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Fanfiction

Bis der Vorhang fällt. - Bis der Vorhang fällt.

von Moi

Ich kann mich nicht wirklich erinnern, aber ich weiß, dass es ein verschneiter, dunkler Tag in einem sehr kalten Winter war. Es waren keine Blätter mehr auf den Bäumen, und die triste Landschaft ließ die Tage und Nächte vor meinem Augen verschwimmen und zu einem Strudel aus dunklem Grau verschmelzen.

Ich vermisste meine Eltern. Es war schön hier, in meinem neuen Zuhause, doch trotzdem fehlten sie. Sie jeden Tag um sich zu haben, von morgens bis abends – und dann plötzlich nur noch Briefe zu erhalten … es war einfach schwer. Eine undurchdringliche Leere hatte sich in mir eingenistet, und so sehr ich auch darum kämpfte, sie verschwinden zu lassen, es wollte mir nicht gelingen.
Trotzdem hatte ich den Ehrgeiz, meine Zauberausbildung zu Ende zu führen, ich wollte es unbedingt schaffen. Das war es wohl, was mich dazu brachte, immer weiter zu machen, nicht aufzugeben, egal wie es in mir aussah.

„Hey, Katie, willst du mitkommen nach draußen?“
Ich riss mich aus meinen Gedanken und blickte auf.
„Mhm?“
Angelina Johnson schaute mich eingehend an. Ich wusste, dass sie sich Sorgen um mich machte; die tiefen Falten auf ihrer Stirn verrieten sie. Doch ich sagte nichts dazu. Ich hatte festgestellt, dass das nichts brachte, und dass ihre Freundschaft mir viel zu wichtig war, um sie einfach aufzugeben.
Vom ersten Tag an hatte sie mich auf Hogwarts begleitet.
„Ist sie wieder völlig versunken?“, nahm ich eine zweite Stimme wahr, und Alicia Spinnet tauchte grinsend hinter ihrer Schulter auf. Sie waren beide eine Klassenstufe über mir.
„Sieht so aus“, erwiderte Angelina und wandte sich dann wieder an mich. „Ich habe mich nur gefragt, ob du vielleicht mitkommen möchtest nach draußen?“
„Ähm …“ Ich sah hinunter zu den Verwandlungsaufzeichnungen auf meinem Schoß. Die konnten bestimmt auch noch auf heute Abend warten – schließlich war Samstag.
„Jaah, klar. Wartet kurz, ich gehe nur schnell nach oben und zieh mir was Warmes an.“

In Eilgeschwindigkeit raste ich die Treppe zum Schlafsaal hoch, nahm mir ein paar Handschuhe und meinen dicken Wollschal aus dem Schrankkoffer und streifte mir meine Jacke über. Ich war nur ein paar Minuten weg gewesen, und Angelina und Alicia standen noch am gleichen Fleck wie zuvor.
„Bin soweit“, teilte ich mit, kaum dass ich neben ihnen stoppte, und zusammen kletterten wir aus dem Portraitloch und machten uns auf den Weg zur Eingangshalle.

Auf den Ländereien von Hogwarts lag seit Tagen eine dicke Schneeschicht. Der Winter war in seiner Blütezeit, so gab es draußen eigentlich nicht besonders viel zu machen. Natürlich gab es einige Schüler, die Spaß an Schneeballschlachten hatten oder auf dem großen, jedoch zu geeisten See Schlittschuh fuhren, doch die meisten blieben im Schloss und verbrachten ihre Zeit in den warmen Gemeinschaftsräumen.
Als ich merkte, dass Alicia und Angelina den Weg in Richtung des Verbotenen Waldes einschlugen, wurde ich hellhörig.
„Wollt ihr etwa … da rein?“
Alicias Augen blitzten, als sie sich zu mir umdrehte. „Hast du was dagegen?“
„Nein, ich dachte nur … ach, vergiss es.“
Sie grinste. „Keine Angst, wir werden schon nicht erwischt. Bei dem Wetter ist eh niemand hier.“

