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Fanfiction

Eine zweite Chance - Weihnachtszeit mit Folgen

von Kate Flemming

Die nächsten Wochen brachten noch mehr Flüchtlinge. Inzwischen waren es über 140 Männer, Frauen und Kinder, die in Hogwarts eine Zuflucht gefunden hatten. Es war schwierig, unter diesen Umständen den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, aber alle versuchten ihr Bestes.
Von Harry, Ron und Hermine war immer noch keine Spur zu finden. Dumbledore war mit Hilfe von Vielsafttrank immer wieder mal unterwegs, erledigte Missionen und suchte die drei. Diese Ausflüge taten ihm sehr gut, denn die lange zwangsläufige Pause hatte ihn sehr genervt. Die Gerüchte um seine Person verstummten nicht und viele fragten sich inzwischen, ob er noch lebte.

Das anstehende Weihnachtsfest bedurfte dieses Jahr einer größeren Planung, als im letzten Jahr. Viele Schüler würden die Schule nicht verlassen und bis dahin würde sich die Zahl der Flüchtlinge sicher noch vervielfachen. So mussten von Hogwarts aus Geschenke besorgt werden und das Fest organisiert werden. Diesmal sollte am Heiligen Abend ein Ball stattfinden und am nächsten Tag sollte es morgens Geschenke geben und danach für die Schüler und ihre kleineren Geschwister alle möglichen Freizeitaktivitäten angeboten werden. Im Festausschuss waren außer Kate, Charity, Pompona und Flitwick diesmal noch einige der Flüchtlinge. Zum Glück war der Nachschub an Lebensmitteln kein Problem, aber die Hauselfen waren nahe an der Grenze.
So gab es unter der Leitung von Septima eine Gruppe von Zauberern und Hexen, die die Hauselfen unterstützten. Die älteren Schüler mussten sich nun um die Kamine in den Gemeinschaftsräumen und Schlafsälen kümmern, die Betten wurden von den Schülern gemacht und auch die Reinigung der Schlafräume wurde nun von Schülergruppen übernommen. Es war ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl, das sich im Schloss breit machte.
Es gab einen neuen Radiosender in der magischen Welt. Er war vom Ministerium nicht zugelassen und agierte illegal. Die Macher des Programms änderten täglich ihren Standort und waren ständig auf der Flucht. Man konnte den Sender nur hören, wenn man das richtige Passwort kannte, das sich ebenfalls täglich änderte. Die Zwillinge waren für einige Tage verschwunden, denn sie nahmen wie alle Mitglieder des Ordens ständig an Missionen teil. So holten die Mitglieder verfolgte Hexen, Zauberer oder Muggel ins Schloss, waren auf der Suche nach Todesseren und Personen, die unter dem Imperius-Fluch standen.
Eines Tages Mitte Dezember brachten die Zwillinge dann Lee Jordan und einige andere ehemalige Schüler mit nach Hogwarts. Diese Fünf hatten den Radiosender gegründet und unterhalten. Ab sofort würden sie direkt aus Hogwarts senden und bekamen ein Studio in einem der Türme eingerichtet. Sie versuchten jetzt verstärkt, Hermine, Harry und Ron zu erreichen.

Mit Lee Jordan und seiner Truppe, die teilweise schon etwas älter waren, bekam Kates Fanclub noch Zuwachs. Snape bemerkte es mit Verärgerung, dass um seine Frau ein regelrechter Wettbewerb ausgeführt wurde. So war sie fast nie alleine anzutreffen, einer der jungen Männer war immer um sie herum und es wurden im Schloss schon Wetten abgeschlossen, wer wohl das Rennen machen würde. Kate war genervt. Meistens war es eher lustig, mit welchen Mitteln sich die Herren um sie bemühten, aber manchmal wünschte sie sich etwas mehr Freiraum. Kurz vor Weihnachten platzte ihr dann der Kragen. Sie war gerade mit einer Gruppe im Tanzraum, als etliche der jungen Männer zur Tür hereinkamen und sich zu kabbeln begannen. Allen voran die Zwillinge. Erst nach mehrfacher Ermahnung durch Kate, wurden sie ruhiger und warteten darauf, dass die Stunde zu Ende war.
Als die Schüler den Tanzsaal verlassen hatten, ging Kate zu der Truppe hinüber, der sich an den Fenstern niedergelassen hatte.
„So, ich denke, wir müssen uns mal intensiv unterhalten. Es geht nicht länger, dass ihr hier jederzeit reinplatzt und meinen Unterricht stört. Es nervt mich! Wenn ihr euch nicht besser benehmt, dann bekommt ihr Saalverbot, ist das klar!“
Kate stand vor ihnen, die Hände in die Hüften gestützt und funkelte sie wütend an. Die jungen Männer hatten wenigstens den Anstand, betreten dreinzusehen.
Fred traute sich als Erster: „Es ist so Miss Flemming, wir haben uns nur ein wenig gestritten, weil wir heute hier sind, um etwas herauszufinden.“
Er sah Kate dabei so drollig an, dass sie fast nicht mehr böse sein konnte. Trotzdem behielt sie die ernste Miene bei.
Lee Jordan warf ein: „Das stimmt. Wir diskutieren das schon eine Weile.“
Georg lachte laut: „Als wenn ihr eine Chance hättet!“
Darauf fingen alle gleichzeitig an, ihn niederzumachen.
„Du mit deiner hässlichen Visage.“
„Besser hässlich als zwei linke Füße.“
„Wenn du dich so schnell bewegen könntest, wie du schwatzt, dann wärst du zu Fuß schon in London!“
Kate hörte sich das Geplänkel eine Weile an und wollte sich schon abwenden, weil die Herren kein Ende fanden.
„Moment, hierbleiben!“
Kate schaute Lee Jordan aufmerksam an zog eine Augenbraue hoch und fragte gefährlich leise: „Reden Sie mit mir, Mr. Jordan?“
Er wirkte etwas verlegen. „Entschuldigen Sie, Miss Flemming. Es ist nur so, Sie können jetzt nicht einfach gehen, denn Sie müssen das entscheiden.“
Kate sah ihn stirnrunzelnd an: „Was soll ich entscheiden? Wer von Ihnen sich zum größten Idioten macht?“
Die Herren lachte und Fred sagte japsend: „Das machen wir im Anschluss!“
Georg meinte nur: „Das ergibt sich von alleine!“
„Worum geht es den eigentlich?“ Kate hatte jetzt keine Lust mehr, in einer Viertelstunde gab es Abendbrot und danach hatte sie noch zwei Tanzstunden zu geben.
„Wissen Sie, Miss Flemming, bald ist doch der Weihnachtsball und wir diskutieren schon die ganze Zeit, wer von uns Sie als Tanzpartnerin bekommen darf. Da wir uns nicht einigen konnten, dachten wir, wir überlassen Ihnen die Entscheidung!“ Fred schaute sie treuherzig an. „Dann gibt es bei uns keinen Streit mehr.“
Die anderen nickten eifrig und sahen sie dann erwartungsvoll an. Kate bekam erst mal keinen Ton heraus und dachte, sie hätte sich verhört. Waren die jungen Männer denn von allen guten Geistern verlassen? Sicher mochte sie den munteren Trupp, aber sie waren doch alle noch recht jung. Wie konnten sie nur denken, dass sie mit einem von ihnen den Ball besuchen würde?
Sie holte tief Luft und sah die Herren dann ernst an.
