
von angeltear
@ *Fee*: Hey Süße, dir gilt wie immer mein unendlicher Dank für deine Hilfe und deine tollen Ideen. dass du das, was ich fabriziere, auch noch magst, ist natürlich das tollste^^ hdl *kiss*
@ Rapptor: Danke! Na dann, ich weiß nicht genau, ob ich mich schuldig fühlen oder mich freuen soll xD
Jedenfalls ist hier mehr Stoff für dich, viel Spaß^^
@ band7: Dankeschön. Freut mich wirklich sehr, dass ich dich bewegen konnte. Was wünscht man sich als Autor mehr?^^ Du wirst bald sehen, was noch mit Ginny passiert. Aber es passert auf jeden Fall was^^
@ Buffy66: Na klar, hat Harry mit Molly gesagt, aber er hat ihr auch gesagt, er würde ihr kleine vor Mitternacht zurück nach Hause bringen und nicht früh morgens^^
@ Yuna20: Ich vermute mal, du meinst, ob sie nicht verhütet haben. Klar haben sie das. Erst hab ich das auch mit reingeschrieben, aber das hat mich irgendwie gestört. Es schien nicht in den Erzählfluss passen wollen. Ich hab gehofft, es wäre klar, dass die beiden nicht so blöd sind^^
@~YIPPIE~ALBUS~: Schön, dass es dir gefallen hat! Hier ist Nachschub! Viel Spaß!
@ sunshine16: Danke, danke! Freut mich voll, dass du es magst! Wie's weitergeht, siehst du hier! Viel Vergnügen^^
@ bookworm-hermine93: Wie bitte? Hast du die Benachrichtung jetzt erst eingeschaltete? *böse guck* Spaß, toll, dass du meine FF magst! Danke für dein Lob!
@ jassi.Weasley: Hey, danke Schatzi! Brutal? ich doch nich^^ Ich werde bei Ginnys Sicht der Dinge bleiben. Das heißt natürlich nicht, dass es deswegen keinen Harry gibt *hust* hdl
@ Gaby Longoria: Wieso bin ich grausam? Ich bin nur realistisch^^ Vielen Dank fürs Lob! hdl
@ Turpin,Lisa: Kein Hüpfen? Schade. Vielleicht demnächst mal wieder^^ Wie Ginny damit klarkommt? Du wirst sehen, aber wir wissen ja, dass Ginny kein Weichei ist^^ Danke für dein Lob!
@ Dope-D: Ach, beschwer dich doch nicht! Wenn du auf Rumgemetzel wartest, biste hier falsch :P
Aber einen deiner Wünsche werde ich dir, wie gesagt, noch erfüllen...
@~Fantasygirl~: Danke sehr! Hier kommt mehr!^^
@_sAbSe: Danke! Nein, natürlich war das noch nicht das Ende! Hier kommtmehr zum lesen^^
@ ALL: Also, ich hatte erst tierisch Lust, dieses Kapitel "Kackbratze" zu nennen. Aber aus offensichtlichen Gründen hab ich es gelassen^^ Ich konnte aber nicht widerstehen, das hier mal anzumerken xD
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Er war weg. Harry war weg.
Ginny wusste nicht wie lange schon, aber er war weg und nicht bei ihr.
Seit Stunden lag sie auf ihrem Bett; ihre Wangen waren von Tränen verklebt und ihre Augen brannten. Jade schlief neben ihr auf dem Kissen.
Sie öffnete ihre Hand, um Harrys Anhänger zu betrachten, den sie die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte. Es hatte aufgehört zu leuchten.
Vielleicht schläft er schon, dachte sie, um sich von dem schmerzhaften Stich in ihrer Brust abzulenken. Es war bereits dunkel, doch sie hatte keine Ahnung, wann die Sonne untergegangen war.
Sie warf einen Blick auf die Uhr. Halb zwei.
Plötzlich kehrte der stechende Schmerz zurück und Tränen liefen ihr wieder über die Wangen. Sie erstickte ihr Schluchzen im Kissen, um Jade nicht zu wecken. Jade hatte den ganzen Tag an ihrer Seite verbracht und versucht sie zu trösten; sie verdiente Schlaf.
Wo war Harry nur? Was tat er? Schlief er wirklich oder war er in Gefahr?
