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Fanfiction

Eine zweite Chance - Neue Pläne

von Kate Flemming

Das Warten auf das Ende einer Geschichte ist immer so eine Sache. Auf der einen Seite möchte man endlich wissen, wie es ausgeht. Aber auf der anderen Seite ist das Ende auch immer ein Abschied von den Personen, mit denen man geliebt und gelitten hat. Aber alles muss einmal zu Ende gehen. So wie diese Geschichte.

************************************************
Mitte Mai konnte Professor Snape wieder die ersten Unterrichtsstunden geben. Man war über seine Wiederkehr äußerst geteilter Meinung. Professor Slughorn war froh, nicht mehr den ganzen Unterricht halten zu müssen.
Seine Schüler sahen es ein wenig anders. Als in den Kerkern die erste Unterrichtsstunde bei den Viertklässlern stattfand, schluckte mehr als nur einer von ihnen, als sie Snape in seiner gewohnten Pose am Pult gelehnt stehen sahen. Seine Miene war verschlossen wie immer und die Schüler machten sich beklommen an die Arbeit. Doch es dauerte nicht lange, bis sie feststellten, dass sich der gefürchtete Professor verändert hatte. Er war immer noch streng und ließ ihnen nichts durchgehen, aber er war fairer geworden und nicht mehr so gehässig. Als die Zaubertränke fertig waren, sagte er tatsächlich zu zwei Schülern: „Gar nicht so übel!“

Das alles erzählte die vierte Klasse natürlich niemandem. Wenn sie befragt wurden, verdrehten sie nur entsetzt die Augen und schüttelten sich. Und so zog die nächste Klasse mit mulmigem Gefühl in Richtung der Kerker. Natürlich waren irgendwann alle Klassen einmal in den „Genuss“ einer Stunde bei Snape gekommen und bald regte sich die Aufregung.
Als der Zaubertrankmeister an einem Tag am Ende des Monats seinen Unterricht beendet hatte, kam der Schulleiter herein. Severus bemerkte ihn nicht gleich, weil er die Proben der Schüler vorsichtig in den Halter stellte. Dann nahm er die Bewegung war und sah auf.
Dumbledore trat an den Lehrertisch und betrachtete die Proben: „Horace unterrichtet nicht mehr so häufig, oder?“
Severus zog eine Augenbraue hoch: „Nicht, wenn er es nicht vermeiden kann. Sein Slug-Club nimmt viel Zeit in Anspruch!“
Sie sahen sich amüsiert an. Dann sagte Dumbledore: „Setzen wir uns einen Moment.“
Er beschwor zwei Stühle herauf und wies dann mit der Hand darauf. Zögernd kam Snape näher und setzte sich erst, als der Schulleiter Platz genommen hatte. Dann sah ihn Dumbledore ruhig an, bevor er anfing, zu sprechen: „Severus, hinter Ihnen liegen schwere Zeiten und eine ganze Weile sah es so aus, als würden wir Sie verlieren. Ich bin ehrlich, ich hatte Sie schon aufgegeben. Doch Sie haben sich inzwischen besser erholt, als ich es für möglich gehalten hatte.“
Snape schüttelte leicht den Kopf und sagte leise: „Ich befürchte, dass es nie wieder so werden wird, wie vorher. Aber ich bin zufrieden. Hoffen wir alle, dass wir unsere Kampferfahrungen nie wieder einsetzen müssen.“
Dumbledore nickte ernst. Auch seine Verletzungen setzten ihm immer noch zu und ihm war klar, dass sie ihn für den Rest seines Lebens einschränken würden. Severus war jünger, deshalb hatte er sich auch schneller erholt. Aber natürlich würde auch er einige Einschränkungen immer spüren.
Dann lächelte Dumbledore Snape an: „Bevor wir die nächsten Stunden über unsere Wehwehchen klagen, sprechen wir lieber über etwas anderes. Nun, da es Lord Voldemort nicht mehr gibt und die magische Welt vorerst eine friedliche Zukunft hat, müssen wir hier in Hogwarts an die Zukunft denken. Und die beginnt für uns wieder im September!“
Aufmerksam folgte Snape seinen Worten.
Dumbledore machte eine kleine Pause und sah Severus nachdenklich an: „Ich müsste nun wissen, ob Sie und Ihre Frau nach den Ferien weiter in Hogwarts unterrichten werden. Wir würden das sehr begrüßen, denn Minerva und ich werden nicht jünger. Eines Tages wird diese Schule einen neuen Schulleiter benötigen, und wir sind der Meinung, dass Sie für diese Aufgabe mehr als geeignet sind, Severus.“
Er blickte den Zaubertrankmeister mit Wärme in den Augen an und dieser sah verlegen auf seine Hände. Doch die Worte des Schulleiters freuten ihn sehr.
Dumbledore fuhr fort: „Natürlich könnte ich es nachvollziehen, wenn Sie und Ihre Frau für eine Weile fortgehen würden, sich vielleicht die Welt ansehen und die neue Freiheit genießen, die der Sturz von Voldemort uns allen beschert.“ Sein Blick wanderte zum Fenster. „Aber es wäre schön, zu wissen, dass Sie eines Tages wieder hier sein werden und die Stellung des Schulleiters übernehmen.“
Snape schwieg eine Weile und sagte dann leise: „Ich fühle mich sehr geehrt durch Ihr Vertrauen und ich würde diese Aufgabe mit Freuden übernehmen, wenn die Zeit gekommen ist. Aber ich muss ehrlich sein: Kate und ich haben über unsere Zukunft noch nicht gesprochen. Es war noch keine Zeit dafür. Und ohne sie möchte ich keine Entscheidung treffen.“
Dumbledore nickte: „Das ist mir klar, Severus. Tun Sie das und informieren Sie mich, ob Sie beide im Herbst wieder hier unterrichten werden. Das andere müssen Sie nicht gleich entscheiden.“
Snape versprach, den Schulleiter noch vor den Prüfungen im nächsten Monat Bescheid zu geben.

