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Fanfiction

Es ist nicht immer leicht ich zu sein! - Hic Rhodos. Hic Salta.

von September1st

So, meine Lieben.
Eine neue Woche und ein neues Kapitel! Wird diesmal wieder etwas dramatisch aber keine Sorge, Kapitel 4 ist schon in Arbeit und wird nicht ganz so ernst sein.
Viel Spaß beim Lesen.
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Hic Rhodos. Hic Salta.


„Impervio“, fröstelnd fahre ich mit dem Zauberstab über meinen Umhang, denn ich bin nicht gerade erpicht darauf, bei der Eröffnungsfeier wie ein begossener Pudel auszusehen.
„Da bist du ja Cissa.“, ruft Olivia, meine einzige Freundin in meinem Jahrgang und winkt mir vom anderen Ende des Bahnsteiges zu. Im Laufschritt eile ich zu ihr und umarme sie erst einmal zur Begrüßung.
„Hey.“, begrüßt sie mich etwas atemlos. „Wo warst du? Ich hab einen Haufen Gerüchte gehört. Es heißt, du hättest Lestrange und seinen Lakaien diesen Beulenfluch auf den Hals gejagt und dass deine Schwester mit einem Muggel geht. Lauter Mist halt. “
„Wenn es denn so wäre.“ erwidere ich und steige in eine der schwarzen pferdelosen Kutschen.
„Du siehst übrigens ziemlich mitgenommen aus, wenn ich das mal so sagen darf.“
„Nein darfst du nicht.“, fahre ich sie an. „Du wärst auch mitgenommen, wenn deine Schwestern ständig an dir zerren würden wie zwei ausgehungerte Hyänen an einem Stück Fleisch.“
„Ist ja gut. Du musst mich deswegen nicht gleich anmachen.“, protestiert sie.
Wütend schaue ich aus dem Fenster. Natürlich hat Liv Recht, doch das würde ich niemals zugeben. Ich bin es einfach leid, dass alle Welt mich als ihren Fußabtreter benutzt. Nie kann man mal seinen Ärger ablassen, ohne gleich ermahnt werden, Haltung zu wahren!
„Also, was war jetzt mit Lestrange?“, fragt Liv, nun etwas versöhnlicher. „Diese Dinger in seinem Gesicht sahen ziemlich übel aus.“
Seufzend blicke ich in ihr rundliches Gesicht. „Er wollte mir diesen verdammten Fluch auf den Hals jagen. Ich hab ihn aber blocken können, sodass er zurückflog. Meinte mich und Andromeda beleidigen zu können.“
„Es ging also wirklich nur um diese blöde Affäre? Es war das Thema bei den Mädchen.“
„Als ob die nicht andere Sorgen hätten, als sich das Maul zu zerreißen. Sollen sie doch ihre Geschwister heiraten.“ Der letzten Teil hätte ich mir wohl besser gedacht, denn Liv zuckt sofort zusammen.
„Wie auch immer. Ich dachte, du wärest wütend auf sie oder so. Deine Briefe klangen nicht gerade fröhlich. Du musst wegen dieser Sache doch jede Menge Ärger gehabt haben.“
„Das kannst du laut sagen.“ Sehnsüchtig blicke ich hinauf zum Schloss. „Irgendwie bin ich auch wütend – nein, eher schon zornig. Bella spioniert mir hinterher, Andromeda will von mir ehrliches Verständnis und unsere Eltern suchen die ganze Zeit nach einer guten Partie für mich. Am liebsten würde ich die alle in Schnecken verwandeln.“
„Das würde ich gern sehen.“
Ich seufze. „Aber es ist ja nicht wirklich ihre Schuld. Sie tun doch auch nur, was von ihnen erwartet wird. Jeder spielt doch nur seine Rolle in diesem verdammten Theater. Eine Marionette hat mehr Freiheit als wir. Welcher Idiot hat nur behauptet Reinblüter wären privilegiert?“
„Dumbledore.“
Wir lachen. Dumbledore, der alte Heuchler. Seit ein paar Jahren schreibt er ständig was von wegen Muggelschutz im Propheten. Als ob sich nicht die halbe Zaubererschaft noch an seine Freundschaft mit Grindelwald erinnern könnte. Die reinblütigen Familien haben so einige Probleme, doch an Gedächtnisschwund leiden dank Gripsschärfungsmitteln nur noch die wenigsten.

