
von Bianca Black
Die nächsten Tage vergingen ziemlich schnell. Die sechs Freunde führten lange Gespräche mit Lucas, der sich wiederrum von jedem seine ganze Lebensgeschichte erzählen ließ.
Lucas hatte auch in Fleur einen guten Gesprächspartner gefunden, da er mit ihr auf Französisch reden konnte, die Sprache, die für ihn in Montreal seine Muttersprache geworden war.
Im weiteren Verlauf der Woche kamen dann auch immer mehr Familienmitglieder der Familie Delacour in den Fuchsbau. So auch Fleurs Cousine Julie. Ja, es war die Julie, die ein Austauschjahr in Hogwarts verbracht und der Chris sein Herz geschenkt hatte. Doch dieser zeigte kein Interesse mehr an Julie, sondern hatte er nur noch Augen für seine Lisa. Julie jedoch, hatte ein ungeahntes Interesse für Lucas entwickelt und fragte deshalb ihre Cousine stets über ihn aus.
Julie war auch Lucas aufgefallen. Sie war unbeschreiblich schön. Ihre gewellten blonden Haare reichten ihr etwa bis zum Bauchnabel und sie hatte klare, hellblaue Augen.
Chris erwischte Lucas eines Tages im Garten dabei, wie er Julie anstarrte und sah, dass er den gleichen Blick hatte, wie Harry, der Ginny ansah oder er selber, wenn er auch nur an Lisa dachte.
Er erzählte seinem Bruder, was in dem Jahr geschehen war, als Julie ein Jahr in Hogwarts verbracht hatte. Daraufhin wollte Lucas wissen, ob es Chris stören würde, wenn er und Julie zusammenfinden würden.
„Hey, Chris. Sag mal, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich mit Julie etwas anfangen würde?“
Lucas fragte nur sehr vorsichtig, da er nicht wusste, wie sein Bruder auf diese Frage reagieren würde. Doch Chris machte das eigentlich nichts aus und so sagte er Lucas, dass er kein Problem damit hätte.
Auch Fleur hatte bemerkt, wie Julie Lucas ansah und redete immer wieder auf sie ein, sie solle sich doch einfach mal mit ihm unterhalten und ihn etwas besser kennenlernen.
Drei Tage vor der Hochzeit waren die Vorbereitungen in vollem Gange. Bill und Fleur waren die ganze Zeit hibbelig und wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entsprach, brach für sie gleich eine Welt zusammen. Das erging meistens Fleur so.
Fleur hatte insgesamt vier Brautjungfern bestimmt. Ihre Schwester Gebrielle, ihre Cousine Julie, Ginny und Hermine. Doch immer hatte eine von ihnen etwas an den Brautjungfernkleidern zu meckern. Entweder zu viele Rüschen oder zu wenig. Dem einen gefiel die Farbe nicht, dem anderen umso mehr,...
Nach ewigen Stunden der Diskussionen hatten sie sich endlich alle geeinigt und Fleur konnte endlich wieder lächeln.
Dieser Zustand hielt jedoch nicht lange an, da die Schneiderin etwas an ihrem Brautkleid falsch gemacht hatte.
Mrs. Weasley und Mrs. Delacour waren nur noch die reinsten Wracks. Sie arbeiteten ununterbrochen und hatten kaum noch Schlaf, geschweige denn mal einer Minute Ruhe.
Sie scheuchten ihre Männer und die Jugendlichen den ganzen Tag durch die Gegend.
Unsere, nun sieben, Freunde mussten den ganzen Tag im Garten Zelte aufbauen oder Tische,...
Und endlich, am Abend vor der Hochzeit hatten sie alles geschafft. Es war nichts mehr zu tun. Doch alle waren so erledigt, dass sie keinen Handschlag mehr tun wollten uns so gingen sie ins Bett, um gleich darauf schnell einzuschlafen.
Die Einzigen, die jetzt noch wach waren, saßen in der Küche bei einer Tasse Tee. Es waren Lucas und Julie. Die Beiden hatten sich ein Herz gefasst und sich miteinander unterhalten – in Französisch natürlich. Sie verstanden sich auf Anhieb und obwohl sie totmüde waren, führten sie ihre letzte Unterhaltung immer noch fort.
Am nächsten Morgen wurden Harry, Ron und Chris ziemlich zeitig von Mrs. Weasley geweckt, damit sie sich in Ruhe für die Zeremonie fertig machen konnten, die um zehn beginnen sollte.
Als Mrs. Weasley unten in der Küche ankam, sah sie, dass Lucas und Julie beide, die Köpfe auf die Arme gestützt, eingeschlafen waren. So, wie es aussah, hatten sie die ganze Nacht über geredet.