„Meine Herren, so geehrt ich mich auch fühle, ich denke, ich muss da ein paar Dinge klarstellen. Erstens, wir Lehrer gehen niemals mit einem festen Partner auf den Ball. Daran wird sich auch diesmal nichts ändern. Zweitens, und ich möchte, dass Sie mir jetzt sehr genau zuhören: Sie sind alle sehr nett und ich mag Sie gerne, aber Sie alle“, sie sah sie ernst der Reihe nach an, „sind mir viel zu jung. Ihnen allen sollte klar sein, dass ich schon 28 Jahre bin und nicht auf jüngere Männer stehe.“
Ihre Augen funkelten jetzt zornig: „Ist Ihnen vielleicht schon mal in den Sinn gekommen, dass ich bereits vergeben sein könnte? Wer sagt Ihnen denn, dass es da nicht schon einen Mann in meinem Leben gibt? Es ist nicht zu fassen, was Sie sich da erlauben!“
Sie wendete sich in Richtung Tür, verließ den Saal und knalle die Tür hinter sich zu. Der Schlag hallte durch den Korridor und einige Schüler drehten sich erschrocken um.
Filius Flitwick mache einen erschrockenen Satz und sah Kate alarmiert an: „Ist etwas passiert, meine Liebe? Brauchen Sie Hilfe?“
Kate knurrte: „Nein danke. Nichts, was ein Eimer kaltes Wasser nicht regeln könnte!“

Sie war immer noch aufgebracht, als sie in die Große Halle kam. Man sah ihr den Zorn wohl an, denn nicht nur die Lehrerinnen sahen sie irritiert an, auch Severus warf ihr einen erstaunten Blick zu. Kate war doch niemals zornig! Was war geschehen?
Kurz darauf schlichen die gemaßregelten Herren in die Halle. Sie hatten wenigstens den Anstand, betreten zu schauen. Severus runzelte die Stirn, als er diese Blicke bemerkte. Kates Blick war eisig geworden, als die jungen Männer in die Halle kamen. Da musste etwas vorgefallen sein. Aber anscheinend hatte sie die Situation im Griff.
Am späteren Abend waren sie endlich alleine im Wohnzimmer, Dumbledore war unterwegs. Sie saßen vor dem flackernden Kamin, Kate hatte sich auf seinen Schoß gekuschelt und sie hörten leise Musik.
Da sie offensichtlich nichts sagen wollte, sprach er sie an: „Was ist vor dem Abendessen passiert? Du warst so aufgebracht!“
Sie schwieg einen Moment, weil sie eigentlich keine Lust hatte, die friedliche Stimmung zu zerstören. Doch sie wusste, dass er nicht locker lassen würde, also holte sie tief Luft und erzählte ihm, was im Tanzsaal vorgefallen war. Wie erwartet, war auch er ungehalten über das Verhalten der jungen Männer. Aber offensichtlich hatte Kate alles geregelt.
Er sah eine Weile in die Flammen und sagte dann leise: „Diese jungen Männer sind nicht so sehr ein Problem, wie es Charlie Weasley ist, nicht wahr?“
Kate nickte kurz. „Er ist wirklich ein netter Kerl und drängt sich nicht so auf, aber auch ihm habe ich schon deutlich machen müssen, dass ich kein Interesse habe.“ Severus strich ihr über die Haare.
„Und es kommen täglich neue Menschen ins Schloss. Und dabei immer wieder junge Männer. Die Konkurrenz schläft nicht.“ Er verstummte und Kate hob den Kopf.
Sie sah ihm tief in die Augen. „Ich liebe Dich, daran wird sich nichts ändern. Wie kannst Du nur glauben, dass ich einen von diesen Kerlen auch nur anschaue?“
Er wendete den Blick ab. „Naja“, sagte er leise „es gab hier vorher niemanden in Deinem Alter. Vielleicht denkst Du inzwischen anders über unsere Beziehung.“ Kate zwang ihn, sie anzusehen: „Denkst Du wirklich, dass ich so wankelmütig, so oberflächlich bin? Ich liebe Dich!“
Er zog sie wieder an sich und küsste sie leidenschaftlich. „Ich liebe Dich auch, aber manchmal kann ich es immer noch nicht glauben.“
Sie stand auf und zog ihn dann vom Sessel hoch. „Komm, ich glaube ich muss Dir noch einmal zeigen, wie ernst ich es meine.“

Und dann war der letzte reguläre Schultag vorüber und alle freuten sich auf den großen Weihnachtsball, der am Abend stattfinden sollte. Am Nachmittag gab es Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen See und Schlittenfahrten über das Gelände von Hogwarts. Am frühen Abend verzogen sie die Mädchen und Damen nach und nach, um sich für den Abend umzuziehen und vorzubereiten. Zum Glück waren diesmal keine Vorführungen geplant und Kate hatte etwas mehr Zeit für sich. Severus hatte Aufsicht an der Eisfläche und würde erst später kommen. Kate saß eine Weile im Wohnzimmer.
Dort gab es einen kleinen Baum, den sie und Severus gestern geschmückt hatten. Ohne Zauberkraft. Es war ein wundervoller, romantischer Abend gewesen und sie hatten die Zeit miteinander sehr genossen. Es war schon Kates zweites Weihnachtsfest in Hogwarts und wie viel schöner war es diesmal.
Auch Severus konnte sich an kein Jahr erinnern, an dem es schöner gewesen wäre. In seiner Kindheit war Weihnachten nicht wirklich gefeiert worden und die unzähligen Weihnachtsfeste in Hogwarts waren nie etwas Besonderes gewesen. Doch Kate hatte alles verändert. Auf einmal war Weihnachten ein magisches Fest für ihn. Das Schmücken des Baumes war eines der schönsten Erlebnisse gewesen. Mit Kate zusammen war jeder Tag etwas Besonderes. Er freute sich jetzt schon auf den Moment, wenn der Ball zu Ende war und er mit ihr nach Hause gehen konnte. Dort würden sie in Ruhe tanzen und dann würde er ihr sein Geschenk geben. Oder vielleicht auch schon früher.
Kate stand auf und ging ins Bad. Als sie dort fertig war, begab sie sich ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Sie trug das Kleid vom letzten Jahr, es war rot mit weißer Pelzverbrämung und sie kam sich darin vor, wie eine Weihnachtsfrau. Letztes Jahr hatten alle „Mrs Claus“ zu ihr gesagt. Sie lächelte, als sie an das letzte Jahr dachte. Wie viel schöner war es dieses Jahr. Sie freute sich auf das Ende des Balles und auf ihre private Feier mit Severus. Jetzt legte sie noch die schmale Kette an, die Severus ihr zu ihrem Geburtstag geschenkt hatte. Ein kleines Herz hing daran und Kate erinnerte sich, wie gerührt sie gewesen war. Sie hätte nie gedacht, dass er so romantisch sein könnte.
Die Tür ging auf und er kam herein. Sein Blick musterte sie bewundernd.
„Mrs Snape, Sie sehen atemberaubend aus. Wir könnten den Ball doch gleich ausfallen lassen und uns hier amüsieren.“
Er trat näher und nahm sie in den Arm.
„Warum nicht“, murmelte sie und küsste ihn dann leidenschaftlich. Fünf Minuten später schob er sie energisch von sich.
