
von angeltear
@ *Fee*: Ich freue mich doch immer wieder, wenn ich dich unterhalten kann^^
Warum Pansy arbeitet? Jeder braucht mal Kohle, oder? (Ja, du hast sie vorgeschlagen^^)
Danke für dein Lob und deine Hilfe *knutsch*
@ jassi.Weasley: Was ich vorhabe? Hab ich dir ja im Thread schon erklärt ;)
Viel Spaß noch! *kuss*
@ sunshine16: Freut mich ja riesig, dass du meine Charas real findest! Was kann man sich mehr wünschen? Jade mag ich wirklich sehr. Da kann ich meinen Hang zu dämlichen Kommentaren ausleben :D
Hier haste deinen Stoff^^
@ Gaby Longoria: Ach so viele Fragen.. Und keine werde ich hier beantworten! :D Danke fürs Lob! *bussi*
@ rapptor: Öh, joa jez hats ja doch wieder länger gedauert.. sorry^^
Was Harry und Co angeht: ja ihr werdet noch erfahren, was die da so treiben!
Viel Spaß beim Lesen!
@ Turpin, Lisa: Nette Spekulationen, aber ich kann dir unmöglich sagen, ob du Recht hast oder nicht^^
Meine Ideen? Die kommen einfach so... oder von *Fee* :D
@ _sAbSe_: Danke, ja was Percy von dem wohl will.... *g*
@ Dope-D: Yeah, danke, dass du meine Kommis in den Dreistelligen beireich gebracht hast!
Ich glaube, ich schreibe demnächst ein besonders kitschiges Kapitel, nur um dich zu ärgern :P
Viel Spaß beim Lesen!
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"Wie geht es-". er zögerte wieder. "Du weißt nicht zufällig, wo Potter ist?"
Ginny riss die Augen auf.
Das war doch wohl ein Witz, oder?
"Wie bitte?"
"Du hast mich schon verstanden.", erwiderte er mit einer gewissen Kühle in der Stimme und blickte gelassen lächelnd in ihr Gesicht.
Ginnys Verblüffung verwandelte sich schlagartig in Wut. Ohne ihr bewusstes Zutun ballten ihre Hände sich zu Fäusten und mit mühsam beherrschter Stimme antwortete sie ihm.
"Jetzt hör mir mal gut zu, du kleine Made." Sie hatte die Stimme gesenkt und funkelte ihn aus verengten Augen an. "Du kommst nach fast zwei Jahren, in denen du dich benommen hast, als wärst du Gott und wir die letzten, unwürdigen Idioten, hier an und fragst mich nach einer heuchlerischen Entschuldigung, wo Harry ist? Du kannst nicht ernsthaft glauben, dass ich dir diese Frage beantworten werde!"
"Es wäre besser, du beantwortest sie.", erwiderte er, das falsche Lächeln war inzwischen einem geradezu verächtlichem Gesichtsausdruck gewichen.
"Soll das etwa eine Drohung sein?"
"Das soll ein Rat sein, Ginevra."
Dass er sie bei ihrem richtigen Vornamen nannte, setzte seinem ganzen unmöglichen Verhalten die Krone auf. Jetzt erkannte sie, warum sie an ihrem Geburtstag so auf sein Erscheinen reagiert hatte. Sie traute ihm nicht mehr. Sie hatte gleich gewusst, dass er nicht einfach beschlossen haben konnte, sich wieder mit seiner Familie vertragen zu wollen. Er wollte sie nur ausspionieren. Über Harry.
"Verschwinde, bevor ich mich vergesse.", zischte sie und schlug mit der rechten Hand auf den Tresen, womit sie ihn und auch sich selbst überraschte.
Mit einem kühlen Blick zog er eine Galleone aus der Tasche und warf sie auf die Theke.
"Den Rest kannst du behalten."
Damit stieg er vom Hocker, drehte sich um und verließ den Pub.
Wutentbrannt warf Ginny die Galleone in die Kasse. Sie wollte sein stinkendes Geld nicht!
"Arbeitet dein Bruder jetzt in der Abteilung für Magische Strafverfolgung?", fragte Luna hinter ihr interessiert.
