
von Kate Flemming
Vielen, vielen Dank für die tollen Reviews. Das Gespräch zwischen Harry und Severus lag mir sehr am Herzen und ich bin so froh, dass es bei Euch genauso ankam, wie es gedacht war.
Was das erhoffte Happy-End betrifft: es wird nichts verraten!
Allerdings sollten sich in diesem Kapitel einige Fragen klären.
Aber nun wird es ernst: die Schlacht ist nicht mehr aufzuhalten!
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So betraten sie die Große Halle und gingen durch die Reihen der Haustische hinauf zum Lehrertisch. Die anderen Lehrer waren zwar nicht ausgelassen, aber ihnen war offensichtlich nicht klar, dass heute der Tag war, der ihrer aller Leben für immer verändern sollte. Nur Minerva sah sehr besorgt aus. Offensichtlich hatte sie sich heute schon mit Albus ausgetauscht und diesem waren die Zeichen der Zeit nicht entgangen.
Sie sah auf, als Severus und Kate sich setzten. Ein Blick in Severus Gesicht zeigte ihr, dass die Beiden Bescheid wussten. Sie seufzte.
Dann sagte sie leise zu Severus: „Wir haben Meldung aus Hogsmeade bekommen, es sind heute Nacht noch viel mehr Todesser dazugekommen. Offenbar sammeln sie sich bei der Heulenden Hütte. Unser Informant ist der Meinung, dass der Angriff unmittelbar bevorsteht. Albus möchte uns alle nach dem Frühstück sehen, die Lehrer und die Mitglieder des Ordens.“
Kate sah auf und fragte dann: „Aber der Unterricht? Soll der ausfallen?“
Minerva sah sie traurig an: „Es sieht so aus, als wäre gestern der letzte Schultag gewesen. Die Schüler sollen in ihre Häuser zurückkehren und abwarten. Ich werde nachher mit ihnen sprechen. Albus möchte seine Anwesenheit so lange wie möglich geheim halten.“
Kate zwang sich, etwas zu sich zu nehmen. Sie würde alle Kraft brauchen. Es waren sich alle einig, dass der Kampf um Hogwarts nicht in ein paar Stunden entschieden sein würde.
Schweigend aßen sie und als die ersten Schüler ihr Frühstück beendet hatten und sich auf den Weg zum Unterricht machen wollten, da erhob sich Professor McGonagall und sagte laut: „Ich möchte, dass Ihr noch einen Augenblick sitzen bleibt. Es gibt ein paar Dinge, die ich Euch zu sagen gezwungen bin.“
Die Schüler setzten sich wieder hin und sahen besorgt zu McGonagall, die um den Lehrertisch herum getreten war und sie nun konzentriert musterte.
„Euch ist allen nicht entgangen, dass wir uns alle in den letzten Monaten auf einen Kampf vorbereitet haben. Der Dunkle Lord weiß, dass wir in diesem Schloss eine große Anzahl von Flüchtlingen beherbergen. Uns war allen klar, dass er und seine Gefolgsleute und eines Tages angreifen würden.“ Ihr Blick glitt über die Schüler und Flüchtlinge, die ihr aufmerksam zuhörten. „Es sieht so aus, als wäre dieser Tag gekommen. In Hogsmeade haben sich die Todesser schon versammelt. Ich möchte, dass Ihr nun in Eure Häuser zurückkehrt und Euch vorbereitet. Wir werden uns nun ein letztes Mal beraten und Euch Bescheid geben, wie es weitergeht. In einer Stunde sehen wir uns alle hier wieder und danach… Danach werden wir diesen Ort in Kampfbereitschaft versetzten!“
Nach diesen Worten standen die Schüler in aller Stille auf und begaben sich in ihre Gemeinschaftsräume. Die Lehrer und Mitglieder des Ordens begaben sich zu Dumbledores Büro. Auch die Flüchtlinge und die Familien gingen in ihre Quartiere, um die notwendigen Dinge zu packen.
Kate lief in ihrer Wohnung, betrat das Schlafzimmer und öffnete den Schrank. Sie hatte schon vor Tagen eine Tasche gepackt, die neben der Tür stand. Jetzt griff sie nach hinten in den Schrank und zog die Jeans heraus, die sie damals getragen hatte, als Severus sie nach Hogwarts geholt hatte. Auch das T-Shirt war noch da. Sie hatte die Sachen später nie mehr getragen, da sie in ihre andere Welt gehörten. Doch jetzt riss sie sich den Umhang vom Körper und zog sich um. Über das T-Shirt zog sie noch einen Pullover und diesmal trug sie auch Strümpfe und ein Paar Schuhe. Sie sah in den Spiegel. In den letzten eineinhalb Jahren hatte sie nur Umhänge getragen und darunter oft ihre Tanzkleidung oder andere Sachen. Die Jeans war sehr ungewohnt, aber es erschien Kate einfach richtig. Nachdenklich betrachtete sie die Kette mit dem Anhänger. Entschlossen steckte sie ihn in ihren BH, damit er nicht aus Versehen zerbrach. Sie räumte kurz auf und sah sich ein letztes Mal um. Dann riss sie sich zusammen, nahm die Tasche und verließ die Wohnung, ohne einen Blick zurückzuwerfen.
Sie brachte ihre Tasche in den Raum der Wünsche, an dessen Tür seit einiger Zeit immer ein magischer Mensch wachte, damit der Raum zu jeder Zeit geöffnet und betreten werden konnte. Muggel wie Kate waren nicht dazu fähig, den Raum zu finden oder erscheinen zu lassen. Die Betten waren längst eingeteilt und Kate legte ihre Tasche in das für sie vorgesehene Regal. Dann ging sie wieder in die Große Halle, um darauf zu warten, was als nächstes geschehen würde.
Nach und nach kamen alle Familien wieder. Die Kinder spielten unbeschwert zwischen den Tischen. Sie bekamen zwar die Anspannung der Erwachsenen mit, machten sich aber nichts daraus. Die letzten Monate waren für sie sowieso sehr ungewöhnlich gewesen. Einige entdeckten Kate, die sie von den Kinder-Tanzstunden kannten. Schon kurz darauf war sie von den Kindern umringt, die mit ihr spielen wollten. Bald juchzten sie, wenn Kate versuchte, die zu fangen. Danach spielten sie eines der Tanzspiele, die sie in Kates Stunden gelernt hatten.
Nach und nach waren die Schüler in die Große Halle zurückgekehrt und setzten sich still an ihre Tisch. Einige der jüngeren Schüler und die Geschwister der Kleinen beteiligten sich an den Spielen. Kate versammelte die Kinder, setzte sich auf den Boden und begann, eine Geschichte zu erzählen, zu der die Kinder Geräusche machten oder passend Bewegungen ausführten.
Dieses Bild bot sich den Lehrern und den Mitgliedern des Ordens, als sie in die Halle kamen. Kate inmitten einer Schar von lachenden Kindern. Eines der kleinsten Kinder hatte sich auf ihren Schoß gesetzt und sah äußerst zufrieden aus. Wehmütig betrachtete Severus seine Frau. Kinder. Doch dann riss er sich zusammen. Diese Gedanken führten zu nichts.
Minerva, Severus und Shacklebolt begaben sich zum erhöhten Lehrertisch, die anderen verteilten sich in der Halle. Kate stand vom Boden auf und setzte sich auf eine der Bänke. Alle suchten sich einen Sitzplatz und Minerva trat vor. Es war so still in der Großen Halle, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Auch die Kleinsten ließen sich von der gespannten Stille anstecken.
Professor McGonagalls Stimme ertönte in die Stille: „Schüler und Verteidiger Hogwarts. Ihr wisst, was uns nun bevorsteht. Nur dieses Schloss und seine Bewohner stehen noch zwischen dem Dunklen Lord und der kompletten Unterwerfung der magischen Welt. Wir werden dieses Schloss und unsere Freiheit bis zum Äußersten verteidigen. Der Orden des Phoenix ist bei uns und mit ihm viele erwachsene Zauberer und Hexen. Wir sind bereit. In unzähligen Übungen haben wir alle möglichen Szenarien durchgespielt. Doch die Zeit der Spiele ist vorbei! Jeder von Euch weiß, wo sein Platz ist. Alle Schüler, die volljährig sind, können sich den Kämpfenden anschließen. Alle anderen werden in den Raum der Wünsche gehen, und dort geschützt sein. Bitte spielt nicht die Helden. In einem solchen Kampf gibt es keine Helden. Jeder, der unvorsichtig ist, gefährdet auch das Leben von anderen. Haltet Euch an die Weisungen, die Ihr bekommen habt. Erfüllt die Pflichten, die Ihr übernommen habt. Dann haben wir eine gute Chance, die ganze Sache zu einem guten Ende zu bringen.
Jeder, der sich nicht an dem Kampf beteiligen will, kann ebenfalls in den Raum der Wünsche gehen, oder hat nun die letzte Chance, das Schloss zu verlassen. Wir werden in wenigen Minuten alle Zugänge versiegeln. Gibt es unter Euch Hexen oder Zauberer, die jetzt gehen möchten?“
Sie sah sich aufmerksam im Saal um und am Tisch der Slytherins erhob sich eine größere Menge Schülerinnen und Schüler.
