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Fanfiction

Guardians and Butterflies - Verdrängung

von angeltear

@ ~YIPPIE~ALBUS~: Juhu, ein neuer Leser! Ob Ginny den Idioten zurückholt, siehst du jetzt!

@ sunshine16: Ja, ich liebe Idioten. (Ob das wirklich so gut ist, weiß ich nicht^^) Danke für dein Lob, da geht einem das Herz auf^^
Tja, Ron und Hermine brauchen halt immer ein wenig länger... *g*

@ Emmily Green: Dankeschön und weiterhin viel Spaß! Die Zeit des Rätselns ist vorbei!

@ Buffy66: Ja, das Haus gehört natürlich jetzt Harry, aber nicht mal er selbst konnte es doch als "seins" ansehen...
Folter so lange zu warten? Hm, vielleicht erforsche ich gerade meine sadistische Seite *muhaha*! Viel Spaß!




Mit einem Mal ärgerlich trat Ginny aus dem Kamin in der Küche am Grimmauldplatz Nr.12 und sah sich um. Der Raum war dunkel und leer. Im Haus herrschte vollkommene, bedrückende Stille, als trauerte es um seinen Besitzer. Weder sie noch Harry waren hier gewesen, seit Sirius von ihnen gegangen war. Obwohl das Haus noch immer als Hauptquartier des Ordens genutzt wurde, erschien es völlig leblos und verlassen. Niemand schien da zu sein.
Mit einem Schwenk ihres Zauberstabs erhellte sie den Weg vor sich und stieg leise die Treppe hinauf. Das Portrait von Mrs Black gab keinen Mucks von sich, als sie durch die Eingangshalle schlich und sich in die oberen Stockwerke begab.
Die Atmosphäre war so finster, dass ihr gerade erst aufgekommener Ärger über Harry langsam verflog. Was wollte er nur hier?
Sie sah im Salon nach Harry, in allen Zimmern, die sie vor zwei Jahren bewohnt hatten. Sie dachte an ihren letzten Aufenthalt im Grimmauldplatz; es war Weihnachten ihres vierten Schuljahres gewesen. Sirius hatte sich so sehr darüber gefreut sie alle, besonders Harry, um sich zu haben. Bei diesen Gedanken fühlte sie einen Stich in der Brust.
Langsam gingen ihr die Ideen aus, wo Harry sich in diesem riesigen Haus versteckt haben mochte.
Ihre Gedanken verweilten bei jenen Weihnachtsferien, die sie hier verbracht hatten. Damals war ihr Vater von dieser Schlange angegriffen worden und Harry hatte geglaubt von Voldemort besessen zu sein. Bei ihrem Gespräch darüber hatte er sie mit einer Mischung aus Schock und schlechtem Gewissen angesehen, als sie ihn daran erinnert hatte, dass sie diese Erfahrung bereits gemacht hatte. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken herunter und sie musste sich zusammenreißen, damit ihre Gedanken nicht weiter in diese Richtung drifteten. Sie musste Harry finden.
Bei dem Anblick des Betts, in dem Harry damals geschlafen hatte, erinnerte sie sich merkwürdigerweise, dass sich sowohl Sirius, als auch Harry damals in Seidenschnabels Raum zurückgezogen hatte, als es ihnen schlecht ging. Ginny lächelte traurig. Die beiden hatten so viel durchgemacht; Sie waren sich so ähnlich gewesen.
Sie stieg eine weitere Treppe hinauf und hörte ein lautes Poltern, das sie auf halbem Weg innehalten ließ. Was war da los? War Harry etwas passiert? Hastig rannte sie, nur jede zweite Stufe nehmend, die Treppe hinauf und stieß die Tür zu Seidenschnabels Raum auf.
Erschrocken hielt sie wieder inne.
Harry hielt einen Stuhl in den Händen und schlug ihn immer wieder gegen die Wand, wobei vereizelt erstickte Schreie aus ihm herausbrachen. Es waren bereits unzählige Holzstücke über den Boden verteilt und bei jedem von Harrys Schlägen flogen mehr auf den schmutzigen Boden.
Bevor sie wusste, was sie tat, rannte sie zu ihm hinüber und hielt seine Arme fest, da er gerade zu einem weiteren Schlag ausgeholt hatte.
Überrascht wandte er den Kopf um und starrte sie fassungslos an.
Nach einigen Sekunden Stille, ließ er den Stuhl krachend auf den Boden fallen, was eine Staubwolke am Boden hervorrief, und ließ sich von ihr in die Arme nehmen. Entsetzt schloß sie die Arme um ihn und drückte ihn fest an sich. Er gab keinen Laut von sich, doch sie spürte auf einmal Nässe an ihrem Hals und wusste, dass er weinte. Sanft vergrub sie ihre Hand in seinem wirren Haar.
"Harry, was ist denn los?", fragte sie mit belegter Stimme. Noch nie hatte sie Harry so aufgelöst erlebt. Selbst nach den furchtbaren Toden von Sirius und Dumbledore hatte sie ihn nie so die Fassung verlieren sehen.
