
von angeltear
@ *Fee*: Danke für dein Lob Süße! Das motiviert mich immer so! Und was deine Theorie über die Gefahr angeht: ... (sehr aussagekräftig :D)*bussi* hdl
@ Rapptor: Dankeschön! Und doch, ich weiß wie furchtbat Wartezeit ist! Ich bin selber begeisterte FF-Leserin^^
Naja dieses Mal hat es ja nicht besonders lange gedauert^^
@ Turpin,Lisa: Na hoffentlich ist dein Muskelkater inzwischen wieder weg! ;) Auch dir verrate ich nicht, was die Gefahr war^^
@ jassi.Weasley: Danke Süße! Und ja André ist wieder da und verschwindet so schnell auch nicht mehr^^ *kuss* hdl
@ sunshine16: Vielen Dank fürs Lob! André? Ginny zu nahe kommen? *hust*
Ja Jade ist einfach nur klasse, ich liebe sie^^
@ Dope-D: Boah, bist du wieder fies!^^ Aber ich bin froh, dass dir das Chap gefallen hat. Bist ja immer so anspruchsvoll :P Viel Spaß mit dem Nachschub^^
@ Gaby Longoria: Vergleich meine FF doch nicht ständig mit irgendwelchen Telenovelas!^^ Danke aber für dein Lob und den supertollen Post im Thread! Jetzt kannste dich noch mehr freuen^^ hdl
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Nervös tippelte Ginny von einen Fuß auf den anderen.
"Geh endlich rein.", zischte Jade ungeduldig. Ginny stand seit gefühlten drei Stunden vor der Tür der Drei Besen und traute sich nicht, hinein zu gehen.
"Gleich macht jemand die Tür auf und du bekommst sie ins Gesicht."
Jade hatte Recht, aber Ginny konnte sich einfach nicht dazu durchringen, hineinzugehen.
Plötzlich leuchtete der Schmetterling für wenige Sekunden auf und lenkte Ginny ab. Unwillkürlich hielt sie den Atmen an. Harry...
"Siehst du! Dein Macker will auch, dass du endlich reingehst!", meinte die Kleine und drückte sich gegen ihr Kreuz, um sie vorwärts zu schieben.
Sie musste jetzt wirklich da reingehen. Sonst bemerkte noch jemand, dass sie hier alleine stand und die Tür anstarrte.
Sie holte einmal tief Luft und zog die Tür auf.
Es gab überhaupt keinen Grund so eine Angst zu haben. Das war nur ihr erster Arbeitstag. Sie hatte sich einen Zopf gemacht, sie trug ordentliche, schlichte Jeans und ein normales, schwarzes T-Shirt. Sie hatte zwar keine Ahnung, wie sie das hinbekommen sollte, was sie her tun sollte, aber was zählte das schon?
Der Schankraum war, soweit sie sehen konnte, vollkommen leer.
"Hallo?", rief sie in keine bestimmte Richtung.
"Hier hinten!", kam die Antwort und Ginny folgte der Stimme, die sie in die Küche hinter der Bar führte.
Als erstes sah sie Madam Rosmerta, die auf der Arbeitsfläche saß und sie anlächelte.
"Schön, dass du da bist, Ginny.", begrüßte sie sie. "Das sind deine Kolleginnen."
Ginny sah in die Richtung, in die sie wies und fast wäre ihr die Kinnlade heruntergeklappt.
"Das sind Pansy, Luna und Ann."
Da stand Luna mit ihren Radieschenohrringen und strahlte sie an; Pansy sah sie mit dem überheblichen Blick an, der in ihr Mopsgesicht eingraviert zu sein schien und das Mädchen, das Ann sein musste, lächelte sie ein wenig schüchtern an.
"Hi Ginny!", rief Luna. "Du arbeitest jetzt auch hier?"
"Ja.", antwortete sie irritiert. Mit Luna hatte sie gar nicht gerechnet. Mit Pansy allerdings auch nicht. Wie ... überraschend! "Hi Pansy, hi Ann.", fügte sie höflich hinzu.
