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Fanfiction

Und In Uns Die Unzerstörbare Hoffnung - Sommer und Freundschaft (Teil 2)

von selliiWeasley

Anna

Dieser Brief wird wahrscheinlich etwas spät bei euch ankommen, denn ich weiß nicht, wie schnell es die Eule von Kalifornien bis zu euch schafft.
Aiden und seine Frau Felicitas sind sehr nett. Dir würden sie gefallen, Care. Sie sind begeisterte Quidditchfans. Aiden hat mal bei Eintracht FastFighter, das ist glaub ich die Nationalmannschaft von Kalifornien, bis er die Plantage von seinem Großvater geerbt hat. Wenn ich euch nur die wunderbare Plantage beschreiben könnte. Einfach magisch.
Nun, die Leute hier sind irgendwie etwas seltsam.
Aiden hat einen Sohn, der immer nach Drachenmist riecht, weil er als Nebenjob Aiden hilft, die Pflanzen zu Düngen.
Er versucht mich immer in ein Gespräch zu verwickeln und will viel über Hogwarts und meine Freunde erfahren, seitdem er mich einmal von einer Fleischfressenden Pflanze in Aidens Hobby-Gewächshaus gerettet hat.
Außer, dass ich wohl viel für Kräuterkunde lerne, erlebe ich aber wirklich nichts interessantes…..