Mit tiefer Stimme rief Crabbe: „Wir werden uns dem Dunklen Lord nicht entgegenstellen. Er ist unsere Zukunft und Ihr werdet alle sterben!“
Minerva McGonagall nickte und sagte nüchtern: „Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Einschätzung der Lage, Mr Crabbe! Aber ich denke, wir können auf Ihre Beurteilung der Lage durchaus verzichten.“
Mit diesen Worten wies sie ihnen den Weg nach draußen und sie schritten eilig zur Eingangstür und verließen Hogwarts. Snape nickte leicht, es war vorhersehbar gewesen. Die Eltern dieser Schüler waren inzwischen offen agierende Todesser und sie waren nur deshalb noch im Schloss geblieben, um Informationen weiterzugeben. Doch die Blicke vieler Schüler wanderten nun zu Draco Malfoy, der zusammen mit einigen wenigen Schülern still auf der Bank an seinem Haustisch saß. Er sah starr auf seine verschränkten Hände und war noch bleicher als sonst.
Minerva fuhr fort: „Nachdem das geklärt wäre, versiegelt die Zugänge.“
Einige Mitglieder des Ordens eilten aus der Halle um ihren Anweisungen Folge zu leisten. Kurz darauf kehrten sie zurück und Moody meldete: „Alle Ein- und Ausgänge sind versiegelt. Alle Kamine sind verbarrikadiert und die Geheimgänge überprüft. Auf diese Wegen kann niemand mehr in das Schloss kommen!“
Professor McGonagall nickte zufrieden: „Dann ist für mich nun die Zeit gekommen, dass Wort an jemanden abzugeben, den Ihr sicher alle vermisst habt!“
Sie drehte sich um und Dumbledore erschien neben ihr. Aus dem anfänglichen Gemurmel in der Halle wurde schnell lauter Jubel. Gerührt sah Dumbledore über die große Schar von Schülern, Familien und Hexen und Zauberer, die es alle nicht mehr auf ihren Bänken gehalten hatte. Sie waren aufgestanden und klatschten und jubelten.
Doch bald hob er die Hände und es wurde wieder ruhiger in der Großen Halle. Er räusperte sich verlegen und dann begann er zu sprechen:
„Ich danke Euch aufrichtig. In den letzten Monaten habe ich das Gemeinschaftsgefühl dieser Schule sehr vermisst. Und es tut mir leid, dass ich Euch alle über meinen Gesundheitszustand im Ungewissen gelassen habe. Doch wir waren uns einig, dass es nicht schaden kann, den Gegner über unsere Stärke im Unklaren zu lassen. Außerdem haben wir ihn so dazu gebracht, zu einer Zeit anzugreifen, die uns genehm ist. Wir sind gerüstet und vorbereitet. Ich will Euch nicht verschweigen, dass es gefährlich wird. Wir alle sollten nicht die Macht von Lord Voldemort unterschätzen. Er und seine Todesser sind zum äußersten entschlossen. Doch wir haben einen großen Vorteil auf unserer Seite.“
Gespannt sahen alle zu ihm auf. Er lächelte und sagte dann: „Wir vertrauen uns gegenseitig und wir sorgen uns um einander. Das macht uns umso viel stärker, als es unsere Gegner sind. Und das ist es auch, um was ich Euch bitte: kümmert Euch um einander! Das ist unsere große Stärke. Lasst niemanden alleine. Kämpft zu zweit. Schützt Euch mit Schildzaubern gegenseitig. Und folgt unseren Weisungen, wann immer wir welche erteilen. Und nun gehen alle auf ihre zugeteilten Stationen. Viel Glück!“
Unsicher sahen sich alle gegenseitig an. Der Moment war gekommen. Überall in der Halle waren Abschiedsszenen zu sehen. Väter verabschiedeten sich von ihren Familien. Eltern von ihren Kindern, die im Raum der Wünsche bleiben würden. Familie Weasley würde geschlossen kämpfen, bis auf Ginny, die sich bis zum Schluss geweigert hatte, in den Raum der Wünsche zu gehen. Doch als Harry sie darum bat, konnte sie nicht mehr nein sagen. Sie und Harry standen beieinander und hielten sich an den Händen.
Langsam stand Kate auf. Der Moment, vor dem sie sich gefürchtet hatte, war gekommen. Severus zuliebe würde sie stark bleiben. Und dann stand er vor ihr und lächelte sie an. Er zog sie ein letztes Mal in die Arme und küsste sie. Sie spürte seine Verzweiflung und seine Liebe. Doch auch dieser Kuss musste einmal enden. Nur zögernd lösten sie sich voneinander. Ihr Blick glitt über sein Gesicht, als wollte sie sich sein Bild ein letztes Mal einprägen. Ihre Hände waren ineinander verflochten, als sie ihm tief in die Augen sah und flüsterte: „Ich liebe Dich!“
Und er antwortete ebenso leise: „Und ich liebe Dich!“ Dann riss sie sich verzweifelt los und ging mit schnellen Schritten aus der Halle. Er sah ihr nach und erkannte die Jeans. Ein leises Lächeln glitt über seine Züge. Seine Kate.
Dann verschloss er seine Gefühle tief in sich und drehte sich entschlossen um. Es war an der Zeit, seine Schuld zu begleichen.
Und so bezogen alle ihr Positionen und verstärkten die magischen Schilde um die Schule herum. Dumbledore und Severus kontrollierten alle Stationen und der Schulleiter hatte für alle ein persönliches Wort und ein Lächeln übrig. Snape nickte dem ein oder anderen zu, ansonsten hatte sein Gesicht wieder den gewohnten, verschlossenen Ausdruck angenommen.
Die erste Angriffswelle erfolgte kurz nach der Mittagszeit. Doch es war nur ein Angriff von Ferne. Die Flüche prallten vom Schutzschild ab und richteten keinen Schaden an. Doch der Lärm und die donnernden Schläge, die dieser Angriff auslöste, den hörte man im ganzen Schloss. Im Raum der Wünsche war es schlagartig still geworden. Einige Kinder begannen zu weinen. Es war unheimlich, da sie alle nicht wussten, was passierte. Der Raum hatte keine Fenster und so konnten sie nicht nach draußen schauen. Doch so schnell, wie der Angriff begonnen hatte, so schnell war er auch schon vorbei.
Den ganzen Nachmittag über wiederholten sich die Angriffe und waren wohl nur dazu gedacht, die Verteidiger mürbe zu machen. Im Raum der Wünsche starteten die Erwachsenen Ablenkungsmanöver. Sie spielten mit den Kindern, sangen und tanzten. So ging die Zeit schneller herum und der Lärm der Einschläge wurde übertönt.
Am späten Nachmittag fing es an zu Gewittern und ein Sturm brach los. Dumbledore nahm an, dass die Angreifer den Sturm magisch verstärkten. Sie nahmen damit den Verteidigern die Sicht. Am frühen Abend gab das Tor zu Hogwarts den geballten Angriffen nach und die Todesser strömten auf die Ländereien. Das war keine große Überraschung, denn damit hatten die Verteidiger gerechnet. Doch er kamen nicht nur Todesser. Sie brachten ihre Verbündeten mit: Riesen, Werwölfe, die Nachfahren von Aragog, riesigen Spinnen und vieles mehr näherten sich dem Schloss. Noch standen Verteidiger auf den Außenposten und verteidigen von dort das Schloss. Sie verstärkten permanent den Schutzschild.
Von alle dem wussten die Menschen im Raum der Wünsche nur wenig. Hin und wieder bekamen sie Informationen von außen, aber allen war klar, dass die richtige Schlacht noch nicht begonnen hatte. Nachdem Kate einigen Kindern eine Geschichte vorgelesen hatte, stand sie auf, um die Toiletten im hinteren Bereich aufzusuchen.
Sie verließ gerade die Waschräume, als sie auf einem Sessel der Sitzgruppen eine ihr bekannte Silhouette erkannte. Langsam ging sie auf die Person zu, die wie versteinert im Sessel saß und auf die Wand starrte. Vorsichtig setzte sich Kate auf einen Sessel, der neben dem Draco Malfoys stand. Er warf ihr einen kurzen Blick zu und wandte dann seinen Blick wieder ab.
Nach einer ganzen Weile sagte er leise: „Ich wäre gerne alleine, Professor!“
Sie lächelte ihn an und sagte mit Blick auf den überfüllten Raum ruhig: „Das dürfte hier aber schwierig werden.“
Er sah sie unwillig an und schaute dann demonstrativ in die andere Richtung. Das war deutlich. Doch Kate blieb ruhig sitzen und betrachtete ihre Hände, die sie auf ihr Knie gelegt hatte.
Es dauerte noch einige Minuten, bis er fauchte: „Sie haben sich jetzt lange genug an meiner offensichtlichen Feigheit erfreut, verschwinden Sie!“
Kate erstarrte. Sie sah ihn fassungslos an. Dann sagte sie leise: „Ich halte Sie auf keinen Fall für feige, Draco. Sie sind ein mutiger junger Mann. Es ist nicht leicht, einzusehen, dass man vielleicht auf dem falschen Weg war. Und es ist noch viel schwerer, dann umzukehren, sich gegen alles zu stellen, was man bis dahin für richtig hielt. Zumal ja auch Ihre Eltern betroffen sind. Und es spricht sehr für Sie, dass Sie sich ganz offensichtlich gegen Voldemort stellen.“
Er zuckte zusammen und sah sie eisig an: „Sagen Sie nicht diesen Namen!“
Kate betrachtete ihn und meinte dann ruhig: „Sie wissen nicht, dass er ein Verwandter von mir ist, oder?“ Entsetzt sah er sie an. Nein, offensichtlich hatte er es nicht gewusst! „Deshalb hat Dumbledore mich nach Hogwarts holen lassen. Sonst hätte mich Voldemort mit Sicherheit schon umgebracht.“ Sie lächelte bitter: „Er hat’s wohl eher nicht so mit seiner Verwandtschaft!“
Wieder schwiegen sie einige Minuten. Mehrmals holte Draco Luft und sah kurz zu Kate. Aber es dauerte noch viel länger, bis er sich endlich dazu durchringen konnte, zu sagen, was ihn beschäftigte.