An diesem Abend war Severus sehr nachdenklich und abgelenkt. Beim Abendbrot sprach sie ihn mehrere Male an und er bekam es nicht mit. Dann reichte er das Brot an Minerva und nicht an Sinistra, die ihn darum gebeten hatte. Stirnrunzelnd sah Kate ihren Mann an. Was beschäftige ihn nur so sehr?
Später am Abend saßen sie noch im Wohnzimmer, Kate las einen Artikel in einer Fachzeitschrift für Ingenieurswesen, denn die sechste Klasse behandelte das Thema „Brückenbau bei Muggeln“. Severus hatte sich ein Buch genommen. Doch Kate bemerkte schnell, dass er nicht eine Seite umgeblättert hatte, obwohl er das Buch schon seit einer halben Stunde aufgeschlagen hatte.
Seufzend legte sie den Fachartikel zur Seite, sie hatte sowieso keine Ahnung, wovon diese Leute schrieben. Sie stand auf und setzte sich zu ihm auf das Sofa. Er sah auf und lächelte das spezielle Lächeln, das nur ihr alleine gehörte.
Sie lehnte den Kopf an seine Schulter und fragte dann leise: „Wirst Du mir sagen, was Dich so beschäftigt?“
Er legte das Buch zur Seite und nickte. Dann berichtete er ihr mit ruhiger, unbewegter Stimme, was Dumbledore am Nachmittag zu ihm gesagt hatte.
„Aber das sind doch wunderbare Neuigkeiten! Warum freust Du Dich nicht darüber?“ Kate sah ihn wachsam an.
„Wir haben noch nicht darüber gesprochen, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Das wurde mir erst vorhin so richtig bewusst. Es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Dinge, die wir machen könnten“, sagte er leise.
Kate schüttelte den Kopf und er sah sie fragend an. Dann sagte sie: „Severus, Du gehörst hier nach Hogwarts. Es ist Dein Zuhause und inzwischen auch meines. Ich habe niemals daran gezweifelt, dass wir für immer hier leben werden.“
Aber es sah sie zweifelnd an: „Kate, Du bist eine junge, aktive Frau und warst hier nun schon fast zwei Jahre eingesperrt. Sicher sehnst Du Dich nach London und Deinen Freunden, nach all der Abwechslung, die nur eine große Stadt bieten kann. Ich will nicht, dass Du wegen mir auf das alles verzichtest.“
Sie sah ihn verärgert an: „Wie kannst Du nur glauben, dass ich auf irgendetwas verzichten muss? Alles, was ich will, ist mit Dir zusammen sein. Solange Du mich liebst, könnte mein Leben nicht besser sein. Und die Lehrer und Schüler hier sind wie eine Familie für mich. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es früher war. Das Leben mit so vielen Hexen und Zauberern ist etwas ganz Besonderes. Außerdem hatten wir genug Aufregung für mehr als ein Leben, findest Du nicht?“
Er zog sie auf seinen Schoß und schloss seine Arme um sie: „Habe ich Dir heute schon gesagt, wie sehr ich Dich liebe?“
Kate schüttelte nachdenklich den Kopf: „Ich kann mich nicht daran erinnern!“ Dann küsste er sie und bald hatten sie keine Zeit mehr zum Sprechen.