„Gleich bleiben wir wirklich hier und ich garantierte Dir, dieses Kleid würdest Du nicht lang tragen.“
Sie seufzte und sagte dann sehnsuchtsvoll: „Das können wir nicht machen, oder?“
Er schüttelte amüsiert den Kopf. „Dein Fanclub würde das ganze Schloss auf den Kopf stellen. Es wäre ein Skandal, wenn sie uns dann hier erwischen würden!“
„Dann wäre das ganze Versteckspiel wenigstens nicht mehr nötig“, sagte Kate leise.
Er küsste sie zart und raunte dann: „Diese Zeit wird auch kommen. Im Moment habe ich dafür einfach zu viel Angst um Dich!“
Sie lehnte sich an ihn und holte tief Luft: „Komm, lass es uns hinter uns bringen. Umso schneller ist es vorbei und wir können heimgehen.“
Sie wollte sich abwenden, aber er hielt sie fest. „Einen Moment noch. Ich habe da etwas für Dich.“
Er fasste in die Tasche seines Umhangs und holte ein kleines Päckchen heraus. Sie sah ihn erstaunt an und meinte: „Aber Weihnachten ist doch erst Morgen!“
Er nickte: „Ich weiß, aber es ist auch kein Weihnachtsgeschenk. Eigentlich hättest Du es schon viel früher bekommen müssen, aber es war nicht so einfach zu bekommen. Und es ist nicht nur für Dich.“
Mit diesen rätselhaften Worten reichte er ihr das Päckchen und sie zögerte einen Moment, bevor sie es öffnete. Als sie das Papier entfernt hatte, kam ein kleines Schmuckkästchen zum Vorschein. Sie öffnete es vorsichtig und darin waren zwei Ringe, ein kleiner und ein etwas größerer. Sie waren schlicht und schimmerten matt. Mit Tränen in den Augen sah sie zu Severus auf, der sie beobachtete.
„Ach, Severus.“ Dann konnte sie nicht weiter sprechen.
Er nahm ihr das Kästchen ab und holte den kleineren der Ringe heraus. „Das mit unserer Trauung kam so überraschend und kurzfristig, es war damals keine Zeit dafür. Aber jetzt wurde es Zeit.“
Er sah ihr tief in die Augen und steckte ihr dann den Ring an den Finger. Er passte wie angegossen. Sie nahm den größeren Ring aus dem Futteral und steckte ihn Severus an den Ringfinger. Dabei sahen sie sich in die Augen und er sagte: „Ich liebe Dich, Kate.“ Dann zog er sie in seine Arme und sie küssten sich.
Als sie sich voneinander lösten, hauchte sie: „Und ich liebe Dich, Severus.“
Als sie in die Eingangshalle kamen, staunte Kate wieder einmal über die zauberhafte Dekoration. Zwölf Weihnachtsbäume verbreiteten romantisches Licht und um die Handläufe aller Treppen im Schloss waren Tannengirlanden gewunden. Kurz darauf traten sie in die Große Halle, fast alle waren schon da und sie trennten sich schnell. Kate steuerte auf den Tisch der Lehrerinnen zu, während Snape zu Minerva und Flitwick ging. Dumbledores Platz blieb, wie immer, leer. Er war heute Nacht wieder einmal unterwegs und weder Minerva, noch Severus wussten genau, wo er war.
So voll war es in der Großen Halle noch nie gewesen. Annähernd 250 Flüchtlinge waren es bis zu diesem Abend geworden. Fast keiner der Schüler war nach Hause gefahren, es war schlichtweg zu gefährlich dort draußen. Die Kerzen beleuchteten die Halle mit einem milden Licht. Überall schwebten Christbaumkugeln in allen Farben und Größen.
Die jüngeren Geschwister der Schüler staunten und freuten sich über die kleinen schwebenden Geschenke, die sie einfangen konnten. In jedem Päckchen waren kleine Tröten, Kugeln, Glöckchen oder Flöten. Flitwick hatte sich selbst übertroffen. Für viele der muggelstämmigen Familien war es das erste magische Weihnachtsfest. Darüber vergaßen sie fast, dass sie nicht zu Hause sein konnten.

Am Tisch von Charity, Septima, Aurora, Rolanda, Kate und Pompona ging es lustig zu. Die Damen waren ausgelassen und Septima lief zur Hochform auf. Kate hatte bald Tränen vom Lachen in den Augen und die sechs Damen zogen die Blicke aller auf sich. Charity erzählte von ihrer ersten Begegnung mit einem Geschirrspüler, der die Wäsche einfach nicht sauber bekam und Septima ergänzte die Geschichte mit ihrer Erfahrung mit einer Waschmaschine, die ein komplettes Kaffeeservice zerlegte. Das Essen war vorzüglich und die Damen sprachen dem Wein zu. Kate hatte nach einem Glas genug, sie vertrug Alkohol nicht so gut und stieg auf Wasser um.
Dann stand Flitwick auf und eröffnete den Weihnachtsball mit einigen Worten. Die Schüler strömten auf die Tanzfläche und auch die Flüchtlinge nutzten die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen. Kate duckte sich förmlich, doch ihr Ausbruch vom letzten Mal schien Früchte getragen zu haben, denn die Gruppe um die Zwillinge hielt Abstand. Nach einer Weile kam allerdings Neville zu ihr und verbeugte sich förmlich.
„Miss Flemming, würde Sie gerne tanzen?“
Sie lächelte den höflichen jungen Mann an und sagte: „Mit Ihnen immer, Mr. Longbottom!“
Bald drehte sie gemächliche Runden zur Musik von ‚White Christmas‘, denn in diesem Jahr sollte nur Weihnachtsmusik aus allen Teilen der Welt gespielt werden. Nachdem sie mit Neville getanzt hatte, kam Charlie auf sie zu und es folgten weitere Tänzer. So war sie wieder einmal die ganze Zeit auf der Tanzfläche.
In einer Pause setzte sie sich zu Minerva an den Tisch und sie unterhielten sich. Kate war sich Severus Anwesenheit nur zu bewusst, seine Präsenz war fast greifbar. Es fiel ihr immer schwerer, ihn nicht berühren zu dürfen und sie hatte Angst, in seine Richtung zu schauen. Bestimmt würde jeder ihre Gefühle an ihrem Gesicht ablesen können.
Minerva schaute amüsiert auf die unkonzentrierte junge Frau. „Hübscher Ring“, sagte sie fast beiläufig „ich glaube, ich habe einen solchen schon einmal gesehen.“
Dabei schaute sie angelegentlich auf Snapes Hand. Kate errötete und senkte schnell den Kopf. Auch Severus musterte sehr konzentriert die vorbei tanzenden Paare. Minerva lächelte. Dann stand schon wieder ein junger Mann vor Kate und sie stand seufzend auf. Es war einer der Flüchtling, und sie wusste nicht einmal, wie er hieß.
Doch jetzt fühlten sich die Zwillinge nicht mehr an die Abmachung gebunden, weil Kate ja auch mit allen anderen tanzte. Der Tanz war noch nicht einmal richtig vorüber, als Fred schon vor ihr stand und dann übernahm.
Er grinste und sagte: „Ich will nur tanzen, Sie brauchen nicht wieder wütend zu werden.“ Dann lachte er laut: „Bei Ihrer kleinen Strafpredigt fühlten wir uns alle an die Zaubertrankstunden von Snape erinnert. Sie hatten den gleichen Tonfall drauf. Ist uns erst später aufgefallen.“
Kate musste sich ein Lachen verkneifen und sagte nur rätselvoll: „Wen wundert es! Und es heißt immer noch Professor Snape, auch für Sie!“
Dann war da schon Georg, der seinen Bruder beiseite stieß: „Jetzt bin ich dran, such Dir eine andere Tänzerin.“ Da sich die beiden und ihre Freunde benahmen, war es für Kate kein Problem, mit ihnen zu tanzen.