„Die kleine Annaaaaaaaaaa!“, rief Annas Großonkel, als sie sich vom Boden aufrappelte. Obwohl sie als Jahrgangsjüngste erst im folgenden Schuljahr die Apparierprüfung ablegen würde, hatte sie einige Erfahrung mit dem Seit-an-Seit-Apparieren, was ihr ausreichte um sich ein Urteil über diese Reisemöglichkeit zu bilden. Ihre Eltern, die sie bis dato fest an sich gepresst hatten, waren sofort wieder zurück appariert und so verlor Anna den Boden unter den Füßen.
„Hallo, Onkel Aiden“
Anna fand sich auf einem staubigen Hof wieder, der ihr das Gefühl einer altertümlichen Muggelfarm vermittelte. Auf einem grünen Schild, das in dem Boden steckte, hieß es:“ O' Sullivans frische Orangen. Fünf Dollar der Sack“.
Sie wunderte sich darüber, dass Onkel Aiden, obwohl er über so viele Ecken mit ihr verwandt war, den gleichen Nachnamen hatte, und darüber, dass der Preis in Muggelwährung angegeben war. Erst dann bemerkte sie ihren Großonkel, der auf einem Muggeltraktor saß und sie breit angrinste. Anna reichte ihm eine staubige Hand.
„Mensch, dich müssen wir aber ein wenig aufpäppeln. Wie dünn du bist. Und so blass“, sagte er vorwurfsvoll.
Anna lächelte nur verlegen.
„Komm, steig ein, steig ein!“, rief er und Anna wollte gerade ihr Koffer hochwuchten, als Aiden auch schon:„Ach Quatsch, lass mal gut sein“, rief und ihre Koffer mit einem Schlenker seines ungewöhnlich rustikal aussehenden Zauberstabs auf dein Anhänger des Traktors schweben lies.
„Danke“, sagte Anna leise und hüpfte neben ihm auf den Sitz. Sie fuhren gemächlich auf ein kleines Tor zu.
„Na dann, halt dich mal fest“, rief Aiden fröhlich und Anna stockte für einen Moment der Atem, als sie ein unheimliches Ziehen in ihrer Magengegend verspürte, ganz so, als würde sie in einer Achterbahn sitzen.
Der Traktor hatte sich mit einem Mal in die Luft erhoben und schwebte über Millionen von Orangenbäumen dahin. Das Feld war so groß, dass Anna keinen Überblick darüber hatte, wo die Plantage anfing und wo sie endete.
Mehr noch, die Bäume schienen sich zu bewegen. Keine fünf Meter unter ihnen liefen sie mit Knorrigen Wurzeln als Füße über das Acker.
„Gute Idee, oder? Von Vorn macht es den Anschein einer gewöhnlichen Muggelplantage. Selbst der Traktor tuckert nur langweilig, aber vollkommen gewöhnlich über den Hof, doch hinter dem Haupthaus….“, er wies ausladend über seine Felder. „Das ist ja phantastisch“, rief Anna begeistert. Aiden lachte heiser.
Anna lehnte sich aus dem Fenster und beobachtete fasziniert die Pflanzen, die ihren eigenen Willen zu haben schienen. Sie stritten sich rege mit ihren Artgenossen um den sonnigsten Platz, schaufelten haufenweise ein ekelhaft aussehendes schwarzes Dünger in riesige Hohlräume in ihren Stämmen, die Mündern gleichkamen und reihten sich an eine lange Schlange ein, um unter einer riesigen Gießkanne ihre Äste zu duschen.
Anna und ihr Onkel flogen über einige Gewächshäuser, die ab und zu gefährlich wackelten, auf ein kleineres Haus zu, das wohl das Wohnhaus war. Ratternd kam der Traktor auf dem staubigen Boden auf, der Motor erstarb. Aiden führte Anna ins Haus.
Drinnen war es recht kühl, sodass Anna erst jetzt die heiße und trockene Temperatur, die draußen herrschte, bemerkte. Ihr T-Shirt klebte an ihrem Rücken. Sie folgte Aiden durch einen langen Flur in eine geräumige Küche.
Dort saßen auf einigen vereinzelt stehenden Hockern, eine Frau, ein Mädchen, ein wenig jünger als Anna und ein Junge, der ungefähr gleichalt sein musste.
Wie immer, wenn sie von fremden Menschen beobachtet wurde, wurde Anna nervös.
„Hallo?“, sagte sie spitz, eher fragend.
Die Frau lächelte. Sie trug ihre Haare zu einem geflochtenen Zopf und erfüllte mit ihrer wettergegerbten Haut und der Schürze, die sie über ihrem Umhang trug, dem Klischeebild einer Farmerin.
„Hallo Anna, schön dich kennen zu lernen. Ich bin Felicitas, Aidens Ehefrau. Das sind Samantha und Mason“.
Sie schüttelten reihum die Hände. Anna merkte, dass ihre Verwandten in Amerika das komplette Gegenteil zu dem Rest ihrer Familie war. Sie waren viel aufgeschlossener und sympathischer, wie sie feststellte.
Nachdem Anna ihre Koffer im Gästezimmer verstaut, und sich ein wenig frisch gemacht hatte (sie bemerkte beim Erkunden der Räume, dass alle Zimmer sehr dem Landhausstil entsprachen), stieg ihr auch schon ein herrlicher Geruch in die Nase, der ihr verkündete, dass es Abendessen gab.
In der Küche fand sie Felicitas vor, die das Gemüse bewachte, wie es sich selbst schnitt und in einen gewaltigen Topf mit Suppe sprang, sowie die beiden Kinder, die wegen irgendwas haarsträubend diskutierten.