„Sie halten mich also nicht für feige, weil ich nicht dort draußen bin und kämpfe, auf der einen oder der anderen Seite?“
Kate schüttelte entschieden den Kopf: „Nein. Für welche hätten Sie sich den entscheiden sollen? Auf unserer Seite? Mit der Gefahr, dass Sie Ihren eigenen Eltern und Menschen gegenüberstehen, die Sie bisher für Freunde hielten? Oder auf deren Seite, obwohl Sie inzwischen wissen, dass es falsch ist, was der Dunkle Lord und seine Gefolgsleute tun?“
Er sah sie gequält an: „Es hört sich jetzt einleuchtend an, aber ich habe Monate gebraucht, um die Vorzeichen für mich zu deuten und eine Entscheidung zu treffen. Und doch sitze ich untätig in diesen Raum, während draußen Menschen sterben!“
Kate zuckte bei seinen Worten sichtlich zusammen und er sah sie entschuldigend an: „Es tut mir leid, ich habe nicht nachgedacht!“
Sie legte ihm eine Hand auf seinen Arm: „Es ist in Ordnung. Ich weiß es ja, aber wenn es so deutlich ausgesprochen wird…“
Sie seufzte, dann fuhr sie fort: „Sie haben keine Wahl. Sobald Sie sich für eine Seite entscheiden, stellen Sie sich gegen Menschen, die Ihnen wichtig sind. Sie können auch hier Ihren Beitrag leisten. Helfen Sie mir, die Kinder ruhig zu halten, oder den Muggeln zu erklären, was passiert. Sie könnten auch Informationen außerhalb des Raumes sammeln und uns so auf dem Laufenden halten. Es würde für uns eine Erleichterung sein, wenn wir nicht so ahnungslos wären.“
Er nickte und stand dann geschmeidig auf: „Alles ist besser, als nutzlos herumzusitzen. Ich werde mich draußen umsehen und Sie und die anderen mit Informationen versorgen.“
Er wollte gerade gehen, da erschütterten ein Schlag und ein Beben das Schloss in seinen Grundfesten. Kate, die gerade aufgestanden war, wurde aus dem Gleichgewicht geworfen und gegen Draco geschleudert. Er fing sie auf und hielt sie fest, bis sie ihren Stand wieder gefunden hatte. Staub rieselte von der Decke. Ihre Augen waren schreckgeweitet, als sie ihn ansah.
Grimmig sagte er: „Offensichtlich haben sie den Schutzschild durchbrochen!“ Dann eilte er davon.
Überall im Raum waren entsetzte oder fragende Gesichter zu sehen, viele Kinder weinten. Kate hastete zu dem Bereich, in dem die kleinsten Kinder mit ihren Müttern untergebracht waren und half, die Kinder wieder ruhig zu stellen. Als sich alle ein wenig beruhigt hatten und es keinen weiteren Lärm von außerhalb gab, beruhigten sich alle wieder. Inzwischen war es Abend und die Kinder bekamen etwas zu essen. Auch alle anderen setzten sich an die Tische, um für die Kinder etwas Normalität aufrecht zu erhalten. Aber von den Erwachsenen hatte niemand so Recht Hunger.
Es war erstaunlich ruhig geworden im Schloss, und man hatte den Eindruck als warteten alle auf den nächsten Schritt. Dann erklang eine kalte, hohe Stimme, so laut, dass man sie in jedem Winkel des Schlosses hören konnte.
„Wir wissen, dass Ihr Euch auf einen Kampf eingerichtet habt. Doch wir wollen kein magisches Blut vergießen. Das Schloss ist überfüllt mit Kindern, Frauen und Muggeln. Wir werden Eurer Leben schonen, wenn Ihr auf unsere Bedingungen eingeht: liefert uns Albus Dumbledore, in welchem Zustand er auch sein mag, und Harry Potter aus. Wenn Ihr das bis Mitternacht tut, dann dürfen die Frauen mit ihren Kindern Hogwarts verlassen. Geht Ihr nicht darauf ein, dann werden wir Euch ab Mitternacht gnadenlos bekämpfen!“
Die Stimme verstummte, trotzdem schien sie noch eine Weile in der Luft zu schweben.
Bis Mitternacht waren es noch zwei Stunden. Da es im Schloss still geworden war, brachten sie die Kinder zu Bett. Bald war es auch im Raum der Wünsche ruhig und die Erwachsenen setzten sich auf die Bänke, in die Sitzgruppe oder versuchten, Schlaf zu finden. Kate saß mit Ginny und einigen anderen älteren Schülern an den Tischen. Sie versuchten sich von dem Geschehen außerhalb des Raumes abzulenken. In Ginnys Augen konnte Kate den gleichen Schmerz sehen, der wahrscheinlich auch in ihren Augen zu sehen war. Ginny hatte ihr vorher in einer ruhigen Minute erzählt, dass Harry ihr alles gesagt hatte. Sie war nicht erstaunt gewesen, das Kate darüber Bescheid wusste. Die Angst um die Männer, die sie liebten, verband sie. Doch die anderen Schüler am Tisch bekamen davon nichts mit und spekulierten lauthals über die bevorstehende große Schlacht.
Kate versuchte, nicht zuzuhören. Dann öffnete sich die Tür und Draco kam herein. Er sah sich suchend um und entdeckte Kate. Mit langen Schritten kam er auf sie zugelaufen. Finstere Blicke der Schüler empfingen ihn und mehr als nur einer murmelte Beschimpfungen
Doch er beachtete sie nicht und wandte sich an Kate: „Sie haben, wie vermutete, das Schutzschild durchbrochen. In der Seitenwand zum See klafft ein großes Loch. Doch bisher ist noch niemand eingedrungen. Das Schild wurde wieder geschlossen und bisher wurde zum Glück niemand verletzt. Ein paar Schnittwunden durch herumfliegende Mauerstücke und Glassplitter.“
Ein kühles Lächeln glitt über sein Gesicht, als er etwas leiser sagte: „Professor Snape organisiert das neue Schutzschild und“, sein Blick schweifte zu Ginny, „Harry wurde mit Weasley und Granger in den Astronomie Turm postiert. Sie melden jede Bewegung der Angreifer.“
Kate sah ihn dankbar an und schon machte er auf dem Absatz kehrt und war verschwunden.
Die Zeit schien stillzustehen und Kate wurde schläfrig. Doch die Bänke luden nicht zum Dösen ein. Nur noch eine Stunde bis Mitternacht. Kate stand auf und streckte ihre steifen Beine. Sie musste sich dringend bewegen und lief langsam durch den Raum. Viele der Schüler und Erwachsenen schliefen auf den Sesseln oder im Bett, manche dösten nur und andere unterhielten sich. In den Kaminen brannten die Feuer und es war warm im Raum.
Einige Muggel-Frauen hatten sich in den gemütlichen Bereich zurückgezogen und unterhielten sich leise. Sie winkten Kate zu sich.
„Professor Snape, wie sieht es draußen aus?“
Wie immer, wenn sie mit dem Namen angesprochen wurde, zuckte Kate zusammen. Doch sie fing sich schnell und berichtete ihnen, was Draco erzählt hatte. Bald unterhielten sie sich über alles Mögliche. Viele von ihnen kannte Kate seit den letzten Wochen schon näher, aber mit anderen hatte sie bisher nicht so viel zu tun gehabt. Nur noch eine Viertelstunde bis Mitternacht. Nervös erhob sich Kate wieder, es zog sie in den vorderen Bereich zurück. Die Minuten schlichen dahin. Im Raum der Wünsche wurde es unruhig. Das Ultimatum lief ab und es war jedem klar, dass die Verteidiger niemals auf die Forderungen eingehen würden. In den nächsten Minuten würde die Schlacht richtig beginnen und der Ausgang war mehr als ungewiss.
Nur noch eine Minute und es war, als hielte das Schloss selbst den Atem an. Die Spannung war fast mit Händen greifbar und Kate dachte –wie schon die ganze Zeit- an Severus. Was er jetzt wohl denken würde? Würde er Angst haben, oder sich auf seine Pflichten konzentrieren? Wie sie ihn kannte, hatte er seine Gefühle beiseitegeschoben und war auf das Wesentliche fokussiert. Wie schon einmal, versuchte Kate, ihre Gedanken auf ihn zu zentrieren, um so bei ihm zu sein und ihn zu unterstützen.
Dann war die Minute um und die Schlacht begann.
Immer wieder erbebten die Wände, Decken und der Boden unter den Einschlägen der geballten Flüche. Der Lärm war zwar nur gedämpft, aber nicht zu überhören. Ginny und einige andere legten einen Schutzzauber um die Betten, in denen die Kinder schliefen. So hörten sie den Krach nicht und schliefen friedlich weiter.
Immer wieder hörten sie Schreie und Flüche und Beschwörungen von außerhalb des Raumes. Manche näher, andere ferner. Es war entnervend für alle, die tatenlos im Raum der Wünsche ausharren mussten. Draco kam von Zeit zu Zeit vorbei und berichtete, was sich außerhalb ereignete.
Der Schildzauber um das Loch in der Außenwand hatte, wie erwartet, nicht standgehalten und Todesser waren in das Schloss eingedrungen. Mit ihnen kamen alle möglichen Kreaturen, die der Dunkle Lord rekrutiert hatte. In den Gängen und Treppenhäusern lieferten sich die Verteidiger und Angreifer erbitterte Gefechte. Doch große Teile von Hogwarts waren noch unter der Macht der Verteidiger und die Todesser fassten nicht so recht Fuß. Aber Voldemort hatte auch noch nicht in den Kampf eingegriffen. Auch Dumbledore hielt sich noch zurück und die Angreifer wussten nicht, dass er voll einsatzfähig war. So verging einige Zeit. Zuversicht machte sich unter denen im Raum der Wünsche Ausharrenden breit. Wenn die Verteidiger schon so lange standgehalten hatten, dann bestand doch Hoffnung.