Nach einem Tanz war sie gerade alleine auf dem Weg von der Mitte der Tanzfläche zu ihrem Tisch, als sie Charlie nach ihr Ausschau halten sah. Er sah sehr entschlossen aus und hatte vorhin etwas gemurmelt, was wie „Ich muss Ihnen nachher etwas sagen“, geklungen hatte. Kate duckte sich ein wenig und versuchte, sich in der Menge zu verstecken. Es war niemand in der Nähe, den sie schnell auffordern konnte. Sie bewegte sich um ein paar Paare herum, die gerade tanzten und kam an den Rand der Tanzfläche. Dort stand Draco Malfoy und sah gelangweilt auf die tanzenden Paare.
Kurzentschlossen ging sie auf ihn zu und fragte: „Würden Sie mit mir tanzen?“
Er war so überrumpelt, dass er nickte. Es war ein schnellerer Tanz und sie war froh, dass er tanzen konnte. Zu den Klängen von ‚Merry Christmas everyone‘ tanzten sie einen Rock N Roll. Malfoy erholte sich langsam von seinem Schreck und musterte sie misstrauisch. Die Musik wechselte und es kam ein ruhiger Tanz, ‚Winter wonderland‘ erklang.
Kate neigte sich etwas näher an den jungen Mann und sagte leise zu ihm: „Ich danke Ihnen, dass Sie mich nicht abgewiesen haben. Aber die Herren Weasley können ein ‚Nein‘ einfach nicht akzeptieren. Sie sind mich gleich wieder los!“
Ein schmales Lächeln glitt über das ernste, blasse Gesicht und er sagte: „Oh, wenn es die Herren Weasley ärgert, dann tanze ich auch noch einen weiteren Tanz mit Ihnen!“
Kate musste kichern und sie tanzten wirklich noch den nächsten Tanz gemeinsam. Kurz vor Ende schaute Kate ihn ernst an und sagte leise: „Ich glaube, ich muss mich noch wegen einer anderen Sache bei Ihnen bedanken.“
Er sah sie erstaunt an und sie fuhr leise fort: „Sie haben im Sommer eine bestimmte Kerkertür geöffnet. Das war sehr mutig von Ihnen.“
Er wurde noch blasser und sagte: „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen.“
Kate lächelte und flüsterte: „Ich denke, Sie wissen genau, was ich meine. Sie haben dem Mann, den ich liebe, das Leben gerettet. Dafür werde ich Ihnen mein Leben lang dankbar sein.“
Das Lied war zu Ende und Kate verabschiedete sich mit einem Nicken. Sie war gerade auf dem Weg zu Minervas Tisch, als Charlie sie doch noch erwischte.
Kate überlegte gerade, wie sie ihn am wirkungsvollsten abweisen sollte, als hinter ihr Severus sagte: „Miss Flemming, das ist wohl unser Tanz.“
Kate fuhr erleichtert herum und nickte: „Natürlich, Professor Snape. Ich wollte Sie gerade suchen.“ Mit einem letzten Blick auf Charlie ließ sie sich in die Mitte der Tanzfläche führen.
Zu den Klängen von ‚Feliz Navidad‘ tanzten sie einen lateinamerikanischen Tanz. So locker wie heute Abend tanzte Severus sonst nur, wenn sie alleine waren. Sie hatte so viel Spaß, dass ein Strahlen auf ihrem Gesicht lag. Immer wieder drehte er sie in Figuren und improvisierte zwischendurch. Er hatte allerbeste Laune und seine sonst so strengen und kontrollierten Züge waren heiter. Und sie fielen auf. Die Mienen der Weasley wechselten von erstaunt zu misstrauisch. Was lief da zwischen dem unbeliebten Lehrer und der jungen Frau? Nach zwei weiteren Tänzen wechselte die Musik auf ‚Driving home for Christmas‘, eines der Lieblingslieder von Kate und Severus zog sie näher an sich heran. Es war wie im Traum. Draußen hatte es angefangen zu schneien und auch aus der verzauberten Decke fielen die Schneeflocken. Die weichen Töne der Musik hüllte das Paar ein und Kate vergaß, wo sie war. Sie drehten sich im Takt der Musik und Kate ließ sich nur zu gerne von Severus führen. Wieder einmal merkte sie, das Tanzen mit einem Menschen, den man liebt etwas völlig anderes ist. Ein zartes Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie Severus in die Augen sah.
Leise sagte sie: „Ich liebe Dich!“
Er sah ihr tief in die Augen und zog sie sachte noch näher, was bei Charlie einen Anfall von Eifersucht auslöste. Er stand am Rand der Tanzfläche und konnte nicht glauben, was er da sah.
Auch Fred und Georg sahen sich alarmiert an und hielten ihn fest, Lee Jordan allerdings sagte im Umdrehen: „Ich hole sie da raus.“
Und schon schlängelte er sich, gefolgt von Georg und Fred, geschickt durch die tanzenden Paare auf Kate und Snape zu. Die Musik hatte gerade geendet, als Lee Snape auf die Schultern tippte. Der drehte sich überrascht um und Lee sah Kate gewinnend an.
Dabei sprach er fast nebenbei mit Severus: „Sie erlauben, Professor Snape?“
Doch Fred und Georg waren damit nicht einverstanden und standen ebenfalls plötzlich hinter Kate, gefolgt von dem Rest der Truppe. Severus war zwei Schritte zurückgetreten und verfolgte die nun aufkommende Diskussion mit verschlossener Miene.
„Es ist meine Runde“, stellte Jordan fest, „ich habe sie eben aufgefordert!“
Doch Fred meinte: „Nein, Alter! Du hast heute schon zweimal mit ihr getanzt!“ Und Charlie mischte sich ein: „Ich habe vorhin schon gefragt, ob Miss Flemming noch einmal mit mir tanzt.“
Kate war von den Ereignissen so überrumpelt worden, dass es eine Weile dauerte, bevor sie reagierte. Sie sah zu Severus und ein bedauerndes Lächeln lag auf ihren Lippen.
Dessen Augen zogen sich zusammen und er unterbrach den Wortwechsel der jungen Männer: „Oder aber“, sagte er mit schneidender Stimme, worauf sich alle zu ihm umwendeten, „oder aber meine Frau tanzt den Rest des Abends mit mir!“ Bei diesen Worten reichte er Kate die Hand und zog sie aus dem Kreis der jungen Männer, die seine Worte noch nicht so recht erfasst hatten.
Kate sah ihn erstaunt an und er fragte amüsiert: „Oder bist Du anderer Meinung, Kate?“
Sie schüttelte den Kopf: „Nein, ganz sicher nicht, Severus!“ Er lächelte kurz und zog sie dann in seine Arme und küsste sie. Mit Blick auf die Truppe sagte er noch: „Meine Herren, Sie werden uns jetzt entschuldigen müssen!“
Gerade in diesem Moment begann das Lied ‚Have yourself a merry little Christmas‘ und lockte die Tänzer mit einem romantischen langsamen Walzer. Severus zog sie so nah an sich heran, wie er es sonst nur tat, wenn sie alleine waren. Kate war wie verzaubert, als sie sich mit langsamen Schritten bewegten. Sie entspannte sich und endlich legte sie ihren Kopf an seine Schulter. Sie fühlten und spürten die Musik mehr, als sie sie hörten. Es war einfach Magie.