„Ist gar nicht war, laut Besenbericht schafft es der neue Komet nicht einmal von null auf hundert in zwanzig Sekunden. Das konnte bereits das zehner Modell des Sauberwischs und das erschien vor fünf Jahren…“
„Wie du meinst, ich frag Dad trotzdem, ob ich ihn zum Geburtstag bekomme. Immerhin hat er einen geringen Radius und der Besenstiel ist sehr biegsam“, erwiderte das Mädchen namens Samantha.
Anna bemerkte, dass sie beide das blonde Haar ihrer Mutter geerbt hatten.
„Was hältst du denn von der neuen Ausgabe des Besenberichtes, Anna?“, versuchte Mason sie in die Unterhaltung mit ein zu beziehen. Anna, die überrascht war, dass ihre Meinung gefragt wurde, lief rot an.
Mit Besen hatte sie überhaupt nichts am Hut.
„Oh, ich ähhm…“
„Meinste nicht auch, dass die den Komet ein bisschen zu sehr gelobt haben? Ich meine, selbst der Stiel soll nicht gerade aus dem besten Material sein.“
Der Junge blickte sie abwartend an.
„Kann schon sein“, antwortete Anna.
Mason blickte triumphierend zu seiner Schwester, um ihr zu zeigen, dass sie mit ihrer Meinung überstimmt war.
Anna setzte sich an den runden Küchentisch.
„Na schön. Was ist denn dein Lieblingsmodell? Und sag bloß nicht, dass du auch auf die Sauberwischs stehst. Das sind Putzhilfen, keine Rennbesen.“
Etwas an der forschen Art des Mädchens, erinnerte Anna an ihre Freundin Lily. Sie lachte kurz in sich hinein.
„Was ist? Was ist so lustig?“, fragte Samantha aufgebracht.
„Jetzt lasst sie doch mal in Ruhe. Kaum ist Anna hier, bombardiert ihr sie mit Fragen über Quidditch.“
Felicitas trat lachend an den Tisch, vor ihr schwebend, ein großer klappernder Topf.
„Kann ich Ihnen, ich meine dir, behilflich sein“, fragte Anna, dankbar, dass ihre Großtante sie gerettet hatte.
„Oh Nein, ist schon gut. Ich bin sowieso fertig.“
„Ich ruf Dad“, sagte Samantha, sprang auf und lief geschwind den Flur entlang zur Eingangstür. Ein kurzes lautes Glockenläuten ertönte, gefolgt von einem ‚plopp‘ und Onkel Aiden erschien in seinen Lederstiefeln und staubiger Arbeitskleidung. Felicitas glitt mit dem Zaubertab über seinen Rücken, ganz so, als wollte sie den Staub ausbürsten, und die Arbeitskleidung war wieder wie frisch gewaschen.
Aiden stöhnte und ließ sich auf einem Stuhl nieder, während er mühsam seine Stiefel auszog. Der riesige Topf neigte sich und Felicitas schob ihre Teller der Reihe nach darunter, um die dampfende Suppe aufzufangen.
Samantha fing ihre Diskussion über Rennbesen erneut an und ihr Vater hörte ihr aufmerksam zu.
Felicitas und Mason redeten über Masons Zunkunft. Anscheinend hatte er das letzte Jahr auf seiner Zauberschule hinter sich gebracht und wollte nun bei seinem Vater auf dem Hof arbeiten. Felicitas jedoch wollte ihm irgendwelche Studiengänge vorschlagen, die ihn nur wenig interessierten.
Anna gefiel es, der Familie bei ihren Alltagsgesprächen zuzuhören und fühlte sich langsam müde.
„Wie sieht es aus, Anna. Du hast uns noch gar nichts von deiner Familie erzählt. Wie geht es deinen Eltern. Lädt Oma O’Sullivan immer noch die ganze Familie zu ihren Geburtstagen ein, obwohl sie nicht mal mehr die Namen ihrer eigenen Kinder auswendig weiß?“, Aiden lachte sie an und schob sich ein Stück Brot in den Mund.
Die Gespräche verstummten. Anscheinend wollte die ganze Familie ihren Neuigkeiten von England lauschen.
„Oh, ehhm. Eigentlich gibt es gar nicht viel zu berichten. Mum arbeitet immernoch in ihrem kleinen Laden. Und Dad leitet jetzt das Büro für die Vereinheitlichung internationaler Gesetze bezüglich der Erhaltung von Tierwesen. Die Abteilung haben sie vor zwei Jahren neu eingeführt, da bei einer Konferenz der europäischen Zaubereiminister festgestellt wurde, dass in manchen Ländern noch veraltete Vorschriften gelten. Das führte zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Spezien auf dem gesamten Kontinent….“, Anna wurde rot, als sie in die glasigen Augen ihrer Zuhörer blickte.
„Wie auch immer“, sagte sie, mit einem matten Lächeln.
„Und ja, Oma Zelda feiert immer noch all ihre Geburtstage. Dieses Jahr wird sie neunundneunzig.“
Anscheinend war Aidens neues Leben in Amerika viel spannender, als Annas Leben in England. Als Anna geendet hatte, sah Aiden sie zwar höchst interessiert an, doch die leicht hochgezogenen Brauen seiner Kinder, symbolisierten Anna, dass er sein Interesse nur vorgab.
Anna gähnte herzhaft und warf einen Blick auf die Uhr.
„Es war sicher eine anstrengende Reise für dich und ich bin mir sicher, du wirst deinen Schlaf brauchen. Morgen stehen wir früh auf, dann zeig ich dir Alles“, sagte Aiden mit einem Lächeln.