Wie sehr sehnte sie sich bereits jetzt nach seiner Stimme, nach seiner Nähe...
Nach etwa einer halben Stunde fiel sie schließlich in einen unruhigen Schlaf.
Als sie am nächsten Morgen erwachte, war ihr ungewöhnlich kalt. Grummelnd rückte sie von er Bettkante weg, um sich näher an Harry zu kuscheln. Das Bett war leer. Erschrocken riss sie die Augen auf und starrte auf ihre Hand, die ins Leere griff. Da brandete der vergangene Tag wie eine große Welle über sie hinweg. Harry war nicht mehr da.
Aus irgendeinem Grund peinlich berührt, obwohl niemand da war, zog sie ihre Hand wieder zurück und schloss die Finger um den Schmetterlingsanhänger. Tränen stiegen ihr in die Augen.
Sie benahm sich wirklich lächerlich. Was brachte es, wenn sie tagelang ihre Bett vollheulte? Harry hatte es viel schwerer als sie und wann erlaubte er sich Schwächen? Einmal in sechs Monaten vielleicht. Bitter lachend schüttelte sie den Kopf bei dem Gedanken daran, was Harry sagen würde, wenn er sie so sehen könnte. Wer bist du und wo ist meine Ginny?!
Sie wandte den Kopf zur anderen Seite und sah Jade etwa einen Meter vor ihrem Gesicht in der Luft schweben.
"Guten Morgen. Wie geht's dir?", begrüßte die Kleine sie; die Sorge in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
"Morgen. Ganz gut.", antwortete Ginny und bemühte sich um einen Gesichtausdruck, der diese Behauptung unterstützte.
Jade sah sie vorsichtig an, als fürchtete sie, dass Ginny jeden Moment wieder in Tränen ausbrechen konnte.
Mit einer Art Lächeln auf den Lippen schlurfte sie ins Bad und war froh, dass Jade ihr ausnahmsweise nicht folgte. Hätte sie nicht schon damit gerechnet, wäre sie beim Anblick ihres Spiegelbilds erschrocken zurückgeschreckt. Ihre Augen waren geschwollen und gerötet, ihre Wangen waren vollkommen verklebt und ihre Haare bezeugten, wie oft sie sich im Bett hin und her gewälzt hatte. Seufzend drehte sie den Wasserhahn auf und machte sich daran den Schaden zu begrenzen.
Eine freudestrahlende Mutter erwartete sie, als sie wenig später in die Küche kam.
"Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz!", jauchzte sie, nahm sie in die Arme und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
Nach kurzer Erstarrung erwiderte Ginny die Umarmung steif. Stimmt, sie hatte Geburtstag. Harry hatte sie Sonntag noch daran erinnert.
"Danke, Mum."
"Setz dich, was möchtest du frühstücken?", fragte ihre Mutter und schob sie auf einen Stuhl. "Ich mache dir, was du willst!"
Was sie wollte? Konnte sie ihr einen Harry braten?
"Ähm, ich möchte nichts besonderes Mum, wirklich nicht.", versicherte sie und hoffe, dass ihre Mutter nicht enttäuscht sein würde. "Ich hab Lust auf, ähm, Cornflakes."
"Cornflakes? Aber du hast doch Geburtstag!", sagte sie, als würden sich Cornflakes und Geburtstage automatisch ausschließen.
"Ja und ich habe Lust auf Cornflakes.", wiederholte Ginny mit einem hoffentlich freundlichen Lächeln.
Sie bemühte sich die Cornflakes möglichst enthusiastisch zu essen, obwohl sie eigentlich gar keinen Appetit hatte. Während sie sich fragte, wie sie den ganzen Tag lang so tun sollte, als hätte sie gute Laune, leuchtete ihr Anhänger auf.
Augenblicklich beschleinugte sich ihr Herzschlag. Ginny ließ den Löffel sinken und schloss die Finger um den Schmetterling. Harry dachte an sie.
"Ginny?"
Sie merkte, dass sie schon länger vor sich hingestarrt hatte, in Gedanken versunken, den Anhänger in der Hand. Sie blickte ihre Mutter an.
"Heute Abend kommen ein paar Leute vorbei und wir feiern eine kleine Party.", verkündete sie in einem Tonfall, als gäbe es nicht schöneres auf der Welt.