Mit fragendem Blick drehte Ginny sich zu ihr um. "Wie kommst du denn darauf?"
"Naja, ich hab' gedacht, Harry hätte vielleicht wieder etwas angestellt und sie würden ihn deshalb suchen.", erklärte Luna in einem Tonfall, als wäre diese Schlussfolgerung total logisch.
"Es interessiert mich gar nicht, was dieser aufgeblasene Affe da treibt!", brauste sie auf. "Der soll es bloß nicht wagen, mir noch einmal unter die Augen zu treten!"
Luna sah sie mitfühlend an, schwieg aber. Ginny war froh, dass sie jetzt keine ihrer merkwürdigen Philosophien vom Stapel ließ, sonst hätte sie sie vielleicht angeschrieen.
Sie konnte es einfach nicht fassen. Wie hatte Percy so schnell erfahren, dass Harry nicht mehr da war? Und dass sie hier arbeitete?
Abet viel weniger konnte sie begreifen, dass es ihrem Bruder nicht zu blöd gewesen war, ausgerechnet sie zu fragen, wo Harry steckte. Dass er ernsthaft die Möglichkeit gesehen hatte, dass er von ihr etwas erfahren würde!
Vor Wut kochend schnappte sie sich einen Lappen und begann den Tresen so energisch abzuwischen, dass ein Gast in der Nähe sie beäugte, als beginge sie gerade ein gesellschaftliches Tabu.
Als sie den Pub Stunden später endlich dicht machten, war Ginny immer noch genauso aufgebracht, wie direkt nach Percys unverschämten Besuch. Sie bemühte sich, sich möglichst freundlich von den anderen zu verabschieden, aber das gelang ihr nicht sonderlich gut.
Im Fuchsbau waren bereits alle Lichter erloschen, als sie aus dem Kamin trat. Leise schlich sie hinauf in ihr Zimmer, da sie ihre Eltern nicht wecken wollte. In ihrem Zimmer schleuderte sie ihre Kleider heftiger als nötig auf den Boden und sie erwischte sich dabei, wie sie tatsächlich nach ihrer Jeans trat.
Jade befürchtete offenbar, Ginny würde ihre Wut an ihr auslassen, denn sie ließ sich nicht blicken.
Irgendwie unschlüssig stand sie in Unterwäsche mitten in ihrem Zimmer. Am liebsten hätte sie es sofort Harry erzählt. Ein Blick auf den Anhänger zeigte ihr, dass er gerade etwas anderes im Kopf hatte, als sie. Wenn sie nur wüsste, wie man Nachrichten mit einem Patronus verschickte. Woher wussten die anderen das überhaupt? Wahrscheinlich war Hermine zufällig darauf gekommen! Ihr fiel aber auch echt alles in den Schoß! Und sie konnte auch nicht einfach jemanden aus dem Orden fragen, wie das funktionierte!
Na toll, jetzt regte sie sich schon über ihre beste Freundin auf, nur weil ihr werter Bruder ihr die Laune vermiest hatte!
Sie beherrschte sich, um nicht wütend aufzuschreien und legte sich stattdessen ins Bett.
Sie sah nichts. Sie kniff die Augen für einige Sekunden zusammen und öffnete sie dann wieder. Es war dunkel. Verzweifelt blinzelte sie mehrere Male. Warum konnte sie nichts sehen? Da! Da war Licht!
Aus einem Impuls bewegte sie ihre Füße, um zu dem Licht zu kommen. Torkelnd näherte sie sich dem schwachen Licht. Angestrengt versuchte sie ihre Beine zu kontrollieren, aber es war als wäre sie betrunken. Ihre Gedanken waren vollkommen klar, warum konnte sie sich nicht beherrschen? Ihre Füße und Beine sahen ganz normal aus. Sie hob den Blick wieder zum Licht und stellte wieder fest, dass sie kaum etwas sehen konnte. Wieder blinzelte sie, um den merkwürdigen Schleier vor ihren Augen loszuwerden, doch er wollte einfach nicht verschwinden.