Als Anna an diesem Abend im Bett lag, und die kühle Nachtluft durch das offene Fenster strömen spürte, hoffte sie, dass der nächste Tag besser werden würde. Ihr sind die kurzen Unterhaltungen, die sie mit ihren Verwandten geführt hatte, mehr als peinlich vorgekommen und sie wusste nicht recht, ob Mason und Samantha nun Mitleid mit ihr hatten, oder sie wirklich nicht mochten.
Sie seufzte und drehte sich auf die andere Seite, dann überkam sie die Müdigkeit.




Scarlett


Um meinen angebrochenen Sommer in Worte fassen zu können, müsste ich Lügen. Es gibt keine Worte, die beschreiben könnten, was ich im Augenblick fühle. Eins ist gewiss, alles ist ganz anders verlaufen, als von mir geplant.
Ich habe herausgefunden, was meine Mutter wirklich von mir denkt, und das hat mir echt den Boden unter den Füßen weggerissen. Abertrotz allem habe ich noch die Hoffnung, einen ganz besonderen Sommer zu erleben… ich habe Andy kennen gelernt…



Als Scarlett an diesem Tag den weiten Weg durch London mit der U-Bahn auf sich nahm, wäre sie am liebsten im Bett geblieben.
Mit den Fahrplänen der Muggel kannte sie sich zwar aus, da sie schon öfters allein in ihrer Heimatstadt umher gefahren war, doch gab es eine Störung an der Oberleitung, sodass sie bei ihren geplanten 45 Minuten, insgesamt 3 Stunden unterwegs war.
Sie ärgerte sich über die hysterischen Muggel, die ihr unbekümmert auf die Füße traten und den letzten freien Sitzplatz wegnahmen. Sie ärgerte sich, da sie noch immer Probleme hatte mit Muggelgeld umzugehen und schließlich die Geduld verlor, nachdem der Fahrkartenautomat ihre Scheine zum wiederholten mal nicht angenommen hatte, und sie kräftig gegen das Gerät trat, zum großen Missfallen einer Bahnbediensteten, die abschätzig „Satanist“ murmelte.
Am meisten jedoch ärgerte Scarlett sich darüber, dass sie einige Monate zuvor durch die Apparierprüfung gerasselt war, und somit überhaupt erst gezwungen war, diese vollkommen unsinnige und mühsame Art der Fortbewegung zu nutzen.
Als sie schließlich endlich mit ihren hohen Plateaustiefeln vor dem Gebäude des St. Mungos ankam, verspürte sie eine innere Erleichterung.
Da ihre Mutter, die Heilerin war, noch nicht endgültig die Zusage für ihren Ferienjob zugesichert hatte, was Scarlett gezwungen, den Besuchereingang zu verwenden.
Unbeobachtet von den gestressten Muggeln, stellte sie sich vor die Glasscheibe des alten Kaufhauses und erklärte der hässlichen Schaufensterpuppe ihr Anliegen.
„Scarlett Dumitrescu, ich bin Mirandas Tochter.“
Kaum merklich sah Scarlett durch die sonnengeblendeten Schaufenster das Nicken der Puppe.
Ihr Nacken kribbelte, als sie durch das Glas glitt, das sich anfühlte, wie eine Schicht kühlen Wassers.
Sie atmete tief durch. Das allbekannte Durcheinander in der Eingangshalle erinnerte sie an ihre Kindheit. Auf einer Bank im hinteren Bereich hatte Scarlett oft stundenlang gesessen und auf ihre Mutter gewartet, die mal wieder Überstunden machte.
Alles war noch genauso, wie in ihrer Erinnerung. Der Empfangstresen, vor dem die Erkrankten oder Besucher in Reihen standen, die Portraits der alten Heiler und Heilerinnen, der alltägliche Tumult limonengrün gekleideter Hexen und Zauberer, die zerstreut die Akten ihrer Patienten lasen.
Selbst die abgewetzte Bank war die alte.
Schnurstraks eilte Scarlett die vertrauten Gänge entlang, durch eine Doppeltür, dann links, bis sie auf einer Tür rechts von ihr ein Schild mit der Aufschrift „Aufenthaltsraum: Zugang nur für Heiler“, stand.
Sie klopfte und trat ein.
Das Zimmer war groß und hell. Es war leer, bis auf eine Person.
Miranda Dumitrescu saß auf einem Stuhl nahe des geöffneten Fensters, das den Blick auf die Beschäftigten Straßen Londons freigab und las den Tagespropheten. Als sie die Absätze ihrer Tochter hörte, sah sie auf.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie irritiert und etwas panisch.
„Ich freue mich auch dich zu sehen, Mum“, erwiderte Scarlett leicht gereizt und verschränkte die Arme vor ihrer Korsage.
„Du wolltest mir einen Job besorgen, erinnerst du dich? Du hast gesagt, ich soll hier her kommen.“
Hektisch blickte sich ihre Mutter in dem Zimmer um. Dann sagte sie gefühlvoll: „Ach das, ja. Es tut mir wirklich sehr leid, aber Heiler Felton hat gesagt, dass er keinen Job für dich hat.“
Scarlett verstand nicht, was war hier los?
Ihre Mutter wusste, dass sie sich seit ihrem ersten Besuch an der Arbeit ihrer Mutter, keinen anderen Traum hatte, als selbst Heilerin zu werden. Sie wollte genauso gut werden, wie sie, ihr großes Vorbild.
Zu ihrem zwölften Geburtstag hatte sie ein Spielset für kleine Heiler bekommen, indem man kleine Heilzauber und Tränke ausprobieren konnte. Ihre Mutter wusste, dass dies das beste Geschenk war, das Scarlett bis dato je bekommen hatte. Hatte Miranda das alles vergessen?

