
von angeltear
@ ALL: *Taschentücher herumreich* :)
@ ~YIPPIE~ALBUS: Jetzt erfähst du, wo sie hingehen! Viel Spaß!
@ *Fee*: Hey, schön, dass es dir gefallen hat und du mir nen Kommi dagelassen hast. Hoffe, du bleibst dabei!
@ Buffy66: Dankeschön, das freut mich echt total! Das warten hat ein Ende! Und jetzt weißt du ja auch denTitel ;)
@ sunshine16: Danke für dein Lob *erröt*! André wird auf jeden Fall noch auftauchen... Hier kommt der Ausflug!^^
@ chominchen: Hier kommt Stoffnachschub, ich will ja nicht Schuld an deinen Entzugserscheinungen sein ;)
Weiterhin viel Spaß^^
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Den Rest des Tages versuchten Hermine und Ginny aus ihren Freunden herauszubekommen, was die beiden vorhatten. Jedoch war die einzige Information, die sie erhielten, dass die vier nicht das gleiche Ziel hatten und sich aufteilen würden.
Das machte die beiden Mädchen nur noch neugieriger. Dass Ginny Hausarrest hatte und den Fuchsbau gar nicht verlassen durfte, interessierte Harry nur mäßig.
"Lass mich nur machen.", erwiderte er schlicht, als sie ihn an diesen Umstand erinnerte.
Es war etwa halb zwölf, als Harry verlauten ließ, es sei Zeit aufzubrechen und Ginny mit sich vom Wohnzimmersofa zog. Ihre Eltern schliefen bereits, offenbar war sein Plan sehr simpel: einfach aus dem Haus schleichen.
Die vier verließen leise das Haus, um vor der Haustür zu apparieren.
Die Luft war noch warm vom heißen Tag, es roch typisch nach Sommer und Ginny atmete diesen wunderbaren Duft tief ein.
"Also, bis später.", flüsterte Ron zwinkernd, griff nach Hermines Arm und war im Nu mit ihr verschwunden, bevor diese irgendwie reagieren konnte.
"Wo gehen wir hin, Harry?", fragte Ginny noch einmal hoffnungsvoll. Doch wie die dutzenden Male zuvor lächelte Harry nur wissend und schwieg. Sie sah tief in seine Augen und versuchte seine Gedanken zu ergründen, doch sein Blick war undefinierbar. Ging es ihm wirklich bereits so gut, wie es schien oder verdrängte er seine Sorgen nur wieder? Sie konnte sich nicht ganz vorstellen, dass er so schnell wieder aus seinem Tief hatte steigen können. Die Erinnerung an seine tränenverschleierten Augen, seine Mutlosigkeit versetzte ihr immer wieder einen Stich. Aber er machte den Eindruck, als wäre - fast - wieder alles in Ordnung.
Er legte die Hände um ihre Taille und zog sie an sich, um sie zu küssen. Wieder schienen dutzende Schmetterlinge in ihrem Magen verrückt zu spielen und sie genoss es so sehr, dass sie das drückende Gefühl kaum registrierte, als sie mitten im Kuss apparierten.
Als sie wieder auftauchten, riss sie sich überrascht von ihm los und atmete keuchend ein.
"Du kannst mir doch nicht so einen Schrecken einjagen!", zischte sie und schlug ihn nicht ganz unsanft gegen den Oberarm.
"Au!", stöhnte er mit übertrieben schmerzverzerrter Miene und rieb sich den Arm.
Neugierig sah Ginny sich um. Sie standen in einer verlassenen Straße, die von einer einzigen Laterne beleuchtet wurde. An der einen Straßenseite befanden sich Parkplätze für Muggelautos, an der anderen zog sich ein langer, etwa zwei Meter hoher Zaun, hinter dem sich eine dichte Wand von Bäumen und Büschen befand. Die Gedanken an den aufgelösten Harry vom Vorabend schob sie beiseite; sie wollte ihren "Ausflug" mit ihm genießen.
"Wo sind wir?"
"Du wist schon sehen.", sagte Harry, ging auf den Zaun zu und begann an ihm hochzuklettern.
"Was machst du da?", keifte Ginny. Sie konnte sich Hermines entsetzte Miene lebthaft vorstellen, wenn sie sehen könnte, was er tat. Das ist Einbruch, Harry!