Vorsichtig, wollte sie die Beiden wecken, damit auch sie rechtzeitig fertig würden.
Das Bad war jetzt keine Minute mehr frei und man war froh, wenn man es hinein geschafft hatte.
Die Jungs waren am schnellsten fertig gewesen und machten sich auf in den Garten, um nicht im Weg zu stehen und um die ersten Gäste in Empfang zu nehmen.
Sie alle hatten den Garten in einen Traum verwandelt. Wenn man zur Küche des Fuchsbaus ins Freie trat, sah man als erstes die vielen Stuhlreihen, die hinter einem großen Altar aufgestellt worden waren.
Gleich rechts daneben fand man ein riesiges weißes Zelt, dass über und über mit Blumen versehen war. In diesem befand sich eine ebenfalls riesige Tanzfläche, auf der das Brautpaar dann den ersten Tanz vorführen sollte.
Der Garten füllte sich nun langsam, es kamen viele Familienmitglieder beider Familien, Freunde des Brautpaares und auch verschiedene Ordensmitglieder.
Die Jungs hörten jetzt, dass jemand aus der Küche ins Freie kam und sahen hinüber.
Es waren Hermine, Ginny und Lisa. Sie sahen alle drei wirklich wunderschön aus und den Jungs verschlug es die Sprache. Hermine und Ginny hatten natürlich die von Fleur ausgesuchten Brautjungfernkleider an und Lisa ein herrlich weißes Sommerkleid.
Jetzt war es nur noch Lucas, der ohne Begleitung dastand, denn Harry ging zusammen mit seiner Ginny, Chris mit Lisa und Ron natürlich mit Hermine, was diesen ziemlich glücklich zu machen schien, was er aber nie vor den Anderen zugeben würde.
„Sag mal, Lucas, gehst du eigentlich mit Julie zur Hochzeit?“, wollte nun Ginny wissen.
„Wenn du´s weißt, sagst du mir dann Bescheid?“ fragte er ironisch. „Keine Ahnung. Darüber haben wir gar nicht geredet“ ergänzte er noch.
„Und über was habt ihr dann die ganze Nacht geredet?“, wollte jetzt Chris wissen, der vor Neugierde fast platzte.
„Ach naja, über alle möglichen Sachen. Nichts bestimmtes“, antwortete er.
Natürlich hatten sie wirklich über Alles geredet, nur nicht über die Hochzeit. Über Lucas´ Leben, bevor er hierher kam, Julie erzählte ihm von Frankreich und ihrer Schule Beauxbatons, in der sie, vor dem Sommer, ihren Abschluss gemacht hatte und über das, was sie jetzt nach der Schule machen wollte.
Eigentlich wollte sie in einem französischen Krankenhaus eine Heilerausbildung machen, jedoch entschied sie sich dazu, wie ihre Cousine Fleur, in London ihre Ausbildung im St. Mungos zu machen, da sie dadurch die Chance sah, mit Lucas Zeit zu verbringen, der sicher auch eine Anstellung im St. Mungos übernehmen würde.
Die Versammelten nahmen nun ihre Plätze ein und die beiden Brautjungfern gingen zurück ins Haus zu Fleur.
Bill trat mit Mrs. Delacour und seinen Eltern aus der Küche und sie gingen zum Altar vor, wo sich die Eltern des Paares in die erste Reihe setzten.
Charlie, Ron, Harry und Chris machten sich auf zu Bill, dem die Aufregung schier ins Gesicht geschrieben stand. Sie standen ihm während der Trauung bei, da Fleur sich ebenfalls vier Brautjungfern gewünscht hatte.
Nun begann die Musik zu spielen und man sah, dass Bill immer aufgeregter wurde.
Die vier Brautjungfern traten nun ins Freie, zu allererst kam Gabrielle, dann Ginny, Hermine und den Abschluss bildete Julie. Danach trat Fleur mit ihrem Vater aus der Tür und strahlte. Sie war wirklich eine sehr hübsche Braut.
Die Brautjungfern hatten sich nun dem Bräutigam gegenüber gestellt und warteten auf die Braut. Diese kam nun langsam mit ihrem Vater vor zum Altar geschritten und aus der Menge der Gäste kam freudiges Genuschel. Alle waren froh, dass trotz dieser dunklen Tage, so ein schönes Ereignis gefeiert wurde.
Fleur war nun mit ihrem Vater am Altar angekommen, dieser küsste sie noch auf die Stirn und setzte sich danach auf den Platz neben seiner Frau.
Die Zeremonie konnte nun beginnen. Der Priester fing an zu sprechen.