"Klasse.", brachte Ginny hervor und versuchte einen ähnlich begeisterten Tonfall zu gebrauchen. Eine Party war das letzte, worauf sie Lust hatte. Wie konnten sie feiern wollen, wenn drei von ihnen fehlten und irgendwo ihr Leben riskierten?
Sie sah auf den Anhänger in ihrer Hand; er leuchte immer noch. Mit einem kleinen Lächeln machte sie sich wieder an ihr Frühstück.
Schon bald trudelten mehrere Eulen ein, um Ginny Briefe und kleine Päckchen zu bringen.
Luna hatte ihr eine Kette aus etwas undefinierbarem geschickt; Ginny hatte den schrecklichen Verdacht, dass es irgendwelche Zähne waren. Von André war ein wie üblich netter Brief gekommen, in dem er ihr alles Gute wünschte. Fred und George hatten ihr eine tolle Art von Heuler geschickt: der Umschlag war pink gewesen und hatte ihr ein magisch verstärktes Geburtstagsständchen ihrer Brüder entgegengeschmettert und ihr versichert, dass sie am Abend das "bombastischste Geschenk überhaupt" bekommen würde. Bill hatte ihr ein Konto bei Gringotts eröffnet und gleich einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Betrag darauf eingezahlt, immerhin sei sie jetzt "ein großes Mädchen". Das Geschenk ihrer Eltern war ein neuer Quaffel (den alten hatte sie an einem besonders schlimmen Tag nach Dumbledores Tod zerstört).
Vor der "Party" am Abend graute ihr, aber sie schwieg. Ihre Mutter schien sich zu freuen und sie wollte ihr den Spaß nicht verderben. Außerdem war es vielleicht eine ganz gute Gelegenheit sich abzulenken.
Gegen vier Uhr war ihre Mutter vollkommen aus dem Häuschen und so in Aufruhr, dass Ginny kurzerhand den Fuchsbau verließ, um einen Spaziergang zu machen.
Zwar waren Wolken aufgezogen, doch es war immer noch sehr warm. Sie schwüle Luft war drückend und Ginny hatte das Gefühl nicht richtig atmen zu können. In Gedanken an Harry, Hermine und Ron versunken lief sie eine Weile ziellos über die vielen Hügel.
Sie wusste nicht, wie lange sie diese Gefühle der Angst und der Sehnsucht ertragen konnte. Was taten dir drei gerade? Saßen sie irgendwo und spielten Snape Explodiert oder wurden sie von Todessern gefoltert? Die Ungewissheit schien sie bereits jetzt in den Wahnsinn zu treiben.
Irgendwie fühlte sie sich verloren. Sie wusste nicht nur von nichts, sie hatte auch nichts Sinnvolles zu tun. Die Abreise der anderen hatte ihr gezeigt, wie gefährlich die Lage war und dass gehandelt werden musste. Die drei taten alles, um Voldemort zu stürzen und ihre ganze Familie war im Orden. Nur sie tat nichts.
Mit einem frustrierten Seufzen ließ sie sich rückwärts ins Gras fallen und sah in den Himmel, der von einem merkwürdigen grau war. Der Geruch von Gras vermischte sich mit dem nach dem Regen, der wohl bald kommen würde.
Sie dachte an den Abend, an dem sie mit Harry ins Muggelschwimmbad eingebrochen war und musste unwillkürlich lächeln.
Was tust du da?
Ich klettere.
Ginny wusste nicht, wie lange sie da gelegen hatte, als Jades einleitendes plopp ertönte und sie die Augen wieder aufschlug.
Sofort bemerkte sie, dass ihr Schmetterling noch immer leuchtete.
"Ginny, Ginny, guck mal!", rief Jade aufgeregt in die Ferne deutend.
Überrascht setzte Ginny sich auf und starrte in die Richtung, in die Jades winziger Finger zeigte. Zunächst konnte sie nichts erkennen, doch schließlich konnte sie ausmachen, dass etwas auf sie zukam.
"Was ist das?", fragte sie und griff instinktiv nach ihrem Zauberstab.
"Keine Ahnung."