"Ich klettere.", kam es zurück.
"Das sehe ich auch!"
Harry hatte sich über den oberen Teil des Zauns geschwungen und stand nun, sie erwartungsvoll anblickend, auf der anderen Seite.
"Worauf wartest du? Komm rüber!"
Widerwillig näherte sie sich dem Zaun und begann ihn zu erklimmen. Was tat man nicht alles für einen Jungen!
"Warum müssen wir überhaupt klettern?", fragte sie grummelnd. "Warum sind wir nicht gleich hinter den Zaun appariert?"
"Das wäre doch langweilig gewesen!", lachte Harry und breitete die Arme aus, wie um sie aufzufangen.
Ginny schwang ihre Beine über den Zaun, kniff die Augen zusammen und ließ sich in seine Arme fallen, wobei sie ihn mit sich zu Boden riss.
Kichernd rappelten sie sich auf und klopften den Dreck von ihrer Kleidung. Harry griff in seine Hosentasche und holte ein schwarzes Tuch heraus.
"So, Prinzessin, ich muss dir jetzt ersteinmal die Augen verbinden."
Was war denn das für ein Ton?
"Prinzessin? Augen verbinden? Nicht mit mir!", meinte sie herausfordernd und verhinderte nur mit Mühe, dass ihre Mundwinkel zuckten.
"Ach, komm schon!", bettelte er mit überzeugendem Dackelblick. Wann hatte er den geübt?
Resignierend ließ sie die Hände sinken, mit denen sie zuvor sicherheitshalber seine Handgelenke umfasst hatte, um sie auf Abstand zu halten.
Als er ihr die Augen verband, fragte sie sich, was das alles zu bedeuten hatte. Er strich mit seiner Hand über ihre Wange, drückte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen und nahm ihre Hand. Er führte sie langsam durch das Gebüsch und wie sie an dem Geräusch, das sie bei jedem Schritt machten, erkannte, über eine Wiese. Überrascht bemerkte sie, dass sich ein freudiges Kribbeln in ihrem Körper breitgemacht hatte, dass sie wahnsinnig gespannt war, wohin er sie gebracht hatte und was er vorhatte. Ein ihr irgendwie bekannter Duft lag in der Luft.
Schließlich blieb er stehen und trat hinter sie.
Sie hob ihre Hände zu dem Tuch, das ihre Augen bedeckte, um es zu lösen, doch Harry griff nach ihren Händen und zog sie wieder hinunter.
"Noch nicht.", flüsterte er an ihrer rechten Schulter. Sein warmer Atem streifte ihr Ohr und sie spürte, wie sich ihre Nackenhaare aufrichteten. Sie lehnte sich mit dem Rücken gegen seine Brust, als er die Arme um ihre Taille legte und begann ihren Hals zu küssen. Sie genoss die Nähe zu ihm und entspannte sich ein wenig. Sie konnte seinen Duft riechen, der einfach nur Harry war, sie spürte seine sanften Lippen auf ihrer Haut und die letzten Bedenken, was als nächstes folgen mochte, verflogen.
Plötzlich schubste er sie heftig nach vorne. Erschrocken kreischte sie auf und riss die Arme vor ihr Gesicht, um den kommenden Aufprall auf den Boden abzufangen. Doch der blieb aus. Stattdessen tauchte sie platschend in kaltes Waser ein.
Erschrocken versuchte sie hustend Luft zu holen, als sie wieder durch die Wasseroberfläche stieß. Sie riss wutschnaubend das Tuch von ihren Augen und sah gerade noch, wie Harry in voller Montur ins Wasserbecken sprang.
Erstaunt sah sie sich um. Warum war ihr das nicht schon vorher klar gewesen? Sie waren in einem Freibad! Allerdings sah es nicht so aus, wie sie Freibäder aus den Erzählungen ihres Vaters und ihrer besten Freundin kannte. Über dem Becken schwebten etwa zwanzig weiße Kerzen und tauchten es in dämmriges Licht. Durch die ganze Umgebung schwirrten kleine, goldene Kugeln. Sie brauchte erstaunlich lange, um zu erkennen, was das für Kugeln waren.