Am nächsten Morgen teilte Severus Dumbledore mit, dass er und seine Frau als Lehrer an der Schule bleiben würden und der Schulleiter freute sich darüber sehr.
Kate unterrichtete wieder voll und die älteren Schüler brauchten nicht mehr zu helfen und bereiteten sich auf ihre Abschlussprüfungen vor.
Nur Draco war immer zur Stelle, wenn sie Hilfe brauchte. Die Slytherin-Schüler hatten die größten Schwierigkeiten gehabt, sich wieder an den Schulbetrieb zu gewöhnen. Außerdem waren sie nicht mehr so viele, da die Kinder vieler Todesser nicht mehr in die Schule zurückgekehrt waren.
Draco war noch ruhiger als sonst und Kate hatte mit Sorge beobachtete, dass er sich immer mehr zurückzog. Also hatte sie ihn am Ende einer Schulstunde gebeten, noch im Klassenzimmer zu bleiben. Während die letzten Schüler den Klassenraum verließen und Kate das Unterrichtsmaterial wegräumte, stand er mit verschlossener Miene am Fenster.
Dann waren sie alleine und Kate trat zu dem jungen Mann ans Fenster.
„Es ist kaum zu glauben, man sieht kaum noch, wie es hier vor vier Monaten noch aussah!“ sagte sie nachdenklich.
Er nickte und sah dabei weiter aus dem Fenster.
Kate fuhr leise fort: „Manchmal glaube ich, dass es nur ein böser Traum war.“ Endlich öffnete er den Mund und sagte: „Leider nicht!“
Jetzt sah sie ihn aufmerksam und besorgt an: „Draco, ich weiß nicht, wie ich die Ereignisse damals ohne Ihre Hilfe überstanden hätte. In den letzten Wochen hatte ich leider sehr viel um die Ohren und ich hätte viel früher bemerken müssen, dass es Ihnen nicht gut geht. Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“
Er stieß ein kurzes, bitteres Lachen aus. „Wie sollen Sie mir helfen? Können Sie dafür sorgen, dass meine Eltern aus Askaban herauskommen? Oder mir sagen, wie es mit mir weitergehen soll?“ Er zog den Ärmel seines linken Armes hoch und zeigte ihr das dunkle Mal: „Ich war ein Todesser! Wer will schon etwas mit mir zu tun haben?“
Kate war bestürzt über den Zwiespalt, in dem sich der junge Mann befand. „Aber Draco, jeder weiß, was Sie damals geleistet haben. Keiner hier in Hogwarts schaut Sie schief an! Die meisten waren sehr beeindruckt von Ihren Taten in dieser Nacht.“ Zweifelnd sah er sie an und sie legte eine Hand auf seinen Arm. „ Sie sind genauso wenig ein Todesser, wie ich. Wenn Sie in der Vergangenheit Fehler gemacht haben sollten, dann haben Sie sie hundertfach zurückgezahlt.“
Sie schwiegen eine Weile.
Dann sagte Draco langsam: „Ich weiß manchmal nicht mehr, wo ich hingehöre. Die Ferien stehen vor der Tür und ich weiß nicht einmal, wohin ich gehen soll. Unser Haus ist beschlagnahmt worden. Nach den Ferien fange ich an, in Salem zu studieren. Zum Glück bin ich dort schon lange angemeldet und die Studiengebühren sind schon lange bezahlt, sonst wüsste ich nicht, wie es weitergehen soll!“
Kate war bekümmert, dass sie sich nicht schon längst um ihn bemüht hatte: „Ach Draco, es tut mir so leid, dass ich von all dem nichts mitbekommen habe. Eigentlich sollte Freunde so etwas nicht entgehen.“ Sie sah ihn bedauernd an: „Ich hoffe, wir sind noch Freunde, obwohl ich so unaufmerksam war?“
Er lächelte sein schmales Lächeln: „Ich würde mich sehr geehrt fühlen, wenn ich Sie zu meinen Freunden zählen dürfte. Sie wären in meinem Freundeskreis allerdings recht einsam. Denn da ist außer Ihnen niemand.“
Sie lächelte ihn an: „Dann ist da ja viel Platz für neue Freunde, nicht wahr? Was halten Sie davon, wenn wir mit Professor Dumbledore sprechen. Es muss doch in der Zauberwelt so etwas wie Ferienjobs geben. So hätten Sie die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Vielleicht im Ausland, wo noch niemand den Namen Malfoy gehört hat. Dann werden Sie auch nicht schief angeschaut.“
In Dracos Augen blitzte Interesse auf. Er nickte langsam: „Wir werden mit dem Schulleiter sprechen, gemeinsam?“ Seine Augen hatten einen fragenden Ausdruck.
Kate nickte: „Wie es gute Freunde machen!“
Schon am nächsten Tag hatte Dumbledore für sie Zeit und nachdem sie ihm Dracos Dilemma erklärt hatten, nickte er zustimmend: „Da gibt es genügend Möglichkeiten für Sie, Draco. In Canada gibt es ein Programm speziell für junge Zauberer und Hexen. Junge Menschen aus allen Teilen der Welt treffen sich da in den Ferien und lernen Sprachen, betreuen Kinder und organisieren ehrenamtliche Projekte.“
Draco sah Kate kurz an und sagte dann kurzentschlossen zum Schulleiter: „Können Sie mich dort bitte anmelden?“ Und so kam es, dass Draco Malfoy sich auf eine Reise nach Canada vorbereitete.