Doch ein weiteres, noch heftigeres Beben und ein Donnerschlag, gefolgt von den Geräuschen von explodierenden Steinen und Glas machten die Hoffnungen schnell zunichte. Das Beben und der Lärm hielten mehrere Minuten an und dann folgte ein Jubelgeschrei, das nichts Gutes bedeuten konnte.
Kinder erwachten und weinten. Mehrere Regale und Gegenstände waren umgekippt, Menschen waren von den Bänken gerutscht. Der Boden des Raums der Wünsche hatte wie bei einem Erdbeben geschwankt. Etwas Schreckliches musste passiert sein! Langsam erwachten sie aus ihrer Erstarrung und begannen mechanisch, die Kinder zu beruhigen und heruntergefallenen Sachen aufzuheben. Kurz darauf öffnete sich die Tür und einige staubige Menschen kamen herein. Sie trugen Verletzte in den Raum.
Draco hatte den Arm von Ernie McMillan um die Schulter gelegt und schleppte den jungen Mann herein. Sie wurden in Empfang genommen und schnell begannen sie, sich um die Verletzten zu kümmern.
Noch währenddessen berichtete Draco: „Sie haben das Dach der Großen Halle förmlich zerbersten lassen. Es gab viele Verletzte. Sie suchen unter den Trümmern. Aber gleichzeitig sind noch viel mehr Todesser eingedrungen und die Verteidigung wankt. Ich gehe wieder raus und suche mit.“
Kate half dem Pfleger, der sich mit seiner Frau -einer Hexe- und den drei Kindern nach Hogwarts geflüchtet hatte. Er gab knappe Anweisungen und überließ ihr dann den Rest, um schon nach dem nächsten Verletzten zu schauen. Immer wieder ging die Tür auf und es wurden Verletzte hereingebracht. Kate half, wo sie konnte und hatte jedes Zeitgefühl verloren.
Dann erschienen die Weasley-Zwillinge und ihr Vater. Sie brachten Dumbledore herein. Sein Gesicht war blutüberströmt und er hatte das Bewusstsein verloren. „Schockzauber und eine Säule haben ihn getroffen. Er hat noch versucht, sich zur Seite zu werfen, aber sie haben ihn doch erwischt“, berichtete Arthur Weasley atemlos. Sein Gesicht war kaum zu erkennen vor Staub und auch seine Söhne sahen nicht besser aus. „Sie dringen an drei Stellen in das Schloss. Wir müssen wieder hinaus. Madam Pomfrey ist auf dem Weg, der Krankenflügel wurde eingenommen.“
Mit diesen Worten waren sie auch schon wieder auf dem Weg. Der Pfleger untersuchte Dumbledore und sah dann Kate an: „Die Wunden kann ich behandeln, aber die Flüche nicht. Seine Atmung ist nur flach und sein Puls schwach. Hoffentlich kommt Poppy schnell.“
Sie versorgten die oberflächlichen Wunden und stillten das Blut, soweit sie konnten. Kate wusch Dumbledores Gesicht und säuberte ihn so weit wie möglich. Endlich ging die Tür auf und Madam Pomfrey stürmte herein.
„Hier herüber, Poppy!“ rief Kate und machte dann Platz, damit die Heilerin Albus untersuchen konnte.
Da Kate dort nicht helfen konnte, ging sie zu den anderen Verletzten und versorgte sie zusammen mit der Arzthelferin, die ebenfalls nach Hogwarts geflüchtet war. Zum Glück waren die meisten nicht schwer verletzt. Knochenbrüche würde Poppy schnell heilen können. Ginny und ihre Mitschüler waren durchaus fähig, kleinere Sachen mit Magie zu heilen. Madam Pomfrey rief Anweisungen, während sie Dumbledore untersuchte und die Schüler murmelten Beschwörungen. So schlossen sich Schnittwunden und gebrochene Knochen heilten zusammen. Kate brachte den Verletzten Trinken und half ihnen, sich vom Staub zu befreien.
Draußen war wieder der Lärm des Kampfes zu hören. Schreie und Flüche peitschten durch die Gänge. Immer wieder wanderte Kates Blick zur Tür. Sie ertappte sich immer wieder bei dem Gedanken, dass Severus mit einer nicht allzu schweren Verletzung nicht mehr zum Kampf zurückkehren können würde und dann in Sicherheit sein würde. Doch dann schüttelte sie den Kopf. Er würde sich niemals in diesem Raum verstecken, solange er noch irgendwie einsatzfähig war.
Draco kehrte mit einer weiteren Verletzten zurück. Es war eine muggelstämmige Hexe, die nach Hogwarts geflüchtete war. Sie hieß Candice und Kate hatte sich einige Male mit ihr unterhalten. Ihr Arm blutete und sie hatte eine tiefe Schramme auf der Stirn.
Nachdem Draco sie auf eine Bank gesetzt hatte, blickte er zu Kate und berichtete: „McGonagall und Snape haben die Verteidigung neu organisiert. Im Moment halten sie stand. Sie suchen Mad Eye. Er wurde nach dem Einsturz der Großen Halle nicht mehr gesehen.“
Und dann machte er sich wieder auf den Weg. Kate versorgte die junge Frau und dann kam Ginny und schloss die Wunde magisch. Schon eilte sie weiter zu den nächsten Verletzten.
Währenddessen kümmerte sich Madam Pomfrey immer noch um Dumbledore. Sie hatte ihn mit einem Schwebezauber auf einen der Tische gebracht, den sie abseits hingestellt hatte. Der Pfleger war immer noch bei ihr und assistierte ihr. Poppys Gesicht war ernst und sie arbeitete schnell und konzentriert.
Wieder öffnete sich die Tür und Minerva eilte herein. Auch sie war staubbedeckte und einer ihrer Ärmel war blutig. Sonst schien sie allerdings unverletzt zu sein. Sie schaute sich kurz um, entdeckte Madam Pomfrey und schritt schnell zu ihr hinüber. Leise sprachen die Beiden miteinander und Minervas Miene wurde sorgenvoll. Anscheinend ging es Dumbledore nicht wirklich gut.
Kate wurde von der Szene abgelenkt, als Draco mit Charlie Weasley hereinkam. Charlie blutete aus mehreren Stellen und sein Bein stand in einem komischen Winkel ab. Ginny stieß einen Schrei aus und eilte zu ihrem Bruder.
Doch der beruhigte sie: „Das Bein ist gebrochen, nichts wirklich dramatisches. Das andere sind nur Schnittwunden. Mutter hat mich hergeschickt.“
Schon richtete Ginny ihren Zauberstab auf das Bein und sagte laut: „Episkey“ und mit einem Schrei von Charlie richtete sich der Knochen gerade.
Vorsichtig belastete er das Bein und lächelte dann seine Schwester an: „Du bist eine außergewöhnliche Hexe, kleine Schwester. Danke.“
Sie klammerte sich an seinen Arm: „Dann nimm mich mit hinaus. Ich kann es nicht ertragen, hier festzusitzen. Ich war in der DA, ich weiß, was ich tue. Bitte, Charlie!“
Er schüttelte langsam den Kopf: „Nein, Ginny. Wir könnten nie wieder froh sein, wenn Dir etwas passieren würde. Bitte verstehe uns, Du bist und bleibst unsere Kleine. Uns ist allen viel wohler, wenn wir Dich in Sicherheit wissen.“ Ginny sah ihm seufzend nach, als er eilig den Raum verließ.
Professor McGonagall rief Draco zu sich. Dann redete sie auf ihn ein und er nickte mehrere Male. Sein Gesicht war entschlossen, als er mit einem Blick auf Dumbledore herumwirbelte und ebenfalls den Raum verließ. Minerva sah wieder zu Dumbledore und ihr Gesicht wurde sehr ernst. Dann riss sie sich zusammen und eilte wieder hinaus.
Kate bereitete mit einigen Frauen etwas Essbares vor, damit die Verletzten sich stärken konnten. Viele von ihnen waren dank der schnellen Hilfe bald wieder einsatzfähig und schlossen sich wieder den Kämpfenden draußen in den Gängen und Räumen von Hogwarts an.
Nach einer ganzen Weile erschien Draco wieder. Der Ärmel seines Umhangs war zerfetzt und er hatte eine Wunde auf der Stirn. Er lief mit schnellen Schritten zu Madam Pomfrey und gab ihr einige Phiolen und Flaschen. Sie dankte ihm und beugte sich geschäftig über Dumbledore. Draco blickte erschüttert auf dessen leblose Züge und schwankte ein wenig.
Kate trat zu ihm und griff nach seinem Arm. „Kommen Sie, es wird sich gleich jemand um Sie kümmern.“ Sie zog ihn vorsichtig zu den Tischen und zwang ihn, sich hinzusetzen. Dann drückte sie ihm einen Becher in die Hand: „Trinken und essen Sie erst einmal etwas.“
Auf einen Wink kam Ginny näher und nur ungern ließ er sie nach seiner Wunde am Arm sehen: „Es ist nichts, nur eine Schramme!“ versuchte er, sie abzuwehren. Doch Ginny hatte den Ärmel schon hochgeschoben und die Wunde angesehen. Sie holte einen Zaubertrank aus der Tasche und träufelte ein paar Tropfen auf die Wundränder. Sofort schlossen sie sich und dann wiederholte sie es bei seiner Kopfwunde. Mit einem kurzen Nicken dankte er ihr und nahm einen tiefen Schluck aus dem dampfenden Becher. Er sah erschöpft aus.