Minverva lächelte, als sie die erstaunten Blicke um sich herum sah. Das war aber auch Zeit geworden! Am Ende hatte Severus dann doch genug gehabt. Nach diesem Abend würde keiner mehr bezweifeln, zu wem Kate gehörte. Die Lehrerinnen und Lehrer tuschelten miteinander, wie auch die meisten anderen Personen in der Halle.
Das Paar drehte sich zu der langsamen Musik, sie schienen meilenweit fort zu sein. Nur langsam erwachte Kate aus ihrer Versunkenheit und nahm die Paare um sich herum wieder wahr. Sie wurden von fast allen beobachtet. Als die Musik endete, küsste Snape Kate kurz, aber leidenschaftlich, bevor der nächste Tanz begann. Ihre Wangen wurden wieder warm und sie senkte den Kopf. Wie gut, dass sie ihre Haare heute offen trug, so konnte sie sie als Vorhang benutzen. Als sie wieder zu Severus hochschaute, sah sie ein befriedigtes Lächeln auf seinem Gesicht liegen.
„War das klug?“ fragte sie ihn leise.
Er schüttelte den Kopf: „Sicher nicht. Aber es war überfällig, findest Du nicht?“
Sie nickte. Dann lachte sie leise.
„Was ist so lustig?“ fragte er sie.
„Die Gesichter um uns herum. Fred und Georg bekommen den Mund immer noch nicht zu.“
Jetzt musste auch Severus lachen, und für viele war es das erste Mal, dass sie ihn lachen sahen und hörten. Was war verrückter? Das Snape tatsächlich lachte, oder dass er Miss Flemming auf offener Tanzfläche geküsst hatte, und sie das anscheinend nicht nur völlig in Ordnung fand, sondern offensichtlich auch noch genoss?

Severus gab an diesem Abend Kate nicht mehr her und es war offensichtlich, wie vertraut die beiden miteinander umgingen. Sie genossen den Abend und waren froh, sich nicht mehr verstellen zu müssen. Erst war es nur ein Gerücht, aber Professor McGonagall bestätigte es und so wusste bald jeder, dass Miss Flemming tatsächlich mit Snape verheiratet war.
Erst spät in der Nacht kehrten sie in ihre Wohnung in den Kerkern zurück und Kate fiel todmüde ins Bett und schlief fast sofort ein. Severus lag noch eine Weile wach und in seinem Geist erlebt er den Abend noch einmal. Kurz bevor er einschlief dachte er noch: es war die richtige Entscheidung gewesen!

Der nächste Tag brachte eine Menge Geschenke für alle Kinder und Schüler. Dann gab es ein umfangreiches Frühstück in der Großen Halle. Die zwölf Weihnachtsbäume funkelten in den verschiedensten Farben und Kinder aller Altersstufen standen davor und staunten. In der Nacht hatte es heftig geschneit und die verschneite Landschaft mit dem strahlend blauen Himmel zog die jungen Leute hinaus ins Freie.
An diesem Tag wurde in Hogwarts viel gelacht und gespielt. Durch die Anwesenheit der Familien war eine ganz andere Stimmung in das Schloss gekommen. Kate verbrachte die meiste Zeit am zugefrorenen See, auf dem die Schlittschuhfahrer ihre Talente ausprobierten. Sie organisierte Spiele, kümmerte sich um die Kleinsten, die die ersten Schritte auf dem Eis wagten und sorgte dafür, dass es keinen Streit um die Schlittschuhe gab. Severus hatte Aufsicht und genoss es, Kate zwischendurch für sich zu haben. Sie tranken eine heiße Schokolade, bevor Kate wieder zu den Schülern zurückmusste.
Sie waren immer noch eine kleine Sensation bei den Schülern und nur Neville wagte sich, Kate darauf anzusprechen. Er stand plötzlich vor ihr und lächelte verlegen.
Kate sah ihn an und er sagte: „Ich wollte Ihnen nur gratulieren, Miss Flemm…äh, entschuldigen Sie, Mrs Snape!“ Er schaute verlegen.
„Ich danke Ihnen Mr. Longbottom, das ist sehr nett von Ihnen!“
Auch die Lehrerinnen kamen nach und nach zu Kate, allerdings nur dann, wenn Severus nicht bei ihr war. Sie gratulierten ihr und sahen sie dennoch skeptisch an. Niemand gratulierte Severus, wie Kate mit Bedauern sah. Keiner wünschte ihm Glück. Es schien ihn nicht weiter zu stören, aber Kate dachte wieder einmal, wie einsam er sein musste. Hatte er denn gar keine Freunde? Gab es niemanden auf der Welt, der sich um ihn kümmerte? Jetzt hatte er sie, aber Freunde waren so wichtig im Leben.
Doch er schien nichts zu vermissen, im Gegenteil, er schien glänzende Laune zu haben und reagierte noch nicht einmal wütend, als der arme Neville ihn über den Haufen lief. Longbottom stand bleich vor dem auf dem Eis sitzenden Snape und zitterte am ganzen Leib. Severus rappelte sich auf und mit einem Blick auf Neville fing er an zu lachen. Nevilles Mund klappte auf und er sah den Lehrer an, als würde dieser überschnappen.
Als sich Severus beruhigt hatte, klopfte er Neville auf die Schulter und sagte dann: „Keine Sorge Longbottom, dafür müssen Sie schon nicht Nachsitzen!“
Dann schlenderte er zu Kate hinüber, die ihm den Schnee vom Umhang klopfte. Er bedankte sich mit einem Kuss dafür und zog Kate dann zu den Schlitten, die von den, für manche unsichtbaren, Testralen gezogen, zu Fahrten über den zugefrorenen See einluden.

Am Abend gab es wieder Spiele in der Großen Halle, gefolgt von einem fröhlichen Abendessen. Während alle noch an den Tischen saßen, sich unterhielten und nach der Vorspeise auf den Hauptgang warteten, trat ein Hauself zu Severus und Minerva und reichte ihnen ein Stück Pergament. Sie lasen es und sprangen schnell auf die Füße und verließen die Große Halle eilig. Kate sah ihnen nach, was mochte da wohl vorgefallen sein? Auch die anderen Lehrer hatten teilweise mitbekommen, was passiert war und sahen sich ratlos an.
Die Hauptspeise war gerade auf den langen Tischen erschienen, als die Eingangstür zur Halle geöffnet wurde und Professor McGonagall erschien. Sie schob die Tür weiter auf und auf ihrem Gesicht lag ein glückliches Lächeln. Als sie eingetreten war, konnten alle sehen, was sich so froh machte.
Hinter ihr traten Harry Potter, Hermine Granger und Ron Weasley ein. Nach einem Augenblick der Stille, kamen Begeisterungsrufe von allen Seiten. Familie Weasley war auf die Füße gesprungen und auf dem Weg zum Eingang. Viele Schüler sprangen von den Bänken auf und jubelten und applaudierten. Inzwischen waren Harry, Hermine und Ron, gefolgt von Severus näher gekommen und die Begrüßung durch die Weasleys war in vollem Gange. Mrs Weasley weinte und drückte die drei immer wieder an sich. Fred und Georg klopften ihrem Bruder so fest auf die Schulter, dass der beinahe in die Knie ging. Mr Weasley strahlte über das ganze Gesicht und Bill und Charlie versuchten, ihre Mutter zu beruhigen. Auch ihre Freunde und Mitschüler waren in die Mitte der Halle geströmt. Jeder wollte ihnen die Hand schütteln und sie in Hogwarts willkommen heißen. Nachdem sie so stürmisch begrüßt worden waren, versuchte Minerva wieder Ruhe in die Halle zu bringen: „Nun lasst sie doch erst einmal etwas essen. Sie sind sehr erschöpft und können auch nachher noch erzählen, was sie erlebt haben!“
So setzten sich die drei erst einmal an den Familientisch, weil Mrs Weasley sie sowieso nicht woanders hätte sitzen lassen. Auch alle anderen Schüler setzten sich nach und nach wieder hin. Endlich kam das Festmahl wieder in den Mittelpunkt und es dauerte sehr lange, bis auch der Letzte sein Besteck niederlegte, weil einfach nichts mehr hineinging. Dann erschien der Nachtisch und so einige mussten abwinken. Auch Kate hatte keinen Hunger mehr.