So ging auch der Juni schnell herum. Die Prüfungen waren vorbei und die Lehrer hatten so manches Auge wegen des ereignisreichen Schuljahres zugedrückt. Bevor es in die Sommerferien ging, fand der zweite „Abend unter Sternen“ statt. Da die siebten Klassen keinen richtigen Unterricht mehr hatten, halfen sie Kate und Flitwick bei den Vorbereitungen. Schon im Vorfeld hatten die Schüler den Wunsch geäußert, dass alle eingeladen werden sollten, die mit den Bewohnern von Hogwarts gekämpft und gelitten hatten. Bei einer Lehrerkonferenz war der Vorschlag einstimmig angenommen worden. Dumbledore engagierte gleich drei Live-Bands und die Hauselfen von Hogwarts begannen früh mit ihren Vorbereitungen.
Bald kamen Zusagen von allen Teilen des Landes. Flitwick und die Schüler übertrafen sich bei den Vorbereitungen selbst. Auf den Wiesen standen mehrere riesige Zelte, die Tanzfläche auf dem See war gigantisch, Dumbledore hatte bei den dazu nötigen Zaubern helfen müssen. Am Ufer standen viele Sitzgruppen und für die jüngeren Gäste gab es wieder Lagerfeuer und Decken.

Bevor die Gäste kamen und das Fest begann, standen noch die Übergabe der Abschlusszeugnisse und die Auszeichnungen an. Dieses Ereignis fand in der Großen Halle statt. Für die Schüler der Abschlussklasse waren die Eltern schon früher angereist. Am Vormittag war bereits kein Unterricht mehr, alle Schüler, die Lehrer und die angereisten Eltern und Verwandten fanden sich in der Großen Halle ein, um die Schulabgänger zu feiern und dann in ihre Zukunft zu entlassen. Die Tische waren fort, stattdessen gab es Bänke und Stühle, den erhöhten Teil schmückte ein Podium.
In den ersten Reihen saßen die Lehrer, dann schlossen sich die Schulabgänger mit ihren Eltern an. Als Kate und Severus in die Halle traten, waren die Reihen schon gut gefüllt. Sie schritten durch den Mittelgang, als Kate Draco alleine zwischen seinen Jahrgangskameraden und deren Verwandten sitzen sah. Die Plätze rechts und links von ihm waren frei, so dass es noch mehr auffiel, dass er ohne Begleitung war. Sie hielt Severus mit einem Druck ihre Hand an und blickte zu ihm auf. Er sah sie fragend an.
„Severus, ich kann Draco nicht so alleine lassen. Ich werde mich zu ihm setzen, das verstehst Du doch?“
Er lächelte sie an und meinte: „Wenn das nicht zur Gewohnheit wird, dass Du Deine Zeit lieber mit jüngeren Männern verbringst!“
Sie schmunzelte: „Ich kann nichts dagegen tun, Ihr Slytherins zieht mich einfach magisch an!“
Er sah ihr nach, als sie sich in die Stuhlreihe schlängelte und zu Draco vorkämpfte. Dann ging er mit langen Schritten zu den Plätzen der Lehrer.
Kate war von Draco unbemerkt bis zu ihm durchgekommen. Er sah erst auf, als sie sich setzte. Während sie ihr Kleid ordnete, sagte sie beiläufig: „Danke, dass Du mir einen Platz freigehalten hast. Wir waren ein bisschen spät dran. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, was ich anziehe. Severus wollte schon ohne mich gehen.“
Der junge Mann sah sie mit hochgezogener Augenbraue an: „Also, dass mit dem Lügen sollten Sie noch ein bisschen üben, Professor!“
„Ich habe keine Ahnung, wovon Du sprichst. Aber sollten wir nicht beim ‚Du‘ bleiben? Und ‚Kate‘ finde ich auch passender als ‚Professor‘!“
