etwas besser geworden, als Tonks und Lupin ins Schloss gezogen waren. Lupin war ein interessanter Gesprächspartner, er war sehr intelligent und er und Dumbledore verbrachten viele Stunden miteinander, während Tonks im Schloss unterwegs war. Sie war sehr beliebt und ihre Fröhlichkeit machte sie zu einer gern gesehenen Helferin bei allen möglichen Aktionen.
Kate öffnete die Tür zum Wohnzimmer und trat ein. Dumbledore sah auf und Severus drehte sich im Sessel herum. Ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht.
Er stand auf und trat auf sie zu. „Du sieht bezaubernd aus!“ Vorsichtig zog er sie ihn die Arme und küsste sie zart. „Das wird ein sehr langer Abend werden“, seufzte er dann „und Du wirst eine Menge Mühe haben, Dir die Weasleys vom Hals zu halten.“ Er sah jetzt nicht mehr so glücklich aus.
„Tanzt Du wenigstens einen Tanz mit mir?“ fragte Kate leise.
Er nickte. „Wenn ich zu Dir durchkomme!“
Kate kicherte. „Du bist doch geübt in Schockzaubern, oder?“
Er schüttelte amüsiert den Kopf: „Wenn das schon notwendig wird, dann muss ich mir etwas einfallen lassen!“
Diesmal küsste sie ihn und es dauerte eine Weile, bis ihnen das leise Räuspern bewusst wurde, mit dem sich Dumbledore ins Gedächtnis rief. Verlegen fuhren sie auseinander.
Severus knurrte leise: „Ich fühle mich wie ein ertappter Schüler.“
Der Schulleiter gluckste: „Ich hätte Sie auch bald Nachsitzen lassen!“
Lachend verabschiedeten sich Kate und Severus und machten sich auf den Weg zur Großen Halle zum Festmahl. Als sie in die Eingangshalle kamen, trennten sie sich. Kate sah Severus nach und wünschte sich nichts sehnlicher, als das sie den Abend mit ihm verbringen könnte. Wie es wohl sein würde, mit ihm tanzen zu können, in seinen Armen zu sein und beim Essen neben ihm zu sitzen? Sie seufzte und straffte dann die Schultern. Auf ein Neues!
Sie betrat die Große Halle und schritt durch die Tischreihen zum Lehrertisch. Inzwischen war eine neue Tischreihe dazugekommen: die der Flüchtlinge. Die Schüler blieben an ihren Haustischen, aber die Angehörigen hatten auch einen Platz gebraucht. Es war eng geworden in der Großen Halle. Später würden die Tische verschwinden und für die Aufführungen durch Bankreihen ersetzt werden. Danach sollten Tische um die Tanzfläche gruppiert werden. Kate stieg die Stufen zum Lehrertisch hinauf und ging zu ihrem Platz. Das Abendessen war eine fröhliche, laute Angelegenheit. Die Halle summte von den Gesprächen und dem Gelächter. Tonks war allerbester Laune und unterhielt die Kinder an ihrem Tisch, indem sie ständig ihre Gestalt und ihr Aussehen ändert. Auch bei den Lehrern wurde gelacht und gescherzt. Kate stand auf, bevor der Nachtisch serviert wurde. Sie war nicht mehr hungrig und musste jetzt mit den letzten Vorbereitungen anfangen. Als sie an Severus vorüber ging, nahm sie das Funkeln in seinen schwarzen Augen wahr. Sie lächelt kurz zurück und ging dann in den Nebenraum. Sie zog sich in einer der provisorischen Kabinen um. Sie war mit ihrer Formation zwar erst der sechste Programmpunkt, aber nachher würde sie dafür keine Zeit mehr haben.
Bald kamen die anderen Darsteller und Tänzer aus der Halle herein und es war ein unbeschreibliches Durcheinander in dem Raum. Kate musste ihre Augen überall haben und war froh, dass sie in diesem Jahr die Unterstützung einiger Flüchtlinge hatte. Auch ältere Schülerinnen halfen, wo sie konnten und in einem Kraftakt waren dann doch alle rechtzeitig fertig.