Quitschend halten die Kutschen vor dem schmiedeeisernen Schlosstor. Innerlich stöhne ich auf. Hätten sie uns nicht etwas näher heranfahren können? Bei diesem Wetter würden wir die große Halle mit dem Matsch an unseren Schuhen noch in einen Sumpf verwandeln! Die Umhänge eng um den Körper geschlungen eilen wir wortlos zum Schloss.
Erst nach mehreren Ermahnungen durch die Lehrer finden sich alle Schüler auf ihren Plätzen ein. Trübsinnig starre ich in die schwarzen Wolken an der Decke der großen Halle. Hoffentlich würde ich morgen nicht Kräuterkunde haben.
Die große Tür öffnet sich und ein Strom von verschreckten Mäusen in schwarzen Umhängen stolpert in Zweierreihen zwischen den Haustischen bis zum Leherertisch, wo sie sich artig neben dem alten Schemel aufbauen. Irgendwie niedlich.
Feierlich trägt McGonnagall den zerfleddernden Hut. Fasziniert betrachte ich das arg in Mitleidenschaft gezogene Artefakt. Nur zu gerne hätte ich gewusst, wie der Zauber auf dem schäbigen Stofffetzen wirkt.
Schon öffnet sich ein Riss an der Krempe und der Hut stimmt zu seinem alljährlich launischen schrägen Gesang an.

Ein neues Jahr, ein großes willkommen,
für alle die hier sind aufgenommen.
Ein Jahr wie das alte, so könnte man meinen,
doch wird sich solch Diktum am Ende verneinen.
Denn ich sehs genau, denn ich weiß bescheid
und warte ob ihr auch seid bereit.

Wen ich nun schicke nach Griffindor,
dem rat ich von Herzen sei bloß kein Tor.
Denn bei all eurem Mut und Schneit,
mahn ich noch Vorsicht seid allzeit bereit.

Dem Slyth’rin brauch ichs kaum zu sagen,
kann List und Schläue wohl kaum versagen.
Doch weiß ich für euch auch einen Rat,
dass ihr einem Lieben nichts versagt.

So pflegen es auch die Hufflepuffs,
in Loyalität und wahrer Freundschaft.
Doch auch den Fleiß sollt ihr achten,
nach Ruhm und Ehe zu trachten.

Dem Ravenclaw fehlts kaum an Eifern,
am Quell des Wissens sich zu bereichern.
Wie alle anderen mahn ich nun euch,
dass auch die Weisheit den Denker erleuch.

So setz mich nun auf,
den sprechenden Hut,
es nimmt seinen lauf,
seid edel und gut.
Bewähret euch nun, seid frohen Muths,
entsinnt euch des Rats des sprechenden Huts.