Den Schmutz und den Staub völlig ignorierend zog sie ihn mit sich auf den Boden, jedoch ohne die Umarmung zu lösen. Sie küsste sein Haar, als seine Schultern ein wenig zuckten.
Sie hatte das Gefühl, als müsse ihr Herz bald brechen und fühlte wie auch ihr die Tränen kamen. Doch sie schluckte sie tapfer herunter. Sie musste jetzt für Harry stark sein.
Einige Minuten hielt sie ihn in der intensiven Umarmung bis er sich langsam wieder beruhigte und seine Tränen zu versiegt zu sein schienen. Sie spürte seinen heißen Atem an ihren Hals, der nun von seinen Tränen nass war. Ihre Hand aus seinen Haaren lösend strich sie ihm noch immer schweigend die Tränen von den Wangen. Sie wartete darauf, dass er anfangen würde zu sprechen, da es nichts bringen würde ihn zu bedrängen.
"Er fehlt mir so sehr.", krächste Harry schließlich. Ginny wusste sofort, dass er von Sirius sprach. Es wunderte sie nicht, dass ihn hier die Erinnerungen an seinen Paten überwältigt hatten.
"Wie soll ich das alles nur ohne ihn schaffen?", fuhr er fort, als hätte er nun, da er seine Trauer herausgelassen hatte, das drängende Bedürfnis zu reden. Seine Lippen zitterten an ihrer Haut. "Ich kann das nicht ohne ihn; er hat mir immer geholfen. Jetzt, wo Dumbledore auch fort ist, werde ich es nie schaffen. Was soll ich nur tun? Ich kann das alles nicht. Ich kann das einfach nicht!"
"Harry", flüsterte sie beruhigend. "Warum denkst du so? Sirius und Dumbledore haben dir beide vertraut und an dich geglaubt. Damit stehen sie nicht alleine da. Alle glauben an dich. Du kannst alles schaffen."
Harry hatte ihr nicht gesagt, was er vorhatte und sie verstand das. Er hatte es Dumbledore versprochen.
"Warum sterben dann alle, die mir wichtig sind?! Warum sterben alle, die an mich glauben?!"
Seine Stimme klang gequält, als würde er unter unerträglichen Schmerzen sprechen.
Er hatte den Kopf gehoben und sah ihr direkt in die Augen.
Zwar wusste sie darauf keine Antwort, wandte den Blick aber nicht ab. Schweigend sahen sie sich einige Augenblicke an.
Seine Augen schienen sich wieder mit Tränen zu füllen oder aber er konnte ihren Blick nicht standhalten. Er wandte sein Gesicht von ihr ab und starrte auf die Überreste des Stuhls.
"Ich kann das einfach nicht.", wiederholte er schlicht.
Ginny hob die Hand an sein Kinn und zwang ihn sie wieder anzusehen.
"Ich weiß nicht, was du tun musst, aber ich weiß, dass du es schaffen wirst.", sagte sie mit einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete.
"Ich hab Angst.", gab er zu.
"Ich weiß.", erwiderte sie und lächelte mild. Sie wusste, dass es ihm schlecht ging, dennoch fiel ihr ein riesiger Stein vom Herzen. Er vertraute sich ihr an und das zeigte ihr, wie tief ihre Beziehung war. "Aber jeder andere in deiner Situation wäre längst in St. Mungo auf der geschlossenen Station gelandet."
Bei diesen Worten stahl sich ein kleines, trauriges Lächeln auf Harrys Gesicht, doch Ginny fuhr ernst fort, denn sie meinte es so.
"Du bist stark Harry. Was immer dich auch erwartet, du wirst es überstehen und daran wachsen. Genauso wie du all das andere Leid überstanden hast, das dir widerfahren ist. Außerdem bist du nicht allein. Wir stehen alle hinter dir."
"Was ist, wenn ich versage?"
Daran wollte Ginny lieber nicht denken, deshalb entgenete sie: "Könntest du damit leben, es nicht versucht zu haben?"
Wieder dieses traurige Lächeln.
"Nein", hauchte er und legte seine Hand auf ihre, die noch immer an seiner Wange ruhte.
Sie strich sanft mit dem Daumen über seine sonst so zarte Wange, die nun von den Tränen verklebt war.
"Sirius hätte nicht gewollt, dass du aufgibst.", flüsterte sie, sich der Tatsache bewusst, dass es eine abgedroschene Floskel war. Doch sie wusste, dass Harry verstehen würde, dass sie es so meinte, wie sie es sagte. "Dumbledore und deine Eltern sicherlich auch nicht."
Er biss sich auf die Unterlippe und nickte langsam. Mit feuchten Augen beugte er sich hinunter und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Eine ihrer Haarstränen hinter ihr Ohr steichend flüsterte er: "Ich bin so froh, dass du bei mir bist."
Ihr Herz machte einen Hüpfer. Einerseits, vor Freunde, dass er so etwas süßes zu ihr gesagt hatte und andererseits vor Schmerz, weil er dabei so verletztlich wirkte.
Er schloss die Augen und war wenig später eingeschlafen.

