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Fanfiction

Erinnerungen sind kälter - Gedanken

von Savannah

Hier ist das nächste Kapitel, ein bisschen schneller als das letzte Mal.
Danke für deinen Kommentar, Brina! :)


~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~

Ich kniff die Augen zusammen und hing beinahe mit der Nase auf dem Pergament. Das Licht war erbärmlich schlecht, denn draußen stürmte es und die stickige Luft des Gemeinschaftsraumes stieg mir zu Kopf. Ärgerlich fuhr ich mir mit den Fingern durch die Haare und hinterließ einen riesigen Tintenfleck auf dem Pergament.
Seufzend lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück und schloss für einen Moment die Augen.
Es war Sonntag und wer gedacht hatte, die Lehrer würden uns aufgrund des gestrigen Frühlingsballes schonen, der wurde spätestens dann enttäuscht, wenn er anfing den hochkomplizierten Aufsatz über den Patronus-Zauber zu schreiben. Die Aufgabenstellung lautete: Beurteilen Sie die Wirksamkeit des Patronus-Zaubers in Bezug auf schwarze Magie. Eine sehr vage Formulierung, wie selbst Lily zugab, denn das konnte sowohl bedeuten, dass wir seine Wirksamkeit gegen Ungeheuer wie Dementoren oder Lethiforlds beschreiben sollen als auch den Verlust der Fähigkeit zum Heraufbeschwören eines Patronus‘, sollte der Zauberer den schwarzmagischen Weg einschlagen.
Es drängte sich mir unwillkürlich die Frage auf, ob Du-weißt-schon wer oder seine Anhänger wohl noch dazu in der Lage waren, Patroni heraufzubeschwören und ich freute mich schon auf die praktischen Übungsstunden, wenn die Slytherins ihr Glück versuchen durften. Unsere Professorin Laurel Copse, die gerade eine Aurorenausbildung hinter sich hatte und zur Freude aller männlichen Schlossbewohner blutjung war, hatte nämlich in der letzten Stunde erwähnt, der Umgang mit schwarzer Magie würde zwar neue Zweige der Magie öffnen, gleichzeitig jedoch Türen verschließen, die zuvor noch wie selbstverständlich offen gestanden hatten. Sie liebte es, sich in kryptischen Formulierungen zu verlieren. Und das war auch der Grund dafür, weshalb ich nie mitgeschrieben hatte und nun versuchte irgendwie aus Remus‘ winzigem Gekritzel schlau zu werden.
Lily und James hatten meinen Lieblingstisch ganz am Rande beschlagnahmt und brüteten über ihren Zaubertrankaufsätzen. Es war zu einer neuen Angewohnheit geworden, dass sie ihre Hausaufgaben zusammen erledigten. Der Platz lag direkt am Fenster, die Luft war besser und es war stiller. Man hatte eher das Gefühl allein zu sein, ganz im Gegenteil zu dem Tisch, mit dem ich mich nun begnügen musste. Denn der Stand im Zentrum des Geschehens.
„Also Leute!“, hallte Sirius‘ Stimme durch den Raum, unnatürlich laut, weshalb ich davon ausging, dass er sie magisch verstärkt hatte. Was nicht nötig gewesen wäre, es hatte sich ohnehin schon halb Gryffindor um ihn versammelt. Lediglich einige wenige versuchten sich auf ihre Hausaufgaben zu konzentrieren. Darunter Remus, Lily, James und ich. „Wer will sehen, wie ich Wurmschwanz den Apfel vom Kopf schieße?“, fragte er und warf die Fangzähnige Frisbee von einer Hand in die andere, wobei sie gefährlich fauchte. Peter, der mit einem Apfel auf dem Kopf an der Wand stand, schrumpfte ein Stück in sich zusammen und die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Werfen! Werfen! Werfen!“, schrien die Gryffindors so laut, als verfolgten sie ein Quidditchspiel.
Ich wollte den Blick gerade wieder abwenden, da sah Sirius mich an und die Hausaufgabe waren vergessen, ebenso wie der Lärm im Gemeinschaftsraum. Schon wieder lief der letzte Abend vor meinem inneren Auge ab. Seine Hand, die mich mit sich gezogen hatte, sein Atem an meiner Wange, an meinem Hals, seine Worte, seine Küsse...
Nur einen Sekundenbruchteil lang erwiderte ich Sirius‘ Blick, dann schoss mir das Blut in die Wangen. Ich senkte den Kopf und stellte mein riesiges Arithmantikbuch vor mir auf, obwohl ich gerade an Verteidigung gegen die dunklen Künste arbeitete. Am liebsten hätte ich auch noch das Gesicht in den Händen vergraben, doch ich wollte nicht noch mehr Blöße zeigen und so kaute ich nur unruhig auf meiner Unterlippe, während ich daran zurückdachte, wie ich letzte Nacht in die große Halle zurückgekehrt war. Mir war nicht einmal der Lärm aufgefallen oder die dicke Luft, die hunderte Menschen in einem Raum verursachten. Ich hatte nur an Sirius gedacht und daran, was bei Merlin gerade geschehen war.