Die Gestalt näherte sich immer mehr und nun war es vollkommen deutlich, dass sie auf sie zusteuerte. Langsam stand Ginny auf, den Zauberstab erhoben und auf alles gefasst. Wie hatte sie auch so einfältig sein können, alleine aus dem Haus zu gehen? Auch, wenn sie Jade hatte, niemand wusste, wo sie war.
"Das sind ja-.", murmelte Jade neben ihr.
"Ja was?", fragte Ginny verwirrt, aber da sah sie es schon. Es war eine silberne Gestalt, die graziös auf sie zugeschwebt kam.
Merkwürdig erleichtert ließ sie den Zauberstab sinken. Sie bezweifelte, dass irgendein Todesser fähig war, einen Patronus zustande zu bringen.
Ein aufgeregtes Quieken entfuhr Jade plötzlich und ließ Ginny zusammenzucken. Erschrocken schlug sie die Hand vor die Brust und setzte schon an, Jade zu beschimpfen, als sie registrierte, welche Form der größte Patronus hatte. Es war ein Otter.
Sprachlos ließ sie ihre Hand wieder sinken und ging langsam ein paar Schritte vorwärts.
Der Patronus war inzwischen vor ihr zum Halt gekommen und sie sah ihn einige Momente fassungslos an, bevor er plötzlich den Mund öffnete und Hermines Stimme ertönte.
"Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine Süße. Es tut mir so leid, dass ich heute nicht bei dir sein kann. Ich hoffe, du hast trotz allem einen schönen Geburtstag und amüsierst dich gut. Richte allen schöne Grüße aus. Wir sehen uns bestimmt bald wieder. Ich hab dich lieb."
Mit einem Kloß im Hals beobachtete Ginny wie Hermines silberner Otter sich wieder in nichts auflöste.
Kaum war er verschwunden, quiekte Jade erneut und Ginny erblickte in der ferne wieder eine silberne Gestalt. Nach wenigen Sekunden erkannte sie Rons Hund und ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Das war so lieb...
Der Terrier stoppte abrupt vor ihr und hechelte sie ein wenig an. Sie konnte fast Rons warmen Blick erkennen.
"Hey, Ginny! Alles Gute Zum Sechzehnten! Hoffe, du feierst nicht die größte Party des Jahrhunderts ohne uns, damit musst du bis zu unserer Rückkehr warten! Aber der Abend wird toll, ich versprech's dir! Trink aber nicht zu viel!"
Ginny wollte schon fast gerührt lachend die Hand ausstrecken, um dem Hund den Kopf zu kraulen, als er schon wieder verschwand.
Hoffnungsvoll sah sie auf und suchte den Horizont nach einer weiteren Gestalt ab. Nach einigen Momenten begann sich Enttäuschung in ihr breitzumachen. Konnte es sein, dass Harry ihr keine Nachricht geschickt hatte, wenn Ron und Hermine es getan hatten?
"Ginny-"
"Nein, sag jetzt bitte nichts."
Jade verstummte wieder und biss sich betreten auf die Unterlippe.
Sie blickte weiterhin in die Ferne, weigerte sich die Hoffnung aufzugeben. Doch als sie einige Minuten erfolglos nach etwas silbernen Ausschau gehalten hatte, drehte sie sich abrupt um und steuerte den Fuchsbau an.
Sie wusste, sie verhielt sich kindisch, dennoch konnte sie nicht verhindern, dass ihr Tränen der Enttäuschung in die Augen stiegen. Warum hatte Harry ihr keine Nachricht geschickt? Er konnte nicht zu beschäftigt sein, denn Ron und Hermine waren es auch nicht und vergessen hatte er sie offensichtlich auch nicht, denn der Schmetterling leuchtete immer noch. Sie hätte so gern seine Stimme gehört...
Jade schwebte nach wie vor schweigend neben ihr her und Ginny wünschte sich, sie würde verschwinden.
Der Fuchsbau kam in Sicht und sie konnte es kaum erwarten dort zu sein, denn dann würde Jade sich wieder unsichtbar machen und sie nicht länger mit diesem mitleidigen Blick ansehen.
Plötzlich rauschte etwas an ihr vorbei und sie blieb fast zu Tode erschrocken auf der Stelle stehen, abermals den Zauberstab gezogen.
Ihre Herzschlag beruhigte sich augenblicklich, als sie einen silbernen Hirsch erkannte. Aufschnaufend ließ sie den Zauberstab sinken und blickte dem Hirsch in die Augen.