Wie auf Kommando erheben sich die Schüler von den Plätzen und applaudieren. Desinteressiert bleibe ich sitzen und beobachte die Kleinen, die wahlweise nervös von einem Fuß auf den anderen Wippen, ihre Hände wringen oder einfach nur unbeteiligt dastehen und warten, dass es endlich vorbei ist.
Sehnsüchtig schaue ich auf die leeren Teller und stecke einen kleinen Silberlöffel ein. Warum können sie dieses Auswahlgedöns nicht einfach nach dem Essen machen?
McGonnagal beginnt die Namen zu verlesen und reihum beginnen die Tische zu klatschen.
„Was meinst du Cissa, wer von denen kommt wohl zu uns?“, raunt Olivia mir zu.
Kritisch mustere ich die Reihe von Schülern. Die meisten scheinen mir mehr verängstigt und scheu, ohne irgendeine der genannten Tugenden zu zeigen, also versuche ich abzuschätzen, wer von ihnen wohl aus einer Zaubererfamilie kommt. Suchend lasse ich meinen Blick nach den kleinen kaum merklichen Anzeichen über die Gruppe schweifen.
„Die kleine da, mit den blonden Haaren ist garantiert reinblütig. Aber ich sie kommt wohl eher nach Gryffindor. Der zweite Junge von links wird ein Hufflepuff, guck nur, wie unordentlich sein Umhang ist. Die lange dahinter aber kommt bestimmt zu uns.“
Tatsächlich ruft McGonnagal Carthy, Juliett just in diesem Moment auf. Souverän schreitet sie zu dem alten Schemel als wäre es ein Laufsteg und lässt sich aufrecht wie eine Eins nieder.
„Slytherin.“, dröhnt der Hut durch die Halle, kaum dass er ihren Kopf berührt.
Mit einem zufriedenen Lächeln legt sie den Hut ab und kommt auf unseren Tisch zu und setzt sich zu den anderen Neuen, die am Ende des Tisches meist unter sich sind. Wie immer müssen sie sich erst einmal bewähren und zeigen, was sie können. „Woher zum Teufel weißt du immer, wer zu uns kommt?“
„Reine Beobachtung. Du musst nur genau hinsehen.“
„Versteh ich nicht. Wo muss ich hinsehen.“
„Die Haltung, die Art wie jemand sich bewegt, ein zerknitterter Umhang, ein abschätziger Blick. Das alles kommt ja nicht von irgendwo, Liv. Jede Bewegung spricht für sich. Man muss nur hinsehen.“
Doch Liv sah mich nur verständnislos an. „Ehrlich Cissa, manchmal bist du schon gruselig. Ich kann kaum glauben, dass du Wahrsagen abgewählt hast.“
„Und ich kann kaum glauben, dass du diesen Unsinn immer noch belegst. Ich hätte wohl kein weiteres Jahr mit dieser Schwindlerin ausgehalten.“
„Aber du warst so gut. Du hattest 200% in der Prüfung.“
„Nur weil ich den Leuten sagen kann, was sie hören wollen. Ein bisschen Balsam für die Seele und die Welt liegt dir zu Füßen.“
Tatsächlich hatte ich Wahrsagen abgewählt, da ich die Stunden in dem stickigen Turmzimmer mit Professor Mopsus nicht mehr ausgehalten hatte. Nach jeder Stunde im letzten Jahr hatten mich Alpträume geplagt, bis ich vollkommen mürbe war und Beruhigungstrank aus dem Krankenflügel gestohlen hatte.
„Willkommen, Willkommen! Seid alle herzlichst willkommen zu einem neuen lehrreichen Schuljahr.“, unterbricht Dumbledore meine Gedanken. „Bevor ich das Festessen eröffne noch ein paar Anmerkungen:“
Interesse heuchelnd wende ich mich zu dem runzligen alten Mann, der dort an der Kopfseite der Halle thront. Zwinkernd lässt er den Blick durch die Halle wandern. Vorsorglich verschließe ich meinen Geist. Ich weiß bis heute nicht, ob er uns die ganze Zeit ausspioniert oder einfach nur Nähe demonstrieren will. Einem machtgierigen Strippenzieher wie Dumbledore muss man einfach alles zutrauen.
Doch ich bin wohl nur paranoid, angesichts dessen, was Dumbledore zu sagen hatte: „Drei englische Moränen trotzen dem Sturm in den heiligen Hallen der Franken, denn das Chateau vor den Ufern Moskaus war Heim der Mormonen. Mit dem 58. Mord vom vergangenen Juni sollte New York am Nil versagen, denn der Sohn Babylons verfiel dem Paradies. Vielen Dank.“