"Was ist das?", keuchte sie und begann mit ihren Händen über ihre Augen zu wischen, als wäre sie gerade aufgewacht.
Es brachte nichts. Noch immer hatte sie den Eindruck, dass ein dicker Schleier vor ihren Augen hing und ihr die Sicht vernebelte.
Vielleicht würde sie klarer sehen, wenn sie endlich bei diesem Licht angekommen war. Sie richtete ihren unklaren Blick auf das Licht und konzentrierte sich darauf, doch sie torkelte so sehr, dass sie das Gefühl hatte, ihr Gleichgewichtsorgan müsste völlig hinüber sein. Sie wusste nur, dass sie zu diesem Licht kommen musste. Es zog sie an und sie spürte, dass es richtig war.
"Warum-?"
Ihre Frage ging in ein erschrecktes Keuchen über, als sie stürzte. Sie riss die Arme vor das Gesicht und konnte gerade noch verhindern, mit dem Kopf auf den Asphalt zu schlagen. Ihr ganzer Körper schmerzte und sie spürte wie Panik und Verzweiflung sich in ihr ausbreiteten. Was war nur mit ihr los? Warum war sie so hilflos?
Tränen rannen ihr über die Wangen. Schwer atmend versuchte sie sich wieder aufzurichten, aber sofort schien sich wieder alles zu drehen und sie stürzte wieder zu Boden.
Die Angst schien ihr die Kehle zuzuschnüren. Sie wollte um Hilfe rufen, aber sie hörte nichts, nur ihr eigenes Schluchzen.
Ihr Herz schlug wie verrückt und sie fühlte sich wie betäubt. Hilflos wie ein Insekt lag sie rücklings weinend auf der Straße, nicht in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen oder etwas Sinnvolles zun tun.
Nicht einmal die Sterne über ihr konnte sie klar erkennen.
Plötzlich erschien Toms Gesicht über ihr.
"Na meine Kleine."
Nein.
"Du hast mir gefehlt."
Bitte nicht.
Sein hübsches Gesicht verzog sich zu einem charmanten Lächeln, doch sie kannte dieses Lächeln. Sie wusste genau, dass es ihr nur Unheil bringen würde.
Die Panik überschwemmte sie nun endgültig wie eine Flutwelle. Es war vorbei. Sie war wieder bei Tom, alles war vorbei.
Immer noch lächelnd wischte er ihr mit dem Daumen die Tränen von den Wangen. Seine Hand war eiskalt, wie tot. Alles in Ginny sträubte sich gegen seine Berührung und ihr wurde schlecht. Sie wollte sein Gesicht nicht mehr sehen! So sehr sie sich zuvor gewünscht hatte, sehen zu können, so sehr wünschte sie nun, sie wäre blind.
Das Lächeln über ihr wurde immer breiter und verwandelte sich langsam in eine furchtbare, unmenschliche Fratze.
"Ich lasse dich nie wieder alleine.", versprach er sanft flüsternd. Ein eiskalter Schauer lief über ihren ganzen Körper.
Sie wusste, sie musste aufstehen und fliehen. Sie musste rennen, aber sie konnte nicht. Sie konnte einfach nicht den Entschluss fassen, aufzustehen und ihr Leben zu retten.
Warum war das nur geschehen? Warum würde ausgerechnet Toms Gesicht das Letzte sein, was sie sehen würde?
Die roten Augen kamen ihren nun immer näher. Sie wusste, dass sie irgendetwas tun musste, aber wieder schien ihr Gehirn diesen Gedanken nicht weiterführen zu wollen.
Und dieses mal würde niemand kommen, um sie zu retten.
"GINNY!"
Keuchend schlug Ginny die Augen auf. Sie lag in ihrem Bett. Neben ihr auf dem Kissen hockte Jade, einen besorgten Ausdruck auf dem sonst so fröhlichen Gesicht.
"Oh, na endlich!", seufzte Jade und ließ sich auf ihren Hintern plumpsen. "Ich dachte schon, du wachst nie auf!"