Ein Lachen ertönte plötzlich und Ginnys Herz begann wieder zu rasen, als sie erkannte, dass er Harrys war.
"Na, du hast doch nicht wirklich gedacht, ich hätte dich vergessen, oder? Ich dachte mir, ich muntere mich selbst ein bisschen mit der Vorstellung deines Gesichts auf."
Halb ärgerlich, halb amüsiert, stieß Ginny ein zittriges Lachen aus und schüttelte den Kopf. Selbst wenn er so weit weg war, konnte er es nicht lassen!
"Alles Gute zum Geburtstag.", fuhr Harrys Stimme mit veränderten Tonfall fort. "Ich wünschte, ich könnte bei dir sein und dir das selbst sagen, aber das muss leider erstmal reichen. Hab einen schönen Abend und vergiss dein Versprechen nicht. Sobald das alles vorbei ist, werde ich dich nie wieder alleine lassen. Du wirst mich nie wieder los. Du fehlst mir so sehr. Ich liebe dich."
Mit gemischten Gefühlen starrte Ginny auf die Stelle, an der der Hirsch gestanden hatte. In ihrer Brust schienen sich so viele Gefühle auszubreiten, dass sie gar nicht wusste, was sie fühlen sollte. Ihr Herz schlug noch immer schnell und unregelmäßig und ihre Brust füllte sich immer mehr mit Wärme.
"Ich bin so blöd.", wisperte sie und musste feststellen, dass ihre Stimme brüchig war.
"Eindeutig.", gackerte Jade und begann in der Luft eine Art Freundentanz aufzuführen. Ihr winziger, wackelnder Hintern brachte sie fast zum lachen, doch es gelang ihr doch noch vorwurfsvoll zu klingen.
"Du wusstest das?"
"Natürlich wusste ich das.", trällerte Jade und tanzte weiter in der Luft. Nun doch lachend, machte Ginny sich auf den Weg zurück zum Fuchsbau. Die Luft erschien ihr nun gar nicht mehr so drückend wie vorher.
Als sie im Fuchsbau ankam, wurde sie von ihrer Mutter ersteinmal unter die Dusche geschickt (Wie siehst du denn aus? Du hast ja überall Grashalme!) und sie bedauerte den immer noch leuchtenden Schmetterling abnehmen zu müssen. Sie wusste nicht, wie er gefertigt war und befürchtete, ihn unter der Dusche zu ruinieren.
Mit frischer Kleidung, offenen Haaren und einem vorsichtigen Lächeln, falls schon Gäste da waren, kam sie in die Küche, fand dort aber niemanden, nur unglaublich viel Essen. Im Wohnzimmer sah sie, dass ihre Mutter ein großes Buffet an der einen Seite des Raumes angerichtet hatte und ein großes Banner mit der Aufschrift "HAPPY SWEET 16" darüber hing. Mum ist so süß, dachte sie und eine Welle der Zuneigung durchströmte sie.
Plötzlich rauschte der Kamin und ihr Vater erschien im Wohnzimmer. Er klopfte sich umständlich den Ruß vom Umhang, bevor er lächelnd die Arme ausbreitete und auf Ginny zukam, um sie zu umarmen.
"Herzlichen Glückwunsch, meine Kleine."
"Danke Dad.", nuschelte sie an seiner Schulter.
Er ließ sie wieder los und hielt sie auf Schulterlänge von sich, um sie zu betrachten.
"Warum nenne ich dich eigentlich noch Kleine?", fragte er lachend. "Du bist ja inzwischen schon eine Frau!"
Ginny verdrehte grinsend die Augen. Das war ein so typischer Vatersatz. Wann hatte sie sich das letzte Mal mit ihrem Vater unterhalten? Zurzeit schien einfach nichts geregelt und normal zu verlaufen.
"Arthur? Bist du das?", ertönte die Stimme ihrer Mutter aus der Küche und sie kam mit einer riesiger Platte voller Hähnchenkeulen ins Wohnzimmer. Ginnys Vater eilte ihr entgegen, um ihr die Keulen abzunehmen. Ginny stellte sich Tonks mit der großen Platte auf den Armen vor und musste die Hand vor den Mund schlagen, um nicht loszulachen.