Sobald es gerade so nicht unhöflich ist zu gehen, verlasse ich das Fest und mache mich auf den Weg in die Kerker. So kalt und feucht wie in jedem Jahr, kann ich manchmal immer noch kaum fassen, dass ausgerechnet hier die Räume der Slytherins liegen. Ein Trupp neuer Erstklässler stößt mich fast auf dem Weg durch die Halle um. Verärgert sah ich ihnen nach. Die Neuen wurden einfach immer respektloser! Treppe um Treppe hinab versinke ich in den immergleichen Rhythmus, bis mich schließlich ein Piepsen aufmerken lässt.
„Reinblüter.“, piepst ein langnasiger kleiner Junge ängstlich die Wand am Ende des Ganges an. Sofort erkenne ich ihn als einen dieser kleinen unverschämten Biester aus der Halle wieder. Schnell wirke ich einen Desillusionierungszauber und schleiche mich auf Zehenspitzen heran. Zeit für eine Lektion.
„Du bist ein Stockwerk zu hoch.“, krächze ich heiser.
Sofort zuckt der Kleine zusammen, wirbelt herum und starrt mit geweiteten Augen direkt durch mich hindurch.
„Wer da? Zeig dich gefälligst, du Flubberwurm.“
Doch ich dachte gar nicht daran. „Du wagst es die Todesfee von Hogsmeade zu beleidigen! Verschwinde von diesem Ort oder bleibe für immer.“
„Requiem aeternam dona eis, Domine“, leiere ich in einen furchtbar schiefen Singsang dahin, da ist er schon schreiend um die Ecke verschwunden. Nur mühsam verkneife ich mir das Lachen.
„Was ist das denn für ein Lärm hier!“, schallt es herrisch durch den Gang. „Du da.“
Ich bleibe vorsichtshalber unsichtbar, während ein mir unbekannter älterer Schüler, wahrscheinlich ein Siebtklässler den Flüchtenden packt und festhält. Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, ihn noch nie gesehen zu haben, denn sein von weißblonden Haaren eingerahmtes spitzes Gesicht wäre mir wohl in Erinnerung geblieben. (Schon allein, weil Liv einem solchen Schönling bei jeder Gelegenheit sabbernd hinterher gelaufen wäre.) Seltsam, denn ich hatte bis eben geglaubt die ganzen Schläger aus Bellas Jahrgang zu kennen.
Laut schreiend versucht der Neuling sich aus dem Klammergriff zu entwinden, als der Große seinen Zauberstab auf den jüngeren richtet. Sofort erstirbt sämtlicher Widerstand.
„Schön, schön. Immerhin bist du nicht so dumm dich zu wehren.“, triumphierend schaut er auf den Kleinen herab. „Also, was sollte der Lärm?“
Doch seinem Gefangenen hatte es offenbar die Sprache verschlagen. Die Augen angsterfüllt auf den Zauberstab an seiner Schläfe gerichtet schienen seine Kiefer zusammengepresst, als hätte man ihm eine Ganzkörperklammer verpasst.
„Wie auch immer. Kannst du mir wenigstens sagen, wie das verdammte Passwort heißt.“
Bebend schüttelt der Junge den Kopf. Natürlich wusste er es nicht. Sonst wäre er schließlich längst im Gemeinschaftsraum.
„Wer weiß. Vielleicht muss ich dir nur auf die Sprünge helfen.“ Rote Funken prasseln aus seinem Zauberstab und unterstreichen die Drohung.
„Ich weiß es nicht.“, piepst der Kleine. „Wirklich. Aber die Todesfee...“
„Schweig. Es gibt hier keine Todesfeen! Ich habe genug gehört. Tarantalegra!“
Sofort beginnen Arme und Beine des Schülers in alle Richtungen zu schlagen. Schreiend windet er sich auf dem Boden. Ein mulmiges Gefühl macht sich in meiner Magengrube breit. Ein bisschen Piesacken war schon in Ordnung, doch dieser Typ schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Fast schon vergnügt lässt er ihn einfach weiter zappeln.
Schließlich beginnen sich die Lippen der Kleinen bläulich zu färben. Schielend verstummt er und lässt es nur noch über sich ergehen. Wenn das so weiterging würde er bald das Bewusstsein verlieren.
„Das reicht.“, sage ich bestimmt und richte konzentriert meinen Zauberstab auf den Gequälten. „Finite.“, rufe ich und der kleine Körper erschlafft vollends.