Ginny blieb wach, strich Harry zärtlich durch die Haare und sein im Schlaf entspanntes Gesicht. Er schien keine Albträume zu haben, obwohl sie wusste, dass er oft von solchen geplagt wurde. Sie unterdrückte Gedanken an ihre eigenen Träume und zwang ihre Gedanken im Hier und Jetzt zu bleiben.
Sie hätte nie erwartet, dass es Harry so schlecht ging. Sie fühlte sich etwas schuldig, dass sie es nicht bemerkt hatte, dass sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen war. Ihre Versöhnung hatte sie fast alles um sie herum vergessen lassen. Sie hatte verdrängt, dass die Zaubergesellschaft sich im Krieg befand, dass Harry eine unheimlich schwere Bürde zu tragen hatte; sie hatte seit Tagen die Nachrichten nicht verfolgt; sich um nichts Gedanken gemacht. Was hatte Harrys plötzliche Trauer ausglöst? Plötzlich? Es war unwahrscheinlich, dass Harry das alles einfach so hatte vergessen können wie sie, er hatte höchstens versucht alles zu verdrängen. Das war ihm heute nicht mehr gelungen. Bestimmt hatte er wieder schlecht geträumt. Schlecht war vermutlich gar kein Ausdruck.
Ginny warf einen Blick auf Harrys Armbanduhr und stellte fest, dass es bereits nach zwei Uhr war. Es gefiel ihr nicht Harry aus seinem ausnahmsweise ruhigen Schlaf zu reißen, doch sie hatte keine Wahl. Ihre Eltern sorgten sich bestimmt schon sehr. Sanft schüttelte sie seine Schulter.