Kaum eine halbe Minute später stand auch schon Aubrey vor mir und fragte mich, wo ich gewesen sei.
„Draußen.“, hatte ich geantwortet. „Frische Luft schnappen.“
Er hatte gelächelt, verständnisvoll genickt, als teilten wir ein Geheimnis und meine Hand genommen. „Du hast mir noch einen Tanz versprochen, erinnerst du dich?“
„Ja… Ja, das habe ich.“
„Geht’s dir wirklich gut?“, fragte er und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich zuckte zusammen, aber so leicht, dass er es hoffentlich nicht gespürt hatte. „Du siehst so fiebrig aus.“
„E-es war… kalt. Es war kalt… draußen. Sehr kalt.“, brachte ich hervor und errötete noch mehr. Aubrey sah es nicht und legte mir eine Hand auf den Rücken. Wir tanzten wieder, doch das Gefühl der Geborgenheit war verschwunden. Stattdessen konnte ich nicht aufhören, mich zu fragen, ob Sirius wohl noch immer in diesem finsteren Geheimgang stand. Ob er noch immer diesen unglaublichen Glanz in den Augen hatte und ob ich nicht einfach eine Ausrede finden könnte, die mir erlauben würde, wieder aus der Halle zu verschwinden.
Ich bemerkte, dass Aubrey mich abwartend ansah.
„Was?“, sagte ich. „Entschuldigung. Hast du was gesagt?“
Er lächelte wieder. Plötzlich fand ich sein ewiges Lächeln nicht mehr sanft, sondern ermüdend. „Ich habe gesagt, Evangeline Winter friert doch nicht. Lily meinte, du wärst vollkommen immun gegen jede Kälte.“
Es ärgerte mich, dass er mich bei meinem vollen Namen nannte. Ich blieb stehen. „Du hast dich mit Lily über mich unterhalten?“
„Keine Sorge. Sie hat nur nettes über dich gesagt.“, lachte er, doch ich hielt an meiner finsteren Miene fest. Plötzlich hatte ich nicht mehr die geringste Lust, zu tanzen.
„Wo ist Lily eigentlich?“, fragte ich und wartete keine Antwort ab, schließlich kannte ich ihren Aufenthaltsort besser als er. „Ich werde sie mal suchen gehen.“
Und dann war ich schnell wieder aus der Halle geschlüpft, durch die Korridore gehastet und war mit laut pochendem Herzen vor dem Wandbehang stehen geblieben. Vorsichtig hatte ich ihn beiseite geschoben, doch Sirius war nicht mehr da gewesen. Enttäuscht wollte ich mich auf den Weg in den vierten Stock machen, um tatsächlich nach Lily zu sehen, da kam sie schon mit langen Schritten um die Ecke gebogen. Noch ehe sie mich ganz erreicht hatte, löcherte sie mich schon mit Fragen und ich weiß nicht mehr, was ich ihr antwortete. Jedenfalls stellte es sie irgendwie zufrieden. Ich sagte ihr auch, dass ich müde war und zurück in den Gryffindorturm gehen würde. Und das hatte ich dann auch getan.
So enttäuscht ich gestern Abend auch darüber gewesen war, dass ich Sirius nicht mehr hatte auftreiben können, so erleichtert war ich heute. Sirius‘ Nähe war mir schon seit den Osterferien unangenehm gewesen, doch jetzt war sie beinahe unerträglich. Denn es war mir nicht möglich, ihn anzusehen ohne daran zu denken, wie gut er küssen konnte und wie laut sein Herz schlug. Und wenn er mir dann in die Augen sah, dann wusste ich, dass er ganz ähnliche Gedanken hatte und ich brachte keinen vernünftigen Satz mehr zustande.
Ein Raunen ging durch die Menge und jemand schrie auf. Ich blickte über mein Buch hinweg. Von Peter war nichts mehr zu sehen, doch die Fangzähnige Frisbee hatte sich mit ihren kleinen Zähnen in einem Gryffindor-Wandteppich verhakt, genauer gesagt direkt im Hinterteil des goldenen Löwen. Der Apfel hing ebenfalls in dem Gebiss, das rundherum reichte. Dann sprang Peter wieder auf, freudestrahlend, Sirius verbeugte sich und tosender Applaus brandete durch den Raum. Ich sah Lily verärgert aufblicken und James, der sich augenscheinlich nicht entscheiden konnte, ob er mitlachen und applaudieren oder seinen besten Freund zur Ordnung rufen sollte.
Die Entscheidung wurde ihm abgenommen, als plötzlich McGonagall erschien und uns zehn Punkte wegen Ruhestörung abzog.