"Sind das Schnatze!?", fragte sie entgeistert. In diesem Moment tauchte Harry hinter ihr auf und drückte ihren Kopf unter Wasser, ließ sie jedoch gleich darauf wieder los. Als sie wieder auftauchte stürzte sie sich lachend auf Harry, ohne darauf zu achten, dass ihre Haare ihr wirr im Gesicht klebten; sie musste so aussehen, wie Muggelkinder sich Hexen vorstellten. Harry hob seine Arme abwehrend vor sein Gesicht, konnte aber nicht verhindern, dass sie ihn mit ihrem ganzen Gewicht unter Wasser drückte. Sie ließ ihn kurz zappeln, bevor sie ihn wieder freigab und er keuchend vor ihr auftauchte und nach Luft schnappte.
"Ja, das sind Schnatze.", antwortete er grinsend ihre Frage, die sie schon längst wieder vergessen hatte. Sie blickte wieder nach oben und beobachtete einen der kleinen Schnatze, der um eine Kerze herumschwirrte, als wollte er sich ihr nähern, sich jedoch immer wieder verbrannte.
"Du hast dir echt Gedanken gemacht, was?", meinte sie. Es rührte sie, dass er nicht übertreiben viele Kerzen verteilt, klischeehaft Rosenblätter verteilt und schnulzige Musik aufgelegt, sondern eine Atmosphäre geschaffen hatte, die ihr wirklich gefiel. Nicht zu kitschig, aber dennoch schön und einfallsreich. Schnatze!
"Tja, ich bin einfach genial.", erwiderte Harry bescheiden und schlang seine Arme um ihre Hüften.
Sie hob eine Augenbraue. "Schon wieder so arrogant, Potter?", schnarrte sie in einer eindeutigen Imitation von Snapes schleimigen Tonfall.
Augenblicklich verfinsterte sich Harrys Blick und er presste die Lippen aufeinander.
Ginny hätte sich schlagen können! Jetzt hatte sie es vermasselt! Noch gestern war er vollkommen am Ende gewesen und was tat sie? Sie streute auch noch Salz in die Wunde. Snape war mit Sicherheit der Letzte, an den Harry jetzt denken wollte! Sie streckte einen Hand nach seinem Gesicht aus.
"Tut mir leid, Harry. Ich wollte nicht-"
"Schon gut.", unterbrach er sie mit einem etwas geqählten Lächeln. "Lass uns einfach nicht mehr darüber reden, okay?"
Erleichtert nickte sie. Sie hatte wirklich befürchtet, den Abend ruiniert zu haben.
"Wollen wir hier raus?", fragte sie. Es wurde langsam anstrengend sich die ganze Zeit auf der selben Stelle über Wasser zu halten.
Harry bejahte und sie schwammen zum Beckenrand. Er hob sie ein wenig an, damit sie leichter hinausklettern konnte und folgte ihr.
Sie ging einige Schritte, ohne festes Ziel und drehte sich dann zu ihm um.
Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer; er sah einfach toll aus. Sein Haar hing ihm in einzelnen, tropfnassen Strähnen ins Gesicht, sein T-Shirt klebte ebenso klatschnass an seinem Oberkörper und seine Muskeln zeichneten sich darunter ab, seine Jeans waren vom Gewicht des Wassers so schwer, dass sie drohten von seinen schmalen Hüften zu rutschen, auf seinen Lippen war jenes hinreißende Lächeln, dass sie jedes Mal dahinschmelzen ließ.
Aus Angst, dass ihre Knie versagen könnten, ließ sie sich kurzerhand dort ins Gras fallen, wo sie stand. Harrys Lachen verursachte ein warmes Kribbeln in ihrem Bauch.
Er legte sich neben sie, stützte sich mit einem Arm auf der anderen Seite neben ihr ab und senkte seine Lippen auf ihre. Ein wohliges Gefühl durchzuckte sie wie ein Blitz und durchströmte ihren ganzen Körper.
Fast schon aus Gewohnheit wühlte sie ihre Hände in sein tropfendes Haar und drückte ihn näher an sich, um den Kuss zu vertiefen.
Es war als wäre die Hitze des Tages plötzlich zurückgekehrt, denn ihr wurde immer wärmer und selbst ihre nasse Kleidung schien ihren Körper nicht mehr kühlen zu können.
