
von Bianca Black
Nun kam auch Mrs. Delacour in die KĂĽche um Mrs. Weasley beim Herrichten des FrĂĽhstĂĽcks zuhelfen. Es waren noch ein paar Brote von der Hochzeit ĂĽbrig geblieben, die sie ebenfalls mit auf den Tisch stellten. Langsam wurde der Fuchsbau immer belebter, da endlich auch die Jugendlichen aufstanden.
Harry, Ron, Chris und Lucas kamen zusammen zum Frühstück, jedoch hatten sie versucht, so leise wie möglich zusein, da sie nicht wussten, ob die Mädchen auch schon wach waren. Doch sie hätten nicht leise sein müssen, denn etwa fünf Minuten später kamen auch diese, nachdem sie sich im Badezimmer fertig gemacht hatten.
Die Mädchen kamen auf ihre Freunde zu und gaben ihnen erst einmal einen Begrüßungskuss, wobei der zwischen Lucas und Julie sehr viel intensiver war, als die der anderen. Offenbar hatten sich hier wirklich noch zwei Menschen gefunden, die sich lieben.
„Na, na. Ich hoffe doch, das war erstmal die letzte Hochzeit.“, sagte Harry mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Sofort lösten sich Lucas und Julie voneinander und liefen puterrot an. Die anderen im Raum fingen an laut loszuprusten, wobei Ron, der gerade einen Schluck Milch getrunken hatte, diese durch seine Nase wieder herausspritzte, was die anderen dazu veranlasste, noch lauter loszulachen. Dadurch stiegen auch Lucas und Julie in das Gelächter ein.
Von dem Radau in der Küche aufgeweckt kamen ein wenig später Fleur und Bill hinunter, die noch sehr verschlafen aussahen.
Sie setzten sich an den Tisch und tranken erst einmal eine riesengroĂźe Tasse Kaffee um richtig wach zuwerden.
„Was meint ihr, wollen wir heut wieder was unternehmen?“, fragte Ron nun die anderen.
„An was hast du denn gedacht?“, wollte Chris wissen, der schon wieder neugierig geworden war.
„Vielleicht können wir ja wieder an den See gehen und ein Picknick machen, das Wetter ist doch genau richtig dafür“, antwortete Ron.
„Hey, super Idee“, kam es gleich von Ginny und Lisa.
„Beeilt euch, dann können wir gleich los“.
„Kommt ihr zwei auch mit zum See?“, fragte Chris nun an Lucas und Julie gewand.
Die beiden sahen sich an und stimmten auch gleich zu.
„Hey, kann ich auch mitkommen?“, wollte Gabrielle jetzt wissen.
Die Freunde sagten erstmal nichts, bis sich Mrs. Delacour einmischte, die das Szenario zwischen Chris und Lisa am Vorabend mitbekommen hatte.
„Gabrielle, eigentlisch bräuschten wir disch hier, damit du uns noch etwas hilfst“.
„Aber isch wollte doch mit an den See“, diskutierte sie mit ihrer Mutter.
Am Ende ihrer Diskussion stand fest, dass Gabrielle im Fuchsbau bleiben wĂĽrde und die anderen an den See gingen.
Diese holten schnell ihre Sachen, um gleich aufbrechen zu können und Mrs. Weasley hatte in der Zeit noch ein paar Brote für sie geschmiert, über die sich Ron am meisten zu freuen schien.
Als sie dann am See ankamen setzten sie sich wieder an den Platz, an dem sie das letzte Mal schon gewesen waren.
„Es ist wirklich sehr schön `ier“, sagte Julie, als sie sich auf die Decke direkt neben Lucas setzte, der sie sofort in seine Arme nahm.
„Was war denn gestern Abend eigentlich mit euch beiden los? Ich meine, als Chris mit Gabrielle getanzt hat.“, wollte Lucas wissen, dem die Frage schon die ganze Zeit im Kopf herumgespukt war.
„Lisa war wütend, weil ich mit Gabrielle getanzt hab. Ich wollte sie einfach nicht so allein stehn lassen, da sie ja auch immer nur mich angesprochen hat“, antwortete Chris jetzt ganz ehrlich und Lisa fügte noch an „sie hat sich, glaube ich, wahnsinnig in Chris verknallt. Mich wundert es, dass du das nicht bemerkt hast“.
