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Fanfiction

Phototermin - Phototermin

von spebs-shibs

Lächerlich. So lächerlich. Das ist das erste Wort, das mir durch den Kopf geht, als ich mich hinsetze, meinen unbequemen Rock geradestreiche und versuche, nicht daran zu denken, dass mein „Lächeln“ vermutlich sogar noch schlimmer und fälscher aussieht, als das dieser bemitleidenswerten Prominenten in den niveaulosen Modemagazinen, über die ich immer so lästere. Oder besser: gelästert habe.
Ich weiß nicht, was noch so alles in meinem Kopf herumschwirrt, aber der einzige klare Gedanke ist meine Angewidertheit vor diesem krankhaften Schauspiel, in dem wir die unfreiwilligen Hauptaktöre sind.
Wie die Schweine auf dem Schlachthof, die erst gemästet werden und mit Futter zugestopft werden, nur um dann später brutalst ermordet und zu Sonntagsbraten verarbeitet werden, versuchen wir eine heile Welt zu verkörpern, die nicht mehr existiert. Ich bin eine muggelgeborene Hexe, habe meine Ausbildung in Hogwarts mit Bravour absolviert, mich aber dann in meinen Mann verliebt, einen Muggel, und nun lebe ich fern von aller Magie in einem Vorort von London, mit meinem Mann, meinen drei Söhnen und meiner kleinen Tochter. Oder besser gesagt, habe fern von aller Magie gelebt.
Bis ein krankhafter und besessener Mensch, man kann ihn kaum noch als Menschen bezeichnen, sich zum grausamen Ziel gesetzt hat, aus der gesamten Zaubererwelt einen Reinblüterstaat zu erschaffen.
Wie damals Hitler, es ist haargenau wie damals. Ich erinnere mich noch, wie ich angstvoll und eingeschüchtert den Erzählungen meiner Eltern zugehört habe, und wie froh ich war, in einer glücklichen Welt, voller Eintracht und Liebe aufzuwachsen.
Wenn ich gewusst hätte, dass diese Welt für uns binnen kürzester Zeit wie ein Kartenhaus einstürzen würde, hätte ich mich niemals so über meinen Hogwartsbrief gefreut, der jetzt mein Todesurteil sein wird. Denn aus den Ruinen der zerstörten Welt, werden ganz sicher nicht wir, die muggelgeborenen Hexen hervorgehen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis es von uns niemanden mehr geben wird.
Jetzt, wo Er, dessen Name nicht genannt werden darf das Ministerium unter Kontrolle hat, gibt es keine Hoffnung mehr. Der einzige Funken, der uns noch bleibt, ist, die Möglichkeit, dass er mich unter den Muggeln nicht aufspürt, aber auch dass ist gewiss unmöglich. Nur zwei Straßen weiter ist der letzte Mord passiert, die ganze Familie, samt der unschuldigen Kinder wurden eiskalt umgebracht und danach von fanatischen Todessern wie Püppchen an die Äste der Eiche vor dem Haus gehängt.
Mein Mann weiß es, er weiß über alles bescheid, aber um der Kinder willen muss diese heile Welt bis zum letzten Augenblick bestehen, es wäre unerträglich, tagtäglich in ihre von der Furcht gelähmten kleinen Gesichter blicken zu müssen, und ihre Angst, das um die Ecke ein Todesser mit gezücktem Zauberstab stehen könnte, der um ihnen den Garaus zu machen nur zwei klitzekleine Wörter sprechen müsste, würde mich so krank machen, dass ich nicht mal mehr das wenige tun könnte, was ich im Moment zu tun vermag, um ihnen das Leben zu bieten, dass sie verdienen.
Nur meinem Ältestem konnten wir nichts vormachen, er ist auf dem Weg in die kritische Phase, und grenzt sich zurzeit sehr von den anderen ab, die noch wie kleine Engel mit ihren gepflegten Haaren und strahlendem Gesichtsausdruck umherrennen und von unmöglichen Dingen träumen.