Sie sah ihn fragend an und er nickte knapp. Trotzdem sah Kate ihm an, dass er sich über das Angebot sehr freute. Dann begann die Zeremonie mit einer Rede von Dumbledore, die sich allerdings nur auf die Zukunft der Schulabgänger bezog. Die Ereignisse in Hogwarts sollten erst am Abend angesprochen werden.
Danach begann die Verleihung der Abschlussurkunden. Dazu gingen die jungen Erwachsenen nach vorne und bekamen von Professor Dumbledore die Zertifikate und eine Gratulation. Begleitet wurden sie dabei von einem Verwandten, den sie vorher ausgesucht hatten. Denn durch die Übergabe des Abschlusszeugnis und dem Verabschieden von der Schule wurden sie so auch von ihren Familien ins Erwachsenenleben und die Selbständigkeit entlassen.
Draco hatte Kate schon mehrere Male kurz von der Seite angesehen und es dauerte eine Weile, bevor er sich räusperte, sich zu ihr neigte und leise fragte: „Würden Sie…, würdest Du mit mir nach vorne gehen?“
Er sah dabei recht verlegen aus. Kate wurde ein wenig rot vor Freude und sagte, ebenso leise: „Es ist mir eine ausgesprochene Ehre, Draco!“
Und so bot er ihr seinen Arm, als sein Name aufgerufen wurde und sie gingen gemeinsam nach vorne. Ein erstauntes Murmeln ging durch die Reihen, denn es war bekannt, was der junge Slytherin in dieser schrecklichen Nacht geleistet hatte, aber dass er dabei die meiste Zeit Kate geholfen hatte, wusste nur ein kleiner Kreis. Der Schulleiter sah ihnen wohlwollend entgegen und gratulierte dann Draco zu seinem Schulabschluss, den er in fast jedem Fach mit „Ohnegleichen“ abgeschlossen hatte.
Auf dem Weg zu ihrem Platz sah mussten sie an Severus vorbei, der Draco gespielt finster anschaute und knurrte: „Vorsicht, Malfoy. Ich beobachte Sie genau!“
Mit einem süffisanten Lächeln bemerkte dieser: „Ich werde es mir merken, Professor. Aber auch Sie sind mal unaufmerksam!“
Während Kate sich leise mit Draco unterhielt, war Harrys Name aufgerufen worden. Er stand auf und schüttelte kurz den Kopf, als sich Mr Weasley erheben wollte. Auf seinem Weg nach vorne blieb Harry kurz vor Professor Snape stehen und sagte etwas zu ihm. Dann erhob sich dieser und folgte Harry erst zögernd und dann schneller zu Dumbledore. Nachdem der Harry gratuliert hatte und ihm mit einem strahlenden Lächeln seine Urkunde überreichte, fasste sich der Zaubertranklehrer langsam und gratulierte Harry mit einem stolzen Lächeln. Gemeinsam schritten sie wieder zu den Stuhlreihen.
Kurz darauf waren alle Urkunden verteilt und der offizielle Teil war beendet. Die Gäste und die Schüler standen noch eine Weile plaudernd herum, dann ließen Flitwick und Minerva die Stühle verschwinden und die Haustische und der ehemalige Flüchtlingstisch wurden wieder platziert. Bald darauf setzen sich alle an die Tische, den es gab Mittagessen. Die entlassenen Schüler saßen mit ihren Eltern und Verwandten an dem Extra-Tisch, denn sie waren nun offiziell keine Schüler mehr. Auch die Lehrer hatten sich dort hingesetzt und es war eine fröhliche Gesellschaft. Kate saß zwischen Draco und Severus und amüsierte sich bestens. Ihr gegenüber saßen Septima und Sinistra, die beide nach einigen Gläsern Wein wieder einmal ausgesprochen ungezwungen waren.