Da Harry vor kurzem seinen Appariertest bestanden hatte, apparierten sie zurück in den Fuchsbau statt mit Flohpulver zu reisen.
Ihre Mutter nahm ihn sofort in die Arme, als sie durch die Tür traten und ließ ihn erst los, als Ginny sie darauf aufmerksam machte, dass er bestimmt keine Luft bekam.
Ron und Hermine waren gegen halb eins in die Betten gegangen. Ihre Eltern waren noch wach geblieben, um auf sie zu warten. Sie warfen Harry zwar besorgte Blicke zu, stellten aber keine Fragen. Harry und Ginny aßen noch eine Suppe, sie wussten, dass sie gar keine andere Wahl hatten. Anschließend wünschten sie ihren Eltern eine gute Nacht und begaben sich nach oben.
Ginny wandte sich ihrer Zimmertür zu und drehte sich um, um Harry eine gute Nacht zu wünschen. Doch als sie in sein Gesicht sah, wurde ihr klar, dass er keine gute Nacht haben würde.
"Willst du bei mir schlafen?", fragte Ginny leise.
Erleichterung machte sich auf seinem Gesicht breit und er nickte.
Sie nahm seine Hand und zog ihn hinter sich her in ihr Zimmer. Unschlüssig setzte er sich in der Dunkelheit aufs Bett, während sie sich ihrer Kleidung entledigte und in ein XXL-Shirt schlüpfte. Als sie sich ihm wieder zuwandte, sah sie, dass er sie mit ausdruckslosem, aber klarem Blick beobachtete.
Unter anderen Umständen hätte sie einen Spruch losgelassen, um ihn in Verlegenheit zu bringen, doch das konnte sie ihm heute nicht antun. Dennoch schmeichelte es ihr, dass er sie trotz seiner traurigen Stimmung gern betrachtete. Wenn sie errötet war, konnte er es glücklicherweise nicht sehen.
Sie ging auf ihn zu und kam vor ihm zum stehen.
"Willst du in deinen Sachen schlafen?", fragte sie leise und stupste mit dem Zeigefinger seine Nase an.
Er schüttelte den Kopf, als hätte er eben erst bemerkt, dass er überhaupt Kleidung trug. Langsam setzte er seine Brille ab und legte sie auf ihr Nachtschränkchen, zog das T-Shirt über seinen Kopf, stand auf, um seine Hose auszuziehen und warf seine Sachen achtlos auf den Boden.
Sie betrachtete seine Schultern, die in den vergangenen Jahren um eingies breiter geworden waren, genau wie seine Brust. An seinem Bauch zeichneten sich leicht Muskeln ab und seine Oberarme waren vom Quidditch ebenfalls muskulös.
Sie kehrte mit dem Blick zu seinem Gesicht zurück und sah, dass er ihres betrachtete.
Sie fühlte sich ertappt, da sie ihn die ganze Zeit angestarrt hatte, als er sich ausgezogen hatte und wandte schnell den Blick wieder ab.
Harry legte eine Hand an ihre Wange und drehte ihr Gesicht wieder seinem zu. Er beugte sich zu ihr hinunter und küsste sanft ihre Lippen. Wie jedes mal, wenn er sie küsste, setzte Ginnys Herz einen Moment aus. Im Gegensatz zum vorherigen Abend jedoch küsste er sie nun nicht leidenschaftlich, sondern zärtlich, vorsichtig, als wären ihre Lippen aus Glas. Seine andere Hand strich hauchzart ihren Arm auf und ab und hinterließ eine Gänsehaut. Eine wohlige Wärme breitete sich in ihrem Körper aus, als wäre sie an einem kalten Wintertag in die warme Badewanne gestiegen.
Ginny drohnte schwindelig zu werden und so schmiegte sie sich haltsuchend an seinen nackten Oberkörper, schlang sie ihre Arme um seinen Hals, um ihre Hände in seinem Haar zu versenken. Sie liebte seine Haare und vor allem liebte sie, wie sich in ihren Händen anfühlten. Sie sahen so wild und unberechenbar aus, doch in ihren Händen waren sie ganz weich und anschmiegsam. Wie Harry selbst.
Schließlich lösten sie sich von einander und sahen sich schweigend in die Augen. In seinen sah sie noch immer den traurigen Ausdruck, den sie den ganzen Abend gehabt hatten.
"Es tut mir leid, dass ich vorhin so abweisend war. Ich-"
"Ist schon gut.", unterbrach sie ihn lächelnd; sie fand es süß, dass er noch daran gedacht hatte sich bei ihr zu entschuldigen, wo sie doch sein verletztendes Verhalten selbst schon vergessen hatte. Das reichte ihr.
Er zog sie mit sich ins Bett, kuschelte sich von hinten an sie und schlang die Arme um sie.
Hätte Harrys Ausbruch sie nicht so mitgenommen, wäre ihr Herz vor Glück geplatzt, als er ihren Nacken küsste und "Gute Nacht" wisperte.