„Hominem revelio.“, meine Tarnung erlischt fast Augenblicklich, als mein Gegner sich zu mir umwendet. Trotzig blicke ich hinauf in seine kalten grauen Augen, die mich nun abschätzig musterten. „Ein Desillusionierungszauber. Sehr schön. Und wer bist du, meine Hübsche?“, fragte er und lächelte auch noch.
„Dasselbe sollte ich wohl dich fragen. Denk ja nicht dran, mich zu verhexen, in ein paar Minuten werden die anderen vom Festessen kommen und ich würde wohl kaum zu deinen Gunsten aussagen.“
Nur eine Winzigkeit wandern seine Augenbrauen nach oben. „Verzeihung, junge Dame. Ich habe mich wirklich nicht vorgestellt. Lucius Malfoy. Ich habe die letzten Jahre das Durmstrang Institut besucht, mache nun aber meinen UTZ in England.“
Offenbar wollte er mich mit der Erwähnung Durmstrangs einschüchtern. Tatsächlich war ich wenig erpicht auf ein Duell mit einem langjährigen Schüler der dunklen Künste. Mein Blick viel auf den immer noch wimmernden Erstklässler und ich entschloss mich zu Flucht nach vorn: „Nun gut, Lucius Malfoy. Dann lass dir gesagt sein, dass es feige ist sich mit Babys zu duellieren.“
„Große Töne für so eine zarte Person. Ich dachte Slytherins wären nicht töricht.“
So hochmütig wie ich kann werfe ich den Kopf zurück. „Und ich glaubte, dem Reinblüter gebiete die Ehre, sich nur dem ebenbürtigen Gegner zu stellen.“, gebe ich eines der unzähligen Gebote wieder, die mir als Kind eingebläut wurden.
„Ihr seid also reinblütig, werte Unbekannte?“, greift er sofort meinen gestelzten Ton auf.
„Durch und durch.“
„Dann nennt mir den Namen Eures Hauses, Hochwohlgeborene.“
Doch ein wütender Ruf unterbricht ihn: „Cissa. Wo zum Teufel steckst du?“, hallt Bellas Stimme von den feuchtkalten Kerkerwänden. Energisch rauscht sie auf mich zu, als ihr Blick auf den mitgenommenen Erstklässler fällt. „Cissa, was hast du...“
„Verzeihung, ich denke, dieses Missverständnis muss geklärt werden.“, platzt Malfoy dazwischen.
„Wer bist...“, setzt sie an.
„Lucius Malfoy. Sehr erfreut, Miss.“
Doch Bella hat bereits eins und eins zusammengezählt. „Du!“, schreit sie wütend und richtet ihren Zauberstab auf sein Gesicht. „Wie kannst du es wagen meine Schwester zu bedrängen! Schande über dich und dein Blut. Wage es ja nicht, sie noch einmal in die Enge zu treiben. Was für ein Pöbel hier mittlerweile aufgenommen wird. Komm Cissa, wir gehen.“
Ohne den verdatterten Malfoy noch eines Blickes zu würdigen dreht Bella sich zur Wand. „Hic Rhodos. Hic Salta.“, schnaubt sie und tatsächlich gleiten die Steine geschmeidig beiseite. Schnell schlüpfe ich in den grünlich schimmernden Raum und lasse Malfoy, der immer noch völlig verdattert im Gang steht, hinter mir.
Bellas Flüche ignorierend verschwinde ich schnell in meinen Schlafsaal. Erleichtert schlage ich die schwere Eichentür hinter mir zu. Einige verstohlene bestätigen, dass ich allein bin. Schnell öffne ich meinen Koffer und hole aus einer Innentasche eine unscheinbare Kristallphiole hervor.
Mit zitternden Fingern ziehe ich den Korken ab und fülle den geklauten Teelöffel mit einer schimmernd schwarzen Flüssigkeit. Schnell schlucke ich den bitteren Trank hinunter und stecke die Phiole zu einer weiteren zurück in den Koffer. Erschöpft kauere ich mich unter der Bettdecke zusammen.
Hoffentlich würde der Vorrat der vergrößerten Flasche bis Weihnachten reichen, ist der letzte Gedanke, der mir durch den Kopf geht, während ich in einen traumlosen Schlaf hinübergleite.


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„Requiem aeternam dona eis, Domine“ lat.: Herr schenke ihnen ewige Ruhe. Beginn der traditionellen Totenmesse zur Beerdigung
„Hic Rhodos. Hic Salta“ (lat.: Hier Rhodhos. Hier spring.) Sinngemäß: Zeig, was du kannst.
Mopsus: Name eines berühmten antiken Sehers, dessen Begabung sich allerding über zweieinhalb Jahrtausende nicht weitervererbt zu haben scheint.


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