Ein paar Augenblicke später erreichen wir die ersten Bäume, welche bereits den größten Teil des Tageslichts verschluckten. Wir folgten einem schmalen Pfad, der kaum zu erkennen war, und uns immer weiter ins Innere des Waldes führte. Irgendwann hatte ich dann nicht mehr allzu viel Lust, meinen beiden Freundinnen die ganze Zeit einfach hinterher zu trotten.
„Leute, sagt mal, wo genau gehen wir eigentlich hin?“
Sie verlangsamten ihre Schritte, bis ich zwischen ihnen lief.
„Wirst du noch sehen“, sagte Angelina. „Wir haben den Ort vor ein paar Tagen entdeckt, als du am Lernen warst. Es ist einfach so, so toll dort“, schwärmte sie verträumt.

Ich lachte.
Ich lachte, und ich hatte es seit Tagen nicht mehr getan. Angelina sah mich gespielt beleidigt an.
„Schön, dass du dich über mich lustig machst.“ Sie stupste mich sacht am Arm und lächelte. Ich grinste zurück.
„Kein Problem!“
Wir waren nur ein paar Meter weiter gelaufen, als Alicia stehen blieb.
„Habt ihr das auch gehört?“ Wir hielten den Atem an und lauschten. Zuerst konnten wir nur das Rauschen des Windes und ein paar tappende Schritte hören, die wohl von Tieren stammten; doch dann knackste es irgendwo hinter uns. Als wäre ein Ast zerbrochen.
Alicia drehte sich mit einem Ruck um und schlug sich durch das Geäst in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Einige Augenblicke hörte man nichts, dann ertönte ein Kichern, worauf ein genervtes Schnauben folgte.

Als Alicia wieder auftauchte, diskutiere sie mit zwei rothaarigen Jugendlichen, die sich bis ins kleinste Detail glichen.
„Man, manchmal geht ihr mir echt auf die Nerven, wisst ihr? Seid ihr uns gefolgt, oder wie?“
George Weasley grinste.
„Wir dachten uns bloss, dass man an so einem schönen, verschneiten Tag hier im Wald bestimmt ungestört ist, und dann seid ihr aufgetaucht. Wenn überhaupt, seid ihr ja wohl uns gefolgt. Wir hatten einfach keine Lust, später wie dieser kleine Junge auszusehen, der im Gemeinschaftsraum rumläuft und die ganze Zeit ruft ‚Ich bin in den See gefallen‘, als wäre das was Tolles.“
Alicia verdrehte die Augen. „Ihr seid echt …“ Die letzten Worte murmelte sie in eine andere Richtung, doch Fred schien sie trotzdem gehört zu haben.
„Das gehört sich aber nicht für ein gryffindorisches Fräulein, solche Worte in den Munde zu nehmen“, meinte er schelmisch.
„Wie auch immer“, unterbrach Angelina die Diskussion, da Alicia aussah, als wollte sie darauf etwas erwidern, was dem ganzen sicher nicht besonders geholfen hätte. „Wenn ihr sowieso schon hier seid, wollt ihr mitkommen? Wir haben gestern einen echt schönen Platz entdeckt, an dem man auch ganz sicher … ‚ungestört‘ ist. Was auch immer ihr vorhattet“, meinte sie mit einem Augenzwinkern.
„Nun, es wäre wohl wirklich besser, wenn man uns nicht dabei erwischen würde, denn es würde – nun ja – vermutlich nicht ganz … so gut ankommen“, erwiderte Fred und wir machten uns wieder auf den Weg, noch tiefer in den Wald hinein.


...O.....o.......O........o.............O.........o.......O.........o.......

