
von Mary :-)
„Der Aufpäppeltrank würde den Muggeln bestimmt auch gefallen“, Lily lachte. Severus sah sie an. Wie sie lachte, wie sie ihr Haar über die Schulter warf, wie sieh ihn ansah… Innerlich seufzte er. Potter war bei ihr gewesen. Und er war gegangen. Wer weiß, was Potter zu ihr gesagt hatte. Bestimmt hatte er sie wieder nach einem Date gefragt. Sonst sagte sie immer Nein, das wusste er, doch vielleicht war es heute anders gewesen? Vielleicht sah er sie nächstes Wochenende zusammen in Hogsmeade? Wieso dachte er überhaupt darüber nach?! Verärgert über sich selbst, griff er zu seinem Wasserglas.
Seltsam… Das Wasser schmeckte so anders… so süß. Nicht wie Wasser eher wie Sirup… Ekelig süß! Plötzlich wurde ihm leicht schlecht, dann ging es wieder…
James und Sirius grinsten sich an. Jackpot! Severus sagte nichts zu dem komischen Wasser, wahrscheinlich wollte er Lily nicht beunruhigen… Aber bald musste es losgehen…
Sirius fing an loszuprusten, als er sah, wie Severus rot anlief. „Sev, geht es dir gut?“, fragte Lily besorgt. Severus konnte nicht antworten, er starrte sie nur an. Jetzt musste auch James losprusten. „Weist du eigentlich“, fragte Severus Lily, „dass du total fettige Haare hast?“ Lily sah geschockt aus. „Und, dass du dich öfter waschen solltest? Du stinkst.“ Jetzt reichte es Lily, sie sprang auf und fragte ihn aufgebracht, was das solle. James und Sirius konnten sich vor Lachen nicht mehr halten. Severus sah erschrocken aus, offenbar wusste er auch nicht, was das soll und was er da sagte. „Und du hast da einen fetten Pickel auf der Nase!“ Er schlug sich auf den Mund. Lily starrte ihn fassungslos an. Jetzt kam James Auftritt. Da er ein guter Schauspieler war, konnte er wie auf Knopfdruck aufhören zu lachen und besorgt aussehen. So ging zu Lily und starrte Severus auch fassungslos an: „Was hast du gerade zu Lily gesagt?“ Er sah Lily an, dann drehte er sich wieder zu Severus: „Sie hat gar keinen Pickel auf der Nase.“ James konnte sich ein Grinsen nicht unterdrücken. Doch weder Lily noch Severus konnten grinsen. „Was ist mit dem los?“, fragte Lily misstrauisch. „Mmhh“, überlegte James gespielt, „vielleicht offenbart er einfach sein wahres Gesicht.“ Lily funkelte James böse an, aber ein wenig Zweifel gegenüber Severus sah man in ihren Augen. „Komm wir gehen“, James nahm Lily am Handgelenk und wollte sie herausführen. Jetzt schien Severus wieder irgendetwas zu bemerken: „Nein, Lily, ich – ich sag doch nur die Wahrheit!“ Lily bekam Tränen in die Augen und Severus sah erschrocken zur Seite. James erkannte, dass sich die Situation nur noch verschlimmern konnte, solange Severus noch den Trank intus hatte. Mit einem kleinen Widerstand ließ Lily sich aus der Bibliothek führen.
Lily war geschockt. Was war denn plötzlich mit ihrem besten Freund los? Sie verstand gar nichts mehr und konnte auch nicht mehr klar denken. So trottete sie einfach neben James her, bis in einen leeren Korridor kamen. James sah sie an: „Wie geht es dir?“ Lily nickte nur.