Es war nur ein Traum gewesen! Als diese Erkenntnis sie durchdrang, legte sie erleichtert die Hände aufs Gesicht. Jedoch zog sie sie sofort wieder überrascht weg, denn ihre Wangen waren nass. Sie hatte nicht nur im Traum geweint...
Immer noch leicht keuchend wischte sie sich mit dem Ärmel des Trikots, das sie trug, die Tränen von den Wangen und versuchte, Toms schreckliches Gesicht zu verdrängen. Sie erschauderte.
"Eigentlich hab' ich gehofft, dieses Mal würde es endlich aufhören.", meinte Jade traurig.
"Wie meinst du das?"
Jade betrachtete sie einige Sekunden lang bevor sie antwortete.
"Manchmal hast du Phasen, in denen du nicht schlecht träumst. Und zwar, wenn du glücklich bist. Ich hab' gedacht, dieses Mal könnte es vorbeigehen, aber das war jetzt schon wieder das zweite Mal."
Ginny schwieg nachdenklich. Das war ihr gar nicht aufgefallen. Sie hatte tatsächlich eine Weile keine Albträume gehabt. Dafür war dieser schrecklich genug für zwei Wochen gewesen.
"Dein Anhänger leuchtet schon seit 'ner Stunde oder so."
Sie nahm den Schmetterling und hob ihn vor ihre Augen. Das sanfte Licht schien ihr Gesicht zu wärmen. Sie hätte gern die Augen geschlossen, aber sie befürchtete dann wieder Tom zu sehen.
Eine Weile starrte sie schweigend an ihre Decke und dachte an Harry. Sie stellte sich vor, nicht Jade hätte sie aus ihrem Albtraum geweckt, sondern er. Er hätte sie in die Arme genommen und auf sie eingeredet, bis sie sich beruhigt hätte. Was hätte sie jetzt dafür gegeben, seine Stimme zu hören. Schließlich schloss sie doch die Augen, um sein Gesicht vor sich sehen zu können. Schlafen konnte sie sowieso nicht mehr.
Um sieben Uhr entschied sie, dass es früh genug war, um aufzustehen. Sie duschte, zog sich an und machte sich einigermaßen präsentabel, dabei wusste sie gar nicht wofür; sie hatte heute wieder die Nachtschicht. Sie musste den ganzen Tag rumkriegen, aber sie hatte keine Ahnung, wie.
Sie ging hinunter in die Küche und war überrascht zu sehen, dass ihre Mutter schon auf den Beinen und schwer beschäftigt war.
"Was machst du denn da, Mum?"
"Guten Morgen, mein Schatz!", rief sie mit übertriebener Freundlichkeit. "Ich breite das Mittagessen vor."
Ginny starrte sie an.
"Um sieben Uhr morgens?", fragte sie entgeistert. War sie irre?
"Wir haben noch so viel zu tun! Ich kann doch nicht erst um zwölf Uhr anfangen zu kochen!"
Der Plural entging Ginny nicht. Wir hatten viel zu tun.
"Warum machst du denn plötzlich so einen Wirbel?"
Irritiert griff Ginny nach einem Stück Gurke, fing sich dafür aber gleich einen Klaps auf die Finger ein.
"Aua!"
"Das ist für den Salat!"
"Ja, ist ja gut!"
"Der arme Bill hat sich bestimmt die letzten zwei Wochen nur von schlechtem Essen ernährt.", sinnierte ihr Mutter nun, während sie weiter mit ihrem Zauberstab herumfuchtelte und verschiedene Lebensmittel durch die Gegend fliegen ließ.
"Bill? Schlechtes Essen?" Ja, sie war eindeutig irre.
"Sag mal, Ginny, schläfst du noch?", fragte ihre Mutter nun und bedachte sie mit einem so vorwurfsvollen Blick, als hätte sie ohne ihre Erlaubnis eine riesige Party im Fuchsbau gefeiert. "Bill und Fleur kommen heute zum Essen!"
"Bill kommt zu Essen?", kreischte Ginny und klatschte freudig in die Hände.
"Ja.", nickte ihre Mutter nun ebenfalls lächelnd. "Sie sind gestern wieder in London angekommen."