Sie verspürte einen kurzen Luftzug an ihrem Bauch, als Harry seine Hand unter ihr Top schob und über ihre Haut gleiten ließ, wo sie brennende Streifen hinterließ.
Plötzlich hatte sie das starke Bedürfnis seine Haut zu spüren. Sie schob eine Hand unter sein T-Shirt, das an seinem Rücken klebte, strich über seine Haut und drückte ihn fest an sich, als könnte sie so mit ihm verschmelzen.
Er ließ seine Hand höher langsam höher wandern und Ginny fragte sich unwillkürlich, wie weit sie gehen würden.
Ein leises Keuchen entwich ihrer Kehle, als er von ihren Lippen abließ und sich nun ihrem Hals widmete.
Die Berührungen seiner Lippen und Finger erzeugten eine Gänsehaut auf ihrem ganzen Körper; in ihrem Kopf schien alles zu schwirren.
Nie zuvor hatte sie sich in den Armen eines Jungen so gehen lassen, sich so geborgen gefühlt. Es erschreckte sie beinahe, wie wenig sie sich fürchtete.
Sie wollte gerade ein Bein um ihn schlingen, um ihn an sich zu pressen, als sie ein lauter Knall die beiden erschrocken auseinanderfahren ließ.
Harry sprang auf, seinen Zauberstab in der Hand, und sah sich wachsam um. Als er sah, was für den Knall verantwortlich war, ließ er den Zauberstab sinken und ein zittriges Lachen der Erleichterung hören.
"Tut mir leid, Harry Potter, Sir!", qiekte Dobby, der Hauself mit vor Schreck geweiteten Augen, sodass seine Augen noch größer erschienen als soweiso schon. "Dobby wollte Harry Potter nicht stören!"
Er rannte auf das Becken zu und wollte sich hineinstürzen, offenbar um sich zu ertränken. Doch Harry, der soetwas anscheinend schon geahnt hatte, fing ihn auf.
"Lass den Mist, Dobby!"
"Danke, Harry Potter, Sir."
Harry ließ den Hauselfen wieder hinunter und musterte ihn aufmerksamm als fürchtete er, er würde sich doch wieder ins Wasser stürzen.
Ginny wusste nicht recht, ob sie wütend oder erleichtert sein sollte, dass Dobby dazwischengekommen war. Wut war befriedigender, wenn sie so darüber nachdachte, doch sie schwieg.
"Was tust du hier, Dobby?", fragte Harry die kleine Gestalt nun. Der Hauself starrte unbehaglich auf seine Füße, wie ein kleiner Junge, der erwischt worden war, vor dem Mittagessen Süßigkeiten genascht zu haben.
"Dobby dachte, er könnte mal sehen, wie es Harry Potter geht. Dobby wusste nicht, dass er beschäftigt ist." Unsicher warf er einen Blick auf Ginny, die sich um einen möglichst unmörderischen Gesichtsausdruck bemühte.
"Danke, Dobby. Mir geht es gut.", sagte Harry, anscheinend ein wenig geschmeichelt, dass Dobby sich um ihn sorgte.
"Das ist schön, Sir. Dobby wird Harry Potter jetzt wieder mit der jungen Miss Weasley alleine lassen. Bis bald."
Mit diesen Worten und einem weiteren unsicheren Seitenblick auf Ginny verschwand der Kleine wieder mit einem lauten Knall.
Harry stöhnte auf und ließ sich wieder neben ihr ins Gras sÃnken.
Das hätte auch Jade sein können, dachte Ginny plötzlich belustigt. Nur, dass Jade das mit Absicht gemacht hätte, wenn sie sich zeigen dürfte.
Unwillkürlich kichernd legte sie ihren Kopf in seinen Schoß und tippte mit einem Finger sachte auf einen Punkt auf seiner Brust.
"Wir haben auch gar kein Glück."
Lachend nahm er ihre Hand in seine und begann ein wenig mit ihren Fingern zu spielen. Ihr Herz schlug bis zum Hals und sie wurde sich bewusst, wie sehr sie ihn liebte. Erst jetzt fiel ihr auf, dass er seine Brille nicht mehr trug; er musste sie abgesetzt haben, bevor er zu ihr ins Becken gesprungen war.
"Wonach riecht es hier eigentlich?". fragte sie plötzlich, als der vertraute Duft wieder in ihre Nase stieg.