Pansy nickte einmal und Ann nuschelte ihrerseits ein "Hi".
"Ich habe mir schon gedacht, dass einige von euch sich untereinander kennen.", sagte Rosmerta glücklich und klatschte in die Hände. "Dann kann ich ja jetzt anfangen. Das sind Eddie und Chester, unsere Köche."
Sie deutete auf einen Mann und einen strohblonden Jugendlichen, die Ginny zuvor gar nicht aufgefallen waren. Der Mann, der in den Vierzigern sein musste und aussah, als könnte er Eddie heißen war unrasiert und sah sehr erschöpft aus. Trotzdem lächelte er sie freundlich an. Der Junge, der wahrscheinlich Chester war, sah mürrisch drein und nickte ihnen zu. Hätte er gelächelt, hätte er wahrscheinlich umwerfend ausgesehen.
In der nächsten Stunde zeigte sie ihnen, wie alles an der Bar funktionierte, wo was stand, die Nummerierung der Tische, wie die Kasse funktionierte, wo sie die Bestellung zum Koch weitergaben, wie sie nach Feierabend die Kasse machen mussten ... Ginny dachte, ihr Kopf müsste bald anfangen zu rauchen, doch Rosmerta versicherte ihnen, dass sie schnell alles im Kopf haben würden.
"So, ich brauche jetzt natürlich nicht alle von euch.", sagte sie schließlich, als sie alles ein zweites Mal durchgegangen waren. "Es arbeiten immer zwei von euch. Der Schichtplan hängt in der Küche. Jetzt fangen Ginny und Pansy an. Ihr macht ab gleich bis um acht Uhr. Luna und Ann, ihr über nehmt dann und macht bis zum Ende."
Na klasse, die erste Schicht gleich mit dieser Giftschlange.
Luna und Ann schnappten sich ihre Sachen und verließen gemeinsam den Pub.
"Um diese Zeit ist meistens kaum etwas los.", erklärte Rosmerta ihnen noch. "Es geht normalerweise so gegen vier erst los. Außer an Wochenenden, an denen die Schüler ins Dorf dürfen, aber daraus wird ja nichts mehr. Da ist mir echt eine Einnahmequelle weggekommen." Dann verschwand sie durch die Küche in ihre Wohung im Obergeschoss.
Nun hatte offiziell ihre erste Schicht in den Drei Besen begonnen. Da noch keine Gäste da waren, war noch nichts zu tun und Pansy und Ginny standen etwas verloren hinter der Bar.
"Na Weasley.", brach Pansy schließlich das Schweigen. "Wie ist das Singledasein seit Potter dich sitzengelassen hat? Sitzengelassen von Potter! Ich dachte, du kannst nicht noch tiefer sinken!" Sie lachte ein schrilles Lachen, von dem sie wohl dachte, es klänge besonders feminin.
Am liebsten hätte Ginny sie an den Haaren gepackt und ihren Kopf ein paar Mal gegen die Theke geschlagen, doch das würde an ihrem ersten Arbeitstag wohl keinen so guten Eindruck machen.
"Doch ich könnte noch tiefer sinken, indem ich zeige, dass ich zu wenig Hirn besitze, um zu erkennen, wer mich ausnutzt.", sagte sie mit einem künstlichen Lächeln.
Pansy öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch in diesem Moment wurde die Tür von außen aufgezogen. Ginny wirbelte herum, dankbar, dass Kundschaft kam und Pansy aufhören musste Galle zu spucken.
Überrascht hielt sie inne; André kam durch den Schankraum auf die Bar zu.
"Was machst du denn hier?"
"Also, wenn du alle Gäste so begrüßt, bist du deinen Job schnell wieder los.", bemerkte er grinsend und Ginny merkte, wie sie errötete.
"Tut mir Leid, ich war nur so überrascht."
"Kann ich jetzt bitte bestellen?", trietzte er sie weiter in erhabenem Tonfall. "Meine Mittagspause dauert nicht ewig."