Aber ihm sind die Tränen nicht entgangen, die ich all die Zeit tapfer zurückgehalten habe, bei Bemerkungen über unsere Zukunft, ach, sogar bei solch belanglosen über einen Urlaub im nächsten Jahr fällt es mir schwer, meine Maske aufzubehalten. Mein Ältester, wie er nun mal so ist, hat trotz alledem den Ernst der Sache nicht erfast; für ihn ist Du-weißt-schon-wer einer seiner Star-Wars-Action-Figuren, den er gemeinsam mit Obi Van und Yoda in Nullkommanichts besiegen kann, der tapfere kleine Mann.
Aber es ist besser so. Für ihn und für mich. Manchmal frage ich mich überhaupt, welchen Grund ich habe, durch diese Hölle zu gehen, diese Qual zu erleiden, jeden Abend zu Bett zu gehen, nicht wissen, ob man den nächsten Tag noch am Leben sein würde, ob die Kinder noch am Leben sein würden.
Aber es ist den Kindern zuliebe. Für die Kinder würde ich alles tun. In dieser Hinsicht ist mein Vorbild Lily Potter, in ihrer Situation hätte ich niemals anders gehandelt. Ich blicke zur Seite, in das grimmige, patriotenähnliche Gesicht meines Ältesten, der diesen Phototermin wie immer für reine Zeitverschwendung hält hinüber nach rechts zu meinen beiden Mittleren, die wie immer ihre strahlendsten Lächeln aufgesetzt haben, als würden sie einer Werbezeitschrift entspringen.
Hinter mir, im Arm meines Mannes, der tapfer den Herr der Lage mimt, ist meine kleine Tochter, das Nesthäkchen, meine kleine blondgelockte Prinzessin. Würden sie alle kleine Harry Potters werden? Würde Du-weißt-schon-wer genauso wie bei Harry zuerst den Vater töten, und dann mich?
Mein Hände krallen sich in das weiße, weiche Fell unsere Katze, die auf ihrem Stammplatz auf meinem Schoß sitzt, bestimmt, es dieses Jahr auch mit aufs Photo zu schaffen, und meine Knöchelchen treten weiß und bleich hervor. Übelkeit kommt in mit auf, als hätte ich etwas falsches gegessen, und langsam spüre ich den warmen Schweiß, der mir die Arme herunterläuft. Angstschweiß?
Ich versuche tief einzuatmen, wie in den Yogaübungen, um meinen Geist zu beruhigen. Ich wünsche mir, diesen Termine doch abgesagt zu haben, doch es war bis jetzt immer Tradition, und besonders der Zweitjüngste freut sich jedes Jahr darauf. Er ist ein Teil ihres Lebens, und von dem bisschen Leben, das ihnen wahrscheinlich noch bleibt, sollen sie so viel wie möglich nur mit Dingen verbringen, die ihnen Freude bereiten.
Ein Geräusch auf der Seite lässt mich hochschrecken, aber es ist nur der Fotograph, der das Stativ hereinbringt. Groteskerweise erinnert mich das immer an den Augenblick an meinen ersten Schultag in Hogwarts, wenn Professor McGonnagall den dreibeinigen Hocker hereinbringt, auf den sich die Erstklässler setzen, bevor sie den alten zerschlissenen Hut aufsetzen, der sie in ein Haus einteilt.
Ich wurde damals vom sprechenden Hut nach Gryffindor geschickt. Zu Recht, frage ich mich heute? Würde ich es schaffen, meine Familie zu beschützen? Für das Foto ist nun alles bereit, und ich setze meine Grimasse auf und lächle angestrengt in die Kamera, doch nichts passiert. Dass etwas nicht stimmt, merke ich erst als ich das hämische Grinsen im rattenähnlichen Gesicht des Photographs bemerke, und als der Mann zwei kleine Worte flüstert, schaffe ich es gelähmt vor Schreck nur noch, in die überaschten und verwunderten Gesichter meiner Kinder zu schauen, warum anstatt des erwarteten Blitzes plötzlich giftgrüne Strahlen wie Pfeile auf sie zugeschossen kommen.
In meinen letzten Blick versuche ich so viel Liebe wie noch nie zuvor zu packen, und bevor ich mich umdrehen kann, um nur noch einmal in die gutmütigen Augen meines geliebten Mannes zu blicken, wird alles schwarz um mich, ich spüre, wie meine Familie von mir weggerissen wird, und nach einem letzten verzweifelten Wimpernschlag bin ich nicht mehr.

- ENDE -


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