Einige Minuten später begann plötzlich der Trubel. In schneller Folge erschienen Tonks und Lupin, Hagrid, Luna, Neville.
Tonks fiel ihr quiekend um den Hals und gratulierte ihr freudig auf der Stelle hüpfend, während Lupin ihr, wie immer, gelassen die Hand reichte, ihr alles Gute wünschte und ihr zwinkernd eine Flasche Feuerwhiskey überreichte. Neville und Luna umarte sie herzlich und sie freute sich mehr , als sie erwartete hatte, ihre Mitschüler zu sehen. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, dass sie nicht die einzige war, die nun keine Schule mehr hatte. Hagrid zog sie in eine knochenzermalmende Umarmung und sie entging nur einem Erstickungstod, weil Tonks "Oh, ein Drache!" rief und Hagrid sie abrupt losließ, um nach dem vermeintlichen Drachen Ausschau zu halten. Tonks zwinkerte ihr verschwörerisch zu und Ginny grinste.
Schon bald hatten sich alle im Raum auf das verlockend duftende Buffet gestürzt und Ginny saß mit Luna und Neville essend auf dem Sofa.
"Weißt du schon, was du jetzt machen willst, Luna?", fragte sie kauend.
Luna warf einen kurzen Blick auf Neville und er antwortete.
"Also, Harry, Ron und Hermine sind ja verschwunden.", sagte er sachlich, als wäre es eine allgemein anerkannte Tatsache. "Wir haben uns gefragt, was wir sinnvolles tun können. Wir haben keine Schule mehr und wir können auch noch keine sinnvollen Ausbildungen beginnen. In den Orden können wir allerdings auch nicht." Ginny fiel angesichts der vielen Informationen, die sie hatten, fast die Kinnlade herunter.
"Wir könnten doch die DA wieder zusmmentrommeln. Wir könnten etwas Sinnvolles tun."
"Und was?", fragte Ginny zweifelnd. "Und wo sollen wir uns treffen? Beim irgendjemandem Zuhause geht es nicht. An irgendeinem öffentlichen Ort geht es auch nicht und in Hogwarts schon gar nicht."
"Und Magie dürfen wir auch nicht benutzen.", warf Luna ein.
"Wie bitte?!", fragten Ginny und Neville unisono.
"Ich habe vorhin mitbekommen, wie Lupin und dein Vater sich darüber unterhalten haben.", erklärte sie. "Weil wir die Schule noch nicht beendet haben, dürfen wir auch keine Magie gebrauchen, bis wir irgendwann wieder zur Schule gehen."
"Wer weiß, wann das sein wird!", rief Ginny aufgebracht. "Wollen die uns von Zaubern abhalten oder wie?"
"Ich frage mich eher, womit sie uns bestrafen wollen.", sagte Neville. "Von der Schule fliegen können wir ja schlecht, oder?"
"Die können mich mal! Accio Kürbissaft!"
Grimmig goss Ginny sich etwas zu trinken ein. Das wurde ja immer schöner! Vielleicht sollte sie einfach auswandern!
"Sag mal, warum leuchtet deine Kette eigentlich die ganze Zeit, Ginny?", fragte Tonks sie irgendwann. Bevor Ginny die Chance hatte, sich eine Antwort zu überlegen, kam ihre Mutter angerauscht und legte los.
"Harry hat Ginny diese Kette geschenkt und sie leuchtet, wenn er an sie denkt. Sie leuchtet schon den ganzen Tag! Ist das nicht süß?!"
Ginny spürte wie ihr Gesicht heiß wurde und sie versuchte die Blicken aller Anwesenden zu ignorieren, denn ihre Mutter hatte so laut gebrüllt, dass sie es nicht wundern würde, wenn auch die Nachbarn alles mitbekommen hatten.
Tonks reckte grinsend den Daumen nach oben, als sie sich wieder traute nach oben zu sehen, weil die Gespräche wieder aufgenommen worden waren.
Der Abend schritt voran und schließlich tauchten auch Fred und George auf. Das bombastische Geschenk sollte sie um Mitternacht erhalten, aber zunächst drückten sie ihr ein ganzes Paket ihrer Wunderhexe-Produkte in die Hand, inklusive Tagtraumzaubern und Express-Pickel-Entfernern.