Ginny hob amüsiert die Augenbrauen. "Was darf's denn sein?"
"Einmal das Tagesmenü und ein Butterbier, bitte."
"Das Butterbier kannste jetzt schon haben"
Sie holte eine Flasche von unter der Theke hervor, öffnete sie mit ihrem Zauberstab und stellte sie vor ihn.
Lächelnd drehte sie sich um, doch das Lächeln wich sofort wieder von ihrem Gesicht, als sie Pansy sah. Sie hatte sich gegen die Wand gelehnt und betrachtete sie mit einem wissenden Gesichtsausdruck; ihre Lippen waren zu einem höhnischen Grinsen verzogen. Sie hatte eindeutig zu viel mit Malfoy zu tun.
Ginny ignorierte sie und ging durch in die Küche und nannte Eddie die Bestellung. Sie hatte zwar keine Lust wieder zu Pansy nach vorne zu gehen und wäre lieber in der Küche geblieben, aber sie konnte André unmöglich mit dieser Schlange alleine lassen. Wer wusste, was für herablassende Bemerkungen sie ihm an den Kopf warf. Jetzt schon genervt ging sie zurück und blieb wie versteinert stehen.
Das Bild, das sich ihr bot, musste eine Fata Morgana sein. Ungläubig schüttelte sie den Kopf, als könnte sie das Bild vertreiben, doch es blieb.
Pansy hatte sich über die Theke zu André hinüber gebeugt und er hatte wahrscheinlich einen wunderbaren Ausblick in ihren Ausschnitt. Ihre Gesichter waren sich gefährlich nahe und sie zwirbelte spielerisch eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern, während sie ihm mit wahrscheinlich zuckersüßer Stimme etwas zuflüsterte. Auf seinem Gesicht war ein Ausdruck, den sie bei ihm noch nie gesehen hatte. Er sah sie an als wäre er ein umschwärmter Frauenschwarm und sie seine neuste Eroberung; als dachte er an Sex.
Schockiert stolperte Ginny zurück in die Küche und stieß dort mit Chester zusammen. Er fing sie geschickt mit einer Hand an der Hüfte auf, während er in der anderen Hand eine Schüssel mit geschälten Kartoffeln hielt.
"Vorsicht."
Der Klang seiner Stimme überraschte sie; sie klang sehr sanft und wollte gar nicht zu seinem mürrischen Gesichtausdruck passen.
"Tschuldigung.", nuschelte sie und stellte sich wieder ordentlich hin. Er nickte ihr wieder zu und ging mit seinen Kartoffeln zur Spüle.
Irritiert lehnte sie sich an die Wand. Warum waren Pansy und André so vertraut miteinander? Und warum sah er sie so an? Irgendwie gefiel ihr das nicht. Warum schien André sie zu mögen, sogar anziehend zu finden, wenn Ginny sie so verachtete? Sie hätte nicht gedacht, dass sie Pansy noch weniger mögen könnte als vorher schon, aber offensichtlich war es doch möglich.
"Essen is fertig!", ertönte Eddies tiefe Stimme und Ginny nahm die Mahlzeit entgegen und hoffte, sie lagen inzwischen nicht aufeinander auf dem Tresen, als sie zurück nach vorne ging.
Doch nun saß Pansy ganz gesittet auf einem Hocker hinter der Bar und André las im Tagespropheten. Sie versuchte sich möglichst normal zu benehmen und ein Lächeln aufzusetzen, als sie ihm das Essen servierte.
Auf einmal war sie froh, dass er nicht ewig bleiben konnte. Sie wusste nicht, ob sie es ertragen könnte, wenn sie sich eine solche Szene ein weiteres Mal ansehen müsste.
"Danke, Ginny."
"Bitteschön."
Während André da war, kamen glücklicherweise noch weitere Gäste und nachdem er gegangen war, war der Pub nicht ein einziges Mal leer, sodass Pansy sich mit bissigen Kommentaren zurückhielt.