Dann sah er Kate an und sagte leise: „Es sieht nicht so gut aus, dort draußen. Sie sind so viele! Im Moment wird um jeden Korridor gekämpft. Sie haben Mad Eye gefunden. Er ist tot.“
Kate wurde bleich.
„Es hat unter den Flüchtlingen auch einige Tote gegeben.“ Sie schwiegen eine Weile. Draco aß ein Brot, dann stand er langsam auf. „Ich habe mit Ihrem Mann gesprochen. Es geht ihm gut. Professor McGonagall hatte mich zu ihm geschickt, weil sie für Dumbledore spezielle Zaubertränke gebraucht haben. Er war mit mir in seinem Arbeitszimmer und hat sie mir herausgesucht. Als wir auf dem Weg nach oben waren, wurden wir angegriffen. Er schützte mich, trotzdem wurde ich verletzt, aber er konnte Schlimmeres verhindern.“
Mit diesen Worten machte er sich wieder auf den Weg. Kate sah ihm nachdenklich und erschöpft nach. Er war ein besonderer junger Mann. Diese Slytherins hatten schon etwas Faszinierendes an sich! Seufzend drehte sie sich um und machte sich wieder an die Arbeit.
Als Kate da nächste Mal auf die Uhr schaute, da war es schon vier Uhr. Der Lärm des Kampfes war gedämpfter und schien in einem anderen Bereich von Hogwarts zu toben. Immer mehr Verletzte wurden hereingebracht und längst nicht mehr alle konnten wieder schnell auf die Beine gebracht werden. Die Reihen der Verteidiger wurde stündlich dünner. Doch Voldemort hatte immer noch nicht in den Kampf eingegriffen. Keiner im Schloss hatte ihn bisher gesehen. Er schien auf etwas zu warten.
Wieder hörten sie eine Reihe von schweren Schlägen und das Triumphgeheul im Schloss und davor ließ das Blut in ihren Adern gefrieren. Sie sahen sich ängstlich an und Kates Herz schlug schnell. Was war geschehen? Mrs Weasley kam herein, ihr Haar war zerzaust und ihr Umhang war an vielen Stellen zerrissen. Ginny eilte zu ihr und Mrs Weasley nahm sie fest in die Arme.
Dann berichtete sie: „Sie haben das Portal zerstört und das Treppenhaus besetzt. Wir kommen mit den Verletzten nicht mehr nach hier oben durch. Und es sind so viele! Wir brauchen unten Verbandsmaterial und Zaubertränke! Überall geht das Gerücht um, dass Dumbledore gefallen ist. Stimmt das?“
Sie sah sich verzweifelt um. Madam Pomfrey beruhigt sie: „Es geht ihm sehr schlecht, aber noch lebt er. Es ist vielleicht besser, wenn die Todesser glauben, dass er tot ist.“
Molly Weasley nickte, nahm einige Zaubertränke entgegen und wartete an der Tür. Poppy gab dem Pfleger und der Arzthelferin noch einige Anweisungen und folgte dann Mrs Weasley.
Mit einem Mal hoben alle langsam die Köpfe und lauschten. Eine ungewohnte Stille lag über Hogwarts. Kein Lärm, keine Rufe, keine Einschläge, nichts. Es war, als hielte das Schloss selbst den Atem an. Diese Ruhe war schlimmer, als der Kampflärm davor. Kate lief ein Frösteln über die Arme und sie hatte plötzlich schreckliche Angst.
Und dann erklang die unheimliche Stimme wieder, die kalte, emotionslose Stimme von Lord Voldemort: „Ihr habt tapfer gekämpft, doch nun seid Ihr fast am Ende. Dumbledore ist tot! Ihr seid auf mein erstes Ultimatum nicht eingegangen. Darum wende ich mich direkt an Dich, Harry Potter. Es sind genug Menschen wegen Dir gestorben. Ich warte im Verbotenen Wald auf Dich. Wenn Du Dich mir bis in einer Stunde stellst, dann sollen keine weiteren Zauberer und Hexen sterben. Magisches Blut ist kostbar. Und wir gewähren allen Muggeln einen freien Abzug, wenn sich mir alle anderen unterwerfen. Harry, Du hast Dich lange genug hinter Deinen Freunden versteckt. Wähle das Leben für alle in Hogwarts oder den Tod für Euch alle.“ Voldemorts Stimme verstummte und ließ dröhnende Leere in ihnen allen zurück.
Kates Blick suchte Ginny. Die junge Hexe stand wie versteinert da, ihr Gesicht war grau vor Kummer. Leise trat Kate zu ihr und zog sie in ihre Arme. Ginny fing an zu weinen. Kate fuhr ihr immer wieder tröstend mit der Hand über den Rücken. In ihr selbst war kein Platz für Kummer. Sie fühlte sich, als wäre alles in ihr zu Eis erstarrt. Sie hatte gewusst, dass dieser Moment kommen würde, doch jetzt… Langsam beruhigte sich Ginny wieder und Kate zog sie in eine ruhigere Ecke. Im Raum nahmen die Menschen langsam wieder die Gespräche auf. Ginny ließ sich körperlich und seelisch erschöpft auf einen der Sessel fallen. Sie schien jede Kraft verloren zu haben.
Dann hob sie den Blick und sah Kate an: „Es gibt keinen Ausweg?“
Es war weniger eine Frage, als vielmehr eine Feststellung. Langsam schüttelte Kate den Kopf.
Die junge Hexe straffte die Schultern und nickte. „Ich muss hinaus. Ich kann nicht länger hier verharren. Wenn ich noch länger hierbleiben muss, dann drehe ich durch.“ Entschlossen erhob sie sich und wollte zur Tür, als Kate sie festhielt.
Ginnys Kopf fuhr herum und sie wollte sich gerade losreißen, als Kate leise sagte: „Warten Sie, bis sie fort sind. Wie soll er die Kraft dazu aufbringen, wenn er Sie sieht? Sie müssen jetzt stark sein. Machen Sie es ihm nicht noch schwerer!“
Ginny zögerte und nickte dann langsam. Sie sah Kate an und fragte dann verzweifelt „Wie können Sie so ruhig bleiben? Professor Snape ist doch in der gleichen Lage? Er wird Harry doch begleiten? Er hat es ihm versprochen!“
Kate sah Ginny an: „Und er wird dieses Versprechen halten! Ich habe ihm versprochen, dass ich vernünftig sein werde. Das genau versuche ich gerade.“
In Kates Augen standen die Tränen, die sie jetzt nicht vergießen würde. Doch Ginny hatte sie wahrgenommen und nickte zaghaft. Dann setzte sie sich langsam wieder hin.
Im Raum hatten die Menschen begonnen, wieder leise miteinander zu sprechen. Es war fünf Uhr und das Ultimatum endete in einer halben Stunde. Kates Gedanken waren bei Severus. Sie versuchte, ihm ihre Liebe und ihren Trost zu schicken. Sie hatte sich in einen Sessel in einer ruhigen Ecke zurückgezogen und wollte ihn im Gedanken bis zum Ende begleiten. Außer für diese Gedanken war in ihr für nichts anderes Platz. Schon einmal hatte sie ihn so erreichen können und es würde auch diesmal so sein.
Die gewährte Stunde war gleich vorbei und Kate und jeder andere im Schloss wusste, dass Harry sich dem Ultimatum stellen würde.
Und dann, ohne Vorwarnung, durchfuhr Kate ein solcher Schmerz und ein solches Entsetzen, das sie schreiend auffuhr und dann zusammenbrach. Die Schmerzen zuckten durch ihren Kopf und ihren Körper. Dann wurde sie ohnmächtig.
Als sie erwachte, lag sie auf einem der Sofas und Ginny kniete neben ihr. Sie hielt ihre Hand und Tränen liefen ihr über die Wangen. Neben Ginny stand ihre Mutter und strich ihrer Tochter immer wieder über die Haare.
Ginny flüsterte leise: „Es ist passiert, oder?“
Kate nickte langsam. Mühsam flüsterte sie: „Ich denke schon!“
Sie schloss kurz die Augen und erhob sich dann langsam. Ein vorsichtiger Blick auf ihre Uhr sagte ihr, dass sie eine ganze Weile ohne Bewusstsein gewesen sein musste.
Zu Ginny und Molly sagte sie: „Es geht schon wieder.“ Sie wollte lieber alleine sein.
Besorgt sahen die beiden Frauen sie an, doch als Kate sich erhob, sahen sie erleichtert aus. Kate, die sich ablenken wollte, ging langsam zu den Frauen hinüber, die sich um die jüngeren Schüler kümmerten. Molly und ihre Tochter verließen den Raum und schlossen sich den Verteidigern an. Niemand wusste so recht, wie es weitergehen sollte.
Dann hörten sie ein drittes Mal die Stimme des Dunklen Lords. Sie erklang vor dem zerborstenen Portal Hogwarts: „Harry Potter ist tot. Der ‚Auserwählte‘, wir Ihr ihn genannt habt, ist nicht mehr. Er war schwach und konnte mir nie wirklich etwas antun. Ich gebe Euch eine halben Stunde Zeit, dann erwarte ich Eure Kapitulation vor dem Portal. Unterwerft Euch mir oder sterbt!
Unter Euch lebt eine Frau namens Kate Flemming. Stellt Euch mir und der Verräter stirbt einen schnellen Tod. Wenn nicht, dann wird er jede Minute bereuen, die er gelebt hat! Ihr habt ebenfalls eine halbe Stunde.“
Mechanisch erhob sich Kate und ging ohne Zögern in Richtung der Tür. Bevor sich alle von dem Schreck erholt hatten, war sie schon draußen. Ihre Füße stiegen über Trümmer und bahnten sich den Weg durch Schutt und Scherben.