Harry hob eine Augenbraue. "Hast du es nicht erkannt?" Er klang überrascht.
Sie schüttelte den Kopf; sie konnte den Duft einfach nicht zuordnen.
"Das bist du."
Verständnislos starrte sie ihn an. "Wie, das bin ich?"
Er lachte und sie spürte an ihrer Wange, wie dadurch sein Bauch erschüttert wurde.
"Hier riecht es nach dir. Ich liebe diesen Duft, du riechst irgendwie nach Blumen.", erklärte er, noch immer mit ihren Fingern spielend.
Ginny war sprachlos. Das musste der Duft ihres Shampoos sein. Eine Vielzahl von Gefühlen wirbelten in ihr umher. Sie war verlegen, gerührt, überrascht und spürte wie ihr warm ums Herz wurde. Sie brachte kein Wort heraus - nicht, dass ihr irgendwelche zusammenhängenden Worte eingefallen wären - und starrte ihn nur weiterhin an.
Doch es bedurfte keiner Worte. Er erwiderte grinsend ihren Blick und hielt ihre Hand. In diesem Augenblick fühlte sie sich ihm näher, als jemals zuvor.
In seinen Augen blitze es plötzlich schelmisch auf und sie hob ihren Kopf.
"Was hast du vor?", fragte sie, nicht sicher, ob ihr seine Idee gefallen würde.
"Wer die meisten Schnatze fängt.", forderte er. "Ohne Magie."
Gleichzeitig sprangen sie auf.
In dieser Nacht träumte Ginny, dass sie Quidditch gegen die Slytherins spielte. Als sie den Schnatz gefangen hatte, verwandelte dieser sich plötzlich in ihrer Hand in Trevor, Nevilles Kröte. Für sie stand sofort fest, was sie tun musste. Sie drückte der Kröte einen Kuss auf, doch nichts geschah. Sie versuchte es noch einmal, doch Trevor blieb Trevor und ließ ein gequältes Quaken verlauten.
Aller guten Dinge sind drei, dachte sie und schloss die Augen, beteitete sich auf den finalen magischen Kuss, der Trevor in ihren Traumprinzen verwandeln sollte.
Sie küsste die Kröte und dieses Mal hatte sie das skurrile Gefühl, dass sie den Kuss erwiderte.
Verwirrt schlug sie die Augen auf und stellte fest, dass
Trevor sich in Harry verwandelt hatte und sie in ihrem Bett lagen. Sie hob eine Hand, um sie wie immer in seinem Haar zu versenken.
Harry ließ von ihr ab.
"Na, endlich! Du hast ja geschlafen wie ein Stein!"
Ginny starrte ihn verwirrt an. Ihr Gesichtsausdruck musste sehr belustigend sein, denn er lachte sein wunderbares Lachen, das vom Schlaf ein ungewöhnlich tiefes Timbre hatte.
Träumte sie immer noch? Das konnte unmöglich gerade passiert sein! Fast erwartete sie, dass plötzlich Fred und George aus ihren Verstecken springen und "Verarscht!" rufen würden. Doch nichts geschah.
"Du glaubst nicht, was ich gerade geträumt habe.", brachte sie immer noch entgeistern heraus und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
Als sie in die Küche kamen, bot sich ihnen ein so ungewöhliches Bild, dass sie überrascht im Türrahmen stehen blieben.
Ron und Hermine saßen nebeneinander am Küchentisch und zwar so nah, dass sie sich genausogut auch auf einen einzigen Stuhl hätten setzen können, sahen sich tief in die Augen, fütterten sich gegenseitig mit Rührei und schienen sich irgendetwas zuzusäuseln, doch Ginny konnte sie nicht verstehen.
Von ihrer Mutter war nichts zu sehen und es verwunderte sie nicht, dass sie vor diesem Schauspiel geflüchtet war. Ginny musste unwillkürlich an Bill und Fleur denken und unterdrückte ein Lachen. Bei einem Seitenblick auf Harry stellte sie fest, dass er sich abgewandt hatte. Nur seine bebenden Schultern verrieten, dass er lachte.
"Chrn, chrm", Ginny ließ ihre Räusper-Imitation von Umbridge hören, die seit ihrem vierten Schuljahr ein Dauergag war.