Der Rest des Tages verlief ereignislos. Sie hatte zwischendurch die Gelegenheit mit Chester zu sprechen und er schien ziemlich nett zu sein. Wenn er lachte, sah er tatsächlich um Längen besser aus. Harrys Schmetterling leuchtete genau sieben Mal kurz auf und einmal hätte Ginny deswegen fast die Getränke verschüttet, die sie auf dem Tablett trug. Von Pansy hielt sie sich möglichst fern.
Um viertel vor acht kamen Luna und Ann, um die beiden abzulösen. Erleichtert stieg Ginny um kurz nach acht aus dem Kamin im Wohnzimmer, wo ihre Mutter in einem Sessel eingeschlafen war.
Vorsichtig rüttelte sie an ihrer Schulter. "Mum?"
Blinzelnd öffnete sie ihre Augen und brauchte anscheniend einige Sekunden, bis sie realisierte, dass sie eingeschlafen war.
"Oh Ginny.", murmelte sie und setzte sich langsam wieder auf. "Wie lange bist du schon wieder da?"
"Ach, ich bin gerade erst gekommen.", winkte Ginny ab und setzte sich auf die Sessellehne neben ihre Mutter. "Ist Dad noch nicht wieder da?"
"Nein." Ihr Blick zuckte, wahrscheinlich schon aus Gewohnheit, zur der Uhr, die die Aufenthaltsorte der Familie anzeigte. Ihr Vater war noch bei der Arbeit. Es schien viel im Ministerium los zu sein. Er war schon lange nicht mehr rechtzeitig zum Abendessen gekommen.
"Hast du schon gegessen?", fragte sie, als sie merkte, dass sie selbst ziemlich hungrig war.
"Nein, ich wollte nicht alleine essen.", antwortete sie mit einem etwas traurigen Lächeln.
Ginny hakte sich bei ihr ein, zog sie mit sich hoch und ging mit ihr in die Küche, damit sie gemeinsam essen konnten.
Später lag Ginny mit Jade auf dem Bett. Ihre Eltern hatten den Eindruck gemacht, dass sie ein wenig Zeit für sich brauchten und die gab sie ihnen gerne.
"Was glaubst du, was sie jetzt machen?", fragte Ginny die Decke.
Jade wusste gleich, wen sie meinte und überlegte eine Weile, bevor sie antwortete.
"Ich glaube, sie haben inzwischen begriffen, was sie eigentlich tun.", meinte sie.
"Glaubst du, das wussten sie vorher nicht? Ihnen war immer klar, dass es um Leben und Tod geht."
"Nein, so meinte ich das nicht." Die Kleine schüttelte den Kopf, sodass ihre goldenen Haare umherflogen. "Das waren ihnen natürlich klar. Aber sie müssen sehr vorsichtig sein. Sie werden sich vermutlich immer verstecken. Die Todesser dürfen ja auf keinen Fall mitbekommen, was sie vorhaben. Wahrscheinlich merken sie jetzt wie es ist, nicht nach Hause zu kommen. In ein warmes Bett und zu einer warmen Mahlzeit. Sie sind jetzt vollkommen auf sich gestellt."
Darüber hatte Ginny sich noch gar keine Gedanken gemacht und es erstaunte sie, dass Jade das wohl getan hatte.
"Hm", machte sie nachdenklich und griff nach einem Stück Schokolade, das neben ihr auf dem Bett lag, um es sich in den Mund zu schieben. "Ich hoffe, sie kommen bald zurück."
"Das glaube ich ehrlich gesagt nicht." Jade war heute Abend ungewöhnlich ernst. "Ich weiß zwar genauso wenig wie du, was sie vorhaben, aber es macht den Eindruck von etwas gefährlichem, etwas langwierigem und anstrengendem."
"Weißt du", begann Ginny nach einer Pause. "An meinem Geburtstag haben Neville und Luna vorgeschlagen, die DA wieder zusammenzurufen. Hältst du das für sinnvoll?"