Die jüngeren Jahrgänge fingen dieses Jahr an, sie waren am aufgeregtesten. Flitwick führte durch das Programm und ging nun zum Bühnenrand. Langsam wurde es still in der Großen Halle. Draußen war es noch ein wenig hell, und so war es die verzauberte Decke. Dann kündigte Flitwick die erste Gruppe an und das Programm begann. Die erste Nummer war nur kurz und wurde heftig beklatscht. Auch die nächsten Auftritte liefen soweit gut, kleinere Patzer bekamen die Zuschauer nicht mit. Dann traten zwei Sänger auf, danach sollte eine kurze Pause sein.
In der Pause bauten sie das Bühnenbild für das Musical auf. Dank Zauberkraft geschah das innerhalb von Minuten. Kate war immer wieder erstaunt, wie viel einfacher das Leben mit Magie war. Dann begann das Musical. Die Tänzer und Sänger spielten mit großer Hingabe und das Publikum war begeistert. Während das Bühnenbild für die letzten Programmpunkte wieder abgebaut wurde, sollte die Formation im Gang zwischen den Bankreihen und auf dem freien Platz vor der Bühne tanzen. Kate tanzte wieder mit Neville, wobei sich auch die Zwillinge angeboten hatten. Aber Neville war weniger problematisch und Kate tanzte gerne mit ihm.
Sie stellten sich in der Eingangshalle auf und die Tür öffnete sich mit den ersten Klängen des Liedes ‚Papa loves Mambo‘. Paar für Paar startete, immer zwei nebeneinander. Die Schritte waren nach den vielen Trainingsstunden fast synchron und mit jedem Schritt wuchs die Begeisterung bei den Tänzern. Sie wirbelten den Gang hinunter und vor der Bühne tanzten sie dann in einer Reihe. Am Ende sanken die Damen in einen tiefen Knicks und die Männer verbeugten sich galant vor den Damen.
Als Kate sich aus ihrem Knicks erhob, sah sie direkt in Severus Augen, der am Rand der Sitzreihen stand. Ein leichtes Lächeln zeigte sich in seinen Mundwinkeln und sie lächelte ebenfalls, bevor sie sich abwendete. Wie viel Liebe in einem Blick liegen konnte, dachte Kate, als sie sich abwendete.
Das nächste, was sie sah, war Nevilles überraschtes Gesicht, der ihrem Blick gefolgt war und Snapes Reaktion bemerkt hatte. Er sah verwundert von Snape zu Kate und zurück. Doch Severus hatte sich bereits abgewendet und nichts bemerkt. Neville sah Kate prüfend an und sie legte den Finger auf ihren Mund. Der junge Mann schaute zwar immer noch erstaunt, nickte aber ernst.
Die nächsten Nummern waren dran, dann endeten die Aufführungen. Von den Lehrern in die Hand genommen, veränderte sich die Große Halle schnell. In der Mitte war nun eine Tanzfläche und es gab kleine Tischgruppen um sie herum. Bald erschall die erste Tanzmusik und einige Paare drehten sich schon auf der Tanzfläche. Kate zog sich im Nebenraum um und half noch einigen der Schüler. Sie hatte es nicht eilig, in den Ballsaal zu kommen. Am liebsten wäre sie nun nach Hause gegangen oder mit Severus auf den Astronomie-Turm.
Aber nach einer Weile war nichts mehr zu tun und so ging Kate hinüber in die Große Halle. Inzwischen war die Tanzfläche voll und alle amüsierten sich gut. Da Neville mit Luna tanzte ging Kate zu Charity hinüber, die mit Aurora und Pompona zusammensaß. Sie setzte sich an den Tisch und hoffte, dass man sie einen Moment in Ruhe lassen würde. Doch schon bald steuerte einer der älteren Schüler auf sie zu und forderte sie auf. Danach wanderte sie von Arm zu Arm und kam nicht dazu, sich noch einmal hinzusetzten. Natürlich machte ihr das Tanzen mit den jungen Leuten Spaß, und sie war froh, dass die Weasleys sie bisher in Ruhe gelassen hatten. Aber da war schon Charlie und sie tanzte die obligatorischen drei Tänze mit ihm. Er überließ sie nur ungern Neville, aber Kate war froh darüber, dass er gekommen war. Am Ende war Charlie schon wieder dabei, nach ihr Ausschau zu halten und sie bat Neville, in Richtung Dean Thomas zu führen, damit sie den Tanz mit ihm fortsetzen konnte. Neville fand es sichtlich lustig, ihr bei der Flucht behilflich zu sein.