Sie stand auf und streckte sich. Heute hatte sie keine Lust mehr auf die für den Abend geplanten Vergnügungen. Da sie aber die Planung auch nicht übernommen hatte, konnte sie sich zurückziehen. Unauffällig ging sie aus der Halle, die Aufmerksamkeit aller lag auf den drei Heimkehrern.
Severus hatte ihren Aufbruch bemerkt, konnte ihr allerdings noch nicht folgen. Erst musste er mit Minerva sprechen, wie es weitergehen sollte.
Er beugte sich zu ihr und sagte leise: „Wollen wir in Dumbledores Büro gehen, er wird noch dort sein!“
Minerva nickte und sie standen auf und verließen die Große Halle durch eine Nebentür. Dumbledore hatte Harry, Ron und Hermine gefunden und nach Hogwarts geholt. Er hatte ihnen gesagt, dass sie ihn nicht verraten durften und sie dann schnell zu ihren Angehörigen und Freunden entlassen. Dann hatte er Minerva und Severus kurz mitgeteilt, dass er sie später in seinem Arbeitszimmer sehen wollte. Gemeinsam stiegen sie die Stufen hinauf.
Minerva schüttelte langsam den Kopf: „Ich glaube, ich werde für solche Aufregungen und Anspannung langsam zu alt. So langsam wünsche ich mir fast, dass der Dunkle Lord angreift, nur damit wir es hinter uns haben.“
Snape nickte kurz: „Es kann nicht mehr lange dauern. Wenn er erfährt, dass Potter wieder hier ist, dann ist der Zeitpunkt gekommen.“
Inzwischen waren sie am Wasserspeier angekommen und Minerva murmelte: „Fruchtgummi!“, worauf der Wasserspeier zu Seite trat und die Wendeltreppe erschien.
Snape ließ der Lehrerin für Verwandlung den Vortritt und bald standen sie in Dumbledores Raum. Er saß auf dem Platz hinter dem Schreibtisch und hatte einen jetzt leeren Teller vor sich. Er nickte ihnen zur Begrüßung zu und trank einen Schluck Met.
Sie setzten sich und er schob den Teller von sich. „Ah, es war fast so gut, als ob ich in der Halle gewesen wäre. Es wird Zeit, dass wir die ganze unselige Geschichte hinter uns bringen, auf die ein oder andere Art!“
„Wo haben Sie Potter und seine Freunde gefunden?“, fragte McGonagall.
Der Schulleiter lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „In Godric’s Hollow. Mir war klar, dass Potter früher oder später das Grab seiner Eltern aufsuchen würde. Ich hatte mit einigen Beschwörungen das Grab verzaubert, so dass ich eine Warnung bekam, wenn jemand die nähere Umgebung betrat. Heute Abend war es soweit und ich machte mich sofort auf den Weg dorthin. Sie standen noch auf dem Friedhof, als ich dort ankam. Aber noch eine andere Person war da: Bathilda Bagshot!“
Minerva holte tief Luft: „Wie ging es ihr, sie soll doch schon ein wenig verwirrt sein, habe ich gehört?“
Dumbledore wiegte den Kopf im Gedanken. Dann sagte er traurig: „Schlimmer als das. Sie ist tot!“
Minerva und Severus sahen ihn verdutzt an und er fuhr fort: „Sie lockte Harry und seine Freunde in ihr Haus, ich folgte ihnen unauffällig, weil es mir merkwürdig vorkam. Sie gingen hinein und ich machte mich unsichtbar. Das Haus sah sehr verwahrlost aus, ganz im Gegensatz zu früher. Doch ich hatte Bathilda noch im Frühjahr des letzten Jahres besucht. Sie war zwar ein wenig verwirrt, aber es gab einige Hexen im Dorf, die sich um sie gekümmert hatten. Doch jetzt war das Haus in einem Zustand, als wenn dort schon seit einiger Zeit keiner mehr gewesen wäre. Sie sprach auch nicht mit den jungen Leuten, sondern lockte nach kurzer Zeit Potter in den ersten Stock.“
Er war aufgestanden und zum Fenster getreten. Außer dichtem Schneegestöber war dort nichts zu sehen. Er seufzte und fuhr fort: „Als sie oben waren, zeigte sie ihr wahres Gesicht: In Wahrheit war Bathilda schon vor einer Weile gestorben und Voldemorts Schlange Nangini steckte in dem toten Körper. Gleichzeitig näherte sich Voldemort persönlich. Es war eine gefährliche Situation. Ich konnte nicht erwarten, dass Harry, Ron und Hermine alleine damit klarkommen würden, auf der anderen Seite wäre es nicht gut gewesen, wenn Voldemort mich zu diesem Zeitpunkt erkennen würde. Also beteiligte ich mich immer noch unsichtbar am Kampf und griff nach Ron, als die drei disapparierten. Als sie dann in einem Wald wieder apparierten, gab ich mir zu Erkennen. Sie waren erst misstrauisch, was nach den Erlebnissen nicht gerade verwundert, aber bald konnte ich sie überzeugen, dass ich es wirklich war. Dann machten wir uns sofort auf den Weg nach Hogwarts. Wir apparierten zum Tor und auf dem Weg zum Schloss erklärte ich ihnen die Situation und nahm ihnen das Versprechen ab, nichts zu verraten.“
„Und der Dunkle Lord hat Sie nicht bemerkt?“, fragte Severus.