Wieder schien Jade nachzudenken.
"Das kommt darauf an, ob ihr etwas sinnvolles tun könnt.", sagte sie schließlich. "Wenn ihr euch trefft und dann keine Ahnung habt, was ihr machen sollt, macht das keinen Sinn."
"Das ist es ja.", stöhnte Ginny. "Ich habe das Gefühl, als müsste es einfach etwas geben, das wir tun können. Aber ich weiß einfach nicht was. Ich weiß ja nicht einmal, was der Orden macht oder was Harry und so machen. Sonst könnten wir versuchen sie in diesen Dingen zu unterstützen. Wenn wir einfach handeln, könnten wir ihnen in die Quere kommen."
"Stimmt, das kommt noch dazu.", stimmte die Kleine ihr zu.
"Ich wünschte, ich könnte Harry fragen."
Jade lächelte. "Bestimmt wünscht er sich, er könnte dich fragen."
Ginny stellte sich vor, Jade hätte Recht und musste auch lächeln. Allerdings hatte der Schmetterling seit einigen Stunden nicht mehr geleuchtet. Harry war entweder ziemlich beschäftigt oder er dachte nicht besonders oft an sie. Immerhin leuchtete der Anhänger meistens nur für einen kurzen Augenblick. Sie stellte sich lieber vor, dass er so gestresst war, dass er nicht viel Zeit hatte, großartig an sie zu denken.
Am nächsten Tag würde sie Spätschicht haben, also blieb sie lange wach und unterhielt sich mit Jade über alles, was ihnen einfiel. Das hatten sie lange nicht mehr getan und sie war überrascht, wie gut es ihr tat.
Sie kam um zehn vor acht in die Drei Besen, um ihre Schicht mit Luna zu beginnen.
Ann rechnete gerade bei einem älteren Ehepaar ab und Pansy war nirgends zu sehen. Wahrscheinlich war sie in der Küche und lachte üertrieben laut über alles, was Chester sagte und war aufdringlich. Luna schien auch noch nicht da zu sein.
Sie verstaute ihre vom Regen durchnässte Jacke unter der Theke und band sich einen Zopf. Kurz darauf kam auch Luna.
"Hi ihr beiden.", sagte Ann, als sie zur Theke zurückkam und füllte sich ein Glas Wasser.
"Und? Irgendetwas Bemerkenswertes heute?", fragte Ginny.
"Nein.", meinte Ann in ihrer zarten Stimme, die sie senkte, als sie weitersprach. "Außer, dass diese Schlange sie an jeden Typen ranmacht, der bei drei nicht auf den Bäumen ist."
Hatte Ginny es sich doch gedacht.
"Die war schon immer so.", antwortete sie ebenfalls flüsternd. "Ich kenne sie seit fünf Jahren."
"Ja, sie hat schon eine ziemlich hohe Meinung von sich.", warf Luna ein. Ginny hatte Luna noch nie lästern hören.
"Wart ihr in einem Jahrgang?", fragte Ann.
"Nein, sie war einen über mir." Die Vergangenheitsform zu benutzen war merkwürdig; als wäre Hogwarts gestorben.
"Gut, dass ich meinen Abschluss schon seit zwei Jahren habe.", meinte Ann leicht aufgebracht. "Das ist doch total blöd, dass Hogwarts nicht aufmacht. Das ist geradezu unverschämt!"
"Dann warst du bei Fred und George im Jahrgang?", fragte Ginny überrascht. Sie hätte die zierliche, kleine Ann nicht so alt geschätzt.
"Ja.", nickte diese. "Sind deine Brüder, nicht?"
"Sehr lustig die beiden.", warf Luna wieder ein und lächelte merkwürdig, als erinnerte sie sich gerade, an eine besonders lustige Szene.
"Ich hatte mal ein Date mit George.", erzähle Ann. "Aber er hat mir aus Versehen sein Butterbier in den Auschnitt gekippt. Das war nicht so super."