„Oh, na dann ist ja alles klar“.
„Ihr zwei habt aber auch ganz schön ausgelassen getanzt, nicht wahr?“, fragte Ginny mit einem bohrenden Blick und Julie antwortete „wir ´atten einfach nur Spaß“.
Doch Ginny gab nur ein ironisches „aha“ von sich, was Julie anscheinend entgangen war, da sie nicht weiter darauf einging.
Erst jetzt hörten sie ein leises Geräusch, was von einem Baum in der Nähe kam. Lucas schlich sich leise hin und sah hinter den Baum. Da stand Ron mit zwei Broten in der Hand und dem Mund so voll, dass er wahrscheinlich nichts mehr hätte sagen können.
Lucas ging leise ein wenig tiefer in den Wald, wo ihn auch die anderen nicht mehr sehen konnten.
Auf einmal kam von Ron nur noch ein Wimmern und er stieĂź langsam vor dem Baum hervor.
„Ron, was ist denn?“, rief Harry.
„D.... da... da.... da....“, war das einzige, was Ron hervorbrachte.
Langsam kam das Geräusch, vor dem Ron erstarrt war, näher. Es war ein tiefes Knurren, was aus dem noch dunklen Wald kam.
Harry und Chris beugten sich ein wenig vor, um besser sehen zukönnen, doch was sie da sahen, ließ selbst den beiden einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Noch nie hatte Chris vor etwas Angst gehabt, aber da war eine große schwarze Katze, besser gesagt ein Panther, der ziemlich gefährlich aussah. Er bleckte seine weißen, langen Zähne und gab ein lautes Grollen von sich, was die Jugendlichen zusammenfahren ließ.
„Wo ist denn Lucas?“, fragte Julie schon richtig panisch.
„Keine Ahnung, hoffentlich ist er nicht diesem Vieh begegnet.“, antwortete ihr Harry nun schon etwas ruhiger.
Aber auf einmal blieb der schwarze Panther stehen und langsam verwandelte er sich zu Lucas, der sich vor Lachen den Bauch rieb.
„Ey, ihr hättet mal eure Gesichter sehn solln. Echt hammermäßig.“, prustete er hervor.
„Bist du wahnsinnig?“, schrie Julie. „Du hast uns zu Tode erschreckt!“, stieß Ginny hervor.
„Aber ihr hättet echt mal eure Gesichter sehn solln. Für diesen Anblick würde ich alles geben“, gab er zurück.
Dann setzte er sich langsam wieder neben Julie auf die Decke und als er sah, wie böse sie ihn anschaute, rückte er noch ein Stück näher an sie.
„Tut mir leid. Ich machs nie wieder. Ok? Entschuldigung angenommen?“, und Lucas sah Julie mit einem flehenden Blick an.
„Na gut, aber du hast Glück gehabt. Noch einmal mach ich das nicht“, sagte sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und danach gab Lucas ihr einen Kuss zur Versöhnung.
„Du bist also ein Animagus“, stellte Hermine gekonnt fest.
„Ähm ja“, antwortete Lucas.
„Und auch registriert?“, hakte sie nach.
„Naja, was soll ich sagen. ... Naja, halt...., ganz ehrlich?... nein“.
„Was, du bist nicht beim Ministerium als Animagus registriert?“
„Naja, bei uns war das keine Pflicht. Man konnte sich melden, aber ich habs gelassen und außerdem kann ich doch nicht wissen, dass man das hier muss. Aber eigentlich ist das doch auch egal, oder? Ich meine, so wichtig ist doch das nicht!“, entgegnete nun Lucas.
„Nicht wichtig? Na also sag mal...“. Hermine schien jetzt richtig ärgerlich.
„Hey, hey. Eh wir jetzt den ganzen Tag schlechte Laune haben, verspreche ich dir, mich beim Ministerium zu melden, okay?“, gab Lucas nun nach und daraufhin besserte sich auch Hermines Laune immer mehr, wobei sie trotzdem noch manchmal ein paar strenge Blicke zu Lucas rüberwarf. Sie waren denen Prof. McGonagalls sehr ähnlich.