Dumbledore schüttelte den Kopf. „Ich war unsichtbar und die Flüche hätten auch von den drei jungen Menschen kommen können. Außerdem kam er auch erst dazu, als die Schlange schon im Kampf mit Harry war. Es war dunkel in dem Zimmer und er konnte sich keinen Überblick mehr verschaffen, als wir schon verschwanden. Leider kam ich nicht nahe genug an diese Schlange heran, sonst hätte ich dieses Problem gerne aus der Welt geschaffen.“
McGonagall stieß einen leisen Pfiff aus: „Das ist ja gerade mal gut gegangen, nicht wahr?“
Die Männer nickten. „Ich bin auf jeden Fall froh, das Potter, Weasley und Granger wieder in Sicherheit sind. So haben wir eine Sorge weniger.“
„Der Dunkle Lord weiß aber nicht, dass sie wieder in Hogwarts sind.“ Severus fragte es nicht, er stellte es fest. „Es liegt in unserer Hand, ob er es erfährt, und wann. Wir können Potter mithilfe von Vielsafttrank überall auftauchen lassen, um Verwirrung zu stiften!“
Dumbledore sah Severus überrascht an und sagte dann langsam: „Das ist eine hervorragende Idee, wir können ihn verwirren. Wir könnten ihn ablenken, bis wir diesen letzten Horkrux endlich gefunden haben.“
Minerva sagte langsam: „Doch wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn in absehbarer Zeit finden? Wir haben schon alle Möglichkeiten untersucht, ohne ihn zu finden.“
Der Schulleiter sah sie an und meinte: „Harry und seine Freunde sind auch auf der Suche gewesen und er hat mir gesagt, dass sie auch verschiedene Ideen hatten. Ich habe ihn gebeten, nach dem Essen zu uns zu kommen. Vielleicht haben sie einen Hinweis gefunden. Außerdem sollten wir seine Verbindung zum Dunklen Lord nicht unterschätzen. Wir haben Harry seit einem halben Jahr nicht gesprochen. Lassen wir uns überraschen.“
Sie sprachen noch über organisatorische Sachen, denn die Zahl der Flüchtlinge würde nach Weihnachten noch steigen. Sie rechneten damit, dass die wenigen Schüler, die nach Hause gefahren waren nach Weihnachten vielleicht mit ihren Familien kommen würden. Die Mitglieder des Ordens würden in den nächsten Tagen auch vollzählig hier sein, Kingsley Shacklebolt wurde von den Todessern hart bedrängt und hatte sich jetzt ebenfalls entschlossen, in Hogwarts Zuflucht zu nehmen. Tonks Eltern waren am gestrigen Abend plötzlich in Hogsmeade aufgetaucht, Tonks Vater war muggelstämmig und wurde vom Ministerium gesucht. Tonks war glücklich gewesen, ihre Eltern wohlbehalten wieder zu sehen. Mad Eye war schon seit Mitte Dezember in Hogwarts.
Sie überlegten kurz, wie sie noch mehr Wohnräume für Flüchtlinge bereitstellen konnten, als es an der Tür klopfte.
Dumbledore rief aufgeräumt: „Immer herein!“, und die Tür öffnete sich. Harry, Hermine und Ron kamen befangen herein. Harry war schon des Öfteren in Dumbledores Arbeitszimmer gewesen, aber die beiden anderen noch nicht. Sie traten zögernd näher, wobei Professor McGonagall ihnen aufmunternd zulächelte.
Snape sah die drei nicht an. Zu groß war sein Hass auf Harrys Vater gewesen und ihm war es in den letzten Jahren nicht gelungen, diesen Hass nicht auf dessen Sohn zu übertragen. Doch diesmal loderte der Hass in seinem Inneren nicht so hell auf wie sonst, wenn er den Jungen nur sah. Also stellte er sich der Situation und sah kurz zu Potter hinüber, der sich mit Weasley und Granger vorsichtig auf die von Dumbledore herbeigezauberten Stühle setzte. Nun saßen alle in einem Halbkreis vor dessen Schreibtisch.
Potter sah mitgenommen aus. Auch die beiden anderen waren mager und hatten tiefe Schatten unter den Augen. Es musste eine schwierige Zeit gewesen sein, verfolgt von den Todessern und dem Ministerium.
Harry bemerkte Snapes Blick und schaute langsam hoch. Dann begegneten sich ihre Blicke und das erste Mal, seit Harry Snape kannte, loderte in dessen Augen kein Hass. Er schien darüber selbst erstaunt zu sein.
Keiner von den anderen Anwesenden hatte diese kleine Episode bemerkt. Minerva hatte noch einige Plätzchen und einen Krug mit Butterbier heraufbeschworen und bot sie gerade Hermine und Ron an. Ron war immer hungrig und griff nach den Plätzchen. Hermine hatte nur einen kleinen Becher Butterbier genommen, sie war noch satt von dem Festmahl.
„Harry, ein Butterbier?“, fragte Dumbledore und Harry nickte langsam.
Nachdem sich Dumbledore, Minerva und Severus einen Wein eingeschenkt hatten, saßen alle gespannt da und warteten, was nun kommen würde.
Der Schulleiter sah in die Runde und fragte dann: „Was ist geschehen, nachdem ihr von der Hochzeitsfeier geflohen seid?“
Und sie berichteten abwechselnd, während die drei Lehrer aufmerksam zu hörten und manchmal mit vertiefenden Fragen unterbrachen. Langsam ergab sich ein Bild von den letzten Monaten. Sie waren auf der Flucht gewesen, hatten versucht, weitere Informationen über die Horkruxe zusammenzutragen. Sie waren ständig unterwegs gewesen, niemals länger an einem Ort als ein paar Tage. Überall im Land waren Gruppen unterwegs, die versuchten, Flüchtlinge zu stellen. Auf die Ergreifung von Flüchtlingen hatte das Ministerium Belohnungen ausgesetzt, für manche zahlten die Todesser direkt. Zwei Mal waren sie solchen Fängern nur um Haaresbreite entkommen. Viele neue Informationen hatten sie allerdings nicht zusammentragen können. Sie waren gestern dem Anschlag von Voldemort nur knapp entgangen und es hatte eine Weile gedauert, bis sie Dumbledore geglaubt hatten.
Nun waren sie froh, dass er noch lebte und sie in Sicherheit waren.
Hermine allerdings war besorgt: „Was machen wir denn nun mit der Schule?“, fragte sie mit leiser Stimme „Wir haben so viel Unterricht versäumt! Das können wir unmöglich aufholen.“
Minerva sah sie beruhigend an: „Miss Granger, machen Sie sich keine Sorgen. Sie können das Schuljahr ab Sommer neu beginnen, oder jetzt einfach einsteigen. Wir Lehrer unterstützen Sie drei gerne. Sie können es sich ein paar Tage überlegen.“ Ron runzelte die Stirn: „Ein halbes Jahr nachholen, dass klappt niemals!“
Doch Dumbledore wiedersprach: „Im letzten Schuljahr haben Sie nicht mehr so viele verschiedenen Fächer. Wenn Sie sich ein wenig anstrengen, sollte es funktionieren. Und mit Nachhilfe in allen Fächern sollten Sie den versäumten Unterricht bald aufgeholt haben.“
McGonagall nickte: „Zumal wir durch die Flüchtlinge und alle anderen Ereignisse mit dem Stoff auch nicht so weit sind, wie wir es sollten!“
Harry sah zu Ron. Der zuckte mit den Schultern.
Hermine nickte eifrig: „Ich würde es gerne versuchen, wenn es nicht klappt, dann können wir uns im Sommer doch immer noch dafür entscheiden, noch einmal neu anzufangen, oder?“
Der Schulleiter und Minerva nickten freundlich: „Natürlich, Miss Granger, diese Möglichkeit besteht.“
Ron sah immer noch zweifelnd zu Harry. „Ich weiß ja nicht. Meine Noten waren in einigen Fächern sowieso nicht so toll. Zaubertränke und…“, mit einem Blick auf Snape fuhr er vorsichtig fort „Verteidigung gegen die dunklen Künste, da war ich nicht so erfolgreich.“
Harry senkte den Kopf. „Nicht zu vergessen, dass wir in Verwandlung auch nicht gerade Leuchten waren.“
Minerva schaute die beiden streng an: „Dann werden wir eben zusammen arbeiten müssen, das wird schon!“
Snape räusperte sich und sah Harry und Ron fest an: „Und bei mir gekommen Sie ebenfalls Nachhilfe, auch in Zaubertränken. Ich denke auch, dass Sie den Stoff so schnell aufholen können.“
Es ließ sich nicht feststellen, wer über diese Worte am erstauntesten war: Harry oder Snape. Minerva sah von einem zum anderen und lächelte. Auch Dumbledore hatte ein Lächeln in den Mundwinkeln.