Ginny prustete bei der Vorstellung los und Ann lachte mit ihr, während Luna immer noch in Gedanken zu sein schien.
In diesem Moment trat Pansy aus der Küche und sie hörten augenblicklich auf zu lachen. Sie musterte die drei mit einem besonders angewiderten Blick, schnappte sich dann ihre Sachen und verschwand.
"Ich werd dann auch mal gehen.", sagte Ann erschrocken, als hätte sie vollkommen die Zeit vergessen und Stunden verschwendet. Eilig packte sie ihre Sachen zusammen, winkte Luna und Ginny und verschwand durch den Kamin.
"Na, dann wollen wir mal.", sagte Luna enthusiastisch und sah sich um als erwartete sie, dass ein Gast sie in diesem Moment zu sich winken würde.
Es war etwa halb elf, als Ginny gerade zwei Jungen Männern den wahrschenlich sechsten Feuerwhisky an diesem Abend brachte. Sie ignorierte den aufdringlichen Blick des einen und ging zurück zur Bar. Da ging die Tür auf und sie wandte sich um, um zu sehen, wer hereingekommen war.
Fast wären ihr die Augen aus dem Kopf gefallen.
In der Tür stand Percy und zwar alleine. Dieses Mal schenkte er ihr kein unangebrachtes Lächeln. Wahrscheinlich nahm er an sie würde ihn wieder anschreien und sie war sich nicht sicher, ob sie es tun würde oder nicht.
Er setzte sich schweigend an die Bar und blickte auf die Holzplatte.
Luna warf ihr einen fragenden Blick zu und Ginny fasste sich ein Herz.
"Was kann ich dir bringen?", fraget sie möglichst höflich. Immerhin war er ihr Kunde, redete sie sich ein, ihr Kunde.
"Ein Wasser, bitte.", sagte er in dem üblichen Tonfall, der zeigen sollte, wie erhaben er doch war.
Sie füllte ihm ein Glas und stellte es ihm auf den Tresen.
"Danke.", antwortete er höflich.
Unentschlossen stand Ginny vor ihm. Er sah sie nicht an, doch sie war sich ganz sicher, dass er ihr etwas sagen wollte; sie kannte ihn ja schon lang genug, um seine Körpersprache zu verstehen. Sollte sie warten bis er etwas sagte oder sollte sie den Anfang machen?
Einige Sekunden angespannten Schweigens verstrichen. Schließlich holte er tief Luft und sah zu ihr auf. Sein Blick war unsicher.
"Wie geht es dir, Ginny?"
Sie versuchte ruhig zu bleiben. Sie rechnete es ihm hoch an, dass er herkam und versuchte sich normal mit ihm zu unterhalten. Solange er noch nichts Dummes sagte oder tat, musste sie ja nicht gleich ausrasten.
"Gut."
"Und Mum?"
"Auch gut."
Schön, schön." Er schien keine Ahnung zu haben, was er sagen sollte. Offensichtlich hatte er nicht vor sich zu entschuldigen.
"Ginny, es tut mir Leid.", überraschte er sie. "Ich wollte nie, dass es zu einem solchen Bruch in der Familie kommt."
"Dir ist schon klar, dass es deine Schuld ist?", fragte sie unwirsch. Hinter ihr versuchte Luna möglichst unauffällig in der Küche zu verschwinden. Stumm danke sie ihr.
Wieder schwieg Percy.
"Du solltest dich nicht bei mir entschuldigen, sondern bei Mum und Dad.", fuhr sie in unverändertem Tonfall fort.
Er schien zu zögern; schien unschlüssig, ob er die Worte sagen sollte, die ihm auf der Zunge lagen.
Sie war neugierig, was er wohl zu sagen hatte. Immerhin musste es so wichtig sein, dass er so spät noch herkam und anscheinend sollten ihre Eltern davon nichts mitbekommen.
"Wie geht es-" Er zögerte wieder. "Du weißt nicht zufällig, wo Potter ist?"
Ginny riss die Augen auf.
Das war doch wohl ein Witz, oder?
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