„Und wehe ich höre auch nur noch einen einzigen Mucks von Ihnen!“, warnte sie und schob sich die Brille die Nase hoch. „Dann blühen Ihnen Hausaufgaben, dass Ihnen Hören und Sehen vergeht! Das gilt besonders für Sie, Black! Sie schreiben mir bis Mittwoch einen Aufsatz über die Geschichte der Animagi. Gehen Sie insbesondere auf den genauen Vorbereitungsprozess ein. Darüber werden Sie in der Bibliothek sehr wenig Material finden, sollten Sie sich doch tatsächlich dazu herablassen, einen Fuß hineinzusetzen. Sie werden also lange genug beschäftigt sein, um derartigen Unfug ab sofort zu unterlassen.“ Sie schnippte mit dem Zauberstab und die Fangzähnige Frisbee flog ihr entgegen. Ohne zuzuschnappen landete sie in ihrer Hand. „Das hier werde ich konfiszieren. Einen schönen Abend.“
Dann rauschte sie wieder davon und als das Porträtloch geschlossen und ihre energischen Schritte verhallt waren, lachten alle. Am lautesten Sirius.
„Animagi.“, prustete er und sah James an, der sich ein Grinsen kaum verkneifen konnte. „Um rauszufinden, wie die zustande kommen, werde ich wirklich Tag und Nacht Bücher wälzen müssen.“
Allmählich verteilten sich alle wieder auf ihre Plätze und das Gelächter verstummte. Sirius fläzte sich auf ein Sofa und schlug die Beine über der Armlehne übereinander, den Kopf auf die gegenüberliegende Seite gebettet. Peter sammelte sorgsam die Apfelreste vom Boden auf und entsorgte sie im Papierkorb. Lily war wieder vollkommen in ihren Aufsatz vertieft, eine steile Falte hatte sich auf ihrer Stirn gebildet, wie immer, wenn sie sich konzentrierte und eine einzelne rote Haarlocke hatte sich aus ihrem Flechtzopf gelöst und fiel ihr in das sommersprossige Gesicht. James starrte sie so unverhohlen an, dass ich mich fragte, wie sie es nicht bemerken konnte. Eine unbeschreibliche Faszination war in seinen Augen zu lesen, eine zärtliche, sehnsuchtsvolle und beinahe verzweifelte Faszination. So sah er immer nur dann aus, wenn er glaubte, nicht beobachtet zu werden. Ansonsten glitzerte hinter den runden Brillengläsern immer nur der Schalk und ein breites Grinsen war die Reaktion auf jede nur erdenkliche Situation.
Doch am nachdenklichsten stimmte mich Remus. Eine riesige Ansammlung von Büchern lag auf dem Tisch verteilt, den er ganz für sich beansprucht hatte, das Tintenfass war aufgeschraubt, die Feder eingetunkt und schreibbereit in seiner Hand, doch das Pergament war schon seit einer geschlagenen Stunde leer, ebenso wie sein Blick.
Er wirkte nicht müde wie kurz vor oder nach den Vollmondnächten, obwohl er wie immer blass und kränklich war. Nein, er war einfach nur vollkommen in Gedanken versunken. Und das sah Remus Lupin, dem strebsamen Vertrauensschüler so gar nicht ähnlich.
Ich versuchte mich wieder auf meinen Aufsatz zu konzentrieren, doch schon nach zwei mühsamen Zeilen schweiften meine Gedanken wieder zum letzten Abend ab. Gwendolyn Everett, hieß sie. Das Mädchen, mit dem Remus gestern getanzt hatte. Ich erinnerte mich jetzt wieder an sie. Es war das Mädchen, dem Sirius in Kräuterkunde ständig auf den Hintern starrte. Ihre grüne Schuluniform und das geschwungene S auf ihrer Krawatte waren der Grund dafür gewesen, dass ich nie einen zweiten Blick an sie verschwendet hatte und dass sie dazuhin noch so unauffällig war, trug nicht unbedingt dazu bei, dass sie gut in meinem Gedächtnis haften blieb. Zudem hatte sie gestern Abend noch so umwerfend ausgesehen, in ihrem himmelblauen Festumhang und den hellblonden Locken, ganz anders als in der Schule, mit einem praktischen Zopf und der unvorteilhaften Bluse. Unschuldig wie ein Engel hatte sie ausgesehen, nicht listig wie eine Schlange. Die blauen Augen hatten mich so freundlich angelächelt.
Vermutlich dachte Remus an genau das gleiche Lächeln. Sein Zustand war unverändert, die Tinte an seiner Feder schon längst angetrocknet.
Ich seufzte lautlos auf und klappte das Arithmantikbuch zu, das ich vorhin sinnloserweise aufgeschlagen hatte. Über Gwendolyn Everett würde ich mir ein andermal den Kopf zerbrechen. Jetzt musste zuerst einmal dieser verfluchte Aufsatz ein Ende finden.


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Wir müssen lernen, mit Menschen auszukommen, die anders sind als wir. Wenn sie das Herz auf dem rechten Fleck haben, spielt es keine Rolle, woher sie stammen.
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