Schon am Nachmittag kamen die restlichen Gäste an. In den Zelten gab es Kaffee, Kuchen und Tee für alle. Für die jüngeren Schüler gab es Spiele und Naschereien in und um ein gesondertes Zelt, organisiert von der fünften und sechsten Klasse.

Am frühen Abend versammelten sich alle auf der großen Wiese zu einer kleinen Gedenkfeier für alle, die bei der Schlacht um Hogwarts ums Leben gekommen waren. Die Stimmung war wehmütig, Dumbledore hielt eine Rede, in der er an die Toten erinnerte und ihren Angehörigen sein Beileid aussprach. Dann sprach der neue Zaubereiminister, Kingsley Shacklebolt. Er rief allen die besondere Stellung Hogwarts in den vergangenen Monaten ins Gedächtnis, erinnerte an den Gemeinschaftssinn und die Stimmung, die dort geherrscht hatte. Er sprach die Hoffnung aus, dass dieses Gefühl der Gemeinschaft die Hexen, Zauberer und Muggel in die Zukunft begleiten würde.
Später gab es ein unvergleichliches Buffet, die Hauselfen hatten sich selbst übertroffen. Selbst Ron musste aufgeben, er konnte einfach nicht mehr. Dann begannen die Bands mit der Musik und schnell waren die jungen Menschen auf der Tanzfläche.
Verlegen tauchte Neville auf und fragte Kate, ob sie mit ihm tanzen würde. Seit der Schlacht war er ständig von Mädchen umschwärmt, denn seine Taten hatten sich herumgesprochen und er war einer der Helden der Schlacht um Hogwarts. Kate sah Severus entschuldigend an und er sagte nur: „Meinetwegen, aber nicht den ganzen Abend, Longbottom!“
Neville tanzte mit einem neuen Selbstvertrauen und Kate genoss es. Fred übernahm, danach wollte auch Georg eine Runde mit ihr tanzen. Doch dann kam Damenwahl und Kate sah sich suchend um. Draco stand mit Dean Thomas, Seamus Finnegan, Harry, Ginny, Hermine, Ron und Luna Lovegood auf der anderen Seite der Tanzfläche.
Sie kämpfte sich zu ihm durch und sagte lachend zu den jungen Leuten: „Es ist Damenwahl, meine Lieben. Seht zu, dass Ihr noch einen abbekommt!“
Dann knickste sie übertrieben vor Draco und sagte: „Darf ich bitten?“
Er lächelte und fragte dann: „Kann Dein Mann mich noch nachsitzen lassen?“
Ron stutzte erst über die vertrauliche Anrede, dann lachte er: „Hast Du nicht aufgepasst, Malfoy? Du bist seit heute Vormittag nicht mehr Schüler dieser Schule!“
Harry fügte hinzu: „Professor Snape kann Dich nicht mehr nachsitzen lassen, er wird sich statt dessen lieber mit Dir duellieren!“ Alle lachten und auch Draco schmunzelte.
Kate schnaubte nur: „Und ich dachte, Ihr wärt ab heute erwachsen!“
Sie zog Draco auf die Tanzfläche und schon bald bewegten sie sich ausgelassen zur Musik. Nach mehreren Tänzen bemerkte Kate die Blicke einiger Ravenclaw-Schülerinnen und machte Draco darauf aufmerksam. Am Ende des Tanzes kehrte Kate zum Tisch zurück und setzte sich zu Severus, der sich mit Dumbledore unterhalten hatte. Draco hatte eines der Mädchen aufgefordert und war schon wieder auf der Tanzfläche.
Severus sagte abschließend zu Dumbledore: „Aber das können wir alles am Ende der Ferien besprechen. Jetzt muss ich die seltene Gelegenheit nutzen, dass gerade kein junger Mann meine Frau entführt hat.“
Mit diesen Worten reichte er Kate die Hand und sie gingen die paar Schritte zur Tanzfläche. Minerva und Dumbledore sahen ihnen lächelnd nach.
Dann sagte Minerva leise: „Ich hätte nie gedacht, dass Severus sich so gut erholen würde.
Dumbledore nickte zustimmend: „Es ist mehr als ein kleines Wunder. Aber die Erinnerung an diese schreckliche Zeit wird ihn nie ganz loslassen. Trotzdem denke ich, dass diese beiden eine glückliche Zukunft haben werden. Wie wir alle.“ Er sah Minerva nachdenklich an: „Wir haben alle so lange gegen Voldemort gekämpft, dass man es immer noch nicht glauben kann, dass er wirklich fort ist.“
Minerva runzelte die Stirn: „Aber er ist diesmal wirklich fort, oder?“
Er nickte fest: „Ja, diesmal ist er wirklich fort!“
Dann reichte er Minerva den Arm und sagte: „Kommen Sie, zeigen wir den jungen Hüpfern mal, was Tanzen ist.“