Jetzt war wieder einer der Momente, in denen er nicht so ein Macho war, sondern… viel netter und aufmerksamer. James seufzte: „War nicht so nett, eben von ihm.“ Plötzlich wurde Lily sauer auf Severus: „War bildet der sich eigentlich ein?! Am Anfang war sehr so nett, und schwupps: sagt er mir, dass ich fettige Haare und einen Pickel auf der Nase habe und stinke! Und dann auch noch, dass es doch nur die Wahrheit ist!“ „Blödmann“, sagte James leise, jedoch so laut, dass Lily es hören konnte, „du hast weder fettige Haare und einen Pickel, noch stinkst du.“ „Danke“, sagte Lily und seufzte. „Und was machst du jetzt?“ „Keine Ahnung“, antwortete Lily, „Aber zurück in die Bibliothek gehe ich bestimmt nicht! Nicht um mir noch mehr Beleidigungen anzuhören!“ Also schlugen sie den Weg Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum ein. Was hatte Severus nur dazu bewegt, ihr solche Sachen an den Kopf zu schmeißen? Was hatte sie getan? Was hatte sie ihm getan?
James führte Lily hinauf zum Gryffindorgemeinschaftsraum und unterhielt sich mit ihr über dies und das, doch eine Frage brannte ihm auf der Zunge. Und früher oder später musste er sie sowieso noch mal fragen, also wieso später wenn es auch früher geht? Als sie im Gemeinschaftsraum ankamen und Lily sich in einen Sessel plumpsen ließ, setzte er sich auf die Lehne. „Sag mal…“, begann er in beiläufigem Ton, „würdest du jetzt mit mir ausgehen? Vorhin in der Bibliothek hast du keine klare Antwort gegeben…“ Lily verdrehte die Augen, wirkte aber nicht ganz so abgeneigt wie zuvor. James hockte sich vor sie. „Ach komm schon. Ich möchte doch nur einmal mit dir ausgehen. Und wenn es dir nicht gefallen hat, frag ich nie wieder. Biiiiiiitttee…“, quengelte er. Offenbar hin und her gerissen zwischen „Ja“ und „Nein“, nickte Lily schließlich: „OK.“ James grinste: „Also hole ich dich Samstag um drei hier ab?“ Lily grinste auch: „Sonst gibst du ja nie Ruhe.“
Der Zorn brodelte. Der Zorn auf sich selbst. Der Zorn auf Potter. Severus Snape ging im Slytheringemeinschaftsraum auf und ab. Er war alleine dort, das heißt, völlig ungestört. Er hatte zu Lily Sachen gesagt, die er noch nie nicht mal gedacht hatte. Und er gab jemandem die Schuld daran: James Potter! Denn Severus war nicht dumm, ihm war aufgefallen, dass er das alles erst gesagt hat, nachdem er das süße Wasser getrunken hatte. Daraus schloss er, dass Potter oder einer seiner Freunde etwas hinein getan hatte, während er den Hauselfen holte. Zwar war ihm kein Trank, der solche Folgen hervorrief, dass man nur Unsinn sprach oder genau das Gegenteil von dem, was man dachte, bekannt, doch leider war auch Potter ein sehr kluges Köpfchen und bestimmt dazu im Stande einen solch sinnlosen Trank herzustellen! Severus seufzte. War der Trank wirklich sinnlos gewesen? Sinnlos für Potter? Nein, das war er gewiss nicht. Potter hatte Lily hinaus geführt. Weg von ihm. Severus wusste, dass James gut mit Worten umgehen und die Richtigen in den richtigen Situationen einsetzen kann. Lily war so durcheinander gewesen, und so enttäuscht von ihm. Wahrscheinlich hatte Potter sie getröstete, sodass sie eingewilligt hat mit ihm auszugehen. Und dann war er, Severus Snape, abgeschrieben! Sein Platz in Lilys Herz besetzt. Von ihm!
So weit durfte es nicht kommen! Er musste doch etwas tun, um das Schlimmste zu verhindern. Und was James Potter und seine Freunde konnten, konnte er schon lange. Vielleicht sollte er sie sogar mit ihren eigenen Waffen schlagen… Denn im Zaubertrank Brauen, war er ihnen überlegen.
Seine Rache würde auch süß sein!
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