Es war schon später Nachmittag, als wir den erwähnten Ort erreichten. Obwohl wir weit in den Verbotenen Wald vorgedrungen waren, gab es hier eine kleine Lichtung. Sie strahlte mit dem kleinen Bach, der sie östlich umrandete, und den hohen Bäumen, die sie auf der anderen Seite umgaben, etwas Magisches aus. Es war wirklich schön, sie hatten nicht zu viel versprochen.
Angelina, Alicia und ich ließen uns im Schnee nieder und unterhielten uns eine Weile über Lehrer, Unterricht und Quidditch. Beide waren dieses Schuljahr in der Mannschaft aufgenommen worden.
Nach einer Weile setzten sie sich jedoch zu Fred und George, die etwas entfernt an irgendetwas am Basteln waren.

Ich sagte ihnen, ich würde gleich wiederkommen, und verließ die Lichtung, um ein wenig für mich zu sein. Eigentlich wollte ich dabei nur ein bisschen die Umgebung erkunden, schließlich war ich hier noch nie gewesen, und wer wusste schon, ob ich je noch einmal die Möglichkeit dazu bekommen würde. Angst hatte ich auch nicht, hatte ich nie gehabt; vor Dunkelheit und Einsamkeit.

Ein Fehler.
Hätte ich es doch gehabt. Dann wäre ich ihm nie begegnet.

„Was macht Ihr denn hier, so tief im Wald … ist das euch Schülern nicht verboten?“
Der Stimme folgten zwei Hufe, den Hufen ein erwachsener Mann. Ich erstarrte. War das ein Zentaur?
Nein, das konnte nicht sein. McGonnagall hatte uns erklärt, dass sie zur Hälfte einen Pferdekörper hatten.
Doch diesem … Mann - fehlte der komplette Pferderücken. Merlin, was war er?
„Habt Ihr mich nicht gehört?“
„Wa – wer sind Sie?“ Ich nahm seine Frage kaum war. Er lachte rau.
„Wer bin ich … nun, das tut nichts zur Sache. Ich war einmal ein Zentaur, ja, da liegst du richtig. Doch im Gegensatz zu den anderen Meinesgleichen“, er spuckte das Wort aus, „fand ich Gefallen daran, ein Mensch zu werden … wie Ihr seht, hat es nur zur Hälfte geklappt.“ Der Halb-Zentaur klang bitter.
„Und doch gleiche ich ihnen mehr als sie.“
Während er sprach, bekam ich Respekt vor ihm. Furchtvollen Respekt. Er ertappte mich bei dem Versuch, nach hinten zu weichen und ungesehen durch die dichten Baumreihen zu fliehen.
„Mhmm ... wollt Ihr nicht noch ein wenig hier bleiben? Ich für meinen Teil hätte jetzt gerne Gesellschaft …“ Ich weiß bis heute nicht, welche dunken Fähigkeiten er sich angeeignet hatte, aber das letzte was ich sah war, wie er mich packte. Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Ich bekam mein volles Bewusstsein in den nächsten Stunden nicht wieder. Zwischendurch tauchte er vor meinen Augen auf, mit meinem Pullover in der Hand, oder einem Stück Holz, dass er über ein loderndes Feuer hielt.
Alles was ich weiß, ist, dass ich am Rand des Verbotenen Waldes wieder zu mir kam, in dem Moment, als Angelina und Fred auf mich zu gerannt kamen.

„Katie! Verdammt, was ist passiert? Du warst plötzlich einfach weg!“ Angelinas sorgendurchzogenes Gesicht tauchte über mir auf.
Ich versuchte mich zu erinnern, doch es war, als hätte sich eine dunkle, hohe Mauer um einen Teil meines Gedächtnisses erhoben. Das letzte was ich wusste, war –

„Ich wollte nur ein bisschen für mich sein und den Wald erkunden, aber …“ Ich verzog krampfhaft das Gesicht. Ich konnte es nicht aushalten, wenn ich mich an etwas nicht erinnerte.
„… ich weiß es nicht.“
Angelina sah mich verwirrt an. „Gut, dann … kannst du aufstehen? Wir bringen dich in den Krankenflügel.“