„Wolln wir denn jetzt nicht mal ins Wasser gehen?“, mischte sich Harry ein.
„Ja super Idee, Harry.“, gab Chris als Antwort und schon sprangen sie auf, um ihre Sachen auszuziehen und in das eiskalte Seewasser zu springen. Ron und Lucas taten es ihnen gleich.
Die Mädchen jedoch zogen es vor, sich erst mal in die Sonne zu legen und ein wenig zu quatschen. Dies taten sie aber so leise, dass die Jungs sie nicht hören konnten.
Die hatten aber auch gerade ganz andere Dinge im Kopf, denn Harry, Chris und Lucas waren gerade dabei Ron zu tauchen.
Als es ihnen dann zu langweilig wurde, kam Lucas die Idee ein Sprungbrett an Rand des Sees zu zaubern, von dem aus sie leicht ins Wasser springen konnten.
Ron, der so etwas zuvor noch nie gesehen hatte, war ganz aus dem Häuschen gewesen.
Die Jungs waren gerade im Wasser in ein tiefes Gespräch vertieft und hatten den Mädchen ihre Rücken zugewandt, sodass sie nicht mitbekamen, wie diese sich ihnen leise näherten, um die Jungs unter die Wasseroberfläche zu drücken. Lucas, der das gerade noch bemerkt hatte, konnte sich als einziger wehren und hob Julie hoch, um sie daraufhin ins Wasser plumsen zu lassen. Als sie wieder auftauchte zog er das Mädchen an sich heran und gab ihr einen leidenschaftlichen und sehr langen Kuss.
Somit bemerkten sie nicht, wie die anderen auf sie zuschwammen. Auf einmal kam eine riesige Menge Wasser auf die beiden zu und wären sie nicht schon im Wasser gewesen, wären sie jetzt pitschnass gewesen.
Der Tag am See verging ziemlich rasch und so machten sie sich auf den Heimweg, als die Sonne begann unterzugehen. Sie kamen pĂĽnktlich zum Abendessen im Fuchsbau an und nach diesem setzten sich alle zusammen ins Wohnzimmer und redeten ĂĽber die Geschehnisse der letzten Tage, wobei das Hauptthema die Hochzeit gewesen war.
Die Pärchen verabschiedeten sich nur noch mit einem Kuss und dann ging jeder in sein Zimmer und alle schliefen ziemlich schnell ein, da sie von den letzten Tagen noch ziemlich geschlaucht waren.
Sichtwechsel
Die letzten Tage sind ganz schön schnell vergangen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich hier so schnell eingewöhnen würde oder dass mich die Leute hier und ganz besonders mein kleiner Bruder sofort so nett behandeln würden. Es ist klasse eine Familie zu haben. Dieses Gefühl habe ich vorher noch nie verspürt. Und da ist ja auch noch Julie. Sie ist das hübscheste Mädchen, dass ich je gesehn habe. Oh man, ich hab mich anscheinend ganz schön verknallt.
Sie will ihre Ausbildung hier in London machen, das ist echt klasse. Da kann ich sie sehr oft sehn. Ich finde es nur schade, dass ich jetzt so viel arbeiten muss, ich würde meine Zeit lieber mit Chris und den anderen verbringen, ich will sie doch noch besser kennenlernen und mehr über meine Eltern erfahren. Sie fahren ja auch bald wieder nach Hogwarts und dann sehe ich sie ja nur in den Ferien. Aber zum Glück können wir uns ja noch Eulen schicken und vielleicht erlaubt mir Dumbledore, die anderen mal zu besuchen und mir Hogwarts anzusehen, wo ich auch hingegangen wäre, wenn diese schrecklichen Ereignisse nicht geschehen wären.
Tonks habe ich auch schon seit der Hochzeit nicht mehr gesehen, vielleicht stellt sie mich ja noch ihren Eltern vor und erzählt mir noch einiges über Mom und Dad. Wie sie gelebt haben und was sie so alles gemacht haben. Anscheinend bin ich meiner Mom von Charakter her sehr ähnlich. Sie hat auch versucht Menschen zu helfen und sie war ebenfalls Heilerin. Sie hat sogar als Heilerin im St. Mungos gearbeitet. Da werde ich auch mal nachfragen, ob sie vielleicht noch ein paar Heiler brauchen. Dann arbeite ich auch vielleicht mit Julie zusammen, das wäre echt klasse.