Am nächsten Tag erwachte Ginny erst spät und musste festellen, dass Harry nicht mehr neben ihr im Bett lag. Dafür lag Jade da, wo Harry gelegen hatte. Sie lag auf der Seite, stützte mit ihrem einen Arm ihren Kopf, während ihr anderer Arm in verführerischer Pose auf ihrer Hüfte lag und machte einen Kussmund.
Ginny lachte laut los und klatschte eine Hand vor ohren Mund, damit niemand im Haus dachte sie wäre wahnsinnig geworden.
Hoffentlich bleibt der Tag so lustig, dachte sie, als sie sich aus dem Bett rollte und mit Jade diskutierte, ob Harry einen an der Klatsche hatte oder nicht.
Gut gelaunt ging sie in die Küche, wo ihre Mutter und Hermine sich über die neusten Meldungen des Tagespropeten ausließen. Harry und Ron waren nirgends zu sehen. Sie wünschte ihnen irritiert einen guten Morgen und ließ sich am Küchentisch nieder.
"Die Jungs sind in der Winkelgasse.", erzählte Hermine. "Sie wollten aber nicht sagen, was sie da wollen."
"Hast du dich wieder mit Ron vertragen?", fragte Ginny überrascht. Sie kannte die beiden und es wäre sehr ungewöhnlich, wenn sie sich bereits nach so kurzer Zeit wieder vertragen hätten.
Ihre Mutter ließ ein belustigtes Schnauben hören und wandte sich um, um zu verbergen, dass sie lachte.
"Was heißt vertragen, wie hatten ja nie wirklich Streit.", meinte Hermine das Glucksen igorierend. "Ich habe einfach beschlossen, mir nichts mehr anmerken zu lassen. So komme ich schneller dahinter, was er da treibt."
"Was für ein ausgefuchster Plan!", spottete Ginny und griff nach dem Brot, das noch auf dem Tisch stand. "Und was machen wir zwei Hübschen heute?"
"Aus deiner guten Laune schließe ich, dass ihr euch wieder vertragen habt.", sagte Hermine ohne auf ihre Frage einzugehen. Ginny wollte gerade antworten, dass sie und Ron sich daran doch mal ein Bespiel nehmen sollten, als ein sanftes Pochen vom Fenster ertönte.
Sie wandten sich um und sahen eine Eule, die vor dem Fenster um Einlass bat.
Ihre Mutter öffnete das Fenster und die Eule ließ einen Brief vor Ginny fallen und flog sofort wieder zum Fenster hinaus.
Die Schrift auf dem Pergament kam ihr vage bekannt vor und sie schlug entsetzt eine Hand vor den Mund, als sie es entrollte und auf den Namen sah, der unten stand.
"Was ist los? Von wem ist er?", fragte Hermine neugierig und auch ihre Mutter lugte interessiert auf den Brief.
Der Brief war von André. Ginny spürte wie ihr schlechtes Gewissen sich stark bemerkbar machte. Seit sie gemeinsam essen gewesen waren, hatte sie sich nicht wieder bei ihm gemeldet. Sie hatte ihn einfach wortlos stehen lassen und war davongestürmt.
Beklommen las sie, was er geschrieben hatte, während Hermine über ihre Schulter spähte und mitlas.

Hallo Ginny,


wie geht es dir? Mir geht es ganz gut.
Ich hoffe, dass du dich mit deinem Exfreund aussprechen konntest und alles wieder in Ordnung ist.
Würde mich freuen wieder etwas von dir zu hören.

Liebe Grüße

André



"Ich bin so blöd!", fauchte sie und knallte den Brief auf den Tisch. Er war so nett zu ihr gewesen und hatte sich um sie gekümmert und wie dankte sie es ihm? Sie meldete sich einfach nicht bei ihm! Das schlimmste war, dass er jetzt nicht einmal wütend war, wie es ihm eigentlich zustand, sondern immer noch nett war und sich Sorgen machte!
"Das ist allerdings ziemlich gemein.", stimmte ihre Freundin ihr zu.
"Ich weiß zwar nicht, was du angestellt hast, aber mach es ja wieder gut!", sagte ihre Mutter streng mit erhobenem Zeigefinger. "Ich habe dich nicht fast sechzehn Jahre lang großgezogen, damit du dann gemein bist!"
"Ja, ich weiß."
Ginny erhob sich, um André zu antworten und nahm sich vor, den Kontakt zu ihm nicht noch einmal abbrechen zu lassen.
Sie hörte Hermine etwas murmeln, in dem die Worte Ron und Brief vorzukommen schien.