„Wir haben uns heute hier versammelt....“ und endete nach einer Viertelstunde, nach dem die Ringe ausgetauscht wurden, mit den Worten „Sie können die Braut nun küssen“.
Das ließ sich Bill nicht zweimal sagen und küsste seine Frau zärtlich. Alle Anwesenden klatschten und Bill und Fleur strahlten um die Wette. Mrs. Weasley und Mrs. Delacour hatten natürlich total verweinte Gesichter, welche jedoch um die Wette strahlten.
Nach der Zeremonie wiesen Bill und Fleur die Gäste an, in das weiße Zelt zu gehen, um mit ihnen anzustoßen, was natürlich auch alle taten, nachdem jeder Einzelne dem Brautpaar seine Glückwünsche übergeben hatte.
Lucas kam gerade auf die Beiden zu und schüttelte Bill die Hand.
„Alles Gute ihr Beiden“ und Fleur nahm er in den Arm. Doch als er die Umarmung beendet hatte, lehnte er sich noch einmal zu den Beiden rüber.
„Wissen eure Eltern es schon?“, fragte er neugierig.
„Nein, aber woher weißt du...?“, wollte Bill nun wissen.
„Was? Woher ich das weiß? Hey, ich bin Heiler, ich muss sowas können“ und er grinste das Paar frech an.
Bill, der etwas verwirrt war, sagte dann aber: „Wir wollten es ihnen nachher sagen“ und dabei sah er seine Frau glücklich an.
Nun kam Julie zu den Dreien rüber, um dem Brautpaar zu gratulieren.
„Warum grinst ihr denn so?“, fragte sie neugierig.
„Schon vergessen, wir haben eben geheiratet“, sagte nun Bill, der noch niemand anderem von der frohen Botschaft erzählen wollte.
Fleur beugte ihren Kopf noch einmal zu Lucas rüber „Und du sagst es bitte keinem“ und Lucas nickte nur leicht und schenkte nun Julie seine Aufmerksamkeit.
„Wollen wir zusammen was trinken?“, fragte er etwas nervös.
„Ja gern“ und so gingen sie hinüber zu den Getränken, wo sich jeder ein Glas Kürbissaft nahm. Und sie begannen wieder eine angeregte Unterhaltung.
Die sechs Jugendlichen waren gleich bei den Ersten gewesen, die dem Brautpaar gratuliert hatten. Auch sie waren froh, dass es in diesen Zeiten noch so schöne Momente gab.
Ginny und Ron hatten mit Fleur als Schwägerin auch keinen schlechten Fang gemacht, da diese sich im Laufe des letzten Jahres immer mehr zum Positiven entwickelt hatte. Sie kamen mit Fleur nun super aus.
„Hey, wollen wir nicht mal was trinken gehen?“, fragte Ron nun in die Runde.
Und von allen kam nur ein einstimmiges „Klar“.
So gingen sie hinüber zu der großen Tafel, auf der sich die Getränke befanden und nahmen sich jeder eine Flasche Butterbier, welches zur Genüge da war.
Etwas weiter von ihnen ab standen Lucas und Julie und sie machten sich natürlich Gedanken darüber, über was die Beiden sich unterhalten könnten.
„Über was die wohl reden?“, fragte Ginny neugierig.
„Weiß nicht. Ron hast du noch von Fred und George die Langziehohren?“, wollte Chris nun wissen.
„Aber sicher doch“, entgegnete er ihm. „Wartet ich hole sie schnell“ und Ron lief schnell in Richtung Haus und kam nach etwa zwei Minuten wieder. „Hier sind sie“
„Was reden die denn da?“, fragte Ginny, nachdem sie eine Weile zugehört hatten. „Da versteht man ja kein Wort“
„Sie reden in Französisch“, entgegnete ihr Hermine. „Aber über was sie reden, kann ich dir nicht sagen“
Lisa, die sich die ganze Zeit etwas zurückgehalten hatte, setzte nun auch in das Gespräch ein. Ihre Freunde hatten sicher nicht daran gedacht, dass sie doch in Frankreich auf der Beauxbatons Akademie war und deshalb perfekt Französisch sprechen konnte.
„Sie reden über die Hochzeit. Wie schön doch die Zeremonie war und wie toll hier alles ausgerichtet ist“, sagte sie an ihre Freunde gewandt.
„Woher kannst du...“, wollte Chris wissen, aber dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. „Klar, Beauxbatons. Über was anderes reden sie nicht?“
„Naja, gerade im Augenblick über Lucas´ Heilertätigkeit in Montreal. Julie will wohl hier in London im St. Mungos eine Ausbildung zur Heilerin machen“
Alle sahen sie staunend an. Julie wollte ebenso wie Fleur hier in England bleiben und nicht mehr nach Frankreich zurückkehren?