Naja, ich werde jetzt mal runtergehen und sehn, ob ich Tom schon was helfen kann. Vielleicht hab ich ja noch etwas Zeit, um in die Winkelgasse zu gehen. Hey, Tom hat den Kalender ja noch gar nicht umgeschlagen. Welchen Tag haben wir denn heut? Ähm, heut ist der 8.August. Shit, jetzt hab ich doch meinen eigenen Geburtstag vergessen. So was kann auch nur mir passieren.
Da kommt Tom.
„Hey Tom, hast du schon was zutun für mich?“, frage ich ihn neugierig.
„Nein, wenn du willst, kannst du bis Mittag noch andere Sachen erledigen. Ich brauch dich dann erst ab um eins.“
„Alles klar. Dann gehe ich erst mal in die Winkelgasse. Bis dann“.
Ich werd erst mal irgendwo ein Eis essen gehen, heute ist es doch ziemlich warm draußen und dann kann ich ja später noch ins St. Mungos gehen.
Ich muss meinen Geburtstag sicher allein verbringen, hier weiĂź doch eh noch keiner, wann ich Geburtstag habe und arbeiten muss ich ja nachher auch noch.
Wow, das Eis hier ist viel besser als in Kanada, vielleicht kann ich ja noch mal mit Julie hierher gehen. Naja ich werde mich mal auf den Weg in St. Mungos machen.
London ist echt ne schöne Stadt, ich muss auch noch mal außerhalb der Winkelgasse spazieren gehen. Ich glaube, wenn ich appariere bin ich schneller.
Hey, die Eingangshalle des Hospitals ist riesengroĂź und man kann richtig spĂĽren, dass es hier viel zu tun gibt. Allein die lange Schlange an der Info zeigt das schon.
Ich werde mich wohl auch anstellen mĂĽssen. Hoffentlich bin ich dann pĂĽnktlich zurĂĽck im Pub.
Man, ich warte jetzt schon eine halbe Stunde. Da vorne hält irgendso eine Frau die ganzen Schwestern auf. Ah endlich, es geht weiter. Jetzt kann es ja nicht mehr lange dauern.
„Ich würde gern mit jemandem sprechen, der die Personalentscheidungen trifft“, die Empfangsschwester sieht ziemlich muffig aus, anscheinend ist sie von der Frau von erst noch ziemlich gestresst.
„Da müssen sie in den ersten Stock zu Heiler McPherson. Da hinten ist der Fahrstuhl“, und die Schwester zeigt mit ihren Fingern auf die großen Schiebetüren links vom Empfang.
Mit dem Wort „Danke“ verabschiede ich mich und gehe auf den Fahrstuhl zu. Das Büro des Heilers liegt gleich am Anfang des Ganges.
Als er mich hereinbittet, erscheint ein alter Herr vor meinen Augen, der ziemlich mitgenommen aussieht.
„Wir hatten viel zutun in den letzten Tagen. Durch die Angriffe der Todesser kommen immer neue Verletzte rein. Aber wie kann ich ihnen helfen. Sie wurden mir schon von der Empfangsschwester angekündigt“.
Ich stelle mich ihm vor und antworte, dass ich auf der Suche nach einer Stelle als Heiler bin und erzähle ihm, dass ich in einem Hospital in Montreal gelernt habe.
Daraufhin sagte mir der alte Heiler, dass sie zur Zeit ein paar neue Mitarbeiter suchen und mich bei einer nächsten Gelegenheit auf die Probe stellen wollten.
„Ich muss nur heute noch im Tropfenden Kessel arbeiten, aber wie wäre es morgen Vormittag?“, wollte ich ganz gespannt wissen.
„Das ist gut, ich habe jetzt eh Feierabend. Kommen sie doch morgen um neun zu mir und wir werden sie auf die Probe stellen.“
Mit einem vor Freude strahlendem Gesicht appariere ich zurĂĽck in die Winkelgasse und bereite mich auf meine Arbeit im Tropfenden Kessel vor.
Sichtwechsel Ende.
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