Scarlett funkelte ihre Mutter an. „Achja, und das konntest du mir wohl nicht mitteilen?“
Stammelnd suchte ihre Mutter die Worte für eine Entschuldigung.
Die Tür ging auf.
„Scarlett!“, rief eine ältere, etwas pummelige Heilerin mit krausen Haaren. Scarlett erinnerte sich gerne an die gutmütige Sinnie, die immer nach Blumen dfitete und Scarlett leckeren selbstgemachten Bonbons versorgte, wenn sie hier war.
„Hallo Sinnie“, sie brachte nicht einmal ein Lächeln zustande, zu tief saß die Enttäuschung über ihre Mutter.
„Was machst du denn hier, deine Mutter sagte, du hasst das St. Mungo. Deine Träume Heilerin zu werden hast du als aufgegeben, was?“
Die arme, gutmütige Sinnie, hätte sie gewusst, dass sie mit ihren Worten eine Lavine an Tobsuchtsausbrüchen auslöste, hätte sie lieber geschwiegen.
„Was soll das?“, knurrte Scarlett bedrohlich, den wutentbrannten Blick auf ihre Mutter geheftet.
„Hast du etwa garnicht wegen des Praktikums gefragt gehabt? Hast du gehofft, ich würde es vergessen? Hast du jedem deiner Mitarbeiter erzählt, dass ich meinen Traum aufgegeben habe?“, mit jedem Wort, das sie sprach, kam Scarlett näher auf ihre Mutter zu.
„Wieso? Bin ich dir etwa peinlich?“
Ihre Mutter starrte zu Boden. Scarlett wusste, dass sie damit genau das Problem erkannt hatte.
Ihre Augen brannten. Es tat so weh zu sehen, dass ihre Mutter, die sie stets als Ideal angesehen hatte, sie hier nicht wollte.
Scarlett kannte den Grund, obwohl sie es nicht wahrhaben wollte.
Vor ihrem inneren Auge verschwammen die Bilder, die nun zusammen gehören schienen.
Ihre Mutter, die ihre Klamotten kritisierte.
Ihre Mutter, die am Küchentisch saß und ein Gespräch über ihre „Phase“ führen wollte.
Ihre Mutter, die ihren veränderten Charakter missbilligte.
Mit Tränen in den Augen, sah sie in die Augen der Hexe, der sie einst so ähnlich war.
„Du hast mich nie akzeptiert“, brach sie hervor.
„Kannst du denn nicht verstehen, dass ich einfach so bin? Das ist keine ‚Phase‘, das ist mein Leben, meine Persönlichkeit. Und hast du schon mal daran gedacht, dass mein Charakter sich verändert hat, weil ich selbstbewusster geworden bin? Weil ich den Mut habe, zu sein, wie ich es will. Ich bin verdammt noch mal glücklich damit“.
Scarletts Stimme klang verzweifelt und die arme Sinnie stand immernoch in der Tür und wusste nicht, wie sie helfen konnte.
Miranda sah ihre Tochter an. In ihrem Blick lag Verachtung und Respektlosigkeit.
„Du hast recht.“, sagte sie schlicht und emotionslos.
„Ich verstehe nicht, dass du so geworden bist. Deine schwarzen Klamotten, deine Musik. Denkst du denn, dass ich noch mein Ansehen hätte, wenn jeder wüsste, dass meine Tochter rumläuft wie eine Satanistin? Denkst du ernsthaft, sie wöllten dich hier so einstellen?“
Nie hatte Scarlett ihre Mutter so reden gehört. Sie begriff nicht, wie Miranda sie so hassen konnte.
Ohne ein weiteres Wort stürmte sie an der immer noch sprachlosen alten Sinnie vorbei.
Was sie jetzt brauchte war frische Luft.
Zu beiden Seiten wurden Türen aufgerissen und limonengrüne Schatten streckten Neugierig die Köpfe aus den Zimmern, als Scarlett laut schluchzend und mit polternden Absätzen die Gänge entlang rannte.
