
Ich wachte im Bett auf. Ich konnte nichts sehen, alles war dunkel. „Boah, hatte ich einen komichen Traum.“ Es klopfte an der Türe. „Herein!“, rief ich. Ich rechnete damit, dass nun wohl meine Mutter reinkommen würde und mich anbrüllen würde, von wegen ich stehe zu spät auf und verschlafe nur den ganzen Tag. Dann würde sie mich aus dem Bett reissen und mir eine Ohrfeige geben, damit ich richtig aufwachen würde. Stattdessen fragte eine vertraute Stimme: „Kann ich reinkommen? Es gibt bald Frühstück.“
Es war Narzissa. So wie es aussah,war es wohl doch kein Traum.
Narzissa zog die Vorhänge an den Fenstern zurück und weisses Licht drang in das Zimmer hinein.
Ich blinzelte um mich daran zu gewöhnen.
Als Narzissa wieder gegangen war, zog ich mich um und verliess schüchtern das Zimmer. Langsam ging ich in die Küche. Da dort niemand war, ging ich in das Esszimmer. Lucius und Bellatrix sassen bereits am Tisch. Ich setzte mich zu ihnen.
„Draco, beeil’ dich! Wir sitzen bereits alle am Tisch!“, rief Narzissa mit einem wütenden Unterton und schon kam Draco die Treppe runtergerannt.
„Renn nicht in Haus herum, Draco.“, knurrte Lucius ohne von seiner Zeitung aufzublicken. Ich warf einen genaueren Blick auf die Zeitung. War das nur Einbildung oder bewegten sich die Bilder?
Draco bemerkte meinen Blick und sagte: „Ja, die Bilder bewegen sich wirklich.“ Er blickte mich mit einem Angeberblick an und da er wusste, dass es bei mir noch nicht klar war, ob ich eine Hexe war, blickte er mich von oben herab an.
Nach dem Essen verschwand ich in mein Zimmer. Ich schloss die Türe hinter mir und holte die Schere aus dem Koffer heraus. Die Malfoys waren eine perfekte Familie, Vater, Mutter, Sohn und die verrückte Tante. Sie passten nicht zu mir, dennoch mochte ich sie sehr, so sehr, dass es mir weh tat. Diesen Schmerz konnte ich nur unterdrücken, indem ich mir weiteren Schmerz zufügte. Ich holte ein Taschentuch, setzte mich aufs Bett, legte das Taschentuch auf meinen Schoss, damit das Blut nicht aufs Bett tropfte. Ich setzte die Spitze der Schere an meinem Ellbogen an. Die Türe sprang auf und Draco betrat mein Zimmer. Als er bemerkte, was ich tat, presste er die Hand vor seinen Mund und fragte nach wenigen Minuten mit blankem Entsetzen: „Was tust du denn da?“
„Ich beruhige mich.“
Er setzte sich neben mich und beobachtete mich.
„Musst du hier sein?“, fragte ich langsam genervt.
„Ja, das ist mein Haus.“ Er grinste herausfordernd.
„Werd’ nicht frech, junger Malfoy.“, erwiderte ich. Ich säuberte die Schere, steckte sie zurück in den Koffer und verarztete meine neue Wunde.
Draco fragte mich, ob ich lust hätte mit ihm Quidditch zu spielen. „Quidditch?“, fragte ich ahnungslos.
„Komm, ich zeig’s dir!“
wir gingen in die Eingangshalle. „Warte hier.“ Draco öffnete eine Türe und verschwand dort drin. Nach wenigen Minuten kam er mit einem Besen wieder heraus. Mit einem Besen? „Draco, was soll ich mit einem Besen?“, fragte ich. „Fliegen.“
„Na klar.“ Ich zwinkerte ihm zu. „Ich meine es ernst. Siehs dir an.“
Ich folgte ihm nach draussen in den Garten. Nun ja, man konnte es eigentlich nicht Garten nennen, denn es war schon ein Park.
„Das alles gehört euch?“, staunte ich. Draco nickte. Er stieg auf den Besen. Noch tat sich nichts, doch dann stiess er sich vom Boden ab und flog mehrere Meter in die Höhe. Ich machte grosse Augen und mir klappte der Mund auf.
„Mund zu, es zieht!“, rief er von oben herab. „Darf ich auch mal probieren?“, schrie ich.
Draco machte einen Sturzflug auf mich zu, ich duckte mich, doch er konnte knapp einen Meter vor mir stoppen. Er stieg vom Besen und reichte ihn mir. Ich stieg auf und stiess mich ab, doch nichts geschah. Nachdem ich es fünf mal versucht hatte, gab ich es auf.
„Ich bin und bleibe ein Muggel.“ Traurig blickte ich zu Boden.
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