Das Treppenhaus war stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Stufen waren geborsten und die meisten Gemälde waren leer. Die Portraits hatten Meldungen weitergegeben und waren sehr wahrscheinlich dorthin gegangen, wo beraten wurde, wie es weitergehen sollte. Zielstrebig suchte sich Kate einen Weg nach unten.
Sie hatte nur noch eine weitere Treppe vor sich, als sie von unten schnelle Schritte hörte. Draco kam ihr entgegengelaufen und erstarrte, als er sie sah.
„Was glauben Sie, was Sie da machen? Sie werden sich ihm nicht ausliefern!“
Er überwandte die letzten Stufen zu ihr und stand dann vor ihr. Wütend sah er sie an. Doch Kate sah ihn nur ausdruckslos an.
Dann sagte sie leise: „Sie verstehen das nicht, Draco. Ich könnte nicht ohne ihn leben. Es war nie vorgesehen, dass ich diesen Tag überlebe. Jetzt lassen Sie mich bitte durch.“
Sie wollte um ihn herumgehen, doch er ergriff ihren Arm und schüttelte heftig den Kopf: „Genau das hat er vorausgesehen. Ich soll Ihnen in diesem Fall wortwörtlich von ihm ausrichten: Nachsitzen, Miss Flemming!“ Er sah sie verwundert an und fragte: „Was hat er damit gemeint?“
Kate lächelte und sagte dann: „Das heißt, dass er wusste, ich würde mich nicht daran halten.“
Und dann schlüpfte sie schnell an ihm vorbei und er stand auf den Stufen und sah ihr mit Bedauern nach. Er hatte das Leuchten in ihren Augen gesehen und wusste, es wäre falsch gewesen, sie aufzuhalten.
Sie war in der Eingangshalle angekommen und trat zum Portal. Die beiden riesigen Torflügel hingen schief in ihren Angeln. Auch hier lagen überall Trümmer herum. Einige der großen Steinfliesen waren gesprungen. Kate hatte kurz angehalten. Sie zog das Band auf, das ihre Haare zusammengehalten hatte. Severus liebte ihre offenen Haare. Sie würde ihn noch ein letztes Mal sehen dürfen. Ihr Herz pochte aufgeregt und ängstlich. Dann holte sie tief Luft und trat hinaus in die aufziehende Dämmerung.
Vor dem Portal hatte sich eine große Menge von teilweise vermummten Gestalten versammelt. Durch das kommende Tageslicht und zahlreiche Fackeln war es hell im Schlosshof. Die Menge bildete einen großen Halbkreis, in deren Mitte eine Gestalt am Boden lag. Harry!
Hinter ihm stand eine hochgewachsene, schlanke Gestalt. Seine Züge waren kaum noch menschlich zu nennen und seine Augen waren nur noch rote Schlitze. Lord Voldemort. Dumbledore hatte ihn ihr beschrieben. Aber keine Beschreibung der Welt hätte sie auf das Grauen vorbereiten können, dass sie bei seinem Anblick empfand.
Sie war so leise und unbeachtet aus dem Portal getreten, dass sie den Halbkreis schon halb durchschritten hatte, bevor die Menge auf sie aufmerksam wurde. Sie reagierten mit Zischen und Schimpfwörter auf sie. Lord Voldemort hatte sich mit seiner Schlange beschäftig, die er um seine Schultern gelegt hatte. Doch nun wandte er sich um, um zu sehen, was seine Gefolgsleute aufbrachte.
Etwa vier Meter vor Harrys Körper blieb Kate stehen. Sie hatte schreckliche Angst und konnte nur mit Mühe das Zittern ihres gesamten Körpers unterdrücken. Doch nach außen wirkte sie einigermaßen beherrscht, was die Todesser noch mehr aufbrachte. Lord Voldemort beobachtete sie aufmerksam und ließ seine Schlange langsam zu Boden gleiten. Sie ringelte sich zusammen und verharrte hinter Harry. Voldemort trat um Harry herum und näherte sich Kate. Je näher er kam, desto größer wurde Kates körperliche Abneigung gegen ihn. Ihr wurde fast schlecht vor Abscheu. Der Dunkle Lord schritt einmal um sie herum und stand dann vor ihr. Mit hoher, eiskalter Stimme fragte er: „Kate Flemming?“
Sie nickte kurz und sagte: „Ja!“ Mehr hätte sie kaum sagen können, ohne dass sie sich übergeben hätte.
Seine Augen waren zu Schlitzen verengt und er sah sie zweifelnd an: „Du hast keine Angst?“
Da sie wusste, dass er ihre Gedanken jederzeit lesen konnte, entschloss sie sich zur Wahrheit: „Doch!“
Er lachte ein freudloses Lachen. Einige Todesser stimmten ein und johlten schadenfroh. Mit einer Handbewegung brachte er sie zum Schweigen und konzentrierte sich auf Kate.
„Ich hatte mich gefragt, welche Frau sich der Verräter wohl zur Gefährtin gesucht hat. Mutig und ehrlich! Interessant. Schade, dass Du nur ein wertloser Muggel bist.“ Wieder musterte er sie interessiert. Nach einer Weile fragte er: „Du weißt, was ich von Dir will?“
Kate sah ihn an und sagte: „Ihr wollt mich töten!“
„Und weißt Du auch, warum?“ Seine Stimme war empfindungslos.
„Ja“, kam es von Kates Lippen.
Seine Miene verzog sich ärgerlich bei ihrer knappen Antwort: „Wirst Du es mir mitteilen, oder soll ich Dich zu einer Antwort zwingen?“ drohte er ihr.
Kate holte tief Luft und sagte dann langsam: „Ich hatte gedacht, dass Ihr das lieber nicht vor so vielen Ohren erörtern wolltet.“ Sie wies mit einer Handbewegung auf die Todesser, die neugierig lauschten.
Wieder lachte er sein grausiges Lachen: „Mutig, ehrlich und klug! Das hätte ich unserem lieben Severus gar nicht zugetraut.“
Er wies mit seiner Hand auf einen Punkt hinter sich. Die Menge lachte gehässig und teilte sich. Entsetzt sah Kate eine aufrecht schwebende, mit silbernen Fesseln belegte Person, die in sich zusammengesackt war. Severus.
Ihr Herz setzte kurz aus, nur um danach umso heftiger zu schlagen. Er war nicht bei Bewusstsein. Sein Umhang war grau vor Staub und an vielen Stellen zerrissen und blutig. Die Haare hingen ihm wirr in den gesenkten Kopf und an der Schläfe klaffte eine große Wunde. Auch in der Brust war ein tiefer Schnitt zu sehen, aus dem es heftig blutete.
Kate biss sich auf ihren Handrücken, mit dem sie einen Aufschrei gerade noch verhindern konnte. Tränen schossen ihr in die Augen und sie wäre beinahe zusammengebrochen. Doch sie würde das hier ihm zuliebe mit jedem bisschen Stolz und Würde durchstehen, dass sie in sich finden konnte.
Also wandte sie entschlossen den Blick von Severus ab, obwohl es sie fast übermenschliche Kräfte kostete und sah Voldemort wieder an.
„Ich habe meinen Teil der Abmachung erfüllt! Ich habe mich gestellt und Ihr habt mich in der Hand.“
„Und nun willst Du, dass ich meinen Teil erfülle. Das werde ich bald machen, aber vorher wollen wir uns noch ein wenig unterhalten. Und ich finde, der Verräter sollte dem Gespräch beiwohnen, findest Du nicht?“ Er zückte seinen Zauberstab und schwang ihn in Severus Richtung.
Dieser erwachte und hob mühsam den Kopf. Er schien große Schmerzen zu haben und öffnete die Augen nur langsam. Seine schwarzen Augen erfassten die Szene vor sich.
Er schloss kurz die Augen und dann sagte er mit heiserer Stimme: „Nachsitzen, Flemming!“
Mit einem weiteren Schlenker seines Zauberstabes, schickte Voldemort einen Fluch auf Severus, der gequält aufschrie. Dann wurde er wieder ohnmächtig, die Schmerzen waren einfach zu groß.
Kate hatte bei seinen Worten kurz verzweifelt gelächelt, obwohl ihr Herz für ihn blutete. Doch Voldemorts Folterfluch hatte diesem Lächeln ein schnelles, brutales Ende gesetzt. Ihre Entscheidung, Severus den Tod zu erleichtern, war die richtige gewesen. Das ihm zugedachte Ende hatte er nicht verdient! Der Dunkle Lord hatte sie beobachtet und ihm waren ihre Gefühlsregungen nicht entgangen.
