
von Mary :-)
Eine Stunde später.
Zwei Stunden später.
Drei Stunden später.
Um halb elf stand Narzissa auf, schob den Stuhl ran und rannte nach Hause. Auf dem Weg dorthin liefen ihr die Tränen über die Wangen. Wie konnte Lucius mir so etwas nur antun?, dachte sie verzweifelt, wieso finde ich einen Zettel in meiner Tasche, wo drauf steht, dass er mich treffen will, und kommt dann nicht? Was habe ich falsch gemacht? Narzissa stürmte in das Haus, knallte die Tür zu und blieb schluchzend stehen. Als sie sich aufrichtete sah sie in einen Spiegel und schrie auf. Wer war das Mädchen mit dem hochroten Kopf, dem verwischten Make-up und den wässrigen Augen? Da kam ihre Mutter und sah Narzissa an. „Was ist passiert?“, fragte sie besorgt. „E-er … ist ni-nicht gekommen“, brachte Narzissa mühsam hervor, „Lu-Lucius“. Ihre Mutter nahm sie tröstend in den Arm und brachte sie hinauf in das Badezimmer. Dort wusch Druella ihre weinende Tochter und packte sie in ihr Bett. „Morgen“, flüsterte sie zum Abschied, „sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Gute Nacht, meine Hübsche.“ Dann schloss sie leise die Tür.
Am nächsten Morgen wurde Narizssa erst spät wach. Sie stand auf und ging hinunter in die Küche, wo ihre Mutter schon Frühstück gemacht hatte. Auch ihr Vater Cygnus saß am Tisch. „Narzissa“, fragte er, „was war gerstern Abend los? Wenn du erst so spät Heim kommst erwarte ich, dass du dich ruhig verhältst und nicht das Haus durch dein Geheule einstürzen lässt!“ Narzissa senkte den Kopf: „Nun ja, ich hatte eine Verabredung mit Lucius Malfoy…und…er ist nicht gekommen.“ Ihr Vater sah sie zornig an: „Aber das ist doch kein Grund zu heulen, als wäre die Welt untergegangen!“ „Für mich ist gestern Abend eine Welt untergegangen!“, schrie Narzissa, der die Tränen schon wieder in den Augen standen. Sie stand auf und rannte die Treppe hoch in das Badezimmer. Wusch sich, putze sich die Zähne, ging in ihr Zimmer und zog sich um. Dann setzte sie sich auf ihr Bett und holte den Zettel von Lucius aus ihrer Tasche. Narzissa las ihn noch einmal, zerknüllte ihn dann und warf ihn in den Mülleimer. Sie beschloss ein wenig zu lernen und Hausaufgaben zu machen, das sollte sie von ihrem Kummer ablenken.
Nach ca. einer Stunde klopfte es an ihrer Zimmertüre. „Herein“, rief sie und schaute zur Tür. Regulus Black, ihr Cousin, trat herein und begrüßte sie mit einer Umarmung. „Was machst du denn hier?“, rief Narzissa. Sie freute sich riesig ihren Lieblingscousin zu sehen. „Dich besuchen kommen“, antwortete Regulus munter. „Das ist cool“, sagte Narzissa. „Was wollen wir heute unternehmen?“, fragte Regulus mit einem Grinsen auf dem Gesicht. „Ähm, ich glaub, ich will heute nichts unternehmen“, gab Narzissa zögernd zurück. Regulus hob eine Augenbraue: „Willst du denn ganzen Tag in Selbstmitleid versinken?“ Narzissa lächelte. Das mochte sie so an ihm, er war immer informiert und wusste über alles und jeden Bescheid. „Nicht Selbstmitleid“, wehrte sie ab, „ich möchte nur noch nicht vor Lebensenergie platzen.“ Regulus verdrehte die Augen und setzte sich zu ihr aufs Bett: „Du willst nur keine Nachricht von Lucius verpassen, falls eine kommt.“ Er zwinkerte als Narzissa leicht rot wurde. „OK“, sagte Regulus und lehnte sich zurück, „wenn keinen Ausflug, dann machen wir irgendetwas hier!“ Oh Gott, dachte Narzissa lächelnd, wenn der sich irgendetwas vorgenommen hat, zieht er das durch und lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten!“ Aber auch das mochte sie so an ihm.
Der Tag wurde für Narzissa trotz Liebeskummer schön.
Am Abend musste Regulus gehen. Mit einer festen Umarmung verabschiedeten sich Regulus und Narzissa. Dann war Regulus weg, Narzissa alleine, und ihre Gedanken wieder bei Lucius. Warum hatte er sie versetzt? Hat er hinter einem Busch gesessen und sie ausgelacht, dass sie meinte, er würde kommen? War Narzissa töricht gewesen, anzunehmen, dass der reiche, gute Schüler Lucius sie treffen wollte. Narzissa war ja eine Black, aber sie waren noch lange nicht so reich, wie ein Malfoy. Ach, warum sollte sie sich weiter darüber nachdenken?! Es war zu spät.
Weil Narzissa keine Lust hatte sich weitere Gedanken über ihn zu machen, die Schmerzen weiter zu empfinden, ging sie schlafen.
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