Als Harry und Ron am Nachmittag zurückkehrten, spielte Ginny mit Hermine ein Muggelspiel namens Federball. Mit merkwürdigen Netzschlägern spielten sie sich einen eigenartigen geflügelten Ball zu, der sich nicht selbstständig in der Luft halten konnte. Ginny hatte das Spiel zunächst für ziemlich sinnlos gehalten, jedoch sehr bald Gefallen daran gefunden.
"Wo habt ihr denn das Federballspiel her?", fragte Harry erstaunt.
"Was für'n Ding?", Ron sah irritiert dem Federball hinterher, den die beiden Mädchen noch immer in der Luft hielten.
"Das ist ein Muggelspiel, Ron", erklärte Hermine. "Und ich habe es vorhin von Zuhause geholt."
Sie schlug ihren Schläger heftig gegen den Ball und er flog weit weit über Ginnys Reichweite hinaus in ein Blumenbeet.
"Lass mich auch mal!", rief Harry begeistert. "Ich hab das seit mindestens sieben Jahren nicht mehr gespielt. Damals musste ich immer extra verlieren, damit Dudley mich nicht verprügelt!", fügte er lachend hinzu.
Ginny beobachtete erstaunt, wie Harry mit dem Ausdruck eines kleinen Jungen, der seinen ersten Besen geschenkt bekam, auf Hermine zuging, um an ihrer Stelle weiterzuspielen.
Hermine drückte ihm ihren Schläger in die Hand, ging zu Ron hinüber und begrüßte ihn mit einem langen Kuss.
Harry zwinkerte ihr verschwörerisch zu und wartete darauf, dass sie aufschlug.
"Wer den Ball verfehlt, verliert!"
Grinsend warf sie den Ball in die Luft und schlug den Schläger hart gegen ihn. Harry hastete rückwärts und streckte sich, um den Ball geschickt zurückzuschlagen. Lange ging der Ball hin und her, ohne dass einer der beiden ihn verpasste.
"Wow, du bist ja ein Naturtalent!", rief Harry. "Aber jetzt reicht's langsam. Schlag doch mal daneben!"
"Ha!", rief sie zurück. "Danke für die Blumen, aber warum schlägst du nicht daneben?"
"Weil ich noch nie gewinnen durfte! Hast du kein Mitleid mit mir?", neckte er sie mit gespielt trauriger Stimme.
"Och, du armes Baby!", lachte sie und ließ den Schläger durch die Luft sausen und beobachtete gespannt, ob Harry ihn kriegen würde. Doch in der Luft war kein Ball.
Sie sah auf den Boden und sah ihn neben ihrem rechten Fuß im Gras liegen; sie hatte ihn verfehlt.
Als Harry begriff, dass er gewonnen hatte, riss er in Siegerpose die Arme in die Luft und brüllte aufgeregt auf der Stelle hüpfend: "Wo bleibt die Champagnerdusche?"
Sie ging mit erhobenem Schläger auf ihn zu, während er vor Ron und Hermine einen übertrieben albernen Freudentanz aufführte, in den Ron einfiel, und schlug ihn damit auf den Hintern.
"Au!", keuchte er, drehte sich um und nahm sie in die Arme, wobei er ihr den Schläger abnahm und zur Seite schmiss, wo er ihm nicht gefährlich werden konnte.
Lachend erwiderte sie die Umarmung und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Aufmerksam betrachtete sie sein scheinbar fröhliches Gesicht. Seine Augen hatten ihr übliches Strahlen noch nicht wiedererlangt, doch wenigstens waren sie nicht vor Trauer getrübt. Sie hatten nur noch wenig gemeinsame Zeit und die wollte sie lieber mit diesem fröhlichen Harry als dem todtraurigen vom Vortag verbringen.
"Wir machen heute Abend übrigens einen Ausflug.", ließ Ron geheimnisvoll verlauten.
"Wohin?", fragte Hermine misstrauisch, doch Harry und Ron warfen sich nur vielsagende Blicke zu und schwiegen.


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Wer gebeten wird, in einem Harry-Potter-Film mitzumachen, würde niemals ablehnen. Und mir hat die Rolle Spaß gemacht. Bellatrix’ Persönlichkeit ist offenbar ernsthaft gestört. Sie findet es richtig toll, besonders böse zu sein. Wahrscheinlich ist sie in Lord Voldemort verliebt; immerhin hat sie für ihn 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt ist sie wieder draußen und noch fanatischer als je zuvor.
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