Er hob wieder zum Sprechen an: „Dann wollen wir uns unterhalten, nur wir zwei.“ Mit einer Bewegung des Zauberstabs wurde es still um sie herum. Kate konnte sehen, dass einige Todesser miteinander sprachen, aber sie konnte sie nicht mehr hören. Voldemort fixierte sie mit seinen roten Augen und sagte: „Ich höre Deine Theorie!“
Kate sah ihn an und begann zu sprechen: „Ihr wollt mich töten, weil ich Eure einzige Verbindung zu Eurer Herkunft bin. Wie Ihr sicher wisst, ist mein richtiger Name Catherine Riddle. Wir sind über mehrere Generationen miteinander verwandt, und Eure Gefolgsleute dürfen nicht wissen, dass Ihr…“ Sie sah ihn nun doch mit Furcht in den Augen an und rang sich dann durch, weiterzusprechen: „… das Ihr von einem Muggel abstammt.“
Seinem schlangenartigen Gesicht war keine Regung zu entnehmen: „Weiter!“
Sie sah ihn an und schüttelte sachte den Kopf: „Das ist alles. Mehr gibt es darüber nicht zu sagen.“
Sein Gesicht verzog sich höhnisch: „Was ist mit Euern Eltern?“
Kate sah ihn verwundert an: „Meine Mutter starb kurz nach meiner Geburt und meine Vater…“ sie stockte kurz: „…mein Vater gab mich gleich danach zur Adoption frei. Anscheinend ist unsere Familie nicht so fürsorglich, was ihre Kinder betrifft, nicht wahr? Jedenfalls starb er nicht viel später bei einem Unfall.“
Ein kaltes Lachen löste sich von Voldemorts schmalen Lippen: „Ich darf noch ein paar Dinge richtigstellen. Deine Mutter starb, weil ich sie ermordet habe, und Dein Vater ging mir kurz darauf in die Falle. Bedauerlicherweise wusste ich zu diesem Zeitpunkt nichts von Deiner Existenz, sonst hätte ich dieses Problem schon viel früher erledigt.“
Ihr Vater hatte sie beschützen wollen, nicht einfach abgeschoben, weil sie ihm lästig war! Das erste Mal strömte Wärme in ihr Herz, als sie an ihre leiblichen Eltern dachte.
Sie lächelte warm, aber Voldemorts Stimme riss sie in die Gegenwart zurück: „Aber dieses Versäumnis werde ich nun nachholen. Freu Dich, in wenigen Augenblicken bist Du wieder mit Deinen Muggel-Eltern vereint!“
Also war der Moment gekommen! Er hob den Schallzauber auf. Seine Gefolgsleute hatten dem für sie stummen Gespräch mit Argwohn zugesehen. In einem unbeobachteten Moment hatte Kate den Anhänger von der Kette gelöst und schob ihn jetzt in den Mund. Ihre Haare verdeckten dabei die Sicht und die Todesser bemerkten es nicht.
Aus dem Portal waren inzwischen die Verteidiger des Schlosses getreten. Immer mehr erschienen dort und versammelten sich zu einer schweigenden Masse. Mehr als nur einer hatte entsetzt aufgestöhnt, als sie Kate vor dem Dunklen Lord stehen sahen. Erst langsam nahmen sie auch Harrys Körper wahr.
Ginnys Stimme schrie verzweifelt: „Harry!“ Mit einer Bewegung des Zauberstabes brachte Voldemort sie zum Schweigen. Dann richtete er den Zauberstab auf Kate.
Trotzig erhob sie den Kopf und sah ihn an: „Was ist mit Severus?“
Sein Gesicht verzog sich zu einem höhnischen Lächeln: „Du hast Recht, er soll diesen besonderen Moment nicht verpassen! Ich werde ihn wecken, damit er sehen kann, wie du stirbst!“
Die Todesser johlten erfreut und ihre Blicke wanderten von ihrem Herrn zu Kate und zurück zu Snape. Während er sich zu Severus umdrehte und seinen Zauberstab erhob, sagte Kate mit fester Stimme: „Und Ihr werdet Euer Wort halten und ihn danach schnell sterben lassen? Oder kann man sich auf das Wort von Lord Voldemort nicht verlassen?“
Mit einem Zischen wirbelte er zu ihr herum, richtete den Zauberstab auf sie und fauchte: „Du wagst es! Du dreckiger, nutzloser Muggel wagst es!“
Seine Gefolgsleute erwachten aus ihrer Erstarrung und gerieten in Aufruhr.
Dann passierten mehrere Dinge gleichzeitig: Von den Todessern und Voldemort unbeachtet stürmte Neville vor, er hatte das Schwert von Gryffindor in der Hand. Mit einer eleganten Drehung des Handgelenks holte er aus und köpfte die Schlange. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Todesser.
Währenddessen hatte sich Draco durch die Menge nach vorne gedrängt und stürzte nun auf Kate zu. Voldemort erstarrte kurz und war von den Geschehnissen überrumpelt.
Sein Zauberstab zuckte zu Neville, doch bevor er ihn angreifen konnte, hatte sich Harry halb erhoben und mit einem lauten: „Protego!“ einen starken Schildzauber zwischen den Dunklen Lord und Neville geworfen.
Geistesgegenwärtig stieß Draco Kate zur Seite und schützte sie und sich ebenfalls mit einem Schildzauber. Schnell spuckte Kate den Anhänger aus, bevor er aus Versehen zerbrechen konnte.
Mehr Aufforderung bedurfte es nicht. Die Verteidiger von Hogwarts griffen an! Minverva McGonagall ließ ihre magisch verstärkte Stimme über das Schloss erschallen: „Ein letztes Mal, sammelt Euch. Beschützt Hogwarts! Nieder mit dem Dunklen Lord!“
Aus dem Wald kamen die Zentauren und griffen mit ihren Pfeilen an. Thestrale und Hippogreife stürzten sich vom Himmel auf die Todesser und deren Verbündete. Und mitten in den losbrechenden Kämpfen waren Draco und Kate. Geduckt liefen sie zum Rand des Schlosshofes, er schütze sie mit Schildzaubern und seinem Körper vor herumfliegenden Flüchen. Dann stieß er sie hinter einen Mauervorsprung und postierte sich davor. Doch sie wollte sich nicht verstecken: „Draco, ich muss zu Severus. Er ist völlig schutzlos dort draußen. Ich muss ihn holen.“
Draco sah sie mit fassungslosem Gesicht an: „Sie sind verrückt. Sie wären tot, bevor Sie auch nur losgelaufen wären.“
Kate wurde wütend: „Das verstehen Sie nicht, lassen Sie mich zu ihm!“
Fahrig strich er mit einer Hand seine Haare zur Seite. „Ich muss lebensmüde sein. Wenn Sie mir versprechen, dass Sie in Deckung bleiben, dann werde ich ihn holen.“
Sie nickte stumm und er sprintete los. Immer wieder musste er Flüchen ausweichen und schlängelte sich durch die kämpfende Menge. Kate presste sich an den Mauervorsprung und war bemüht, sich möglichst unsichtbar zu machen.
Währenddessen hatte sich Draco nah an Snape herangekämpft, der immer noch gefesselt am Boden lag. In dessen Nähe kämpften Neville und Harry Rücken an Rücken.
Harry sah Draco erst, als dieser schon fast bei Snape war und schrie: „Was machst Du da? Lass ihn liegen, schütze Dich selbst!“
Draco rief nur zurück: „Ich kann nicht. Miss Flemming…“
Ein kurzes Lächeln lief über Harrys Züge. Während Draco Snapes Körper mit einem Schwebezauber anhob, beschützten ihn Neville und Harry. Doch dann wurden die beiden von einigen Todessern in einen Kampf verwickelt. Draco hatte Kate allerdings schon erreicht und gemeinsam zogen sie Snapes Körper aus dem Schussfeld.
Sie duckten sich hinter der Brüstung des umlaufenden Arkadenganges und kamen so langsam, aber sicher wieder zum Portal. Immer wieder mussten sie Flüchen ausweichen und mehr als einmal war es nur Dracos schnellen Reflexen zu verdanken, dass sie nicht getroffen wurden. Dann hatten sie es endlich geschafft und waren durch das Portal in das Treppenhaus gekommen. Draco öffnete eine kleine Tür, die in einen schmalen Raum führte. Früher war es einmal das Wachzimmer gewesen, heute bewahrte Filch seine Besen und Putzsachen dort auf. Erleichtert schloss der junge Mann die Tür hinter ihnen und versiegelte sie zusätzlich noch magisch.
Dann atmeten beide erleichtert auf, vorerst waren sie sicher. Behutsam ließ Draco den schwebenden Snape auf den Boden sinken. Kate begann sofort, ihn nach sichtbaren Wunden zu untersuchen. Verzweiflung machte sich in ihr breit. Sie war keine Ärztin, aber in den vergangenen Stunden hatte sie genug Wunden gesehen, um zu wissen, dass es ein Wunder war, dass Severus noch lebte. Die klaffende Wunde in seiner Brust blutete stark.
Sie sah sich gehetzt um und suchte nach etwas, aus dem sie eine Kompresse machen konnte. Doch in diesem Raum gab es nur schmutzige Putzlappen. Draco kniete auf der anderen Seite neben Snape und hatte ihr kurz zugeschaut. Jetzt durchwühlte er die Taschen seines Umhanges und zog dann mit einem triumphierenden Lächeln eine kleine Phiole heraus.
„Hier, die habe ich vorhin vergessen, Madam Pomfrey zu geben!“ Kate erkannte den Zaubertrank, den Ginny vorhin zum Verschließen von Wunden eingesetzt hatte.
Fragend sah sie ihn an: „Wirkt der auch, wenn ein Muggel ihn verwendet?“
Draco sah sie ratlos an: „Keine Ahnung, eigentlich sollte er schon! Aber wir werden kein Risiko eingehen.“
Er nahm ihr die Phiole wieder aus der Hand. Während er den Glaspfropfen entfernte, zog sie den Stoff des Umhanges von der Wunde und säuberte sie, soweit sie konnte. Dann erklärte sie Draco, wie Ginny den Zaubertrank angewendet hatte. Vorsichtig träufelte Draco das Elixier auf die Wundränder. Je länger er träufelte, desto mehr zogen sich die Wundränder zusammen. Es war nur eine kleine Phiole und so reichte der Trank nicht aus, um die Wunde komplett zu verschließen, aber wenigstens hörte sie auf, so stark zu bluten.