Severus runzelte die Stirn, war er jetzt von allen guten Geistern verlassen? Doch er hatte gemeint, was er gesagt hatte. Harry war nur ein Junge, nicht sein Vater. Niemals hatte er auch nur einen Ansatz von Gemeinheit gegenüber seinen Schulkameraden gezeigt, anders als sein Vater. Dumbledore hatte Recht gehabt, er ähnelte mehr seiner Mutter. Sein Groll gegen den Jungen hatte sich in Rauch aufgelöst, die Geister der Vergangenheit hatten ihn endlich losgelassen.
Harry hatte allerdings seine Zweifel daran, dass Snape es aufrichtig meinte. Das konnte einfach nicht sein. Er würde abwarten, was da noch kommen würde.
Erst einmal besprachen sie, wie es weitergehen sollte. Verschiedene Mitglieder des Ordens sollten an allen möglichen Stellen als Harry und seine Freunde auftreten, um die Geschichte aufrecht zu erhalten, dass Harry, Hermine und Ron noch immer auf der Flucht waren. Erst protestierten die drei, sie wollten nicht, dass jemand für sie sein Leben riskierte, aber bald begriffen sie, dass es notwendig war, um ihnen allen etwas mehr Zeit zu beschaffen.
Dann diskutierten sie, wo der letzte Horkrux versteckt sein könnte. Harry und Minerva waren sich sicher, dass er in Hogwarts sein musste. Dumbledore und Severus wussten nicht, ob sie dieser These auch zustimmen sollten. Alle waren sich einig, dass der letzte Horkrux ein Gegenstand von Rowena Ravenclaw oder Godric Gryffindor sein musste. In den nächsten Tagen würden sie das Schloss noch einmal gründlich danach absuchen und Hermine würde mit Minerva McGonagall die Bibliothek nach Hinweisen absuchen, was für Gegenstände in Frage kamen. Wieder einmal!
Severus, Harry und Ron würden sich die Geister von Hogwarts vornehmen, vielleicht fiel diesen etwas ein. Dumbledore würde weiterhin im Verborgenen bleiben. Er würde mit Lupin noch eine Weile außerhalb von Hogwarts nach Hinweisen suchen. Die anderen Mitglieder des Ordens waren auf der Suche nach Flüchtlingen, die Hilfe brauchten. Die Sicherheitsvorkehrungen in Hogwarts waren so hoch wie nie. Die Lehrer und viele der Flüchtlinge (soweit sie zaubern konnten) waren in höchster Alarmbereitschaft. Sie wachten in Schichten rund um die Uhr und diverse Kreaturen aus dem verbotenen Wald unterstützten sie dabei. Die Zentauren waren an den Wachgängen am Rande der Ländereien von Hogwarts beteiligt. Hippogreife und Testrale waren mit Wächtern dabei, die Überwachung aus der Luft zu organisieren. Durch die vielen Zauberer und Hexen, die in den Schutz von Hogwarts geflohen waren, konnte das gesamte Schloss mit viel mehr Zauberkraft geschützt werden.
Es war spät geworden und die drei Flüchtlinge waren müde. Seit Monaten hatten sie kein Bett mehr gesehen.
Dumbledore erhob sich und auch die anderen standen auf. „Dann ist für die nächsten Tage alles geklärt. Jeder hat seine Aufgabe. Wir werden uns verständigen, wenn sich etwas Neues ergibt. Schlaft gut und lange. Morgen ruht Euch noch aus, schließlich ist Weihnachten. Genießt ein paar ruhige, unbeschwerte Tage mit Euren Freunden, bevor der Unterricht beginnt.“
Dann begaben sich alle die Treppe hinunter, Dumbledore hatte sich unsichtbar gemachte, falls ihnen auf der Treppe jemand begegnete. Am Fuß der Treppe trennten sich ihre Wege, Minerva ging mit den drei Schülern in Richtung Gryffindor-Turm, während Snape und Dumbledore schweigend die Treppe zu den Kerkern nahmen.
Als sie an der Tür zur Wohnung ankamen, stoppte Dumbledore Snape, bevor er die Tür öffnete. „Severus?“, sagte er und Snape drehte sich zu ihm um. Der Schulleiter war wieder sichtbar geworden. „Ich bin sehr froh, dass Sie Ihre Abneigung gegen Harry anscheinend überwunden haben. Sie werden sehen, ohne Groll lebt es sich viel besser!“
Snape nickte langsam: „Es war ein Fehler von mir, das Fehlverhalten von James Potter und seinen Freunden auf den Jungen zu übertragen. Kate sagte Letztens zu mir, am Ende hätte ich sie doch alle besiegt, weil ich noch lebe. Und ich sollte sie nicht auch noch mein restliches Leben überschatten lassen.“
Dumbledore lächelte und sagte: „Ihre Kate ist eine weise Frau.“
Snape sah zu Boden. Dann sagte er langsam: „Der Tag, an dem Sie mich nach London geschickt habt, um sie zu holen, war im Nachhinein der glücklichste Tag meines Lebens.“
Dumbledore klopfte ihm auf die Schulter. Dann gingen sie hinein. Als sie ins Wohnzimmer kamen, brannte da noch der Kamin. Kate lag auf einem der Sessel unter einer Decke und schlief tief und fest. Ein Buch war aus ihrer Hand gerutscht und lag auf dem Boden. Sie hatte ihre Füße hochgezogen und ihre offenen Haare waren wirr und durcheinander. Sie trug ihr Nachthemd und schien schon eine Weile zu schlafen, schließlich war es weit nach Mitternacht
Severus trat an den Sessel und nahm seine Frau auf die Arme. Sie wachte nicht auf, sondern kuschelte sich an seine Halsbeuge, murmelte kurz „Severus“, im Schlaf und dann war sie wieder ruhig. Snape nickte kurz zu Dumbledore und sagte: „Schlafen Sie gut!“
Der nickte zurück und lächelte: „Sie auch, Severus, Sie auch!“
Dann schritt Severus aus dem Zimmer. Im Schlafzimmer angelangt, legte er Kate auf das Bett und deckte sie zu. Sie erwachte nicht. Dann kleidete er sich schnell aus, im Schlafzimmer war es deutlich kühler als im Wohnzimmer. Als er unter die Decke schlüpfte, kuschelte sie sich sofort an ihn.
Dumbledore hatte Recht, ohne Groll lebte es sich besser. Er fühlte sich, als ob ihm eine Last von den Schultern genommen worden war. Ja, Potter und Black hatten ihm das Leben in der Schule zur Hölle gemacht. Aber sie waren fort, beide tot. Und er hatte sie auch endlich begraben. Die Vergangenheit und sie konnten ihm nichts mehr antun, außer er würde es noch länger zulassen. In der nächsten Zeit würde er seine Vorurteile Harry gegenüber sehr intensiv überdenken müssen. Es wurde Zeit, dass er den Jungen wahrnahm und nicht dessen Vater in ihm sah. Schließlich war er auch Lilys Sohn. Was ihm Dumbledore in all den Jahren immer wieder zu verstehen gegeben hatte. Nur er hatte es nicht hören wollen.
Kate murmelte im Schlaf und fuhr mit ihrer Hand von seiner Brust zu seinem Gesicht. Wie so oft, griff sie im Schlaf in seine Haare. Mit einem zufriedenen Seufzen schlief auch Snape endlich ein.


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