Ginny gab einen Freudenschrei von sich, dass es alle Nachbarn geweckt hätte, wenn sie welche gehabt hätten und begann durch die Gegend zu springen. Wer war jetzt die Irre?
Ginnys Tag war gerettet! Bill kam nach Hause! Nur zu gern half sie ihrer Mutter dabei das Essen vorzubereiten und alles ordentlich herzurichten. Ständig warf sie einen Blick auf die große Uhr, doch Bills Zeiger zeigte immer auf "Unterwegs". Wahrscheinlich war er in seiner Wohnung, aber die Uhr betrachtete den Fuchsbau als sein Zuhause, also zeigte sie fast immer auf "Unterwegs".
Sie deckte gerade den Tisch, als die Tür aufging und ein freudestrahlender Bill eintrat. Ginny knallte das Besteck auf den Tisch und sprang ihrem Bruder jauchzend um den Hals. Er hob sie lachend auf die Arme und schleuderte sie einige Male herum, wie er es getan hatte, als sie noch klein gewesen war.
"Bill, du wirst noch etwas kaputt machen!", ertönte die Stimme ihrer Mutter, die gerade in die Küche kam.
Er ließ sie wieder herunter und er zwinkerte ihr zu, als sie ihn anstrahlte. Während er zu ihrer Mutter hinüberging, um sie in den Arm zu nehmen, tauschte sie mit Fleur, die wieder verboten gut aussah, höflich Küsschen auf die Wangen aus.
Ihre Mutter schob sie auch gleich alle an den Tisch und verkündete, dass sie hoffte, sie seien auch ordentlich hungrig.
"Und wie!", rief Bill. "Wir haben überhaupt nichts Zuhause."
"Wier sind noch niescht dasu gekommen, etwas su kaufen.", erklärte Fleur und warf ihrem Mann einen verträumten Blick zu.
Ginny bemühte sich, nicht die Augen zu verdrehen. Was die beiden stattdessen getrieben hatten, sollte sie sich lieber nicht vorstellen.
Das glückliche Ehepaar berichtete ihnen ausführlich von ihren Flitterwochen und Ginny fragte sich unwillkürlich, ob sie auch je heiraten würde. Schnell schon sie den Gedanken beiseite und lachte über einen Witz, den Fleur scheinbar gerade erzählt hatte.
Als Bill nach seinen anderen Brüdern fragte, fiel Ginny plötzlich der Abend zuvor ein.
"Ihr glaubt nicht, wer gestern in den Pub gekommen ist!", rief sie.
"In den Pub?", fragte Bill verwundert.
"Oh, das weißt du ja noch gar nicht! Ginny arbeitet jetzt in den Drei Besen!"
"Ach was! Wolltest du zur Abwechslung mal wieder angebaggert werden?", lachte er und Fleur stimmte mit ein.
Ginny warf mit einem Stück Brot nach ihrem Bruder, der es geschickt mit dem Mund auffing. "Danke.", schmatze er.
"Jedenfalls war gestern Percy in den Drei Besen."
Es war augenblicklich ruhig am Tisch. Ginny traute sich nicht zu ihrer Mutter zu sehen, also sah sie weiterhin Bill an.
"Rate mal, was er wollte!"
Bill zuckte mit den Schultern und sie beantwortete ihre Frage gleich selbst.
"Nachdem er eine billige Entschuldigung gemurmelt hatte, hat er mich doch allen Ernstes gefragt, ob ich wohl wüsste, wo Harry ist!"
"Das ist nicht dein Ernst!"
Von Bills vorherigem Lächeln war nichts mehr übrig und Ginny erwartete, dass er jeden Moment knurrte. Mit ungläubiger Miene sah er zu ihrer Mutter und Ginny folgte seinem Blick. Sie sah auf die Tischplatte und kaute auf ihrer Unterlippe herum.
"Und was 'ast du ihm gesagt?", fragte Fleur. Selbst sie schien Percys Auftauchen zu entrüsten.
"Ich hab ihm gesagt, er soll sich verziehen und sich nie wieder blicken lassen!"