Der junge Slytherin runzelte die Stirn: „Wir müssen ihn bald zu Madam Pomfrey bringen. Das sieht alles nicht so gut aus!“
Kate nickte zustimmend, aber draußen vor der Tür war der Kampflärm noch immer unvermindert zu hören. Sie konnten jetzt nicht hinaus und mussten warten. Kate hatte Severus Kopf auf ihren Schoß gelegt und strich im sachte über die eine, unverletzte Wange. Er lag in einer tiefen Bewusstlosigkeit und hatte sich nicht ein Mal bewegt.
Langsam fiel die Anspannung der letzten Stunden von Kate ab. Wenigstens lebte er noch! Und sie waren wieder zusammen. Draco hatte sich neben der Tür an die Wand gesetzt und seinen Kopf mit geschlossenen Augen nach hinten sinken lassen. Er sah erschöpft aus und war noch blasser als sonst.
Kate sagte leise: „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, Draco. Ohne Sie …“, ihre Stimme brach. Langsam öffnete er die Augen und sah sie an. „Sie sind wirklich ein sehr mutiger Mann“, stellte sie fest. Er senkte verlegen den Blick auf seine angewinkelten Knie.
Leise sprach sie weiter: „Das war bestimmt eine schwierige Nacht für Sie.“
Nachdenklich musterte er die gegenüberliegende Wand und sagte leise: „Eigentlich nicht, es kam immer eins zum anderen und man hat auf die Ereignisse immer nur reagiert. Ich kam nicht dazu, nachzudenken.“
Müde schloss er die Augen wieder. Sein Kopf sank erneut an die Wand und dann wurden seine Atemzüge tiefer. Er war eingeschlafen. Kate lächelte. Es war eine lange Nacht gewesen. Für alle. Dann sank ihr Blick auf das geliebte Gesicht in ihrem Schoß. Egal, was jetzt noch geschehen würde, wenigstens waren sie wieder zusammen.
Der Lärm des Kampfes war mal lauter, mal leiser und so verging die Zeit. Inzwischen waren sie seit gut einer Stunde in dem kleinen Raum. Dann wurde es draußen ruhig. Nichts war mehr zu hören. Kate lauschte mit angehaltenem Atem. Was geschah dort draußen? Hatten die Todesser gewonnen? Angst breitete sich wieder in Kate aus. Sie konnte nichts hören. Ein Blick auf Draco zeigte ihr, dass er aufgewacht war und ebenfalls gespannt lauschte.
Und dann brandete lauter Jubel auf und rollte durch das Schloss. Entsetzt schauten sich die Frau und der junge Mann an. Wer jubelte da? Es waren so viele Stimmen. Doch dann konnten sie einzelne Rufe ausmachen: „Harry!“ und immer wieder „Harry“ schallte durch die Gänge. Ungläubig sahen sie sich an, sollten die Verteidiger wirklich das Unglaubliche geschafft haben?
Draco erhob sich entschlossen und sagte: „Ich muss wissen, was passiert ist. Ich komme gleich wieder!“ Damit löste er die magische Verriegelung und öffnete die Tür. „Warten Sie hier!“
Mit diesen Worten war er verschwunden. Kate dehnte vorsichtig den Rücken. Sie war müde und die Anspannung der Nacht steckte ihr in den Knochen. Besorgt sah sie wieder zu Severus hinunter. Er brauchte jetzt bald fachkundige Hilfe. Er war weder erwacht, noch hatte er sich auch nur einmal bewegt. Vorsichtig erhob sie sich und legte seinen Kopf auf die Reste seines Umhangs, den sie ihm vorher ausgezogen hatten, um die Wunden zu untersuchen.
Die Tür flog auf und Draco stand im in der Öffnung. „Es ist vorbei! Der Dunkle Lord ist tot! Wir haben gewonnen!“
Kate stand kurz wie erstarrt in der schmalen Kammer. Doch dann warf sie sich mit einem Jubelschrei in Dracos Arme. Er wirbelte sie übermütig herum. Als im klar wurde, was er da tat, stellte er sie verlegen wieder auf die Füße. Auf seinen Wangen waren zwei rote Flecken erschienen.
Dann sagte er schnell: „Kommen Sie, wir wollen den Professor zu Madam Pomfrey bringen. Er braucht jetzt Hilfe.“
Kate nickte und Draco dirigierte den wieder schwebenden Körper aus der Kammer. Kate lief neben Severus her und hielt seine Hand. Sie mussten über Trümmer steigen und den größeren Brocken ausweichen. Trotzdem kamen sie schnell zum Eingang zur großen Halle. Obwohl die Decke eingestürzt war, hatten sich die Sieger dort versammelt. Flitwick hatte, angeschlagen zwar, einen Schutzzauber über die Halle gelegt, die das Dach damit fürs Erste ersetzte. Die langen Haustische waren auf einer Seite verschwunden, um Platz für die Verletzten zu haben. Madam Pomfrey und ihre Helfer waren beschäftigt. Besorgt eilten sie von einem zum anderen.
„Madam Pomfrey“, rief Draco mit schneidender Stimme. Sie fuhr herum und erfasste die Situation sofort.
„Hier herüber“, wies sie Draco kurz an und wies auf den Nebenraum der Großen Halle. Dann eilte sie voran. Draco und Kate folgten ihm mit Severus. Vorsichtig ließ Draco den Professor durch die Tür schweben. Der Raum war fast noch intakt, bis auf ein großes Loch in der Außenwand. Doch auch dieses war provisorisch abgedichtet worden. Hier lagen die Schwerverletzten. Kate konnte im Vorbeigehen Lupin entdecken und Fred Weasley. Sie waren beide anscheinend ohne Bewusstsein. Molly saß neben ihrem Sohn und hielt dessen Hand. Der Rest der Familie hatte sich still um das Lager geschart. Tonks war bei ihrem Mann. Auch ihr Umhang war zerfetzt und sie hatte einige Schnittwunden. Doch sonst war sie anscheinend unverletzt.
Madam Pomfrey wies auf einen Tisch. Draco dirigierte Severus Körper darauf und ließ ihn niedersinken. Madam Pomfrey begann sofort mit der Untersuchung. Sie fragte, was sie mit der offensichtlich behandelten Wunde getan hatten und Kate und Draco berichteten ihr. Sie nickte stumm und untersuchte weiter. Dabei murmelte sie leise vor sich hin. Ihr Gesicht wurde immer ernster und besorgter. Als sie kurz den Kopf hob, konnte Kate die gerunzelte Stirn sehen. Dann verabreichte Madam Pomfrey Severus einen Zaubertrank zur Stärkung.
Unbemerkt war Minerva hinzugetreten und beobachtete Poppy besorgt. Professor Snape sah nicht gut aus, es schien ernst zu sein. Nach einer für Kate gefühlten Ewigkeit hob Madam Pomfrey den Kopf und sah Kate an: „Er hat einige sehr schwere Verletzungen. Jede einzeln wäre nicht so schlimm, aber alles zusammen… Ich kann jetzt noch nichts sagen. Einige Heiler von St. Mungo sollten jeden Augenblick hier sein. Die werden mehr sagen können, wenn sie ihn untersucht haben.“ Sie sah Kate mitleidig an: „Außer den äußerlichen Verwundungen hat er auch schwere innerliche Verletzungen.“ Sie trat noch näher und sagte leise: „Ich will Ihnen nicht jede Hoffnung nehmen, aber Sie sollten sich auf das Schlimmste einstellen!“
Kate taumelt zurück, Minerva und Draco fingen sie auf, bevor sie fallen konnte. „Nein“, kam es entschlossen aus ihrem Mund. „Nein!“
Sie riss sich los und ging entschlossen zu Severus hinüber. Sie beugte sich über ihn und strich sanft einige Strähnen aus seinem Gesicht.
„Das tust Du mir nicht an, hörst Du? Ich werde es nicht zulassen!“ flüsterte sie ihm zu. Dann sank sie auf den Stuhl, der neben dem Tisch stand.
Madam Pomfrey öffnete den Mund und wollte etwas sagen, aber Minverva legte ihr eine Hand auf den Arm und schüttelte den Kopf: „Lass sie, Poppy. Zumindest vorerst!“
Madam Pomfrey nickte ergeben. Es war eine ganze Weile sehr still im Nebenraum. Kate machte nicht den Anschein, als ob sie in absehbarer Zeit mit einem von ihnen sprechen wollte. Sie war in ihrer eigenen Welt versunken, hielt Severus Hand in ihrer und wartete auf die Heiler aus St. Mungos. Es gab so viel zu tun, deshalb drehte sich Minerva zögernd um und wollte den Raum verlassen.
Da fiel Professor McGonagalls Blick auf Draco. Er stand einfach völlig erschöpft da und beobachtet die Szene am Bett.
Ein seltenes Lächeln zeigte sich auf den strengen Zügen von Minerva: „So, Mr Malfoy.“ Er zuckte zusammen und sah auf. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde. Aber wir sind alle sehr stolz auf Sie. Wenn Sie so weitermachen, dann ernenne ich Sie zum Ehren-Gryffindor!“
Der junge Mann sah sie erschrocken an: „Bloß nicht!“
Die Weasleys hatten das Gespräch verfolgt und lachten. Auch die Miene von Minerva verzog sich und dann lachten sie und Draco befreit los. Minerva legte ihm eine Hand auf die Schulter und sagte: „Kommen Sie, Professor Dumbledore ist vorhin aufgewacht und hat nach Ihnen gefragt.“
Mit einem letzten besorgten Blick auf Kate und Snape verließen sie den Nebenraum.
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So langsam nähern wir uns dem Ende dieser Geschichte. Nur noch vier Kapitel fehlen, wobei ich die beiden letzten Kapitel zusammen einstellen werde, denn der Epilog sollte direkt danach gelesen werden.
Wie es jetzt weitergeht in Hogwarts?
Die nächsten Kapitel folgen bald! Versprochen!
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