Irgendwann erwischten die Zwillinge sie und wollten sie nicht mehr aus den Fängen lassen. Sie standen am Rand der Tanzfläche und ließen die Schüler nicht mehr zu Kate.
Diese war kurz davor, den beiden die Meinung zu sagen, als hinter ihr eine Stimme sagte: „Miss Flemming hat mir diesen Tanz versprochen!“
Die Gesichter der Zwillinge waren sehenswert, als Kate ihre Hand auf Severus Arm legte und mit ihm auf die Tanzfläche ging. Das Lied ‘I can see clearly now’ erklang und sie tanzten. Kate genoss es, in seinen Armen zu liegen und für einen Moment vergaß sie, wo sie war. Mit ihm zu tanzen war einfach perfekt. Der Tanz hätte ewig weitergehen können, aber bald endete das Lied und ‚What a difference a day makes‘ begann. Es war ein sehr ruhiges Lied, ein Slowfox. Severus zog sie ein wenig enger an sich und Kate fiel es sehr schwer, ihren Kopf nicht an seine Schulter zu lehnen. Obwohl sie sich nicht ansahen, spürten beide eine starke Spannung und Kate schloss kurz die Augen.
Seine Stimme war sehr leise, aber sie verstand ihn trotzdem: „Aber, aber Mrs Snape, wir wollen doch nicht die Haltung verlieren.“
Sie antwortete ebenso leise: „Oh doch, Mr Snape, dass würde ich nur zu gerne.“
Er knurrte etwas lauter: „Professor Snape, immer noch!“ Und dann so leise, dass nur sie es verstehen konnte: „Das gibt Nachsitzen, gleich nachher.“
Kate versuchte, ein betretenes Gesicht zu machen, aber das war nicht so einfach. Schließlich gab sie es auf und strahlte ihn kurz an. Dann war das Lied schon zu Ende und er brachte sie an den Tisch der Lehrerinnen. Kate setzte sich mit einem leisen Seufzen und nahm einen Schluck von ihrem Wein, der schon seit ein paar Stunden unberührt dort stand.
Es war schon sehr spät, als Kate sich auf den Weg in die Wohnung machte. Severus hatte sie beobachtet und traf sie in der Eingangshalle, um sie in die Kerker zu begleiten. Es waren nicht mehr so viele Schüler unterwegs und so blieben sie unbeobachtet. Kate war sehr müde und froh, als sie die Tür zu ihrer Wohnung hinter ihnen schließen konnten. Sofort zog er sie in seine Arme und küsste sie.
„Das war ein sehr langer Abend“, sagte er leise zu ihr, als sich sein Mund sehr zögernd von ihrem getrennt hatte.
Sie legte den Kopf an seine Schulter und flüstert: „Viel zu lange. Es fällt mir sehr schwer, das Ganze aufrecht zu erhalten. Ich habe mich so danach gesehnt, mit Dir zusammen zu sein.“
Er nahm sie auf seine Arme und trug sie ins Schlafzimmer. Erst nachdem er sie ein weiteres Mal geküsst hatte, ließ er sie wieder los, damit sie sich umziehen konnte. Bald darauf lagen sie im Bett und Kate schlief ein, als sie sich an seine Schulter gebettet hatte. Er lauschte ihren tiefen Atemzügen und dachte über den Abend nach.
Sie hatte Recht, auch ihm war es sehr schwer gefallen, sie nicht ständig bei sich haben zu dürfen. Vielleicht war es gar nicht notwendig, ihre Ehe als Geheimnis zu behandeln. Er war einige Male kurz davor gewesen, Kate von den Schülern und den Weasleys fortzuholen. Ihm war nicht bewusst gewesen, wie eifersüchtig er war. Doch er hatte sich sehr zusammenreißen müssen. Dabei war ihm klar, dass sie ihn wirklich liebte und es in ihrem Leben keinen Platz für einen anderen gab. Was für ihn immer wieder wie ein Wunder war. Wie leer war sein Leben vorher gewesen. Er hauchte einen Kuss auf ihre Stirn und im Schlaf kuschelte sie sich noch enger an ihn. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief auch er ein.
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