22. September 2038 – Krasnojarsk, Russland
In einer kleinen Scheune, die schwer nach Heu und Dünger roch, brachte Aurelia Lestrange ihre Tochter auf die Welt. Das Baby schrie nicht, sondern wimmerte nur und es hatte eine leichte bläuliche Verfärbung im Gesicht. Aurelia wusste, das Neugeborene war unterentwickelt, es hatte keinesfalls neun Monate Zeit gehabt. Sie wiegte ihre Tochter in ihren Armen, wickelte es dick in alte Decken ein und versuchte es zu wärmen.
Der Tag brach an. Die Sonne ging auf und Aurelia blieb mit ihrer Tochter ganze zwei Tage in der Scheune, bis sie sich sicher war, dass es ihr soweit, so gut ging. Am 24. September verließ Aurelia dick eingemummelt die Scheune und versteckte das schlafende Baby warm unter ihrem Mantel.
Sie brachte ihre Tochter zu der nächsten Kirche und schaute sich ein letztes Mal um, bis sie das Baby auf ihren Arm nahm und es vorsichtig vor die Kirchentür legte. Aurelia drückte ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn und hauchte: „Sei das Glück auf deiner Seite, Tochter.“
Dann erhob sie sich, schaute hoch zu dem Turm der Kirche und bekreuzigte sich. Ohne einen letzten Blick auf ihr Kind zu werfen, verschwamm sie mit dem Nebel und nichts wies darauf hin, was gerade geschehen war.
Am nächsten Tag entdeckte eine vollkommen entsetzte Nonne das immer noch schlafende Baby vor der Kirchentür. Nur eine Sekunde später, nahm sie es auf die Arme und trug es in die wohltuende Wärme des heiligen Hauses. Während die Nonne das Kind aus den Decken schälte, fiel ein Zettel auf den Boden. Die Frau warf nur einen raschen Blick auf den Boden, ehe sie sich wieder um das kleine Mädchen kümmerte. Dann erst beugte sie sich runter und hob den Zettel auf.
Kurz darauf ließ sie sich hilflos auf einen Stuhl sinken und schüttelte traurig den Kopf.
Das kleine Mädchen, das am 22. September 2038 geboren wurde, war ich. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und ich bin mit einem Potter liiert. Gemeinsam mit unseren Freunden kämpfen wir. Gegen Tom Riddle, meinen Vater und Sohn von Lord Voldemort.
25. November 2037 – London, England
Hektisch tigerte Albus Severus Potter vor den Türen des Kreissaals. Seine Familie und Verwandte saßen ebenfalls ziemlich aufgewühlt auf den Stühlen. Albus blickte auf, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. „Beruhige dich, Albus. Trink einen Kaffee“, sagte sein Vater und deutete auf eine rothaarige, junge Frau, die sich mit Bechern der Ansammlung nährte.
Albus nickte seiner jüngeren Schwester dankend zu und nahm sich den Becher, in dem die dunkle, heiße Flüssigkeit schwamm.
Eine halbe Stunde später, trat eine ältere Frau in Arztkleidung aus dem Kreissaal. In ihren Armen lag ein kleines Bündel.
„Mr. Potter, darf ich Ihnen ihren Sohn vorstellen?“
Für Albus war das ein Moment, indem ein riesiger Stein von seinem Herzen fiel. Er war sofort, als er in das kleine Gesicht seines Sohnes blickte, hin und weg. So lange hatten er und Jocelyn um dieses Glück gekämpft. Und es hatte sich wirklich gelohnt.
Der fünf Minuten alte Junge, der auf den Namen Owen Harry Potter getauft wurde, öffnete seine Äuglein und schaute verdutzt in die vielen Gesichter, was den weiblichen Anwesenden ein Seufzen entweichen ließ. Owens Gesicht verzog sich und er öffnete den Mund, um anfangen zu weinen.
So unschuldig und rein – In vielen Jahren würde Owen das nicht sein. Denn die Familie Potter konnte halt nicht einfach, ohne einen weiteren Auserwählten auf die Welt zu bringen.
Der Sohn von Albus Severus und Jocelyn Potter, der bin ich. Nur in älterer Version. Mittlerweile bin ich zum zweiten Auserwählten ernannt worden und ein großer Dorn im Auge der neuen Generation der Todesser und Lord Voldemort II.
TBC
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Ich war neulich bei Topshop und eine Frau, die dort arbeitete sagte zu mir: 'Witzig, du siehst genauso aus wie das Mädchen, das Hermine spielt!' - 'Äh ja, weil ich es bin.' - 'Bitte? Was? Wie bitte!?'