Zwei Flaschen Feuerwhiskey waren bereits geleert worden und die Stimmung war ausgelassen, als es laut an der Haustür klopfte.
George erhob sich, um die Tür zu öffnen. Nach einigen Sekunden hört man plötzlich Georges wütende Stimme aus dem Flur. Fred lugte neugierig in den Flur und erhob sich abrupt und verließ ebenfalls das Wohnzimmer.
Bevor Ginny fragen konnte, was denn los war, wurde die Tür wieder aufgestoßen und Percy kam in den Raum.
Während alle den Weasley anstarrten, der seit über zwei Jahren nichts von dem Rest seiner Familie wissen wollte, anstarrten, reagierte ihre Mutter genauso wie beim letzten Mal, als er hier gewesen war.
Sie rannte auf ihn zu und warf die Arme um seinen Hals; fing wieder an zu weinen.
"Oh, Percy, wie schön, dich zu sehen."
Diese Ansicht konnte Ginny nicht ganz teilen.
Percy streichelte unbeholfen die Schulter seiner Mutter, würdigte sie allerdings keines Blickes. Stattdessen blickte er Ginny mit einem Gesichtsausdruck an, der wohl freundlich wirken sollte.
"Herzlichen Glückwunsch, Ginny.", sagte er schließlich feierlich und wagte es, sie anzulächeln.
Sie sah schon, wie Fred ansetzen wollte, ihn anzufahren, aber plötzlich war es Ginny selbst, die die Stimme hob.
"Wie bitte?!", fauchte sie. "Du tauchst hier nach wer-weiß-wie-lange auf und dann sagst du einfach nur Herzlichen Glückwunsch, Ginny?!"
"Ginny", wimmerte ihre Mutter.
"Nimm ihn bloß nicht in Schutz, Mum!" Sie wandte sich wieder an ihren Bruder. "Wie kommst du darauf, dass ich Wert auf deine Glückwünsche lege, nachdem du dich wie der letzte Mistkerl benommen hast?! Glaubst du, du kannst einfach hier aufkreuzen und-"
"Ist schon gut.", unterbrach er sie, löste die Hände ihrer Mutter von sich und verließ den Raum. Wenige Sekunden später hörten sie, wie die Haustür ins Schloss fiel.
Betretenes Schweigen herrschte, abgesehen von den Schluchzern ihrer Mutter, die sich auf ein Sofa hatte sinken lassen. Tonks setzte sich sofort zu ihr und begann tröstend auf sie einzureden.
"Was sollte das, Ginny?", presste sie schließlich zwischen Schluchzern hervor. "Ich bin mir sicher, er wollte sich mit uns allen vertragen! Er ist alleine gekommen!"
"Na und? Darf ich hier nicht mal meinem Bruder die Meinung sagen?"
"Du hättest ihn ja nicht gleich vergraulen müssen!"
"Ich finde, Ginny hat genau richtig reagiert!", mischte sich nun George ein. "Für wen hält der sich denn?"
"Haltet den Mund!", kreischte ihre Mutter nun und sah sie mit tränenverschleiertem Blick an. "Ich will, dass unsere Familie wieder vollständig ist!"
"Auf den können wir doch verzichten!", knurrte Fred.
"Das reicht jetzt.", sagte ihr Vater schließlich.
Ginny sah sich um. Fred und George sahen so wütend aus, wie sie sich fühlte, ihre Mutter schluchzte wieder in Tonks' Schulter und ihr Vater starrte schweigend auf den Boden. Die, die nicht zu Familie gehörten, waren verständlicherweise verlegen, Zeugen einer solchen Auseinandersetzung gewesen zu sein.
Wutschnaubend stampfte Ginny aus dem Wohnzimmer, in ihr Zimmer. Es wunderte sie gar nicht, dass Jade sich auch nach zehn Minuten nicht hatte blicken lassen. Sie war so sauer, wahrscheinlich stieg schon Qualm aus ihren Ohren.
Sie wünschte sich, Ron wäre da. Er hätte sich mindestens genauso aufgeregt wie sie, sie hinterher aber wieder aufgemuntert!
Schäumend vor Wut legte sie sich schließlich ins Bett und wartete auf die Müdigkeit, die hoffentlich bald kommen würde.
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