
Ich setzte mich auf das Bett und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Nach zwei Stunden klopfte es und ich rief: „Herein!“
Es war Dr. Pepper: „Na los, komm. Es gibt Abendessen.“ Ich folgte ihr raus. Sie führte mich in einen grossen Raum, in dem ein hölzerner, alter Tisch stand. Ein Junge sass bereits auf einem Stuhl und ass.
Ich setzte mich neben ihn und eine Frau brachte mir mein Essen.
„Oh, hi. Ich bin Michael. Aber nenn mich ruhig Mike.“
„Hallo, ich bin Laura.“ Ich begann zu essen.
„Wann haben sie dich hierher gebracht?“, wollte Michael wissen.
„Vor etwa drei Stunden. Und was ist mit dir?“
„Ich bin hier aufgewachsen.“
„Oh. Was ist mit deinen Eltern?“, fragte ich.
„Meine Mutter ist bei meiner Geburt gestorben und mein Vater starb zwei Monate später bei einem Autounfall.“
„Das tut mir leid.“ Ich blickte auf meinen Teller.
„Bist du auch hier, weil du `besonders’ bist?“ Ich nickte.
„Was hast du für Fähigkeiten?“, fragte er neugierig.
„Ich kann mit meinem Blick etwas in Brand setzen, ich kann das Wetter beherrschen, ebenso wie die Temperaturen. Und du?“
„Ich kann Menschen und Tiere Sachen tun lassen, ohne dass ich mit ihnen spreche und ich kann die Zeit anhalten.“ Ich staunte.
„Dann lass doch mal den Mann da drüben hin und her rennen.“, schlug ich vor.
„Das kann ich nicht.“
„Wieso nicht?“, fragte ich verwirrt.
„Siehst du das da?“ Er knöpfte sein weisses Hemd auf und zum Vorschein kam ein schwarzes Gerät, das an seiner Brust befestigt war. Ein rotes Licht flackerte unaufhörlich in der Mitte des Gerätes.
„Dieses Gerät hemmt unsere Fähigkeiten in dem Raum, in dem wir uns gerade aufhalten. Wenn wir fliehen“, er schluckte und sprach leise langsam weiter. „Wenn wir fliehen, setzt ein Selbstauslöser ein und wir fliegen allesamt in die Luft.“
Ich verstummte und wurde wütend. Das Ministerium kontrollierte uns nicht nur, sie bestraften uns also auch mit dem Leben!
Das Licht flackerte, es wurde kälter.
„Alarm, alarm, Labor drei, Nummer vier setzt Fähigkeiten ein, sofort kommen!“, sprach der Mann in ein Gerät.
Wie gebannt sass ich am Tisch als die weissen Männer eintraten, zu mir hinrannten und mich am Arm in ein Labor führten.
Sie drückten mich auf einen gepolsterten Stuhl, legten meine Arme auf die Lehne und fesselten mich daran.
Einer der drei Männer, die mich ins Labor gebracht hatten, holte ein schwarzes Gerät hervor, das zwei spitze Reisszwecken daran befestigt hatte. Er knöpfte meine Bluse auf und drückte das Gerät mit den Reisszwecken voran in die Brust.
Ich schrie vor Schmerz.
Alle bis auf einen Mann verliessen den Raum. Der übrig gebliebene Mann ging hinüber an einen Tisch und holte etwas dünnes, langes hervor. Sachte nahm er es in die Hand und drehte sich zu mir um.
Nun erkannte ich, was er in der Hand hielt. Es war eine Spritze.
Ich riss an den Fesseln, doch ich konnte der Spritze nicht entrinnen.
Mit der einen Hand drückte der Mann mir den Kopf nach oben und mit der anderen drückte er die Spritze in meinen Hals.
Ich wollte schreien, doch es kam kein Laut aus meiner Kehle, nur etwas gurgelndes und ein wenig Flüssigkeit spritzte mir aus dem Mund.
„Nicht reden, nicht schreien, nicht bewegen. Die Spritze muss noch zwei Minuten in deinen Stimmbändern stecken.“, brummte der Mann.
Langsam begann nicht nur der Stich der Spritze, sondern auch die Flüssigkeit zu brennen, doch endlich nahm er mir die Spritze raus.
Sofort wurde mir schwarz vor den Augen.
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