Ich versuchte mich aufzurichten. Ein stechender Schmerz blitzte durch meinen Rücken, bis zum Anfang meiner Beine.
„Ahh“, keuchte ich und ließ mich wieder auf den mit Schnee bedeckten Boden sinken. „Ich – kann nicht …“
„Ich hole McGonnagall, kannst du bei ihr bleiben?“, bat Angelina Fred. Er nickte, und sie lief eilig über die weißen Wiesen Richtung Hogwarts.
Fred beugte sich zu mir herunter. „Alles wird gut.“ Ich versuchte mich an einem Lächeln und schloss die Augen wieder. Als Angelina mit McGonnagall wieder kam, war ich bereits wieder in tiefem Schlaf versunken.


.........O..........o............O...........o...........O.......o......


Auch sechs Jahre später hatte man noch nicht herausgefunden, was damals in diesem Wald geschehen war. Ich konnte mich nicht erinnern, und auch die zahlreichen Besuche zu der Lichtung hatten nichts ergeben. Ich hatte den Verbotenen Wald nicht noch einmal betreten.
Angelina, Alicia, Fred und George hatten alle Strafarbeiten bekommen und ihr Haus hatte einen hohen Punkteabzug verbüßen müssen. Doch das war ihnen egal gewesen, das Wichtigste war für sie, dass es mir wieder gut ging.

Dass ich mich nicht erinnern konnte, fanden sie nicht sehr schlimm. Madame Pomfrey war der Meinung, dass es ein Schutzmechanismus meines Kopfs gewesen war, mich meine ‚Schrecklichen‘ Erlebnisse vergessen zu lassen. Der einzige, der sich über meinen Krankenflügelaufenthalt beklagt hatte, war Snape gewesen. Angelina meinte später, dass er gesagt hätte, „Auch der Verlust eines Körperteils gilt nicht als Entschuldigung“, woraufhin jemand erwidert hatte, ich würde noch alle meine Körperteile besitzen, und noch in der gleichen Sekunde Nachsitzen bekommen hatte.


Als ich das nächste Mal ohne Erinnerung aufwachte, lag ich nicht im Krankenflügel. Ich lag im St. Mungos.

Der Schnee, der vor dem Fenster herunterrieselte, ließ mich augenblicklich an den Moment vor sechs Jahren denken, nur dass dieses Mal nicht meine Freunde, sondern meine Familie über mir stand. Mir wurde schlecht, ich versuchte mich aufzurichten.
„Entschuldigung … aber ich glaube, ich muss mal kurz brechen …“ Meine Mum war schneller als ich. Ich übergab mich in den Eimer, den sie vor mein Bett gestellt hatte.
Sie nahm mich sofort in den Arm. „Oh Katie, dein Vater und ich haben uns solche Sorgen gemacht! Was ist nur geschehen?“
Ich blinzelte die Tränen fort. „Mum, ich … ich weiß es nicht.“


Ich spürte die riesigen Schneeflocken nicht, die gegen meinen Körper rieselten. Ich war gefangen in meinen Erinnerungen.
„Bitte … bitte lassen Sie mich …“ Ich wand mich, schlug um mich, wollte mich nur gegen diese Kreatur wehren, die weder Mensch noch Zentaur war.
Er griff nach meinen Handgelenken, presste sie auf den kalten Holzboden, bis es schmerzte. Dann strich er mir die Haarsträhnen aus dem Gesicht.
„Du willst es doch auch …“



Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich weiß, da war etwas. Ich weiß nur nicht, ob ich es wissen möchte.


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Als ich das erste Harry-Potter-Buch las, habe ich mir meinen Bademantel angezogen und so getan, als ob ich Harry wäre. Ich rannte im ganzen Haus herum uuund... kann nicht fassen, dass ich das gerade erzählt habe.
Matthew Lewis