Bill und Fleur gingen nun auf die Tanzfläche, jedoch begannen sie nicht zu tanzen.
„Wir möchten euch am heutigen Abend noch eine frohe Botschaft verkünden.“, fing Bill an, doch er stoppte und sah seine Frau glücklich an.
„Wir bekommen ein Baby“, sagte Fleur, die aufgeregt zu ihren und Bills Eltern sah. Mrs. Weasley und ihre Mutter kamen mit Tränen in den Augen zu ihren Kindern und zogen sie in eine heftige Umarmung.
„Das ist wunderbar, ihr beiden“, sagte Mrs Weasley. Nun kamen auch die Väter des Paares.
„Glückwunsch, mein Junge.“ Auch Mr. Weasley zog Bill in eine Umarmung und anschließend auch Fleur. Fleurs Vater tat es Mr. Weasley gleich.
Doch nun begann die Musik zu spielen und Bill und Fleur machten sich bereit. Langsam begannen sie, nach Tradition, einen langsamen Walzer zu tanzen.
Nach einer Weile stimmten auch andere Paare mit in den Tanz ein, unter anderem Mr. und Mrs. Weasley und auch Mr. und Mrs. Delacour.
Lucas und Julie beobachteten gerade die Tanzenden, als Lucas überraschend fragte: „Wollen wir nicht auch ein wenig tanzen?“
„Gern“ und auch sie gingen auf die Tanzfläche und begannen einen Walzer zu tanzen.
Als die sechs Freunde das sahen, wollten sie natürlich auch gleich auf die Tanzfläche und zurück blieben Ron und Hermine.
Dieser sah Hermine ein bißchen verschüchtert an, konnte sich dann aber doch durchringen, um sie zu fragen, ob sie nicht mit ihm tanzen wolle.
Hermine schenkte ihm ein freudiges Lächeln und so gingen die beiden ebenfalls auf die Tanzfläche, die bereits schon überfüllt war.
Nach etwa einer Viertelstunde waren sie dann so kaputt, dass sie gleich wieder zu der Tafel gingen, auf der die Getränke standen, um sich etwas kaltes zu nehmen.
„Hey Ron, ich dachte du bist so ein schlechter Tänzer! Du bist doch Hermine angeblich das letzte Mal andauernd auf die Füße getreten“, stichelte Lisa.
Ron antwortete ihr ganz verlegen. „Naja...ähm..es ist doch..naja, Tradition, oder nicht?“
Und alle begannen zu lachen.
Doch Gabrielle kam gerade auf sie zu.
„Chris, würdest du vielleicht noch einmal mit mir tanzen?“, fragte sie mit ihrem süßesten Lächeln.
„Ähm, natürlich, klar“, sagte der Angesproche und zog das junge Mädchen am Arm auf die Tanzfläche, auf der sie ausgelassen tanzten.
Man konnte langsam Lisa ihre Wut ansehen, denn sie versuchte schon, Gabrielle mit ihren Blicken zu töten.
In schnellem Schritt ging sie auf die Tanzfläche und zog Chris hinter sich her.
„Was machst du da?“, wollte sie nun ziemlich sauer, wissen.
„Ich tanze doch nur“ und Chris versuchte, seine Arme um seine Freundin zu legen.
Diese jedoch schlug sie einfach so weg.
„Du tanzt also nur? Erzähl mir doch nichts. Ich hab doch Augen im Kopf. Die Kleine ist doch total verschossen in dich und du gibst ihr auch noch Grund dazu!“ Lisa hatte mittlerweile schon Tränen in den Augen.
„Hey, Lisa. Ich kann doch nichts dafür, dass sie sich in mich verknallt hat. Ich wollte doch nur nicht, dass sie allein hier herumsitzt und wenn sie nunmal nur auf mich zu kommt. Hey, ich lieb doch nicht sie, sondern nur dich. Ehrlich. Ich würd dich auf keinen Fall eintauschen wollen. Du siehst sogar noch total zum Anbeißen aus, wenn du auf mich sauer bist“
Diese Worte zauberten wieder ein leichtes Lächeln in Lisas Gesicht und die beiden fielen sich küssend in die Arme.
Als sie nach einer Weile wieder das Zelt betraten, war es schon lange nicht mehr so voll. Viele Gäste waren schon auf dem Heimweg und nur noch die engste Familie und ein paar Ordensmitglieder, wie Tonks, Lupin oder auch Dumbledore waren noch anwesend.
Sie feierten noch tief bis in die Nacht hinein.
Am nächsten Morgen war kaum einer in der Küche, alle waren noch in ihren Betten, außer Mrs. Weasley natürlich, die schon wieder in der Küche werkelte.
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