Sie sah nicht nach vorn, sondern starrte zu Boden, bis-
KNALL
Voller Wucht war sie gegen etwas gerannt. „AUUU“. Oder gegen jemanden.
Scarlett sah hoch in das Gesicht des älteren Mannes, der sich schmerzverzehrt die Seite rieb. Scarlett kannte ihn. Es war der Chef ihrer Mutter. Oberheiler Felton.
Felton setzte an, sich lautstark zu beschweren, doch dann erkannte er die aufgelöste Scarlett.
„Was ist denn mit dir los?“
Behutsam zog er sie in sein Arbeitszimmer, das zwei Meter zu ihrer linken war.
Scarlett hatte beinahe vergessen, wie gutmütig Heiler Felton war. Er hatte sich stets nach ihr erkundigt und ihr aufmerksam zugehört.
Sie setzte sich auf einen Stuhl vor dem wuchtigen Schreibtisch und Felton, der die Distanz des Tisches nicht zwischen sich haben wollte, blieb vor ihr stehen.
„Meine Mum hasst mich“, sagte sie ohne Umschweife. Felton legte den Kopf schief und sah sie stirnrunzelnd an. Als hätte er es geahnt.
„Das tut sie nicht.“, sagte er bestimmt und Scarlett schnaubte verächtlich.
„Nein ehrlich. Sie hat es auch nicht leicht. Das ganze Jahr über ist sie alleine, seitdem sich deine Eltern getrennt haben. Sie kann dich nur nicht immer nachvollziehen.“
Scarlett war es gleich, der Blick der Verachtung, den ihre Mutter ihr noch Minuten zuvor entgegen gebracht hatte, sagte mehr als tausend Worte.
„Sie hat erzählt, dass ich keine Heilerin mehr werden will.“
„Und, willst du doch?“, fragte der weißhaarige Felton.
„Nichts lieber als das. Es war immer schon mein größter Traum, Menschen zu helfen. Menschen zu berühren, mit dem, was ich tue. Indem ich sie rette.“
Felton dachte einen Moment nach. Dann lächelte er.
„Vielleicht habe ich wirklich einen Job für dich.“
Er hielt Scarlett, die sich hastig die Tränen abwischte, die Tür auf und ging ihr voran.
Felton ließ viele Stationen hinter sich, bis sie durch eine weitere Doppeltür traten. Auf einem silbrigen Schild stand: Janus Thickey-Station für dauerhaft Fluchgeschädigte
Felton klopfte sachte gegen die dunkle Tür und trat ein.
Eine außerordentliche Aura ging von diesem Raum aus, als wäre die Luft elektrisiert. Es war eine ganz normale Station, mit der Ausnahme, dass die Patienten den Platz rund um ihre Betten häuslich eingerichtet hatten.
„Ich habe hier eine neue Praktikantin für dich, Andy. Sie ist Mirandas Tochter, also behandel sie gut.“, sagte Felton. Dann entschuldigte er sich, da er sich nun um seine Patienten kümmern müsse, und ließ die völlig perplexe Scarlett allein zurück.
Dann kam jemand hinter einem zugezogenen Vorhang um eines der Betten hervor. Scarlett wusste nun, wieso die Luft so elektrisiert wirkte. Der junge Mann, der nun vor ihr stand, war etwa zwanzig Jahre alt und grinste sie an, als würden sie sich schon ewig kennen.
Komplett in schwarz gekleidet, schien er die Kleiderordnung im St. Mungo zu missachten. Seine Schulterlangen Haare umrahmten sein schönes Gesicht und seinen Mund zierten zwei Piercings, genau da, wo Scarlett selbst welche hatte.
„Hey“, sagte er.
„Ich bin Andy“.


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