Sie hatte erwartet, dass Bill und Fleur sie jetzt loben würden, genau das Richtige gesagt zu haben, doch sie schwiegen nur.
"Percy macht sich bestimmt nur Sorgen um-", begann ihre Mutter, doch nun unterbrach Bill sie.
"Red dir nichts ein, Mum. Er wollte Ginny nur aushorchen." Nachdenklich tunkte er ein Stück Brot in die Suppe und schob es sich in den Mund. "Das heißt also, auch das Ministerium hat schon Wind davon bekommen, dass er weg ist."
"Aber wie iest das möglisch? 'aben wiir einen Verräter im Orden?"
"Ich weiß es nicht.", antwortete Bill. "In unserer Gesellschaft verbreiten sich solche Nachrichten schnell. Da muss nur mal eine Andeutung gemacht werden und schon weiß es ganz England. Es muss nicht unbedingt absichtlich verraten worden sein."
"Ich verstehe Percy einfach nicht.", sagte ihre Mutter schließlich mit belegter Stimme. "Er müsste doch genau wissen, wie wir zu Harry stehen."
Niemand antwortete ihr. Wer wusste schon, was in seinem Kopf vorging?
Nach dem Mittagessen räumten sie gemeinsam die Küche auf und setzten sich anschließend ins Wohnzimmer. Sie hatten eine Menge Spaß zusammen und Ginny hatte den Eindruck, dass Bill versuchte, ihre Mutter aufzuheitern. Schneller als sie wollte, war es schon Zeit für sie zur Arbeit zu gehen.
Sie verabschiedete sich von ihrer Familie und reiste durch den Kamin.
Dieses Mal hatte sie ihre Schicht mit Ann. Diese stand in der Küche und unterhielt sich mit Chester, da Luna und Pansy gerade beide beschäftigt waren. Heute schien viel los zu sein, dabei war es doch Dienstags.
"Hi Ginny!", wurde sie von Ann freundlich begrüßt. Chester nickte ihr wie üblich zu. Erst jetzt fiel ihr auf, dass er unglaublich blaue Augen hatte. Sie erinnerten sie an Muggelbonbons, die Hermine ihr einmal gezeigt hatte. Reisbonbons, wenn sie sich richig erinnerte.
"Hi!", antwortete sie. "Gibt es wieder neuen Klatsch?"
Ann grinste sie an. "Na klar!"
Bei der Aussicht auf Getratsche verdrehte Chester die Augen und schlurfte davon, um wieder das zu tun, wofür er bezahlt wurde.
"Schieß los."
"Also, vorhin war Fred hier mit-"
"Mein Bruder?"
"Ja, klar. Jedenfalls war er mit Angelina Johnson hier."
"Wirklich? Sahen sie so aus, als wären sie wieder zusammen?"
"Ich würde eher sagen, so als würde sich da langsam wieder etwas anbahnen."
"Beschreib das mal genauer."
"Also, er hat ihr die Tür aufgehalten, den Stuhl zurechtgerückt, solche Sachen.", sie hielt inne, um ein wenig zu überlegen. "Sie saßen sich an dem Tisch da in der Ecke gegenüber und er hat nach einer Weile ihre Hand genommen und sie hat sie nicht weggezogen."
"Soso, davon hat er mir gar nichts erzählt.", meinte Ginny grinsend und nahm sich vor, ihren Bruder bei der nächst besten Gelegenheit auszuquetschen.
"Das Beste hab' ich ja noch gar nicht erzählt!", fuhr Ann fort. "Als ich bei ihnen abgerechnet habe, wollte Fred unbedingt alles bezahlen und Angelina meinte dann, dass sie darauf besteht, das nächste Mal alles zu bezahlen."
"Das heißt, sie werden sich wieder treffen!"
"Richtig!"
"Schichtwechsel!", unterbrach die hochmütige Stimme von Pansy sie, denn sie kam gerade in die Küche und legte ihre Schürze ab.
Ginny schnitt eine Grimasse in Anns Richtung und brachte sie damit zum kichern. Sie drehte sich grinsend um und ging in den Schankraum. Heute würde ihr nichts und niemand mehr die Laune verderben.
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