
von Bianca Black
Harry lag auf seinem Bett, er konnte einfach nicht einschlafen. Zu schlimm waren die letzten Wochen gewesen. Sein Pate, Sirius Black, war ermordet worden und niemand hätte etwas dagegen tun können. Harry fühlte eine tiefe Trauer in sich, da er selbst auch keine Eltern mehr hatte und mit Sirius´ Tod eine weitere ihm wichtige Person verschwunden war. Doch eigentlich hätte er sich mehr Sorgen um seinen Freund Chris Black machen sollen, da dieser gerade seinen Vater verloren hatte. Wie er sich wohl fühlte? Wahrscheinlich genauso, wie Harry im Moment.
Auf einmal wurde er durch ein Klopfen am Fenster aus seinen Gedanken gerissen, er erkannte sofort, dass es Chris´ Eule Freaky war, denn sie war unverwechselbar. Freaky war genau wie Hedwig eine weiße Schleiereule, jedoch fand sich auf ihrem Bauchgefieder ein großes „F“. Genau aus diesem Grund hatte Chris auch einen Namen mit F ausgewählt.
Harry ließ Freaky in sein Zimmer und sie streckte ihm gleich ihr Bein entgegen, damit er Chris´ Brief abnehmen konnte. Daraufhin flog sie zu Hedwigs Käfig, um sich einen Schluck Wasser zugenehmigen. Hedwig hatte sich schon immer gut mit Freaky verstanden und so ließ sie es zu, dass Freaky etwas von ihrem Wasser trank.
Harry machte den Brief sofort auf, wobei er dachte, dass Chris ihm schreiben würde, dass es ihm nicht sehr gut geht. Er war positiv überrascht bei Chris´ Brief. Er hatte sich anscheinand in diese Lisa verschossen, was nur allzu komisch war, denn Chris hatte in Hogwarts, ihrer Schule schon viele Freundinnen gehabt, doch nie war er richtig in eine verliebt gewesen. Chris war sowas wie der Mädchenschwarm aus ihrem Jahrgang. Und nun sollte er sich in ein Mädchen verliebt haben, was er gar nicht richtig kannte. Es war schon ein lustiger Gedanke, sich Chris vorzustellen, wie er sich um ein Mädchen bemüht, weil er dies bisher nie zu machen brauchte. „Was wohl Ron und Mine dazu sagen, wenn sie das erfahren.“ dachte sich Harry.
Er wollte Chris gleich antworten. Harry ging rüber zu seinem Schreibtisch und kramte ein neues Pergament und Feder und Tinte hervor.
Er begann.
Hey Chris,
mir geht´s ganz gut hier im Ligusterweg. Die Dursleys ignorieren mich so gut es geht, was mir natürlich sehr recht ist.
Ich glaubs ja nicht, du hast dich wohl richtig verschossen, was? Sie scheint nett zu sein, wenn du sie magst.
Ich habe meine Einladung für die Hochzeit gestern Mittag bekommen, die war ganz schön bunt, oder? Hat sicher Fleur ausgesucht! J
Ich kann schon am 30.Juli in den Fuchsbau, ist ja in zwei Tagen, so muss ich wenigstens nicht mehr hier rumgammeln und hab noch ´n wenig Spaß in meinen Ferien.
Und wann wirst du dann kommen?
Schreib mir schnell zurück
Harry
Harry faltete das Pergament zusammen und band es Freaky wieder ans Bein, die gleich darauf freudig in den Nachthimmel hinaus flog. Hedwig machte sich auch gleich auf die Jagd und so war Harry für den Rest des Abends allein in seinem Zimmer. Er legte sich auf sein Bett und war kurz darauf in einen traumlosen Schlaf gefallen.
Am nächsten Morgen wollte er gleich seine Sachen packen, da die Weasleys ihn den darauffolgenden Tag sehr zeitig abholen wollten. Er musste ja jetzt nichts mehr hierlassen, da er vorhatte, nie wieder im Ligusterweg aufzutauchen.
Gegen Mittag war er dann fertig mit packen, er suchte jedoch das Zimmer noch einmal sorgfältig ab, damit er nichts vergessen würde.
Als er fertig war, begab er sich nach draußen, er wollte den restlichen Tag noch genießen, da es schön warm draußen war. Harry ging in den Park, der etwa zehn Minuten Fußweg entfernt war. Dort legte er sich ins Gras und beobachtete die Familien, wie sie dort gemeinsam saßen und Sandwiches aßen oder wo Eltern mit ihren kleinen Kindern Ball spielten. Er wünschte sich, dass er einmal mit seinen Eltern so einen Tag hätte verbringen können. Er konnte sich an viele solche Tage erinnern, jedoch war er immer nur mit seinen besten Freunden unterwegs gewesen und hatte solch schöne Momente erlebt.
Es wurde schon langsam dunkel und somit machte Harry sich auf den Heimweg. Es waren seine letzten Stunden hier im Ligusterweg. Es gab nur ein paar Brote zum Abendbrot, wobei Harry es schon gewohnt war, immer weniger zu bekommen als alle restlichen Familienmitglieder.
Nachdem er mit dem Essen fertig war, ging er hinauf und machte sich für die Nacht fertig.
Als er sich auf sein Bett legte, schlief sofort ein.
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