Erschrocken fuhren Ron und Hermine auseinander und wandten sich um.
"Guten Morgen, ihr beiden!", begrüßte Hermine sie strahlend, während Ron sich mit roten Ohren schweigend wieder seinem Rührei zuwandte.
"Morgen!", entworteten Harry und Ginny und setzten sich zu ihnen an den Tisch, wo bereits zwei Portionen Rührei auf sie warteten.
"Wie war euer Abend?", fragte Harry die beiden, noch immer grinsend.
"Es war toll!", sagte Hermine mit strahlenden Augen. "Wir waren auf den Buchparty von-"
"Buchparty?!", platze Ginny heraus und starrte Ron entgeistert an. "Du warst mit ihr auf einer Buchparty?!
Die Röte auf Rons Ohren ging nun auch auf sein Gesicht über und er beugte sich tiefer über seinen Teller.
"Ja und hinterher waren wir noch etwas Essen!", berichtete Hermine begeistert weiter. "Und was habt ihr gemacht?"
"Wir waren in einem Freibad!", erzählte Ginny und ignorierte, dass Harry und Ron die Augen verdrehten, weil die Mädchen anfangen würden wild zu schnattern.
"Nachts?"
"Ja, wir sind... eingebrochen."
"Nein! Seid ihr verrückt? Wenn euch jemand erwischt hätte!"
"Hat aber keiner! Harry hat mir lauter kleine Schnatze gezaubert!"
"Echt? Wow, beeindruckend!"
"Wir waren mit Klamotten im Wasser!"
"Tonks hat mir einen tollen Festumhang geliehen! Sogar Ron hatte einen schönen an!"
"Ach, wirklich?"
"Sagt mal, wann habt ihr euch in Lavender und Parvati verwandelt?", unterbrach Harry die beiden.
Ron riss die Augen auf und zeigte anklagend mit dem Finger abwechselnd auf Hermine und Ginny.
"Ihr seid Lavender und Parvati und habt Vielsafttrank getrunken! Gebt es zu!"
Sie brachen in Gelächter aus und alberten noch eine Weile herum, bis eine Eule den Tagespropheten brachte.
"Irgendjemand, den wir kennnen gestorben?", fragte Ron Hermine, die hinter der Zeitung verschwunden war.
Diese schwieg.
Nach einigen Momenten, in denen sie schweigend aßen, verschluckte Hermine sich plötzlich an ihrem Kürbissaft und klatschte die Zeitung auf den Tisch.
"Was ist denn mit dir los?", fragte Ginny und beobachtete wie Hermine hustete und scheinbar versuchte etwas zu sagen.
"Snape!", keuchte sie schließlich mühsam und deutete auf die Zeitung.
Sofort beugten sie sich alle über den Artikel, dessen Schlagzeile "Dumbledores Mörder gesichtet!" lautete.
Hermine hatte sich wieder beruhigt und las vor. Anscheinend behauptete eine Hexe namens Doris Perkiss, Snape am Vortag in ihrer Heimatstadt Little Norton in der Gesellschaft anderer finsterer Gestalten gesehen zu haben. Sofort habe sie das Aurorenbüro verständigt, woraufhin einige Auroren die ganze Stadt auf den Kopf gestellt hatten, jedoch sei keine Spur von Snape oder anderen Todessern gewesen. Anscheindend seinen sie rechtzeitig geflohen.
Stirnrunzeld sah Hermine wieder auf.
"Was denkt ihr?", fragte sie.
"Das ist irgendwie merkwürdig. Warum lässt das Ministerium zu, dass die so etwas drucken? Die Leute könnten denken, dass er überall auftauchen kann und in Panik geraten.", meinte Ginny.
"Vielleicht will das Ministerium den Eindruck erwecken, sie hätten eine Spur, weil Snape Fehler macht.", überlegte Ron.
"Ich weiß nicht.", entgenete Hermine skeptisch. "Vielleicht wollte Snape gesehen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einen solchen Fehler macht."
"Oder das ganze ist eine Ente!", sagte Ron.
Nachdenkliches Schweigen setzte ein. Ginny warf einen Blick auf Harry, der die ganze Zeit geschwiegen hatte. Sein Blick hatte sich verfinstert und er starrte gedankenverloren auf eine Stelle auf dem Tisch.
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