Währenddessen genoss Kate die Nähe ihres Mannes und den Tanz. Es war ein ruhigeres Lied, und so machte sie sich keine Gedanken darüber, ob es Severus zu viel werden könnte. Er wurde zwar jeden Tag etwas ausdauernder und kräftiger, aber es würde noch Monate dauern, bis er seinen alten Zustand erreicht haben würde.
„Was wollen wir in diesen Ferien machen?“ fragte er sie unvermittelt.
Überrascht sah sie ihn an. Dann sagte sie: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Bis jetzt kam immer eins zum anderen und wir kamen nicht dazu, Pläne zu machen, oder? Einfach ausruhen, denke ich. Zusammen sein. Mehr wünsche ich mir im Moment nicht.“
Aufmerksam sah er sie an und sie bemerkte ein Funkeln in seinen Augen: „Und ich dachte, wir machen Urlaub. Hattest Du mir nicht mal versprochen, dass Du mir Frankreich und Italien zeigen willst?“
Sie zog die Augen zusammen: „Wird Dir eine solche Reise nicht zu viel? Das kann anstrengend sein!“
Sein Blick wurde ernst: „Kate, ich bin kein alter Mann. Mir geht es schon viel besser. Außerdem müssen wir ja keine Gewalttour machen. Wir haben den ganzen Sommer Zeit. Wir haben bis September keine Verpflichtungen. Also ziehen wir einfach los und entscheiden von Tag zu Tag, was wir machen wollen.“
Sie sah ihn liebevoll an: „Das klingt einfach wunderbar! Nur wir beide und einen ganzen Sommer Zeit, es gibt nichts, was ich lieber täte.“
Er lächelte und zog sie fest an sich, damit er sie küssen konnte. Und das tat er dann auch ausgiebig, bis ein leichtes Räuspern von Dumbledore und Minerva, die neben ihnen tanzte, sie auffahren ließ.
Dumbledore murmelte: „Kinder, dafür habt Ihr doch noch ein ganzes Leben Zeit!“ Und so war es.
 


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Zwischen Harry, Ron und Hermine gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Vokabular. Ron ist der britische "lad", etwas bildungsfern, wie wir hier sagen würden, jedenfalls der Welt der Theorie und Metaphysik nicht sonderlich zugetan. Sein Vokabular ist etwas gröber und eingeschränkter als das Hermines, die mehr die Intellektuelle ist und sehr elaboriert sprechen kann, jedenfalls wenn sie in Laune ist. Harry liegt dazwischen, mit Sympathien für Ron, wenn es darum geht, vermeintlich hochgestochenes Gerede zu verulken. Aber keiner spricht wirklich lax oder fehlerhaft.
Klaus Fritz